Es gibt nur zwei Dinge die unendlich sind: das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum nicht ganz sicher bin.
Albert Einstein
Der konsequente Erneuerungskurs der Regierung Schröder war ein guter Anfang. Er hat uns Sozialdemokraten wieder auf Augenhöhe mit der Wirklichkeit gebracht. F.-W. Steinmeier, M. Platzeck und P. Steinbrück im Vorwort ihres Machwerks Auf der Höhe der Zeit: Soziale Demokratie und Fortschritt im 21. Jahrhundert
Bei einem Blick auf die CDU-Regierungsmannschaft von heute fällt doch jetzt jedem auf, dass es eben nicht egal ist, wer in einer Regierung sitzt. Denen fehlen Köpfe, die mit Mut und Kraft an die Lösung der wirtschaftlichen Probleme herangehen. Viele Menschen entdecken jetzt, wie gut diesem Land Sozialdemokraten in der Regierung getan haben. Frank-Walter Steinmeier | Juli 2010
Wir fordern die SPD auf, in der Tradition von Gerhard Schröder und Wolfgang Clement zu einer Politik des Forderns und Förderns zurückzukehren. Christian Lindner - FDP-Generalsekretär | März 2010
Kalt duschen ist doch eh viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben. Thilo Sarrazin
Journalismus und Politik oder Politik und Journalismus sind in der demokratischen Geschichte unseres Landes weiter auseinander* denn je. Deshalb befasst sich der Frankfurter Zukunftsrat in einem Arbeitskreis mit dem Thema "Medien, Journalismus und Politik". Denn Medien und Journalismus sollten zukunftsfähig gestaltet werden. Diese Arbeitsgruppe wollen wir gemeinsam mit Journalisten gestalten. Wolfgang Clement
* Wozu noch Journalismus.
Ich wehre mich dagegen, dass Kinder zum Einkommensfaktor werden - und das mit der Kinderzahl, mit der Kopfzahl das Familienbudget erhöht wird. Wir werden das Sozialsystem nicht eindämmen können, wenn wir nicht verhindern, dass es sich ständig von unten auffüllt. Und das heißt, wir müssen verhindern, dass die Kinder heranwachsen ohne Chancen, dass heißt, mehr Chancengerechtigkeit schaffen. Heinz Buschkowsky | Febr. 2010
[W]ir [sind] bereit, dafür zu sorgen, dass die existierenden 69 Optionskommunen weiter arbeiten können [und] über eine moderate Anhebung der Zahl der Optionskommunen zu verhandeln. Dabei denke ich zum Beispiel an Ostdeutschland, wo durch Kreisgebietsreformen die Grenzen der Arbeitsgemeinschaften und der Optionskommunen einfach nicht mehr stimmen. Hubertus Heil | Febr. 2010
Mit hervorragenden Experten interdisziplinär an wichtigen Themen arbeiten - das ist ebenso wichtig wie spannend. Rudolf Scharping
Wir wissen, dass eine Partei, die nicht zu ihrer Geschichte steht, auch keine Zukunft gewinnen kann. Dabei vergessen wir nicht, dass wir dieses Land aus dem schwarz-gelben Muff der 90er-Jahre geholt haben, dass wir dieses Land geöffnet haben und dass wir dieses Land nach vorne gebracht haben. Frank-Walter Steinmeier | Nov. 2009
Die Sache mit der Intelligenz wollen wir doch mal genau untersuchen (holt das Originalinterview hervor): Sarrazin wünscht sich Einwanderung nicht durch Türken und Araber, er sagt, es würde ihm gefallen, »wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung«. Was auch immer, ich halte die sachliche Aussage für richtig. Helmut Schmitdt | Nov. 2009
Wir sind kampffähig. Wir sind kampfbereit. Wir kommen wieder. Franz Müntefering | Nov. 2009
Ich sage nicht, die Leute waren zu blöd, uns zu verstehen. Nein. Wir waren zu blöd, unsere Themen richtig rüberzubringen. Es reicht eben nicht mehr aus, nur die richtige Politik zu machen. Florian Pronold | Nov. 2009
Okt. 2009:
- In der deutschen Unterschicht wird es versoffen und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn überhaupt. Heinz Buschkowsky
- Je niedriger die Schicht, um so höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. (...) Ständig werden Bräute nachgeliefert: Das türkische Mädchen hier wird mit einem Anatolen verheiratet, der türkische Junge hier bekommt eine Braut aus einem anatolischen Dorf. Bei den Arabern ist es noch schlimmer. (...) Ich muß niemanden anerkennen, der (...) ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für siebzig Prozent der türkischen und für neunzig Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin. (...) Eine große Zahl an Arabern und Türken, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel. Thilo Sarrazin
(Meyers Lexikon - 1937: Während die gesunde dt. Familie, bes. der gebildeten Schichten, nur etwa zwei Kinder im Durchschnitt hat, weisen Schwachsinnige und andere erblich Lebensuntüchtige durchschnittliche Geburtenziffern von drei bis vier Kindern je Ehe auf.)
Ja - und das waren gute elf Jahre (Regierung) für Deutschland. Und ich empfehle meiner Partei, das nicht zu vergessen und nicht beiseitezuschieben. Wir haben in diesen elf Jahren viel erreicht. Wir haben nach den verschlafenen neunziger Jahren in der Kohl-Zeit damit begonnen, Deutschland zu modernisieren. (...) Es bleibt die Agenda 2010 als eine mutige Entscheidung für Arbeit (das sind) ganz große Punkte, die in den Geschichtsbüchern stehen werden. (...) Wir haben uns ja nicht freiwillig geopfert, um Gottes willen. Aber man darf trotzdem sagen: Dieses Stück ist in der Geschichte der SPD ein stolzes Stück und ein gutes Stück. Und das ist mir ganz wichtig, dass wir uns nicht genieren müssen für das, was wir getan haben. Das wird uns auch wieder die Kraft geben für den Weg nach vorn. (...) Wir sind kleiner geworden, aber wir sind nicht hilflos. Wir wissen, was richtig ist. (...) Im Regierungshandeln kann man nicht durch eine Art Parteibefragung klären, was man jetzt machen darf oder nicht, ja oder nein. (...) Ja im Vorlauf zu den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 wurde die Sache schwieriger. Als Fraktionsvorsitzender musste ich dem Kanzler sagen: Da kommen immer mehr, die sagen, wir machen das nicht mehr mit, und ich kann dir nicht versprechen, dass wir noch Mehrheiten haben. Wir hatten einige Landtagswahlen verloren. Dann kam NRW. Das Ergebnis war so schlimm, dass wir uns gesagt haben: Wir glauben nicht, dass noch eine Mehrheit da ist, die dieses Land regieren kann. (...) Ich bleibe Abgeordneter - und der Partei erhalten. Immer. Franz Müntefering
Die SPD hat jetzt viel Zeit, um sich zu erneuern. Nach links kann ihr Weg dabei aber nicht führen. Michael Naumann
--- Wenn es mit der Agenda 2010-Politik der SPD so weitergeht wie bisher, könnten die Sozialdemokraten nicht mehr im 20-Prozent-Bereich, sondern im 10-Prozent-Bereich landen. Warum ist gegen Gerhard Schröder eigentlich nie ein Parteiausschlussverfahren wegen parteischädigenden Verhaltens angestrengt worden? - Solches müsste ja nicht nur gegen Schröder, sondern auch gegen Franz Müntefering, Peer Steinbrück, Frank-Walter Steinmeier und Olaf Scholz etc. eröffnet werden. Sie sind alle verantwortlich für die Agenda 2010 und dafür, dass die Systeme der sozialen Sicherheit der Menschen beschädigt und teilweise zerstört wurden. Auch bei Peer Steinbrück, der uns sehenden Auges in die Finanzkrise hat schlittern lassen, gab es so viele Fehler, dass ich mir das mit Unvermögen allein nicht mehr erklären kann. Albrecht Müller
27. Sept. 2009: Zur Bundestagswahl erreicht die SPD das schlechteste Wahlergebnis seit 120 Jahren.
Halten Sie die verrottete und verschuldete SPD (lange Pause) NPD aus dem Landtag heraus. Frank-Walter Steinmeier auf einer SPD-Wahlkampfveranstaltung in Dresden | Aug. 2009
Lieber Gerd (Schröder), weil ich Dich hier sitzen sehe, ich werde seit September immer wieder gefragt, ob die SPD nicht jetzt eine andere Politik macht als mit Schröder. Natürlich wollen die hören, dass wir abschwören, der Reform von Arbeitsmarkt und Wirtschaft, die wir durchgekämpft haben; ja, auch mit viel schmerzhaftem Streit in den eigenen Reihen. - Aber wo stünde denn dieses Land heute, wenn nicht wir Millionen Menschen in Arbeit gebracht hätten? Wir sind diejenigen, die dieses Land wieder handlungsfähig gemacht haben! Mit Reserven in den Sozialkassen und bei der Agentur für Arbeit, die wir jetzt nutzen. Andere haben sich darauf ausgeruht! Das ist unser Werk, unsere Arbeit, wir bestehen darauf! Frank-Walter Steinmeier (als Kanzlerkandidat zum außerordentl. SPD-Bundesparteitag) | Juni 2009
zum SPD-Debakel bei der Europawahl im Juni 2009:
- Niedrige Wahlbeteiligungen schaden immer Parteien mit bildungsschwacher Klientel, weil die am ehesten zu Hause bleibt. Karl Lauterbach
- Es hat immer wieder Irrende in der Arbeiterschaft gegeben. Ludwig Stiegler
Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden. Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt. Dieter Wiefelspütz nach dem Einstieg von Internetsperren (mittels propagierten Kampf gegen Kinderpornographie) | Juni 2009
Das ist wie bei Sexualdelikten: Ist die Frau erst mal ausgezogen und vergewaltigt, dann fällt es anderen leichter, auch mitzumachen. Ehrhart Körting zur Berliner Mai-Demonstration | Mai 2009
Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden. (...) Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster. Thilo Sarrazin | Mai 2009
 
[Franz Müntefering] hat einfach eine natürliche Autorität, die von allen anerkannt wird. Björn Böhning | Febr. 2009
[Franz Müntefering, SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und Parteivize Peer Steinbrück] kommunizieren wirklich exzellent miteinander. Es gibt kein Flügelschlagen mehr, sondern ein großes Vertrauen in Müntefering und Steinmeier. Klaas Hübner | Febr. 2009
Die linke Idee setzt auf Schritte, auf Reformen. (...) Wir sagen: Am besten in die SPD. Partei bewegt und ist Bewegung. Die SPD ist Zentrum und Motor der sozialdemokratischen Idee, ist linke Volkspartei. (...) Der Kerngedanke der sozialdemokratischen Bewegung war und bleibt die Emanzipation des Einzelnen. Die Befreiung der Köpfe zuerst; die Befähigung des Einzelnen zur Freiheit. Dabei gab es lange Zeit eine Diskrepanz zwischen dem programmatischen und dem praktischen Teil sozialdemokratischen Wirkens. Die einen erstrebten das Paradies auf Erden irgendwann, die anderen stritten für Kaffeepausen jetzt. (...) Die Sozialdemokratie ist die Verantwortungs-Linke und die Gestaltungs-Linke unseres Landes, mit Leidenschaft in der Sache und Verantwortung fürs Ganze und mit Augenmaß für das Machbare. Das ist links! Franz Müntefering | Febr. 2009
Man kann zu Hartz IV stehen, wie man will. Aber die vielen Klagen werden das Grundgerüst der Hartz-Gesetzgebung nicht umstürzen. Karl Lauterbach | Jan. 2009
--- Herr Bundesfinanzminister, weil Sie gerade lächeln das ist immer so schön , nun zu Ihnen. Kürzlich hatten Sie die Ehre, vom Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008 in der New York Times erwähnt zu werden. Er hat einen wunderbaren Artikel über die ökonomischen Konsequenzen der Politik des Herrn Steinbrück geschrieben und Ihre Fehler erläutert; anscheinend lesen Sie solche Artikel aber nicht, oder sie gehen einfach an Ihnen vorbei.
Zum Schluss seiner Ausführungen hat der Autor geschrieben, dass Sie holzköpfig und dumm seien. "Boneheadedness" hat er Ihnen vorgeworfen. Wenn ein Nobelpreisträger der Nationalökonomie einen solchen Vorwurf äußert, dann sollte man zumindest einmal kritisch in sich blicken und sich fragen, ob man nicht gravierende Fehler gemacht hat.
"Boneheadedness" dieses Wort wird Ihnen in den nächsten Jahren an der Backe kleben. Das ist ein wunderbarer Begriff, um Ihre Arbeit zu beschreiben.
Ich wiederhole: Mit den Begriffen "Dummheit" und "Holzköpfigkeit" wurden Ihre Bemühungen, auf die konjunkturellen Herausforderungen der Welt zu reagieren, charakterisiert. Oskar Lafontaine | Jan. 2009
--- Wir hatten einen Wirtschaftsminister Clement, der schamlos der Leiharbeiterbranche alle Gesetze nach ihren Wünschen zugeschnitten hat. Jetzt wurde er von diesem Verband in den Dienst genommen, und er kassiert ein unverschämtes Salär. Ich bin Wechselwähler, den Grünen nahestehend; aber zwischendurch war ich auch der SPD zugetan. Für mich hat diese Partei mit Schröder ihre sozialen Wurzeln gekappt und ihre Seele verkauft. Günther Wallraff | Dez. 2008
--- [Der Neoliberalismus] ist im Ergebnis zwar gescheitert, aber seine Vorurteile und Denkfiguren werden noch jahrelang eine vernünftige Politik blockieren. (...) Und in Deutschland kommt hinzu, daß wir den SPD-Politiker Peer Steinbrück als Finanzminister haben, dem der Nobelpreisträger Paul Krugmann mit Recht Dummheit vorgeworfen hat. Ihm muß schnell Einhalt geboten werden, bevor die Krise Deutschland stärker als andere Industriestaaten erfaßt. Oskar Lafontaine | Dez. 2008
--- Was mich am meisten beunruhigt, ist die himmelschreiende soziale Ungerechtigkeit, die darin besteht, dass die sozialisierten Kosten des Systemversagens [nach dem Bankrott des neoliberalen Finanzsystems] die verletzbarsten sozialen Gruppen am härtesten treffen. Nun wird die Masse derer, die ohnehin nicht zu den Globalisierungsgewinnern gehören, für die realwirtschaftlichen Folgen einer vorhersehbaren Funktionsstörung des Finanzsystems noch einmal zur Kasse gebeten. Und dies nicht wie die Aktienbesitzer in Geldwerten, sondern in der harten Währung ihrer alltäglichen Existenz…
Jetzt mit dem Finger auf Sündenböcke zu zeigen, halte ich allerdings für Heuchelei. Auch die Spekulanten haben sich im Rahmen der Gesetze konsequent nach der gesellschaftlich anerkannten Logik der Gewinnmaximierung verhalten. Die Politik macht sich lächerlich, wenn sie moralisiert, statt sich auf das Zwangsrecht des demokratischen Gesetzgebers zu stützen. Sie und nicht der Kapitalismus ist für die Gemeinwohlorientierung zuständig…
Ich hoffe, dass die neoliberale Agenda nicht mehr für bare Münze genommen, sondern zur Disposition gestellt wird. Das ganze Programm einer hemmungslosen Unterwerfung der Lebenswelt unter Imperative des Marktes muss auf den Prüfstand...
Blamiert hat sich die Agenda, die Anlegerinteressen eine rücksichtslose Dominanz einräumt, die ungerührt wachsende soziale Ungleichheit, das Entstehen eines Prekariats, Kinderarmut, Niedriglöhne und so weiter in Kauf nimmt, die mit ihrem Privatisierungswahn Kernfunktionen des Staates aushöhlt, die die deliberativen Reste der politischen Öffentlichkeit an renditesteigernde Finanzinvestoren verscherbelt, Kultur und Bildung von den Interessen und Launen konjunkturempfindlicher Sponsoren abhängig macht. Jürgen Habermas | Nov. 2008
Das ist Unsinn! Es ist Unsinn, uns den Vorwurf einer Militärisierung der Außenpolitik zu machen! Frank-Walter Steinmeier nach einem Vortrag auf die Frage einer Berliner Schülern | Nov. 2008
SPD-Chef warnt vor sich selbst - Franz Müntefering soll die Sozialdemokraten retten.
Wie er sich das vorstellt, hat er in einem Interviewbuch zusammengefasst. Die Partei kann sich schon mal warm anziehen. (...) Zum Erfolg der Linkspartei, zum wachsenden Desinteresse an Politik fällt ihm nichts sein (...) Welchen Müntefering bekommt die SPD? Wahlkampf diszipliniert und schweißt zusammen. [Es] gibt [in Münteferings Buch] auch die autoritäre, schroffe, apodiktische Seite, die nicht zu unterschätzen ist. Die SPD muss, so Volkspädagoge Müntefering, ihre Mitglieder fördern und fordern. So wie es der Staat mit den Arbeitslosen tut. Sozialdemokraten sollten dieses Buch (Macht Politik!) lesen. Als Warnung. Tageszeitung | Nov. 2008
Arbeit ist nicht würdelos, nur weil sie schlecht bezahlt ist. Karl Lauterbach | Okt. 2008
Die Sozialdemokratie ist stolz auf diese Zeit mit Dir. Die Lust, 2009 wieder im Kanzleramt zu sein, diesmal mit Frank-Walter Steinmeier als Bundeskanzler, ist riesengroß bei uns. Und wenn es nächstes Jahr drauf ankommt, bin ich sicher, Du packst kräftig mit an. Franz Müntefering zu Gerhard Schröder (27. Okt.)
Die SPD hat nicht Wähler nach links verloren, wie immer behauptet wird, sondern Wähler in der Mitte. Der Typus von Wähler, der Helmut Schmidt gewählt hat und 1998 zu Schröder zurückgekehrt ist, der fehlt der SPD mittlerweile. Forsa-Chef Manfred Güllner - SPD-Mitglied, Agenda 2010-Verfechter und Schröder-Vertrauter | Sept. 2008 | Okt. 2008
Die Arbeitslosenversicherung ist keine Bank* und sie [die Agenda 2010] ist ein linkes Projekt. Und sie wird es auch bleiben. Olaf Scholz | Okt. 2008
* für das "sozialdemokratische" (also INSM/CDUandienernde) Verständnis, den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung allen Ernstes auf hinuntergedrückten 2,8 Prozent festzusurren
--- Für eine weitere Juniorpartnerschaft mit der CDU kann es reichen. Nur Kanzler kann Frank-Walter Steinmeier nicht werden. Das würde allein bei Rot-Rot-Grün gehen. Und eben das will er nicht. Die Kanzlerkandidatur von Steinmeier ist eigentlich so wie die von Westerwelle 2002: ein reiner Bluff. Franz Walter | Sept. 2008
Nur eine weit reichende Deregulierung des Arbeitsmarktes kann Abhilfe schaffen. Weitere und unvermeidlich schmerzhafte Veränderungen bleiben notwendig. Geschäftsleitungen und Betriebsräte müssen das Recht zur Vereinbarung von Arbeitszeiten und Löhnen erhalten. Die gesetzliche Allgemeinverbindlichkeit von Tarifen, die zwischen privaten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkartellen geschlossen werden, muss beseitigt werden. Die Kündigungsschutzgesetzgebung ist weiter einzuschränken. (...) Das Arbeitslosengeld II darf über mehrere Jahre nicht weiter angehoben werden, bis ein gehöriger Abstand zu den geringsten Löhnen erreicht wird, so dass ein Anreiz zur Aufnahme eines Arbeitsplatzes besteht. Helmut Schmidt | Sept. 2008
Hartz IV ist ein Synonym für soziale Kälte und Ungerechtigkeit geworden, und wir haben uns dieses Etikett anpappen lassen. Warum eigentlich? Peer Steinbrück | Sept. 2008
Ich bin froh, dass Karl Lauterbach zu der Erkenntnis (Jeder Job ist besser als Arbeitslosigkeit) gekommen ist. Die Agenda ist die Grundlage für die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Peter Struck | Sept. 2008
Clement ist ein Symbol für eine Wählerschicht (...) die die SPD braucht aber verloren hat seit 2005. Forsa-Chef Manfred Güllner - SPD-Mitglied, Agenda 2010-Verfechter und Schröder-Vertrauter | Sept. 2008
Ich bin und bleibe Sozialdemokrat und will auch künftig im Rahmen meiner heutigen Möglichkeiten zum Erfolg der Sozialdemokratie beitragen. Wolfgang Clement | Aug. 2008
--- Der Ausschluss[antrag gegen Clement] ist richtig und konsequent. [Sein] Aufruf, in Hessen die SPD nicht zu wählen, war parteischädigendes Verhalten. Egal ob links oder rechts [in der SPD] - Clement gehört raus (...) Wir sind eine pluralistische Partei. Ich plädiere doch nicht dafür, alle Parteirechten aus der Partei auszuschließen. Das müssen wir aushalten. Nur: Die Politik von Schröder ist mit seiner Abwahl quittiert worden. Diese Politik stand nicht für soziale Gerechtigkeit. Wir müssen den Mut haben, dies zu korrigieren und wieder klassisch linke sozialdemokratische Politik machen (...)
Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin und Ex-Innenminister Otto Schily sind für mich Ekelpakete am rechten SPD-Rand. Was Sarrazin vom Stapel lässt, das ist einfach nur menschenverachtende Ideologie. So einer muss aus der SPD fliegen. Und Schily, der große Clement-Verteidiger, fühlte sich mal so wichtig, dass er meinte, sich nicht an die Parteisatzung halten zu müssen - er hat eine Zeitlang keine Mandatsträgerabgaben entrichtet. Inzwischen tut er das zwar wieder, aber trotzdem wäre die SPD ohne Schily besser dran. Weil er sich in der Vergangenheit immer wieder gegen die Partei profiliert hat. Schily und Sarrazin treten Grundwerte und Parteisatzung der SPD mit Füßen. Diese beiden können wir Clement getrost noch hinterherschmeißen. Thomas Asböck
[Natürlich] können wir [Franz Münteferings] Engagement, seine Kreativität und seine Erfahrung in der SPD gut gebrauchen. Frank-Walter Steinmeier | Aug. 2008
Die SPD hat zu spät auf die Folgen der Globalisierung und des demografischen Wandels reagiert. Wir hätten die Agenda 2010 schon nach der Bundestagswahl 1998 machen müssen. Peter Struck zur Ursache der SPD-Krise | Aug. 2008
Ich bin mir nicht sicher, ob Frau Ypsilanti tatsächlich einen zweiten Anlauf unternehmen will. Wenn doch, trägt der Landesverband dafür die Verantwortung. Peter Struck | Aug. 2008
Ich habe nicht zur Nichtwahl der (hessischen) SPD aufgerufen. Wolfgang Clement | Aug. 2008
--- Es ist einfach (Wolfgang Clements) unerträgliche Arroganz, sein Auftreten als Graf Rotz. Jochen Ott | Aug. 2008
Mann muss unterscheiden zwischen der (Agenda 2010-Politik und ihrer Umsetzung. Diese kam zu spät, das hätte man 1998/99 machen müssen, und sie kam ohne die nötig Vorbereitung. Thilo Sarrazin | Juli 2008
[W]enn wir heutzutage an militärischen Eingriffen in Afghanistan uns beteiligen, dann geschieht es in Übereinstimmung mit unserem Grundgesetz (...) Man kann über solche Einsätze streiten. Jedoch jeder Soldat und jeder Rekrut darf sich darauf verlassen: Auch künftig werden Bundestag und Bundesregierung unsere Streitkräfte nur im Gehorsam gegen das Grundgesetz und nur im Gehorsam gegen das Völkerrecht einsetzen. Liebe junge Soldaten! Ihr habt das große Glück - ganz anders als ich als Rekrut des Jahres 1937! - Ihr habt das Glück, einer heute friedfertigen Nation und ihrem heute rechtlich geordneten Staat zu dienen.
Ihr müßt wissen: Euer Dienst kann auch Risiken und Gefahren umfassen. Aber Ihr könnt Euch darauf verlassen: Dieser Staat wird Euch nicht missbrauchen. Helmut Schmidt zur ersten Rekrutenvereidigung vor dem Reichstag | Juli 2008
Wir haben sehr viele bildungsferne Familien, wo Eltern das größte Risiko für ihre Kinder sind. (...) Die jungen Leute müssen sich schon bewegen. Geh nach Hause, setz' Dich auf die Coach, ist nicht. Heinz Buschkowsky
Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können. Thilo Sarrazin | Juli 2008
Die Große Koalition bietet gute Chancen, die wirtschaftliche und soziale Stabilität zu gewährleisten. Und über alles betrachtet, macht sie ihre Arbeit gut. Peer Steinbrück | Juli 2008
Heute ist ein historischer Tag in der Geschichte der CDU Deutschlands. Zum ersten mal seit der Gründung unserer Partei im Jahre 1945 sind wir mitgliederstärkste Partei in unserem Land. Zum ersten mal in der Geschichte der beiden großen Volksparteien hat die CDU mehr Mitglieder als die SPD. Ronald Profalla | 28.Juli.2008
--- Die soziale Frage ist verschärft worden durch die Agenda 2010. Von Wirtschaftswissenschaftlern, bis hin in höchste politische Ämter, wird die Agenda als notwendig verkauft - eigentlich wider besseres Wissen (...) Die Agenda 2010 ist ein Verschleierungsbegriff.
Die SPD hat Gerhard Schröder eingetauscht gegen Lafontaine. Dieser hätte zum Beispiel niemals seine Regierungspolitik mit einem Begriff begründet, der nicht einmal Friedrich Merz oder Guido Westerwelle eingefallen wäre: "Der Rundum-sorglos-Staat". Mit dieser Vokabel hat Schröder den Sozialstaat, den die SPD mitaufgebaut hatte, denunziert. Seine Stelle sollte ein aktivierender Sozialstaat einnehmen - herauskam die Agenda 2010, die Millionen Menschen enteignet und arm gemacht hat.Heiner Geißler | Juli 2008
Seit zehn Jahren sind wir in der Regierung, und das hat dem Land gut getan. Frank-Walter Steinmeier | Juli 2008
--- Arbeiter sind wieder arm, weil sie Arbeiter sind. Heiner Geißler | Juli 2008
In jedem Krimi kann man sehen, wie der Kommissar in die Wohnung kommt und im Telefonspeicher nachsieht, mit wem der Verdächtige zuletzt telefoniert hat. Brigitte Zypris zur SPD-Zustimmung der "Vorratsdatenspeicherung" | Juli 2008
Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Thilo Sarrazin | Juni 2008
Wir sollten nicht glauben, dass wir mit dem Thema Altersteilzeit punkten könnten. Peer Steinbrück | Juni 2008
--- Die SPD hat seit 1998, das damalige Wahlergebnis zugrunde gelegt und, mit den aktuellen Umfragewerten verglichen, zehn bis elf Millionen Wähler verloren. Im selben Zeitraum haben Hunderttausende Mitglieder die Partei verlassen, die SPD hat sechs Ministerpräsidenten und Tausende von Kommunalmandaten eingebüßt. Dieses Desaster allein Kurt Beck anzulasten, der erst zwei Jahre im Amt ist, ist doch lächerlich. Dass die Kritik an ihm auch noch aus den eigenen Reihen bestärkt wird, ist typisch für die SPD zurzeit. Man blendet die vergangenen zehn Jahre aus, also den Zeitraum, in dem die eigentlichen Gründe für die Krise liegen.
Mit Schröder, Bodo Hombach und Wolfgang Clement fing es an. Dann hat sich Franz Müntefering auf deren Seite geschlagen und heute zählen Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier dazu. Sie haben als Neoliberale einen Richtungskampf in der Partei gegen die Anhänger des Sozialstaatspostulats begonnen. Man muss es klar sagen: Die wollen eine andere SPD. Das ist zwar nicht verboten, aber der Preis dafür ist so hoch, dass die Partei dem jetzt ein Ende setzen müsste. Rudolf Dreßler | Juni 2008
Wie schlimm die Lage der SPD ist, mag man daran ermessen, dass ihr an dieser Stelle geholfen werden muss. Denn die gute alte Tante SPD hat Besseres verdient, als mit Kurt Beck in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden wie das HB-Männchen, das zuerst in die Luft geht und dann verduftet. Der große Erfolg des Modells Deutschland ist auch ein Erfolg der SPD, ohne deren Unterstützung die Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder so nicht möglich gewesen wäre. Von den seit 2005 neu geschaffenen 1,7 Millionen Arbeitsplätzen führt Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn nicht weniger als 1,1 Millionen auf dieses Reformpaket zurück. (...) Jetzt demontiert sich die SPD gerade wegen dieses Erfolgs selbst. Die Linke in der SPD zerstört Schlag für Schlag das eigene Reformpaket und bereitet so den Siegeszug für Die Linke vor, den erklärten Feind der eigenen Partei. Statt die Erfolge ihrer eigenen Politik zu feiern, zertrampelt die SPD die jetzt heranreifenden Früchte dieser Politik. WirtschaftsWoche | Juni 2008
--- Die neoliberale Macht beginnt zur bröckeln. Wir freuen uns, wenn nun sogar der Bundespräsident fordert, die internationalen Finanzmärkte zu regulieren. Als ich das vor zehn Jahren als Finanzminister verlangt habe, bin ich von der britischen Sun zum gefährlichsten Mann Europas gekürt worden. Das Problem ist nur: Die anderen Parteien reden zwar über die Regulierung der Finanzmärkte und die Begrenzung von Managergehältern, aber sie stimmen im Bundestag gegen unsere entsprechenden Anträge. Oskar Lafontaine | Mai 2008
--- Die SPD hat in den letzten zehn Jahren 400.000 Mitglieder verloren, sie hat sechs Ministerpräsidenten verloren und hat nach den Umfragen 10 Millionen Wählerinnen und Wähler eingebüßt. Das heißt, diese neoliberalen Positionen, die finden wir bereits und zwar viel konsequenter in zwei bestehenden Parteien, in der CDU/CSU und in der FDP und wenn das so weitergeht, ist meine Prognose, werden die Sozialdemokraten nicht aus dem Keller kommen, sondern sie werden dort verharren. Ich habe das mal satirisch genannt, das Projekt Möllemann, vom anderen Ende her 18 Prozent.
(In der SPD) geht es darum, dass identitätsstiftende Werte innerhalb der Gesellschaft - Ausgleich, Solidarität - diskreditiert werden. Und wer solche Gesetze macht, über die sich dann Leute erregen, nicht nur jene, die davon betroffen sind, sondern auch jene, die mittelbar betroffen sind oder die es abstrakt nachempfinden, dann darf sich eine Partei nicht wundern, wenn sie Antworten dergestalt bekommt, wie wir sie jetzt registrieren, dann muss sie ihre Politik überprüfen und dazu ist sie offensichtlich bis zur Stunde nicht bereit. Sie vertritt es nach wie vor, wobei ich besonders abstoßend dabei empfinde, dass die Tatsache, dass jede Bemühung innerhalb der SPD die vorhandene Gerechtigkeitslücke in Deutschland zu verbessern, von diesen Sozialdemokraten mit dem Begriff Linksruck diffamiert wird, also links wird als Diffamierungsbegriff gebraucht und ist auch so gemeint und damit tritt man gegen jeden Versuch, mehr Gerechtigkeit in die Politik einzuführen, entgegen. Und dieses Dilemma merken mittlerweile die Leute. Anders lässt sich ja dieser Verlust, den die SPD erlitten hat, der ja erdrutschartig ist, nicht erklären. Rudolf Dreßler | Mai 2008
--- Eigentlich will man nicht dauernd angefeindet werden. Aber andererseits ist es wichtig, gegen den Strom zu schwimmen. Oskar Lafontaine | Mai 2008
- Fünf Jahre Agenda 2010 -
Andere beneiden uns
Mit der Agenda 2010 haben wir Sozialdemokraten mutig die Konsequenzen daraus gezogen, dass die Globalisierung unser Land immer stärker beeinflusst und dass wir davor nicht die Augen verschließen können. Inzwischen werden wir von anderen Ländern in Europa, die nicht den Mut zu solch umfassenden Reformen hatten, beneidet. Deshalb können wir stolz darauf sein, vor fünf Jahren den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Peter Struck
Bleib, wie du bist!
Liebe Agenda 2010 zu Deinem 5. Geburtstag wünsche ich Dir, (...) dass die, die Dich unter - zum Teil - großen persönlichen Opfern zur Welt brachten, weiter für Dich einstehen und (...)
- dass Du so bleibst wie Du bist und Deine Gegner mit ihren offenen und versteckten Attacken auf die Reformfreude künftig kläglich scheitern. Die Verlängerung des Arbeitslosengeldes I bleibt hoffentlich die einzige Wunde, die Du erleiden musst.
- dass Du viele lebendige Reformkinder erleben darfst, die von dem Geist beseelt sind, nicht nur einfach Populäres zu tun, sondern Unpopuläres populär zu machen und so das Richtige zu tun. (...)
Happy Birthday! Ludwig Georg Braun
Der Anblick ist schrecklich: Die älteste demokratische Partei unseres Landes scheint in Auflösung begriffen. Es gibt historisch keine Parallele mit der heutigen, nachgerade chaotischen Lage der SPD. (...) Das Dilemma ist offenkundig geworden, seit sich die SPD in der Verantwortung von Kurt Beck von der Reformagenda des bis dato letzten sozialdemokratischen Kanzlers Gerhard Schröder absetzte und sich fast zeitgleich anschickte, der von Oskar Lafontaine zur "Linken" aufgemotzten ehemaligen PDS Tür und Tor zu öffnen. Da ging sie dahin, die "neue Zeit", mit der die SPD einst auszog, die Zukunft zu erobern. Wolfgang Clement | März 2008
Die SPD kann nur dann mehrheitsfähig sein, wenn sie in der Mitte der Gesellschaft verankert ist und diese nicht verlässt. Dieses Fundament darf die Partei nicht verlassen, wenn sie erfolgreich bleiben will. Denn die SPD ist die Partei des aufgeklärten Bürgertums. Das zeigten (...) die SPD-Wahlerfolge auf Bundesebene (...) nach 1998. Gerhard Schröder | März 2008
Die Leute haben bei der letzten Bundestagswahl nicht Schröder abgewählt, sondern die Partei, die nicht hinter ihm stand. Forsa-Chef Manfred Güllner - SPD-Mitglied, Agenda 2010-Verfechter Schröder-Vertrauter | März 2008
Man kann sich vom (Hartz-)Transfereinkommen vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren. Thilo Sarrazin | Febr. 2008
Deutschland sollte die Quick Reaction Force übernehmen und sie stark genug machen, dass sie im Notfall in ganz Afghanistan eingesetzt werden kann - auch im Süden. Es kann durchaus Situationen geben, in denen es unvermeidbar ist, zu kämpfen. Hans-Ulrich Klose | Febr. 2008
Die Frage ist, ob man den Eltern etwas mehr Geld für DVDs oder Zigaretten gibt oder man bedeutend mehr für die Kinder mit besseren Betreuungs- und Bildungsangeboten erreicht. Peer Steinbrück | Febr. 2008
Dieser merkwürdige Mensch da, der (Roland Koch) sollte wirklich vor der eigenen Tür kehren. Gerhard Schröder | Jan. 2008
-
Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer. Wer sich als Ausländer nicht an unsere Regeln hält, ist hier fehl am Platze. Roland Koch | Dez. 2007
Wir dürfen nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen Straftätern. Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: raus, und zwar schnell! Gerhard Schröder | Juli 1997
-
Uns ist jahrelang erzählt worden, der Staat müsse bei jugendlichen Straftätern weich reagieren. Das halte ich für falsch. Der Staat muss gerade Jugendlichen rechtzeitig und unmissverständlich die Grenzen aufzeigen. Roland Koch | Jan. 2008
Verbrechensbekämpfung kann man nicht Sozialarbeitern überlassen. Wir haben lange über die Ursachen von Kriminalität diskutiert und zuwenig über deren Bekämpfung. | Gerhard Schröder | Juli 1997
-
Verurteilte Täter zwischen 18 und 21 Jahren dürfen nicht vor allem mit Verstandspädagogik behandelt werden und regelmäßig offenen Vollzug bekommen. Roland Koch | Jan. 2008
Die Regelung im Strafrecht, junge Erwachsene nach dem milderen Jugendstrafrecht abzuurteilen, muss Ausnahme bleiben. | Gerhard Schröder | Juli 1997
Schnell und hart muss die Reaktion insbesondere auf die ersten Gewalttaten erfolgen, und zwar bei über 18-Jährigen nach dem Erwachsenenstrafrecht als Regel. Bei Hardcore-Serientätern läuft der Erziehungsgedanke des Jugendstrafrechts ins Leere, denn die sind völlig verwahrlost im Kopf, haben keinerlei Schamgefühl. Sie treten und schlagen auf alles, was ihnen in die Quere kommt. Schon um weitere Opfer zu vermeiden, müssen diese Unbelehrbaren weggesperrt und bei Ausländern – da wo es rechtlich möglich ist – auch abgeschoben werden. +
Wir versuchen, kriminelle Karrieren mitWattebäuschchen zu verhindern. Klare Grenzen müssen am Anfang, nicht am Ende einer kriminellen Karriere stehen. Ich wünsche mir da konsequente Richter. Sozial verwahrloste Gewohnheitstäter erziehen Sie nicht mehr (...) Unbelehrbare Serientäter müssen aus dem Verkehr gezogen werden und Ausländer – wenn rechtlich möglich – abgeschoben werden. Ein 25-Jähriger, der noch nie gearbeitet, aber dutzende Straftaten begangen hat, ist nicht mehr zu retten. Nach menschlichem Ermessen ändert man diese Jugendlichen nicht mehr! Heinz Buschkowsky
Ich würde das ganz aufgeschlossen prüfen wollen. Dieter Wiefelspütz (Innenpolitischer Sprecher der SPD zum Warnschussarrest)
Wir haben ein ernsthaftes Problem, was Kriminalität, Gewaltbereitschaft angeht, überproportional wahrscheinlich im Bereich von Kindern, Heranwachsenden mit Migrationshintergrund. Wolfgang Jüttner | Jan. 2008
Deshalb wäge und wähle genau, wer Verantwortung für das Land zu vergeben hat, wem er sie anvertrauen kann - und wem nicht. Wolfgang Clements Aufruf zur Nichtwahl der SPD Partei (am 20. Jan. 2008 in DIE WELT)
und drei Tage später, in Hart aber fair auf die Frage Wenn Sie in Hessen wohnen würden und nicht in Bonn, dann würden Sie also jetzt kommenden Sonntag Koch wählen, habe ich (Frank Plasberg, Moderator) Sie da richtig verstanden? - Dann würde ich vermutlich große Schwierigkeiten haben, Frau Ypsilanti zu wählen. Nein, zu Deutsch gesagt, ich würd sie nicht wählen.
Frank Plasberg: Das ist ein Dolchstoß.
Eine Partei gibt die Linie vor, beschreibt die Himmelsrichtung, aber die praktische Gestaltung, die konkrete, operative Politik muss in der Regierung und im Parlament stattfinden. Es müsse klar sein und bleiben, dass das exekutive und das legislative Handeln für uns als Regierende Priorität hat und nicht ferngesteuert sein kann. Franz Müntefering | Nov. 2007
Wir dürfen jetzt nicht versuchen, das Tempo aus der ganzen Sache zu nehmen. Franz Müntefering über Kurt Becks geplanten "Agenda 2010"-Korrekturen | Okt. 2007
Die ("Agenda 2010"-Therapie war und ist richtig, sie schlägt besser an, als wir selbst für möglich hielten. Da ist es doch nur vernünftig, wenn wir jetzt über die Dosis der Medizin nachdenken und sie an der einen oder anderen Stelle anpassen. Peter Struck | Okt. 2007
Wenn wir Politik nach Umfragen machen sollen, brauchen wir keine Politiker, dann brauchen wir Umfragen-Umsetzer. Ich bin aber Politiker. Wünsch dir was, das haut nicht hin. (...) Wir Politiker können und müssen unseren Auftrag auch annehmen und den Menschen sagen: Wir schlagen jetzt diesen Weg vor, er ist gut, vielleicht anstrengend, aber vernünftig, das sind die Argumente, kommt mit. Man trägt die Verantwortung nicht nur für vier Jahre. Die reicht viel weiter. Das ist vielleicht die größte Herausforderung in der Demokratie: den Mut zu haben, nachhaltige Politik zu machen, die über die Legislaturperiode hinausgeht. Für die Enkel. (...) die Agenda 2010 war eine große historische Leistung von Gerhard Schröder. (...) Wir müssen diesen Weg weitergehen. Ein anderer Kurs wäre falsch für das Land - und auch für die Partei. Wir dürfen nicht zurückfallen in die teils strukturkonservative sozialdemokratische Politik der 70er Jahre. (...) Leider haben das nicht alle bei uns verstanden, Teile der Gewerkschaften auch nicht, und in der Union wollen sich auch viele Konservative wieder einen schlanken Fuß machen. Franz Müntefering | Sept. 2007
--- Wenn ich mir diesen (SPD-)Laden angucke, bleiben Wut, Enttäuschung, Bitterkeit. Am SPD-Bundesparteitag Ende Oktober will Dreßler nicht teilnehmen, und zwar schon deshalb nicht, weil Schröder dort ein Grußwort sprechen soll: Da werden 50 Prozent der Delegierten gegen ihre innere Überzeugung zu Beifallsstürmen gezwungen. Das verstehe ich auch intellektuell nicht. Rudolph Dreßler | Aug. 2007
Wenn wir den Sozialstaat im 21. Jahrhundert erhalten wollen, dann müssen gerade wir Sozialdemokraten uns hüten, Sozialstaatskonservative zu sein. Matthias Platzeck | Aug. 2007
--- Wenn ich mir vergegenwärtige, dass der Sozialminister (Franz Müntefering) jetzt eine Hartz-IV-Anpassung an die Einführung von Mindestlöhnen per Gesetz geknüpft hat, wissend, dass die CDU/CSU strikt dagegen ist, dann ist das ja kein identitätstiftendes Ziel. Jeder weiß, dass er nur Punkte machen will für Landtagswahlkämpfe, aber keinen Erfolg haben wird. Anstatt sich nun einer Erhöhung in dieser Hinsicht zu widmen, verknüpft er es mit einer nicht einlösbaren Forderung, wissend, dass damit seine eigene Forderung obsolet ist. Das ist auch nicht glaubwürdig. Rudolf Dreßler | Aug. 2007
Wir heulen, weil wir Reformpolitik machen müssen. Peer Steinbrück | Aug. 2007
--- Populismus ist in Deutschland in letzter Zeit ein oft gebrauchtes Wort, von denjenigen, die immer gegen die Mehrheit des Volkes entscheiden. Oskar Lafontaine | Juni 2007
Der US-Abgeordnete Tom Landos würde Schröder gern einen politischen Prostituierten nennen, jetzt, da er von (Russlands Präsident Wladimir) Putin dicke Schecks kassiert. Aber die Prostituierten in meinem Wahlbezirk fühlen sich beleidigt. | Juni 2007
Diese Menschen schreien nach würdevoller Arbeit und wollen nicht einfach das Geld in die Tasche stecken. Wolfgang Tiefensee | Aug. 2006
Die Menschen in Deutschland [müssen] in den nächsten Jahrzehnten mehr Geld für Alter, Gesundheit und Pflege ausgeben [und im] Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen. Peer Steinbrück | Aug. 2006
Wir werden als Koalition an dem gemessen, was in Wahlkämpfen gesagt worden ist. Das ist unfair. Franz Müntefering | Aug. 2006
Wer nicht arbeitet , soll auch nicht essen . Franz Müntefering | Mai 2006
Wenn ich die gleiche Entrüstung erlebt hätte, als Helmut Kohl seine Deals mit Leo Kirch gemacht hat, würde ich ihre Empörung über Gerhard Schröders Übereinkunft mit Gasprom herzlich gern teilen. So aber halte ich das für eine etwas künstliche Aufregung. Kurt Beck | April 2006
Das zentrale Element einer neuen Übereinkunft für Deutschland muss ein erneuertes und positives Leitbild der sozialenGerechtigkeit für das 21. Jahrhundert sein. Unser Leitmotiv ist der vorsorgende Sozialstaat, der weitaus stärker als das bisherige Sozialstaatsmodell in die Menschen und ihre Potentiale investiert. Er ist Partner, nicht Verwalter der Menschen. Er aktiviert die Menschen, damit sie ihr Leben in eigener Verantwortung gestalten können. Matthias Platzeck | April 2006
Da muss man [zur Rente mit 67] kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland, um zu wissen: Wir müssen irgendetwas machen. Franz Müntefering | Jan. 2006
Die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe war richtig. (...) Auch sind wir im Ombudsrat der Meinung: Hartz IV ist kein Verarmungsprogramm. Wer Leistungen vom Staat erhält, muss auch etwas dafür tun. Solidarität ist keine Einbahnstraße. (...) Wir werben energisch für Ausweitung und Weiterführung der Ein-Euro-Jobs. Hermann Rappe | Dez. 2005
Milch und Honig werden nicht fließen. Gesundes Brot und ordentlicher Aufstrich werden aber da sein. Franz Müntefering nach den Koalitionsverhandlungen des Merkel-Schröderianer-Kabinett | Okt. 2005
Biologen verwenden für "Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen - ihren Wirten - leben", übereinstimmend die Bezeichnung "Parasiten". Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen. Wolfgang Clement ("Vorrang für die Anständigen - Gegen Missbrauch, "Abzocke" und Selbstbedienung im Sozialstaat") | Okt. 2005
Es gibt in der SPD ganz viele, die nun sicher sind, dass er auch über Wasser laufen kann. Ich bekenne freimütig: Ich gehöre dazu. Sigmar Gabriel | Sept. 2005
Ich bleibe Kanzler! G. Schröder in der sog. Elefantenrunde vom 18. Sept. 2005
Die SPD ist und bleibt die Partei der praktischen Vernunft. Bundeskanzler Schröder | Juli 2005
--- [Müntefering] hat keine Ahnung, was Kapitalismus ist. Er war noch nie an Theorien interessiert, Schröder schon gar nicht. (...)
Schröder tickt ganz einfach, er will von den feinen, den reichen, den mächtigen Leuten anerkannt werden. Er ist ein aufstiegssüchtiger Plebejer voll schrecklicher Minderwertigkeitskomplexe. Peter von Oertzen | Juni 2005
--- Sehr geehrte Damen und Herren, da ich nicht mehr mit ansehen kann, wie Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Parteivorsitzende Franz Müntefering mit ihrer unsozialen und auch sonst alle sozialdemokratischen Werte mißachtenden Politik die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in den politischen Ruin treiben, gebe ich hiermit nach über 50jähriger Parteizugehörigkeit mein Mitgliedsbuch zurück. Die SPD, der ich am 01.03.1954 beigetreten bin, bietet mir keine politische Heimat mehr (...) Die erteilte Ermächtigung, die Mitgliedsbeiträge von meinem Bankkonto abzubuchen, widerrufe ich. Ich bedauere es sehr, daß ich der Partei über die laufenden Beiträge hinaus gelegentlich habe Geldspenden zukommen lassen. Das waren aus heutiger Sicht Zuwendungen à fonds perdu. Ich hätte das Geld besser für andere Zwecke ausgeben sollen (...) Vielleicht ist ja jemand in der Partei bereit, das zu tun, was überfällig ist, nämlich beim zuständigen Gremium zu beantragen, daß ein Parteiordnungsverfahren gegen die Herren Schröder, Müntefering – und wie die »Genossen« sonst noch alle heißen – eingeleitet wird mit dem Ziel, sie wegen parteischädigenden Verhaltens aus der SPD auszuschließen. Mit dem alten Personal wird die Partei keine Chance haben, aus dem Jammertal, in das die Herrschaften sie hineinmanövriert haben, wieder herauszufinden. | Armin Fiand (als stellv. Bsp. zu den SPD-Massenaustritten) | Juni 2005
Hartz IV ist ein gelungenes Gesamtwerk, das nun nur noch ein wenig poliert werden müsse. Olaf Scholz (bis März 2004 Agenda 2010-Generalsekretär)
Wir reden über einen Beschluss der Staats- und Regierungschefs (zum EU-Waffenembargo gegen China) vom Juni 1989, und zwar als Reaktion auf den blutigen Militäreinsatz gegen demonstrierende Studenten auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Alle anderen Sanktionen, die seinerzeit verhängt worden sind, wurden bereits nach wenigen Monaten aufgehoben. Nur das politisch-symbolische Instrument des Embargos ist in Kraft geblieben.
Seit der Niederschlagung der Studentenproteste sind mehr als 15 Jahre vergangen, Jahre, in denen sich China wirtschaftlich und gesellschaftlich gewandelt und sich eine neue Führung gegeben hat. Bundeskanzler Schröder | April 2005
Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. (...) Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt. Es hat erhebliche Auseinandersetzungen mit starken Interessengruppen in unserer Gesellschaft gegeben. Aber wir haben diese Auseinandersetzungen durchgestanden. Gerhard Schröder | Jan. 2005 (auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos)
--- Die Sozialdemokraten betreiben einen neoliberalen Kurs, einen Kurs des Marktliberalismus und des Abbaus auch von sozialen Sicherungsrechten, dass die Union vor dem Problem steht wie sie sich in der Sozialpolitik überhaupt gegen die SPD profilieren soll und einige sind eben da auf die Idee gekommen, dass man das am besten machen kann, indem man die Sozialdemokraten neoliberal noch einmal überholt. Heiner Geißler | Nov. 2004
Die SPD muss die richtige Politik, die Clement und die Regierung machen, auch um den Preis von Wahlniederlagen durchziehen. Hier gilt für die Seeheimer die alte Maxime: Politiker denken an die nächste Wahl - Staatsmänner an die nächste Generation. (...) Die Agenda 2010 ist eine nötige Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung. Das Programm muss (...) getragen sein von einem veränderten Menschenbild. Der Einzelne muss mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen - und sich stärker für Staat und Gesellschaft engagieren. (...) Symbolpolitik ist (...) mit uns Seeheimern nicht zumachen. (...) Die Gewerkschaften haben sich verändert. In den 60er und 70er Jahren waren sie Speerspitze der gesellschaftlichen Erneuerung. Heute sind sie Besitzstandswahrer. Klaas Hübner | Aug. 2004
-Update Juni 2009
BITTE BITTE
Wenn es keine Not gibt, muss es auch keine staatlichen Leistungen geben. Wolfgang Clement | Juli 2004 zur Abschaffung der Arbeitslosenhilfe ab Jan. 2005 (durch Hartz IV)
Alles wird überlagert von der Vorstellung, dass dieses Land in Bedrängnis kommt, weil man zehn Euro pro Quartal beim Arzt abliefern soll. Als wenn das die Schicksalsfrage der Nation wäre. Bundeskanzler Schröder | Febr. 2004
--- Es hat Hunderte von Jahren gedauert, bis die Menschheit eingesehen hat, dass nicht die Sonne sich um die Erde dreht. Bestimmte Dogmen werden uns heute als Naturgesetze verkauft, das ist wie ein kollektiver blinder Fleck. Die modernen Dogmen lauten: Der schlanke Staat ist der beste aller möglichen Staaten! Vertraut auf die Selbstheilungskräfte des Marktes! (...) Der Staat muss massiv investieren - in die ökologische Umsteuerung, in die Bildung, die Arbeitszeit muss verkürzt und nicht verlängert werden, wie es heute absurderweise immer heftiger gefordert und oft schon praktiziert wird, und das sogar noch ohne Lohnerhöhung. (...) Deutschland, das ein Drittel der europäischen Wirtschaftskraft stellt, wird nur zu mehr Beschäftigung finden, wenn die Kaufkraft endlich gestärkt, die Binnennachfrage angekurbelt wird. Aber anstatt über eine Kurskorrektur nachzudenken, wird mit der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen das Falsche noch verschärft. Es ist wie bei einem Junkie: Die Dosis wird erhöht. Der Sozialstaat wird eingerissen. (...) Wie es um die mentale Verfasstheit unserer Eliten bestellt ist, zeigt sich auch an Erfolgsbüchern wie dem von Frau Höhler mit dem programmatischen Titel "Spielregeln für Sieger" oder Hans-Olaf Henkels "Ethik des Erfolgs". Das Moralische, der Respekt vor anderen, wird weggedrängt zugunsten des Olympiakämpfers, des Athleten, der auf jeden Fall die Spitze erreichen muss. Und sie als die Starken, die Arbeitslosigkeit nicht kennen, weigern sich, für die am Rande der Gesellschaft mitzuzahlen. Deswegen diese systematische Entsolidarisierung. (...) Ihre Reformen verkaufen sie geschickt als Befreiung. Sie reden von Eigenverantwortung. Freiheit. Sich verwirklichen. Umbau des Sozialstaats. Das sind alles schöne Worte, die Wirtschaft und Politik benutzen. Die Sprachregelung kaschiert den Verfassungsbruch, den Abschied vom Sozialstaat. (...) ich habe das Gefühl, Schröder möchte den wirtschaftlichen Eliten gefallen. Er lässt sich von ihnen treiben und tritt dafür kräftig nach unten. Es ist eine wirklich bittere Ironie der Geschichte, dass ein SPD-Kanzler das Lambsdorff-Tietmeyer-Papier von 1982 nun nicht nur umsetzt, sondern noch verschärft. Seine Agenda 2010 ist eine Kriegserklärung an die Opfer der Krise. Was da drinsteht, konnte man schon bei Reagan und Thatcher lesen. Dieser 14. März, an dem er die Agenda im Parlament verlesen hat, war ein schwarzer Tag für den Sozialstaat - und die Demokratie. Friedhelm Hengsbach | Nov. 2003
Soziale Gerechtigkeit muss künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die - und nur um sie - muss sich Politik kümmern. Peer Steinbrück | Okt. 2003
Dass ich vor dem Bundeskanzler rede, widerlegt die These von der Entmachtung des Parlaments. Peter Struck | Juni 2003
Die Reformen müssen Gewerkschaften und Sozialdemokratie zusammen machen. Franz Thönnes | Mai 2003
Ich bin der Meinung, dass wir alle Generationen gerecht behandeln müssen. Wenn die, die im Erwerbsleben sind, mehr tragen, dann müssen die, die in Rente sind, ihren Teil auch beitragen. Franz Müntefering | März 2003
Überrascht hat mich, dass sich das geplante Arbeitslosengeld II, also die zusammengelegte Arbeitslosen- und Sozialhilfe, auf dem Niveau der Sozialhilfe bewegen soll und die Regierung die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes verkürzen will. Beides ist sinnvoll, da auf diese Weise zusätzliche Anreize zur Arbeitsaufnahme gegeben werden (...) Wir haben am Freitag eine sozialdemokratische Rede gehört. Meinhard Miegel
Bundeskanzler G. Schröder am 14. März 2003 in seiner (Agenda-)Regierungserklärung "Mut zum Frieden und Mut zur Veränderung":
Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung vom Einzelnen fordern müssen. (Von seinem Rednerpult schaut und deutet Gerhard Schröder weit öfter zu den Unionsbänken als zu den eigenen Parteigenossen. Das ist kein Zufall: Der Bundeskanzler braucht die Opposition (...) Die Opposition johlt, wie an diesem Tage öfter. Sie genießt die politischen Zumutungen, die Schröder seiner eigenen Fraktion präsentiert. Feixend zeigen die Unionsabgeordneten hinüber zu den Kollegen von Rot-Grün: Klatschen sollen sie, klatschen zu den Sozialkürzungen, die ihr Regierungschef vorschlägt. Quelle: Berliner Zeitung) Darüber hinaus werden wir – das ist für viele schmerzlich – den Leistungskatalog überarbeiten und Leistungen streichen. (...) Wir brauchen, glaube ich, auch ein neues Nachdenken – das will ich hier sehr deutlich sagen – über die öffentliche Debatte über Zuzahlungen und Selbstbehalte. Formen von Eigenbeteiligungen sind im geltenden System lange bekannt. Sie haben Steuerungswirkung. (Zuruf von der FDP: Ach nein!) Sie halten Versicherte zu kostenbewusstem Verhalten an. (...) Gerade weil Eigenverantwortung gestärkt werden muss, sollten wir – ich komme jetzt zu den Instrumenten – Instrumente wie differenzierte Praxisgebühren und Selbstbehalte (Zuzahlungen bzw. "Eigenbeteiligungen") nutzen. (...) Ich erwarte, dass in den Tarifverträgen ein flexibler Rahmen für Entlohnung und Beschäftigung geschaffen wird. Ich erwarte, dass sich die Tarifparteien auf betriebliche Bündnisse einigen (...) Geschieht das nicht, wird der Gesetzgeber handeln.
(Im Anschluss an seine Erklärung erntet Schröder lang anhaltenden Applaus von SPD und Bündnis 90/ Die Grünen. Quelle: Sitzungsprotokoll)
Dass Selbstbehalte nicht funktionieren, haben (...) sowohl Expertinnen und Experten der Wissenschaft als auch die Private Krankenversicherung gesagt. Ulla Schmidt | Juli 2002
Spezialeinheiten der Bundeswehr für Radaraufklärung und Luftabwehr, Experten des Katastrophen schutzes und der Anti-Terror-Einheit GSG 9 des Bundesgrenzschutzes müssten in Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten zu einer neuen Art von Nationalgarde zusammengefasst werden. Helmut Wieczorek | Sept. 2001
Wir müssen Festigkeit und Entschlossenheit beweisen. Zaghaftigkeit und Unsicherheit dürfen nicht die Devise sein* Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit Entschlossenheit, Klarheit und Festigkeit den Kampf gegen den Terrorismus gewinnen werden (...) Wir werden heute im Kabinett eine Reihe von weiteren Maßnahmen beschließen. Diese, Herr Merz, sind – ich sage dies, damit bei Ihnen kein Irrtum entsteht – noch nicht vollständig; das wird weiterzuführen sein. Ich bedanke mich jedoch schon jetzt ausdrücklich für das Angebot, das Sie, Herr Merz, gemacht haben, in diesen Fragen eng mit uns zusammenzuarbeiten. Das ist der Konsens der Demokraten, der jetzt im Vordergrund stehen muss.
Ich bin froh darüber, dass Bedenken, die in kirchlichen Kreisen zeitweise durchaus vorhanden waren, überwunden werden konnten und dass wir jetzt endlich dem Zustand ein Ende bereiten, dass Vereine, die sich mit religiösen Zielsetzungen tarnen, weiter ihr Unwesen treiben dürfen (...) Datenschutz ist in Ordnung, aber der Datenschutz darf nicht zur Behinderung von Kriminalitäts- oder Terrorismusbekämpfung führen (...) Es wird also ein Ineinandergreifen von militärischen und polizeilichen Strategien geben müssen (...) Wir werden den Personaleinsatz und die Sachmittel für die innere Sicherheit an einigen Stellen verstärken müssen (...) Es ist an der Zeit, dass wir ein geistiges Zeichen für den interkulturellen Dialog, für Aufklärung, für Verständnisbereitschaft und geistige Offenheit setzen (...) Mit "geistiger Offenheit" meine ich sehr viel mehr als bloße Toleranz im Sinne von Ertragen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Auffassungen. Geistige Offenheit heißt, die eigenen Überzeugungen infrage zu stellen, infrage stellen zu lassen und infrage stellen zu können, anstelle des Verharrens in starren Dogmen der Gedankenfreiheit Raum zu geben und niemanden zu verdammen, der fortschreitende Erkenntnis sucht.
Wir müssen uns heute und morgen in einer geistig-kulturellen Offensive vereinen, die die Erkenntnisfähigkeit der Menschen in einer mitunter geistvergessenen Welt erweitert, ihre moralischen Willensimpulse stärkt und ihre seelisch-geistigen Fähigkeiten gesunden lässt. Niemand kann sich der Einsicht entziehen: Die Verbrechen beginnen im Geist und in der Seele von Menschen, derer sich das Böse bemächtigt.
Der Kampf gegen das Böse ist ein realer Kampf. Das Böse ist eine geistige, eine gesellschaftliche Realität. Wir werden und wir müssen diesen Kampf furchtlos aufnehmen.
Wir werden ihn gewinnen, wenn wir in uns und in den anderen den Frieden suchen und finden. Otto Schily | September 2001 im Bundestag
* Faustschlag auf das Rednerpult
Wer arbeiten kann, aber nicht will, der kann nicht mit Solidarität rechnen. Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft! Das bedeutet konkret: Wer arbeitsfähig ist, aber einen zumutbaren Job ablehnt, dem kann die Unterstützung gekürzt werden. Das ist richtig so. Gerhard Schröder | April 2001
Gerechtigkeit heißt Anerkennung der Globalisierung (...) und Anerkennung von sozialer Ungleichheit. Gerechtigkeit wird dann (...) verstanden werden als (...) Gleichheit der Chancen (...) Ungleichheiten gelten dann als persönlich verdient und zugleich gesellschaftlich verdienstvoll. Wolfgang Clement | Mai 2000
Zum Regieren brauche ich nur BILD, BamS und Glotze. Gerhard Schröder | Febr. 1999
Arbeit, Innovation und Gerechtigkeit - SPD-Wahlprogramm für die Bundestagswahl 1998