Propaganda-Show und Verdummung
in Leipzig durch Wolfgang Clements
"TeamArbeit für Deutschland"
mit Segnung seines "irdischen Mentors" Christian Führer,
Pfarrer der Nikolaikirche Leipzig
Am 3. Mai kam SUPERminister Clement nach Leipzig, um einen weiteren "Aktionstag" von "TeamArbeit für Deutschland" zu zelebrieren.

Seit dem 16. Juni 2003 existiert "TeamArbeit für Deutschland", eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), die seit ihrer Gründung bereits etliche Millionen Euro Steuergelder hat verpulvern können .

Als Vorbild gereichte Minister Clement die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM), die Lobby-Organisation der Wirtschaftsverbände u. ihrer CDU sowie der ebenso neoliberale und erzreaktionäre "Bürgerkonvent".

Immer wieder gelang es beiden Initiativen, dass ihre "Analysen", "Umfragen" und "Statistiken" von weiten Teilen aus der Politik aber auch von den Medien so unkritisch wie wohlwollend aufgenommen wurden und zur Meinungsmache der Bevölkerung beigetragen haben.

An diesen Erfolg wollte nun auch das Ex-INSM-Mitglied Wolfgang Clement anknüpfen (der nur durch Schröders Ruf "Clement-nach-Berlin" noch flink aus der INSM austrat), sodass Clement die Gründung von "TeamArbeit für Deutschland" beschloss.

"TeamArbeit für Deutschland" soll hauptsächl. als Propaganda-Plattform für die Arbeitsmarkt-"Reformen" genutzt werden.
Überdies glaubt Clement, sich damit als "Macher für Ausbildungsplätze" und als "Kämpfer gegen Arbeitslosigkeit" besser vermarkten zu können.

Indes streitet Clement nicht für Arbeitsplätze, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, nein, mit seinen "Reformen" will er Menschenverachtung und grenzenlose Gier weiter vorantreiben und somit gar noch staatlich subventionieren lassen. (Bsp.: "Fordern u. Förden" des Ein-Euro-Stunden"lohn"es - und bis zu 500 Euro monatliches "Kopfgeld" für den "Träger", der darüber hinaus die üppigen Lohneinstreichungen bish. regulärer Arbeit verbuchen kann.)

Dass auf der Internet-Präsenz von "TeamArbeit für Deutschland" das ganze "Reform"-Spektrum von "Hartz" bis hin zu den "Zumutbarkeitsregeln" propagiert wird, dürfte wohl niemanden überraschen.

Wenn jede Arbeit zumutbar ist, wird nicht nur das Tarifrecht ausgehebelt, weil die Gewerkschaften per Gesetz ihrer Verhandlungsmacht beraubt werden, wenn jede Arbeit zumutbar ist, wenn Verträge durch Erpressungen erzwungen werden können, so wird auch das Grundrecht der Vertragsfreiheit - "sozialdemokratisch" - zerstört. - Und eine Regierung, die die Grenzen der Zumutbarkeit aufhebt und damit selbst die regulären Arbeitsverhältnisse bedroht, ist selbst zu einer Zumutung geworden.
 

Andere "Reformen" wie "Personal-Service-Agenturen" (PSA), "JobFloater", "Mini-Jobs" oder "Midi-Jobs" wurden in "fortschrittlich klingende" Anglizismen verpackt.

Bereits im Jahre 2002 wurde Clements "Ich-AG" als Unwort des Jahres gewählt, weil menschliche Schicksale begrifflich durch dieses Unwort auf ein sprachliches Börsenniveau herabgestuft werden.
Begründet wurde die Unwort-Wahl dergestalt, dass die "Ich-AG" ein Beleg für die Tendenz zur sprachlichen Kosmetik und zum Schönreden sei, wodurch schwierige soziale und sozialpolitische Sachverhalte vertuscht werden sollen.
Natürlich ficht einen Wolfgang Clement auch diese Würdigung nicht an; einen Konterreformer wie ihn wird sie nicht einmal rektal tangieren. Bei der Zerstörung sozialpolit. Errungenschaften muss dergleichen eher motivierend wirken oder wird gleich als Ansporn gesehen; und so kreierte Wolfgang Clement noch weitere Begriffe, wie die "Familien-AG" ...
und inzwischen treten gar "Job-Paten" in Erscheinung - eine Kreuzung, die aus "TeamArbeit" & Diakonie hervorgegangen ist.
(Noch ist nicht absehbar, ob es sich hierbei ausschließlich um Agenda 2010-Taufzeugen handelt oder ob auch klassisch-sizilianische Paten aufschlagen werden.)

War es zunächst die kath. Caritas, die bei Clements erstmaliger Ein-Euro-Jobber-"Verkündung" begeistert über dessen Kopfgeld-Angebot jubelte (sodass dieser sog. "Wohlfahrtsverband" gleich einen Bedarf von fünftausend Stellen anmeldete), so scheint auch die Evangelische Kirche inzw. jegliche Hemmungen abgelegt zu haben.
Und dass sich für Clements "Aktionstag" in Leipzig ausgerechnet eine "Erwerbsloseninitiative" angebiedert hat, mutet sicher nicht wenigen Erwerbslosen als zumindest makaber an, doch ist hierbei zu beachten, dass es sich um die von Nikolaikirchen-Pfarrer Christian Führer ins Leben gerufene "Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig" handelt.

Bereits im letzten August gab Führer Interviews, dass "Hartz IV kein Problem" sei. Und um die Leipziger Montagsdemonstration zu schwächen, ging dieser Spaltpilz schließlich noch soweit, dass er von November an eine sog. "Mahnwache" zelebrierte, seit dem 9. Mai gar eine "2. Montagsdemonstration".

Im Übrigen kamen dann mit der Gästeliste von "TeamArbeit für Deutschland" auch gleich die Richtigen zusammen; und somit glänzte W. Clement in behaglicher Einheit u.a. mit dem Leipziger OBM und Hartz IV-Kommisionsmitglied Tiefensee sowie Dr. Borghorst, Mitglied der "Initiative für Beschäftigung" (IfB), einer weiteren von Mohn gegr. Initiative, derer sich die "Bertelsmann-Stiftung" rühmen kann.

Auf der Internetseite von "TeamArbeit für Deutschland" waren zum Aktionstag schließlich außerordentlich "sensationelle aktuelle Gebote" zu finden, u.a. um sich für den Arbeitsmarkt "fit zu tauschen!"
Und anstatt auch nur EIN Arbeitsplatzangebot anzubieten, der ein Leben in Würde ermögl. könnte, war von "TeamArbeit für Deutschland" zu lesen: "Suche Job-Paten - biete Internet-Crashkurs!"

Inzwischen liegt uns das Propagandaheft des "Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit" vom Monat Juni vor.
Auf der Seite 7 "Informationen aus Wirtschaft & Arbeit" ist die Reportage "Biete Bewerbungmappencheck, suche..." vom "TeamArbeit für Deutschland"-Aktionstag aus Leipzig zu finden - und hier ist auch nachzulesen, dass ca. 30 Frauen, Männer und Kinder an Biertischen beisammen saßen.
Aufgebaut wurden die "TeamArbeit für Deutschland"-Biertische freundlicherweise von Pfarrer Christian Führer und seiner "Kirchlichen Erwerbsloseninitiative".
.... und während Groß und Klein also an den Biertischen beisammensaßen, heftete eine quirlige "TeamArbeit"-Mitarbeiterin gesammelte "Gebote" & "Gesuche" an eine Stellwand der sog. Tauschbörse.
Weiter ist zu entnehmen, dass die "Tauschbörsen-Angebote gar die Nachfrage überstiegen" - ein Resultat, weil sich sog. Profis der Nation daran beteiligt hatten ...

Für Wolfgang Clement ist damit die erste Bilanz klar: Durch die "Tauschbörsen-Gründung" wurde der "TeamArbeit"-Aktionstag ein voller ERFOLG ... auch weil über 80 neue Profis gewonnen werden konnten! - Einzig die Erwartungen der Arbeitssuchenden waren zu hoch ...
"Viele dachten, wir könnten ihnen eine Stelle vermitteln und waren zunächst enttäuscht." - Doch mit viel Geduld sei es den "TeamArbeit"-Mitarbeitern GELUNGEN, den meisten etwas MUT ZU MACHEN: "Wir haben zugehört, Tipps gegeben und Gespräche mit TeamArbeit-Profis aus der Region vermittelt."
(In Abwandlung eines bekannten Psychologen-Witzes könnte man auch sagen : "Haben Sie einen Job für mich? - Nein, aber es war sehr schön, dass wir einmal darüber geredet haben, nicht wahr?")

Später purzelte der "TeamArbeit"-Aktionstag dann vom Biertische aus hinein in das Neue Rathaus.
Dort blieb bspw. ein Jugendlicher am "Tauschbörsen"-Stand vor den gelb-weißen Zettel stehen. - Er ist 14 und beendet im nächsten Jahr die Schule. "TeamArbeit für Deutschland"-Mitarbeiterin Diana Kluge drückte ihm Stift und Zettel in die Hand. "Suche Praktikumsplatz als technischer Zeichner", schreibt der Neunklässler drauf. Und an dieser Stelle möchten wir unkommentiert aus dem Eigenbericht des "Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit" zitieren: "Ob’s was bringt?" ... "Es wird etwas bringen. Schließlich ist die Zukunft der Tauschbörse so gut wie gesichert: Das Bildungszentrum des sächsischen Handels will das Projekt fortführen."

Mehr wird nicht versprochen; und um mehr geht es auch nicht: Hauptsache, die gesegnete Propaganda für die "Reformen" geht weiter.
"The 'show' must go on!"

Von Wolfgang Clement & seiner "TeamArbeit für Deutschland" erwarten wir aber weiteren MUT: Der "Ich-" und "Familien-AG" muss jetzt die GEMEINDE-AG folgen!
(Und dass auch diese den Segen von Pfarrer Christian Führer erhält, dafür bedarf der Katholik Wolfgang Clement nicht einmal seiner Glaubensstärke.)
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(Orginal-Glaubenssenf: I & II)