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Es ist eine wirklich bittere Ironie der Geschichte, dass ein SPD-Kanzler das Lambsdorff- Tietmeyer-Papier von 1982 nun nicht nur umsetzt, sondern noch verschärft. Seine Agenda 2010 ist eine Kriegserklärung an die Opfer der Krise. Was da drinsteht, konnte man schon bei Reagan und Thatcher lesen. Dieser 14. März, an dem er die Agenda im Parlament verlesen hat, war ein schwarzer Tag für den Sozialstaat - und die Demokratie. Friedhelm Hengsbach | Nov. 2003 |
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Es ist ein Unglück, dass die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie (...) Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas - vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen. Kurt Tucholsky | Juli 1932 |
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| Die SPD ist verkommen. Rudolf Dreßler | April 2007 |
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Die Vertreter der Agenda 2010 sollen sich bei den Kindern, den älteren Frauen und Männern entschuldigen, die sie in die Armut getrieben und deren Notlage sie verschärft haben. Sigrid Skarpelis-Sperk | Okt. 2007 |
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Die SPD hat in den letzten zehn Jahren 400.000 Mitglieder verloren, sie hat sechs Ministerpräsidenten verloren und hat nach den Umfragen 10 Millionen Wählerinnen und Wähler eingebüßt. Das heißt, diese neoliberalen Positionen, die finden wir bereits und zwar viel konsequenter in zwei bestehenden Parteien, in der CDU/CSU und in der FDP und wenn das so weitergeht, ist meine Prognose, werden die Sozialdemokraten nicht aus dem Keller kommen, sondern sie werden dort verharren. Ich habe das mal satirisch genannt, das Projekt Möllemann, vom anderen Ende her 18 Prozent. [Besonders] abstoßend empfinde [ich], dass die Tatsache, dass jede Bemühung innerhalb der SPD die vorhandene Gerechtigkeitslücke in Deutschland zu verbessern, von diesen Sozialdemokraten mit dem Begriff Linksruck diffamiert wird, also links wird als Diffamierungsbegriff gebraucht und ist auch so gemeint und damit tritt man gegen jeden Versuch, mehr Gerechtigkeit in die Politik einzuführen, entgegen. Und dieses Dilemma merken mittlerweile die Leute. Anders lässt sich ja dieser Verlust, den die SPD erlitten hat, der ja erdrutschartig ist, nicht erklären. Rudolf Dreßler | Mai 2008 |
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Die SPD ist Konkursmasse. Schröder, Clement und Schily haben diese Partei in den Bankrott geführt. Und sie erwecken den Eindruck, dass Politiker allgemein käuflich sind - was ja nicht stimmt. Die drei sind die Totengräber der Sozialdemokratie. Sie haben hohe Werte, die die SPD ausmachten, verraten. Günther Wallraff | Juli 2008 |
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Diese alte demokratische Partei ist von der eigenen Führung fast zerstört worden. Sie ist das Opfer von Gerhard Schröder. Er hat mit der Agenda-Politik [die Millionen Menschen enteignet und arm gemacht hat] die Seele der SPD verkauft. Heiner Geißler | Juli 2008 |
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Sehr geehrter Herr Bundeskanzler (...)
die Nerven eines Stierkämpfers, die Konzentration eines buddhistischen Mönchs und die Empfindsamkeit einer Lotusblume. Dies alles sind nach einer Redensart Eigenschaften, die ein Unternehmer besitzen muss, aber ich glaube, dass unser heutiger Ehrengast - ein Politiker - sicherlich unterschreiben würde, dass diese Qualitäten auch Politiker haben sollten. Ich freue mich, dass Sie anlässlich der Verleihung des Europäischen Elite-Mittelstandspreises heute hier zu diesem festlichen Abend zusammen gekommen sind und begrüße Sie ganz herzlich bei Bertelsmann Unter den Linden 1!
Mein Name ist Katrin Gaertner und ich leite die Bertelsmann Hauptstadtrepräsentanz. (...) Offenbar ist der November immer ein Monat hochkarätiger Events. Gerne erinnere ich mich an eine Veranstaltung nach einer ganz besonderen Buchpräsentation: Unser Ehrengast war - damals wie heute - der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. (...) Vor einem Jahr haben Sie aus Ihrem politischen Leben erzählt und wir alle sind sehr gespannt auf Ihre Rede heute Abend anlässlich der Preisverleihung des Europäischen Elite-Mittelstandspreises. Als Vertreterin der Bertelsmann AG würde ich mich freuen, wenn Sie, lieber Herr Schröder, einst zu demselben Schluss kämen wie der Kabarettist Dieter Hildebrandt. Auf die nicht sehr originelle Frage, wie man sich denn nach einer Preisverleihung fühle, hatte er die einzig wahre Antwort parat: Ausgezeichnet! |
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Verehrter Herr Bundeskanzler Schröder, Frau Schröder-Köpf [ ...], Exzellenzen, meine Damen und Herren,
[Ich] komme (...) zu der Ehre, heute Abend nach der Eröffnung der erste Redner zu sein. Lieber Herr Schröder, zunächst möchte ich Ihnen ganz herzlich zu dieser Auszeichnung Europäischer Elite-Mittelstandspreis 2007 gratulieren. (...) Von Ihrem Lebensweg bin ich sehr beeindruckt. (...) Ihre "Basta-Politik", glaube ich, hat dieser Republik enorm gut getan. (...) Also kurz und gut. Ich von meiner Seite kann nur Gutes über Sie sagen (...) und vielleicht weiß Herr Rogowski dann etwas anderes. Aber ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von ganzen Herzen weiterhin alles Gute, und ich würde mich freuen, wenn Sie auch in Zukunft Ihr Wort erheben würden. Basta.
Vielen Dank. Reinhold Würth |
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Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, lieber Gerhard Schröder,
(...) Die Gefahr der Sozialen Marktwirtschaft liegt gemäß den Worten des Nobelpreisträgers 2006 [ ...], Edmund Phelps, darin, dass "die Leute darin nicht genügend gezwungen sind, sich selbst anzustrengen, weil sie sich immer auf die Hilfe der Gesellschaft verlassen können."
Ihr mutiger Entwurf der Agenda 2010, mit wichtigen ersten Sozial- und Arbeitsmarktreformen, setzt genau da an - ohne zu übertreiben! Es sei mir erlaubt, die SPD möge den Weg in das 21. Jahrhundert, den Sie, Herr Schröder, aufgezeigt und eröffnet haben, nicht wieder verlassen, bevor er nachhaltig begangen wurde und wirken konnte. Das wäre fatal. (...)
Sehr geehrter, lieber Herr Bundeskanzler, Sie haben sich um Deutschland große Verdienste erworben. Dass die große Union Mittelständischer Unternehmen Sie mit dem Elite-Mittelstandspreis ehrt, freut mich, freut die Anwesenden und viele draußen im Land. Michael Rogowski |
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Sehr verehrte Herren Botschafter, die Sie so zahlreich erschienen sind, meine Damen und Herren Abgeordneten, sehr verehrte Gäste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die ich auch sehr herzlich willkommen heiße (...) sehr geehrte Frau Gaertner als Gastgeberin im Namen des Hauses Bertelsmann, werte Festversammlung aus Wirtschaft, Politik und vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft, und last but not least, sehr verehrter Herr Bundeskanzler, lieber Gerd und sehr verehrte Frau Schröder-Köpf,
es ist mir eine Ehre und eine große persönliche Freude, heute Abend die Laudatio auf eine Persönlichkeit halten zu dürfen, die wie keine andere die jüngere Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nach innen und außen geprägt hat; die Laudatio auf eine Persönlichkeit auch, der ich mich seit fast 2 Jahrzehnten freundschaftlich verbunden fühle; die Laudatio auf unseren letzten Bundeskanzler Gerhard Schröder! (...) Der Grund ist für mich ganz klar, dass bestimmte Maßnahmen aus der "Agenda 2010" zu wirken beginnen.
Sehr verehrter Herr Bundeskanzler, lieber Gerd, Deine politische Leistung auf die Agenda 2010 zu reduzieren, würde weder Dir noch Deinen Leistungen für Deutschland gerecht werden. Für mich wirst Du als der Reformkanzler der BRD in die Geschichte unseres Landes eingehen - und zwar jeden Tag mehr - nicht nur aufgrund der reformerischen Zurückhaltung Deiner Nachfolger. (...) Du wolltest unsere Verhältnisse aktiv mit gestalten. Und das hast Du getan gemäß dem Grundsatz: "Wer mit 19 kein Linker ist, hat kein Herz, wer es mit 40 noch immer ist, hat keinen Verstand."
Dich persönlich zeichnen aus: Deine außergewöhnliche Intelligenz, eine meist weit schnellere Auffassungsgabe als dein jeweiliges Gegenüber, eine ungemein rasche Lernfähigkeit und ein gnadenlos zuverlässiges Gedächtnis. Das hat dich stets schneller und besser sein lassen als Deine Wettbewerber. Aber Du bist wie jeder gute Unternehmer nicht nur ein Kopf- sondern mindestens ebenso ein Bauchmensch. Das hat Dich viele richtige Entscheidungen treffen lassen. Und das hat es Dir leichtgemacht, die Menschen bei Deiner Politik mitzunehmen. (...) Du hast Dich stets für Menschen, Unternehmen und Institutionen engagiert, wenn sie ein sinnvolles Anliegen an Dich herangetragen haben. So wurdest Du zum von allen weltweit geschätzten "Manager der Deutschland AG" - wofür wir Dir alle Dank schulden.
Die "Agenda 2010" - sicher die mutigste Reform von Gerhard Schröder. Hinter der Chiffre "Agenda 2010" verbergen sich Schritte zur Sanierung der Sozialsysteme, zur Senkung von Lohnzusatzkosten auf unter 40%, zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Unter dem Stichwort "Fördern und Fordern" hat der Umbau des alimentierenden zum aktivierenden Sozialstaat begonnen. Die Agentur für Arbeit wird zum modernen Dienstleistungsunternehmen mit inzwischen jährlich erwirtschafteten, zweistelligen Milliardenüberschüssen. Das war die Voraussetzung zur späteren Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung durch die Große Koalition. Und die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe sowie die Kürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes von 32 auf 12 bzw. 18 Monate für Ältere zeigt besonders den Mut und die Konsequenz Gerhard Schröders bei dieser bedeutenden Reform.
Diese (...) Reformen von Gerhard Schröder sind die einschneidendsten Reformen, die je ein deutscher Bundeskanzler in nur sieben Jahren Regierungszeit durchgeführt hat.
Sehr verehrter Herr Bundeskanzler, lieber Gerd, ich gratuliere Dir von ganzem Herzen zu dieser Auszeichnung. Und ich danke Dir im Namen aller mittelständischen Unternehmen in Deutschland für Deine großartigen Verdienste um unseren Standort.
Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ehrung.
Du hast sie wahrlich verdient. Roland Berger [INSM | [Konvent für Deutschland] |
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(...) lieber Herr Professor Berger und Herr Professor Würth, lieber Michael Rogowski,
Ich freue mich sehr, dass ich mit diesem Preis ausgezeichnet worden bin. Weil diejenigen, um die es geht, und die hinter der UMU und diesem Preis stehen, mir immer wichtig gewesen sind.
[D]ie Agenda hat im Grunde Schluss gemacht mit einer ganz bestimmten Mentalität in Deutschland, der nämlich, dass Veränderung etwas Schlechtes sein muss. Gerhard Schröder |
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- download des vollständigen textes - |
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