Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt Du sie dumm, ich halt sie arm.
Reinhard Mey
Wogegen wir größte Vorbehalte und Bedenken haben – und da werden wir uns in der Berliner Koalition sträuben bis zur letzten Patrone, liebe Freunde, und niemals nachgeben – dass wir eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme bekommen, das wollen wir nicht, liebe Freunde! Horst Seehofer
08.11
Der Wiener Niko Alm ließ sich für seinen Scheckkartenführerschein mit einem Nudelsieb auf dem Kopf ablichten – als Anhänger der satirischen Religion des "Pastafarianismus". Nun zieht Deutschland nach.
08.11
"Fahre nie schneller, als dein Schutzengel fliegt"
Mit Gottes Segen unterwegs – Motorradwallfahrt nach Mariabuchen
Gottes Segen und Beistand für alle auf zwei Rädern gab es am Samstag für Besucher des Buchentals. Pater Paul, Mitglied des Franziskanerordens in Mariabuchen, begrüßte in der Wallfahrtskirche seine Gäste zum Dankgottesdienst, bei dem die ausklingende Motorradsaison im Mittelpunkt stand. Der Ordensmann las zu diesem Anlass den Psalm 91 in der Messe "Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen. Dir begegnet kein Unheil, kein Unglück naht deinem Zelt".
08.11
Irland will Beichtgeheimnis aufheben - Kirche läuft Sturm
In Irland soll es künftig unter Strafe stehen, Hinweise auf Kindesmissbrauch nicht umgehend zu melden - auch eine solche Beichte muss gemeldet werden. Auslöser ist die Untersuchung eines Vertuschungsskandals in der Diözese Cloyne. Doch die katholischen Priester wollen nicht kooperieren.
08.11
Ein Artikel über den Humanistischen Pressedienst wurde in der freien Enzyklopädie vorläufig endgültig abgelehnt – welche Rolle spielen engagierte Christen?
Vor kurzem berichtete die Internetseite kreuz.net, welche seit 2004 unter dem Titel „Katholische Nachrichten“ Texte veröffentlicht, über das Pukkelpop-Festival in Belgien. Das Rockmusikfestival wird von der Humanistischen Jugend von Leopoldsburg veranstaltet. Am 18. August 2011 stürzten wegen eines heftigen Sturms mehrere Zelte, Bühnen, Leinwände und weitere Metallkonstruktionen ein. Fünf Menschen starben dabei, mehrere Dutzend weitere wurden verletzt.
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08.11
Protestmarsch für ein säkuläres Europa
Für den 17. September hat die Secular Europe Campaign (SEC) einen Protestmarsch in London gegen die religiöse Privilegien der Kirchen und für ein säkulares Europa organisiert. Wenige Tage vor dem Papstbesuch in Berlin, Erfurt und Freiburg kann die Demonstration in London Initialzündung und Vorbild für die Proteste hierzulande sein.
08.11
Dieses Kommando schützt den Stellvertreter Christi auf Erden
Die Einheiten SEK und MEK der Berliner Polizei bereiten sich zurzeit auf den Besuch von Benedikt XVI. in Berlin vor. Von technischen Überwachungen bis zur operativen Bekämpfung von Terroranschlägen übt die schlagkräftige Truppe alle möglichen Szenarien.
08.11
Das deutsche Verfassungsgericht und der Papst
FREIBURG. (hpd) Die katholische Kirche erwartet gegenüber ihrem Oberhaupt Anstand und Respekt während seines Deutschlandbesuches. Bringt der Papst  allerdings gegenüber seinen Gastgebern ebenfalls diesen zu erwartenden Respekt auf? Eine Antwort darauf lautet: Nein.
Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, äußerte in einem Interview, dass die Kirche mit Demonstrationen und Kritik keine Probleme habe.
"Allerdings erwarten wir, dass man mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche, einer religiösen Persönlichkeit von Weltrang, anständig und respektvoll umgeht. Bei aller Kritik und aller Satire darf ein gewisses Niveau nicht unterschritten werden." Daraus folgt allerdings die Rückfrage, wie es die katholische Kirche es selber mit Anstand und Respekt gegenüber den Gastgebern hält, wenn ihr Oberhaupt als Gast eingeladen ist.
["Das deutsche Verfassungsgericht und der Papst" weiterlesen »]
08.11
Katholische Kirche - Kindesmissbrauch - Papst im Bundestag
Am 22. September soll es soweit sein. Dann will der böse alte Mann aus Rom im Deutschen Bundestag reden. Man kann den Bundestag und vor allem die in ihm auftretenden Politiker und Parteien noch so sehr verachten, aber immerhin ist dieses Haus zumindest offiziell dem deutschen Volke gewidmet, auch wenn in ihm meist gegen das Volk entschieden wird. Den Chef der Katholischen Kirche und damit die Person die weltweit dafür gesorgt hat und noch dafür sorgt, dass der Missbrauch von Kindern durch seine Organisation geschützt, wenn nicht gar unterstützt wird, im Bundestag reden zu lassen, ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit.
Joseph Aloisius Ratzinger, der heute unter dem Decknamen Benedikt XVI, firmiert war in fast allen seinen Funktionen direkt mit dem Kindesmissbrauch befasst und hat nichts dagegen unternommen. Hans Küng, der in früheren Jahren durchaus ein Förderer Ratzingers war, und ihn sogar für einen Lehrstuhl in Katholischer Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen empfohlen hatte, den Ratzinger dann aus Angst vor den Studenten der 68er Studentenbewegung feige aufgab, hat Ratzingers Verantwortlichkeit für den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche und dessen ständige Wiederholung klar belegt: ["Katholische Kirche - Kindesmissbrauch - Papst im Bundestag" weiterlesen »]
08.11
Meldepflicht für Hinweise auf Kindesmissbrauch
Irland will Beichtgeheimnis aufheben - Kirche läuft Sturm
In Irland soll es künftig unter Strafe stehen, Hinweise auf Kindesmissbrauch nicht umgehend zu melden - auch eine solche Beichte muss gemeldet werden. Auslöser ist die Untersuchung eines Vertuschungsskandals in der Diözese Cloyne. Doch die katholischen Priester wollen nicht kooperieren.
08.11
Um den Kinderschutz und die Vermeidung von weiterem Missbrauch in der Zukunft weiter zu stärken: Erzbistum Boston stellt Missbrauchs-Angeklagte online
Die Namen aller lebenden Bostoner Diözesanpriester, die in den letzten 60 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs öffentlich angeklagt wurden, stehen jetzt im Internet.
08.11
Berlin: Behörden verbieten Protest gegen Papst
Die Veranstalter von Demonstrationen gegen den bevorstehenden Papstbesuch stoßen bei den Behörden auf Widerstand. So verbietet die Berliner Versammlungsbehörde wegen angeblicher Sicherheitsbedenken den Start einer "Karawane zum Papst" am Brandenburger Tor.
 
 
Auch die Freiburger Stadtverwaltung sowie die Behörden in Erfurt haben die beantragten Protest- und Infostände noch nicht genehmigt. Ein Bündnis von 23 Gruppen will der Stadt Freiburg kurz vor dem Papstbesuch Tausende Unterschriften übergeben, um zu verhindern, dass sich Benedikt XVI. in das Goldene Buch der Stadt einträgt. In Berlin erwartet das papstkritische Bündnis von mittlerweile 54 Organisationen am 22. September eine Demonstration von 15.000 bis 20.000 Menschen während der Rede des Heiligen Vaters im Bundestag.
 
Sicherheitsbedenken (?)
bei einem Besuch des
Stellvertreter Christi
auf Erden
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"Eine friedliche Demonstration in Hörweite des Bundestages muss möglich sein"
Demonstrationsfreiheit: Klage gegen Demoverbot vor Brandenburger Tor
Das Bündnis „Der Papst kommt“ hat auf seinem gestrigen Netzwerktreffen beschlossen, gegen das geplante Demonstrationsverbot vor dem Brandenburger Tor auf dem Rechtsweg vorzugehen.
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08.11
Weltjugendtag: Jugendliche nur als Statisten für die Medien?
Wie viel vom Realitätsgehalt der Pressemitteilungen der Deutschen Bischofskonferenz zu halten ist, das verdeutlichen zwei sehr unterschiedliche Bewertungen des Weltjugendtages in Madrid. Wobei die höherrangige Organisation die untergeordnete nicht nur vereinnahmte, sondern deren Kritik schlicht verschwieg.
08.11
Positionen jenseits von Glauben und Unglauben
"Wir schwimmen in einem Meer von Sinnlosigkeit." Joachim Kahl hat der Badischen Zeitung erklärt, warum er Religionskritiker ist.
Skeptisch, undogmatisch, atheistisch - so beschreibt sich Prof. Joachim Kahl gegenüber den Lesern der Badischen Zeitung. Im Interview erklärt Kahl, wie er noch als Theologiestudent vom Glauben abgekommen ist und sich der Religionskritik zugewandt hat.
Es sei ein "kontinuierlicher, intellektueller Erkenntnisprozess, die Reflexion des Behaupteten" gewesen, der aber keineswegs nur leicht gewesen sei.
"Ich habe gemerkt: Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, zerrinnt das genuin Christliche zwischen den Händen und am Ende bleibt der allgemeine philanthropische Appell: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
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08.11
Nach Oslo: Quo vadis, Islamkritik?
Besorgte Leser fragen – nachdenkliche Verteidiger des Abendlands antworten
Anders Breivik hat viel kaputtgemacht, nicht zuletzt die Möglichkeit unbeschwerter Islamkritik. Doch müssen wir deshalb nun vor dem Halbmond zu Kreuze kriechen? Und hilflos zusehen, wie uns Imame, Ayatollahs und andere Türkenlümmel künftig die Freiheit beschneiden - oder sogar unser wertvollstes Stück? Die profilierten Islamkritiker Thilo Tietze und Henryk M. Wolff beantworten die drängendsten Leserfragen.
(...)
»Was halten Sie von meiner Idee, Islamkritikerkritikern die Verwendung einer >Breivik-Keule< vorzuwerfen? Schließlich macht der Hinweis auf Utøya eine differenzierte Islamkritik genauso mundtot wie der Hinweis auf Auschwitz einen sachlichen Antisemitismus, wie ihn meine katholische Kirche seit Jahrhunderten betreibt.«
Matthias Matussek aus Klingenmünster
Sehr gut, Herr Matussek. Sie schaffen es so oder so noch zu einer Friedenspreisrede in der Paulskirche.
08.11
KAUDERwelsch
Volker Kauder fordert stärkere Missionierungsbemühungen und mehr Einsatz für verfolgte Christen. Dabei streut er weiterhin das Gerücht, dass Christen die weltweit am meisten aufgrund ihres Glaubens verfolgten Menschen seien. Amnesty International zweifelt die Aussagen Kauders an.
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08.11
"Sprachpanscher des Jahres" 2011
Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unter Ratsvorsitzendem Nikolaus Schneider gibt Raum zur Beanstandung - und landet auf Platz drei. Die Sprachpuristen bemängeln hier die Veranstaltungstitel. So wolle die Kirche ihre Gläubigen mit "LutherActivities", "Wellness für die Männerseele" oder "marriage weeks" bei der Stange halten.
08.11
Karlsruhe (kth) - Papst Benedikt XVI. ist vom 22. bis zum 25. September in Deutschland zu Gast. Die Kirche zahlt für den Besuch des Kirchenoberhauptes eine Summe von 30 Millionen Euro. Da dies jedoch nur einen Teil der Besuchskosten deckt, wird auch der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten. Die notwendige Summe ist bislang nicht abzuschätzen, wie aus einer dpa-Meldung vom Mittwoch hervorgeht. Wir wollten daher wissen: Steuergelder für den Papstbesuch - angemessen oder unmöglich?
08.11
"Denk ich an die Rede, in der Nacht..."
Von verschiedenen Seiten macht man sich Gedanken zur anstehenden Rede des Papstes im Deutschen Bundestag. Sowohl aus dem Verbund von CDU (inklusive der Bundeskanzlerin) und Zentralkomitee der Katholiken aber auch von erwartungsfröhlichen Atheisten. Eine Realsatire von Erwin Peterseil und Wilfried Müller.
"Wie denkt der Papst?" ist der Inhalt eines jetzt erschienenen Buches der Konrad-Adenauer-Stiftung: "Der Papst in Deutschland". Personen aus dem Umfeld von CDU (einschließlich der Kanzlerin) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken beschäftigen sich mit den von ihnen angenommenen zentralen Anliegen des Papstes und wollen damit in das Denken des Papstes einführen.
Es kreist also um die Frage, was wird der Papst in seiner schon jetzt umstrittenen Rede im Bundestag sagen? Die Einladung zu dieser Rede hat seitens säkular Engagierter Kritik und Ablehnung hervorgerufen. Es wird als unangebracht gesehen, einen theokratischen Herrscher eines europäischen Kleinstaates und Vizegott einer mächtigen religiösen Organisation politische Reden im Bundestag halten zu lassen.
Was wird Ratzinger dort zu predigen und zu verkünden trachten? Hacker wurden ausgesandt. Mit Erfolg, hier ein Protokoll des päpstlichen Gedankenguts zu seiner Rede vor dem deutschen Bundestag:
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08.11
Gottlos und heiter
Ein Jahrhundertwerk: Fritz Mauthners 'Atheismus' wurde endlich neu aufgelegt
Für Liebhaber des freien Denkens gibt es eine Frohbotschaft zu vermelden: Fritz Mauthners opus magnum 'Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande', erstmals gedruckt zwischen 1920 und 1923, ist endlich in einer sorgfältig edierten und vollständigen Neuausgabe erhältlich. Wer Mauthners 'Atheismus' noch nie in Händen gehalten hat, der verkaufe - mit oder ohne Lichtenberg - sein zweites Paar Hosen und erstehe diese köstliche unendliche Geschichte des abendländischen Freidenkertums, deren erster Band bei der pelagianischen Ketzerei einsetzt, und die - 1960 Seiten später, nach vielen sorgfältig und köstlich schraffierten Freidenkern, Avantgardisten, Exzentrikern und wagemutigen Anti-Dogmatikern - schließlich im Traum von einer friedfertigen 'gottlosen Mystik' schließt.
Fritz Mauthner, im November 1849 im damals böhmischen Horschitz geboren, war unter den Schriftstellern seiner Zeit ein geradezu 'Überbegabter', der das philosophische Instrument der Sprachkritik wie kaum ein Zweiter zu bedienen wusste. Neben seinen Parodien und seiner dreibändigen 'Kritik der Sprache' ist es aber vor allem das Spätwerk über den Atheismus, das exemplarisch zeigt, was heute fehlt: eine Ideengeschichte des Abweichenden und Kritischen, die nicht mit doxographischer Strenge und sauertöpfischer Beckmesserei einherkommt, sondern mit großartiger Kenntnis, einer brillanten Sprache voll ironischem Tiefsinn und mit der Urteilssicherheit desjenigen, der weiß, dass Denken immer 'freies' Denken bedeutet.
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08.11
"Über Stuttgart 21 liegt Gottes Segen!"
Claus Schmiedel (SPD) hat am Samstag bei der PRO-S21-Demo gesagt "Über Stuttgart 21 liegt Gottes Segen!" (Ich vermute, Bacchus, der Gott des Weines, hat diese Vision seinem speziellen Freund Claus Schmiedel eingegeben).
Ich finde, dass man als Fraktionsvorsitzender nicht inflationär mit "Gottes Segen" um sich schmeißen sollte. Zum anderen nähert sich Schmiedel meiner Meinung nach in Richtung Mittelalter, wo Inquisition, Hexenverbrennung und Kreuzzüge im Namen Gottes vollzogen wurden. Außerdem bezweifle ich, dass Gott ein Projekt, in dem es hauptsächlich um Profit geht, befürworten würde.
08.11
Gregor Gysi (IM Notar) lobt Papst Benedikt XVI.
Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, hat in einem Zeitungsbeitrag Papst Benedikt XVI. gewürdigt. Es gebe viel Kritik am Papst, "ich möchte über eine andere Seite schreiben, die Interesse in mir wachrief", erklärte Gysi in der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". "Ohne eine Idee des Guten geht es nicht", schrieb der Politiker und verwies darauf: "Im Gegensatz zu seinem Ruf, ein knochenharter Konservativer zu sein, erklärt Papst Benedikt XVI., ein Theologe der Moderne zu sein."
08.11
Das Mittelalter liegt hinter uns!
von Arne Lietz, Vorsitzender des Landesfachausschusses Christen in der SPD in Sachsen-Anhalt.
Die SPD bekennt sich zur Zusammenarbeit von Staat und Kirchen. Die Laizisten in der Partei stellen dieses Bekenntnis in Frage. Deshalb dürfen sie kein Arbeitskreis der SPD werden.
Unser moderner Staat ist weltanschaulich neutral, er verficht selbst keine Weltanschauung, favorisiert keine bestimmte Religion oder Weltanschauung - und ermöglicht so erst die Religions- und Weltanschauungsfreiheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Er ist jedoch kein säkularistischer Staat, also kein Staat, der einen säkularen Humanismus favorisiert und Religion aus der Öffentlichkeit ver- und in den privaten Raum des Einzelnen zurückdrängt! (...)
Unser im Hamburger Grundsatzprogramm nochmals bestätigtes Selbstverständnis zum Wirken der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften würde jedoch infrage gestellt, wenn die Laizisten als Arbeitskreis, und damit implizit deren Forderungen, durch den Parteivorstand anerkannt würden! Die Laizisten erwecken mit ihren Forderungen den Anschein, einen anderen Staat zu wollen. Aufgewachsen als Pfarrerskind innerhalb der DDR-Opposition habe ich direkt miterlebt, wie dramatisch es um den gesellschaftlichen Frieden bestellt ist, wenn ein Staat mit einem weltanschaulichen Absolutheitsanspruch da- herkommt.
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Jan. 2010: Arne Lietz zeigt die erste von 500 Kunststoff-Figuren, die dem Luther-Denkmal nachempfunden sind. (FOTO: ACHIM KUHN)
08.11
Radikal im Atheismus und Gesellschaftsanalyse
Denis Diderots Überreste liegen in einem anonymen Grab in einer Pariser Kirche. Er ist vor allem als Herausgeber der "Encyclopédie" bekannt. Doch er war einer der radikalsten Vordenker seiner Zeit. Der Historiker und Journalist Philipp Blom versucht den "bösen Philosophen" zurück in die Erinnerung zu bringen.
Seit Jahrhunderten zieht Paris junge Menschen mit Talent und Ehrgeiz an. Auch diese Geschichte spielt hauptsächlich in den Straßen dieser Stadt, in den Parks, den Cafés, den Salons und den Schlafzimmern und manchmal auch auf Landgütern, die weniger als eine Tagesreise entfernt lagen.
Vor allem aber spielt sie in der Rue des Moulins Nummer zehn, im Salon des Baron d'Holbach. Der Salon ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die Philipp Blom in seinem Buch "Die bösen Philosophen" entwirft. Hier kommen Intellektuelle des 18. Jahrhunderts zusammen, um zu schlemmen, zu trinken und vor allem um offen zu diskutieren. Hier spielen sie mit Gedanken, die die Grundfesten des christlichen Denkens erschüttern sollten. Die "bösen Philosophen", das sind vor allem der Baron d'Holbach selbst und Denis Diderot, die Denker der radikalen Aufklärung. Sie propagieren den Atheismus und entwerfen einen radikalen Materialismus. Der Mensch - nur ein Geflecht von Ursache und Wirkung, von Lust gesteuert. Die Seele - nicht existent.
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08.11
"Die Kirche ist kein rechtsfreier Raum"
Nun ist es amtlich: Auch Bischöfe müssen hin und wieder bei der Wahrheit bleiben! Das Bundesverwaltungsgericht stellte in seinem heute zugestellten Urteil (BVerwG 7 B 41.11) fest, dass "die religiöse Äußerungsfreiheit, auch soweit es um eine Predigt geht, keinen absoluten Vorrang vor den Belangen des Persönlichkeits- und Ehrenschutzes" genießt.
Damit hat die dreijährige gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, und dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ein Ende gefunden.
Ausgangspunkt des Rechtsstreits war eine Predigt, die Müller im Mai 2008 in Tirschenreuth gehalten hatte. Darin hatte Müller die Religionskritiker Richard Dawkins und Michael Schmidt-Salomon als Vertreter eines "aggressiven Atheismus" beschimpft und die Behauptung aufgestellt, Schmidt-Salomon würde Kindstötungen beim Menschen legitimieren, da dies bei Berggorillas eine natürliche Verhaltensweise sei. Tatsächlich jedoch hatte Schmidt-Salomon in seinem Buch "Manifest des evolutionären Humanismus" das Gegenteil geschrieben: Anhand des Beispiel des Infantizids bei Berggorillas hatte der Philosoph begründet, dass ethische Normen nicht unreflektiert aus der Natur abgeleitet werden dürfen.
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08.11
Gerne schreiben die deutschen Großkirchen auf ihre Fahnen, sich entschieden gegen den Nationalsozialismus gewehrt zu haben. Doch bis auf vereinzelte Vertreter der Kirche: Was taten die ganzen Landeskirchen, Bischöfe und Kirchenräte denn wirklich? Edgar Dahl hat recherchiert.
08.11
Ohne Gott können Menschen nicht gut sein
Alsfeld (idea) – Menschen können von sich aus nicht gut sein. „Nur Gott allein ist gut“, sagte der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Michael Diener (Kassel), beim Jugend- und Gemeinschaftstag des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Hessen-Nassau am 21. August in Alsfeld.
(...) Wie Diener erläuterte, könnten Menschen sich nur in der Verbindung mit Gott neu orientieren und dann auch Gutes tun.
08.11
Deutschland: Wie stark soll die Trennung von Staat und Kirche sein?
Streit von Christen und Laizisten in der SPD
Berlin (idea) – In der SPD wird heftig darüber diskutiert, wie eng das Verhältnis von Staat und Kirche sein soll. Kontrahenten sind der „Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD“ und die Laizisten in der Partei. Vertreter beider Seiten nehmen im Parteiblatt „Vorwärts“ Stellung zu der Frage, ob es eine stärkere Trennung zwischen Staat und Kirche geben soll, wie es die rund 1.000 registrierten Laizisten unter den knapp 500.000 Parteimitgliedern fordern. Der Rechtswissenschaftler Prof. Martin Hochhuth (Freiburg) lehnt dies in seinem Beitrag ab. Die Laizisten sollten sich nicht darüber ärgern, dass der Staat die Religionsgesellschaften als „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ vor Fußball- und Fastnachtsvereinen privilegiere: „Denn Kirche/Moschee/Synagoge zahlt dafür einen Preis.“ Auch sie müssten dafür den Staat anerkennen, und das heiße - „auch sein im Grenzfall spürbares Letztes Wort.“ Der demokratische Staat sei zwar tolerant, aber im Notfall greife er ein. Weil er die Lehrpläne des staatlichen Religionsunterrichts und der staatlichen theologischen Fakultäten sehe, wisse er auch, wo er eingreifen müsse. „Das ist wichtig angesichts von Millionen Muslimen, Evangelikalen und Piusbrüdern“, so Hochhuth. „Wenn die Laizisten die Religion nicht verbieten und unterdrücken wollen (und das wollen sie ja nicht), dann ist es aus ihrer Sicht geschickter, den Religionsgesellschaften hilfreich die staatliche Hand zur Organisation zu reichen.“ Dann beherrsche und schwäche der Staat „nämlich genau das, was an ihnen bedrohlich werden könnte“. Zugleich könne „er ihre positiven, aufbauenden Energien politisch fruchtbar machen“. Zu den Sprechern des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD gehören Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse und die Abgeordnete Kerstin Griese.
Die Kontra-Position vertritt Michael Rux (Freiburg), Ehrenmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg. Er schreibt: „Ja, wir wollen den Staat von den Religionsgemeinschaften schärfer trennen.“ So lehnten es die Laizisten in der SPD ab, dass die Kirchensteuer durch den Staat eingezogen werde: „Wenn die Kirchen Geld brauchen, können sie das selbst erledigen.“ Außerdem sei es eine Diskriminierung, dass jemand eine Gebühr zahlen müsse, wenn er aus der Kirche austrete. Zum Argument Hochhuths, dass die Religionsgesellschaften für ihre Anerkennung als Körperschaften des öffentlichen Rechts einen Preis zahlten, nämlich den Staat anzuerkennen, fragt Rux: „Stehen die Kirchen in einem vordemokratischen, rechtsfreien Raum, dass ihnen der Staat die Unterwerfung unter seine Gesetze abkaufen muss?“ Sprecher der SPD-Laizisten sind unter anderen die Bundestagsabgeordneten Doris Barnett und Rolf Schwanitz.
08.11
Wolfgang Thierse (klick und klack): Die einstimmige Ablehnung eines entsprechenden (Laizistinnen und Laizisten in der SPD-)Arbeitskreises vom Bundesvorstand im Mai 2011 sei "aus gewichtigen Gründen" erfolgt.
Die Laizisten würden ihre Motive verstecken, sagte Thierse. Er zitierte dann die formulierten Forderungen. Mit diesen werde eine "fundamentale Änderung der SPD und des Grundgesetzes" gefordert, so Thierse. Doch der Staat des Grundgesetzes sei zwar ein säkularer Staat, jedoch kein säkularistischer Staat. Und es spreche für sich, dass der Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz "ausgerechnet dem ND" ein kritisches Interview über den Auftritt von Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag gegeben hatte...
08.11
Das Mysterium der lautlosen Christenverfolgung - Aufrüttelnder Vortrag von Prof. Schirrmacher über globale Gräuel
Der Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Zimmer brachte es im Anschluss an den Vortrag des Referenten auf den Punkt: "Trotz der Hitze draußen hat es mich manchmal etwas gefröstelt bei dem, was hier erzählt worden ist und was ich selbst nicht wusste." Ganz ähnlich erging es den meisten Besuchern des Vortrags von Religionsforscher Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher zum Thema "Christenverfolgung - keine Vokabel von gestern!" im gut gefüllten großen Saal des "Haus am Römer" im Schatten des Frankfurter Doms. Eingeladen hatten im Rahmen der Vortragsreihe "Nachdenken -Vordenken" Dr. Zimmer und seine Frankfurter Bundestagskollegin, die große Dame der Christlich Demokratischen Union Erika Steinbach.
Schon deren Eingangsstatement rüttelte die Gäste auf. "Christenverfolgung? - Das gab´s doch nur im alten Rom", zitierte sie die Meinung der Mehrheit in unserem Lande dazu. Ein schwerer Irrtum, wie im Anschluss nicht nur Prof: Schirrmacher anhand zahlreicher erschütternder Beispiele darlegte.
(...) Dr. Zimmer fasste das Ergebnis der Veranstaltung treffend mit dem Satz zusammen: "Das Übel fängt nicht mit dem Bösen an, sondern mit der Gleichgültigkeit gegenüber dem Bösen." Und an Erika Steinbach gewandt sagte er unter großem und lang andauerndem Beifall der Anwesenden: "Auch in Ihrer Eigenschaft als Sprecherin des Menschenrechtsausschusses bin ich verdammt stolz darauf, dass Sie meine Kollegin sind!" Worauf Prof. Schirrmacher schmunzelnd hinzufügte: "Wenn es darum geht, die Rechte von Christen zu schützen, könnten Sie beide ein Dream-Team sein."
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(Sept. 2010: Und ich kann es auch leider nicht ändern, dass Polen bereits im März 1939 mobil gemacht hat.)
(Sept. 2010: Bartoszewski hat einen schlechten Charakter. Das sage ich ohne Wenn und Aber.)
08.11
Demonstrationsfreiheit: Klage gegen Demoverbot vor Brandenburger Tor
Das Bündnis „Der Papst kommt“ hat auf seinem gestrigen Netzwerktreffen beschlossen, gegen das geplante Demonstrationsverbot vor dem Brandenburger Tor auf dem Rechtsweg vorzugehen.
08.11
Neuer Roman von John Niven: Ein verficktes Loch in der Ozonschicht
(...) Als der Schotte John Niven, der mit seiner Familie im englischen Buckinghamshire lebt, nach längerer Zeit wieder in die USA kam, war er geschockt, wie weit das Land nach rechts gedriftet war. „Im Radio hetzten all diese rechten Prediger voller Hass gegen Homosexuelle, gegen Abtreibung, gegen Emanzipation. Das machte mich wirklich wütend“, sagt der 43-jährige Autor. Er selbst sei Atheist, aber „die Idee, für die Jesus und Gott stehen, ist nicht das, wofür diese Leute sie verwenden“. Dagegen wollte er anschreiben.
Wie sein 2008 erschienenes, sehr erfolgreiches Buch „Kill your friends“ eine Abrechnung mit der Musikindustrie ist (...) so provoziert „Gott bewahre“ mit der Idee: Was, wenn Gott die Religion wurscht ist? Wenn er nur ein einziges Gebot ausgegeben hat: Seid lieb. Aber Moses, um sich wichtig zu machen, in seinem Egowahn einfach zehn daraus werden ließ.
In John Nivens Himmel sind Gottes engste Mitarbeiter schwul, in der Hölle werden rassistische, rechte Prediger den ganzen Tag von mächtigen Schwarzen vergewaltigt. Gott und der Teufel sind wie die Chefs zweier weltweit agierender Unternehmen, die sich zum Mittagessen treffen und die Lage der Menschheit erörtern. Besonders Nivens Darstellung von Himmel und Hölle ist großartig – der Himmel das Großraumbüro eines modernen Unternehmens wie Facebook oder Google, in dem immer Freitagnachmittag ist, die Hölle ein bizarrer Sexclub, in dem alles muss.
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08.11
Weltjugendtag: Rettungsdienst meldet 679 Patienten
Bei dem Großtreffen des Weltjugendtags in Madrid hat der staatliche Rettungsdienst Samur nach eigenen Angaben am Samstag bis 17 Uhr 679 Personen medizinisch versorgt. In den meisten Fällen habe es sich um Übelkeit infolge der Hitze gehandelt.
Unwetter beim Weltjugendtag: Stürmische Gebetswache
Bei einem Unwetter während einer Papst-Ansprache auf dem Weltjugendtag in Madrid sind sieben Menschen verletzt worden. Wie die Rettungsdienste in der Nacht zum Sonntag mitteilten, war bei einer Gebetswache unter freiem Himmel ein Lichtmast infolge eines plötzlich aufgekommenen Sturms umgestürzt.
Der Mast habe zwar keine Teilnehmer der Zeremonie getroffen, aber mehrere Zelte zum Einsturz gebracht. Dabei erlitten sieben Gläubige Knochenbrüche und Prellungen. (...) Am Morgen hatte Benedikt bekräftigt, wie wichtig ihm unverheiratete Priester in der katholischen Kirche sind. Gott zu dienen, inspiriere zu der Entscheidung, den Zölibat (Ehelosigkeit) zu leben, sagte er vor Tausenden jungen Seminaristen in einer Messe. Es gehe auch um "die Abkehr von den irdischen Gütern, die Anspruchslosigkeit und den aufrichtigen, ungeheuchelten Gehorsam".
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Weltjugendtag: Rettungsdienst meldet 679 Patienten
Bei dem Großtreffen des Weltjugendtags in Madrid hat der staatliche Rettungsdienst Samur nach eigenen Angaben am Samstag bis 17 Uhr 679 Personen medizinisch versorgt. In den meisten Fällen habe es sich um Übelkeit infolge der Hitze gehandelt.
08.11
08.11
Ein Kreuzritter gegen den Dschihad
Anders Breivig und der Terrorismus der christlichen Gotteskrieger
79 Menschen fielen in Norwegen einem Massenmörder zum Opfer. Der erste Verdacht fiel auf islamistische Terroristen. Dann stellte sich heraus, dass Anders Breivig kein "Islam-Terrorist", sondern ein Muslime hassender Mörder ist. Sein Weltbild legte er auf 1500 Seiten dar. Dieses Manifest wird in den Massenmedien mit dem Begriff "wirr" versehen. Bei Linken gilt der Killer als Neonazi. "Wirr" erscheint die Vernichtungsideologie von Breivik aber nur für den, der die Gefahr durch die neue Rechte in Europa und den USA nicht erkannt hat und nicht erkennen wollte. Ein Nazi im klassischen Sinne ist der selbst ernannte Kreuzritter nämlich nicht: Damir Fras schrieb in der BZ: "Der Massenmörder Anders Behring Breivik versteht sich als Begründer eines neuen Ordens der Tempelritter. (...) Er definiert sich als Tempelritter, als Kreuzritter, als Krieger des christlichen Abendlandes gegen die "Invasion des Islam". Al Qaida kämpft im eigenen Selbstverständnis gegen die "Kreuzritter", die in die Länder der Muslime einfallen.
Wer Breivik als "irregeleiteten Einzeltäter" ansieht, vergisst, dass bis auf DIE LINKE von den Grünen bis zu den Christdemokraten alle Parteien im Bundestag einen Krieg führen, den ein christlicher Fundamentalist aus Texas, George W. Bush, als Kreuzzug ausrief. Das humanitäre Feigenblatt, das insbesondere die Grünen und mit ihnen die Kirchentagschristen dem Kreuzzug verpassten, ändert daran nichts. Wie bei jedem Selbstmordattentat, bei jedem Terroranschlag von Al Qaida Muslime auf der ganzen Welt sich sofort empören, dass, wer so etwas tut, kein Muslim sein kann, so sind es jetzt CDU-Politiker, Kirchentagschristen, katholische Konservative, Pfarrer, Pastorinnen, Christen jeglicher Couleur, die, wie aus der Pistole geschossen, Breivik das "Christ-Sein" absprechen.
Verständlich, dass Christen, die karitativ tätig sind und die "christliche Nächstenliebe" vertreten, einen solchen "Fundamentalisten" als "Nicht-Christen" ansehen. Wer sich aber mit der Kriminalgeschichte des Christentums auch nur ein wenig auskennt, wundert sich überhaupt nicht, dass sich ein rechter Massenmörder als "Tempelritter" inszeniert. Die Fiktion eines "christlichen Abendlandes", das vor der "Invasion des Islam" geschützt werden muss, hat sich nicht ein irrer Kopf ausgedacht, der als leibhaftiger Teufel in Norwegen Menschen umbringt. Die Kreuzritter waren eine historische Realität. Sie fielen im Mittelalter in regelmäßigen Abständen im heutigen Nahen Osten ein, wateten 1096 in Jerusalem im Blut, um das "heilige Land" von den "Ungläubigen" zu befreien. Dass auch diese Mordbrenner "keine Christen" waren, also die "allumfassende Liebe Gottes" nicht verstanden haben, mögen sich freundliche Gläubige zurechtlegen: Für die politische Analyse darf ein solcher Selbstschutz nicht gelten.
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08.11
Adolf Eichmann war der Organisator des Holocaust - trotzdem fand die Evangelische Kirche in den sechziger Jahren lobende Worte für ihn. Nach SPIEGEL-Informationen wurde der Massenmörder in einem Brief an die Bundesregierung als "Mann mit gütigem Herz" beschrieben.
Darin findet sich ein Schreiben des Linzer Superintendenten Wilhelm Mensing-Braun an das kirchliche Außenamt in Frankfurt am Main. Der Superintendent bescheinigte dem im österreichischen Linz aufgewachsenen Massenmörder Eichmann eine "grundanständige Gesinnung", ein "gütiges Herz" und "große Hilfsbereitschaft".
Tatsächlich leitete Bischof Hermann Kunst, Vertreter der EKD bei der Bundesregierung, das Schreiben Mensing-Brauns an das Auswärtige Amt weiter - mit dem Hinweis, das Votum sei "mindestens interessant".
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Allgemeine Wochenzeitung, 12. Januar 1951: In Landsberg versucht man die Rehabilitierung der schauerlichsten Massenverbrechen durchzufechten. (...) Die Intervention von Kirche und Politikern für sogenannte schuldlose Kriegsverbrecher ist heute risikolos. In einem Augenblick, in dem eine Intervention für die Massentötung schuldloser Menschen erforderlich gewesen wäre, gab es in Deutschland nur Schweigen, eisiges Schweigen.
08.11
Papst-Proteste in Spanien "nicht verwunderlich"
Soziologe verweist auf Säkularisierung und Spätfolgen der Nähe zwischen Kirche und Staat unter Franco
In Mexiko soll eine Blutreliquie von Papst Johannes Paul II. Millionen Menschen Hoffnung geben. Auf der anderen Seite der Welt demonstrieren beim Weltjugendtag in Spanien Tausende gegen die Finanzierung des Papstbesuchs aus Steuergeldern. Dass sich die Spanier so heftig gegen die Kirche wenden, während der Glaube in Lateinamerika eine solche Verehrung erfährt, ist nach Einschätzung eines Experten der Universität Münster "nicht verwunderlich" - und vor allem eine Spätfolge der Nähe zwischen Kirche und Staat unter Diktator Francisco Franco in Spanien (1939-1975).
08.11
08.11
Hackerangriff auf die offizielle Internetseite des WJT
Die offizielle Internetsite des Weltjugendtages wurde in den vergangenen Tagen zum Opfer eines Hackerangriffs und fiel deshalb immer wieder aus. Dies berichtete zuerst die spanische Zeitung „El Mundó“ am gestrigen späten Nachmittag.
Für die vorgekommenen Ausfälle und Störungen sollen laut Angaben des Organisationsteams massive Angriffe aus dem Internet verantwortlich gewesen sein. So kam es zu einem völligen Black-out in dem Moment, als Papst Benedikt XVI. am gestrigen Donnerstag in der spanischen Hauptstadt landete...
08.11
Rainer Maria Woelki, designierte Erzbischof des Bistums Berlin: Wir müssen uns als Christen gegenseitig stärken und unseren Glauben leben, indem wir Verantwortung in Politik und Gesellschaft übernehmen.
(...) "Das haben wir auch jenen anzubieten, die bis jetzt mit dem Evangelium nicht in Berührung gekommen sind oder diesen Bezug aus irgendeinem Grund verloren haben" (...). Zu Woelkis Zielen gehört es auch, für den Religionsunterricht zu kämpfen: "Der Religionsunterricht eröffnet gerade mit Blick auf die Werte-Diskussion eine ungeheure Chance, die in der alten Bundesrepublik zum Segen unseres Landes genutzt werden konnte", so der Neu-Berliner...
08.11
B16 und die Gottesfinsternis: wunderbar!
Papst Benedikt XVI. hat beklagt, dass Gott immer mehr aus den Gedanken der Menschen zu verschwinden scheine. Das sei eine Art Amnesie, die den „Schatz des Glaubens“ leugne, sagte der Papst vor Hunderten jungen Nonnen im Kloster El Escorial rund 50 Kilometer nordwestlich von Madrid. Es sei eine Art „Gottesfinsternis“ festzustellen.
08.11
Amerikanische Republikaner: Keine Chance in der deutschen Presse
Mehr als ein Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl hat die Suche nach einem republikanischen Herausforderer für Präsident Barack Obama begonnen. In den deutschen Medien fallen die konservativen Kandidaten allesamt durch – besonders diejenigen, die sich zum Glauben bekennen.
(...) Das Bekenntnis mancher Kandidaten zu Jesus Christus und regelmäßigem Gebet wird von den Medien in Deutschland als ihr primäres Merkmal herausgegriffen, verspottet und als Gefahr dargestellt. Wirtschaftspolitische Anliegen beispielsweise fallen dabei unter den Tisch. Barack Obama wird am Ende seiner vierjährigen Amtszeit deutlich höhere Schulden gemacht haben, als George W. Bush es während seiner achtjährigen Präsidentschaft tat. Ein Viertel der gesamten US-Staatsverschuldung ist in den ersten zweieinhalb Jahren nach Obamas Amtsantritt entstanden. Kandidaten wie Michele Bachmann, die der Bürgerbewegung "Tea Party" für einen schlanken Staat nahestehen, wollen die Staatsausgaben deutlich senken und eine Art "Schuldenbremse" einführen.
Unter den republikanischen Anwärtern auf die Kandidatur ihrer Partei befinden sich mehrere engagierte Christen. Sie versprechen, in wichtigen ethischen Fragen wie etwa Abtreibung einen ganz anderen Kurs einzuschlagen als Barack Obama. Nur drei Tage nach seiner Vereidigung unterzeichnete der 2009 eine Verfügung, die ein Gesetz George W. Bushs für nichtig erklärt, wonach Organisationen, die Abtreibungen vornehmen, keine staatlichen Gelder erhalten sollen. Nicht nur in diesem Punkt wäre von einem republikanischen Präsidenten ein deutlicher Politikwechsel zu erwarten.
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Leseverbot: US-Schulbehörde verbannt Sherlock Holmes
Sherlock Holmes gehört eigentlich zu den Schätzen der Literaturgeschichte, doch einige Eltern im den USA sehen das anders: Der Roman beleidige ihren mormonischen Glauben. Die Behörde gab ihnen recht und strich das Buch vom Lehrplan. Der Detektiv befindet sich damit in guter Gesellschaft.
08.11
(...)
Was macht Jürgen Fliege zu einem solchen «Paradepromi»?
Er ist Pastor, hatte eine Fernsehsendung, in der er jahrelang sämtliche Scharlatane der Szene auf den Präsentierteller setzte und damit hoffähig machte.
Welche Bedeutung hatte die Sendung für die Entwicklung der Szene in Deutschland?
Mit der Talkshow und ihren Angeboten hat Fliege ihr zu unglaublichem Schub verholfen: Er wirkt vertrauenswürdig, ist ein ganz Sanfter und dann auch noch Pastor. Das öffnet Türen. Unverantwortlich ist, dass das alles völlig unkritisch abläuft. Die Szene ist ja auch nicht gerade bekannt dafür, dass sie Kritik an sich zulässt.
Doch 2005 war Schluss.
Nachdem es die Sendung nicht mehr gab, hat er ja nicht aufgehört. Jetzt bewirbt er seine eigenen Produkte oder sein «spirituelles Woodstock» im Internet. Dort lädt er wieder diese Leute ein, zieht weitere Kreise über seine Verbindungen. Die evangelische Kirche fällt ihm dabei nicht in die Arme und mahnt: «Stopp, nicht als Pastor im Namen der evangelischen Kirche!»
Warum zieht die evangelische Kirche nicht die Reissleine?
Das frage ich mich auch. Diese Diskussionen führe ich schon ewig. Es gibt in der evangelischen Kirche Weltanschauungsbeauftragte, die schon seit längerem darauf drängen. Stattdessen pflegt Jürgen Fliege gute Beziehungen zur Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland.
Inwiefern?
Nikolaus Schneider, der jetzige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, sollte bei einer im Herbst stattfindenden esoterischen Grossveranstaltung von Herrn Fliege auftreten. Schneider behauptete später, Fliege hätte da was falsch verstanden. Jürgen Fliege veröffentlichte daraufhin auf seiner Homepage den E-Mail-Austausch zwischen ihm und dem Ratsvorsitzenden, in dem Schneider schreibt: «Ich stehe zu dir, das weisst du ja, aber ich kann leider nicht kommen.» Ich finde, ein solcher Ratsvorsitzender sollte zurücktreten.
Haben Sie seit Erscheinen Ihres Buches schon persönlich mit Jürgen Fliege gesprochen?
Der redet ja nicht mit mir! Ich war am Mittwochabend bei Markus Lanz zu Gast. Dort hatte man sich bemüht, Jürgen Fliege einzuladen, doch er wollte nicht mit mir auftreten. Als mein «Schwarzbuch Scientology» herauskam, waren wir schon mal gemeinsam in einer Sendung. Im Anschluss wollte ich ihm mein Buch schenken. Da ist er drei Schritte zurückgegangen, so nach dem Motto «die gibt mir Teufelswerk in die Hand».
08.11
Weltjugendtag in Madrid: "Das ist alles purer Kommerz"
Ratgeber des Papstes, T-Shirts mit dem Logo des Weltjugendtags und Toilettenpapier in den Farben des Vatikan: Am Besuch von Benedikt XVI. in Madrid wollen viele mitverdienen - auch die Katholische Kirche, deren zentrale Merchandise-Stelle den Papst-Kommerz steuert.
08.11
Die unselige Rede vom heiligen Krieg
Kreuzzügler, damals und heute: Der Attentäter von Oslo sieht sich als Ritter des Tempelordens.
Am 13. August betrat Anders Behring Breivik erneut die norwegische Insel Utoya, diesmal unter Polizeibegleitung. Ungerührt zeigte er, wie er drei Wochen zuvor 69 Mitglieder der Workers Youth League exekutiert hatte. Die Tat sei „grausam, aber notwendig“ gewesen, meinte er vor Gericht. Breivik sieht sich nämlich als Milizionär in einem „Heiligen Krieg“ gegen die „Abschaffung der kulturellen Grundlagen Europas“.
Seinen Prozess hatte er schon vor dem Massaker geschildert, im Manifest „2083 – A European Declaration of Independence“. Ein Gerichtsverfahren, heißt es da, sei eine „ideale Bühne, um die Autorität der marxistisch-multikulturalistischen Regime zu untergraben“.
Die Polizisten, die ihn begleiteten, sieht er als „Brüder“, die zum Großteil seine Meinung teilen. Und sich selbst sieht er als „Ritter der Gerechtigkeit“, der das Gericht auffordert, seinerseits „vor der Autorität der paneuropäischen Tempelritter PCCTS (Pauperes commilitones Christi Templique Solomonici) zu kapitulieren“.
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08.11
Madrid: Elf Verletzte bei Demo gegen Papstbesuch
Die Polizei ist mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgegangen. Acht Demonstranten wurden festgenommen. Fast wäre es zu Raufereien mit Besuchern des Weltjugendtags gekommen. Zu Mittag ist der Papst gelandet.
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08.11
Geschichtsunterricht missioniert subtil
Das neue Schuljahr hat begonnen. Dieser Tage werden in Berlin 26.620 Mädchen und Jungen eingeschult. Kinder, die voller Zuversicht ans Lernen gehen und darauf vertrauen, unverfälschtes Wissen vermittelt zu bekommen. Nur, sollten wir der Wissensvermittlung in der Schule wirklich in jeder Hinsicht trauen? Wie gängige Geschichtsbücher der 5.-7. Klasse unsere Kinder subtil missionieren.
Als Mutter eines Sechstklässlers habe ich aus Interesse das an seiner Schule verwendete Geschichtsbuch des Cornelsen Verlages “Geschichte plus - Berlin und Brandenburg 5./6. Schuljahr“ studiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass man in diesem Buch versucht, den Schülern eine geschönte Meinung über das Christentum zu vermitteln. Das geschieht durch das Herauspicken von geschichtlichen Ereignissen, die das Christentum human wirken lassen, durch das Weglassen wichtiger Sachverhalte, durch geschickte Wortwahl, auch durch die Darstellung von Glaubensvorstellungen als Tatsachen. Ich möchte dies nachfolgend erläutern.
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08.11
08.11
Tauziehen um Präses Nikolaus Schneider - Zwischen Esoterik und biblischer Wahrheit
Jürgen Fliege verteidigt "Heiler-Tage" - Ulrich Parzany fordert Umkehr zur Wahrheit der Heiligen Schrift
Um den Kurs des Ratsvorsitzenden der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird wie um einen Wanderer zwischen den Welten gerungen. Da ist auf der einen Seite beispielsweise die Welt des Fernsehpastors Jürgen Fliege, der Wert auf die Feststellung legt, Nikolaus Schneider habe ihm zunächst zugesagt, an den Wörishofener "Heiler-Tagen" teilzunehmen, die mittlerweile als "Esoterik-Veranstaltung" heftig in die Kritik geraten sind. Auf der anderen Seite ist da die Welt des Evangelisten Ulrich Parzany, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands von ProChrist e.V., der den Präses der Rheinischen Kirche in einem öffentlich gemachten Brief angefleht hat, die Umkehr in der EKD zur biblischen Wahrheit zu unterstützen. Auch wenn die beiden aktuellen Vorgänge in keinem unmittelbaren Zusammenhang stehen, markieren sie Pole eines beachtlichen Spannungsfeldes, in dem wie beim Tauziehen um Präses Schneider und seinen Kurs gerungen wird.
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08.11
Bankkonto: Ihren Taufschein bitte!
Geld und Kirchen, Kapital und Pfaffen, der Tanz ums Goldene Kalb, jahrein, jahraus. Offiziell gilt für Deutschland die Trennung von Staat und Kirche. Beim Geld hat sich der deutsche Staat zum Erfüllungsgehilfen der Schwarzröcke gemacht. Die Trennung von Staat und Kirche quasi ad absurdum geführt. Ohne Not gibt eine ganze Gesellschaft den Steuerbüttel. Anderen Ortes lebt die Kirche von den Spenden ihrer Mitglieder, und bekommt Subventionen vom Staat, die in meinen Augen auch schon sehr fragwürdig scheinen.
Die Symbiose von Staat und Kirche ist ein ertragreiches System; für die Kirche. Staatliche Finanzämter stellen die Kirchensteuerpflicht fest und der Betroffene bekommt die Steuer entsprechend berechnet und abgezogen. Der Aufwand für die Kirchen ist gering, verwaltungstechnisch liegen die Kosten und eine ganze Infrastruktur auf Seiten des Bundes und der Länder.
Zur Verteidigung ihrerselbst drohen die Pfaffen gern mit dem Knüppel des Sozialsystems, welches ohne entsprechende Steuern kollabieren würde. Dabei verwenden sie gerade mal 10% des Steueraufkommens im kircheneigenen Sozialsystem.
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08.11
Der frühere starke Mann der Colonia Dignidad, Hartmut Hopp, versteckt sich laut chilenischen Medienberichten in einer Kirche in Krefeld vor dem Zugriff der Justiz.
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08.11
Christen müssen klarer den uralten Hass auf Muslime verurteilen: Heilige Tat, christliche Unschuld
"Schauerlich war es anzusehen, wie überall Erschlagene umherlagen und Teile von menschlichen Gliedern, und wie der Boden mit dem vergossenen Blut ganz überdeckt war." So schilderte ein christlicher Chronist das Massaker, das die Kreuzritter im Jahr 1099 während des Ersten Kreuzzuges an Muslimen in der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee verübten. Tausende sind dabei den Quellen zufolge von den christlichen Rittern in einem Blutrausch umgebracht worden.
Insofern passt es sehr gut, dass sich der Attentäter von Oslo, Anders Behring Breivik, als Kreuzritter sah: Sein unfassbarer Blutrausch gleicht durchaus dem seiner historischen Vorbilder. Und nach allem, was man bisher weiß, hat ein zweiter, offenbar christlich geprägter Mann nun einen Anschlag auf Papstgegner während des Weltjugendtages in Madrid geplant, mit Giftgas. Wie hätte das enden können?
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08.11
Sehnsucht nach tradierter Gestalt
Auf Dauer überleben wird der Katholizismus laut Matthias Matussek nur, wenn er für seine Gläubigen eine religiöse Trutzburg bildet
Über zweihunderttausend Menschen haben sich bereits eine Karte gesichert. Leibhaftig wollen sie dabei sein, wenn der Papst im September erneut nach Deutschland kommt. Noch sind mehrere zehntausend Tickets zu haben, schreibt die Berliner Zeitung. Matthias Matussek, streitbarer Videoblogger und langjähriger Reporter beim Hamburger Magazin Der Spiegel, hat sich seins bestimmt schon besorgt.
Ich glaube, also bin ich
Wer sein Buch "Das katholische Abenteuer" liest (oder wenigstens eines der vielen Interviews von ihm in den Medien), weiß, dass er ein ausgesprochener Fan des Papsttums ist und er den Vorgängerpapst noch weit mehr verehrt und schätzt als den derzeit in Rom amtierenden. Ob er Papst Benedikt XVI. auf seiner Tour durch Deutschland hautnah verfolgen wird, hat er (noch) nicht mitgeteilt. Bei der zu erwartenden Eucharistie-Show im Berliner Olympiastadion wird er aber sicherlich unter den Jubelpilgern sein.
Vielleicht wird ihn dann neuerlich ein Schauer durchfahren wie seinerzeit, als er als Ministrant noch vor dem Altar agieren und das Weihrauchfass feierlich hin- und herschwenken durfte. Sein laut vorgebrachtes Bekenntnis zum Papst, zum Zölibat und Pillenverbot, zur katholischen Ämterhierarchie und zu "Ritualen und liturgischen Formen" jedoch schon. Es ist, journalistisch betrachtet, ausgesprochen mutig. Vor allem in Zeiten, wo dem Gottesglauben wissenschaftlich (Richard Dawkins, Daniel Dennett) wie journalistisch (Christopher Hitchens) der Garaus zu machen versucht wird, die katholische Kirche mit Päderasten und Missbrauchsfällen an Schutzbefohlenen konfrontiert ist und die Gläubigen in Scharen ihre Kirche verlassen, um am global florierenden Esoterikmarkt ihre Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Halt und Orientierung zu stillen.
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08.11
"Es stinkt nach Katholizismus" - Von einer "Scheißjugend" in Altötting
Altötting – malerisch gelegen im Alpenvorland – ist so etwas wie das katholische Herz Bayerns. Und da Bayern insgesamt schon sehr katholisch ist, will das was heißen. Hunderttausende Gläubige pilgern jährlich dorthin, um vor der Schwarzen Madonna zu knien – eine große Ikone der Marienverehrung. Der Reise-Reporter und gebürtige Altöttinger Andreas Altmann will dem katholischen Idyll nun die Maske vom Gesicht reißen. Er hat ein Buch geschrieben über seinen Geburtsort, den er nicht mehr so nennen möchte.
»Altötting ist keine Heimat für mich, Altötting ist eher ein Geburtsfehler, den man verheimlichen will«, sagt er im Interview der Nachrichtenagentur dpa in München. Und so lautet der Titel: »Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend«. An diesem Donnerstag erscheint das Buch im Piper-Verlag.
Altmann hat eine 250-seitige, (wort-)gewaltige Hass-Schrift verfasst – aus Hass vor allem auf seinen Vater und auf die katholische Kirche. »In Bayern stinkt es ganz besonders nach Katholizismus und am heftigsten stinkt es in Altötting«, sagt Altmann, der am liebsten »Stinkbomben werfen« würde auf den Ort, in dem er auf die Welt kam.
In seinem Buch blickt er zurück auf eine unglückliche Jugend, die ihn – so sagt er heute – tief traumatisiert hat. Von frühester Kindheit an wurde er von seinem Vater verprügelt, auch sein Religionslehrer schlug zu, seine Mitschülerin wurde vom Pfarrer missbraucht. »Ich habe Beweise und eidesstattliche Erklärungen. In meinem Buch ist nichts erfunden, es geht um Tatsachen«, betont Altmann. »Die Pfarrer, die uns missbraucht beziehungsweise misshandelt haben, sind alle mit Glanz und Gloria beerdigt worden.«
Altötting sei schon immer geprägt gewesen von »Bigotterie und Weihrauch-Gesäusel«. Und so beschreibt er Religionsstunden, in denen Sex verteufelt wird – und berichtet von schwulen Sexpartys bei den Kapuzinern. »Die schier unauslotbare Diskrepanz zwischen Moralpredigt und sexuellen Schweinereien ist zum Schreien komisch.«
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08.11
08.11
WIR SIND PAPST
der evangelische Theologe Reinhard Frieling: Der Traum von der Gemeinschaft aller Christen kann Wirklichkeit werden, wenn Protestanten dem Papst die Rolle eines Ehrenoberhaupts der Christenheit antragen.
08.11
Verletzte in Madrid: Brutale Szenen vor Papstbesuch bei Weltjugendtag
Nach Polizeiangaben hatten sich am Abend rund 4.000 Demonstranten unter einem Spruchband mit der Aufschrift "Von meinen Steuern keinen Cent für den Papst" versammelt und waren dann zum Platz Puerta del Sol gezogen. Sie trafen auf Teilnehmer des Weltjugendtags und sollen diese beleidigt haben. Dann dürfte die Polizei eingegriffen haben - im Zuge der folgenden, zum Teil brutalen Auseinandersetzungen gab es schließlich elf Verletzte sowie acht Festnahmen.
Zu dem Protest gegen den Papstbesuch hatten fast 140 Organisationen aufgerufen, die die ihrer Ansicht nach konservativen Ansichten des Oberhauptes der katholischen Kirche sowie die hohen Kosten des Weltjugendtags kritisieren.
Auch Anhänger der Bewegung der "Indignados", der "Empörten", die aus Wut über die Wirtschaftskrise, die hohe Arbeitslosigkeit und den rigiden Sparkurs der spanischen Regierung entstanden war, nahmen teil. Einige Pilger des Weltjugendtags reagierten mit Sprechchören wie "Es lebe der Papst" auf die Demonstration gegen den Pontifex- Besuch.
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08.11
08.11
Religionsdebatte in der SPD: Trennung von Staat und Kirche? Um Gottes Willen!
Glauben ist Privatsache, Staat und Kirche sollten konsequent getrennt werden: Für dieses politische Ziel macht sich der Jungsozialist Oliver Lösch in der SPD stark – und stößt auf erbitterten Widerstand. Unterstützung für seine Sache kommt überraschend vom politischen Gegner.
28 Millionen Deutsche ohne religiöse Bindung
Der Jungsozialist will, dass Staat und Kirche endlich konsequent getrennt werden, wie das in fast allen westlichen Ländern der Fall ist. Übrigens auch in der Türkei, in deren Schulen das Kopftuch als religiöses Symbol nicht getragen werden darf. "Völlig richtig" findet Lösch das. "Bereits etwa 28 Millionen Menschen in Deutschland haben keine religiösen Bindungen mehr. Angesichts der großen Tradition von Humanismus und Aufklärung in der SPD muss gerade die Sozialdemokratie für diese Menschen offen und attraktiv sein", heißt es auf der Homepage der Laizisten. Argumente, die bei der Parteiführung offenbar nicht verfingen. Die Domain www.spd-laizisten.de wurde ihnen von der Parteiführung untersagt, jetzt sind sie unter www.laizistische-sozis.de zu erreichen. Ganz schön viel Repression gegen einen Verband, dem mit Ingrid Matthäus-Maier, Rolf Schwanitz und Doris Barnett auch einige prominentere Sozialdemokraten angehören. Die SPD will die Laizisten jedenfalls nicht einmal als offiziellen Arbeitskreis anerkennen. Das hat der Parteivorstand Mitte Mai beschlossen.
Sehr zur Freude von Wolfgang Thierse, dem Sprecher des Arbeitskreises "Christen in der SPD". Der hatte schon zuvor die Befürchtung geäußert, seine Partei werde durch die 500 eingetragenen Laizisten "thematisch eingeengt." Was Lösch zu der Frage bringt, "wo denn die Einengung ist, wenn es uns nicht geben darf, aber einen Arbeitskreis Christen?" Es ist nicht das erste Mal, dass Lösch die Erfahrung macht, dass diejenigen, die Toleranz anmahnen, gegenüber abweichenden Meinungen am intolerantesten reagieren. Ob er Toleranz für einen christlichen Wert halte, wird er gefragt. Ihm entfährt ein kleiner Zischlaut, dann bittet er darum, die Frage öffentlich nicht beantworten zu müssen. Er will jetzt nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.
Werte sollen vor allem christlich sein
Nur so viel. Ihn störe es ungemein, dass „Werte“ so häufig mit „christlichen Werten“ gleichgesetzt würden. Als ob jeder Buddhist, Jude oder Atheist raubend und brandschatzend durch die Fußgängerzone renne. Auch die Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese habe sich gegen den Verband ausgesprochen mit der Behauptung, der Laizismus widerspreche Teilen des SPD-Programms. Lösch findet das eine Unverschämtheit. Die Werte der SPD sind ihm heilig. Heiliger jedenfalls als die einer Religion, an die er nicht glaubt: „Leute wie Kerstin Griese oder auch Andrea Nahles fordern immer Pluralismus: Bei Frauenrechten, bei Homosexualität – und das natürlich zurecht. Aber bei der Frage, die wir aufs Tableau bringen, geht bei ihnen die Mauer hoch. Aber ob man den Kampf für eine gerechtere Gesellschaft religiös oder humanistisch begründet, sollte doch zweitrangig sein.“
08.11
Unter den Priestern in der katholischen Kirche wächst der Widerstand gegen das geplante Forschungsvorhaben
Dieses Forschungsprojekt mit dem Titel „Der sexuelle Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ ist von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) auf Anraten Pfeiffers bei dessen Institut in Auftrag gegeben worden. Das hatte die DBK im Rahmen einer Pressekonferenz am 13. Juli durch den Trierer Bischof Ackermann öffentlich bekannt gegeben.
Nachdem in den ersten Wochen vielstimmiger öffentlicher Beifall für dieses Projekt das Bild beherrschte, wird jetzt zunehmend Kritik und Protest laut. Auf katholischen Internetforen ist eine breite kritische Diskussion zur geplanten Durchführung sowie Hintergründen und Zielen der Pfeiffer-Studie entbrannt, worauf die Deutsche Bischofskonferenz vergangenen Freitag mit einer Erklärung zu daten- und personenschutzrechtlichen Fragen reagiert hat. Am Wochenende übte das Priesternetzwerk, eine bundesweite Vereinigung von Diözesanpriestern, in einer öffentlichen Erklärung scharfe Kritik an der „pauschalen Herausgabe aller Personalakten zum Zweck eines Forschungsprojektes“, da dies u.a. einen unerlaubten Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Geistlichen darstelle und den gesamten Klerus einem Generalverdacht aussetze.
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08.11
Proteste gegen Kampagne "Liebe wie du willst"
Auf Widerstand stößt die Kampagne "Liebe wie du willst" - eine gemeinsame Initiative der Stadt Gießen und der Pro-Familia-Beratungsstellen in Gießen und Marburg.
Die Aktion tritt dafür ein, "dass jeder Mensch sein Grundrecht wahrnehmen kann, seine sexuelle Orientierung und seine sexuellen Beziehungen frei zu wählen und sein Leben entsprechend zu gestalten". Homosexualität solle zu einem "Mainstream-Thema" werden, heißt es in den Materialien. Gegen die Kampagne hat der frühere Dekan der Fachhochschule Gießen-Friedberg (heute Technische Hochschule Mittelhessen), Prof. Wolfgang Leisenberg (Bad Nauheim), eine Petition im Internet gestartet. Sie hat den Titel "Familie muss Mainstream bleiben" und ist an die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) gerichtet. Sie wird aufgefordert, der Aktion "Liebe wie du willst" keine öffentlichen Einrichtungen als Forum zu überlassen. Leisenberg, der einer evangelikalen Gemeinde in Gießen angehört, hat seine Petition nach eigenen Angaben "ausschließlich mit rechtsstaatlichen Argumenten begründet". Darin heißt es: "Der Staat muss Minderheiten vor Diskriminierung schützen, aber es ist nicht seine Aufgabe, deren Lebensformen zu fördern oder gar zum ,Mainstream' zu erheben. Staatliche Stellen sind zu allererst dem Wohl und damit der Zukunft des ganzen Volkes verpflichtet." Die Familie aus Mann, Frau und Kindern habe sich als Urzelle der Gesellschaft in der Menschheitsgeschichte als überlebensnotwendig erwiesen. Die Aktion "Liebe wie du willst" rufe dagegen dazu auf, "andere Lebensgemeinschaften der Familie als Leitbild gleichzustellen". Daher diene sie "nicht dem Wohle unseres Volkes"...Kritik auch von der Evangelischen Allianz...Weißes Kreuz: Wie "Sodom und Gomorrha"
08.11
Weltjugendtag in Madrid: Polizei vereitelt möglichen Anschlag bei Papstbesuch
Ein Chemiestudent hat nach Angaben der spanischen Polizei geplant, Anti-Papst-Demonstranten beim Weltjugendtag in Madrid anzugreifen. Laut der Zeitung "El País" ist er ultrakatholisch und hat im Internet angekündigt, die Kirchenkritiker mit einem Giftgasanschlag zu "erledigen".
Madrid - Die spanische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Anschlag auf eine Anti-Papst-Demonstration beim Weltjugendtag in Madrid verhindert. Ein aus Mexiko stammender Chemiestudent habe den Anschlag mit Stickgas und anderen Chemikalien verüben wollen. Der 24-Jährige wurde festgenommen.
In seinen Einträgen habe der Mann geschrieben, um gegen die Papstgegner vorzugehen, müsse man das Giftgas Sarin produzieren. Sarin ist hochgiftig; bei einem Anschlag mit diesem Gas starben in Tokio 1995 zwölf Menschen, Tausende wurden verletzt. Der Mann hat laut "El País" im Internet auch erklärt, dass er Schwefelsäure und andere explosive Substanzen herstellen könne. Offenbar wollte er Panik unter Demonstranten auslösen.
08.11
Papst will Spanier wieder für Glauben begeistern
Es geht um nichts Geringeres als die Rettung der wichtigsten Bastion des Katholizismus in Europa. Die Kirche hat ganz besonders in Spanien in den vergangenen Jahren an Einfluss verloren. Nur noch 72 Prozent der Spanier bekennen sich zum Katholizismus, vor zehn Jahren waren es noch 82 Prozent, in den Gottesdienst schaffen es noch zwölf Prozent aller Gläubigen, bei den Jugendlichen fällt die Bilanz noch viel schlechter aus. "Es kommen fast nur noch ältere Leute und ein paar Kinder", klagt eine Frau vor der Kirche San José im Madrider Stadtzentrum. Doch nicht nur die Gotteshäuser bleiben leer, auch Priesterseminare leiden unter eklatanten Nachwuchsschwierigkeiten. Für Spaniens Bischöfe und den Vatikan steht der Schuldige fest: die sozialistische Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero. Und auch der Papst hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ihm einige Gesetze der Zapatero-Regierung wie die Blitzscheidung, die Einführung der Homoehe oder das Abtreibungsgesetz gründlich missfallen. "Der Laizismus Spaniens knüpft an den Antiklerikalismus der zweiten Republik an", klagte Benedikt XVI. bereits auf seiner vorherigen Spanien-Visite. Unterstützt wird er vom streitbaren Madrider Erzbischof Antonio Maria Rouco Varela, der die Vorlage der Reden des Papstes in Madrid lieferte. Einmal mehr, so Beobachter, dürfte die Amtskirche harte Kritik an Zapatero üben.
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Der spanische Diktator Francisco Franco verkündet im Frühjahr 1939 das Ende des dreijährigen Bürgerkriegs. Seinen Sieg über die republikanischen Truppen stellt er als Sieg des Christentums dar. In einer öffentlichen Feier in der Kirche Santa Barbara in Madrid legt er symbolisch seinen Degen vor dem Altar nieder.
Franco: "Herr, nimm wohlwollend die Mühen dieses Volkes an, das immer Dir gehört hat und das mit mir und in Deinem Namen mit großem Heldenmut den Feind der Wahrheit in diesem Jahrhundert besiegt hat. Leih mir Deine Hilfe, um dieses Volk in die volle Freiheit Deines Reiches zu führen, zu Deinem Ruhm und dem Deiner Kirche."
 
Und in der Tat: die katholische Kirche Spaniens stand von wenigen Ausnahmen abgesehen auf der Seite der Putschisten. Dementsprechend groß war die Freude, als Franco 1939 die Macht im Lande übernahm. Geradezu überschwänglich gratulierte der frischgewählte Papst Pius XII. dem siegreichen Diktator Franco.
Pius XII.: "Indem wir unser Herz zu Gott erheben, sagen wir zusammen mit Ihrer Exzellenz innigen Dank für den Sieg des katholischen Spanien, den wir herbei sehnten. Wir wünschen uns, dass dieses uns so teure Land, nachdem der Friede erreicht ist, seinen alten katholischen Traditionen, die es so groß gemacht haben, neue Kräfte verleihe. Wir erteilen Ihrer Exzellenz und dem gesamten edlen spanischen Volk unseren apostolischen Segen."
Neben Militär und Großgrundbesitz blieb die Kirche einer der Hauptpfeiler der Franco-Diktatur - auch als das Land nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs international boykottiert wurde. Die meisten Staaten zogen ihre Botschafter aus dem Lande zurück, und die UNO verwehrte Spanien den Beitritt in die Völkergemeinschaft.
Doch Anfang der 1950er Jahre, angesichts des kalten Krieges, begann der Boykott zu bröckeln. Die USA traten in Verhandlungen über eine wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit Spanien.
In dieser Situation schloss der Heilige Stuhl im August 1953 ein Konkordat mit dem spanischen Staat. Das Konkordat, eine Art Staatsvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und der Regierung eines Landes, regelt kirchenpolitische Fragen, wie z.B. die Abgrenzung der Diözesen, die Besetzung der Bischofstühle, aber auch Fragen der Ehegesetzgebung, der Bildung, oder der finanziellen Leistungen des Staats für kirchliche Zwecke.
Im Konkordat von 1953 kamen sich Kirche und Staat weit entgegen. Die Kirche erhielt vom frommen Franco außergewöhnliche Privilegien: Die katholische Religion wurde als einzige Religion der spanischen Nation festgeschrieben. Der Kirche wurde weitgehender Einfluss im Bereich der Bildung, der Schulen, der Lehrpläne eingeräumt. Die zivile Eheschließung wurde bedeutend erschwert, Priester oder Ordensleute von der normalen Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit ausgenommen.
Im Gegenzug erhielt der Diktator das Vorschlagrecht für die Ernennung von Bischöfen, ein Recht, dass traditionsgemäß der spanischen Monarchie zugestanden hatte. Franco hoffte, durch die Ernennung ihm genehmer Kandidaten eine enge Bindung der Bischöfe an den Staat zu gewährleisten und jede Opposition oder Sympathie mit der Opposition, etwa mit den Autonomie-Bewegungen im Baskenland oder Katalonien, zu verhindern.
Rom stimmte dieser Regelung entgegen seiner sonstigen Politik zu, eben weil Pius XII. sich in großer Übereinstimmung mit der Kirchenpolitik Francos sah. Für den Diktator bedeutete das Konkordat sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch eine Art Rechtfertigung. Es wirkte wie eine Bürgschaft der katholischen Kirche für den spanischen Staat und war ein entscheidender Schritt bei der Auflösung der internationalen Isolation des Franco-Regimes.
Nach diesem Durchbruch schlossen die USA im Herbst 1953 das Verteidigungs- und Wirtschaftsbündnis mit Spanien ab, und 1955 wurde Spanien in die UNO aufgenommen.
Quelle DW-World
08.11
08.11
Den Versuchungen des Teufels widerstehen
Tagung der Deutschen Evangelischen Allianz: Der Satan ist keine Erfindung
Mit einem Aufruf, im Alltag mit Jesus Christus zu leben und den Versuchungen des Teufels zu widerstehen, ist am 7. August in Bad Blankenburg (Thüringen) die 116. Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz zu Ende gegangen. Daran nahmen knapp 2.500 Christen teil.
Auch nach geistlich starken Allianzkonferenzen, bei denen man sich viel vorgenommen hat, wüssten viele schon am Mittwoch danach nicht mehr, worum es eigentlich geht, sagte der frühere Allianzvorsitzende Peter Strauch (Witten). Das liege daran, dass der Mensch schwach sei und der Satan genau wisse, "wo er uns packen kann". Strauch: "Vielleicht ist das nicht sehr erbaulich, am letzten Abend einer solchen Konferenz darüber zu sprechen, aber es ist Realismus."
Satanische und packende Beweise (?):
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Dogmatiker Paul Althaus: Unser evangelischen Kirchen haben die deutsche Wende von 1933 als ein Geschenk und Wunder Gottes begrüßt.
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Das Erscheinen Jesu in der Weltgeschichte ist in seinem letzten Gehalte ein Aufflammen nordischer Rasse. August Jäger, Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche und späterer Henker Großpolens
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Theologe Adolf Köberle: Wenn das evangelische Deutschland das Werk Adolf Hitlers freudig begrüßt hat, wenn es sich der von ihm geführten Bewegung begeistert zur Verfügung gestellt hat, so geschah es in der zweifachen Hoffnung und Gewissheit: hier hat Gott einen Mann zu geschichtlichem Handeln berufen, der unser Volk befreien darf, sowohl von der antichristlichen wie von der anarchistischen Gefahr des Bolschewismus. Darum war der Jubel echt und der Dank ehrlich, mit dem das deutsche Luthertum, der deutsche Protestantismus die große Zeitenwende bejahte.
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März 1935: Zur Beerdigung von Hans Schemm (1919 Freikorps Epp, 1929 Gründer und Reichswalter des NS-Lehrerbunds und ab 1933 bayr. Kultusminister) lässt Landesbischof Hans Meiser die Glocken aller bayerischen Kirchen läuten
- Hans Meiser (1926: Nicht Assimilation des Judentums, sondern Bekämpfung des Judentums mit allen Mitteln, Zurückverweisung der Juden ins Ghetto, Ausmerzung der Juden aus dem Volkskörper - das ist der einzig mögliche Weg zur Lösung der Judenfrage. Es gilt [...] der Grundsatz, dass die Treue gegen das eigene Volk eine ernsthafte Christenpflicht ist.) setzt sich nach 1945 als Verfasser des sog. "Persilscheins" für NS-Verbrecher ein. Von 1945 bis 1954 ist Meiser im Rat der Ev. Kirche Deutschlands (EKD), von 1949 bis 1955 Leitender Bischof der Vereinigten Evangelischen-Lutherischen Kirche Deutschlands.
08.11
Weltjugendtag in Spanien: Mit Benedikt beichten, beten und bekehren
Am heutigen Dienstag beginnt der zwölfte katholische Weltjugendtag in Madrid. Spanien erwartet 1,5 Millionen Pilger - und den Papst, der sich von dem Treffen eine „neue Evangelisierung“ erhofft.
Insgesamt werden bis zu 1,5 Millionen Teilnehmer aus dem Ausland und Spanien erwartet. Aus Deutschland ist mit mehr als 16.000 jungen Katholiken eine der größten Ländergruppen angemeldet. 750 Bischöfe, 14.000 Geistliche, 30.000 freiwillige Helfer und nahezu 5000 Journalisten geben sich im Zeichen einer katholischen Madrider „movida“ ein Stelldichein.
Wer so viele Freunde hat wie der Papst, hat auch Gegner - und sie machen sich bemerkbar. Gruppen von Atheisten, Laizisten und der Jugendbewegung der „Empörten“ haben punktuelle Demonstrationen durchgesetzt, die das Areal des Weltjugendtags aber nur streifen sollen. Die Gewerkschaften haben geplante Streiks im letzten Augenblick verschoben, werden aber bei den Protesten mit Plakaten wie „Nicht mit unseren Steuergeldern“ präsent sein.
Der Weltjugendtag ist, seit Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. ihn ersann und zum ersten Mal im Jahr 1986 in Rom feierte, ein großer Publikumserfolg. Jener Papst, von dem böse Zungen sagten, dass er „die Stadien füllte, während die Kirchen sich leerten“, machte sich zu Lebzeiten noch „besondere Sorgen“ um Spanien. Mit dem Weltjugendtag in Santiago de Compostela im Jahr 1989 verband er die Werbung für den Jakobsweg damit, zugleich vor Atheismus, Säkularismus, moralischem Relativismus und Indifferenz zu warnen.Benedikt XVI. besucht während seines Pontifikats nun schon zum dritten Mal Spanien.
Im Juli 2006 war er zu einem „Welttreffen der Familie“ in Valencia und im vergangenen November – dem des Jakobsjahres 2010 – zuerst in Santiago und dann zur Weihe der Basilika der Heiligen Familie in Barcelona. Damals beklagte er, dass in Spanien ein „starker und aggressiver Laizismus und Antiklerikalismus“ entstanden seien, der ihn an die Dreißiger Jahre erinnere. Kardinal Rouco sekundierte, dass das Land inzwischen ein „Missionsfall“ sei. Und genau dies ist die Absicht hinter dem Weltjugendtag in Madrid: Spanien solle, wie es der Papst ausdrückte, eine „neue Evangelisierung“ erleben.
08.11
Al-Kau-Da und das verfolgte Christentum
Das Christentum ist die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft auf der Welt." Darauf machte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, bei einer Rede auf der 116. Konferenz der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) in Bad Blankenburg aufmerksam.
08.11
Missbrauchsopfer kritisieren Entschädigungspraxis der katholischen Kirche
Die Entschädigungspraxis der katholischen Kirche stößt bei Opfern sexueller Gewalt zunehmend auf Kritik. Das berichtet das Magazin “Der Spiegel”. Entgegen den Erwartungen der Betroffenen, 5.000 Euro als Anerkennung ihres Leids zu erhalten, häufen sich Fälle, in denen ohne nachvollziehbare Begründungen gar nichts oder wesentlich geringere Summen ausgezahlt werden. Besonders über katholische Orden wird geklagt. So zahlte der Salesianerorden nach Antrag eines Münchner Missbrauchsopfers bei der “Zentralen Koordinierungsstelle” (ZKS) der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn lediglich eine “Anerkennung” von 3.000 Euro. Im Falle mehrerer Frauen, die in Dortmund Anfang der sechziger Jahre der sexuellen Gewalt eines Pallottinerpaters im Beichtstuhl ausgeliefert waren, verweigerte der Orden vergangene Woche jegliche Geldzahlung und bot stattdessen nur “ein Gespräch darüber” an. Orden und ZKS wollen zu ihrer Entscheidungspraxis in den konkreten Fällen keine Auskunft geben, räumen jedoch “flexible Anerkennungssummen” ein. Bis zu dieser Woche lagen in Bonn 670 Anträge zur Entscheidung vor.
08.11
Weltjugendtag Madrid: Mittelalterlicher Ablasshandel der Pfaffen
Dem Dekret des Apostolischen Großpönitentiars Kardinal Fortunato Baldelli zufolge können auch alle anderen Gläubigen, gleich wo sie sich während des Weltjugendtags befinden, einen teilweisen Ablass empfangen
(...)
Einen entsprechenden Ablass hatte Papst Benedikt XVI. bereits bei den vorangegangenen Weltjugendtagen in Sydney (2008) und Köln (2005) ermöglicht.
08.11
Papstbesuch für mehr als 50 Millionen (2)
In den vergangenen Wochen und Tagen liefen die Maschinen der medialen und baulichen Vorbereitungen für die Papstvisite im September bereits auf Hochtouren und offenbarten Eigenartiges, Auffallendes und Lachnummern. Dazu eine Übersicht. Teil 2.
08.11
Wer behauptet, Atheisten = Mörder?
In dem heutigen Beitrag aus der Serie „Ohne Gott ist alles erlaubt?“ geht es um die Behauptung, dass Atheisten gleichzusetzen sind mit Mördern. Warum ist ein derart plumpes Argument überhaupt eine Diskussion wert? Auch auf den ersten Blick sollte es doch als allzu simple Pauschalisierung auffallen. Tatsächlich aber erfreut sich das Argument auch bei einflussreichen politischen oder religiösen Führern großer Beliebtheit.
08.11
PI-News, Kreuzritter und Hassblogger
Der PI-Autor und Hassblogger Michael Mannheimer hatte trotz seiner Aufrufe zum bewaffneten Widerstand und seines Internetprangers gute Kontakte in Kirchenkreise
08.11
Im Laufe des Tages hat sich nicht nur zweifelsfrei erwiesen, dass der radikal islam- und muslimenfeindliche Hassprediger Karl-Michael Merkle alias Michael Mannheimer einer der bis dato anonymen Stammautoren des Hetzblogs Politically Incorrect (PI) ist (POLITBLOGGER berichtete hier und hier), sondern auch, dass Merkle unter seinem Pseudonym im Collegium Orientale des katholischen Bistums Eichstätt in Oberbayern als Referent aufgetreten ist (sein Vortrag findet sich heute noch hier).
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08.11
Gesellschaftlicher Druck auf irische Priester nimmt zu
Jüngere Priester trauen sich nicht mehr in die Öffentlichkeit und werden bespuckt.
Junge irische Priester haben wegen dem Sexskandal Skandal um sexuellen Kindesmissbrauch, der durch einige Priester verursacht wurde, Angst, sich in der Öffentlichkeit als Priester erkennbar zu zeigen. Dies teilte P. Paddy Dunne, der Pressesprecher der Diözese Raphoe gegenüber der irischen Tageszeitung "The Irish Independent" mit. (...) Die Kirche in Irland steuere derzeit auf das "Szenario eines Weltuntergangs" zu, weil die Zahl der Priesteranwärter stark zurückgehe.
08.11
"Spiegel": Priester gegen kirchliche Missbrauch-Studie
Berlin (dpa) - Gegen die geplante externe Überprüfung von Personalakten der katholischen Kirch auf Missbrauchsfälle regt sich unter Priestern Widerstand. Das "Netzwerk katholischer Priester" forderte die Bischofskonferenz nach einem "Spiegel"-Bericht auf, "von dem Projekt Abstand zu nehmen".
Dieses "juristisch wie menschlich höchst bedenkliche Vorgehen der deutschen Bischöfe" verstoße "gegen die kirchliche Datenschutzordnung". Das Netzwerk umfasst dem Nachrichtenmagazin zufolge rund 500 zumeist konservative Priester.
["Priester gegen kirchliche Missbrauch-Studie" weiterlesen »]
März 2010, Freunde der katholischen Kirche fordern: Schwamm drüber!
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Neunmal mehr Missbrauchsfälle in der Kirche aufgedeckt
Die Abgründe sind nahe. 35 Kilometer vor der Tür des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover werden nun Fall für Fall Personalakten von Priestern durchforstet, die sich sexuell an Kindern und Jugendlichen vergangen haben.
Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) und SPD-Mitglied: Wir werden sicherlich nicht 100 000 Personalakten durchkämmen
Das KFN hatte die Bischofskonferenz noch vor einigen Wochen - anders als jetzt kommuniziert - schriftlich darauf hingewiesen, wie bedeutsam es sei, alle Personalakten in die Datenerhebung einzubeziehen und diese von Experten analysieren zu lassen. Dadurch sei es bei früheren Projekten - etwa in der Diözese München und Freising - «gelungen, im Ergebnis neunmal mehr Fälle des Missbrauchs zu identifizieren, als sie vorher dem zuständigen Missbrauchsbeauftragten der Erzdiözese durch eigene Recherchen oder durch Hinweise von Opfern bekannt geworden waren». Davon ist jetzt keine Rede mehr. «Wir werden sicherlich nicht 100 000 Personalakten durchkämmen», sagte Pfeiffer.
In Hildesheim sollen nun erstmal 1770 Akten gesichtet werden. Wie viele Akten in Aachen auf Verdachtsfälle durchforstet werden, soll in den kommenden Wochen entschieden werden...
08.11
USA: Kirche zahlt Missbrauchsopfer 6,3 Millionen Dollar
Nach einem neun Jahre dauernden Gerichtsstreit hat ein Missbrauchsopfer in den USA eine Entschädigung von 6,3 Millionen Dollar erhalten. Der Mann wurde nach eigenen Angaben in den 70ern jahrelang von einem ehemaligen Priester sexuell missbraucht, die Diözese soll den Täter gedeckt haben.
08.11
Käßmann: Eltern sollen aus Bibel vorlesen
Theologin Margot Käßmann rät Eltern zum Vorlesen biblischer Geschichten. Die Bibel sei ein Glaubensbuch, aber auch Kulturgut.
08.11
Halbnackter Mann auf Kirchendach
Er wollte Gott näher sein. Das sagt Ronny S. zumindest selber. Der Anfang 30-jährige saß am Montagmorgen anderthalb Stunden auf der Stadtkirche von Brandis. Mit nacktem Oberkörper, barfuß und wild gestikulierend. Eine enge Freundin musste das alles mit ansehen.
08.11
Börsenpanik – Schuldenkrise erreicht nun auch Gott
Nachdem "God’s Own Country" von Standard & Poor’s herabgestuft wurde, droht dem Besitzer der USA Ungemach.
Geprellte Gutgläubige, offene Rechnungen in biblischen Dimensionen, hartnäckige Beratungsresistenz: Die Vorwürfe gegen Gott werden immer lauter. Kein Wunder, dass dem jahrtausendelangen Weltmarktführer eine empfindliche Herabstufung seitens der Ratingagenturen droht.
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08.11
Gott vergessen und Schulden angehäuft
Washington/München (idea) – Die Staatsschuldenkrise der USA und die Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit durch eine Rating-Agentur erschüttern die Finanzmärkte der ganzen Welt. Wie konnte es dazu kommen, dass das bisher wirtschaftsstärkste Land so stark in die Schuldenfalle geriet - zumal es von vielen als die „christlichste“ Nation der Welt angesehen wird? Gottvergessenheit sei eine Ursache der Misere, schreibt die Politikwissenschaftlerin und USA-Kennerin Sarah Lohmann in einem Kommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur idea.
(...) Viele der ursprünglichen Siedler seien von einer protestantischen Arbeitsmoral angetrieben gewesen. Für sie sei harte Arbeit ein Kennzeichen christlichen Lebens gewesen, was mit einem gehobenen Lebensstandard belohnt werde. Lohmann: "Aber irgendwann vergaßen die Amerikaner die Basis der protestantischen Arbeitsmoral: Gott."
08.11
Militärbischof Overbeck: Der Bock als Gärtner
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat mit seinen Äußerungen zur Homosexualität erneut für Empörung unter Schwulen und Lesben gesorgt. Besonders problematisch: Overbeck ist auch Militärbischof und als solcher für den berufsethischen Unterricht der deutschen Soldaten zuständig.
Ein Vergleich der Positionen von Bundeswehr und katholischer Kirche zum Thema Sexualität zeigt, dass den katholischen Militärgeistlichen besser Nachhilfe in Sachen Ethik und Lebenskunde erteilt werden sollte – statt sie diese Themen unterrichten zu lassen.
08.11
Trennung Staat und Kirche
Nicht nur im Landtag, auch im Kabinettsaal der Regierungsverwaltung im Saarland wird seit gestern wieder unter dem Kreuz beraten. Das berichtete der Evangelische Pressedienst (epd) am Freitag. Das Kreuz sei ein Geschenk der evangelischen Kirchen im Rheinland und der Pfalz.
08.11
08.11
Der Papst vor dem Bundestag
Hochverehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Mitglieder des Bundestages,
liebe Brüder und Schwestern,
es ist Uns nicht verborgen geblieben, daß die Ankündigung Unseres Besuches in Deutschland nicht nur auf große Freude, sondern auch auf starke Vorbehalte gestoßen ist. Angesichts des wachsenden Unmuts gegenüber unserer Heiligen Mutter Kirche sehen Wir Uns daher genötigt, einige klärende Worte abzugeben. Lassen Sie mich daher erstmals in aller Offenheit sprechen und alle Förmlichkeiten beiseite lassen.
Viele wohlmeinende Freunde im Vatikan haben mich davor gewarnt, offen zu reden. Sie fürchten, dass die Verkündung der Wahrheit unserer Mission schaden könne. Doch sie irren sich. Wenn ich irgendetwas über die Natur des Menschen gelernt habe, dann dies: Nichts weisen die Menschen weiter von sich als die Wahrheit. Vertrauen Sie mir: Ich kann hier unumwunden zugeben, dass die Verheißungen einer Auferstehung der Toten, eines Jüngsten Gerichts und eines Himmels der Erlösten nichts als falscher Trost sind – niemand wird mir glauben!
Bevor die Menschen bereit sind, sich damit abzufinden, dass sie – wie Jacques Monod es einmal recht poetisch ausdrückte – lediglich „Zigeuner am Rande des Universums sind, das taub für ihre Klagen und blind für ihre Nöte ist“, glauben sie eher, dass ich den Schlüssel zum Paradies in Händen halte.
Vor aller Welt bekenne ich daher öffentlich, dass wir, die Römisch-katholische Kirche von falschen Versprechungen leben! Doch glauben Sie mir, dies wird nichts daran ändern, dass uns die Menschen weiterhin ihr Geld geben, um sich ihre vermeintliche Seligkeit zu erkaufen.
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08.11
Die Empörten in Spanien trotzen dem Papst
Alle Versuche, den zentralen Platz in Madrid vor dem Besuch von Benedikt XVI. zu räumen, sind gescheitert
Es ist heiß im spanischen Urlaubssommer, doch die Hitze hält die "Empörten"[1] nicht von neuen massiven Protesten ab. Sie haben den zentralen Platz in der spanischen Hauptstadt Madrid nun wieder in Beschlag genommen. Die Polizei ist damit gescheitert, die "Indignados" vom "Puerta del Sol" fern zu halten. Dort werden auf den Massenversammlungen die Proteste für die kommende Woche vorbereitet, denn dann wird Papst Benedikt XVI. die spanische Hauptstadt zum katholischen Weltjugendtag besuchen.
Während überall gespart wird, soll der katholische Weltjugendtag (vom 16. bis 21. August) mindestens 50 Millionen Euro kosten. Viele fragen sich, warum eine laizistische Regierung, die sich zudem sozialistisch nennt, die Hälfte dieser Kosten übernehmen will.
Auch viele Homosexuelle schließen sich den Proteste gegen den Besuch von Benedikt XVI. an. Sie erinnern sich noch an die Verhinderungsversuche der katholischen Kirche, angeführt aus dem Vatikan, als in Spanien eine gleichgeschlechtliche Ehe mit Adoptionsrecht eingeführt wurde. Bei den Debatten schält sich heraus, dass man sich mit den Teilnehmern am Weltjugendtag aktiv konfrontieren will, damit er nicht reibungslos über die Bühne gehen kann. Um die Rechte von Lesben- und Schwulen einzufordern, soll es unter anderem ein öffentliches Massenküssen vor dem Papamobil und eine große Demonstration geben.
Das von der konservativen Volkspartei (PP) regierte Madrid hat schon von der Regierung gefordert, den Marsch zu verbieten.
08.11
Warum Atheismus Religion ersetzen wird
Atheisten sind besonders stark in wirtschaftlich entwickelten Ländern vertreten, insbesondere den Sozialdemokratien Europas. In unterentwickelten Ländern gibt es praktisch keine Atheisten. Der Atheismus ist ein auffällig modernes Phänomen. Warum rufen moderne Bedingungen Atheismus hervor? Eine neue Studie die im August veröffentlicht wird, zeigt überwältigende Beweise, dass Atheismus einhergehend mit der Lebensqualität zunimmt.
08.11
Waffenlobbyist Kauder: Christenfreie Zonen nicht hinnehmen
Zur weltweiten Achtung der Religionsfreiheit hat der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, auf der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg aufgerufen. Wie er am 7. August sagte, seien Christen die am stärksten verfolgte religiöse Gruppe weltweit.
Kauder – bekennender evangelischer Christ – betonte, dass er seine Stimme für Religionsfreiheit und Menschenwürde genauso erheben würde, wenn Christen Muslime verfolgten. Aber es seien vor allem Christen in muslimischen Ländern, die unter Verfolgung zu leiden hätten. Das vor Jahren auszusprechen, hätte noch Riesendiskussionen ausgelöst. Kauder: „Auch in meiner Landeskirche war es nicht immer möglich, so offen über Christenverfolgung zu reden.“ Aber Fakten anzusprechen, sei kein Verbrechen. Er habe deshalb alle Fraktionskollegen gebeten, bei Reisen in Länder, in denen es eine derartige Situation gebe, das Thema der Verfolgung und Benachteiligung von Christen anzusprechen. Es stehe auch auf der Agenda aller Besuchsprogramme des Außenministers und der Bundeskanzlerin. Konflikte zwischen Christen und Muslimen dürften nicht so gelöst werden, dass Christen bestimmte Regionen wie den Irak einfach verließen, Muslime aber überall zuhause seien: "Christenfreie Zonen in Regionen".
08.11
Paten, Priester und der Vatikan
Ein Amen für die Mafia ist eine aktuelle Bestandsaufnahme des traditionell schwierigen Verhältnisses zwischen katholischer Kirche und süditalienischer Mafia. Der Film führt zu wichtigen Schauplätzen - nach Rom, Sizilien und Kalabrien - und exklusiven Gesprächspartnern.
"Priester wissen über alles Bescheid"
"Die Priester waren immer Freunde, und sie halfen, wo sie konnten - gewöhnlichen Kriminellen ebenso wie echten Mafiosi." (...)
Der Pfarrer als letzte moralische Instanz
(...) Fast alle Mafiafamilien zeigen sich als strenggläubig, lassen sich taufen und besuchen jeden Sonntag die Messe. Manche beten, bevor sie morden.
08.11
Börsenturbulenzen: Kirchenbanken raten zu Gelassenheit
Die größte evangelische Kirchenbank in Deutschland rät angesichts der Turbulenzen an der Börse Anlegern dazu, Ruhe zu bewahren und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu beachten.
Am Dienstag in Dortmund sagte Ilona Pollach vom Vorstand der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) dem epd : «Wir halten die derzeitige Reaktion an den Märkten für übertrieben und glauben nicht, dass die deutsche Wirtschaft in absehbarer Zeit in eine Rezession abrutscht», Auch die Evangelische Darlehensgenossenschaft (EDG) Kiel warnt Anleger vor Panikreaktionen.
Grundsätzlich würde die KD-Bank ihren Kunden immer raten, ihre Geldanlagen zu streuen. So sollten je nach persönlicher Risikoneigung und Anlagezeitraum verschiedene Formen wie festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Immobilien gemischt werden. Sobald sich die Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft verdichteten, sollte eine Erholung der Aktienmärkte folgen, äußerte sich das Vorstandsmitglied zuversichtlich.
Die KD-Bank betreut mit ihren bundesweit 190 Beschäftigten rund 7.000 Einrichtungen in Kirche und Diakonie sowie 31.000 Privatkunden. Die über 4.200 Mitglieder der Genossenschaftsbank sind zu 90 Prozent kirchliche und diakonische Institutionen.
(...)
Die Evangelische Darlehnsgenossenschaft mit 170 Mitarbeitern an Standorten in Berlin und Kiel ist eine Universalbank für Kirchen, Diakonie, Caritas, freie Wohlfahrtspflege und Sozialwirtschaft. Das Kreditinstitut gehört eigenen Angaben zufolge zu den größten Genossenschaftsbanken Deutschlands.
(Quelle:epd)
08.11
Spanien verbietet Proteste gegen Papstbesuch
Der Papstbesuch in Madrid kommende Woche wird von der angespannten wirtschaftlichen Situation in Spanien überschattet. Polizisten haben am Wochenende die zentrale Puerta del Sol geräumt, ein Dutzend jugendlicher Demonstranten wurde verletzt. Zwar haben die Flughafen- und U-Bahn-Bedienstete ihre Streiks abgesagt, aber 140 atheistische, laizistische und christlich-progressive Gruppen für den 17. August zu einer Massendemonstration gegen die kostspielige Teilnahme von Papst Benedikt XVI. am katholischen Weltjugendtag (WJT) aufgerufen. Die Regierung hat die Demo im Zentrum von Madrid am Montag verboten.
1,5 Millionen Gläubige werden vom 16. bis 21. August beim WJT in Madrid erwartet, von 18. bis 21. August wird auch Papst Benedikt XVI. teilnehmen. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen für den Papst mit rund 10.000 Polizisten steigen die Kosten auf 55 bis 62 Millionen Euro - für die progressiven christlichen Netzwerke, Europa Laica und die Madrider Vereinigung von Atheisten und Freidenkern ein zu hoher Preis angesichts der Wirtschaftskrise.
08.11
Angesichts seines bevorstehenden Besuchs in Spanien wird Papst Benedikt XVI. eine zweifelhafte Ehre zuteil: Der Hersteller Renova bringt Klopapierrollen in Weiß und Gelb, den Farben des Vatikans, auf den Markt. Jedes Paket enthalte eine weiße und eine gelbe parfümierte Klopapierrolle, erläuterte die Firma.
08.11
Attentate in Norwegen: Seine Kirche soll ein Schwert sein
War Anders Breivik ein christlicher Fundamentalist? Ein Gespräch mit der katholischen Theologin Saskia Wendel.
DIE ZEIT: Warum haben Sie das Manifest gelesen? Manche Leute sagen, man sollte es totschweigen.
Wendel: Ich finde es politisch falsch, Gefährdungspotenziale zu tabuisieren. Das betrifft auch solche religiösen Legitimationsversuche.
DIE ZEIT: Ist Anders Breivik ein christlicher Fundamentalist?
Wendel: Ja und nein. Einerseits bezeichnet er sich als nicht religiös, andererseits nimmt er das Christentum in Anspruch, um sein Handeln zu legitimieren. Er hat ein ganz klar christlich aufgeladenes Weltbild und misst der katholischen Kirche die Funktion zu, Schwert im sogenannten Kampf um Europa zu sein. Er sagt, der Papst wäre das schärfste Schwert, wenn er denn richtig funktionieren würde.
DIE ZEIT: Wie sieht Breiviks ideale Kirche aus?
Wendel: Er fordert nicht nur eine Revitalisierung des Christentums, sondern auch eine konservative Revolution der katholischen Kirche. Er will die Öffnungen, die das Zweite Vatikanum in den sechziger Jahren vollzogen hat, rückgängig machen und den alten Exklusivismus ins Recht setzen. Extra ecclesiam nulla salus: Die katholische Kirche ist die einzig wahre Kirche. Er kritisiert ihr Bekenntnis zur Religionsfreiheit und die Öffnung zum Islam.
DIE ZEIT: Damit steht er aber nicht allein.
Wendel: Nein, das sind klassische Topoi des katholischen Traditionalismus. Breivik hat zutiefst antimoderne Einstellungen etwa zur Abtreibung, zur Empfängnisverhütung, zur Geschlechtergerechtigkeit. Deshalb polemisiert er auch gegen Frauenordination und gegen die Anerkennung von Homosexualität durch die Kirche. Er lobt den Reichtum der Liturgie und die apostolische Sukzession, setzt die Autorität des katholischen Lehramtes gegen beliebige Deutungen der Schrift und betont die Unfehlbarkeit des Papstes.
DIE ZEIT: Und was hat er gegen den amtierenden Papst?
Wendel: Der Papst soll nach Meinung des Attentäters ein crusader pope sein, der zum Kreuzzug aufruft. Da würde Benedikt XVI. versagen, findet Breivik. Im Übrigen hält er alle Päpste seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, also seit Johannes XXIII., für illegitim.
DIE ZEIT: Was ist Konservatismus, was Fundamentalismus?
Wendel: Konservative Katholiken, die viele von Breiviks Ansichten teilen, sind deshalb noch keine Fundamentalisten. Aber es gibt durchaus eine fließende Grenze. Mit Furcht vor Freiheit und Pluralität fängt es an, und wenn dann noch ein überzogenes Sendungsbewusstsein ins Spiel kommt, wenn das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr anerkannt wird, wenn aus religiösen Überzeugungen direkt politische Forderungen abgeleitet werden – dann wird die Grenze zum Fundamentalismus überschritten. Bei bestimmten traditionalistischen Gruppierungen in der katholischen Kirche gibt es womöglich auch antidemokratische Einstellungen. Sollte hier ein Gewaltpotenzial entstehen, muss der Staat seine Schutzfunktion erfüllen. Das sind dann keine rein innerkirchlichen Angelegenheiten mehr.
(...)
DIE ZEIT: Haben Sie Verständnis dafür, dass manche Christen jetzt sagen, Breivik sei kein Christ?
Wendel: Ja, aber ich halte diese Position für naiv. Die Kirchengeschichte zeigt, dass es immer Christen gab, die im Namen des Seelenheils oder der Rettung der Welt mordeten. Wer christlichen Fundamentalismus tabuisiert, der leistet dem Irrtum Vorschub, religiösen Terror gebe es nur im Islam.
DIE ZEIT: Bei christlichem Fundamentalismus denken wir sonst an die Evangelikalen in den USA.
Wendel: Der Bibelbelt ist nur die eine Seite. Diese Leute, die vor Abtreibungskliniken demonstrieren, sind nicht das Gefährlichste. Religiösen Wertetraditionalismus in die Sphäre der Politik zu übertragen und wie Breivik die katholische Kirche wegen ihrer hierarchischen Struktur zu feiern, das ist fatal. Denken Sie an Carl Schmitt, der die katholische Kirche als Modell für die politische Form des Nationalsozialismus reklamierte.
DIE ZEIT: Wovor fürchten Sie sich heute?
Wendel: Vor einem Konglomerat aus antimodernen, antiliberalen und antidemokratischen Affekten. Bestimmten traditionalistischen Katholiken geht es nicht nur um Christentum als Bollwerk gegen den Zeitgeist, sondern um Kirche als Beispiel für die Struktur von Staat und Gesellschaft.
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(...) Christliches Morden? Mir ist nicht bekannt, dass Christen Jagd auf islamische Ordensleute oder Muftis machen würden oder islamische Politiker ermorden würden – das geht doch eher in die umgekehrte Richtung, in Pakistan, im Sudan, in Nigeria, in Ländern oder Landstrichen also, wo die islamische Mehrheit keine andere Religion neben sich duldet, und mit Multikulti nun überhaupt nichts am Hut hat.
(...) In einem Interview, nun wieder in der „Zeit“, erklärt die katholische Theologin Saskia Wendel, dass Breivik „klassische Topoi des katholischen Traditionalismus“ besetzt. Er habe „zutiefst antimoderne Einstellungen etwa zur Abtreibung, zur Empfängnisverhütung, zur Geschlechtergerechtigkeit“. Er ist „gegen die Frauenordination und gegen die Anerkennung von Homosexuellen durch die Kirche“. Wusste Breivik eigentlich, was er da angerichtet hat, gerade im innerkirchlichen Dialog?
Unnötig zu sagen, dass Saskia Wendel zu den Unterzeichnern des progressiven Theologenmemorandums zur Liberalisierung der Kirchen gehört. Also: Romtreue Katholiken, durchatmen. Ihr steht ab sofort unter Beobachtung. Ihr werdet in einem Atemzug mit einem Massenmörder genannt.
(...) So geht das derzeit. Jeder wird überprüft. In der Instrumentalisierung eines entsetzlichen Massenmordes gibt es offenbar keine Hemmschwellen mehr. Wir erleben derzeit ein grauenhaftes Déjà-vu, eben eine Neuauflage jener dümmlichen Politisierung in Linke und Rechte, die die älteren unter uns aus den ideologisch überhitzten siebziger Jahren kennen.
Damals ging der Staat auf Sympathisantenjagd und durchsuchte Flugblätter und Wohnungen, überwachte Telefongespräche und Gesinnungen. Und die andere Seite machte Jagd auf Verräter in den eigenen Reihen.
Diesmal gibt es ein Re-Match durch das gesetzte linke Bürgertum, eben nicht durch den Staat, sondern durch eifrige Schnüffler und rasende Mitläufer der sozialdemokratischen Selbstgerechtigkeit, die ausgrenzender (Sarrazin!) und um einiges gehässiger auftreten als ihre norwegischen Kollegen.
Bei uns rastern sie und nutzen die Chance, auszuteilen und Rechnungen zu begleichen, ob eifrige Milchbärte oder gestandene Ausgebuffte, sie verleumden, sie klittern, sie fahnden ohne höheren Auftrag, jeder mit der Lupe unterwegs auf der Suche nach "Stellen".
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kath.net: Wenn der 'katholische Reformflügel' die 'Gunst der Stunde' nützt
Kölner Theologin Saskia Wendel instrumentalisiert den Massenmörder von Oslo für ihre kirchenideologischen Ansichten - Matthias Matussek übt scharfe Kritik...
Der bekannte katholische Journalist Matthias Matussek hat auf "Spiegel Online" scharfe Kritik an der Verzweckung des norwegischen Terroristin Breivik durch die katholische Theologin Saskia Wendel geübt. Die Unterzeichnerin des antikirchlichen Theologenmemorandums hatte in einem Interview mit der "Zeit" ernsthaft behauptet, dass dieser "ein ganz klar christlich aufgeladenes Weltbild" habe. Wendel, die an der Uni Köln Systematische Theologie lehren darf...
Für ihn (Matussek) stehe fest, dass Wendels Argumentation nur als eine "handfeste Warnung und Einschüchterung" gelesen werden könne. "Dass eine linke Theologin in einer weltanschaulichen Debatte so unverhohlen nach der Polizei ruft, ist dann doch ein Novum." Für den Journalisten gibt es "in der Instrumentalisierung eines entsetzlichen Massenmordes" offenbar keine Hemmschwellen mehr. "Bei uns rastern sie und nutzen die Chance, auszuteilen und Rechnungen zu begleichen, ob eifrige Milchbärte oder gestandene Ausgebuffte, sie verleumden, sie klittern, sie fahnden ohne höheren Auftrag, jeder mit der Lupe unterwegs auf der Suche nach "Stellen".
KATH.NET hat das Erzbistum Köln um eine Stellungnahme zum umstrittenen Interview der Kölner Theologin Saskia Wendel ersucht und wird weiter berichten.
08.11
08.11
Bischof Abromeit: Christentum ist keine zerstörerische Religion
Der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Foto) hat am Sonntag (7. August 2011) in der Diskussion um das Attentat in Norwegen Vorwürfe zurückgewiesen, der christliche Glaube sei eine „zerstörerische Religion“ und der Attentäter ein „christlicher Fundamentalist“.
Dies habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun, sagte Abromeit im Greifswalder Dom St. Nikolai. „Es gilt eine echte religiöse Sehnsucht, die nach mehr als dem Vorfindlichen fragt, zu unterscheiden von angemaßten Weltsäuberungsplänen. Der christliche Glaube ist seit seinen Ursprüngen multikulturell. Er hat nichts gemein mit den nationalistischen Vorstellungen engstirniger Menschen“, sagte Abromeit und wies auch Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, der das Attentat als „christlichen Terror“ bezeichnet hatte.
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08.11
CDU-Ministerpräsidentin: Papstbesuch ist "historisches Ereignis"
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sieht in dem bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. in ihrem Bundesland «ein Ereignis von historischer Bedeutung».
08.11
Schwarzbuch Esoterik: Pfarrer Fliege macht Reibach im Esoterik-Business
Er ist Deutschlands bekanntester TV-Pfarrer, 2009 erhielt Jürgen Fliege das Bundesverdienstkreuz
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Aufregung im "religiösen Supermarkt"
Sich es mit Nena, Hape Kerkeling und Ex-TV-Pfarrer Jürgen Fliege gleichzeitig zu verscherzen, haben noch nicht viele Menschen geschafft. Ursula Caberta schon. In ihrem neuen "Schwarzbuch Esoterik" warnt die Hamburger Sektenexpertin, die vor einigen Jahren durch ihre Jagd auf deutsche Scientologen bekannt wurde, vor den Gefahren des boomenden Esoterikmarktes - und mahnt die drei Promis als Symbolfiguren dieses neuen Trends ab.
Denn die Esoterikbranche mit ihren heilsamen Steinen, Armbändern, Meditationsseminaren und Aurabesprechungen floriere auch deshalb, weil viele Prominente ihre spirituellen Höhenflüge "herumposaunen", glaubt Caberta. Wenn Hape Kerkeling, den sie sehr schätze, sich als "Buddhist mit christlichem Überbau" bezeichne, befeuere das viele verunsicherte Menschen darin, sich ihre eigene Religion zusammenzubasteln.
Bei den Betroffenen ist die Empörung ist groß. Pfarrer Fliege, der über seine Homepage für 39,95 Euro sein Heilwasser "Fliege-Essenz" anbietet, wehrte sich gegen den Vorwurf, er sei "ohne Hemmungen vom evangelischen Pastor zum Esoteriker mutiert", und auch die Kirche weist die Kritik an ihrer Institution zurück. Fliege sieht Cabertas Vorwürfe geradezu als Angriff gegen das Christentum und seine spirituellen Traditionen: "Wir Christen glauben ja schließlich, dass beim Abendmahl Wein zum Blut Christi und eine Oblate zum Leib Christi werden kann", gibt der Theologe zu bedenken.
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TV-Pfarrer Fliege verteidigt seine 'Fliege Essenz'
Hatte EKD-Ratsvorsitzender für esoterisch-christliche Tagung zugesagt?
Tutzing (kath.net/idea) Der evangelische Theologe und TV-Pfarrer Jürgen Fliege (Tutzing am Starnberger See) steht für den Verkauf seiner „Fliege Essenz“ und die Ausrichtung einer Tagung in der Kritik, bei der Geistheiler auftreten. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ (Berlin) und auf seiner Website verteidigt Fliege seine Aktivitäten. Auf seiner Website wirbt der TV-Pfarrer für die „Fliege Essenz“ (95 Milliliter für 39,95 Euro) mit dem Hinweis, dass er über sie gebetet und seine Hände aufgelegt habe. Dazu erläuterte er gegenüber „Bild am Sonntag“ (Ausgabe vom 14. August): „Ich lege meine Hände auf die Maschine, in der die Essenz hergestellt wird. Ich spreche das Vaterunser und 1. Korinther 13.“ Ähnliches würden andere Männer Gottes auch machen: „Der katholische Priester verwandelt mit Beten Leitungswasser in Weihwasser.“ Ein Mensch, der diese Essenz kaufe, sei wahrscheinlich einsam. Wenn er sich dreimal täglich bei der Einnahme der Essenz sage „Ich liebe, ich glaube, ich will zuversichtlich sein“, wirke sie wie eine Meditation oder Selbsthypnose.
Fliege: „Jesus ist als Heiler bekannt geworden“
Gegenüber der Zeitung ging Fliege auf die Kritik am „Wörishofener Herbst“ ein, einem fünftägigen Kongress im Allgäu, den sein Verlag vom 28. Oktober bis 1. November zum dritten Mal veranstaltet. Im Programm werden auch Geistheiler, ein Schamane und Frauen, die angeblich in Kontakt mit Engeln stehen, als Mitwirkende angekündigt. Bei seinem Kongress würden Handaufleger auftreten, weil dies eine uralte christliche Tradition sei, sagte Fliege. Der TV-Pfarrer weiter: „Jesus ist als Heiler, als Handaufleger bekannt geworden. Das Auseinanderfallen von Spiritualität und Medizin ist eine Katastrophe.“ (...)
Im Programm des Kongresses „Wörishofener Herbst“ wird die Mitwirkung des EKD-Ratsvorsitzenden und Präses der rheinischen Kirche, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), angekündigt. Dazu hatte der Pressesprecher der rheinischen Kirche, Jens Peter Iven (Düsseldorf), gegenüber idea mitgeteilt: Es habe zwar eine Anfrage von Fliege gegeben, „der Präses hat die Einladung aber nicht angenommen“, so Iven. Auf seiner Internetseite verbreitet Fliege nun eine Pressemeldung mit der Überschrift „Nikolaus Schneider wollte doch nach Wörishofen“. Fliege bezieht sich darin auf eine E-Mail, die er am 12. August vom EKD-Ratsvorsitzenden erhalten habe. Darin hätte Schneider seine ursprüngliche Zusage zum Kongress in Bad Wörishofen bestätigt, die er allerdings „wegen Terminproblemen um die Verleihung der Luthermedaille herum“ absagen müsse. Laut Fliege schreibt Schneider in der E-Mail auch, sein Pressesprecher wisse, „dass ich bei aller schwierigen Vergangenheit einen respektvollen Ton der EKD Dir gegenüber wünsche. Und er weiß auch, dass ich zu Dir stehe“. Eine kirchliche Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten.
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TV-Pfarrer Fliege: Dass Frau Caberta mithilfe des Hamburger Senats, also mit Steuergeldern, Menschen wegen ihres Glaubens diffamiert, tut mir am meisten weh
(...) Der von ihm beworbene Mauertrockner funktioniere. “Wenn ein Scientologe wie auch seine Konkurrenz ein Gerät herstellt, von dessen Wirksamkeit in meinem Haus, in Kirchen, Gemeindehäusern sich sogar TV-Teams haben überzeugen können, dann weiß ich in unserer speziellen deutschen Situation nicht, warum ich die Akzeptanz eines Produkts an der religiösen Überzeugung des Herstellers festmachen soll.” Der Hersteller des Produkts hätte wie andere auch für die Werbung in seine Sendung bezahlen müssen.
08.11
Schwere Vorwürfe: Juristisch wie menschlich höchst bedenklich
Netzwerk Katholischer Priester zum geplanten Forschungsobjekt der Deutschen Bischöfe zur Aufarbeitung sex. Missbrauchs: Wir protestieren entschieden gegen die beabsichtigte pauschale Herausgabe aller Personalakten zum Zwecke eines Forschungsobjekts
Das Netzwerk Katholischer Priester hat am Wochenende Kritik an dem geplanten "Forschungsprojekt zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich" geübt und die Deutschen Bischöfe ersucht, in aller Form ihr Vorgehen zu überdenken und von den bisherigen Planungen Abstand zu nehmen. Zuletzt hatte am Freitag die Deutsche Bischofskonferenz eine Stellungnahme veröffentlicht und zugesichert, dass es bei dem Projekt keinerlei direkten Einblick in Personalakte geben werde.
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08.11
Von Fundamentalisten die keine sein wollen
Ihre Mitglieder gelten als fromm, evangelikal, fundamentalistisch – und fühlen sich stigmatisiert. Nach den Anschlägen in Oslo sah sich die Evangelische Allianz zu einer offiziellen Stellungnahme genötigt. Zentralsekretär Hansjörg Leutwyler erklärt, weshalb.
08.11
Tebartz-van Elst: Religion macht das Leben reich
„Religion macht das Leben reich und weitet den Horizont“, ist die Kernbotschaft eines Briefes, den Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst von Limburg an die Eltern von Schulanfängern im Bistum Limburg geschrieben hat. Am kommenden Montag werden im Bistum Limburg wieder viele Kinder in die Grundschulen eingeschult, weshalb der Bischof die Chance nutzen möchte, für die Teilnahme am Religionsunterricht zu werben. Dem persönlichen Schreiben des Oberhirten liegt auch eine Gebetskarte bei, heißt es in einer Mitteilung der Diözese. Das Evangelium, so Bischof Franz-Peter in seinem Brief, sei die gute Nachricht des Lebens, die Kindern nicht vorenthalten werden dürfe. „Kinder haben ein Recht auf Religion und auf den Religionsunterricht ab dem ersten Schuljahr, also von Anfang an“, betont der Bischof.
08.11
Eva Herman [AUF – Partei für Arbeit, Umwelt und Familie]: Gleichberechtigung 'entehrt'
Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Das steht so im Grundgesetz. Dass die für das Mutterkreuz etwas zu spät geborene Ex- Tagesschau -Sprecherin davon gar nichts hält, hat sie nicht nur durch ihre skandalösen Äußerungen zur angeblich so vorbildlichen Rolle der Mütter im Nationalsozialismus (diese Interpretation ist mittlerweile höchstrichterlich abgesegnet) deutlich gemacht, sondern auch in zahlreichen weiteren Publikationen. ["Eva Herman: Gleichberechtigung ‘entehrt'" weiterlesen »]
08.11
Vom Sozialismus zur säkularen Gesellschaft: Kirche in der Gegenwart
Entkirchlichung - In der DDR mussten die Kirchen ihren eigenen Weg finden, um in der sozialistischen Gesellschaft ihrem Auftrag gerecht zu werden. Die Politik der SED führte auch zu einer Entkirchlichung im Osten Deutschlands. Der hohe Anteil Konfessionsloser in den neuen Bundesländern stellt die Kirchen heute vor eine missionarische Herausforderung, die auch für den Westen Deutschlands ein Beispiel sein kann.
Die Kirchen Ostdeutschlands erlebten nicht nur die Diktatur des Nationalsozialismus, sondern auch vierzig Jahre lang die "Diktatur des Proletariats" in Form des SED-Regimes mit seinem Wahrheits- und Totalitätsanspruch. Auch wenn hier Zeiten der offenen Konfrontation mit Phasen der Diplomatie wechselten, es blieb das erklärte Ziel des SED, die Kirche gesellschaftlich zu marginalisieren; eine offene Beteiligung der Kirche am gesellschaftlichen Leben war nicht gewünscht.
Kirche im Sozialismus
Der Mauerbau im Jahre 1961 bedeutete dann auch die Isolation der ostdeutschen Kirchen von der EKD, auch wenn es bis zur Gründung des Bundes der Evangelischen Kirchen der DDR noch Jahre dauern sollte (1969).
Diskussion in der Community
Dessen Gründung war nicht nur ein organisatorischer Akt, sondern wollte bewusst der kirchlichen Arbeit unter den Bedingungen des Sozialismus dienen: Während in den westlichen Kirchen weiterhin stabile volkskirchliche Zustände herrschten, gerieten die Kirchen der DDR zunehmend in eine Diasporasituation. Vor allem standen sie einem Staat gegenüber, der das Verschwinden von Religion als geschichtliche Notwendigkeit postulierte. Ferner schien die Teilung Deutschlands schien unwiderruflich. So wurde es immer wichtiger, sich bewusst auf die gesellschaftliche Situation in der DDR einzulassen und nach dem alten Prophetenwort auch unter den Bedingungen des Sozialismus "der Stadt Bestes zu suchen...".
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Entkirchlichung ist kirchlicher Supergau
Im Ergebnis bedeutete die DDR-Geschichte einen "Supergau für die Kirche", wie es der Religionssoziologe Ehrhart Neubert formuliert. In nicht ganz zwei Generationen erfolgte ein durchschnittlicher Rückgang der Christen von 94% auf 30% und etwa eine Verzehnfachung der Konfessionslosen von knapp 6% auf zwei 66 % der Bevölkerung. Dabei sind zwei Drittel der ostdeutschen Konfessionslosen schon immer konfessionslos. In der Sprache des Gleichnisses vom "verlorenen Sohnes": Sie sind nicht selbst in die Fremde gegangen, sondern bereits in der Fremde geboren! Sie kennen den "Vater" nicht mehr, der auf sie wartet - und keiner hat ihnen von ihm erzählt. Sie haben nicht nur Gott vergessen, sondern vergessen, dass sie Gott vergessen haben. Und manche befürchten, dass wir Antworten auf Fragen geben, die sie gar nicht mehr verstehen. Auch wenn man sich dieser These nicht anschließen mag - das alles ist eine missionarische Herausforderung ersten Ranges.
"Diaspora"-Beispiele
Textquelle Verfolgte Schüler
Anm., Hinweise IGENRAD
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11.12. [1950] DDR; Ev. Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen: "...der Christ ist willig und bereit, der Obrigkeit untertan zu sein und ihren Gesetzen und Anordnungen zu gehorchen...wird jeder Regierung zu allen Zeiten und in allen Völkern das Recht zur Forderung eines unbedingten Gehorsams bestreiten... Solange die Regierung versucht, die materialistische Weltanschauung der gesamten Bevölkerung aufzuzwingen und das gesamte öffentliche Leben nach den Grundsätzen dieser Weltanschauung zu gestalten, werden die Schwierigkeiten im gegenseitigen Verhältnis von Kirche und Staat nicht aufhören, sondern sich verschärfen, wenn anders die Kirche ihrem Bekenntnis und ihrer Sendung treu bleibt..." > verfolgte Schüler
- zur "Diktatur des Nationalsozialismus (...) mit seinem Wahrheits- und Totalitätsanspruch": Bekennende Kirche Ostpreußen: Wir sagen "Ja" zum Hakenkreuz, dem Siegeszeichen Adolf Hitlers, dem Siegeszeichen des Nationalsozialismus, dem Zeichen der Hoffnung unsres geeinten Deutschen Reiches. Gern und freudig flaggen wir unsre Häuser und Kirchen mit der Hakenkreuzfahne und bezeugen damit vor aller Welt: Wir folgen dem Führer! Wir gehorchen dem Führer als unsrer gottgegebenen Obrigkeit! --- Gesetzblatt der Deutschen Evangelischen Kirche: Als evangelische Christen, die es von ihrem Reformator Martin Luther gelernt haben, in der Obrigkeit eine gute Ordnung Gottes zu ehren, schließen wir alle Gedanken, die uns an diesem Tage bewegen, in der Fürbitte für den Führer und seine Mitarbeiter zusammen. --- Bekennende Kirche: Die Evangelische Kirche ehrt im Staate eine von Gott gesetzte Ordnung. Sie fordert von ihren Gliedern treuen Dienst in dieser Ordnung und weist sie an, sich in das völkisch-politische Aufbauwerk des Führers mit voller Hingabe einzufügen.
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20.06. [1953] DDR; SED-Politbüro-Beschluß zur "Aburteilung der bei Ausschreitungen Verhafteten" beauftragt Justizmin. Fechner u. Generalstaatsanwalt Dr. Melsheimer "die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die im Zusammenhang mit den Ausschreitungen der letzten Tage Verhafteteten ab Sonntag, den 21.6.1953, zur Aburteilung gelangen" und zur Bildung eines Operativstabes, das SED-Politbüro stellt fest: "Zu den Provokationen am 17.Juni 1953 verhielten sich die Kirchenleitungen neutral. Die Landeskirchen Sachsen und Thüringen setzten sich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit ein."
Wochenschau: Aufstand des 17. Juni, 1953
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22.09. [1954] DDR; Weimar, 7. CDUD-Parteitag mit über 1 000 Delegierten, Otto Nuschke wird erneut 1. Vors., in seiner Rede sagt er u.a. "...daß von einer Gegnerschaft des Staates gegenüber der Kirche, von offenen oder versteckten Versuchen einer Abschnürung und Einengung nicht die Rede sein kann. Es ist zwar eine Tatsache, daß viele Persönlichkeiten in der Regierung, in den politischen Organisationen und in den Verwaltungsstellen Anhänger einer anderen Weltanschauung sind. Das hindert sie jedoch nicht, die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung der Kirchen realistisch einzuschätzen, in ihren positiven Möglichkeiten zu erkennen und dementsprechend zu handeln." (Nuschke wird 1955 Dr. rer. pol. h.c. der Karl-Marx-Universität Leipzig), Gerald Götting wird Generalsekretär und sagt u.a.: "...daß es in unserer gesellschaftlichen Entwicklung bisher noch keine Epoche gegeben hat, in der soviel Grundlagen der christlichen Menschen mit dem Handeln und Schaffen der gesamten Gesellschaft in Übereinstimmung zu bringen waren." In der Parteitagsentschließung wird erklärt, die CDU "setzt in nationaler und christlicher Verantwortung alle Kraft für die Festigung der DDR ein. Sie sieht in der DDR die Basis für die...gerechte Ordnung realer Demokratie und den Staat, der sich die große humanistische Aufgabe gestellt hat den Frieden zu sichern."
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21.07. [1958] DDR; Kommuniqué zwischen Vertretern der evangelischen Kirche und DDR-Regierung u.a.: "...der gegen den Staat erhobene Vorwurf des Verfassungsbruchs wird nicht aufrecht erhalten...Die Vertreter der ev. Kirchen der DDR erklären, daß die Kirche...auch grundsätzlich mit den Friedensbestrebungen der DDR...übereinstimmt. Ihrem Glauben entsprechend erfüllen die Christen ihre staatsbürgerlichen Pflichten auf der Grundlage der Gesetzlichkeit. Sie respektieren die Entwicklung zum Sozialismus..."
- Friedensbestrebung(en) - eine große humanistische Aufgabe auch in den späten 80ern
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13.08. [1958] DDR; "Berliner Zeitung", Stellungnahme des Bund evangelischer Pfarrer: "Der Bund evangelischer Pfarrer in der DDR ruft alle Kirchenleitungen, Amtsbrüder und anderen Mitarbeiter der Evangelischen Kirchen in der DDR auf, zu helfen, daß die Erklärung (Sicherung der Ordnung und Stetigkeit im Erziehungs- u. Bildungsprozeß der allgemeinbildenden Schulen der DDR-Regierung) nicht Papier bleibt sondern Gestalt und Leben gewinnt..."
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04.12. [1960] DDR; Evangelische Kirche der Union (EKU) als eigenständige Kirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ruft in einem "Wort an die Gemeinden" die Christen in der DDR zum 'Ausharren und nicht in die Flucht zu gehen' auf!!!
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20.12. [1965] DDR; Volkskammer verabschiedet Familiengesetzbuch, § 3(1) Es ist die vornehmste Aufgabe der Eltern, ihre Kinder in vertrauensvollem Zusammenwirken mit staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen zu gesunden und lebensfrohen, tüchtigen und allseitig gebildeten Menschen, zu aktiven Erbauern des Sozialismus zu erziehen, § 4 Die staatlichen Organe, insbesondere die Organe der Volksbildung, der Jugendhilfe...und die Organe der Rechtspflege sind verpflichtet, in geeigneter Weise...den Eltern bei der Erziehung der Kinder zu helfen. § 42 regelt das elterliche Erziehungsrecht und dessen Ziel, die "sozialistische Einstellung zum Lernen und zur Arbeit, zur Achtung vor den arbeitenden Menschen, zur Einhaltung der Regeln des sozialistischen Zusammenlebens, zur Solidarität, zum sozialistischen Patriotismus und Internationalismus" (ein Fluchtversuch, Ausreiseantrag oder "staatsfeindliche Hetze" verstossen gegen dieses Ziel), § 50 regelt die Entziehung des Erziehungsrechtes bei schwerer schuldhafter Verletzung der elterlichen Pflichten (ein Fluchtversuch, Ausreiseantrag oder "staatsfeindliche Hetze" verstossen gegen dieses Ziel), § 70 regelt die Adoption ohne Zustimmung eines oder beider Elternteile, §§ 88-97 regeln die Vormundschaft über Minderjährige –"§ 89, Abs. 3 Das Organ der Jugendhilfe kann die Vormundschaft selbst führen" (der zweite Gesetzentwurf war am 15.4.65 der Bevölkerung zur Meinungsäußerung vorgestellt worden, beide Kirchen machten daraufhin Eingaben wegen der o.g. Paragraphen) (> 3.3.1966/ 1.4.1966), CDUD-Sprecher Dr. theol. Herbert Trebs erklärt in der Volkskammer: "Recht verstanden sind die humanistischen Ziele und Leitvorstellungen des christlichen Glaubens und die Grundsätze der zehn Gebote der sozialistischen Moral keine Gegensätze. Indem dies noch einmal deutlich gemacht wird, besteht seitens der CDU...volle Zustimmung auch zu jenen Formulierungen des Familiengesetzbuches, in denen von der sozialistischen Gesellschaftsordnung u. der sozialistischen Moral die Rede ist."
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22.09. [1966] DDR; Staatsratsvors. Walter Ulbricht verleiht thüringischen Landesbischof Dr. Mitzenheim den Orden "Stern der Völkerfreundschaft": "Es gibt eine Kirche die für humanistische Prinzipien in christlicher Verantwortung...sorgt. Das ist die Kirche der DDR."
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10.06. [1969] DDR; ev. DDR-Landeskirchen trennen sich von gesamtdt. EKD zur Bildung vom "Bund Evangelischer Kirchen" ("Die Kirchenleitungen der ev. Kirche in der BRD und in der DDR geben sich gegenseitig frei, weil die Verkündigung des Evangeliums die jeweils besondere Situation der Gesellschaftsordnung berücksichtigen muß", Mitbegründer Bischof Albrecht Schönherr: "Landesgrenzen sind Kirchengrenzen", das SED-Politbüro stimmt am 25.7.69 der Vorlage "Bildung eines Bundes ev. DDR-Landeskirchen" zu) (>2./6.7.71, Kirche im Sozialismus)
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10.09. [1969] DDR; 1.Synodaltagung Bund Evangelischer Kirchen in der DDR (Kirche i. Sozialismus), Oberkirchenrat Dr. h.c. Ingo Braecklein (1933 NSDAP, 1959 IM "Ingo") wird als Präses der Bundessynode gewählt
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2./6.7. [1971] DDR; Eisenach, Bund Ev. Kirchen, 1. Synode/ 3.Tagung endet mit Prägung der Formel "Kirche in der sozialistischen Gesellschaft...In dieser so geprägten Gesellschaft, nicht neben ihr, nicht gegen sie" wird im Laufe der Zeit "Kirche im Sozialismus"; andere Quellen zitieren "Wir wollen nicht Kirche gegen, nicht Kirche neben, sondern Kirche im Sozialismus sein." (es ist seit geraumer Zeit möglich sowohl an Jugendweihe und mit zeitlichem Abstand an der Konfirmation teilzunehmen - aber die zuvor Verfassung-verletzend verfolgten Schüler?)
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12./13.1. [1973] DDR; Ausschuß "Kirche und Gesellschaft": "Als Christen müssen wir uns dem richtigen und notwendigen Anliegen stellen, das im Konzept der sozialistischen Einheitsgesellschaft enthalten ist..."
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28.05. [1973] DDR; Synode d. Bund Evangelischer Kirchen: "Kirche im Sozialismus wäre die Kirche, die dem christlichen Bürger und der einzelnen Gemeinde hilft, daß sie einen Weg in der sozialistischen Gesellschaft in der Freiheit und Bindung des Glaubens finden und bemüht sind, das Beste für alle und für das Ganze zu suchen..."
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13.01. [1975] DDR; der wegen "Republikflucht" im Namen des Volkes verurteilte Wolfgang Defort flüchtet aus dem Gefängnis Brandenburg, im evangelischen Pfarrhaus Forst-Eulo bittet er um Kleidung, die Pfarrer informieren die Stasi, Bischof Albrecht Schönherr verteidigt Deforts Auslieferung durch die Pfarrer
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29.6./3.7. [1976] Schweiz; Genf, Lutherischer Weltbund berät zur "Verantwortung der Kirche bei der Förderung der Menschenrechte" (in der Allgemeinliteratur wird 1976 ein Besuch vom, im gleichen Jahr zum Mitgl. der Weltkirchenrat-Menschenrechtskommission ernannten ev. Konsistorialpräsident Manfred Stolpe bei einer LWB-Tagung in Genf erwähnt bei der Kirchenjurist u. Menschenrechtsexperte M. Stolpe u.a. verkündet "Insgesamt ist festzustellen, daß die universalen Menschenrechte, zu deren innerstaatlicher Achtung sich die DDR völkerrechtlich verpflichtet hat, in ihrer Staats - und Rechtsordnung verbindlich gelten.") > verfolgte Schüler / Bildungsdiskriminierung (07.1990 wird Dr. h.c. Stolpe SPD-Mitglied und 11.1990 SPD-Min.Präs. in Brandenburg) (>18.8.76/ 6.3.78/ 13.1.90/ 1.11.90/ 18.1.92/ 22.11.2001)
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15.09. [1976] DDR; Burgscheidungen, CDU-Hauptvorstand-Tagung, der CDU-Vors. Gerald Götting referiert über "Bürgerpflicht und Christenpflicht" und behauptet "Der sozialistische Staat gewährleistet Gewissens- und Glaubensfreiheit auch und vor allem dergestalt, daß er in keiner Weise in die Verkündigung des Wort Gottes oder in andere innerkirchliche Angelegenheiten eingreift, die von den Kirchen u. anderen Religionsgemeinschaften selbst auf der Grundlage der für alle geltenden Rechtsordnung und Gesetzlichkeit - beginnend bei unserer Verfassung - geregelt werden..." > verfolgte Schüler
- (21.12. [1976] BRD; ARD, DDR-Korrespondent Lothar Loewe beschreibt in der 'Tagesschau' Situation an innerdeutscher Grenze mit den Worten: "Hier in der DDR weiß jedes Kind, daß die Grenztruppen den strikten Befehl haben, auf Menschen wie auf Hasen zu schießen", er wird daraufhin ausgewiesen)
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06.03. [1978] DDR; Treffen des Staatsrats-Vors. Erich Honecker, dem Leiter Arbeitsgruppe Kirchenfragen des ZK Rudi Bellmann, dem ZK-Sekretär Paul Verner, dem Staatsratssekretär Heinz Eichler (ex-NSDAP, SED, er erfüllte die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Proletariats) sowie dem Stellverteter des Staatssekretariats für Kirchenfragen Hermann Kalb (CDU) mit dem Vorstandsvors. der Konferenz ev. Kirchenleitungen Bischof Albrecht Schönherr, dem Bischof Dr. Werner Krusche, dem BEK-Sekretariatsleiter Manfred Stolpe (er erfüllte die politischen Kriterien sozialistischer Begabtenförderung der Diktatur des Proletariats), dem Synodalpräsidiums-Präs. Kurt Domsch, dem Synodalpräsidiums-Mitgl. Christina Schultheiß und Präses Siegfried Wahrmann; Honecker unterstreicht Prinzip der Chancengleichheit für alle Bürger u. behauptet "dementsprechend stehe in der DDR jedem Bürger...der Weg zu hoher Bildung...offen" und erklärt nachdrücklich, die Freiheit der Religionsausübung sei garantiert (weder er noch Margot Honecker enden die Menschenrechte verachtende verbrecherische DDR-Bildungsdiskriminierung, ihre Freunde im Geiste beschönigen später das Verbrechen dieser gezielten sozialistischen Bildungsdiskriminierung mit dem Begriff "fehlender Chancengleichheit") > verfolgte Schüler (>5.12.81/ 28.12.2000/ 4.12.2001) "Neues Deutschland" berichtet: "Vorsitzender Bischof Albrecht Schönherr nahm den Gedanken 'Kirche im Sozialismus' bestätigend auf." > verfolgte Schüler
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24.11. [1980] DDR; Berlin, Dr. Schalck-Golodkowski informiert SED-ZK Gen.-Sekr. Honecker mit kommunistischem Gruß "daß heute eine Vereinbarung mit der Evangelischen Kirche über eine Gutschrift von 48 000 000 VM (DM) unterzeichnet wurde...Damit beträgt der Kontenstand des Kontos 628 DM 83 000 000."
- 21 Tonnen Gold im Keller
Alexander Schalck-Golodkowskis Geheimimperium KoKo: Äpfel für das Volk, Orchideen und Brillanten für die Funktionäre
 
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10.11. [1983] DDR; 500. Geburtstag Martin Luthers, Feierlichkeiten werden vom stellv. Vorsitzenden des Bundes evangelischer Kirchen der DDR, Oberkonsistorialrat Dr. Manfred Stolpe, zur Verteidigung der "Kirche im Sozialismus" u.a. durch seine Forderung: "Die Kirchen sind kein Oppositionslokal" genutzt, (vgl. "Deutsche Christen" in NS-Zeit)
- Bekennende Kirche, Kanzelabkündigung am dritten Adventsonntag 1935: Wir stehen zu unserem Wort: Wir wollen keine Zufluchtsstätte politisch unzufriedener Elemente sein.
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22./28.1. [1985] DDR; Berlin, in Übereinkunft mit Konsistorialpräs. Dr. Manfred Stolpe und Bischof Gottfried Forck wurde die Versöhnungskirche an die DDR verkauft um jetzt gesprengt zu werden (>13.5.89/ 09.1990)
23.01. [1985] "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Hätte ein Erzähler es erfunden - mitten auf dem Todesstreifen jagen die DDR-Behörden ein Baudenkmal in die Luft, das ausgerechnet Versöhnungskirche heißt und keine Kirchengemeinde protestiert - ihm wäre vermutlich vorgeworfen worden, diese Geschichte sei konstruiert..."
- Was die Mauer betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden - ganz einfach, weil wir den Schutz spüren vor all dem, was hinter der Mauer jetzt an brauner Pest wuchert. Ulrich Junghanns (3. Juli 1989)
+++ Was trieb Frau A.K. ins (Leipziger) Stadtzentrum? +++ "Betonköpfe" und Hohlköpfe +++ Eine Notiz aus Ungarn +++ Was steckt hinter dieser "Frontberichtserstattung" +++ Hysterisches Getrommel +++ Kampagne gegen die DDR im Stile des kalten Krieges +++ Sehnsucht nach Frieden für alle +++ Zu einer zügellosen Hetzkampagne der BRD +++ Ich habe nicht die Absicht, meine Heimat zu verlassen +++ Unsere Antwort: gute Arbeit +++ Wer uns Druckzeilen wert ist +++ Der wahre Ruf aus Leipzig +++ Auf der Asche ihrer Träume +++ Provokation gegen die DDR stabsmäßig organisiert / Eiskaltes Geschäft mit DDR-Bürgern - Silberlinge für Ungarn +++ Der "große Coup" aus der BRD +++ Menschenhandel - Tatsachen enthüllen den rücksichtslosen Umgang der BRD mit Menschenschicksalen und mit dem Völkerrecht +++ "Ich habe erlebt, wie BRD-Bürger 'gemacht' werden" +++ Bürger der DDR empört über Menschenhandel der BRD +++ Werktätige unseres Bezirkes zur antisozialistischen Hetzkampagne +++ Wir stehen zu unserem Wort. - Die Kämpfer, Unterführer und Kommandeure der Kampfgruppe "Arthur Hoffmann" versprechen, getreu ihrem Gelöbnis, mit allen Fasern ihres Herzen unserem Vaterland und unserer Partei zu dienen. +++ Wir lassen uns nicht verunglimpfen +++ Humantitärer Akt / Sich selbst aus der Gesellschaft ausgegrenzt +++ Ordnung und Sicherheit gestört +++ Maßlos empört über freche Einmischung +++ Nicht nur zusehen - Die Genossen meiner Einheit verurteilen die konterrevolutionären Machenschaften jeden Montag in Leipzig. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Feinde unserer DDR nicht genehmigte Demonstrationen durchführen und unsere öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährden. Diese Unruhestifter versuchen im 40. Jahr unserer Republik den Aufbau und die Errungenschaften mit organisierten Krawall zu schmälern und die Menschen zu verunsichern. Kampfgruppenhundertschaft "Gerhard Amm" +++ Die wirklichen Werte +++ Die Absicht ist erkannt +++
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6.10. [1989] DDR; Berlin, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD Karl-Heinz Neukamm trifft MfS-General Dr. Schalck-Golodkowski und übermittelt Grüße vom Baden-Württembergischen Ministerpräs. Lothar Späth, ferner fragt Neukamm Dr. Schalck was BRD-Kirchen zum gegenwärtigen Zeitpunkt tun können und weist im Hinblick auf DDR-Ausreisewillige daraufhin, daß realistische BRD-Politiker, auch Späth, nicht auf "Bahnsteigen mit offenen Armen für DDR-Bürger" posierten.
(Karl-Heinz Neukamm: Das Wunder der Bewegung durch den Geist kann sich auch in Bonn ereignen. Lothar Späth: Ich bin während meiner Kindheit in einem pietistischen Umfeld mit einer sehr frommen Mutter aufgewachsen.)
- 9. Okt. 1989
Ein Aufruf, der Geschichte machte
Vergessene Gesichter: Pfarrer Christoph Wonneberger aus Leipzig
- Der Vergessene
Der Pfarrer Christoph Wonneberger machte die Leipziger Montagsdemos erst möglich. Den Ruhm jedoch ernteten Nebenfiguren.
- "Gott hat Großes an mir getan"
Die Leipziger Nikolaikirche und ihr Pfarrer Christian Führer sind zum Symbol der friedlichen Revolution von 1989 geworden. Warum eigentlich?
Zwanzig Jahre danach sitzt die friedliche Revolution im Kaffeehaus Riquet und spricht von einem "Wunder biblischen Ausmaßes". Die Revolution trägt T-Shirt und Jeansweste. Eine ausgewaschene, unförmige Weste, die so tut, als hätte die Zeit vor zwei Jahrzehnten beschlossen, nicht mehr weiterzugehen. "Es war unglaublich, was damals geschah." Es ist unglaublich geblieben. Wunder vergehen nicht, Wunder fallen aus der Zeit.
Christian Führer war der 122. Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche seit der Reformation. Am 13. Oktober 1980 wurde er in sein Amt eingeführt, am 30. März 2008 in den Ruhestand verabschiedet. "Es war ein wunderbarer Gottesdienst", erinnert sich Führer. Mit den Pfarrern der benachbarten Gemeinden zog er "in einer schönen Schar" über den Kirchplatz, "um uns herum standen und liefen Journalisten, Fotografen und Kameraleute". Als er die Kirche betritt, ist Führer "wie benommen". Die Reihen sind voll besetzt, sofort kommt ihm die Erinnerung an jenen Tag als die Kirche "überfüllt" war, den 9. Oktober 1989. In seiner Abschiedspredigt spricht er davon, dass Anfangen und Aufhören immer zusammenfallen. Als Pfarrer hat Führer aufgehört, aber die Nikolaikirche ist sein Haus geblieben, das Zentrum seiner wahren Berufung: dem Dienst am Wunderverkündertum. Seine Lieblingsworte sind Jesus und ich. Selbst wenn er "Wir" sagt, meint er "Ich und die anderen". Ich war dabei damals, ich kann das Wunder bezeugen, und ich habe die Friedensgebete an der Nikolaikirche begründet. Am 9. Oktober 1989, nach dem Friedensgebet mit 2 000 Menschen in der übervollen Kirche, zog ein Demonstrationszug durch Leipzig. 70 000 nahmen teil, es kam zu keiner Gewalt. "Ich hatte es immer wieder in den Friedensgebeten gesagt, nehmt die Gewaltlosigkeit mit auf die Straßen und Plätze." Die Menschen hörten auf ihn, und wenn er zurückdenkt, fällt ihm ein Vers aus dem Lukasevangelium ein: "Er hat Großes an mir getan."
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- Handeln statt beten
Schon wieder er. Der Bundespräsident braucht in seiner Leipziger Festrede zum 20. Jahrestag der DDR-Revolution keine zwei Worte, um ihn zu erwähnen. So geht es seit Jahren schon. 1991 war es die Theodor-Heuss-Medaille, die er bekam, 1995 folgte das Bundesverdienstkreuz, 2005 der Augsburger Friedenspreis (zusammen mit Michail Gorbatschow) und 2008 schließlich noch die Hans-Böckler-Medaille. Er ist immer der Held. Aber warum? Warum ausgerechnet Christian Führer, der langjährige Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche mit dem markanten Bürstenhaarschnitt und der ewigen Jeansweste? (...)
20 Jahre nach dem Fall der Mauer werden noch einmal die alten Schlachten geschlagen. Und beide Seiten stehen sich so unversöhnlich gegenüber wie einst. Viele der späteren Initiatoren der Leipziger Demonstrationen werfen den Kirchenleuten vor, damals zu sehr gebremst zu haben. Für sie ist ein Montagnachmittag im August 1988 in der Leipziger Nikolaikirche ein Schlüsselereignis. An jenem Tag hatte Superintendent Friedrich Magirius am Ende der Andacht erklärt, dass die Basisgruppen, die seit Jahren montags für volle Kirchenbänke gesorgt hatten, nicht mehr an der Gestaltung des Friedensgebets mitwirken dürften.
Empört stürmten die jungen Männer und Frauen zum Altar, um eine Protesterklärung gegen die Zensur der Kirche zu verlesen, doch ihnen wurde das Mikrofon abgestellt. Jochen Läßig vom "Arbeitskreis Gerechtigkeit" versuchte dennoch, vom Altar aus weiterzusprechen.
Superintendent Magirius gab daraufhin dem Organisten auf der Empore ein Zeichen, und schon erstickte Orgelmusik den Protest gegen die Kirche. Ein junger Mann hechtete über die Kirchenbänke, kletterte die Balustrade hoch und zog den Stromstecker der Orgel. Pfarrer Führer sprang auf einen Stuhl, um die Leipziger Basisgruppen, darunter viele Theologiestudenten, kurzerhand aus seiner Kirche zu werfen. Die antworteten mit Pfiffen und Protestrufen. "Das sind keine Leute von uns", rief Führer in den Kirchenraum.
Die Stasi-IM vor Ort notierten: "Durch Pfarrer Führer wurden die Anwesenden mehrfach zum Verlassen der Kirche aufgefordert", was sie dann auch "mit Unmut und undiszipliniert" taten. Nach ihrem Rauswurf nutzten die Bürgerrechtler den Platz vor der Kirche, Passanten über Verhaftungen, Pressezensur und Aktionen in der ganzen DDR zu informieren. (...)
Wonneberger und nicht Führer war der wichtigste Mann hinter den Friedensgebeten. Bis in den Sommer 1988 war er derjenige, der sie koordinierte. Dann bekam er einen Brief seiner Kirchenleitung. "Lieber Bruder Wonneberger ... Wir haben eine neue Gestaltung der Friedensgebete für die nächsten Wochen vorbereitet. Meinerseits stelle ich fest, dass Sie von Ihrer bisherigen Aufgabe entbunden sind."
Für Schwabe war das der Moment, "in dem die evangelische Kirche sich zum Handlanger der SED degradierte". Umso mehr ärgert es ihn, dass nicht Bürgerrechtler wie Wonneberger bei Erinnerungsfeiern im Rampenlicht stehen. Stattdessen würden Männer wie Führer geehrt oder der frühere Superintendent Magirius, der bereits 1990 die "Goldene Kamera" erhalten hatte, später Ehrenbürger von Krakau wurde und den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis bekam, bei dessen Verleihung in der Frankfurter Paulskirche mehrere DDR-Bürgerrechtler ein Transparent hochhielten ("Revolutionsheld nach Sendeschluss").
Die Aktivisten von einst reagierten empört, als sie hörten, dass ausgerechnet Christoph Kähler, der frühere Rektor des Theologischen Seminars Leipzig, bei den Gedenkfeiern zum 9. Oktober in Anwesenheit des Bundespräsidenten ein Friedensgebet in der Nikolaikirche halten sollte. Dabei war er es, der nach jenem Tumult 1988 die Disziplinierung von beteiligten Theologiestudenten einleitete. Drei Sprecher der Gruppe "Gerechtigkeit" wurden zwei Monate später, nach einem Rektoratswechsel, vom kirchlichen Studium exmatrikuliert, weil sie angeblich kaum noch daran teilgenommen hätten.
In der Nikolaikirche ging es nach dem Montagstumult Ende August 1988 mit den Friedensgebeten zwar weiter, doch für die Gruppen war der Platz vor der Nikolaikirche fortan der wichtigere Treffpunkt. "Nach dem Vorbild der Danziger Brigittenkirche nahe der Werft und dem Prager Wenzelsplatz", sagt der damalige Aktivist Rainer Müller.
Allerdings wollten die Gruppen ihren Rauswurf aus der Nikolaikirche nicht widerstandslos hinnehmen.
Zwei Monate später, am 24. Oktober 1988, trugen die Basisgruppen ihren Protest noch einmal in die Kirche. Mit Kerzen und Transparenten zogen Aktivisten vor den Altar. Doch anders als seine evangelischen Kollegen zeigte sich der katholische Kaplan Hans-Friedel Fischer solidarisch und begrüßte jeden mit Handschlag.
Am Ende des Friedensgebets versuchte die junge Gesine Oltmanns, eine Erklärung vorzulesen. Doch wieder schaltete Superintendent Magirius das Mikrofon ab. Erneut kam es zu tumultartigen Szenen in der Nikolaikirche. Die Gruppen zogen nach draußen, verteilten Kerzen an die Passanten und nutzten die Betonplatten vor der Kirche als Rednertribüne.
Zwei Wochen später, am 9. November, ging vom Vorhof der Nikolaikirche ein nicht genehmigter Schweigemarsch mit Kerzen aus, an dem über 200 Leipziger zum Gedenken an die Pogromnacht 1938 zum ehemaligen Standort der größten Leipziger Synagoge zogen.
Doch Nikolaikirchen-Pfarrer Führer war mit den Flugblättern nicht einverstanden: "Wir können uns nur davon distanzieren." Und über die in seiner Kirche protestierenden Basisgruppen meinte er: "Was wir hier erlebten, lässt auch bei weitherzigster Auslegung den Begriff 'Friedensgebet' nicht mehr zu." Das sogenannte Fürbittengebet trage "zur Propagierung des Unglaubens, zu Tipps für das Verhalten bei der nächsten Wahl" bei und sei "zu provokativ-politischen Appellen entartet". Die Kirche werde so "zum Plenarsaal herabgewürdigt".
Führer tat alles, um Film- und Tonaufnahmen oder das Fotografieren durch westliche Journalisten in der Nikolaikirche zu verhindern. Ganz anders als Pfarrer Wonneberger und die Basisgruppen. "Unser Ding war es, immer alles öffentlich zu machen", sagt Wonneberger, in dessen Haus ein Kontakttelefon für die Aktivisten stand. So wie auch bei seinem Verbündeten, Pfarrer Rolf-Michael Turek.
Die beiden Seelsorger erlaubten von ihren Anschlüssen Gespräche mit Westmedien und Oppositionsgruppen in der DDR und ließen zu, dass in ihren Pfarrhäusern Flugblätter gedruckt werden konnten. Turek musste sich deshalb im Sommer 1989 zur "Klärung eines Sachverhalts" von der Stasi vorhalten lassen: "Seien Sie doch vernünftig, Herr Turek, und nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihren Kollegen." Doch Turek wollte nicht.
Magirius sagt, er habe eine Entchristlichung der Friedensgebete damals nicht tolerieren wollen. Führer bestreitet heute nicht, was vorgefallen ist. Doch nicht er habe sich nach der Wende in den Vordergrund gespielt, es seien die Medien gewesen, die ihn als "den Geistlichen" bezeichnet hätten, der der "SED-Macht die Stirn bot". Das habe er zwar auf seine Art auch getan, selbst wenn er damals "Tag und Nacht Angst" gehabt habe. Doch für ihn habe Jesus im Mittelpunkt gestanden und nicht der Umsturz.
Und er habe sich auch nicht als "Initiator der Friedensgebete" dargestellt, sondern nenne sich allenfalls ein "ständiger Begleiter und Betreuer". Die Basisgruppen seien damals zwar verärgert gewesen, doch es habe Friedensgebete gegeben, "die nur scharfe politische Veranstaltungen waren und dem Staat die erwünschte Steilvorlage" für die Behauptung lieferten, "die Gebete hätten nichts mit der Kirche zu tun, sondern seien blanke staatsfeindliche Hetze". Als die Situation Ende August 1988 eskalierte, habe die Gefahr bestanden, dass der Staat einen Vorwand zum Eingreifen bekommen hätte. Deshalb habe er die Gruppen gebeten, die Kirche zu verlassen, sie aber nicht hinausgeworfen. Im Frühjahr 1989 habe er sie wieder hineingeholt.
Tatsächlich spielte der Kirchhof mit den Aktivisten draußen vor der Nikolaikirche in den Monaten bis zum Herbst 1989 aber die entscheidende Rolle, "nachdem wir uns aus der Bevormundung der Kirchenleitung gelöst hatten", sagt der Ex-Theologiestudent und heutige Historiker Müller. Von hier aus zogen schon am 1. Mai des Revolutionsjahrs 200 Leipziger quer durch die Innenstadt. Ohne dass die Volkspolizei eingeschritten wäre. Von da an fand jeden Montagabend eine Demonstration statt oder der Versuch dazu. (...)
- Kontroverse in St. Nikolai (Juni 2009)
Diskussion zu den Friedensgebeten mit den Beteiligten von vor 20 Jahren
Eigentlich steht nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche nur eine weitere Gesprächsrunde im Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution auf dem Programm. Und doch ist dieser Talk ein besonderer.
Von Thomas Mayer
Zum ersten Mal nach 20 Jahren sitzen die Pfarrer Friedrich Magirius und Christian Führer mit ihrem einstigen Kollegen Christoph Wonneberger auf dem Podium. Mit dabei auch die ehemaligen Bürgerrechtler Ute Leukert, Brigitte Moritz und Uwe Schwabe. Man will zum Thema "20 Jahre Friedliche Revolution - Basisgruppen unterm Dach der Nikolaikirche" diskutieren.
Das Ereignis, um das es geht, geschah im August 1988. Bis dahin war St. Nikolai ein wichtiger Schutzraum für die Bürgerrechtsgruppen, die sich unter dem Dach der Kirche gebildet hatten. Hier konnten sie sich jeden Montag zum Friedensgebet treffen und es inhaltlich selbst gestalten; die Koordination lag in den Händen von Pfarrer Wonneberger. Weil der Kirchenleitung die Einflussnahme auf die Gestaltung der Friedensgebete mehr und mehr entglitt und die Veranstaltungen selbst immer politischer wurden, was die Stasi aufmerksam registrierte, wurden Leipzigs Superintendenten Friedrich Magirius und Johannes Richter unter Druck gesetzt, derartiges Treiben zu unterbinden. Magirius teilte Wonneberger schriftlich mit, dass er nicht mehr zuständig sei für die Gestaltung der Friedensgebete. "Wir haben eine neue Gestaltung der Friedensgebete für die nächsten Wochen vorbereitet. Meinerseits stelle ich noch einmal fest, dass Sie damit von Ihrer bisherigen Aufgabe entbunden sind", hieß es.
Bei der jetzigen Debatte zwar nicht erwähnt, aber sehr wohl in den Kontext passen folgende Dokumente. Am 5. September 1988 verlas Jochen Läßig nach dem Friedensgebet eine Erklärung der Basisgruppen vor der Nikolaikirche: "Uns wurde die Sprecherlaubnis durch die Verantwortlichen entzogen. Entgegen der öffentlichen Beteuerung des Superintendenten und des Pfarrers dieser Kirche, dass ihre Entscheidung allein von ihrem Gewissen und vor Gott getroffen ist, wissen wir, dass massiver äußerer Druck zur Absetzung des Friedensgebetes der Gruppen geführt hat." In einer Notiz von einem Gespräch von Magirius im Oktober 1988 beim Rat des Bezirkes, Bereich Kirchenfragen, ist zu lesen: "Er (Magirius; Anm. d. A.) habe in letzter Zeit immer mehr die Erfahrung machen müssen, dass mit den Initiatoren solcher Aktionen nicht mehr zu reden ist...Dabei werde für ihn auch die ausschließlich politisch negative Profilierung einiger Gruppen immer deutlicher." Auch im Fall von Pfarrer Wonneberger helfe nichts Anderes mehr, als dass man diese Leute staatlich zur Verantwortung ziehe. Läßigs Erklärung wie die Wiedergabe des Gesprächs sind seit 1994 publik, als in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig das Buch "Freunde und Feinde" erschien.
Magirius fühlt sich nicht angeklagt: "Als Superintendent hatte ich das einzige Stück Freiraum, das es in der DDR gab, unsere Kirche, zu sichern." In diesem Kontext hätten er und Richter sich mit der Staatsmacht einlassen müssen. Beiden zur Seite stand Pfarrer Führer. Er führte die Friedensgebete fortan so durch, dass der Staat keine Handhabe zum Eingreifen hatte. Jesus als Etikettenschwindel sollte mit ihm nicht sein, die Entchristlichung der Friedensgebete wollte er nicht tolerieren.
Die Bürgerrechtler reden über diesen Konflikt noch immer mit Betroffenheit. Moritz: "Uns wurde von der Kirchenleitung mitgeteilt: 'Demonstration ist keine Form' des kirchlichen Zeugnisses und 'Geht doch mit euren Anliegen in die Jugendklubs'." Schwabe: "Wir fühlten uns von der Kirche im Stich gelassen, ja verraten." Schwabe saß im Januar 1989 zehn Tage in Haft und kam nur deswegen frei, weil die Basisgruppen in den Kirchen mobil machten und in vielen Städten der DDR Protestveranstaltungen zur Freilassung der Inhaftierten stattfanden. Das führte dazu, das Honecker selbst die Freilassung der insgesamt zehn inhaftierten Bürgerrechtler verfügte, um beim in Wien stattfindenden KSZE-Treffen nicht mit unliebsamen Fragen konfrontiert zu werden.
Zwar durften Basisgruppen 1989 doch wieder die mittlerweile Montagsgebete heißende Veranstaltung mitgestalten, doch unterstanden die jetzt der kirchlichen Kontrolle. Wonneberger fällt dazu nur das Wort "Zensur" ein. Er ist genervt von der Debatte und sagt: "Nicht noch einmal." Schwabe beklagt den zu späten Zeitpunkt, der jetzt stattgefundenen öffentlichen Debatte. Für ihn steht fest: "Die Konflikte um die Friedensgebete rücken die fast immer nur heroisch dargestellten Taten der Kirche für die Friedliche Revolution in ein anderes Licht."
Quelle: Leipziger Volkszeitung
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06.12. [1989] DDR; DDR; Berlin, Dr. Schalcks MfS-Stellvertreter Manfred Seidel u. Gesprächspartner von Ludwig Geißel (EKD) ist verhaftet und Diakonie-Vizepräs. Geißel* besucht die KoKo-Firma Intrac, nennt Seidel einen "zuverlässigen, hilfsbereiten Partner" und will "alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen" um S. aus der Haft zu holen. Für ex-Freikauf/Menschenhandel-Kirchenmann G. ist das der berüchtigte ex-Bezirksgerichtsdirektor und Rechtsanwalt Jürgen Wetzenstein-Ollenschläger (>1.4.90/ 30.4.92)
* Geißel, Ludwig, 25.08.1916; 1934-38 Militärschule, 1939-40 Nachrichtenregiment, 1940 Frankreich, Schule für Wehrmachts-Helferinnen, Italien, 1941 Nachrichtenoffizier, 1945 Teilkapitulation Südjütland, 1946-47 Senat Hamburg, 1947-70 Evangelisches Hilfswerk, 1958 Bevollmächtigter Ev. Landeskirchen bei der DDR-Regierung, 1964-82 Verantwortlicher für die Abwicklung humanitärer Maßnahmen (Freikauf/Menschenhandel) der Bundesregierungen, 1966 Verwaltungsrat Thyssen-Edelstahl, 1970-84 Aufsichtsrat Siedlungsgesellschaft des Ev. Hilfswerks, 1974 Aufsichtsrat Hanse-Merkur-Krankenversicherung, 1980 Erbschaftsproblemlösung für DDR-Bürger mittels Schenkungsurkunde zugunsten der EKD und Auszahlung von 80% des West-Erbes 1 DM:1 M, 1982 eigene Wirtschafts- u. Finanzberatungsfirma, 1989 Kuratorium Medigreif
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13.05. DDR; Berlin, Denkmalschützer Horst D., vom bekannten Richter Jürgen Wetzenstein-Ollenschläger vor Jahren wg. "verbrecherischen" Betruges im Namen des Volkes zu 8 Jahren Haft verurteilt, will in die BRD ausreisen; auf Vermittlung des ev. Kirchenjuristen und Konsistorialpräs. Manfed Stolpe ("IM Sekretär") kauft heute der Rechtsanwalts- und ev. Kirchenkollege Wolfgang Schnur ("IM Thorsten") das noble, auf M 475 000 geschätzte Haus von Horst und Ingrid D., die Beteiligten einigen sich, daß W. Schnur eine 1. Rate von M 240 000 überweist (laut MfS-Oberst Heinz Volpert erhält Kirchenjustitiar Schnur das Geld als persönliches Darlehen des MfS), Horst D. überweist das Geld an die ev. "Stephanus-Stiftung" (Motto: "Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig, der Herr aber ist noch größer in der Höhe"), Horst D. erhält in der BRD just in der Zeit als "IM Thorsten" in der DDR Mitgründer des "Demokratischen Aufbruch"/DA wird seine erste DM 80 000-Rate von der "Hilfsstelle westdeutscher Kirchen" (Zusammenschluß ev. Landeskirchen in Westberlin, Goethestr.) (>2.1.90/ 1.4.90/ 01.1992/ 26.6.2001)
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07.08. [1991] "Mitteldeutscher Express" "Konsistorialpräsident Detlef Hammer soll...Offizier im besonderen Einsatz der Stasi im Rang eines Hauptmanns gewesen sein", das Konsistorium der Landeskirche stellt dazu am gleichen Tag fest "Es bleibt dabei, daß Dr. Detlef Hammer viel Positives für unsere Kirche getan hat." (in einer Presseerklärung der Kirchenleitung vom 31.8.91 heißt es, daß Dr. Hammer für die evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen "sehr wichtig gewesen ist...")
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19.08. [1991] "Informationsdienst der Evangelischen Allianz" "...weil er für die Stasi tätig war ist ein leitender Mitarbeiter des Landeskirchenamtes des Evangelischen Kirche Anhalts...Oberkirchenrat Andreas Schindler entlassen...bereits im vergangenen Jahr war der Leiter des Landeskirchenamts Thüringen, Oberkirchenrat Martin Kirchner wegen Verdachts IM der Stasi gewesen zu sein, von seinem Amt als Generalsekretär der CDU(Ost) zurückgetreten..."
(Andreas Schindler - klick, klack)
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21.11. [1991] "Informationsdienst d. Evangelischen Allianz", "Schätzungen gehen derzeit von 500-1 500 kirchlichen Stasi-Spitzeln in den sieben mitteldeutschen Landeskirchen aus...auf der Synode der Kirchenprovinz Sachsen bekannten sich zwei Synodale zur Stasi-Mitarbeit: Wolfgang König u. Helmut Judersleben..."
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07.02. "DIE ZEIT" "Kirche im Sozialismus – der beschwerliche Weg der Protestanten der DDR" von Altbischof Albrecht Schönherr u.a.: "Wir sind in die Irre gegangen, als wir übersahen, daß der ökonomische Materialismus der marxistischen Lehre die Kirche an den Auftrag der Gemeinden für das Leben und Zusammenleben hätte gemahnen müssen. Wir haben es unterlassen, die Sache der Armen und Entrechteten...zur Sache der Christenheit zu machen..."
- "Wir sind in die Irre gegangen, als wir begannen, den Traum einer besonderen deutschen Sendung zu träumen, als ob am deutschen Wesen die Welt genesen könne. Dadurch haben wir dem schrankenlosen Gebrauch der politischen Macht den Weg bereitet und unsere Nation auf den Thron Gottes gesetzt." So bekannten evangelische Christen vor 60 Jahren am 8. August 1947 mit Blick auf ihre Kirche im Dritten Reich. Das sogenannte "Darmstädter Wort" war nicht beliebt bei den Kirchenoberen und geriet schnell in Vergessenheit...
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6.08. [1992] "Die Kirche" - Zeitung der ev. Kirche Berlin-Brandenburg, der "rote Kasner" (ev. Pfarrer Horst Kasner und Vater der stellv. CDU-Parteivors. und Bundesmin. Dr. Angela Merkel) schreibt in einem Beitrag u.a. "Von der Diktatur der Staatspartei befreit, haben wir auf einen demokratischen Aufbruch gehofft... Der Parteienstaat der Bundesrepublik, in dem sich die beiden Volksparteien inhaltlich kaum noch unterscheiden, hebt sich eigentlich nur durch das Mehrparteiensystem von der Parteidiktatur der DDR ab. In der bequemen Proporzdemokratie wird der Klüngel zum System. Man schantzt sich wechsel seitig Vorteile zu."
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15.09. [1993] Staatskirchenvertrag des Landes Sachsen-Anhalt mit den Ev. Landeskirchen Sachsen-Anhalts, "Art.13: Ändert sich in der Folgezeit die Besoldung der Beamten im Staatsdienst, so ändert sich die Staatsleistung auf der Grundlage der für das Jahr (...) vereinbarten Höhe entsprechend. Zugrunde gelegt wird das Eingangsamt für den höheren nichttechnischen allgemeinen Verwaltungsdienst, Besoldungsgruppe A 13 der Bundesbesoldungsordnung, 7. Dienstalterstufe, zwei Kinder."
(1994 folgen die Verträge mit den restlichen neuen Bundesländern/ ev. Landesbischöfe und kath. Erzbischöfe werden nach Besoldungsstufe B 10 (DM 16 877), Bischöfe beider Kirchen werden mit Grundgehalt nach Besoldungsstufe B 6 (DM 12 185), in der Regel vom Staat besoldet)
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15.11. [1994] Ev. Bischof Ingo Bräcklein*: "...Wir haben in Thüringen 60 000 junge Menschen gehabt, die wir nicht konfirmiert haben und die mit 18 Jahren hohngelacht haben, weil sie sagten, jetzt wollt ihr Kirchengeld von uns haben..." (kein Wort über die andere Seite der Medaille > verfolgte Schüler)
* Braecklein, Ingo, 29.08.1906; 1927-30 ev. Theologiestudium, 1931-39 Pfarrer, 1933 NSDAP, SA, 1939-45 Freiwilliger d. Wehrmacht, 1945-50 Pfarrer, 1950 Superintendent, Mitglied Thüringsche Landessynode, 1959 Oberkirchenrat, IM "Ingo", 1961-68 EKD-Synodaler, 1963 Stellv. Landesbischof, 1969 Präses 1. BEK-Synode, 1970 Landesbischof, Nachfolger Dr. Mitzenheim, Ehrendoktor Uni. Jena, 1971 "Vaterländischer Verdienstorden" d. DDR, 1991 MfS-Anschuldigung, 1996 IM-Akte Braeckleins von 3 000 Seiten beginnend 1959
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02.01. [1995] Ev. Bischof Hans-Joachim Fränkel*: "...Daß die Bevölkerung die Kirche im Widerstand zu schnell im Stich gelassen hat, ist ein ganz dunkles Kapitel in der Geschichte in DDR." Daß die Kirchen ihrerseits Opfer des Widerstands im Stich gelassen haben erwähnt Bischof Fränkel nicht
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08.11. [2000] Evangelische Kirche in Deutschland, Dr. Joachim Gaertner, zum Thema verfolgte Schüler u.a.: "...sowohl die Sozialkammer der EKD als auch der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der (kath.) Deutschen Bischofskonferenz (sich damit) befaßt haben...stellten resignierend fest, daß es sowohl bei der Bewältigung der NS-Diktatur wie auch der DDR-Diktatur skandalöse Vorgänge und daher auch viel Ungerechtigkeit gegeben habe. Allerdings wußte niemand einen Erfolg versprechenden Weg...Als Christen wissen wir, daß auf Erden vieles Stückwerk bleibt, daß Christus uns aber eine neue Qualität des Lebens zugesagt hat: Das Leben mit Gott, daß schon hier beginnt...Möge die christliche Hoffnung auf das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott...den Trost spenden...um hier auf Erden nicht zu verzagen." (>29.12.2000)
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11.11. [2001] Evangelische Allianz Deutschlands deklariert, wie im Vorjahr, den heutigen Sonntag zum weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen; der Opfer des DDR-Kirchenkampfes und den verfolgten Schülern der DDR und ihren Familien wird abermals nicht gedacht
08.11
08.11
Papstbesuch für mehr als 50 Millionen
In den vergangenen Wochen und Tagen liefen die Maschinen der medialen und baulichen Vorbereitungen für die Papstvisite im September bereits auf Hochtouren und offenbarten Eigenartiges, Auffallendes, Protokollarisches und Finanzielles. Dazu eine Übersicht. Teil 1.
08.11
Protestbrief : "Herr Bischof Overbeck, wir bleiben objektiv schwul"
Vor dem Bischofhaus haben am Freitagnachmittag rund 30 Schwule und Lesben der Vereinigungen FELS (Forum Essener Lesben und Schwule) gegen die erneute, homosexuelle Äußerung des Ruhrbischofs protestiert. In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung hatte er "praktizierte Homosexualität" als "objektiv sündhaft" bezeichnet. Darauf antworteten die Demonstranten mit "Herr Bischof, wir sind und bleiben objektiv schwul/lesbisch!"
Die FELS-Mitglieder hätten ihr Protestschreiben gerne persönlich überreicht, allerdings blieb ihnen die Tür zum Bischofshaus verschlossen. "Die Enttäuschung bei FELS ist umso größer, wei Sie noch im letzten Jahr in einem gemeinsamen Gespräch von einer ,lernenden Kirche' sprachen; von ,Ich will auch Bischof für die Schwulen sein'", heißt es unter anderem in dem Brief.
Da er seine diskriminierenden Äußerungen wiederum im öffentlichen Raum gemacht habe, könne er Gleichgesinnten Anlass geben, Worten auch Taten folgen zu lassen, gaben die Mitglieder weiter zu bedenken.
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08.11
Theologen warnen vor „Irrlehren“ in der Volkskirche
Scharfe Kritik an „Verführung und Irrlehren“ in der Volkskirche hat eine Gruppe engagierter evangelischer Theologen und Juristen geübt. Sie veröffentlichten am 4. August in Karlsruhe eine gemeinsame Erklärung unter dem Titel „Für die Freiheit des Glaubens und die Einheit der Kirche“.
Darin fordern sie, der Anpassung an den Zeitgeist zu widerstehen und die Bekenntnisse der Kirche Jesu Christi neu ernstzunehmen. Verantwortet wird die Erklärung unter anderen von dem nordelbischen Altbischof Prof. Ulrich Wilckens (Lübeck), dem badischen Oberkirchenrat i. R. Klaus Baschang (Karlsruhe), den Theologieprofessoren Rainer Mayer (Stuttgart) und Reinhard Slenczka (Erlangen) sowie Kirchenrat i.R. Hans Lachenmann (Satteldorf bei Schwäbisch Hall). Sie rufen Christen dazu auf, das Papier zu unterschreiben und an ihre jeweiligen Kirchenleitungen zu schicken. Die Autoren beklagen, dass „schon seit langem“ in Kirchen und Gemeinden „die zentrale Heilsbedeutung des Todes Christi und seiner Auferstehung bestritten und behauptet“ werde, diese Grundaussagen der Heiligen Schrift seien für heutige Christen unannehmbar: „Dagegen haben sich kaum ein Bischof oder Synoden zur Wehr gesetzt.“
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08.11
Ohne Gott ist alles erlaubt? - Atheistische "Helden"
Das Argument, laut dem Atheisten die schlimmsten Mörder der Geschichte seien, kommt oft, wenn die historischen Verbrechen des Christentums oder anderer Religionen in einer Diskussion aufgezählt werden. Daher werden wir nun – quasi zum Ausgleich – einen Blick auf atheistische "Helden" werfen: Menschen, die explizite Atheisten oder Agnostiker sind und der Menschheit Gutes gebracht haben und bringen.
08.11
Führender Pietist warnt vor Solo-Christsein
Bad Blankenburg (idea) – Christsein kann man nur in Gemeinschaft leben und ist insofern ein "Mannschaftssport". Diese Ansicht vertrat der Generalsekretär des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Theo Schneider (Kassel), am 4. August bei der Allianzkonferenz im thüringischen Bad Blankenburg.
"Kirche oder Gemeinschaften sind kein notwendiges Übel, sondern gehören lebensnotwendig zum Weg mit Gott", sagte er in einer Bibelarbeit zum Thema "Hoffnung leben – weil ihr zusammen gehört". Christen, die sich aus der Gemeinschaft herausnähmen und versuchten, ihr Christsein für sich zu leben, seien geistlich gesehen "lebensbedrohlich krank"...
08.11
Anders Breivik: Ich und viele andere wie ich haben nicht notwendigerweise eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus und Gott. Wir glauben aber an das Christentum als kulturelle, soziale und moralische Plattform. Das macht uns zu Christen.
Wenn sich der norwegische Attentäter Anders Breivik nur als "kulturellen Christen" versteht, dann, so denkt man unbewusst weiter, meint er es ja mit seinem Christentum ohnehin nicht so ernst
(...) Die Evangelikalen und die Kirchen haben noch einmal Glück gehabt. Es stellt sich aber dennoch die Frage, ob grundsätzlich auch ein christlicher Attentäter künftig denkbar wäre. Für gläubige Christen, deren Glaube sich zumeist einseitig auf einen liebenden Gott und einen liebenden Gottessohn kapriziert, scheint dies undenkbar. Und selbst ein Theologe wie der Münsteraner Prof. Hermut Löhr ist laut IDEA (27.7.2011) der Meinung, „Breiviks Bluttaten ließen sich nicht mit einem fundamentalistischen Verständnis des christlichen Glaubens begründen. Es gebe keine Texte in der Bibel, die ein solch wahlloses Hinmorden rechtfertigen könnten. Wer seine aggressiven Gewalttaten auf Bibeltexte beziehen wolle, werde der christlichen Botschaft nicht gerecht.“
Doch so einfach ist das nun wirklich nicht. Als Theologe wird auch Löhr wissen, dass sich im Alten und Neuen Testament sehr viele Texte finden, die von einer ungezügelten Gewaltvorstellung geprägt sind. Der liebende Gott dagegen ist jüngeren Datums. Der Psychologe Franz Buggle spricht in seinem Buch „Denn sie wissen nicht, was sie glauben“, von über 1000 Stellen, die nach unserem heutigen Verständnis gewalttätig und menschenverachtend sind. Angriffskriege werden vom alttestamentlichen Gott gefordert und gerechtfertigt, auf göttliches Geheiß der Bann, also die fast völlig Vernichtung vollzogen. Andersgläubige werden blutig verfolgt und umgebracht, die religiöse Intoleranz ist eine Grundkonstante aller alttestamentlichen Schriften. An über 100 Stellen im Alten Testament fordert der alttestamentliche Gott direkt dazu auf, Menschen zu töten. Von den Christen auch heute noch gefeierte Glaubenshelden wie Josua oder David erweisen sich, legt man ein heutiges Verständnis zugrunde, als Kriegsverbrecher durch höhere Weisung.
Und selbst das Neue Testament gibt sich nicht so friedlich, wie sich ein frommes Bibelkränzchen das wünschen würde. Der Jesus der Evangelien hat neben seiner frohen, aber irrealen Botschaft eines angeblich unmittelbar bevorstehenden Gottesreiches auch viele Drohungen im Gepäck. Ständig spricht er von der Hölle, vom Gericht und vom Teufel, traditionelle Vorstellungen, von denen er sich offenbar nicht hat verabschieden können. Andersdenkende werden als „Natterngezücht“ bezeichnet und verunglimpft, obwohl er doch an anderer Stelle selbst mahnt, dass schon ein schlechter Gedanke eine Todsünde sei. Der Prediger der Feindesliebe gibt sich dann in Jerusalem selber militant, was wohl auch zu seinem schnellen Ende dort geführt hat.
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08.11
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08.11
Die religiöse Sudelküche der Pius-Brüder
In Deutschland wüten Homo-Schlägertruppen auf den Straßen. Die Monopolmedien stört das nicht. Es geht schließlich nur gegen die neuen Juden.
08.11
Schwuler Schützenkönig: Kölner Weihbischof greift ein
Der Kölner Weihbischof Heiner Koch, der auch Chef einer Dachorganisation von Schützenbruderschaften ist, verbietet einem schwulen Schützenkönig, gemeinsam mit seinem Lebenspartner aufzutreten.
08.11
Das Breivik Attentat und die Religion
Während Anders Behrig Breivik nur noch mit billigen Mätzchen wie der Rücktrittsforderung an die norwegische Regierung bevor er weitere Aussagen machen will, oder mit seiner Forderung nach einem japanischen Psychater auffällt, hat sich eine ganz neue und sehr eigenartige Diskussion überall in Europa verselbständigt die fast täglich neue Gesichtpunkte bringt und die vor allem die Gefahren von Seiten der Rechten, Rassisten und Faschisten völlig neuen Bewertungen unterwirft.
Mit Anders Behrig Breivik ist in Europa der Typ des rassistischen, militanten Christen zum ersten Mal an das Licht der breiten Öffentlichkeit getreten. Für Fachleute ist diese Entwicklung allerdings nichts neues. Ulfkotte und Kewil weisen seit Jahren auf ihr Christentum hin. Thilo Sarrazin hat sogar ein besonderes jüdisches Gen gefunden, dass die Christen von den Juden und den Muslimen trennt. Allerdings ist Sarrazin außerhalb der NPD wohl der einzige, der es auch zum jetzigen Zeitpunkt schon wagt, die Juden gleich mit den Muslimen in einen Topf zu werden.
Anderen Rassisten wie PI, Kewil, und andere geben sich zur Zeit besonders proamerikanisch und proisraelisch. Das liegt vor allem daran, dass viel Geld aus den weißen, fundamentalistischen Christenkreisen fließt, die die endgültige Schlacht um Armageddon m öglichst schnell herbeizwingen wollen.
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08.11
Wacken Open Air: 10.000 "Metal-Bibeln" für Heavy-Fans
Wenn von Donnerstag an 75.000 Fans der Heavy-Metal-Szene drei Tage lang das «Wacken Open Air» feiern, wird sie Gottes Wort begleiten.
Extra für das Festival in Schleswig-Holstein sind 10.000 «Metal-Bibeln» gedruckt worden, sagte Stuart Hodgson von der baptistischen Freikirche Wilstermarsch am Mittwoch dem epd. Die Druckkosten liegen bei 20.000 Euro und werden durch Spenden finanziert. Die Bibel wird kostenlos von einem 40-köpfigen Team verteilt
Die Idee der «Metal-Bibel» kommt aus Schweden, wo sie auf großen Rock-Festivals verteilt wird. Sie ist ein Taschenbuch in einer für die Heavy-Metal-Szene konzipierten Aufmachung. Das Buch enthält das Neue Testament, ergänzt durch illustrierte Lebensgeschichten von bekannten christlichen Musikern der Szene wie beispielsweise Nicko McBrain, Schlagzeuger der Band Iron Maiden.
In dem 1.800-Einwohner-Dorf Wacken in Schleswig-Holstein findet jährlich das nach Angaben der Veranstalter größte Metal-Festival der Welt statt. In diesem Jahr treten 120 Musikgruppen auf, darunter Ozzy Osbourne, Helloween, Motörhead und Judas Priest. (Quelle:epd)
Motörhead: Ace of Spades
08.11
Religiote Urlaubsbelästigung
08.11
C wie Zukunft
C wie zu kurz gedacht - Extra 3-Autor Tobias Lickes über die CDU in Mecklenburg-Vorpommern, die eine zukunftsträchtige Plakat-Idee hatte.
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(C wie Leder...C wie Leitkultur...C wie Pfaffen-Pfeifen...C wie Zeh De Uh...C wie zerebrale Diarrhoe...)
08.11
 
Heiner Geißler findet, rund um Stuttgart wäre schon ein bisschen totaler Krieg. Der ist ja nicht erst, wenn Göbbels in den Sportpalast spuckt. Das ist auch, wenn einer total blind ist. Oder wenn man bei der Total keinen Sprit mehr kriegt. Überhaupt sei ihm das auch lieber als Pazifisten, die wieder Auschwitz ermöglichen. Er sei jetzt auch total müde und wolle nicht bis zur Vergasung weiter Interviews geben. Obwohl er dazu berechtigt wäre: Heiner Geißler hat einen Führerschein.
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Heiner Geißler im Gespräch mit Tobias Armbrüster vom Deutschlandfunk
(...)
Tobias Armbrüster: Verharmlosen Sie damit die Sprechweise der Nazis?
Heiner Geißler: Ach was, das ist keine Sprechweise der Nazis. Der totale Krieg, den gibt es auch anderswo, den haben wir zurzeit in Syrien.
Tobias Armbrüster: Aber die Frage "Wollt Ihr den totalen Krieg?" stammt von Joseph Goebbels.
Heiner Geißler: So? Da wissen Sie mehr als ich.
Tobias Armbrüster: Nochmals die Frage: War das Ihre Absicht?
Heiner Geißler: Hallo? Was war meine Absicht?
Tobias Armbrüster: Die Sprechweise der Nazis zu verharmlosen?
Heiner Geißler: Ja, ich glaube, Sie sind wohl auf dem Mond zu Hause, mir zu unterstellen, ich wollte hier die Nazis verharmlosen!
Tobias Armbrüster: Was war dann Ihre Absicht?
Heiner Geißler: Also, so eine Unterstellung! Bitte?
(...)
Tobias Armbrüster: Na ja, das Zitat haben Sie ja in die Welt gesetzt.
Heiner Geißler: Ja und, was ist dann? Und, was ist da, in dem Zitat?
Tobias Armbrüster: Ja, ich würde gerne von Ihnen wissen, ist Ihnen das klar, dass viele Leute darin eine Verharmlosung der Nazi-Sprechweise sehen und dass sie darüber empört sind?
Heiner Geißler: Ja, das kann schon sein. Wenn Leute sich wegen etwas Unsinnigem empören, kann ich sie nicht daran hindern.
Tobias Armbrüster: Ist das denn totaler Krieg, der da in Stuttgart droht?
Heiner Geißler: Der droht schon seit geraumer Zeit, er ist schon seit geraumer Zeit vorhanden, es hat über 100 Verletzte gegeben, ein Mensch ist total blind geworden bei dieser Auseinandersetzung.
Tobias Armbrüster: Und das reicht ...
Heiner Geißler: Ich verharmlose überhaupt nicht, ich glaube, Sie verharmlosen.
Tobias Armbrüster: Ich glaube, viele Leute fragen sich, ob man mit einer solchen Sprechweise die Situation nicht nur noch verschlimmert.
Heiner Geißler: Wer sind viele Leute, wer ist das?
Tobias Armbrüster: Zum Beispiel Hörer des Deutschlandfunks.
Heiner Geißler: Ach so. Das sind aber nicht viele Leute.
Tobias Armbrüster: Immerhin einige, glaube ich.
Heiner Geißler: Also, hören Sie mal, was ist das, machen Sie ein Interview mit mir oder was soll das?
Tobias Armbrüster: So war das verabredet, ja.
Heiner Geißler: Und läuft das jetzt live über den Sender?
Tobias Armbrüster: Ja, natürlich!
Heiner Geißler: Ja, das finde ich wunderbar! Ich glaube, Sie reden hier gar nicht über die Sache, sondern Sie reden über ein Zitat!
Tobias Armbrüster: Das Sie gebracht haben am vergangenen Freitag und über das sich viele Leute empören.
Heiner Geißler: Jetzt sagen Sie wieder, viele Leute!
Tobias Armbrüster: Herr Geißler, es steht heute Morgen auch in mehreren Zeitungen!
Heiner Geißler: Gut, okay. Also, ich kann das nicht alles lesen. Was glauben Sie, was jetzt einzelne Journalisten schreiben! Wenn ich das lesen würde, dann wäre ich auch nicht gescheiter!
Tobias Armbrüster: Herr Geißler, besten Dank für dieses Interview!
Heiner Geißler: Ja, bitte schön!
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Stuttgart-21-Gegner Rockenbauch: "Geißler hat sich unfair verhalten"
Er ging Heiner Geißler gehörig auf die Nerven: Hannes Rockenbauch, Galionsfigur der S21-Gegner, fühlte sich bei der Stresstest-Präsentation vom Schlichter unfair behandelt. Was der Stuttgarter Stadtrat von Geißlers Idee eines Kombi-Bahnhofs hält, warum K21 für ihn das Maß der Dinge bleibt - und weshalb der Konflikt erneut eskalieren könnte
08.11
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Hamburger Pastor eingestellt. Er hatte im Gotteshaus Sex mit einer Frau, die ihm später Missbrauch vorwarf.
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08.11
Zu wenig Freiwillige: Kirche ringt um Helfer für Papstbesuch
Dann eben ohne Taufschein: Die katholische Kirche hat Probleme, ihre Gläubigen zu mobilisieren, um bei der Visite des Pontifex in Deutschland zu helfen. Daher nimmt es die Kirche mit der Konfession nicht mehr so genau. Hauptsache, es melden sich mehr Freiwillige.
08.11
Beschwörung des Untergangs der eigenen Kultur
Der Literaturwissenschaftler Volker Weiß veranschaulicht in seinem Essay, dass Sarrazins Klage über Dekadenz und Elitenbedarf, Untergang und Vererbung lediglich eine Wiederholung der Diskurse einer antirepublikanischen Rechten in der Weimarer Republik darstellt.
08.11
Gegenpäpstin ruft zum heiligen Krieg gegen katholische Kirche auf
Gegen den Besuch von Papst Benedikt XVI. am 22. September in Berlin formiert weiterer Wiederstand. Der Initiative „Der Papst kommt!“ des Leben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg haben sich bereits über 40 Organisationen angeschlossen, die gemeinsam gegen den Besuch protestieren wollen.
08.11
(...) Premierminister Kenny: "Vergewaltigung und Folter von Kindern wurden heruntergespielt, nur um die Macht und den Ruf der Institution Kirche zu erhalten." Dies sei ein Beispiel für das "elitäre Denken, den Narzissmus und die Entfernung von der Realität", wie sie in der "Kultur des Vatikans" vorherrschten.
Kenny hat - so lassen sich die irischen Medien interpretieren - nur die Stimmung im Volk wiedergegeben und der Forderung im eigenen Land Nachdruck verliehen, der Papst solle "endlich etwas unternehmen". Der Vatikan antwortete, die eigenen "objektiven und entschlossenen" Untersuchungen, der "Prozess der Buße und der Reinigung" gingen voran; man sei "im Zeitplan"...
08.11
Sexueller Missbrauch: Ermittlungen gegen ehemaligen Pfarrer
Die Evangelische Landeskirche in Baden hat gegen einen Pfarrer im Ruhestand wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Dem heute 66-Jährigen wird sexuelle Nötigung einer Jugendlichen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat im Juli Anklage gegen den Mann erhoben.
07.11
Historiker Althoff macht katholische Kirche für fundamentalistische Gewaltfantasien mitverantwortlich
Berlin (dts) – Der Historiker und Mittelalter-Experte Gerd Althoff schreibt der katholischen Kirche eine Mitverantwortung für fundamentalistische Gewaltfantasien zu. Sie habe “durch Untätigkeit Raum gelassen für eine Legitimierung und Heiligung von Gewalt”, schreibt Althoff in der “Frankfurter Rundschau” (Freitagausgabe). Der “verhängnisvolle Mythos der Kreuzzüge”, auf den sich auch der Attentäter von Oslo, Anders Breivik, bezog, hätte erst gar nicht entstehen müssen, wenn die Kirche “das Unchristliche am Tun der Kreuzfahrer mehr in den Vordergrund gestellt hätte”, so Althoff.
Auch die von christlichen oder christlich geprägten Forschern dominierte Geschichtswissenschaft habe die distanzierte Behandlung “gerade der erschreckenden Seiten kirchlich legitimierter Gewalt” vermissen lassen. Das habe zu einer verklärten Sicht auf die Kreuzritter geführt, zu einer “Romantisierung und Mythisierung, die nun fatale Konsequenzen hatte”. Althoff, der auch Sprecher des Exzellenz-Clusters “Religion und Politik” an der Universität Münster ist, betonte die entscheidende Rolle der mittelalterlichen Päpste für religiös motivierte Gewalt im Christentum. Die Kreuzritter hätten die Erlaubnis zu Gewaltexzessen gegen “Ungläubige” sowie deren Rechtfertigung unmittelbar und ausdrücklich von Rom erhalten.
07.11
"Wir dürfen uns nicht wundern, wenn wahnsinnige Christen das Waffenarsenal der Heiligen Schrift weiter einsetzen."
Gewalt im Christentum
Der norwegische Terrorist Anders Behring Breivik hat sich als konservativer Christ bezeichnet und auch damit seine Gewalttat begründet. Das hat Tradition.
07.11
Der hat nichts mit uns gemein!
Selbstverständlich ist die bürgerliche Mitte hierzulande, die sich größtenteils für christlich oder christlicher Herkunft erklärt, wegen der Ereignisse in Norwegen schockiert. Behauptete doch der Terrorist, er sei bekennender Christ, womit er seinen Massenmord zu begründen trachtete. So einer ist kein Christ, hört man jedoch nun. Wenn man dessen Herkunft aus der bürgerliche Mitte schon nicht aberkennen kann, so doch wenigstens den religiösen Tand, den er in die Waagschale wirft. So einer ist kein Christ, denn wer so etwas tut, der hat etwas falsch verstanden. Dem wäre gar nichts hinzuzufügen, wenn es nicht dieselben Leute wären, die Terroristen islamischer Herkunft nachsagten, diese seien besonders gläubig, besonders koranfest. Wie sonst, wenn nicht im tiefen Glauben an Allah, hätten sie so eine Bluttat begehen können?
Diese Selbstgerechtigkeit passt wie ein geschnitzter Jesus aufs Holzkreuz. Der Terrorist, der sich als christlicher Kreuzritter sieht, den erkennt man seinen Glauben, sei es auch nur sein Irrglaube, besonders christlich zu sein, ab. Leitet der Terrorist sein Handeln aber irrigerweise aus dem Koran ab, so zweifelt man nicht an dessen muslimischer Standfestigkeit - nein, man sieht sie bestätigt. Der christliche Mörder ist ein Irrgänger, der die Bibel nicht verstanden hat - der muslimische Mörder ist nur konsequent, weil er den Koran eins zu eins umsetzt. Der Mordschrist gehört nicht zu uns, unken sie - aber der Mordsmuslim, das ist einer von denen, ein ganz typischer Vertreter von denen. Der Terrorist, der den Koran heranzieht, um zu töten, gilt als strukturelles Problem des Islam. Der Terrorist, der Bibelweisheiten rezitiert, um der Gerechtigkeit willen zu morden, der ist ein Irrgänger, ein Ketzer. Keiner aus unserer Mitte, wissen Christen dann zu entschuldigen - aber der Muselmann, der war fest im Islam verankert, war fromm, war korannah. Wer stets in einem Buch liest, in dem nur Mord und Totschlag steht, der ist doch nur konsequent, wenn er das Gelesene wahr macht. Wer brav Bibel liest, dem kann das nicht widerfahren. Und was ist mit denen, die Bücher und Texte lesen, die Abneigung und Hass predigen? Die das lesen, was Broder und Sarrazin aus dem Füller kleckste? Wären die nicht auch konsequent, wenn sie wahr machten, was da in und zwischen den Zeilen zu deuten ist?
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07.11
Heiner Geißler, CDU-Mitglied, Jesuitenschüler und Stuttgart 21-"Schlichter" v-o-r dem "Stresstest": Der Bahnhof wird sowieso gebaut, das sage ich nur ganz nebenbei.
Pfarrer Johannes Bräuchle (klick und klack) beim sog. Stresstest zum Abschluss der Stuttgart 21-"Schlichtung": Wir Bürger freuen uns auf die Verwirklichung des Projekts. Wir richten den Blick auf die Zeit nach Vollendung des großen Werkes. Wir bitten um Verzeihung, wenn wir Fehler gemacht haben sollten. Wir bitten die Gegner, sich der Einsicht zu beugen. Ich schließe mit "Gott segne den Frieden unserer Stadt. Den Bauleuten Glückauf!"
kl. Rückblick:
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Pfarrer Bräuchle (CDU) will Andersdenkende aus der Stadt vertreiben
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Vier Anzeigen gegen Pfarrer und "Stuttgart-21"-Befürworter Bräuchle
Stuttgart (epd). Gegen den evangelischen Pfarrer und Befürworter des umstrittenen Bahnprojekts "Stuttgart 21", Johannes Bräuchle, ist Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet worden. Wie der Vorsitzende der Tübinger Gesellschaft Kultur des Friedens, Henning Zierock, mitteilte, sieht er in einer Rede Bräuchles am 14. Oktober in Stuttgart den Aufruf, Gegner des Bahnprojekts aus der Stadt zu entfernen. Im Mittelpunkt der Kritik steht Bräuchles Satz: "Schicken wir die hinaus aus unserer Stadt und aus unserem Land, die als Aktivisten und Agitatoren und Demagogen im Ganztagsjob eingekauft worden sind."
Außerdem fordert Zierock einen Beleg für die Aussage des Pfarrers, "Stuttgart-21"-Kritiker wünschten sich die Rote-Armee-Fraktion (RAF) zurück. (...) Nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft sind zu der umstrittenen Rede insgesamt vier Anzeigen eingegangen. Allerdings werde es wohl kein Ermittlungsverfahren geben, sagte eine Sprecherin dem epd. Aus dem Redetext gehe nicht hervor, dass zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufgestachelt oder zu Gewalt aufgefordert worden wäre. Auch den Straftatbestand der Verleumdung oder der Beleidigung könne man nicht erkennen, der Redeinhalt sei durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
Johannes Bräuchle befand sich am Freitag in den Schlichtungsverhandlungen und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Von 1999 bis 2005 gehörte er dem Stuttgarter Stadtrat an und brachte dort als Mitglied der CDU-Fraktion "Stuttgart 21" mit auf den Weg. Als die Demonstrationen gegen das Projekt anwuchsen, startete er eine Initiative für das Projekt, bei dem der Stuttgarter Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof verwandelt werden soll. (2324/29.10.2010)
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Bräuchle lügt und hetzt weiter
Eigentlich hätte Eskalations-Pfarrer Johannes Bräuchle nach seiner antidemokratischen Skandalrede vom letzten Donnerstag gestern Abed ja allen Grund gehabt, bei der Kundgebung der Stuttgart-21-Befürworter auf dem Marktplatz ganz kleine Brötchen zu backen, aber wer wie Bräuchle ein echter geistiger Brandstifter sein will, der muss natürlich immer wieder neues Öl ins Feuer gießen...
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Militante S21-Befürworter sägen am Widerstandsbaum
Die Hetze von Pfarrer Bräuchle & Co. zeigt Wirkung
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Pfarrer Scheinheilig schlägt wieder zu
Johannes Bräuchle (CDU), evangelischer Pfarrer und fanatischer Stuttgart-21-Befürworter, hielt schon in der Vergangenheit nicht viel von politischen Anstandsregeln. Vor zwei Tagen rief er vor einem versprengten Häufchen Elend Gleichgesinnter auf dem Stuttgarter Marktplatz dazu auf, grüne Wahlplakate mit Pro-Stuttgart-21-Aufklebern zu verunstalten...
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Pfarrer Bräuchle (CDU) beschimpft S21-Gegner als Schmutzfinken, Schulabbrecher...
07.11
Ohne Ende Billiglöhner
München sieht sein Heer aus Ein-Euro-Jobbern durch geplante Arbeitsmarktreform gefährdet. Wohlfahrtsverbände wollen Förderkriterien ganz kippen
07.11
Streit um Konkordatslehrstühle - Klage nicht zugelassen
Darf ein katholischer Bischof bei der Besetzung eines Lehrstuhls für Philosophie sein Veto einlegen? In Bayern darf er das bei rund einem Drittel der Lehrstühle in diesem kleinen Fachbereich. Der Versuch diese Praxis abzuschaffen ist vor dem Verwaltungsgericht Ansbach vorerst gescheitert.
Zum eigentlichen Streitpunkt, dem so genannten Konkordatslehrstuhl, ist das Verfahren erst gar nicht gekommen. Aus formalen Gründen wurde die Klage nicht zugelassen. Eine Professorin hatte gegen die Besetzung eines entsprechenden Lehrstuhls an der Universität Erlangen-Nürnberg geklagt, sie vermutete, dass sie nicht in die engere Wahl gekommen sei, da sie nicht der katholischen Kirche angehöre. Deshalb fühlte sie sich diskriminiert und begründete ihre Klage mit dem Grundgesetz, wonach die Besetzung eines öffentlichen Amtes nicht von der Konfession abhängen dürfe.
In der Tat ist die Klärung der Frage, ob Konkordatslehrstühle rechtens sind, auf großes Interesse gestoßen. Rund 20 solcher Lehrstühle gibt es im Freistaat, bei jedem dritten können Bayerns Bischöfe bei der Besetzung ein Veto einlegen. Um die klagende Professorin hat sich eine Gruppe von Philosophieprofessoren geschart, der es ein Dorn im Auge ist, dass im 21. Jahrhundert in einem nicht kirchlichen Fach der Bischof mitreden darf. Der Verdacht liegt im aktuellen Fall nahe, schließlich wurde die Konfession mehrerer Bewerber auf den Lehrstuhl noch schriftlich abgefragt. Zwar betont die Universität Erlangen, dass die Konfession bei der Besetzung keine Rolle gespielt habe, aber es bleibt ein Gschmäckle.
„Jetzt kann erst gegen die Konkordatslehrstühle geklagt werden, wenn ein Bischof einen Kandidaten öffentlich ablehnt“, erklärt Pressesprecher Peter Burgdorf vom Verwaltungsgericht. Akzeptiert der Bischof entsprechende Kandidaten, wird es sicher nicht zur Klage kommen. Um ein entsprechendes Verfahren gar nicht erst zu provozieren, werden die Bischöfe entsprechende Äußerungen höchstwahrscheinlich in Zukunft unterlassen, so dass die Frage nach der Zulässigkeit dieses Bischofs-Vetorechtes weiterhin offen bleibt.
07.11
Katholisch und schwul: Theologe im Interview
David Berger: Früh fand der katholische Theologe zum Glauben. Dabei übte seine tief religiöse Großmutter in Würzburg großen Einfluss auf ihn aus. Doch als Berger sich offen zu seiner Homosexualität bekannte, war seine Kirchenlaufbahn zu Ende.
David Berger. Berger: Erst jüngst gab es Bestrebungen, etwa von Christoph Kardinal Schönborn in Wien, darüber nachzudenken, ob man homosexuelle Partnerschaften, wenn sie auf einen langen Zeitraum ausgelegt sind und ähnlich wie heterosexuelle Ehen funktionieren, tatsächlich als Sünde bezeichnen könne – also, ob man seinen Segen dazugibt. Doch sein Chef wollte es gänzlich anders: Joseph Ratzinger hat, bevor er Papst geworden ist, als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre einen Weg zurück eingeschlagen, in dem er dazu übergangen ist, allein die bloße homosexuelle Veranlagung als widergöttlich und satanisch zu bezeichnen. Eine deutliche Tendenz dazu ist in einer seiner ersten päpstlichen Erklärungen von 2005 gegeben, die besagt, dass homosexuell Veranlagte auf keinen Fall Priester werden dürfen, auch wenn sie den Zölibat halten. Begründung: Homosexuelle seien unfähig, ein gesundes Verhältnis zu anderen Menschen aufzubauen.
07.11
Was die Kirche ihren Mitarbeitern vorschreiben darf
Mitarbeiter der Amtskirchen müssen sich auch privat deren Moral unterwerfen, sonst droht der Rauswurf - noch. Vor Gericht bröckelt dieses Sonderrecht.
(...) Viele haben mit dem originären religiösen Auftrag nichts zu tun, es gibt auch Köche, Hausmeister, Pflegekräfte. Dennoch gilt auch für sie nicht das Betriebsverfassungsgesetz. „Das halten viele Gerichte nicht länger für vertretbar, soweit die Tätigkeit der Mitarbeiter nicht den kirchlichen Kern berührt“, sagt Brierley. So hat das Landesarbeitsgericht Hamm jüngst sogar ein Streikrecht in kirchlichen Einrichtungen anerkannt (Az.: 8 Sa 788/10). Es stellte den „dritten Weg“ grundsätzlich infrage.
Auch die Frage, inwieweit die Mitarbeiter nach Dienstschluss den religiösen Moralvorstellungen folgen müssen, ist immer häufiger eine für die Justiz. Das Familienbild hat sich gewaltig verändert, es gibt Zweit- und Drittehen, außereheliche Verhältnisse, Patchworkfamilien. An den Kirchen ist diese Entwicklung bislang vorbeigezogen, doch sie sind nun langsam gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen – auch rechtlich. Denn die Träger von medizinischen und sozialen Einrichtungen haben inzwischen Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden – die Einstellungsbedingung einer Ehe auf Lebenszeit stellt mittlerweile für viele Bewerber eine hohe Hürde dar, gerade „bei der Besetzung leitender Positionen“, sagt Hiltrud Kohnen, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei HWHLaw in Köln.
Hinzu kommt jetzt auch der Druck aus der Rechtsprechung. Jahrzehntelang konnten die Amtskirchen auf den Beistand der deutschen Obergerichte vertrauen. Seit das Bundesverfassungsgericht 1985 (Az.: 2 BvR 1703/83) festgelegt hatte, dass die Gerichte bei der Überprüfung der Arbeitsbedingungen an die Moralvorstellungen der Kirchen gebunden sind, ist das eiserne Linie auch beim Bundesarbeitsgericht (BAG). „Die obersten Arbeitsrichter waren den Kirchen gegenüber immer sehr großzügig“, sagt Arbeitsrechtler Brierley. Doch mit dem „Organisten-Urteil“ hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im September 2010 neue Maßstäbe eingezogen: Die Straßburger erklärten die Kündigung eines Essener Orgelspielers für unwirksam, der nach seiner erster Ehe eine außereheliche Beziehung begonnen hatte (Az.: 1620/03).
Der EGMR hielt fest, dass „die Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags nicht als eindeutiges Versprechen verstanden werden kann, im Fall einer Trennung oder Scheidung ein enthaltsames Leben zu führen“. Damit sei eine Neuausrichtung der deutschen Rechtsprechung absehbar, sagt Anwältin Kohnen.
07.11
Wer lügt – Gott oder die Kirche? - ...oder worüber die Kirche schweigt!
Der Wagner Verlag präsentiert ein neues, provokantes Sachbuch des Kirchenkritikers Leo Piral. Der Titel "Wer lügt - Gott oder die Kirche?" gewährt bereits erste Einblicke in die scharfen Gegensätze, die Piral in diesem Werk offenlegt.
Leo Piral veröffentlicht mit "Wer lügt - Gott oder die Kirche? ... oder worüber die Kirche schweigt!" sein drittes kirchenkritisches Buch im Wagner Verlag. Tief gehende, persönliche Erfahrungen mit den menschlichen Härten des Kirchengerichts regten ihn dazu an, intensive Studien zur Geschichte der katholischen Kirche zu betreiben. In seinen Büchern zieht er ein umfangreiches, ernüchterndes Fazit dieser langjährigen Recherche.
Pirals neues Sachbuch hat vor allem die Kirchendogmen und katholischen Glaubenssätze zum Thema, die er mittels systematischer Analyse als katholische Machtbausteine entlarvt. Dass päpstliche Botschaften zuweilen den festgelegten, kirchlichen Glaubenssätzen widersprechen, ist ein besonderes Kuriosum, das dem Autor ins Auge fällt. Den katholischen Gläubigen ist das Hinterfragen von Kirchendogmen, die vorgeblich auf göttlicher Inspiration beruhen, de facto verboten: Zweifler werden nach Kirchenrecht ausgeschlossen und damit der ewigen Verdammnis preisgegeben. So entsteht ein Druckmittel, um das kritische Denken der Kirchenmitglieder zu unterbinden. Piral verfolgt die katholische Dogmenpolitik zurück bis in das Jahr 381, als der römische Kaiser Theodosius im Konzil von Konstantinopel die göttliche Trinität als unfehlbare Wahrheit proklamierte: ein erster Meilenstein der Kirchengeschichte, die sich damit selbst zu einer Art "Sachverwalter Gottes" erklärt.
07.11
"Auch wir wollen staatlich bezahlte Religionslehrer und Steuerbefreiungen."
07.11
bei ihren Attacken gegen die Römisch Katholische Kirche auf Jesus, an dessen Handeln die „erstarrte“ Institution wieder Maß nehmen und sich damit wie von selbst „reformieren“ solle – im säkularistischen Sinne versteht sich. Wer wagte es zu widersprechen? Gut protestantisch verfügt diese Fraktion immerhin über unmittelbare Zugänge und weiß exklusiv, was Jesus heute tun würde. Zudem dürfte die historisch-kritische Methode machtvoll genug sein, den biblischen Text so lange zu verhackstücken, bis das gewünschte Ergebnis zutage tritt. Dennoch sei gestattet, an dem mittlerweile schon gar nicht mehr hinterfragten Gemeinplatz Zweifel anzumelden, demnach der biblische Jesus 1:1 dem linkskatholischen Profil entspricht und vollends kompatibel ist mit den „gesellschaftlichen Standards“ im post-68er-Deutschland der grün-roten Mehrheiten. (...) Auch Sprechen ist eine Handlung. Wollten sich die Hirten der deutschen Dialog-Kirche jedoch, wie von den „Reformern“ gewünscht, wieder mehr an Jesus orientieren, so würde dessen autoritativ-monologischer Kommunikationsstil den ganzen Dialogzirkus, welcher uns über Jahre hinweg beschäftigen wird, schnell kassiert sein lassen. Dann könnten die Bischöfe sich mehr dahinter klemmen, flächendeckend eine unversehrte Liturgie sicherzustellen, sich um die Neubelebung des Bußsakramentes verdient machen, für eine ordentliche Katechese sorgen und übermotivierte Laien mit Kirchengründerallüren in die Schranken oder vor die Türe weisen.
07.11
Pater Bernhard Sirch zum Sonntagsevangelium: Ungläubige sind Unkraut und Söhne des Bösen; und der Feind, der das Unkraut gesät hat, ist der Teufel
(...) Was aber machen wir, wenn einem Menschen „der Appetit vergangen“ ist nach Gott, ja er fragt gar nicht nach Gott? Was machen wir? Wir müssen uns fragen: wie kann ein Mensch Gott begegnen, bzw. wo begegnen heute Menschen Gott, dem Göttlichen, dem Guten?
Im Gleichnis über das Himmelreich und dem Unkraut auf dem Acker gibt uns Jesus einen Hinweis: Wir begegnen in der Welt nicht nur Gott, sondern auch dem Widersacher Gottes: „das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel“ (Mt 13, 38-39). Erschwerend kommt hinzu, dass das Unkraut so getarnt ist, dass es nicht ohne weiteres als Böses, eher als „Köstliches“ erkenntlich ist, wie wir aus der heiligen Schrift wissen, wo über den Sündenfall berichtet wird: „Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß“ (Gn 3, 6). Genau das machen viele Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft und stürzen sich ins Vergnügen und zwar ohne Gott, obwohl Gott alles so geschaffen hat, dass er nach jedem Tag der Erschaffung der Erde sprach: „Gott sah, das es gut war“ (Gn 1,4.10.12.18.21.25), bzw. „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: „Es war sehr gut“ (Gn 1,31).
An uns Christen liegt es, dass wir das „Abbild Gottes“ (Gen 1, 26.27) in uns frei legen, so dass die Menschen Gott, dem Göttlichen, dem Guten, wieder begegnen können und die Menschen wieder einen Appetit auf Gott bekommen. Wir müssen umkehren zu Gott, dem Urgrund unseres Seins. Wir sollen die Schuld bei uns suchen, wenn Menschen nur das Vergnügen suchen und zwar ohne Gott, weil wir diesen Menschen ein Leben aus dem Glauben nicht lebendig und glaubwürdig vorleben, so dass diese Menschen das „Abbild Gottes“ (Gen 1, 26.27) in uns nicht erkennen und folglich Gott nicht begegnen können.
Bei der Erneuerung der Kirche heute haben die christlichen Familien, wie es früher die Orden hatten, die entscheidende Aufgabe: christliches Leben so zu verwirklichen, dass selbst die Kinder in Schule und Kindergarten sich wünschen, in einer solchen christlichen Familie zu leben. Dieses Tun ist Zeugnis geben von Christus im beginnenden dritten Jahrtausend. Gott muss wieder sichtbar werden in der Welt! Die Menschen brauchen die wärmende Umgebung der Abbilder Gottes, sie brauchen vor allem Gott. Gott muss durch seine „Abbilder“ (Gen 1, 26.27) sichtbar gemacht werden, dass die Menschen Gott begegnen können.
Wir müssen uns immer wieder Zeit nehmen für Gott, Hinhören auf seine Worte und die Gebote Gottes auch halten.
In der ersten Lesung hören wir: Wenn wir auf Gott hören und seine Gebote halten, dann sind Voraussetzungen geschaffen, wo uns das Essen schmeckt und wir uns in der Mahlgemeinschaft mit Gott wohl fühlen, wenn er uns „das Beste zu essen“ (Jes 55, 2.3) gibt. So sind wir Zeugen für das Göttliche und die Menschen können dem Göttlichen wieder begegnen. Wir müssen als Christen Christus bezeugen in unserer Welt; wir brauchen vor allem in den Familien Vollblutchristen, keine Teilzeit-Christen mit einer Sparflamme...
07.11
Agenda 2010-Täterin Göring-Eckardt kritisiert Wirtschaftswachstum
Sie steht dem „Kirchenparlament“ der EKD vor und unterstützt die Kampagne „Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum“ des christlichen Initiativkreises „Anders wachsen“ (Leipzig). Dieser veröffentlicht in einer Pressemitteilung entsprechende Aussagen der Politikerin und evangelischen Kirchenfrau: „Der Maßstab des Wirtschaftswachstums anhand des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sagt absolut nichts darüber aus, wie lebenswert eine Gesellschaft ist." Vielmehr zerstöre ein nicht hinterfragtes „Höher, Schneller, Weiter“ die Grundlagen kommender Generationen. Die Bürger müssten sich fragen, wovon sie in Zukunft mehr wollten: Statt an Wirtschaftswachstum denke sie an „Kultur, menschliche Beziehungen, Gesundheit, soziale Gerechtigkeit oder schlicht: Muße und Entschleunigung." Neben Göring-Eckardt unterstützen nach Angaben des Initiativkreises aus der evangelischen Kirche unter anderem der sächsische Landesbischof und stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Jochen Bohl (Dresden) sowie die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann (Magdeburg) die Kampagne.
07.11
Wenn Christen streiten
Als "schwärzesten Abschnitt der europäischen Neuzeit", als "schauerliche Paradoxie, die die gesamte Geschichte der christlichen Völker befleckt", mit diesen Worten hat der österreichische Schriftsteller, Feuilletonist und Schauspieler Egon Friedell in seiner "Kulturgeschichte der Neuzeit" die Periode von der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein bezeichnet. Die Zeit der Religionskämpfe, die Zeit einer schier unendlichen Bartholomäus-Nacht zwischen Katholiken und Protestanten. Wobei der Hauptskandal aus Sicht von Friedell nicht so sehr in der dabei offenbar werdenden Zerstörungswut lag, als vielmehr das "Schwelgen in erbarmungsloser Rachsucht, tückischer Bosheit und allen jenen teuflischen Trieben, um deren Vertilgung der Heiland das Kreuz auf sich genommen hatte". Die Christen des Zeitalters der Gegenreformation kämpften nicht nur brutal gegeneinander, sondern mit höchstem geistigen Raffinement und einer geradezu vollendeten Kunstfertigkeit der Infamie. Es ging nicht nur um die Wahrheit, es ging auch um Macht, die eigenen Ansprüche im Namen Gottes.
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07.11
07.11
07.11
Vorbereitung auf den Papstbesuch: Heilige Katholiban-Ausbildung nach Opus Dei
Der Papst in Deutschland – eine einmalige Chance!
„Wir können sicher sein, dass Papst Benedikt XVI. eine Botschaft mitbringen wird, die uns aufrüttelt.“ Wie der Besuch Papst Benedikts uns Deutsche aus unserer Zaghaftigkeit befreien kann.
07.11
07.11
Attentaeter hoffte in den Himmel zu kommen
(...) So schreibt er etwa: "Wenn es einen Gott gibt, dann werde ich in den Himmel kommen wie alle früheren Märtyrer der Kirche." (...) In seinem Manifest schreibt er, dass jeder Tempelritter, wozu er sich zählt, vor seiner "Operation" zur Kirche gehen sollte, auch wenn er, wie er, nicht besonders gläubig sei. Dort solle er Gott um Vergebung bitten und darum, dass er der Seele und der Rüstung aus Stahl geistlichen Schutz und Vertrauen einflößen möge. War er also vor seinen Anschlägen in der Kirche?
07.11
07.11
Pfarrer verbrennt Teile der Bibel
Anglikanischer Theologe aus Wales entfernt "grausame" Passagen. Doch diese Bibelverbrennung hat kaum Aufsehen erregt.
07.11
07.11
Katholische Kirche verbietet Gebrauch von Antivirenprogrammen
07.11
"Spiegel": Atheisten erobern Gesellschaft
Atheismus erobert "auf breiter Front" die Gesellschaft, berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. "Gottlose Trendsetter" zeichneten sich durch Werte-Ortientierung und Weltoffenheit aus - und sie wüssten oft mehr über Gott als Christen oder Muslime.
Was unterscheidet Atheisten von Gläubigen? Das hat der "Spiegel" Forscher gefragt. Diese stellen fest: "Während früher die Religionslosigkeit tendenziell von gebildeten, wohlhabenden, männlichen Städtern gepflegt wurde, erobern die Atheisten nun auf breiter Front die Gesellschaft." Sie seien stark werteorientiert, setzten sich stärker als der Durchschnitt gegen Todesstrafe, Diskriminierung und Krieg ein, und sie hätten weniger Vorbehalte gegen "Ausländer, Homosexuelle, Oralsex und Haschisch". Wohl am erstaunlichsten ist die Erkenntnis, dass Atheisten in den USA oft mehr über Gott wüssten, als die Gläubigen selbst – gefolgt von Juden und Mormonen. So radikal wie die "neuen Atheisten" um Richard Dawkins seien aber die wenigsten. Die Mehrheit sei eher "religiös indifferent oder milde agnostisch".
Auch die Situation in Deutschland nimmt der "Spiegel" in den Blick. Nach der Wende hätten sich die Kirchenaustritte im Osten des Landes noch beschleunigt, erklärt der Religionssoziologe Detlef Pollack. Grund ist seiner Meinung nach die Nähe von Staat und Kirche in der Bundesrepublik. Religion werde als "herrschaftsnah und aus dem Westen kommend" wahrgenommen. Deutschland widerlege zudem die Annahme, dass ökonomische Unsicherheit die Menschen gläubiger mache. Die Ölkrisen der siebziger Jahre, die Wendezeit und die aktuelle Finanzkrise seien mit Austrittswellen einher gegangen, ein Grund sei die Kirchensteuer.
Pollack nimmt an, dass künftig auch in Westdeutschland die Konfessionlosenrate auf 70 Prozent steigen wird. Verschwinden werde die Religion aber nie ganz – Grund sei ein "Diaspora-Effekt". Wenn Gläubige in die Minderheit gerieten, rückten sie automatisch näher zusammen und stärkten ihre Gemeinschaft. (pro)
07.11
Die römische Spukgestalt besucht die schleimigen Erdlinge
Im Herbst wird Benedikt XVI. im Bundestag erwartet – Die Propaganda der Frommen läuft quer durch die Fraktionen
07.11
Muslimin von christlicher Schule verwiesen
Die Eltern einer Drittklässlerin aus Mönchengladbach klagen gegen das Land NRW. Die evangelische Grundschule hatte die neunjährige Muslimin nicht – wie von den Eltern beantragt – vom evangelischen Religionsunterricht freigestellt. Stattdessen sprach die Schulleitung einen Schulverweis aus.
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Gottesstaat Deutschland: Kirchenfinanzierung aus Steuermitteln
Die christlichen Kirchen in Deutschland werden Jahr für Jahr mit über 15 Milliarden Euro aus Steuermitteln subventioniert. Hiermit ist nicht die Kirchensteuer gemeint, die zusätzlich mit fast 10 Milliarden Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Auch die Unterstützung sozialer Einrichtungen der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie ist in dem Betrag nicht enthalten. Diese Zuschüsse summieren sich jährlich auf weitere 50 Milliarden Euro.
Von den 15 Milliarden werden stattdessen der Religionsunterricht an den Schulen, die Theologenausbildung an den Universitäten, die Gehälter und Renten von Bischöfen und anderen Würdenträgern oder die Kosten von Kirchentagen und kirchlichen Stiftungen bezahlt.
Obwohl es dem Staat angeblich an Mitteln zur Aufrechterhaltung von Sozial- und Gesundheitssystemen mangelt, die Kommunen nicht mehr in der Lage sind ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und die Staatsverschuldung einen historischen Rekord erreicht hat, werden die uralten Gewohnheitsrechte, auf denen die Subventionspraxis beruht, nicht angetastet. So beziehen die Kirchen einen Großteil ihrer Finanzmittel aus den Steuergeldern von Christen, Muslimen, Juden, Atheisten oder Agnostikern und mehren so ihren ohnehin unermesslichen Reichtum.
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07.11
Wer einen Sarrazin oder Ulfkotte zulässt, der darf sich über einen Anders Behring Breivik nicht wundern
"Sowas kommt von sowas!" sagte meine Großmutter und fasste damit auf ihre recht einmalige und trockene Art Ursache und Wirkung treffend zusammen. Leider habe ich mit den Sprüchen meiner Jugend vor Gericht meist nicht viel Glück und dieser Artikel dürfte wohl auch mit einer Gerichtsverhandlung bestraft werden. Wer sich die angeblichen "Nachrichten" auf Akte Islam von Udo Ulfkotte, oder das rassistische und islamophobe Gekreisch auf PI und das menschenverachtende Gerede und Geschreibe von Thilo Sarrazin, durchgelesen und angehört hat, der wundet sich höchstens, dass nicht täglich irgendwelche rechte Irre auftreten und versuchen mit Terroranschlägen die ihnen so verhasste demokratische und multikulturelle Welt zu zerstören. ["Wer einen Sarrazin oder Ulfkotte zulässt, der darf sich über einen Anders Behring Breivik nicht wundern" weiterlesen »]
 
März 2011:
Bundespräsident Wulff bekräftigte in einer Rede: "Der Islam gehört zu Deutschland." Thilo Sarrazin vertritt hingegen die These, die Muslime in Deutschland trügen dazu bei, dass Deutschland sich abschaffe. Der Politische Club will in dieser Kontroverse Klärungen schaffen.
Referenten sind u.a.
• Präses Nikolaus Schneider
(EKD-Ratsvorsitzende
Heinz Buschkowsky (klick, klick und klack)
Henryk M. Broder (klick, klick und klack) >>>
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Wieder Ärger um Sarrazin
Die evangelische Akademie Tutzing lädt zu einer Islam-Tagung Thilo Sarrazin ein.
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Evangelischer Presseverband für Bayern: Akademie Tutzing weist Grünen-Kritik an Sarrazin-Auftritt zurück
Die Evangelische Akademie Tutzing hat die Kritik der Bayerischen Grünen an einem geplanten Auftritt von Thilo Sarrazin zurückgewiesen. Der frühere Bundesfinanzminister und Leiter des Politischen Clubs der Tutzinger Akademie, Hans Eichel (SPD), sagte am Sonntag dem epd, er sei verwundert über die Kritik und finde sie "vollkommen daneben". Der bayerische Grünen-Vorsitzende Dieter Janecek hatte die Einladung Sarrazins mit den Worten kritisiert: "Sarrazins Einlassungen sind längst als wissenschaftlich nicht haltbar, einseitig und in höchstem Maße populistisch entlarvt." Er finde es "schade, dass ihm ausgerechnet die Evangelische Akademie" eine Bühne biete.
Eichel erwiderte, dass es genau die Aufgabe der Akademie sei, Debatten über aktuelle Themen zu führen. Die Zeitungen seien auch Monate nach dem Erscheinen von Sarrazins Buch voll damit, das Thema sei noch längst nicht ausdiskutiert. "Man lädt doch zu einer Diskussion nicht nur Leute ein, mit denen man einer Meinung ist", sagte Eichel. Er habe immer gedacht, "dass vor allem die Grünen die Freiheit der Debatte hochhalten". Zudem gehöre es auch zum guten Ton, dass man nicht nur über jemanden diskutiere, sondern auch mit ihm. (...)
Akademie-Direktor Friedemann Greiner wies die Kritik Janecek ebenfalls zurück. "Die Grünen haben sicher zur Kenntnis genommen, dass Thilo Sarrazin nur einer von vielen Gästen ist", sagte er. Umso mehr wundere ihn die harsche Kritik: "Wir debattieren auch mit Leuten, deren Thesen wir persönlich nicht teilen. Davon lebt eine Akademie wie die unsere."
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Sarrazin kommt nach Tutzing
Trotz aller Kritik will die Evangelische Akademie Tutzing an Thilo Sarrazin als Tagungs-Referent festhalten. Die Veranstaltung, bei der Sarrazin am 19. März auftreten soll, hat den Titel: "Der Islam gehört zu Deutschland – schafft sich Deutschland dadurch ab?"
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Gegründet wurde die Evangelische Akademie Tutzing der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern 1947 vom damaligen Landesbischof Hans Meiser.
Die christlich-abendländliche Leit(d)figur Hans Meiser - 1926:
Mit einer meisterhaften Fähigkeit ausgestattet, überall den eigenen Vorteil wahrzunehmen, finden wir sie (die Juden) hauptsächlich in Berufen, die ein schnelles Vorwärtskommen ermöglichen (...) Ohne Übertreibung kann man sagen, daß sie sich den Löwenanteil an unserem Volksvermögen gesichert haben (...) Wie nun im menschlichen Körper unrichtige Fettbildung und Fettverteilung, etwa die Bildung eines Fettherzens oder einer Fettniere, zur Todesursache werden kann, so kann auch eine abnorme Verteilung des Nationalvermögens einem Volke unmöglich zuträglich sein. (...) Es ist oft betont worden, daß der jüdische Verstand etwas Zerfressendes, Ätzendes, Auflösendes an sich hat (...) Nicht Assimilation des Judentums, sondern Bekämpfung des Judentums mit allen Mitteln, Zurückverweisung der Juden ins Ghetto, Ausmerzung der Juden aus dem Volkskörper - das ist der einzig mögliche Weg zur Lösung der Judenfrage. (...) Es gilt (...) der Grundsatz, daß die Treue gegen das eigene Volk eine ernsthafte Christenpflicht ist. Es liegt etwas durchaus Berechtigtes in der Forderung nach Reinhaltung des Blutes. So wenig wir Mischehen etwa mit naturalisierten Slaven gutheißen können, so wenig können wir Mischehen zwischen Deutsch-Stämmigen mit Juden billigen. Schon der religiöse Gegensatz sollte Christen die Eingehung einer solchen Ehe verbieten, wie denn auch unsere Kirche solche Ehen von der kirchlichen Trauung ausschließt. (...) Gott hat jedem Volk seine völkische Eigenart und seine rassischen Besonderheiten doch nicht dazu gegeben, damit es seine völkische Prägung in rassisch unterwertige Mischlingsbildungen auflösen läßt...Darum können wir uns mit den völkischen Idealen weithin einverstanden erklären und halten es für einen Gewinn, wenn unser Volk durch die völkische Bewegung wieder an seine Pflicht gegen die eigene Art und das eigene Blut erinnert wird (...) Was der jüdische Geist schon gesündigt hat an unserem Volk, welch furchtbares Unwesen er in der jüdisch beeinflussten Presse, in unserer Unterhaltungsliteratur, auf deutschen Bühnen treibt, ist kaum auszusagen. Nur mit tiefen Schmerz können alle wahren Freunde unseres Volkes an alle diese Dinge denken. (...) Gegen diese Art der 'Verjudung unseres Volkes' können wir nicht energisch genug ankämpfen...
Je überzeugter evangelisch unser Volk denkt und handelt, desto besser schützt es sich gegen die von einem entarteten Judentum drohende Gefahr. (...) Mag die Moral vieler Juden nichts anderes sein als stinkende Unmoral, wer zwingt uns denn, ihre Grundsätze zu befolgen und es ihnen gleichzutun oder gar sie zu übertreffen? Selbsthilfe ist oft die beste Hilfe. Darum scheint mir diese sittliche Selbstschutzbewegung das Allernotwendigste zu sein, was wir in Bezug auf die Judenfrage zu tun haben. (...) Ruhelos und heimatlos zu bleiben ist sein Los. Aber er soll nicht sagen können, wenn er einst an das Ende seiner Wanderfahrt gekommen ist, er habe nichts davon gespürt, daß er auf seinem Weg auch durch christliche Völker gekommen sei...
Dokumentation
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GlobalEcho: Beleidigungsklage: Sieg für Sarrazin gegen Linkspolitiker – erfolgreiche Veranstaltung in Tutzing
Klartextpolitiker und Wahrheitsaussprecher Dr. Thilo Sarrazin könnte im März diesen Jahres einen Erfolg vor Gericht verbuchen.
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April 2009: Hans Eichel, Protestant und Ex-Bundesfinanzminister (SPD), als neuer Leiter des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing: Die Evangelische Akademie Tutzing genießt einen ausgezeichneten Ruf. (...) Die Evangelische Akademie Tutzing ist ein Ort, wo nicht die üblichen parteipolitischen Sprechblasen abgeliefert werden.
1948: Johannes Thümmler - 1932 NSDAP, 1933 SA, 1937 SS, 1939 Vize-Gestapochef von Dresden, 1941 Gestapochef von Chemnitz, anschl. Führer des (Mord-)Einsatzkommando 16 der Einsatzgruppe E, 1943 Chef der Gestapo-Leitstelle Kattowitz und damit Chef der Politischen Abteiling im Vernichtungslager Auschwitz, zugleich Vors. des Polizeistandgericht Kattowitz (das im Auschwitzer Block 11 tagte und liquidierte) sowie Ostern 1945 Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Stuttgart - wird Mitglied des Förderkreises der Evangelischen Akademie
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Karl Bonhoeffer – Klaus von Dohnanyi – Thilo Sarrazin
Man mag sich wundern, warum Klaus von Dohnanyi zu den eifrigsten Verteidigern Thilo Sarrazins gehört. Schließlich wurde Dohnanyis Vater Hans von Dohnanyi als Widerstandskämpfer von den Nazis ermordert. Und ebenso sein Onkel und der Freund seines Vaters, der bekannte Dietrich Bonhoeffer. Wie kann Dohnanyi zu Aussagen gelangen, dass sich in Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" nichts Verwerfliches befindet, wo doch die Eugenik aus dem Buch geradezu raus trieft? Eine Erklärung könnte in Dohnanyis Mitgliedschaft im "Konvent für Deutschland" zu finden sein. Aber vielleicht lässt sich Dohnanyis Verhalten auch dadurch erklären, dass sein Großvater Karl Bonhoeffer ebenfalls vom Eugenik-Vorwurf reingewaschen wurde und hier ähnliche Argumentationsmuster vorliegen.
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Update Dez. 2012
Dohnanyis DNA
Hans-Olaf Henkel in der Laudatio zum Deutschen Mittelstandspreis für Thilo Sarrazin:
Thilo Sarrazin ist ein deutscher Widerstandskämpfer im besten Sinne des Wortes. Ich kann keinen besseren Zeugen dafür aufbieten, als den ehemaligen Ersten Bürgermeister meiner Heimatstadt, Klaus von Dohnanyi. Es liegt wohl in der DNA von Dohnanyis Familie, dass Klaus von Dohnanyi oft dann eingreift, wenn Politiker, Pressemeute und andere Vertreter unserer sich politisch korrekt gebenden sogenannten Elite, Einzelnen die Ehre abschneiden wollen und die Meinungsfreiheit bedroht ist.
Henkel spielt mit der DNA sowohl auf Sarrazins erbbiologische Thesen an, als auch darauf, dass Dohnanyis Vater von den Nazis ermordet wurde.
"Es liegt wohl in der DNA von Dohnanyis Familie": Klaus von Dohnanyis Großvater, Karl Bonhoeffer, war kein Widerstandskämper, sondern Eugeniker. Er war  Richter am Erbgesundheitsobergericht und dort für mindestens zwanzig Zwangssterilisierungen persönlich verantwortlich. Bereits 1923 befürwortete er Zwangssterilisierungen, wenn erwiesen sei, "daß die Gefahr einer Schädigung des Volkskörpers durch die Fortpflanzung dieser Individuen tatsächlich besteht."
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Der Attentäter und die Hassblogger
Er schrieb in rechten Blogs und war Mitglied bei den Rechtspopulisten: Der Mörder von Norwegen kam nicht aus dem "Nichts", sondern aus der Szene der europäischen Multikulti-Hasser und Islamfeinde. Die beeilen sich nun zu versichern, dass Anders Breivik etwas falsch verstanden haben muss.
Als sich über die Medien die Nachricht über das grauenhafte Massaker auf der norwegischen Insel Utøya verbreitete, wurde schnell klar, dass der Täter wohl aus dem anti-islamistischen, stramm nationalistischen Lager kam. Seit Jahren hatte er seine publizistischen Spuren in etlichen einschlägigen Blogs und auf Web-Angeboten hinterlassen. Die Betreiber entsprechender Angebote gingen prompt zur Verteidigungshaltung über. Man distanzierte sich - nicht in der nationalistischen, anti-islamistischen Sache, wohlgemerkt, aber in Bezug auf die Wahl der Methoden.
Anders Behring Breivik, so die Botschaft, war wohl Anhänger der rechten Sache, hatte da aber etwas falsch verstanden. Bomben und Massenmord, so die Argumentation, gehörten nicht zum Instrumentarium, das man nutzen wolle, um die westliche Welt von Muslimen und überhaupt allem Andersartigen, von den "Multikulturisten" und "Kultur-Marxisten" zu befreien. Nationalisten und Christen, argumentierte da ein rechter Blogger, mordeten per definitionem keine Kinder, "schon gar nicht Kinder der eigenen Rasse".
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Weltbild des norwegischen Attentäters: Rechter Bruder der Dschihadisten
Die Welt ist krank, sie braucht eine radikale Kur: Mit dieser Logik richtete Anders Breivik ein Blutbad an. Sein Manifest des Grauens spiegelt Positionen europäischer Rechter, die für eine "Konservative Revolution" trommeln. Ihre Argumente entsprechen denen von islamischen Dschihadisten.
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Störungsmelder - Wir müssen reden. Über Nazis.
Zivilcourage gegen Rechts ist kein “Linksextremismus”
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"Die Medien wollen Islamkritik unterbinden"
Islamkritik darf auch nach den Anschlägen von Norwegen nicht tabuisiert werden. Darüber waren sich die Schriftstellerinnen Monika Maron und Necla Kelek in einem gemeinsamen Interview mit der "Welt" einig. Sie sprachen auch über die neuen Kontroversen um Thilo Sarrazin, der jüngst bei Dreharbeiten aus dem Berliner Stadtteil Kreuzberg vertrieben worden war.
07.11
Kurienkardinal vergleicht Säkularismus mit dem Dritten Reich
Kardinal Cañizares Llovera: Bereits im Dritten Reich (...) führten Entscheidungen ohne Gott dazu, dass bestimmte Gruppen von Menschen vernichtet werden konnten.
"Wenn der Mensch aus sich selbst heraus, ohne Gott, entscheiden kann, was gut und was böse ist, dann kann er ebenso entscheiden, dass eine bestimmte Gruppe Menschen vernichtet werden sollte".
(...)
Kardinal Cañizares Llovera ermutigte dazu, dass Katholiken ihren Glauben auch inmitten des wachsenden Säkularismus bewahren. "Gott zu bejahen heißt den Menschen zu bejahen. Das ist die Wurzel und die Grundlage der Würde und Unverletzbarkeit jedes menschlichen Wesens und dies führt konsequenterweise zu Frieden und Einheit in der Gesellschaft."
März 2006: Antonio Canizares Llovera, seit gut drei Jahren Erzbischof von Toledo und damit Primas von Spanien, empfängt vom Ratzinger-Papst die Kardinalswürde. Das gilt fast als Garantie auf Purpur.
Gott zu verneinen und so zu leben, als ob Gott nicht existiere, bringe drastische Konsequenzen für den Menschen und seine Zukunft mit sich...
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Wir sind national bis auf die Knochen, deutsch durch und durch, bereit zu jedem Opfer für Volk und Vaterland. Nikolaus Bares - Bischof von Hildesheim
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Hans Baumann, Mitglied im kath. Jugendbund Bund Neudeutschland: Wir werden weiter marschieren / Wenn alles in Scherben fällt / Denn heute da hört uns Deutschland / Und morgen die ganze Welt
Hans Baumann: Es zittern die morschen Knochen
- H. Baumanns komposit. Talent wurde bereits 1932 entdeckt, als er bei einer Exerzitienübung eigene Lieder vortrug, darunter Es zittern die morschen Knochen.
Vom Jesuitenpater, welcher die Exerzitien geleitet hatte, wurden Baumanns Lieder 1933 zum Druck in den kath. Kösel-Pustet Verlag gegeben.
Es zittern die morschen Knochen gehörte zu den Standardtexten der Hitler-Jugend und der SA und wurde zum Pflichtlied des Reichsarbeitsdienstes.
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In dem wir die Versöhnung der Klassen herbeiführen - direkt und indirekt, wollen wir weitergehen, dieses geeinte Deutsche Volk wieder zu führen zu diesen ewigen Quellen seiner Kraft, wollen durch eine Erziehung von Kleinen an den Glauben an einen Gott und den Glauben an unser Volk und den Willen dieses Volk zu vertreten einpflanzen in die jungen Gehirne. (...) Und wollen diese Jugend vor allem erziehen zur Ehrfurcht vor denen, die einst das schwerste Opfer gebracht haben für unseres Volkes Leben und unseres Volkes Zukunft, denn was auch diese Vierzehn Jahre (der Weimarer Republik) verbrochen haben - das Schlimmste war, dass sie zwei Millionen Tote (des Ersten Weltkriegs) um ihr Opfer betrogen haben. Und diese zwei Millionen sollen vor dem Auge unserer Jugend sich wieder erheben als ewige Warner, als Forderer und die zu Recht unser Volk beanspruchen, für ihre eigenen Opfer. (...) Um Gott und dem eigenen Gewissen Genüge zu tun, haben wir uns nun noch einmal an das deutsche Volk gewendet - es soll selbst nun mithelfen, es soll sich selbst entscheiden. Wenn uns dieses Deutsche Volk in dieser Stunde verlässt, so möge uns der Himmel verzeihen: Wir werden den Weg gehen, der nötig ist, dass Deutschland nicht verkommt! (...) Vierzehn Jahre lang haben die Parteien des Verfalls, des Novembers, der Revolution das deutsche Volk geführt und misshandelt, 14 Jahre lang zerstört, zersetzt und aufgelöst. Es ist nicht vermessen, wenn ich heute vor die Nation hintrete und sie beschwöre: Deutsches Volk, gib uns vier Jahre Zeit, dann richte und urteile über uns! Deutsches Volk, gib uns vier Jahre und ich schwöre dir, so wie wir und so wie ich in dieses Amt eintrat, so will ich dann auch gehen. (...) Denn ich kann mich nicht lossagen von dem Glauben an mein Volk, kann mich nicht lossagen von der Überzeugung, dass diese Nation wieder einst auferstehen wird, kann mich nicht entfernen von der Liebe zu diesem, meinem Volk und hege felsenfest die Überzeugung, dass eben doch dann einmal die Stunde kommt, in der die Millionen, die uns heute verfluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden, dann das gemeinsam geschaffene, mühsam erkämpfte, bitter erworbene neue Deutsche Reich der Größe und der Ehre und der Kraft und der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit! Amen! Adolf Hitler
- 21. März: Der Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der nationalen Erhebung (jedwede von der Reaktion abweichende Meinung kann nun auch mit Sondergerichten unterbunden werden) folgt eine Amnestie für alle Verbrecher, die wegen Terrorakte und Mord verurteilt worden sind.
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Michael Schmaus, kath. Theologe und Dogmatiker: Nationalsozialismus und Katholizismus gehen zusammen wie Natur und Gnade.
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1. Mai 1933:
- In dieser Schicksalsstunde begrüßen die auslandsdeutschen Katholiken das kommende Deutsche Reich, dessen Grundlagen auf Christustreue und Volkstreue aufgebaut werden sollen. (...) Die glanzvolle Vergangenheit des deutschen Volkes wird wieder lebendig. Je mehr die vaterlandslosen Elemente aus dem öffentlichen Leben verschwinden, die in den Tagen des Umsturzes den deutschen Soldatenstand geschändet und mit ihm alles, was in der deutschen Geschichte groß und heilig war, in den Kot gezogen haben, desto mächtiger soll der große völkische Gedanke erwachen, das erhabene Bewusstsein der Einheit aller Deutschen in Sprache und Kultur. (...) So wollen wir den falsch verstandenen Pazifismus bekämpfen, der mit Schlagworten ewige Ketten an unseren Händen lassen möchte, die unwürdige Friedensverträge geschmiedet haben, und der deutschen Jugend die Wehrhaftigkeit als den hohen Wert männlicher Jugend zurückerobern.
Alois Hudal, päpstlicher Thronassistent und Rektor des Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima
- Wir wollen uns den Wiederaufstieg der Nation durch unseren Fleiß, unsere Beharrlichkeit, unseren unerschütterlichen Willen ehrlich verdienen! Wir bitten nicht den Allmächtigen: "Herr mach Du uns frei!" Wir wollen tätig sein, arbeiten, uns brüderlich vertragen, miteinander ringen, auf daß einmal die Stunde kommt, da wir vor ihn hintreten können und ihn bitten dürfen: "Herr, Du siehst, wir haben uns geändert. Das deutsche Volk ist nicht mehr das Volk der Ehrlosigkeit, der Schande, der Selbstzerfleischung, der Kleinmütigkeit und Kleingläubigkeit. Nein, Herr, das deutsche Volk ist wieder stark in seinem Willen, stark in seiner Beharrlichkeit, stark im Ertragen aller Opfer. Herr, wir lassen nicht von Dir! Nun segne unseren Kampf um unsere Freiheit und damit um unser deutsches Volk und Vaterland!" Adolf Hitler
- Am nächsten Tag (dem 2. Mai 1933) überfallen Polizei, SA und SS die Häuser und Büros der Freien deutschen Gewerkschaften (ADGB) und der Angestelltenverbände (Afa). Mit der lange vorbereiteten Zerschlagung der freien Gewerkschaften werden auch die Betriebe, die gewerkschaftl. Arbeiterbank und Verlage besetzt. Die führenden Gewerkschaftsfunktionäre werden in sog. "Schutzhaft" abtransportiert. Das enteignete Gewerkschaftseigentum wird vor allem in die acht Tage später gegr. Deutsche Arbeitsfront (DAF) überführt. Unternehmer können nun frohlocken endlich Herr im eigenen Hause zu sein. Die DAF, als (Zwangs)Organisation aller schaffender Deutschen der Stirn und der Faust propagiert die Überwindung des Klassenkampfes durch die Idee der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Die Arbeit ist nicht des Lohnes und des Geldverdienens da, sondern Arbeit ist Selbstzweck!, so die maßgebliche Weichenstellung zum 1. DAF-Kongress. Vom geraubten Geld der enteigneten Freien Gewerkschaften werden ab 1934 NS-Ordensburgen aus dem Boden gestampft.
Ordensburg Vogelsang nach der Erstellung
Junker und Germanischer Ritter vor dem (vollendeten) Vogelsang im Hintergrund
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Und nunmehr steht er vor uns als der, den die Stimmen unserer Dichter und Weisen gerufen, als der Befreier des deutschen Genius, der die Binden von unseren Augen nahm und uns durch alle politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, konfessionellen Hüllen hindurch wieder das eine Wesenhafte sehen und lieben ließ: bluthafte Einheit, unser deutsches Selbst, den homo Germanus. Das Wort vom deutschen Volkstum, schon bis zum Überdruss, bis zu schalen Leerheit verbraucht, wie bekam es nunmehr einen neuen hellen Klang. So aufwühlend und aufreißend sprang es die Menschen an, dass ihr Leben einen neuen Sinn gewann, dass sie heute zerstörten, was sie gestern noch anbeteten, dass sie über die Gassen und Zäune, über tausend Risse und Klüfte hinweg sich die Hand reichten und sich Kameraden und Brüder nannten. Es ist etwas Großes um dieses Massenerlebnis unserer volkshaften Einheit und bluthaften Verbundenheit.
Die Tafeln des nationalsozialistischen Sollens und die der katholischen Imperative stehen freilich auf verschiedenen Ebenen des Seins, jene in der natürlichen, diese in der der übernatürlichen Ebene. (...) Aber sie weisen in dieselbe Wegrichtung. (...) Da im Hintergrund aller Geschichte der göttliche Wille steht, können wir aus der Geschichte ohne Furcht uns zu täuschen ablesen, dass Gott dem deutschen Volke eine der größten Aufgaben zudachte [über die] selbstverständliche Forderung der Zeit [sich nicht nur] rückhaltlos in den neuen Staat einzuordnen, sondern auch die geistigen Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung zu würdigen [so] dass der Bau des Reiches gelingt, des Reiches, das sein wird eine Opfergemeinschaft von unerschütterlich in Gott gegründeten, aus dem deutschen Volkstum genährten, demütig auf Gott vertrauenden, ihrer Verantwortung bewussten, von Christus geformten deutschen Menschen.
Michael Schmaus, kath. Theologe und Dogmatiker
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Die Juden wirken zersetzend auf Religion und Volkscharakter. Lexikon für Theologie und Kirche
Synagoge in Düsseldorf mit Schmierereien
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Zwei Welten stehen einander gegenüber! Der Gottmensch und der Satansmensch! Der Jude ist der Gegenmensch, der Antimensch. Der Jude ist das Geschöpf eines anderen Gottes. Er muss einer anderen Wurzel des menschlichen Stammes entwachsen sein. Adolf Hitler
Die allermeisten Elemente der Persönlichkeit Adolf Hitlers finden sich in ihrer Vulgarität, in ihrem ordinären, zynischen Hinwegsehen über Menschenrecht und Menschenwürde anderer Menschen, in der Personbildung von wohl Millionen seiner Zeitgenossen und von Menschen der Gegenwart. (...) Auch der Glaube, der religiös-politische Glaube des österreichischen Katholiken Adolf Hitler, entsprach einem vulgären christlichen, ja katholischen Glauben breiter Schichten von Christen und gerade auch von katholischen Christen in den deutschsprachigen Landen. (...) Es ist an der Zeit, (...) die römisch-katholischen Elemente in der Person Adolf Hitlers namhaft zu machen. Friedrich Heer in seiner Analyse vom christlichen Judenhaß - der christlichen Pathologie zweier Jahrtausende
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Man hat mich wegen Behandlung der Juden angegriffen. Die katholische Kirche hat 1500 Jahre lang die Juden als Schädlinge angesehen, sie ins Ghetto gewiesen usw. Ich gehe zurück auf die Zeit, was man 1500 Jahre lang getan. Ich stelle nicht die Rasse über die Religion, sondern ich sehe die Schädlinge in den Vertretern dieser Rasse für Staat und Kirche, und vielleicht erweise ich dem Christentum den größten Dienst. Adolf Hitler
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Da das Blut die physiologische Grundlage unserer ganzen Geistigkeit, der besonderen Weise unseres Fühlens, Denkens und Wollens ist (...) ist es eine Forderung der deutschen Selbstbehauptung, die Reinheit und Frische dieses Blut zu wahren und durch Gesetze zu sichern. Man darf deshalb eine auf Blutreinheit des Volkstums bedachte Gesetzgebung nicht ohne weiteres unchristlich oder widerchristlich schelten. Es ist vielmehr Recht und Aufgabe des Staates, durch entsprechende Verfügungen die Blutreinheit seines Volkes zu wahren, sobald sie offensichtlich durch ungeregeltes, übermäßiges Einströmens artfremden Blutes bedroht wird. Karl Adam, kath. Theologe und Dogmatiker
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Diözese und Bischof werden am Aufbau des neuen Reiches freudig mitarbeiten. Joseph Heinrich Peter Vogt, Bischof von Aachen
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Wir wollen dem Staat um keinen Preis die Kräfte der Kirche entziehen und wir dürfen es nicht, weil nur die Volkskraft und die Gotteskraft (...) uns erretten und erheben kann. Ein abwartendes Beiseitestehen oder gar eine Feindseligkeit der Kirche dem Staate gegenüber müsste Kirche und Staat verhängnisvoll treffen [und zu] unserer großen Freude haben die führenden Männer des neuen Staates ausdrücklich erklärt, dass sie sich selbst und ihr Werk auf den Boden des Christentums stellen. Dies ist ein öffentliches, feierliches Bekenntnis, das den herzlichen Dank aller Katholiken verdient. Nicht mehr soll also der Unglaube und die von ihm entfesselte Unsittlichkeit das Mark des deutschen Volkes vergiften...
...nicht mehr der mörderische Bolschewismus mit seinem satanischen Gotteshass die deutsche Volksseele bedrohen und verwüsten. (...) Es fällt deswegen uns Katholiken auch keineswegs schwer, die neue, starke Betonung der Autorität im Staatswesen zu würdigen und uns mit jener Bereitschaft ihr zu unterwerfen, die sich nicht nur als natürliche Tugend, sondern widerum als eine übernatürliche kenzeichnet, weil wir in jeder menschlichen Obrigkeit einen Anglanz der göttlichen Herrschaft und eine Teilnahme an der ewigen Autorität Gottes erblicken (Röm. 13, 1ff.).
Hirtenwort des deutschen Episkopats (Gesamtheit der Bischöfe) vom 3. Juni 1933, somit u.a.
- etwa 8 Wochen nach dem sog. Judenboykott
- rund 10 Wochen nach der endgültigen Zerschlagung aller demokr. Errungenschaften der Weimarer Republik durch das Inkrafttreten des sog. Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich - was nur (aufgrund der erforderl. Zweidrittelmehrheit) mit der Zustimmung der kath. Zemtrumpartei vollzogen werden konnte; Ludwig Kaas, Zentrum-Fraktionsvors., mit seiner Begründung zur geschlossenen Zustimmung der kath. Fraktion... um nur wenig später diese "Diktaturensuppe" die Landsleute ohne sich "auslöffeln" zu lassen, denn der Prälat L. Kaas verlässt Deutschland, um sich im Vatikan (und bis zum Lebensende) an einem unbeschwertem Leben erfreuen zu können... (L. Kaas noch zum "Führergeburtstag": Zum heutigen Tage aufrechte Segenswünsche und die Versicherung unbeirrter Mitarbeit am großen Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozialbefriedigten und nach außen freie Deutschland) und
- rund vier Monate innenpolit. Terror bis hin zur phys. Vernichtung der "gottlosen Bolschewisten" (NS-Widerstandskämpfer, Sozialdemokraten, Kommunisten, Pazifisten usw. usf.)
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- 16. Mai 1933: Verbot von Streiks und Aussperrungen
- 22. Juni: Verbot der SPD und weitere Verhaftungswelle; anschl. Selbstaufflösungen der bürgerlichen Parteien
Die deutschen Bischöfe haben schon längst den neuen Staat bejaht...In diesem Sinne werde ich nichts unversucht lassen, dem neuen Staat nicht allein mit Worten Beweise meiner Treue zu geben. Hermann Wilhelm Berning, Bischof von Osnabrück
- 31. Juli: 26.789 Menschen befinden sich in sog. "Schutzhaft"
Durch Licht zur Nacht (Bsp. I und II) - Photomontage John Haertfield
Heinrich Heine: Dies war ein Vorspiel nur; dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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Der Episkopat aller Diözesen Deutschlands hat, wie die öffentlichen Kundgebungen erweisen, soweit es nach der Neugestaltung der politischen Verhältnisse durch Eurer Exzellenz Erklärungen ermöglicht wurde, sogleich die aufrichtige und freudige Bereitwilligkeit ausgesprochen, nach bestem Können zusammenzuarbeiten mit der jetzt waltenden Regierung, die die Gewährleistung von christlicher Volkserziehung, die Abwehr von Gottlosigkeit und Unsittlichkeit, den Opfersinn für das Gemeinwohl und den Schutz der Rechte der Kirche als Leitsterne ihres Wirkens aufgestellt hat. Adolf Kardinal Bertram - öffentlicher Dank des Episkopates an Adolf Hitler zum Abschuss des Reichskonkordates
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Der CV bekennt sich zur nationalsozialistischen Revolution als dem großen geistigen Umbruch unserer Zeit. Der CV will und muß Träger und Künder der Idee des Dritten Reiches sein ... und deswegen wird der CV im Geiste des Nationalsozialismus geleitet werden ... Nur der nationalsozialistische Staat, der machtvoll aus der Revolution herauswächst, kann uns die Wiederverchristlichung unserer Kultur bringen ... Es lebe der CV! Es lebe das Großdeutsche Reich! Heil unserem Führer Adolf Hitler! - Edmund Forschbach, Führer des Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV)
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Die nationalsozialistische Bewegung hat einen unverkennbar messianischen Schwung (...) Die germanische Rasse trat als gesunde, unverbrauchte Rasse ein in die Geschichte. Sie ist nicht angekränkelt von der sittlichen Fäulnis der ausgehenden Antike, sondern tritt froh und freudig mit ihren blauen Augen und blonden Haaren hinein in die Welt, die ihr gehört. Rudolf Graber, geistlicher Gauführer im kath. Jugend-Bund Neudeutschland
- 1962 Ernennung zum Bischof von Regensburg; 1973 Antragen des Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, was Graber wegen des veränderten Abtreibungsparagraphen § 218 ablehnte; 1977 einer der beiden Mitkonsekratoren bei der Bischofsweihe von Josef Ratzinger in München; 1983 päpstlicher Thronassistent
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Es ist ein großes Verdienst der Reichsregierung und besonders des Herrn Reichskanzlers, dass dem würdelosen Treiben der Gottlosen energisch Halt geboten, dass der geistigen Entartung der Völker, dem Bolschewismus ein Ende bereitet wurde. Niemand von uns darf je die Regierung in diesem schweren Kampfe im Stich lassen. Wir sind genau davon unterrichtet, dass die Regierung Wert darauf legt, dass die Katholiken den Kampf in Verbindung mit der Regierung weiterführen wie bisher. Franz Rudolf Bornewasser, Bischof von Trier
- F. R. Bornewasser
im Sept. 1945, also rund vier Monate nach der bedingungslosen Kapitualtion (sowie halb Deutschland und Europa in Schutt und Trümmern): Eine große Ungerechtigkeit (...) ist die Behandlung der Beamten, Studienräte, Juristen, Lehrer und Lehrerinnen, die zwar der NSDAP formell angehörten, aber ebensowenig Nazis waren und sind, wie ich es war und bin.
und zwei Jahre später: Vaterlandsliebe bedeutet Treue. Wer die Treue bricht, ist ein Verräter.
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Was wir alle ersehnt und erstrebt haben, ist Tatsache geworden: Wir haben ein Reich und einen Führer, und diesem Führer folgen wir treu und gewissenhaft (...). Wir fragen nicht nach der Person, sondern wir wissen, dass derjenige, der an der Spitze steht, von Gott uns als Führer gesetzt ist. Paul Steinmann, Kapitularvikar (zum kath. Jugendtreffen)
- 6. Aug.: auf dem Berliner Tempelhof wird für 100.000 SA-Männer ein Feldgottesdienst abgehalten
In unserer heiligen katholischen Kirche haben wir das Führerprinzip bereits von dem Stifter unserer Kirche Jesus Christus erhalten. Hermann Wilhelm Berning, Bischof von Osnabrück
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Indem die Kirche den neuen Staat anerkennt und durch einen feierlichen Vertrag sich mit ihm verbunden hat zum gemeinsamen Wirken im Volke der Deutschen, hat sie auch uns als Jugend der Kirche verpflichtet für den neuen Staat. Und nicht nur in dem Sinn, dass wir als Katholiken selbstverständlich um des Gewissens willen dem Staate geben, was des Staates ist, seine rechtmäßige Obrigkeit anerkennen, seine Autorität und seine Gesetze achten und befolgen; sondern in dem weiteren Sinne, dass wir den deutschen Staat nationalsozialistischer Prägung, seine Idee, seine Führung, seine Formen anerkennen und ihm uns mit ganzer Bereitschaft und ganzer Treue zur Verfügung stellen.
Das muss uns klar sein: Kein Staat verwirklicht in sich das Ideal des Gottesstaates, wie auch kein Mensch das Ideal des Gotteskindes ganz in sich verwirklicht. Dies Ideal war nicht der deutsche Staat der Vorkriegszeit, erst recht nicht der der Nachkriegszeit; das ist nicht der faschistische Staat Italiens, und das ist auch nicht der nationalsozialistische Staat des heutigen Deutschlands. Aber das kann und muss gesagt werden: Der neue deutsche Staat trägt etwas von der Idee des Gottesstaates in sich, in der Anerkennung des Christentums als Fundament des Staates.
Katholischer Jungmännerverband
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Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich erkläre, dass sich im Verlauf der letzten Monate der Verkehr der Kirchenregierung in Freiburg mit der Regierung in Karlsruhe in freundschaftlichster Form vollzogen hat. Ich glaube auch, weder vor ihnen noch vor dem deutschen Volk ein Geheimnis zu verraten, wenn ich sage, dass ich mich restlos hinter die neue Regierung und das neue Reich stelle.
Conrad Gröber, Erzbischof von Freiburg
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Und wir haben auch hier nicht theoretisch gehandelt; was wir in diesen Monaten in Deutschland gesäubert haben, ist ungeheuerlich; und dieser Säuberungsprozess geht dauernd weiter. Und nicht weniger haben wir aufgenommen den Kampf gegen die Zersetzung unserer Religion, ohne dass wir uns einer Konfession verpflichteten, haben wir doch wieder dem Glauben die Voraussetzung gegeben, weil wir der Überzeugung waren, dass das Volk diesen Glauben benötigt und braucht! Und wir haben daher den Kampf gegen die Gottlosenbewegung nicht mit ein paar theoretischen Erklärungen aufgenommen - wir haben sie beseitigt, ausgerottet! Adolf Hitler
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Wie ich damals bei der Übernahme der Kanzlerschaft dafür geworben habe, der jungen kämpfenden Freiheitsbewegung den Weg zur Macht zu ebnen, wie ich am 30. Januar durch ein gütiges Geschick dazu bestimmt war, die Hände unseres Kanzlers und Führers in die Hand des geliebten Feldmarschalls zu legen, so fühle ich heute wieder die Verpflichtung, dem deutschen Volk und allen, die mir ihr Vertrauen bewahrt haben, zu sagen: Der liebe Gott hat Deutschland gesegnet, dass er ihm in Zeiten tiefer Not einen Führer gab. Franz von Papen, Vizekanzler im Kabinett der Nationalen Konzentration, Mitglied des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Ritter des Malteserordens und päpstl. Geheimkämmerer
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Echter Caritasdienst muss Dienst der Rassenhygiene sein, weil nur durch die Aufartung des Volkes auch die beste Grundlage für die Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden geschaffen wird. Jahrbuch der Caritaswissenschaft 1934
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Katholizismus und Nationalsozialismus können und sollen Hand in Hand marschieren. Michael Schmaus - kath. Theologe und Dogmatiker
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Wir deutschen Katholiken, die wir als treue Söhne unserer heiligen Kirche für die Erhaltung und Bewahrung unserer religiösen und sittlichen Güter eintreten, sind ebenso auch treue Söhne unseres deutschen Staates, die den Aufbau und Ausbau des neuen Reiches freudig und entschlossen mitgestalten wollen. Dazu haben wir als deutsche Katholiken das Recht und die Pflicht. Hermann Wilhelm Berning, Bischof von Osnabrück
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Man berufe sich nicht auf die Taufe, die aus einem Juden einen Christen macht. Die Taufe (...) ändert niemals sein Erbgefüge. Hermann Muckermann, jesuitischer Rassenhygieniker
- Hermann Muckermann war 1927 Mitbegründer des Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) und in diesem Abteilungsleiter für Eugenik (KWI-Abt.leiter für Anthropologie: Eugen Fischer; KWI-Abt.leiter für menschliche Erblehre: Otmar von Verschuer), 1930 war H. Muckermann Mitbegr. der Zeitschrift Eugenik und Leiter der bischöflichen Forschungsstelle für Gestaltung von Ehe und Familie sowie maßgebl. Verfasser vom Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses.
Ein Jahr nach dem Zusammenbruch des "Tausendjährigen Reich" veröffentl. H. Muckermann in Die Familie: Es bleibt dabei, daß man auch dem Geringsten unserer Mitmenschen helfen soll, doch zuerst kommen jene, ohne die kein Staat und keine Kirche möglich ist.
1952 wird H. Muckermann mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Juden begehen an sechs Knaben Ritualmorde | Kupferstich Raphael Sadelers
- mit R. Sadelers Kupferstich, der ab 1628 durch Matthaeus Raders Bavaria Sancta verbreitet wurde, lässt sich selbst im 20. Jahrhundert Angst und Schrecken verbreiten...
Julius Streicher: Völker Europas! Euer Erbfeind ist das Volk der Juden...das deutsche Volk...wird dafür sorgen, dass das Wissen vom jüdischen Weltfeind zum Wissen aller Völker werde...zur Niederringung der Macht jenes Volkes, von dem schon Christus sagte, sein Vater sei der Teufel.
Um das indoktrinierte Gift vom "Volk der Gottesmörder" und der "Söhne Satans" jahrhundertelang aufrechterhalten zu können, wurden Juden auch als "Hostienschänder" diffamiert; ersichtich auch in der Brüsseler Catedrale St. Michel et Gudule. (Hostie: für Katholiken der Körper Jesu Christu | Hostienschändung: zur Entweihung stechen Juden stechen, um Gottes Sohn immer wieder auf's Neue zu ermorden, mit Dolchen in eine Hostie)
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Die für die Gefangenen [in Konzentrationslagern und Untersuchungsgefängnissen] bestellten Geistlichen werden (...) den Sträflingen zu absoluter (...) Anerkennung der staatlichen Obrigkeit verpflichten und so zur inneren Umstellung und Besserung der Gefangenen mithelfen. Fuldaer Bischofskonferenz
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Photomontage John Heartfield
Feierliche Stimmung im Saarbrücker Rathaus: Die "Heimholung der Saar"-Verfechter Franz Rudolf Bornewasser - Bischof von Trier, Ludwig Sebastian - Bischof von Speyer, Joseph Goebbels - Propagandaminister und weitere NS-Funktionäre bei einer Rede von Wilhelm Frick - Reichsminister des Inneren
Deutsch ist die Saar - auch bei den Kriegszerstörungen in Saarbrücken 1945
Photomontage John Heartfield
Peter Kiefer - (kath.) Zentrumspartei, NSDAP, Leiter der Deutschen Gewerkschaftsfront Saar und Vors. des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter im Saarrevier (und Mitglied im Deutschen Reichstags ab dem 1. März 1935): Deutsche Volksgenossen in der ganzen Welt!
Reichsparteitag der Freiheit
die Reichsparteitage
beginnen mit feierlichem Glockengeläut
- Apoldaer Tageblatt, 5. Sept. 1934:
Punkt 19.30 Uhr tönte im tiefen Fis die größte Nürnberger Glocke, die Friedensglocke, herüber. Unmittelbar darauf setze auch die ehrwürdige Glocke der Sebalduskirche ein, in die sich die Glocken von St. Lorenz, St. Aegidien und St. Ludwig mischten. Ergriffen standen die Menschen auf den Straßen und Plätzen und lauschten dem Geläute, das, wundervoll abgestimmt die Stunde mit tiefer Feierlichkeit erfüllte. In das Dröhnen der Friedensglocke schmolz der Vierklang des herrlichen St. Ludwig-Geläutes. Dazwischen eiferten das Silberglöckchen von St. Lorenz, die Sturmglocke der Sebalduskirche und eine Anzahl kleinerer Turmglocken. Es war ein wundersamer Klang dieser eherne Ruf, der die Feiertage der alten Noris und mit ihnen die stolze Melodie der erfüllten Sehnsucht vieler Jahrtausende, die deutsche Einigkeit und Schicksalsverbundenheit verkündete.
Photomontage John Heartfield
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Der Führer, dem Gottes Vorsehung die Leitung unserer Politik und die Verantwortung für das Geschick unserer Heimat anvertraut hat, hat in mutigem Entschluss die Ketten zerrissen, in denen nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges feindliche Mächte unser Volk dauernd gleichsam gefangen hielten. Ich als deutscher Mann und Bischof danke dem Führer unseres Volkes für alles, was er für das Recht, die Freiheit und die Ehre des deutschen Volkes getan hat. Ich bitte den allmächtigen Gott, dass er seine Arbeit mit seiner Gnade begleite, in ihrem Fortgang segne, und ihm Einsicht und Kraft gebe, alles zu überwinden und fernzuhalten, was der sittlichen Kraft unseres Volkes, welche ja die Vorbedingung und Gewähr der Ehrenhaftigkeit jedes Volkes sind, mindern oder zerstören könnte.
Der Führer will die Stimme des Volkes hören. Er soll es hören und wissen, dass wir deutschen Katholiken in unwandelbarer Treue zu unserm Volk und Vaterland stehen, dass wir hinter ihm stehen in seinem Ringen um Deutschlands Ehre, Freiheit und Sicherheit, um einen Völkerfrieden der Gerechtigkeit und gegenseitigen Achtung.
Ja, die heilige Kirche Gottes steht fest. Sie hat ja die Verheißung des allmächtigen Gottes: "Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen" (Matth. 16,18). Dass aber wir selbst und unsere Nachkommen, dass unser gesamtes deutsches Volk, gestärkt durch den Glauben und die Gnade Jesu Christi, welche er durch seine Kirche allen Völkern darbietet, für alle Zukunft an dieser Festigkeit des Reiches Gottes teilhaben, das ist unser tiefster Herzenswunsch und unser beständiges Gebet.
Diesem Ziel wird auch in Zukunft unsere Arbeit, will's Gott auch unser Kampf, ja wenn nötig, auch unser Opfern und Sterben geweiht sein. Wir wissen, dass wir damit unserer Pflicht gegen Gott genügen, aber auch am besten unserem lieben deutschen Volk und Vaterlande dienen. In dieser Meinung erbitten wir Gottes Segen für unser deutsches Volk und seinen Führer. Clemens August Kardinal Graf von Galen, Bischof von Münster
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Katholische Männer, wir beten jetzt zusammen ein Vaterunser für das Leben des Führers. Michael Kardinal von Faulhaber
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Grausamkeit imponiert! - Der "Führer" zur sog. "Schutzhaft", nachdem ihn ein Bericht über KZ-Gräuel erreichen konnte.
Hermann Rauschning (in Gespräche mit Hitler): [Hitler] gebärdete sich wie ein ungezogener Knabe. Er zeterte in schrillen, hohen Tönen, stampfte mit dem Fuß auf, schlug mit den Fäusten auf Tisch und Wände. Schaum vor dem Mund, in maßlosem Jähzorn keuchte und stammelte er so etwas wie: Ich will nicht. Alle weg. Verräter! Es war beängstigend, ihn anzusehen. Die Haare zerzaust um das Gesicht, stiere Augen, das Gesicht verzerrt und puterrot. Ich fürchtete, dass er umfallen müsse, dass ihn der Schlag treffen würde. Aber plötzlich war alles vorbei...
Lächerlich! begann Hitler mit verrosteter Stimme. Haben sie gesehen, wie die Masse zusammenströmt, wenn sich zwei auf offener Strasse prügeln? Grausamkeit imponiert. Grausamkeit und rohe Kraft. Der einfache Mann auf der Straße lässt sich nur von brutaler Kraft und Rücksichtslosigkeit imponieren. Die Frauen übrigens auch, Frauen und Kinder. Die Leute brauchen den heilsamen Schrecken. Sie wollen sich vor etwas fürchten. Sie wollen, dass man ihnen bange macht und dass sie sich jemandem schaudernd unterwerfen. Haben Sie nicht überall die Erfahrung gemacht nach Saalschlachten, dass sich die Verprügelten am ersten als neue Mitglieder bei der Partei meldeten? Was schwatzen Sie da von Grausamkeit und entrüsten sich über Qualen. Die Masse will das. Sie braucht etwas zum Grauen.
Lina Haag: Am Ostersonntag peitscht er eigenhändig drei Frauen aus. Die Genossin Steffi ist dabei. Sie hatte ihrem Freund, einem Juden, zur Flucht in das Ausland verholfen. Sie ist schön, intelligent und ein guter Kamerad. Bald darauf stirbt sie. Sie hält das nicht aus. So feiert der Kommandant des Konzentrationslagers Lichtenburg Ostern. Mit drei nackten, auf den Holzpflock geschnallten Frauen, die er auspeitscht, bis er nicht mehr kann. Würde das draußen ein Mensch glauben? Angenommen, es würde einer glauben, vielleicht sogar weitererzählen - ein Gestapodaumennagel auf die Knöchelsehne gedrückt genügt, um ihn augenblicklich alles so vollständig vergessen zu lassen, als hätte er nie davon gehört. Was sage ich, ein Gestapodaumennagel, nein, die leiseste Drohung genügt und das Volk schweigt. Schweigt nicht nur, jubelt, marschiert, denunziert, steht geschlossen hinter dem Führer, wie es der Führer will. Die Drohung ist seine Staatskunst, seine Außenpolitik und seine Innenpolitik, Drohung und Angst, Grausamkeit und Feigheit sind die Fundamente seines Staates. (...) Hinter jeder Drohung steht das KZ, ein Abgrund von Verworfenheit, Verbrechen und tiefster Schuld.
Die Bürger ahnen es. Das genügt. Mehr darüber zu wissen, ist schädlich. Es soll nicht Empörung, sondern Angst erzeugt werden. Sie wird erzeugt. Wir können es zur Not verstehen, dass die Menschen drangen eingeschüchtert sind. Unbegreiflich ist uns nur, dass es so viele Sadisten gibt. Sind es wirklich Sadisten, Verbrecher von Grund auf, Mörder? Ich glaube es nicht, und Doris glaubt es auch nicht. Es sind Spießbürger. Nur sind sie zufällig nicht beim Finanzamt, sondern bei der Polizei, zufällig keine Magistratsschreiber oder Metzgermeister oder Kanzleigehilfen oder Bauarbeiter oder Standesbeamte, sondern Gestapoangestellte und SS-Männer. Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie tun ganz einfach das, was ihnen befohlen ist. Es ist ihnen nicht befohlen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden oder zwischen Recht und Unrecht, sondern die Staatsfeinde auszurotten und zu vertilgen. Sie tun dies mit derselben sturen Pedanterie, mit demselben deutschen Fleiß und mit derselben deutschen Gründlichkeit, mit der sie sonst Steuererklärungen geprüft oder Protokolle geschrieben oder Schweine geschlachtet hätten. Sie peitschen eine wehrlos an einen Pflock gebundene Frau mit sachlichem Eifer und gewissenhaftem Ernst aus, in der vollen Überzeugung, damit dem Staat zu dienen oder ihrem Führer, was für sie das gleiche ist. Mag in letzterem Fall ein kleines Vergnügen dabei sein, ausschlaggebend ist das deutsche Pflichtbewusstsein, von einem Dämon ins Dämonische gesteigert. Deshalb steht auf ihrem Koppelschloss "Meine Ehre heißt Treue".
Ich habe in grauenhafte Herzen und Köpfe gesehen, in Herzen, die neben bestialischer Grausamkeit ein stets zu Rührung geneigtes Gemüt bargen, und in Köpfe, die harmlos und einfältig und gutmütig aussahen, aber doch die Köpfe von fleißigen Henkern waren. Wir finden die Tatsache, dass sich Hitlers Kreaturen nicht aus dem asozialen, sondern aus dem kleinbürgerlichen Element des Volkes rekrutieren, schauderhaft und beunruhigend. Es sind also keine geborenen Sadisten, keine professionellen Verbrecher, keine passionierten Mörder, sondern Spießbürger. Wie alle andern. Dasselbe Organisationstalent, das draußen mit Gänsemarsch und Vitamindrops die Volksgesundheit zu heben sich bemüht, treibt hier im Lager die Sterblichkeitsziffer in die Höhe.
Herr Kommandeur, meine lieben SA-Männer! Ich freue mich, (...) Sie hier habe besuchen zu können und Ihnen, Herr Kommandeur, danken zu dürfen dafür, dass Sie für geregelten Gottesdienst gesorgt haben. Als Preußischer Staatsrat danke ich Ihnen für all das, was ich auf der langen Fahrt gesehen habe. Ich selber bin Emsländer und muss gestehen, dass ich meine Heimat erst jetzt in ihrer schönsten Form kennen gelernt habe, da doch früher hier alles öde, wüst und ohne irgend ein Straßennetz war. Ich danke Ihnen, dass Sie mir die Heimat gezeigt haben in der Form, die das Dritte Reich daraus gemacht hat. Lange lag das Emsland im Dornröschenschlaf, bis der Prinz kam und es weckte; dieser Prinz ist unser Führer Adolf Hitler. (...) Ihnen, meine SA-Männer, danke ich für das, was von Ihnen geleistet wird. Für Sie selbst ist es ja eine Freude, zu sehen, wie aus Ödland neue Werte geschaffen werden. Wie der Kommandeur mir mitteilte, herrscht unter Ihnen der Geist echter Kameradschaft, der Ihnen den Dienst leichter macht. Ich danke für das, was Sie für das deutsche Volk leisten. In Berlin werde ich von dem berichten, was ich hier gesehen und erlebt habe. Alles, was geschehen ist, entspringt der Initiative und dem Weitblick unseres Führers Adolf Hitler. Unserm Vaterlande, unserer Heimat und unserm Führer ein dreifaches Sieg-Heil! Hermann Wilhelm Berning, Bischof von Osnabrück zum Abschluss seiner KZ-Tour im Emsland
- H. W. Berning wird 1950 Jahre Ehrenbürger der Stadt Meppen und 1957 Ehrenbrüger von Osnabrück
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Hirtenwort des deutschen Episkopats zum Weihnachtsfest 1936: Geliebte Diözesanen! Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat den Anmarsch des Bolschewismus von weitem gesichtet und sein Sinnen und Sorgen darauf gerichtet, diese ungeheure Gefahr von unserem deutschen Volk und dem gesamten Abendland abzuwehren. Die deutschen Bischöfe halten es für ihre Pflicht, das Oberhaupt des deutschen Reiches in diesem Abwehrkampf mit allen Mitteln zu unterstützen, die ihnen aus dem Heiligtum zur Verfügung stehen. (...) Der Gegensatz zwischen Tag und Nacht, zwischen Feuer und Wasser kann nicht größer sein als der Gegensatz zwischen der katholischen Kirche und der bolschewistischen Weltanschauung. (...) Nur der Wahnsinn kann den Sieg des Bolschewismus herbeiwünschen. (...) Es war ein merkwürdiges Zusammentreffen: Am Vormittag des 14. September ging der Heilige Vater vor spanischen Flüchtlingen mit dem Bolschewismus ins Gericht...
Photomontage John Heartfield
Tod des spanischen Loyalisten | Photo Robert Capa
Photomontage John Heartfield
Die Ebrofront (in Spanien) ist nach dreieinhalb Monaten härtesten Kampfes endlich wieder bereinigt. (...) Corbera ist vollkommen zerstört. Es ist sehr interessant, das ganze Gelände, über dem wir fast vier Monate geflogen sind, nun einmal von unten zu sehen...Wir finden noch einige Tote und viel Material.
Werner Mölders, katholischer Staffelführer der Legion Condor (zum Begleitschutz von Bomber- und Schlachtflugzeugen und für die freie Jagd mit Bordwaffen und Bomben zur Bekämpfung von Bodenzielen)
Hansjakob Stehle: "Weder Held noch Heiliger"
(Leserbrief in der ZEIT vom 2.12.1999)
"Der Papst, der geschwiegen hat" - er schwieg nicht immer! Am 1. April 1939, vier Wochen nach seiner Krönung, sandte Pius XII. an General Franco folgendes Telegramm: "Unser Herz zum Herrn emporhebend, bringen wir Eurer Excellenz für den ersehnten katholischen Sieg Spaniens unseren aufrichtigen Dank dar. Wir geben unserem Gelöbnis Ausdruck, daß dieses geliebte Land in dem erreichten Frieden mit neuer Kraft die alten christlichen Traditionen übernehmen möge, die es groß gemacht haben. Mit Gefühlen herzlicher Zuneigung senden wir Eurer Excellenz und dem ganzen edlen spanischen Volke unseren apostolischen Segen." - Eine Schweizer Zeitschrift kommentierte damals: "Wenn ein ersehnter katholischer Sieg mehr als 1 000 000 Menschenleben kostet, und der 'Heilige Vater' dafür dem Machthaber des blutigen Schwertes aufrichtig dankt" und zugleich sein Herz "zum Herrn des Himmels aufhebt", so ist das schlimm genug ... was ist der Religion ein Menschenleben?"
Sollte Pius XII. heilig gesprochen werden, warum dann nicht auch der sich um die katholische Kirche verdient gemacht habende General Franco?
ALFONS MAY
DÜSSELDORF
April 2011: Spaniens verkaufte Kinder
Es ist ein Skandal, der Spanien in seinen Grundfesten erschüttert: Jahrzehntelang nahmen die katholischen Eliten des Landes Eltern die Kinder weg und verhökerten sie. Jetzt kämpfen die Opfer um Gerechtigkeit. von Lukas Grasberger, Vilanova i la Geltrú
uan Luis Moreno erfuhr am Totenbett seines Vaters, wie viel er ihm wert war. "Wir haben dich für 150.000 Peseten gekauft, von einem Priester", gestand ihm der 81-Jährige vor ein paar Jahren im Krankenhaus eines Vororts von Barcelona. "Mein ganzes Leben war auf einmal Betrug", sagt Moreno heute, wenn er an den Moment zurückdenkt, in dem alles zerbrach.
Wochen der Lähmung folgten, aber er konnte sich nicht vor der Welt verstecken, wie er es eigentlich gewollt hätte. Denn die Beichte seines Vaters hatte noch eine weitere Lebenslüge aufgedeckt: Auch sein bester Freund Antonio Barroso, ein Spielkamerad noch aus der Sandkastenzeit, war ein gekauftes Kind, ebenso wie Moreno selbst. Auch ihn erstanden dessen Eltern 1969 im nordspanischen Saragossa wie eine Ware; für eine ähnliche Summe, nach heutiger Kaufkraft etwa 18.000 Euro. Moreno vertraute sich Barroso an, und beide beschlossen, ihre leiblichen Eltern zu suchen - was sie fanden, war ein verbrecherisches Netzwerk aus der Franco-Zeit, dessen dunkles Vermächtnis Spanien gerade in den Grundfesten erschüttert.
Denn die zwei Freunde waren bei Weitem nicht die einzigen Kinder, die damals an Zieheltern verschachtert wurden. Barroso und Moreno gründeten im vergangenen Jahr eine Opferorganisation, Anadir, bislang hat sie zusammen mit zwei anderen Organisationen rund 1500 Fälle gefunden. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg nahm das faschistische Franco-Regime ganz gezielt Oppositionellen die Kinder weg.
Anfänglich sollten so ausschließlich "rote Eltern" an der Weitergabe ihres Gedankenguts an die nächste Generation gehindert werden, später dann bereicherten sich die katholischen Eliten des Landes auf Kosten derer, die in ihren Augen kein Recht auf Kinder hatten: ledige und damit sündige Mütter. Erfolgte der politische Kinderraub noch offen, wurde er später verheimlicht: Den Müttern wurde erzählt, ihre Kinder wären kurz nach der Geburt gestorben. Über kirchliche Heime wurden die Säuglinge dann an Paare vermittelt, denen gesagt wurde, die Mütter seien minderjährig, drogenabhängig oder Prostituierte. Hebammen, Ärzte, Nonnen, Priester - alle wussten Bescheid, alle wahrten das Schweigen. ["Spaniens verkaufte Kinder" weiterlesen »]
...und (weiter im Hirtenwort) am Abend des gleichen Tages hielt der Führer des Deutschen Reiches auf dem Parteitag in Nürnberg in einer Rede...
Rückblick auf den rund drei Monate zurückliegenden "Reichsparteitag der Ehre"
der "Führer" des Deutschen Reiches auf dem Parteitag in Nürnberg;
seitlich hinter ihm der Reichsarbeitsdienst- "Führer" Konstantin Hierl
Der "Führer" des Deutschen Reiches auf dem Parteitag in Nürnberg: Als wir die Macht in Deutschland übernommen hatten und nun zum ersten Mal unsere Absicht bekundeten, eine RAD zu gründen, da glaubten viele der oberflächlichen Kenner unserer Bewegung, dass wir damit nur die eine Zielsetzung vornehmen wollten: Unser damals arbeitsloses Volk, unsere herumstreunende Jugend von den Landstraßen wegzunehmen, um sie in Zwangslager zu stecken. Wir wissen, dass es sicher besser ist, wenn die deutsche Jugend, statt sinn- und zwecklos herumzustreunen, für die Gemeinschaft eine gemeinsame Arbeit leistet; allein nicht in dem Sinn, dass wir Erwerbslose damit beseitigen wollen, d.h. vom Glück Verlassene. - Uns stand ein höheres Ziel vor Auge: Wir wollten eine hohe Schule nationalsozialistischer Erziehung gründen. Wir wissen, dass eine wahre Volksgemeinschaft nicht entstehen kann, wenn nicht gewisse Vorurteile allmählich - aber sicher - aus unserem Volk entfernt werden! Und ohne dass wir von Heute auf Morgen vielleicht uns des Wandels bewusst zu werden vermögen, ist doch dieser Wandel gekommen! - Was für Unzählige unserer so genannten gebildeten Schichten früher als etwas Zweitwertiges erschien, ist heute aufgewertet worden...
...Der Spaten ist ein Symbol einer neuen Gemeinschaft geworden!
Indem Generation um Generation gezwungen ist, diesen Spaten zu tragen, indem jeder Deutsche verpflichtet ist, ihn auf seine Schulter zu nehmen, ohne Ansehen seiner Person oder seiner Herkunft, werden sich allmählich diese Generationen und diese Deutschen vor dem Spaten verbeugen! Sie werden ermessen, welch großer Wert in dieser Gemeinschaftserziehung durch eine Gemeinschaftsarbeit liegt. (...) In wenigen Jahren seid Ihr zu einem Teil unseres nationalen Lebens gewesen, den wir uns gar nicht mehr wegdenken können in der großen Erziehungsarbeit unseres Volkes, über unsere Jugend, über die Parteiorganisationen, über SA und SS usw. seid Ihr nun ein weitere Bestandteil geworden und bildet die Brücke zum Abschluss dieser Ausbildung des jungen Mannes im Heer. Und Ihr werdet es selbst empfinden - es ist schöner: Dass wir in Deutschland geschaffen haben, als das, was in den Ländern derer, die uns fortgesetzt nur kritisieren, heute besteht! Hier ist die Ordnung!
der "Führer" des Deutschen Reiches auf dem Parteitag in Nürnberg;
mit Konstantin Hierl, dem "Führer" des Reichsarbeitsdienst
(K. Hierl - ein Cousin von Johann Baptist Hierl)
...Hier ist die Kameradschaft! Und hier ist vor allem der Glaube an eine bessere Menschheit und damit an eine bessere Zukunft!
Welch ein Unterschied: In einem anderen Land, in dem der Marxismus die Macht zu erringen versucht
(Hitler bezieht sich auf Spanien, wo Republikaner versuchen, ihre demokratisch gewählte Regierung gegen die faschistisch-klerikalen Franco-Putschisten zu verteidigen), da brennen die Städte, da sinken die Dörfer in Schutt und Trümmer zusammen, da kennt Einer den Anderen nicht mehr, Klasse kämpft gegen Klasse, Stand gegen Stand, Bruder versteht nicht mehr den Bruder! - Wir haben den anderen Weg gewählt: Statt Euch zu zereisen, hab ich Euch zusammengefügt! Und so steht Ihr heute vor uns, nicht nur als eigener Glaubensträger für die Zukunft unseres Volkes sondern auch als ein Träger unseres Glaubens. Wir glauben an Euch! Wir glauben in Euch an unsere deutsche männliche und weibliche Jugend - und wir erhalten damit zurück erst recht wieder den Glauben an unser Volk, dessen fester Bestandteil Ihr mit seid!
...die (weiter im Hirtenwort des Episkopats) durch die Sender in die ganze Welt getragen wurde, ebenfalls Abrechnung mit dem Bolschewismus. Der Heilige Vater ging davon aus, die tiefste Wurzel des Giftbaumes sei die Gottlosigkeit
und Gottfeindlichkeit der Bolschewiken der Führer des Deutschen Reiches entwickelte die verhängnisvollen Auswirkungen des Bolschewismus auf das geistige, politische und volkswirtschaftliche Leben der Völker, im besonderen auf die Lage des Arbeiterstandes. Wie schade, dass die Kundgebung des Heiligen Vaters nicht auch in deutschen Zeitungen und durch deutsche Sender dem Volke zugänglich gemacht werden konnte!
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Sofern der Staat auf dem wesenseigenen Gebiet die Totalität beansprucht, wenn er (...) heute auf allen Gebieten des Volkslebens die Zügel straffer spannt, um des heute besonders bedrohten Volkswohles willen bei der Inzuchtnahme des Volkslebens weitergeht als in Zeiten ruhiger Entwicklung, so ist er mit alledem durchaus im Recht. Conrad Gröber - Erzbischof von Freiburg
Zu einer Zeit, da die Oberhäupte der Weltreiche in kühler Reserve und mehr oder minder voll Mißtrauen dem neuen deutschen Reich gegenüberstehen, hat die katholische Kirche, die höchste sittliche Macht auf Erden, mit dem Konkordat der neuen deutschen Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen. Für das Ansehen der neuen Regierung im Ausland war das eine Tat von unschätzbarer Tragweite. Michael Kardinal von Faulhaber, Erzbischof von München und Freising
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In der gegenwärtigen Schicksalsstunde unserer Nation stellen sich die Leiter der Kirche in besonderer Treue an die Seite der Männer des Staates, entschlossen zur Abwehr des gemeinsamen Feindes. Indem sie für das Christentum und den echten Gottesglauben im deutschen Volk kämpfen, stützen sie auf ihre Weise am wirksamsten den Wall, den in unserem Vaterland der Führer gegen den Bolschewismus aufgeworfen hat. Conrad Gröber, Erzbischof von Freiburg (im Handbuch der religiösen Gegenwartsfragen)
Niemand im katholischen Lager leugnet das Positive, Große und Bleibende, das in dieser Bewegung gelegen ist, die neue Probleme berührt und Fragen aufgeworfen hat, mit denen das Christentum sich auseinandersetzen muss, um eine moderne Synthese von Deutschtum und Glaube zu finden. Die deutschen Katholiken sind vom besten Willen beseelt, das neue Deutschland zu bejahen, wenn sich sein Aufbau in der Abkehr nicht bloß vom politischen, sondern auch vom kulturellen Liberalismus vollzieht.
Die reichsdeutschen Katholiken lassen sich in ihrer Treue zu Volk und Reich von niemand übertreffen und bejahen die nationalsozialistische Revolution, weil ein Gericht über das Zeitalter der individualistischen Absonderung und Auflösung war, eine Rückbesinnung auf die ewige Schöpfungsordnung, auf die Blut- und Schicksalsgemeinschaft der Deutschen und auf die völkische Wesensart. Sie sehen in dieser Bewegung die straffe Zusammenfassung und Vereinheitlichung der staatstragenden Kräfte, eine starke Führerverantwortung, in der die liberal-demokratische Fiktion von der Selbstregierung des Volkes verdrängt ist. Alois Hudal
, päpstlicher Thronassistent und Rektor des Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima (1937 in Die Grundlagen des Nationalsozialismus)
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Die Totalität des Staates und die Totalität der Kirche können ohne Konflikte und Bitternisse nebeneinander bestehen. Matthias Ehrenfried, Bischof von Würzburg
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In einer Ansprache vor Nürnberger Lehrern kündigt Julius Streicher (ein wenig verklausuliert) die kommenden kriegerischen Auseinandersetzungen an und verhöhnt alle, die den Ersten Weltkrieg auf schreckliche Weise durchlebt haben. Weiter verweist er auf den Segen des deutschen Volkes und fordert die Lehrerschaft auf, die Jugend gegen die deutsch-jüdischen MitbürgerInnen im Hass zu erziehen.
Die "Judensau" als Motiv trat erstmals im 13. Jahrhundert auf. Das Schwein galt als Tier des Teufels. Indem die Juden (sie sind mit dem "Judenhut" als ikonographisches Merkmal eindeutig gekennzeichnet*) an ihren Zitzen saugend dargestellt wurden, sollte ihre "Sündhaftigkeit" und Verbundenheit mit dem Satan demonstriert werden.
(* Der Papst und die Bischöfe entschieden im Jahr 1215, dass sich Juden durch ihre Kleidung von Christen unterscheiden mussten. Jede Stadt hatte eigene Vorschriften. Weitverbreitet waren ein gelber runder Ring auf der Brust sowie ein spitzer Hut, der so genannte "Judenhut". Mit diese stigmatisierenden Kleidung sind die Juden auf zahlreichen Stichen und Gemälden aus jener Zeit zu sehen.)
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Photomontage John Heartfield
Und nun steht vor uns das letzte Problem, das gelöst werden muss und gelöst werden wird! - Es ist die letzte territoriale Forderung, die ich in Europa zu stellen habe, aber es ist die Forderung, von der ich nicht abgehe und die ich, so Gott will, erfüllen werde... Und ich habe ihm (dem brit. Premierminister A. N. Chamberlain, Anm. IGENRAD) weiter versichert (...) dass ich (...) am tschechischen Staat nicht mehr interessiert bin. Und das wird ihm garantiert! Wir wollen gar keine Tschechen! Adolf Hitler
Die Großtat der Sicherung des Völkerfriedens gibt dem deutschen Episkopate Anlass, dem Führer und Reichskanzler Glückwunsch und Dank namens der Diözesanen aller Diözesen Deutschlands ehrerbietigst auszusprechen und feierliches Glockengeläute am Sonntag anzuordnen. Adolf Kardinal Bertram, Telegramm des Vors. der Deutschen Bischofskonferenz zum Einmarsch ins Sudetengebiet
- fünf Monate nach der mit Glockengeläut bejubelten "Großtat der Sicherung des Völkerfriedens" wird die "Rest-Tschechei erledigt"
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Als ich am 10. November 1938, morgens gegen drei Uhr, in einem Taxi den Berliner Tauentzien hinauffuhr, hörte ich zu beiden Seiten der Straße Glas klirren. Es klang, als würden Dutzende von Waggons voller Glas umgekippt. Ich blickte aus dem Taxi und sah, links wie rechts, vor etwa jedem fünften Haus einen Mann stehen, der, mächtig ausholend, mit einer langen Eisenstange ein Schaufenster einschlug. War das besorgt, schritt er gemessen zum nächsten Laden und widmete sich, mit gelassener Kraft, dessen noch intakten Scheiben.
Außer diesen Männern, die schwarze Breeches, Reitstiefel und Ziviljacketts trugen, war weit und breit kein Mensch zu entdecken. Das Taxi bog in den Kurfürstendamm ein. Auch hier standen in regelmäßigen Abständen Männer und schlugen mit langen Stangen "jüdische" Schaufenster ein. Jeder schien etwa fünf bis zehn Häuser als Pensum zu haben. Glaskaskaden stürzten berstend aufs Pflaster. Es klang, als bestünde die ganze Stadt aus nichts wie krachendem Glas. Es war eine Fahrt wie quer durch den Traum eines Wahnsinnigen.
Zwischen Uhland- und Knesebeckstraße ließ ich halten, öffnete die Wagentür und setzte gerade den rechten Fuß auf die Erde, als sich ein Mann vom nächsten Baum löste und leise und energisch zu mir sagte: "Nicht aussteigen! Auf der Stelle weiterfahren!" Es war ein Mann in Hut und Mantel. "Na hören Sie mal", begann ich, "ich werde doch wohl noch..." - "Nein", unterbrach er drohend. "Aussteigen ist verboten! Machen Sie, daß Sie sofort weiterkommen!" Er stieß mich in den Wagen zurück, gab dem Chauffeur einen Wink, schlug die Tür zu und der Chauffeur gehorchte. Weiter ging es durch die gespenstische "Nacht der Scherben". An der Wilmersdorfer Straße ließ ich wieder halten. Wieder kam ein Mann in Zivil leise auf uns zu. "Polizei! Weiterfahren! Wird's bald?"
Am Nachmittag stand in den Blättern, daß die kochende Volksseele, infolge der behördlichen Geduld mit den jüdischen Geschäften, spontan zur Selbsthilfe gegriffen habe. Alfred Kästner (in Unser Weihnachtsgeschenk)
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Der "Führer" dankt zum 6. Jahrestag der Machtübernahme Gott, dem Allmächtigen, dass er unsere Generation und uns gesegnet hat und kündigt den Zweiten Weltkrieg sowie die Vernichtung der europ. Juden an: Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann würde das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa. (...) Augenblicklich mag das Judentum in gewissen Staaten seine Hetze betreiben unter dem Schutz einer dort in seinen Händen befindlichen Presse, des Films, der Rundfunkpropaganda, der Theater, der Literatur usw. Wenn es diesem Volk aber noch einmal gelingen sollte, die Millionenmassen der Völker in einen für diese gänzlich sinnlosen und nur jüdischen Interessen dienenden Kampf zu hetzen, dann wird sich die Wirksamkeit einer Aufklärung äußern, der in Deutschland allein schon in wenigen Jahren das Judentum restlos erlegen ist. Die Völker wollen nicht mehr auf den Schlachtfeldern sterben, damit diese wurzellose internationale Rasse an den Geschäften des Krieges verdient und ihre alttestamentarische Rachsucht befriedigt.
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Zum Geburtstag des Führers (am Weißen Sonntag nach der Predigt zu verlesen) am kommenden Donnerstag, 20. April, feiert das deutsche Volk den 50. Geburtstag unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Zur Feier dieses Tages wird am Vorabend des 20. April nach Beschluss unserer hochwürdigsten Bischöfe im Anschluss an das abendliche Gebetläuten ein Festgeläute stattfinden. wir wollen heute schon an heiliger Stätte unsere Glückwünsche dadurch zum Ausdruck bringen, dass wir jetzt gemeinsam ein andächtiges "Vaterunser" für Führer und Vaterland beten: Vater unser... Diözese Bamberg (Amtsblatt)
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Aus Anlass des 50. Geburtstages des Führers und Reichskanzlers erlasse ich folgende Anordnung: Am 19.d.M., am Vorabend des Geburtstages, wird von 18.00 bis 18.30 Uhr in allen Kirchen feierlich geläutet. Am 20.d.M. zeigen alle Kirchen und kirchlichen Dienstgebäude sowie Dienstwohnungen der Geistlichen die Reichs- und Nationalflagge. Am gleichen Tage wird in allen Pfarr- und Rektoratskirchen zur Erflehung von Gottes Segen über Volk und Führer ein feierliches Votivamt (...) zu geeigneter Stunde gehalten. Karl Joseph Kardinal Schultes, Erzbischof von Köln
ab Mai 1940 gehen zur geeigneten Stunde "Luft-Votivamte" auf Volk und Führer nieder...
Köln 1945
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Es droht eine schwarze Wolke mit Polen. Wir haben Soldaten notwendig, gläubige Soldaten. Gläubige Soldaten sind die wertvollsten. Sie setzen alles ein. Adolf Hitler
Wenn die gesetzmäßige Obrigkeit zum Einsatz des Lebens aufruft, dann darf sich dem niemand entziehen, und sein Einsatz ist auf Grund des guten Glaubens und des besten Willens auf alle Fälle vor Gott wertvoll und pflichtmäßig. (...) So ist der Krieg nicht nur an der Front, sondern auch in der Heimat der Aufbruch heroischen Geistes, allerdings nur bei jenen, die sich bewähren. Der anderen gibt es natürlich auch genug; aber wonach willst du dich ausrichten: Nach dem Abfall und den Versagern, oder nach den Edlen, die sich bewähren und in sich selber und vor Gott in Ewigkeit stehen...
...während der kleine Vorteil der Drückeberger und Selbstlinge schnell vorübergeht und vergessen ist? (...) So ist uns auch heute der Krieg zur Entscheidung vorgelegt, wie einst Moses dem Volke das Gesetz Gottes vorgelegt hat: "Ich nehme heute Himmel und Erde zum Zeugen, dass ich euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt habe. So wählet denn das Leben, auf dass ihr lebet, ihr und eure Nachkommen!" (Dt 30,19) Benützet den Krieg, dass er den Frieden Gottes in uns aufrichte...
...und wir darin bleiben bis zum Ende unseres Lebens! Matthias Laros, kath. Theologe und Publizist
Bei Ausbruch des Krieges ist ein Hirtenwort an die Gläubigen zu richten. Gebete einlegen; die katholischen Soldaten [sind] verpflichtet, in Treue und Gehorsam gegen Führer und Obrigkeit, opferwillig unter Hingabe ihrer ganzen Persönlichkeit [ihre Pflicht] zu erfüllen gemäss den Mahnungen der Heiligen Schrift. An das Volk richten wir die Bitte, unsere innigen Bitten zum Himmel zu senden, dass Gott den ausgebrochenen Krieg zu einem für Vaterland und Volk siegreichen Ende fuhren möge. Ludwig Sebastian, Bischof von Speyer
Geliebte Diözesanen! Ein Krieg ist ausgebrochen, der uns alle, Heimat und Front, Wehrmacht und Zivilbevölkerung, vor die gewaltigsten Aufgaben stellt. Darum rufe ich euch auf: Erfüllt eure Pflicht gegen Führer, Volk und Vaterland! Erfüllt sie, wenn es sein muss, unter Einsatz der ganzen Persönlichkeit! Zugleich ermahne ich euch, erhebt mit mir die Hände zum Vater im Himmel empor und bittet ihn inständig und beharrlich, dass er unser Volk in seinen gnädigen Schutz nehmen, unsere Soldaten, besonders unsere Angehörigen, behüten und segnen und unser geliebtes Vaterland einem glücklichen Frieden entgegenführen möge. (...) Betet um einen glücklichen Ausgang des Krieges! (...) Ja, schart euch zusammen, geliebte Diözesanen, zu einem Feldzug des Gebetes, zum Kampfe für die Heiligung eurer Seelen, zu einem Ansturm auf Beichtstuhl, Altar und Kommunionsbank! Bestürmt das Herz des göttlichen Erlösers, dass er uns in seiner gütigen Vorsehung das Gottesgeschenk eines glücklichen Friedens schenken wolle. Amen. Joseph Godehard Machens, Bischof von Hildesheim
Allmächtiger ewiger Gott! (...) Wir bitten Dich, schütze alle Angehörigen unserer Wehrmacht und erhalte sie in Deiner Gnade. Stärke die Kämpfenden! Der Krieg, der 1919 durch einen erzwungenen Gewaltfrieden äußerlich beendet wurde, ist aufs neue ausgebrochen und hat unser Volk und Vaterland in seinen Bann gezogen. Wiederum sind unsere Männer und Jungmänner zum großen Teil zu den Waffen gerufen und stehen im blutigen Kampf oder in ernster Entschlossenheit an den Grenzen auf der Wacht, um das Vaterland zu schirmen und unter Einsatz seines Lebens einen Frieden der Freiheit und Gerechtigkeit für unser Volk zu erkämpfen. Clemens August Kardinal Graf von Galen, Bischof von Münster
Die Soldaten erfüllen ihre Pflicht gegen Führer und Vaterland opferwilligst mit dem Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit gemäß den Mahnungen der Heiligen Schrift. Mögen sie hinausziehen ins Feld im Vertrauen auf Gott und unserer Erlöser Jesus Christus. Matthias Ehrenfried, Bischof von Würzburg
Würzburg im April 1945
Gedanken über die Zerstörung Würzburgs - drei Gemälde des Malers Wolfgang Lenz
Luftaufnahme der Stadt im Herbst 1945
zerstörter Bischofspalast
M. Ehrenfried im Sept. 1945: Es gab tatsächlich Parteigenossen, die den Nazi-Lehren und Methoden fernstanden, ja sogar größere Gegner der Partei waren und rühriger gegen die Nazis arbeiteten als viele Nicht-Parteigenossen.
(Sept. 1939, "Polenfeldzug") Ehe ihr dem Rufe zu den Waffen folgtet, habt ihr die Waffenrüstung Gottes angezogen. Ich weiß, dass die meisten von euch durch die heiligen Sakramente gereinigt und gestärkt sind. Mit der Kraft Gottes werdet ihr euch einsetzen für Führer und Volk, werdet ihr bis zum letzten eure Pflicht tun zur Verteidigung unseres geliebten Vaterlandes. Maximilian Kaller, Bischof von Ermland
Schon sind ja aus allen unseren Gemeinden, dem Rufe des Führers folgend, die waffenfähigen Männer zum Schutze von Haus und Herd an die Grenzen geeilt, und wir wissen, dass sie, ihrem Fahneneid getreu, bis zum Einsatz ihres Lebens ihre Pflicht erfüllen werden. Gern nehme ich an, dass alle zum Waffendienst Einberufenen, wie es vor 25 Jahren geschah, im heimatlichen Gotteshaus oder in der Kirche ihrer Garnison ihr Gewissen im heiligen Bußsakrament gereinigt und sich mit dem Brot des Lebens gestärkt haben. Gott sei mit ihnen allen, die sie die schwere Kriegsarbeit auf sich genommen haben, und verleihe ihnen Mut und Kraft, für das teure Vaterland siegreich zu kämpfen oder mutig zu sterben. Joannes Baptista Sproll, Bischof von Rottenburg-Stuttgart
Das deutsche Blut ist und bleibt der substantielle Träger auch unserer christlichen Wirklichkeit. Und dasselbe deutsche Blut verbindet uns auch mit all jenen, die nicht unseres Glaubens sind, zu unlöslicher Blutsgemeinschaft...
...Damit erledigt sich die bis zum Überdruss aufgeworfene Frage, ob dem Katholiken "der gläubige Hottentot näher stehe als der ungläubige Volksgenosse". Für die katholische Betrachtungsweise bleibt auch der glaubenslose Deutsche unser Bruder, wenn auch ein irrender Bruder. Und darum steht er in der Stufenfolge der Liebe jedem Artfremden voran. Karl Adam, kath. Theologe und Dogmatiker
- 1951 wird K. Adam Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Erfüllt eure Pflicht gegen Führer, Volk und Vaterland! Erfüllt sie, wenn es sein muss, unter Einsatz der ganzen Persönlichkeit. Zugleich ermahne ich euch, erhebt mit mir die Hände zum Vater im Himmel empor und bittet ihn inständig und beharrlich, dass er unser Volk in seinen gnädigen Schutz nehmen, unsere Soldaten, besonders unsere Angehörigen, behüten und segnen und unser geliebtes Vaterland einem glücklichen Frieden entgegenführen möge. Um Gottes Erbarmen herabzurufen, soll am nächsten Sonntag ein feierliches Bittamt, wie es seit alters zur Zeit des Krieges üblich war, in violetter Bußfarbe in allen Kirchen gehalten werden. (...) Kriegszeiten sollen Zeiten der Einkehr und Selbstheiligung sein. Da sollen alle Gläubigen, voran die Soldaten, die unter die Fahnen einberufen werden, aber auch die daheim gebliebenen, die Beichtstühle geradezu belagern und die Kommunionsbänke im heiligen Eifer besetzt halten. Kriegszeiten müssen Zeiten der seelischen Erneuerung, neuer Gottesliebe, eifrigen Sakramentenempfanges sein. Joseph Godehard Machens, Bischof von Hildesheim
Zum großen deutschen Volk gehört ihr als seine Wache und seine Wehr. Blut, Sprache, Kultur, naturhafte Liebe und andere Beziehungen innigster Art verbinden euch mit ihm. (...) Nörgelt nicht (...) an Dienst und Befehl herum. Der Nörgler ist oft ein größerer Feind als der Franzmann oder Engländer, der drüben auf euch schießt. Krieg ist eben Krieg, der den Soldaten nun einmal auf Dornen und nicht auf Daunen und Rosen bettet. (...) Ihr schenkt mit eurem Soldatentum dem Volk das wertvollste, das ihr besitzt, eure Gesundheit, euer Blut und euer Leben. (...) Mehr könnt ihr dem Volk und Vaterland kaum geben und ihr leistet diesen alles umfassenden Dienst als Pflicht vor Gott, übernommen durch den Eid! Conrad Gröber, Erzbischof von Freiburg (im Hirtenwort Arbeite als ein guter Kriegsmann Christi)
- C. Gröber im Sept. 1945: In unseren katholischen Kreisen haben wir nur unverhältnismäßig wenige gefunden, die mit innerer Begeisterung dem Ruf zu den Waffen folgten. (...) Es lag wirklich ein Stück Martyrium darin, sich für eine Sache in Pflichttreue zu opfern, die dem eigenen Wunsch und Willen nicht im mindesten entsprach. (...) Gott weiß es, dass die Bischöfe so wenig wie die meisten ihrer Diözesanten vom Allerschlimmsten und Allerscheußlichsten etwas wussten. (so C. Gröber, der seine SS-Fördermitgliedschaft damit erklärt, dass die SS damals in Freiburg als die anständigste Organisation der Partei gegolten habe, Anm. IGENRAD), was das Dritte Reich in Gott- und Gewissenlosigkeit verübte oder dass sie nur gerüchteweise davon erfuhren ohne die Möglichkeit zu besitzen, das im Flüsterton Zugetragene auf seinen Wahrheitsgehalt nachzuprüfen (...) aber keiner von den Bischöfen hat je beweiskräftig erfahren, wie die Lager der Juden im Osten aussahen und wie man sie zu Tausenden und Abertausenden in barbarischer Weise misshandelte und am Rande der von den Opfern selbst geschaufelten Massengräbern erschoss. (...) Als sie davon, aber nur vom Hörensagen, erfuhren, haben sie soweit es überhaupt möglich, dagegen protestiert und in den erlaubten Fristen Lebensmittel in die KZ-Lager geschickt.
In ernster Stunde, da unser deutsches Volk die Feuerprobe der Bewährung zu bestehen hat und zum Kampfe um seine natürlichen und gottgewollten Lebensrechte angetreten ist, wende ich mich an euch Soldaten, die ihr in diesem Kampf in der vordersten Front steht und die große und ehrenvolle Aufgabe habt, die Sicherheit und das Leben der deutschen Nation mit dem Schwerte zu schützen und zu verteidigen...
Jeder von euch weiß, worum es in diesen Sturmestagen unseres Volkes geht, und jeder sieht bei diesem Einsatz vor sich das leuchtende Vorbild eines wahrhaften Kämpfers, unseres Führers und Obersten Befehlshabers, des ersten und tapfersten Soldaten des Großdeutschen Reiches, der sich nunmehr bei euch an der Kampffront befindet. Franz Justus Rarkowski, Feldbischof
In Not- und Kriegszeiten hängt sehr viel ab von der seelischen Haltung der Menschen, die seelischen Haltung ist der Glaube an den allmächtigen, allgütigen und allgerechten Gott und der Glaube an dessen allweise Vorsehung, die die Geschicke der Völker lenkt und in der Stunde der Gefahr sorgend über uns wacht. Caspar Klein, Erzbischof von Paderborn
Hirtenbrief der deutschen Bischöfe: In diesen entscheidungsvollen Stunden ermuntern und ermahnen wir unsere katholischen Soldaten, in Gehorsam gegen den Führer, opferwillig unter Hingabe ihrer ganzen Persönlichkeit, ihre Pflicht zu tun. Das gläubige Volk rufen wir auf zu heißem Gebet, daß Gottes Vorsehung den ausgebrochenen Krieg zu einem für Vaterland und Volk segensreichen Erfolg und Frieden führen möge.
Trotz schwerer Bombardierung der poln. Hauptstadt spielt der junge Pianist Wladyslaw Szpilman im Warschauer Rundfunk für die belagerte Bevölkerung weiter... bis zum 23. Sept., als beim Erklingen von Frédéric Chopins "Barcarole" eine Granate einschlägt und mit ihr der Sender zertrümmert wird.
Chopin's Barcarole. - Fast alle Zustände und Lebensweisen haben einen seligen Moment. Den wissen die guten Künstler herauszufischen. So hat einen solchen selbst das Leben am Strande, das so langweilige, schmutzige, ungesunde, in der Nähe des lärmendsten und habgierigsten Gesindels sich abspinnende; - diesen seligen Moment hat Chopin in der Barcarole so zum Ertönen gebracht, dass selbst Götter dabei gelüsten könnte, lange Sommerabende in einem Kahne zu liegen. Friedrich Nietzsche
Frédéric Chopin: Barcarole
- Fremd- und Zwangsarbeiter (etwa die Hälfte aller Zwangsarbeiter arbeiteten in der Landwirtschaft)
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Höchstes irdisches Heldentum haben diese Gefallenen errungen. Sie sind würdig geworden des unverwelklichen Lorbeers. Nichts menschlich Großes und Schönes fehlte ihrer Hingabe für Deutschlands Ehre und Zukunft. Und dieses Sterben war nicht nur menschlich schön und erhaben. Es bleibt nicht im Raum des Irdischen, sondern ragt hinein in eine höhere Region. Es ist ein heiliges Sterben, denn diese Gefallenen hatten ja alle ihren Kriegsdienst geweiht und geheiligt durch den Fahneneid und so ihren Lebenseinsatz eingeschrieben in die Bücher Gottes (...). Franz Justus Rarkowski, Feldbischof
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Dankbar, einig, entschlossen lautet das Credo der Katholischen Kirche auf den Anschlag auf das Leben des Führers... Dank an Gottes Vorsehung verkündet etwa das Freiburger Bistumblatt, Teuflischer Mordgeist habe den Anschlag geplant, so das Limburger Bistumblatt, aber die göttliche Vorsehung ließ den Plan misslingen, denn Gottes Hand lenkt die Geschichte... und der Erzbischof von München und Freising Michael Kardinal von Faulhaber sendet an den "Führer" ein Glückwunschtelegramm und ordnet im Münchner Dom ein Te Deum (Großer Gott, wir loben dich) für die Bewahrung Hitlers vor dem feigen Anschlag an, um damit der göttlichen Vorsehung im Namen der Diözese für die glückliche Errettung des Führers zu danken. Und auch Papst Pius XII. spricht Hitler über den Apostolischen Nuntius in Berlin seine Glückwünsche aus.
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Johann Georg Elser: Ich wurde von niemandem beeinflusst...
Über 50 Stunden, verteilt auf 5 Tage, vernehmen drei Berliner Gestapo-Beamte J. G. Elser. Das Protokoll verbleibt als geheime Reichssache bei den Akten des Reichsjustizministeriums; und hat das Dritte Reich überdauert. Zu den Motiven dieses mutigen Mannes hier einige Auszüge: [N]ach meiner Ansicht [steht die Arbeiterschaft] seit der nationalen Revolution unter einem gewissen Zwang. Der Arbeiter kann z.B. seinen Arbeitsplatz nicht mehr frei wechseln, wie er will; er ist heute durch die HJ nicht mehr Herr seiner Kinder. (...) Diese Feststellungen und Beobachtungen habe ich bis zum Jahre 1938 und auch in der Folgezeit gemacht. Ich habe noch im Laufe dieser Zeit festgestellt, daß die Arbeiterschaft gegen die Regierung "eine Wut" hat (...) Im Herbst 1938 wurde nach meinen Feststellungen in der Arbeiterschaft allgemein mit einem Krieg gerechnet. Ich kann heute nicht mehr angeben, ob dies auf die politischen Ereignisse im Herbst vorigen Jahres allein oder auch auf andere Gründe zurückzuführen war. In der Arbeiterschaft herrschte deshalb große Unruhe. Auch ich vermutete, daß es bei der "Sudetenkrise" schief geht, das heißt, daß es zu einem Krieg kommt. Ich war bereits voriges Jahr um diese Zeit der Überzeugung, daß es bei dem Münchener Abkommen nicht bleibt, daß Deutschland anderen Ländern gegenüber noch weitere Forderungen stellen und sich andere Länder einverleiben wird und daß ein Krieg unvermeidlich wird.
Die seit 1933 in der Arbeiterschaft von mir beobachtete Unzufriedenheit und der von mir seit Herbst vermutete unvermeidliche Krieg beschäftigten stets meine Gedankengänge. Ich stellte allein Betrachtungen an, wie man die Verhältnisse der Arbeiterschaft bessern und einen Krieg vermeiden könnte. Hierzu wurde ich von Niemandem in diesem Sinne beeinflußt*. Derartige oder ähnliche Unterhaltungen habe ich nie gehört. Auch vom Moskauer Sender habe ich nie gehört, daß die deutsche Regierung gestürzt werden müsse.
Die von mir angestellten Beobachtungen zeitigten das Ergebnis, daß die Verhältnisse in Deutschland nur durch eine Beseitigung der augenblicklichen Führung geändert werden könnten.
* das Regime benötigt Hintermänner und Drahtzieher aus dem Ausland, die hinter H. G. Elsers Anschlag stehen sollen, um eine Verschwörung des Weltjudentums gegen den "Führer" und die gottgewollte Obrigkeit aufzuweisen
Damit sich der SS-Reichsführer Himmler sowie weitere SS- und Gestapo-Verbrecher H. G. Elser "perönlich widmen" können, wird eine Überführung von München nach Berlin veranlasst. In der Reichshauptstadt angekommen, wird der mutige Attentäter über ein Jahr (bis zur Einlieferung in das KZ Sachsenhausen) misshandelt und gefoltert, so auch mit schweren bis lebensgefährlichen Schlägen.
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Der endlosen Willkür und den Entrechtungen der Juden seit Beginn der Nationalen Revolution folgt (zunächst im besetzten Polen) der Zwang zum Tragen eines gelben Sterns. Zeigen sich auch darüber andere Länder entsetzt, so ist die Juden-Stigmatisierung keine Erfindung der Nazis sondern der Kirche, die bereits 1215 auf ihrem vierten Laterankonzil die äußerliche Kenntlichmachung von Juden beschlossen hatte.
(Bestimmte Juden, die viel [Steuer]Geld einbringen, beispielsweise wichtige, zu Auslandsreisen verpflichtete Kaufleute, konnten von dieser Kennzeichnungspflicht freilich entbunden werden.)
Auch zur einsetzenden Terror-Stigmatisierung vernimmt man vom geistlichen Oberhaupt in Rom eisiges Schweigen... war doch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein der Papst auch der weltliche Herrscher über den Vatikanstaat (und dessen Territorium nicht auf den heutigen Vatikan beschränkt war) und in dem Juden über 600 Jahre gezwungen wurden, eben ein gelbes Symbol auf ihrer Kleidung zu tragen. (Juden, die sich dieser Stigmatisierung erwehrten, wurden bestraft.)
Selbst die 1935 auf dem Reichsparteitag erlassenen Nürnberger Gesetze, mit denen die Juden ihrer Bürgerrechte beraubt wurden, orientierten sich weitgehend an den Maßregeln, die seitens der Kirche über Jahrhunderte gegen die Juden in die Praxis umgesetzt worden sind.
Wenn Christus heute durch die Welt ginge, würde er da nicht sagen: Habe ich den Juden deshalb so als Otterngezücht gebrandmarkt, damit ihr von ihm lernen sollt? Wollt ihr den Lug und den Trug noch mehr steigern? Nicht lernen sollt ihr vom Juden, sondern ihn verneinen. Adolf Hitler
(Kirchengründer) Paulus: Diese (Juden) haben sogar Jesus, den Herren, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen.
Chrsitus mit
den Schächern (Räubern). - "Gottesmörder" mit "Judenhut" stigmatisiert
Um den "Schacherjuden" zu brandmarken, wurde sogar die Passion Christi verfälscht: Unter dem Kreuz würfeln (und ebenso am "Judenhut" zu erkennen) Juden um den Mantel Jesu. Nach der biblischen Überlieferung taten dies römische Soldaten.
[Ich] wäre kein Christ (...) wenn ich nicht wie einst vor 2000 Jahren unser Herr, Front machen würde gegen die, die dieses arme Volk heute ausplündern und ausbeuten! Adolf Hitler
Im Jahre 1215 entschieden der Papst und die Bischöfe, dass sich Juden durch ihre Kleidung von Christen unterscheiden müssen. Dabei hatte jede Stadt eigene Vorschriften. Weitverbreitet waren ein gelber runder Ring auf der Brust sowie, vor allem in deutschen Gebieten und Städten, ein spitzer Hut (der sog. "Judenhut").
Diese stigmatisierende Kleidung ist auf zahlreichen Stichen und Gemälden aus jener Zeit zu sehen.
Paulus: Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler (...) die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muss man zum Schweigen bringen.
Adolf Hitler: So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.
Julius Streicher: Wir kämpfen, wie die Jünger nach dem Mord von Golgatha einst kämpften. Diese einfach kleinen Menschen fingen an zu reden und zu kämpfen. So geht auch ihr hinaus als Apostel mit der Gegenwart! (...) Wir Nationalsozialisten glauben, daß Adolf Hitler der Sendbote für ein neues Deutschland ist! Wir glauben, daß er von Gott gesandt ist, um das deutsche Volk vom Blutsauger Alljuda zu befreien. Es geht um die Erlösung des deutschen Volkes, auf das die Welt erlöst werde.
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Eine große Zeit fordert und weckt zugleich hochherzige Gesinnung und eifert an zu opfervoller Hingabe. Eine Zeit der Entscheidung über Glück und Existenz unseres Volkes! Eine Zeit weltgeschichtlicher Wende! Da möchte ich euch zum Beginn der heiligen Fastenzeit mahnen, alle Opfer, die die harte Zeit des Krieges mit sich bringt, als euer Fasten zu betrachten. Antonius Hilfrich, Bischof von Limburg
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Jeden Morgen und Abend schicke ich den oberhirtlichen Segen hinaus ins Feld zu unseren lieben Kriegern. Michael Buchberger, Bischof von Regensburg
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Es ist für uns Deutsche ein herrliches Gefühl in diesem Krieg mitzukämpfen ... Dünkirchen brennt, wie ich noch nie eine Stadt habe brennen sehen. Katholik Werner Mölders - erfolgreichster Jagdflieger (und mittlerweile zum Hauptmann befördert) wurde im Sommer 1939 in Anerkennung seiner ganz hervorragenden Leistungen als Freiwilliger im Spanischen Freiheitskampf das Deutsche Spanienkreuz in Gold mit Schwertern und Brillanten verliehen; zudem ist der kath. Kriegsheld Teilnehmer am Festbankett zu Ehren der deutschen Spanienkämpfer in der Reichskanzlei mit Hitler und nach weiteren abgeschossenen Feinden wird ihm Ende Mai als erstem Jagdflieger das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen
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Die Kirche gibt der staatlichen Autorität in Gott und Gewissen die nachhaltigste Verankerung, lehrt und pflegt mit innerlichen Beweggründen und übernatürlichen Kraftquellen die bürgerlichen und speziell auch die soldatischen Tugenden, wie Gottvertrauen, Mut, Tapferkeit, Vaterlandsliebe, Opferbereitschaft für den Nächsten, die Volksgemeinschaft, den Staat, Genügsamkeit, Zufriedenheit zum standhaften Durchhalten und Einsatz auch in schwierigster Lage; sie bejaht den gerechten Krieg, betet um einen siegreichen Ausgang dieses jetzt brennenden Krieges in einem für Deutschland und Europa segensreichen Frieden, eifert die Gläubigen zu den vorgenannten Tugenden in Predigt und Christenlehre an. Adolf Bertram, Erzbischof von Breslau
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Hochgebietender Herr Reichskanzler und Führer! Der Rückblick auf die unvergleichlich großen Erfolge und Ereignisse der letzten Jahre und der tiefe Ernst der über uns gekommenen Kriegszeit gibt mir als Vorsitzendem der Fuldaer Bischofskonferenz besonderen Anlass, namens der Oberhirten aller Diözesen Deutschlands Ihnen zum Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche darzubringen. Es geschieht das im Verein mit den heißen Gebeten, die die Katholiken Deutschlands am 20. April an den Altären für Volk, Heer und Vaterland, für Staat und Führer zum Himmel senden. Es geschieht in dem tiefen Bewusstsein der ebenso vaterländischen wie religiösen Pflicht der Treue zum jetzigen Staate und seiner regierenden Obrigkeit im Vollsinne des göttlichen Gebotes, das der Heiland selbst und in seinem Namen der Völkerapostel verkündet hat. Fuldaer Bischofskonferenz, gez. Adolf Bertram
Die herzlichsten Glückwünsche gelten dem Führer. Es geschieht das im Verein mit den heißen Gebeten, die die Katholiken Deutschlands am 20. April an den Altären für Volk, Heer und Vaterland, für Staat und Führer zum Himmel senden. Adolf Bertram
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Nun steht dieses neue Dritte Reich vor uns, voll heißen Lebenswillens und Leidenschaft, voll unbändiger Kraft, voll schöpferischer Fruchtbarkeit...
...Wir Katholiken wissen uns als Glieder dieses Reiches und erblicken unsere höchste irdische Aufgabe in unserem Dienst am Reich (...) Um des Gewissens willen dienen wir dem neuen Reich mit allen unseren Kräften, mag kommen, was will (...). Karl Adam, kath. Theologe und Dogmatiker
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Das deutsche Volk, welches seit einem Jahr den Kampf gegen seine Neider fuhrt, hat ein ruhiges Gewissen und weiß, welche Völker es sind, die sich vor Gott und vor der Geschichte mit der Verantwortung belasten für diesen jetzt tobenden gigantischen Kampf. Es weiß, wer den Krieg freventlich vom Zaun gebrochen hat. Es weiß, daß es selbst einen gerechten Krieg führt, herausgeboren aus der Notwendigkeit völkischer Notwehr (...) eine schwere und bedrückende Gerechtigkeitsfrage des staatlichen Daseins friedlich zu lösen und ein schreiendes Unrecht, das man uns angetan hat, mit andern Mitteln gutzumachen. Sie gönnten uns den Platz an der Sonne nicht...
...und wollten uns für alle Zukunft vernichten. Ein Volk von Heloten wollten sie aus uns machen, und so ist es keine Frage für uns, auf welcher Seite das Recht und mit ihm Gottes Hilfe in diesem Krieg steht. Gewiß beten auch die anderen Völker, die gegen uns stehen, zu Gott und bitten um den Sieg. Gott ist zwar in gleicher Weise der Vater aller Völker, aber er ist nicht in gleicher Weise Anwalt von Recht und Unrecht, von Ehrlichkeit und Verlogenheit. Franz Justus Rarkowski, Feldbischof
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Wir bekennen uns freudig zur deutschen Volksgemeinschaft und fühlen uns mit ihr untrennbar verbunden in guten wie in trüben Tagen. (...) In diesem echt christlichen Geist durchleben wir nun auch mit der Teilnahme unseres ganzen Herzens den großen Kampf unseres Volkes um Sicherung seines Lebens uns seiner Geltung in der Welt. Mit Bewunderung schauen wir auf unser Heer, das im heldenhaften Ringen unter hervorragender Führung beispiellose Erfolge erzielt hat und weiterhin erzielt. Wir danken Gott für seinen Beistand. Gerade als Christen sind wir entschlossen, unsere ganze Kraft einzusetzen, damit der endgültige Sieg unserem Vaterland gesichert werde. Gerade als Gläubige, von der Liebe Gottes durchglühte Christen stehen wir treu zu unserem Führer, der mit sicherer Hand die Geschicke unseres Volkes leitet. Maximilian Kaller, Bischof von Ermland
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Am Feste Mariä Verkündigung 1941: Lieber Kamerad!
Aus allen Richtungen der Windrose, von überallher, wo sie Feindwacht oder Grenzwacht halten, kommen zu uns die Grüße lieber feldgrauer Brüder ...
"Alles, was du da berichtet hast, von der ersten bis zur letzten Zeile, habe ich froh aufgesogen. Ich denke jetzt häufiger an die unsichtbare, aber lebendige wirkliche Gemeinschaft, die wir feldgrauen Priester darstellen. Es ist mir eine besondere Freude zu sehen, wie alle Brüder sich durch die Eigenart der neuen Umwelt aufgerufen wissen zu einem radikalen und ganzen Priestertum. Denn wir leben ja in einer Umwelt, die nur ganze Kerle gelten lässt. Umso brennender fühlen wir selbst jedes Versagen, jeden falschen Ton in uns. Dabei ist es lindernd, zu wissen, dass anderswo unterdeutschen Soldaten ein Priesterbruder steht, der durch seine besondere Begnadigung meine schwache Seite ausgleicht. Und ich bin gewiss, dass der deutsche Mann, der nun hier und dort einen Priesterkameraden kennen lernt, nach dein Kriege ein schönes, volles Bild vom Priester mit heimträgt."
Wer solche Antworten empfangen darf, dem wächst der Mut, auch weiterhin gleichsam geistiger Treuhänder zu sein für Gedanken und Erwägungen vieler Theologen- und Priestersoldaten. Was aus den persönlichen Bekundungen unserer feldgrauen Freunde aufstrahlt, ist ja Widerschein lebendigsten Lebens, Eros...
...der das Geistige und Geistliche meint und sucht, inmitten einer Welt mit anderen Werten und Zielen; ist Bekenntnis zum Höchsten und Tiefsten, was Menschen ergreifen und bewegen kann. (...) Dies aber mag die nichtverstehende Welt doch auch ahnen: dass priesterlicher Geist in der Unbedingtheit seiner Gläubigkeit und seines Gehorsams dem Geiste edlen und echten Soldatentums verwandt und ähnlich ist, besonders in der Bereitschaft zum letzten Einsatz für ein hehres und geliebtes Gut. Dabei sind diese Kerle gar nicht die Ekstatiker und Finsterlinge, als die üble Nachrede oder blasse Ahnungslosigkeit sie immer noch hinzustellen versuchen: sie haben vor dem Krieg wie ihre Altersgenossen zünftig Fußball und Schlagball gespielt, haben sich in deutschen Strömen frisch geschwommen und in deutschen Landen sonnenbraun gewandert. Von Auto und Motorrad haben manche von ihnen ebenso viel oder mehr verstanden als andere. Jetzt tun sie im feldgrauen Heer ihren Dienst, ganz schlicht und einfach, auch ohne jeden pfäffischen Hintersinn, mit anspruchsloser Selbstverständlichkeit, weil das Vaterland sie braucht und weil sie jetzt als deutsche Männer dabei sein müssen und - auch dabei sein wollen...
"Das Christentum ist kein System von Lebensweisheiten und Moralvorschriften. Das Christsein ist Leben aus dem Glauben. Meine Vitalität und Persönlichkeitskraft steht zumindest nicht über der meiner Kameraden. Umso mehr wird jeder Fortschritt der Verherrlichung Gottes dienen. Neulich sagte ein Kamerad zu mir: 'Ich bin immer so gern bei dir, da fühl ich mich wohl'. - Sie glauben nicht, wie ich mich freute für unseren Herrn und König. Denn das weiß ich, mein Charakter besitzt nicht eine zu große Anziehungskraft. Ich bin froh um diese Erfahrung. Gott nimmt sich meiner Schwachheit an, um sich damit zu verherrlichen ... Gott betet, wacht und kämpft mit uns. Lieben und vertrauen wir nur allezeit!"
"Ich habe den Eindruck gewonnen, wir brauchen nicht pessimistisch zu sein und nicht zu werden, was die Zukunft anbelangt. Vielleicht kommen Ereignisse, die einmal unsere ganze Christlichkeit fordern ... vielleicht auch solche, von denen die Geheime Offenbarung schreibt! ... Die Zukunft kann man ahnen und auch etwas fürchten. Legen wir nur alles in Gottes Hand! Und halten wir den Glauben und die Geduld fest."
Ja: den Glauben, die Geduld und den Gedanken an das Opfer. Es zwingt zu Ergriffenheit und Hochachtung, wie die Gedanken dieser Männer in der Blüte der Jahre immer wieder zum Opfer zurückkehren. Zum Opfer aller Opfer, zum Vermächtnis Jesu Christi, der sie als Priester an seinen Altar berief oder doch auf den Weg zum Introibo. Heinrich Höfler
, Hauptschriftleiter des Rundbriefes Lieber Kamerad, versendet an die kath. Theologen und Pastoren in der Deutschen Wehrmacht
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22. und 24. Juni 1941, Tagebucheinträge von Joseph Goebbels:
- 3:30 h. Nun donnern die Geschütze. Gott segne unsere Waffen! Draußen auf dem Wilhelmplatz ist alles still und leer. Berlin schläft, das Reich schläft ... Große wunderbare Zeit, in der ein neues Reich geboren wird. Unter Schmerzen zwar, aber es steigt empor zum Licht. Die neue Fanfare ertönt. Machtvoll, brausend und majestätisch. ... Ich verlese über alle Sender die Proklamation des Führers an das deutsche Volk. Auch für mich ein feierlicher Augenblick. Die Last vieler Wochen und Monate fällt herunter. Ich fühle mich ganz frei.
- 500 Meter Wochenschau aus dem Anfang unseres Russlandfeldzuges. Unsere neuen Waffen werden zum Teil gezeigt. Mordsbiester, die einfach alles hinhauen. Am Sowjetstaat vollzieht sich jetzt das geschichtliche Strafgericht des Herrn.
Geliebte Diözesanen! In schwerster Zeit des Vaterlandes, das auf weiten Fronten einen Krieg von nie gekanntem Ausmaße zu führen hat, mahnen wir Euch zu treuer Pflichterfüllung, tapferem Ausharren, opferwilligem Arbeiten und Kämpfen im Dienste unseres Volkes. Wir senden einen Gruß dankbarer Liebe und innige Segenswünsche unseren Soldaten, Euren Männern, Söhnen und Brüdern im Felde, die in heldenmütiger Tapferkeit unvergleichliche Leistungen vollführen und schwere Strapazen ertragen. Von Euch allen fordert der Krieg Anstrengungen und Opfer. Bei der Erfüllung der schweren Pflichten dieser Zeit, bei den harten Heimsuchungen, die im Gefolge des Krieges über Euch kommen, möge die trostvolle Gewissheit euch stärken, dass Ihr damit nicht bloß dem Vaterlande dient, sondern zugleich dem heiligen Willen Gottes folgt, der alles Geschehen, auch das Schicksal der Völker und der einzelnen Menschen in seiner weisen Vorsehung lenkt. Auf ihn, den ewigen allmächtigen Gott, setzen wir unser Vertrauen, von ihm erflehen wir Gottes Schutz und Segen für Volk und Vaterland. Deutsches Episkopats (Hirtenbrief aller kath. Bischöfe)
Heute bedroht eine andere, nicht minder schreckliche Gefahr die ganze menschliche Gesellschaft, der sogenannte Bolschewismus. Dagegen kämpfen unserer tapferen Soldaten im Osten unter unsäglichen Strapazen und Opfern, wofür wir ihnen nicht dankbar genug sein können. Wir alle wünschen nichts sehnlicher, als ihren baldigen, endgültigen Sieg über die Feinde unseres Glaubens. Ahmt daher das Beispiel unserer christlichen Vorfahren nach, die mit dem Rosenkranz in der Hand die Türkengefahr siegreich abwehrten! Unterstützt die Waffen unserer Soldaten mit Euren gemeinsamen Gebeten! Josef Kumpfmüller, Bischof von Augsburg
Vom Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht
(...) Paul von Hindenburg
(ein tiefgläubiger Protestant, Anm. IGENRAD), der "getreue Eckart des deutschen Volkes", dem die deutsche Nation im Tannenberg-Denkmal ein unvergleichliches Ehrenmal errichtet hat, und dessen ganzes Leben, in Gott und Christus gegründet, unter dem herrlichen Motto: "Bete und arbeite" stand, hat einmal den Ausspruch getan: "Möge jeder Christ in sich die Verpflichtung fühlen, ein treues Glied seiner Kirche zu werden. Denn nur, wenn Christus gepredigt wird, findet der Einzelne festen Halt und starke Kraft, die wir alle im Leben (und ich füge hinzu: und im Sterben) so notwendig brauchen." Kameraden! Alle Kriegserfahrungen haben immer wieder gelehrt, dass die beste Waffe eines Heeres die innere Kraft ist, die am eisernen festen Gottesglauben erwächst! (...) Für uns als Katholiken kann es da keine Neutralität geben. "Wer nicht für mich ist, der ist wider mich, und wer nicht. mit mir sammelt, der zerteilt." Mit diesen Worten fordert der Herr von uns eine klare Entscheidung. Und wir müssen diese Entscheidung umso folgerichtiger fällen, als der gottlose Bolschewismus drohend sein Haupt erhoben hat, und ihr als Angehörige der deutschen Wehrmacht in einem heiligen Kreuzzug gegen den Sowjetstern angetreten seid. - Und darum habe ich ein ganz kurzes Wort als Leitsatz über diese Stunde gestellt, das ein jeder behalten kann. In einzigartiger Weise fasst es für uns Soldaten zusammen, was Gott als edelste Hochwerte soldatischer Ehre uns innerlich schenken will und er von uns fordert: Kraft, Liebe und Zucht. (...) Kann es wichtigere Dinge geben für den Soldaten im Felde, im Feindesland? Nur ein gedankenloser, ein leichtsinniger Soldat könnte das leugnen. - Eine Wehrmacht aber, die aus solchen Soldaten der Kraft, der Liebe und der Zucht als höchsten Gaben Gottes besteht, wird unüberwindlich sein und bleiben. Heinrich Höfler, Hauptschriftleiter des Rundbriefes Lieber Kamerad, versendet an die kath. Theologen und Pastoren in der Deutschen Wehrmacht
Am Fest der Wundmale des Armen von Assisi 1941:
Viele, wohl die meisten von euch, sind seit langem umrungen von einem Sturm, der, wie kaum je zuvor ein Krieg, ein Geisterkampf ist.
Wird ein neues Zeitalter geboren aus der Entscheidung der Waffen? Wird aus der Zertrümmerung des Bolschewismus das neue, das christliche Europa, die befriedete Welt?
...Wir ahnen das Grauen und die furchtbare Gewalt des Kampfes, in den Ihr im Osten geschleudert seid aus allem, was zu uns dringt und auch oft aus dem, was Ihr uns auf Euren kargen Postkarten verschweigt! Umso froher sind wir, zu spüren, wie auch wir Euch hin und wieder Hilfe sein dürfen:
"Der Brief war mir eine Frohbotschaft aus der Heimat. Ich stecke ihn in meine Meldetasche und schon manchmal, wenn es auf diesen Straßen in Russland nicht mehr gehen will, wenn sich die Räder am Rad nicht mehr drehen wollen, las ich: "wir sind hinausgezogen für unser Volk! - Wenn sich Räder dann auch nicht drehen, wir erkennen doch in allem Sinn und unsere Aufgabe - unser Opferdienst. Haben Sie innigsten Dank."
Zum großen metaphysischen Sinn seines persönlichen Fronterlebnisses in Russland sucht einer unsrer Freunde mit diesen Erwägungen vorzudringen:
"Ich erinnere mich noch ganz genau, als ich in kurzen Rastpausen an verstaubten Straßenrändern dasaß und Zeile für Zeile Ihrer Sendung in mich aufnahm...
...wie ein durstiger Schwamm. So wie die Spitzen- und Vorausabteilungen immer wieder Verbindung mit den rückwärtigen Einheiten aufnehmen müssen, so darf auch bei uns Streitern Christi nicht die Verbindung mit den Beterkompanien in der Heimat abreißen. Man hat vor allem bei diesem russischen Krieg das Empfinden, als ob man es mit dem filius iniquitatis (aus Psalm 58,23 > "Sohn der Ungerechtigkeit" > Teufel, Anm. IGENRAD) selbst zu tun habe, wenn man gegen den Bolschewismus zu Felde zieht...
...Ob es sich nun um die Fassungskraft der das humanum fast sprengenden maßlosen räumlichen Ausdehnungen, oder die ausgekochten Tücken, die im Kleinkrieg angewandt werden, handelt, oder auch um die Mutlosigkeit, die einen Überfallen will: immer ist es das ureigene Gebiet des Widersachers, auf dem man sich bewegt. Der Sinn dieses Ringens kann nur sein: Bewährung!
...Wahrwerden seiner selbst, d.h. Wahrwerden der forma Christi in uns und durch uns auch in andern. In diesem Sinne freue ich mich über die fortschreitende Linie im Ringen um die Nüchternheit in Ihren Briefen."
Wir sind damit wieder bei einem der großen Themen unsrer geistigen Unterhaltung mit Theologen und Priestersoldaten: Bewährung! Gewiss, es kann eitle Sprücheklopferei hinter dem Wort sich verbergen. Aber wenn ein Brünnlein einmal eine Weile lief, werden wir bald heraushaben, ob das Wasser gut oder schal ist. So, wie es schon nach zwei Sätzen eines Briefes klar wird, ob sein Schreiber sich eine Not von der Seele sagen oder geistige Konversation führen, literarisches Gewölk hervorbringen will! Ich bin oft im Innersten mitgenommen von dem Ernst, mit dem Ihr da draußen, Priestersoldaten und Theologen, inmitten einer oft wenig zur Hoffnung stimmenden Umgebung, der christlichen Bewältigung Eures allgemeinen und besonderen Soldaten-Auftrags zugewendet seid; wie begeistert...
...kritisch und sachlich zugleich Ihr Stand und Bestand Eurer Wirklichkeit zu erkennen und auszuwerten sucht. Es liegt mir sehr ferne, hier dafür schulmeisterliche Zensuren oder gar "Kampfpreise" auszuteilen. Aber: welcher den geistigen und geistlichen Dingen froh Verpflichtete, den Eure Briefe beglücken - documenta humana im schönsten und ehrfürchtigsten Sinne, weil sie von jungen, zu letzter Hingabe bereiten, also der Vollendung entgegenreifenden Männern stammen! - wer schätzte sich nicht glücklich, für Euch Zeugnis geben zu dürfen? Zu bezeugen, wie Ihr mit der schönen Gelassenheit reifer, dazu mit dem Feuer kraftvoller Menschen die auch Euch bedrohende Gefahr der Entgeistigung und Entgeistlichung seht und abwehrt; wie Ihr fast immer gerüstet seid, aus dem irdisch unfasslichen, ganz im Ruf des Meisters gründenden Geheimnis Eures Berufes gerüstet zu dem, was Priester sein heißt: zum Opfern, sogar mit der Steigerung gemäß dem Wort eines der Eurigen: "das Opfer aus Gottes Hand mit einem Tedeum anzunehmen"...
...Und auch das muss, lieber Kamerad, bestätigt werden: die meisten von Euch ziert edle Bescheidenheit. Ihr wehrt Euch wohl mannhaft gegen die Geistlosigkeit, wie und wo sie Euch anfällt, aber Ihr überhebt Euch doch nicht über jene, die weniger Kraft haben, oft auch weniger Voraussetzungen zum Starksein. (...) Überall ist ja die Liebe die Brücke zum Leben! Oftmals in einem Sinn, der einem phantastisch erscheinen könnte, stünde dahinter nicht die Greifbarkeit erlebter Wirklichkeit. Wer hätte je zu glauben oder zu hoffen gewagt, dass inmitten von Trümmern und Öde, die der Gluthauch des Krieges im Osten weithin schuf, im Herzen christlich gebliebene russische Mütter ihre Kinder zu vielen hunderten unseren deutschen Kriegspfarren und Priestersoldaten jubelnd entgegentraten würden, damit ihnen das Wasser der Wiedergeburt in der heiligen Taufe den Weg öffne zu Glauben und Seligkeit? (...) Hier ist mitten im erbarmungslosen Krieg "Pax Christi in regno Christi" Gestalt geworden:
Wie voll der Rätsel sind der Menschen Herzen und Geschicke, und welche erhabenen Wunder wirkt doch Gottes Güte! Sie setzt wahrlich nicht aus über Schlachtfeldern, auf denen trotz allem Grauen unfassbaren Leids, das Menschen einander zufügen, Gottes Ratschlüsse ihren Zielen entgegenreifen. Geschichte wird da als Heimholung der Menschheit zu Gott begriffen. (...) Die Welt soll unseres Herrn werden, und Er wird sie heimbringen zum Vater; Lind alles, was geschieht, ereignet sich in der Richtung auf Seine sichtbare Wiederkehr, in Seiner unsichtbaren Gegenwart. Alles...hat zuletzt einen, wenn auch noch so verschiedenartigen Anteil an der Erlösung des Herrn über alles Geschehen, an der letzten Wendung der Welt zu Ihm. Und so wird es am Ende aller Tage sein: das Kreuz steht hoch Über der Welt, dem einen Schlachtfeld der Geschichte, die Toten sind unter ihm versammelt, und das Licht unsäglicher Schönheit kühlt die Berge und Täler, auf denen so lange die Schwüle lag. Dann werden Kreuze auf allen Gipfeln erscheinen und einander grüßen, und es wird sich zeigen, dass im Gange der Zeit der Herr seine Siegeszeichen aufgepflanzt hat auf allen Bergen menschlichen Leids.
Heinrich Höfler, Hauptschriftleiter des Rundbriefes Lieber Kamerad, versendet an die kath. Theologen und Pastoren in der Deutschen Wehrmacht
Dieser Krieg ist ein Feldzug gegen den Bolschewismus...wirklich ein Kreuzzug, ein heiliger Krieg für Heimat und Volk, für Glauben und Kirche, für Christus und heiliges Kreuz. Michael Rackl, Dogmatiker und Bischof von Eichstätt
Mein besonderer Gruß in dieser Stunde gilt meinen Soldaten. (...) Mitten in den Strapazen dieses gewaltigen Krieges, umgeben von Tod und Gefahr, lebt ihr das Leben der Heimat mit, um derentwillen ihr all das Schwere ertragt; kämpft und sterbt ihr auch, wie mir das immer wieder aus euren Briefen entgegenklingt, für die Bewahrung des Christentums in unserem Vaterland, für die Errettung der Kirche aus der Bedrohung durch den antichristlichen Bolschewismus. (...) Soldatische und priesterliche Haltung stehen sich innerlich näher, als Außenstehende ahnen. Dort wie hier ist Voraussetzung: selbstloser Dienst, vorbehaltloser Einsatz, Bewährung aus letzter Verpflichtung heraus, Treue bis in den Tod. Lorenz Kardinal Jaeger, Erzbischof von Paderborn
Am Königfest Christi 1941:
(...) Viele von Euch standen in diesen Monaten auf den Schlachtfeldern des Ostens oder stehen noch dort, irgendwo zwischen Kaukasus und Eismeer. Wochen herber Kampfesnot liegen hinter Euch, aber doch Stunden, die Ihr trotz all ihrer Schrecken aus Eurem Leben nicht mehr streichen möchtet...
...Welch hohen weltgeschichtlichen Sinn haben Kampf, Wunden und Sieg des deutschen Soldaten im Kampf gegen den russischen Bolschewismus empfangen! Hohen Opfertod sind jene gestorben, die dort drüben ihren Vaterlandseid mit ihrem Blut besiegelten. Der Einbruch dämonischer Mächte in den Raum der Geschichte ist Euch deutschen Soldaten im vergewaltigten Lande des roten Sterns sichtbar geworden...
...Grauen hat Euch angefallen angesichts der Abgründe von Verworfenheit und Trostlosigkeit, in die Menschen und auch Völker versinken können, wenn sie vom Schöpfer und Urbild aller Ordnung sich lösen, wenn sie in reiner Diesseitigkeit ihres persönlichen und des öffentlichen Lebens Sinnerfüllung suchen wollen. Was an höllischer Bosheit und schaudervoller Vertiertheit in den Zonen des Ostens erlebt wurde, bleibt in Eurer Erinnerung als ein unvergesslicher geschichtlicher Anschauungsunterricht über die alles niederreißende, kulturzerstörerische Wirkung fanatisch hassenden Vernichtungswillen...
...gegen christliches Denken, christliche Symbole und Volksüberlieferung. Dass es Deutsche waren, die in den proletarisierten Städten und in den armen Dörfern der russischen Weite die Kirche wieder öffneten, geschändete Altäre und Kreuze dem Dienste Christi wiedergaben, geknechteten Menschen die Freiheit christlichen Betens wiederschenkten: dies alles ist denkwürdig und von hoher Kraft der Sinnbildlichkeit, wahrhaft wert, in die bleibende Erinnerung unseres Volkes einzugehen. Bei diesem Entscheidungskampf der Waffen und der Geister wird mehr und mehr die sinnerfüllte Mitte allen kriegerischen Geschehens klar; denn Ziel allen Kampfes kann zuletzt nur Friede sein; Friede aber heißt Ordnung, und keine rechte Ordnung besteht außerhalb des Göttlichen. Zwingt es nicht wirklich zum Nachdenken, das Kampf und Bluten deutscher Soldaten Russland im Grunde für Christus zurückerobert haben...
...für Ihn (Christus), ohne den, wie unser Christusglaube uns sagt, nichts heil sein kann von allem Geschaffenem. (...) Alles Geschehen, selbst das gewaltsame, ist ja nur Stufe im Dienst an Seinem königlichen Willen. Und die mächtigen Beweger der Zeiten sind schließlich doch nur Bewegte Seines Winkens. Werkzeuge, angesetzt zu Gottes geheimen Zielen. Heinrich Höfler, Hauptschriftleiter des Rundbriefes Lieber Kamerad, versendet an die kath. Theologen und Pastoren in der Deutschen Wehrmacht
So ist es keine Übertreibung, wenn ich sage, dass ihr im Osten gleich den deutschen Ordensrittern einer Zeit, die weit hinter uns liegt, eine Aufgabe zu erfüllen habt, die von einmaliger Bedeutung ist und deren Auswirkung für unser Volk, ja für Europa und die ganze Menschheit, heute noch nicht überblickt werden kann. Der bolschewistische Moloch hat immer wieder versucht, sein Haupt zu erheben, um mit einem Massenaufgebot an Menschen und Maschinen der Kulturwelt zu trotzen. Zwar schwebt über diesen Massen ein Idol, genährt von dem bolschewistischen Weltzerstörungstrieb, aber in ihnen lebt kein Glaube. Franz Justus Rarkowski, Feldbischof
In harten und siegreichen Kämpfen wird der letzte Verbündete Englands auf dem Festland geworfen und damit die Gefahr einer Überflutung Europas mit den Horden des Nihilismus und Atheismus, mit den Sendungen des organisierten Untermenschentums endgültig ausgetilgt. Militärseelsorger (in Das Opfer, hg. von den Feldvikaren im OKH)
Am Tage der hl. Katharina von Alexandrien 1941:
(...) In solcher Verfassung sind wir erst tauglich zu dem, was uns aufgetragen ist in dem nie aufhörenden, immer neu aufflammenden Gefecht zwischen Gut und Böse in der Welt. Keiner von uns ist aus dem Krieg heraus, solange er atmet. Und jede Stunde ist da die Stunde der Entscheidung, ohne Kompromiss! Versuche, hier zu einer "mittleren Linie" zu kommen, zu einem gleichsam schmerzlosen Ausgleich zwischen Gottes Anruf und den Lockungen des Widersachers, sind Schwäche, und zuletzt lächerlich. Mag einer sich drehen und winden wie er nun will, um den Pakt mit seiner Halbheit endlich doch vor seiner eigenen Feigheit zu "rechtfertigen": es geht nicht!
...In den Dingen geistig-geistlicher Entscheidung fällt das Gewissen, Gottes Stimme in uns, unbestechlich und unerbittlich den Spruch darüber, ob wir uns mit unserem Tun und Denken dem Reich der Ordnung oder den Mächten der Unordnung uns überantwortet haben. Gerade der Soldat - "an der Front fallen alle Verzierungen und Privatkapellen" schrieb uns einer - weiß um die Bedingungslosigkeit solcher auf herbsten Ernst gerichteten Auseinandersetzung; weil dem im Angesicht des Todes Lebenden die inneren Sinne geschärft, weil ihm Leben und Denken so einfach geworden ist, dass schließlich der Kern des Seins offenbar wird. Er steht dann ganz wörtlich "vor Gott", sieht wie in Seinem Licht das immer währende Ringen zwischen Michael und Luzifer...
...Von wem viel gefordert wird, der ist auch reicher begnadet, zu Größerem vielleicht gerufen:
"Die Ur-Elemente des Christ-Seins sind es, die hier von uns verlangt werden, für uns selbst - aber auch von den andern. Wir haben viel über diese und jene Probleme gestritten in den letzten Jahren. Heute aber, da unser Leben in der Entscheidung steht, da das Wort vom Tode, der uns mitten im Leben umfangen hält, nicht mehr pathetische Phrase, nicht mehr mathematische Erkenntnis ist, die wir in die Diskussion werfen - sondern Gewissheit, sichtbare und fühlbare Gewissheit geworden ist-, da werden diese Probleme alle blass, unwichtig möchte ich sagen, vor dem Einen wichtigen, das um die Pole Du und Gott kreist. Und die Kameraden um uns? Es wird nicht leicht sein für uns, und es wird gut sein, dass es nicht leicht ist. Darum können wir nicht klagen, sondern müssen bitten, dass die Kraft zu dieser Arbeit uns gegeben wird. Es wird uns vieles fragwürdig sein, was fester Weg schien und vieles unbekannt, was jeder kannte. Wir werden nicht Probleme aufrollen, sondern den Christus künden...
russische Mädchen montieren Maschinenpistolen
...So werden wir zu unserer Berufung zurückkehren und nicht böse sein darüber. Türme werden fallen, aber Fundamente werden gelegt."
Die Sentenz des letzten Satzes: herrlich! Eine Sicht christlicher Zukunft ist damit aufgerissen, wie wenn der Blick nach düsterem Gewitterzug wieder in die Weite stößt und durch Wolkenfetzen zum Blau des Himmels dringt. Dr. August Arnold (inzwischen als Soldat auch unser Kamerad geworden!) hat uns in dem bekannten Hochlandaufsatz "Messe und Wiedervereinigung" solche Fundamente gezeigt. Es wäre nicht allein lohnend, daran weiterzubauen, sondern wir müssen es tun, weil dies Bauen zum christlichen Auftrag gehört. Wir spüren daheim brennend genug, was Not tut um die größere Gemeinschaft der Heiligen; und in Russland, als Ihr inmitten des Kriegstobens im Vorübergehen Spuren der Katakombenkirche des Ostens sahet, ist es Euch sicher ans Herz gegangen: Fundamente! Wo sind die Werkleute dort und hier, die getreu dem Planriss des Meisters mit klarem Wollen und mit großer Demut vom Grundstein Christus aus die Kathedrale weiterfügen?
...Sie sind doch so sehr nötig:
"Wenn man mitten in der Masse des Volkes lebt und sieht, welchen Eindruck das Christentum in seiner jetzigen Erscheinung auf die Leute macht, so wundert man sich nicht, wenn es vielfach abgelehnt wird. Denn es macht sich durch seine Uneinigkeit und Aufspaltung selbst unglaubwürdig in den Augen vieler. Nie habe ich diese Schande des Christentums beschämender empfunden... Wenn man das alte Bundesvolk als Typus des neuen Volkes Gottes nimmt, dann erscheinen einem die Dinge, die jetzt bei uns geschehen, als Gottes Läuterungswerk...
eine russische Rüstungsarbeiterin
...Wahrscheinlich gibt es keinen anderen Weg zur una sancta ecclesia (zu der einen katholisch-apostolisch-heiligen Kirche, Anm. IGENRAD) als den des Kreuzes und scheinbaren Todes ... Mag auch die äußere soziale Gestalt der Kirche fallen oder sich wandeln ... Wenn nur die Organisation der Herzen da ist; der Geist rechten Glaubens, lebensnaher Liebe und unerschütterlicher Hoffnung auf die ewigen Güter. Diese Kräfte zu wecken, wird unsere vordringlichste Aufgabe werden."
Alles Gegenwärtige ist Bereitung dazu, selbst alles Schwierige und Widrige Weg dahin.
Und die Begegnungen mit den Menschen, den Kameraden der gleichen Stube, des gleichen Zeltes oder Erdlochs, sind Teil der Sendung, von der sich keiner lösen kann; außer dem Feigling, der Druckpunkt nimmt, wo es nur geht, und die andern ichsüchtig missbraucht: jämmerliche Gestalt, die Soldaten in tiefster Seele verhasst ist! An der Front gilt nur das Opfer. Heinrich Höfler - Hauptschriftleiter des Rundbriefes Lieber Kamerad, versendet an die kath. Priester und Theologen in der Wehrmacht
dass zur Verteidigung des "gottlosen Bolschewismus" auch Frauen kämpfen (hier noch in der Ausbildung), passt ganz und gar nicht in das patriarchale Weltbild der christlich-abendländischen Leitkultur, weshalb die Rotarmistinnen auch als "Flintenweiber" dämonisiert werden
Am letzten Sonntag im Kirchenjahr 1941:
Je länger der Krieg dauert, umso deutlicher wird, welche Kraft den Kämpfern aus dem Religiösen zuströmt. (...) Christliche Tapferkeit ist (...) nicht willkürlicher Anspruch einer fremden magischen Welt auf ein Sachgebiet, auf dem Religion und Konfession nichts zu suchen hätten; vielmehr ist sie ganz natürliche Folgerung christlichen Daheimseins in den Geheimnissen, aber auch in den Wirklichkeiten der Überwelt, wie sie uns gerade vor dem Weihnachtsbild des Erlösers in der armen Krippe aufleuchtet...
...Wenn es, jetzt oder nach dem Kriege, wirklich erst noch der Zeugnisse bedürfte, um das Religiöse als Kraft spendende Lebensmacht für Persönlichkeit und Volk zu erweisen: sie stünden tausendfach in den Briefen von sehr vielen und sehr tapferen im Kampf bewährten und auch erfolgreichen Soldaten und Offizieren. Aber es entbehrt eigentlich jeder Notwendigkeit, christliche Religion, Glauben und Kirche erst noch zu verteidigen; diese sind, seit je, die zwar sehr oft verborgenen und geheimnistiefen, aber trotzdem sehr lebendigen und tatsächlichen Quellen, aus denen auch manche trinken, die sich über das letzte Woher ihrer Stärke weniger Gedanken machen. Euer Heinrich Höfler (mit seinem Rundbrief Lieber Kamerad)
Euer Erzbischof weiß, dass dem christlichen Volk das Scheiden von seinen geweihten Glocken sehr schwer fällt. (...) Für das teuere Vaterland aber wollen wir auch dieses Opfer bringen, wenn es nun notwendig geworden ist zu einem glücklichen Ausgang des Krieges und zur Überwindung des Bolschewismus...
...Schrecklich ist das Bild des Bolschewismus, wie es unsere Soldaten kennen lernen. Gewaltig und furchtbar ist das Ringen gegen diesen Weltfeind und tiefsten Dank zollen wir unseren todesmutigen Soldaten für alles, was sie in diesem Kampf Großes leisten und Schweres dulden. Michael Kardinal von Faulhaber, Erzbischof von München und Freising in seiner Kanzelerklärung über die Abnahme der Kirchenglocken
Wir begleiten unsere Soldaten mit unseren Gebeten und gedenken in dankbarer Liebe der Toten, die ihr Leben für ihr Vaterland hingaben. Wir haben immer wieder und noch im Hirtenbrief des Sommers unsere Gläubigen zu treuer Pflichterfüllung, zu tapferem Ausharren, opferbereitem Arbeiten und Kämpfen im Dienste unseres Volkes in schwerster Kriegszeit eindringlich aufgerufen...
...Mit Genugtuung verfolgen wir den Kampf gegen die Macht des Bolschewismus, vor dem wir deutschen Bischöfe in zahlreichen Hirtenbriefen vom Jahre 1921 bis 1936 die Katholiken Deutschlands gewarnt und zur Wachsamkeit aufgerufen haben. Deutsches Episkopats (Denkschrift aller kath Bischöfe)
Schaut hin auf Russland! Ist jenes arme, unglückliche Land nicht der Tummelplatz von Menschen, die durch ihre Gottfeindlichkeit und durch ihren Christushass fast zu Tieren entartet sind? Erleben unsere Soldaten dort nicht ein Elend und ein Unglück sondergleichen? Und warum? Weil man die Ordnung des menschlichen Lebens dort nicht auf Christus, sondern auf Judas aufgebaut hat. Lorenz Kardinal Jaeger, Erzbischof von Paderborn
Ihr werdet in stolzem Vertrauen auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht als seine tapferen Soldaten auf der Straße des Sieges weitermarschieren, die zum Endsieg führt. Ihr werdet in Glauben und Gottvertrauen in diesen Tagen der Vorbereitung aufkommende größte Entscheidungen das Eurige tun - dann wird Gott zur rechten Stunde das Seine tun! Franz Justus Rarkowski, Feldbischof
Damit komme ich zum Trost, den wir gerade am heutigen Tag brauchen, aber auch zur besonderen Ehrung, die wir unseren gefallenen Kriegern schulden. (...) Sie wollten in einem neuen Kreuzzug mit dem Feldgeschrei "Gott will es" den Bolschewismus niederringen, wie es vor wenigen Tagen der spanische Befreier (sic!) Franco in einer Rede zu Sevilla mit christlicher Zielsetzung rühmte. Für Europa starben sie, um die drohende rote Flut abzuwehren. Clemens August Kardinal Graf von Galen, Bischof von Münster
Wir erleben in unserem Volke eine Kraftanstrengung von ungeahntem Ausmaß. (...) Vom Osten her drängten ungeheuere Massen heran, bereit, die Welt unserer Kultur zu zerstören. Im kraftvollen Gegenstoß sind sie abgewiesen worden. Noch schlagen ihre Wogen gegen den schützenden lebendigen Wall. Lorenz Kardinal Jaeger, Erzbischof von Paderborn
Was diese Zeit fordert an Mühen, Blut und Tränen, was der Führer und Oberste Befehlshaber euch Soldaten befiehlt und die Heimat erwartet: Hinter all dem steht Gott selbst mit seinem Willen und seinem Gebot. Franz Justus Rarkowski, Feldbischof
Das ist die katholische sittliche Haltung, und diese hat allezeit die Träger der Militär- und Feldseelsorge durch die jahrhunderte ausgezeichnet: den Staat und seine Waffengewalt als Ausdruck göttlicher Ordnung innerhalb anzuerkennen und auch für die Herrscher zu beten, die ihre Exousia gegen die Kirche richten. (...) Gebe Gott, dass der Bolschewismus auf die Knie gezwungen wird. Als Deutsche und als Katholiken wünschen wir uns das. Auf dass das Feld frei werde für bessere Saat!
 
...Nun gehen wir von unserem Lehrgang in Riga wieder zurück zur Arbeit an der Front. Als Ideen- und Energieträger des Göttlichen unserer Kirche im deutschen Volke. Mit neuen theologischen Impulsen und frischem Schwung. Mit freiem, frohen Blick in die Zukunft und gefestigtem, vertieftem Bewusstsein unserer Sendung. Es liegt schon eine eiserne Entschlossenheit zum Kämpfen und Siegen, zum Leben und Sterben. Tragen wir diese ungeheure Dynamik an die Brennpunkte des Krieges, auf dass sie dort helfe, die harte Zeit durch das Sein in Christus heldisch zu überwinden. Johannes Stelzenberger, Moraltheologe und Heeres- bzw. Divisionspfarrer (hält Frontlehrgänge bei Kriegspfarrern ab)
vor dem Angriff auf Stalingrad: ein kath. Divisionsgeistlicher vor einem Bataillon bei der moralischen Aufrüstung
(besonders wenn größere Operationen oder Schlachten zu erwarten sind,
gehen viele Soldaten gern zu Feldgottesdiensten)
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Und der kleine Nadelstich ist manchmal quälender als der Keulenschlag
Ich stelle einmal die Verordnungen (gegen Juden in Deutschland, Anm. IGENARD) zusammen: 1) Nach acht oder neun Uhr abends zu Hause sein. Kontrolle! 2) Aus dem eigenen Haus vertrieben. 3) Radioverbot, Telefonverbot. 4) Theater-, Kino-, Konzert-, Museumsverbot. 5) Verbot, Zeitschriften zu abonnieren oder zu kaufen. 6) Verbot zu fahren; (dreiphasig: a) Autobusse verboten, nur Vorderperron der Tram erlaubt, b) alles Fahren verboten, außer zur Arbeit, c) auch zur Arbeit zu Fuß, sofern man nicht 7 km entfernt wohnt oder krank ist (aber um ein Krankheitsattest wird schwer gekämpft). Natürlich auch Verbot der Autodroschke. 7) Verbot, "Mangelware" zu kaufen. 8) Verbot, Zigarren zu kaufen oder irgendwelche Rauchstoffe. 9) Verbot, Blumen zu kaufen. 10) Entziehung der Milchkarte. 11) Verbot, zum Barbier zu gehen. 12) Jede Art Handwerker nur nach Antrag bei der Gemeinde bestellbar. 13) Zwangsablieferung von Schreibmaschinen, 14) von Pelzen und Wolldecken, 15) von Fahrrädern - zur Arbeit darf geradelt werden (Sonntagsausflug und Besuch zu Rad verboten), 16) von Liegestühlen, 17) von Hunden, Katzen, Vögeln. 18) Verbot, die Bannmeile Dresdens zu verlassen, 19) den Bahnhof zu betreten, 20) das Ministeriumsufer, die Parks zu betreten, 21) die Bürgerwiese und die Randstraßen des Großen Gartens (Park- und Lennestraße, Karcherallee) zu benutzen. Diese letzte Verschärfung seit gestern erst. Auch das Betreten der Markthallen seit vorgestern verboten. 22) Seit dem 19. September der Judenstern. 23) Verbot, Vorräte an Eßwaren im Hause zu haben. (Gestapo nimmt auch mit, was auf Marken gekauft ist.) 24) Verbot der Leihbibliotheken. 25) Durch den Stern sind uns alle Restaurants verschlossen. Und in den Restaurants bekommt man immer noch etwas zu essen, irgendeinen "Stamm", wenn man zu Haus gar nichts mehr hat. Eva sagt, die Restaurants seien übervoll. 26) Keine Kleiderkarte. 27) Keine Fischkarte. 28) Keine Sonderzuteilung wie Kaffee, Schokolade, Obst, Kondensmilch. 29) Die Sondersteuern. 30) Die ständig verengte Freigrenze. Meine zuerst 600, dann 320, jetzt 185 Mark. 31) Einkaufsbeschränkung auf eine Stunde (drei bis vier, Sonnabend zwölf bis eins). Ich glaube, diese 31 Punkte sind alles. Sie sind aber alle zusammen gar nichts gegen die ständige Gefahr der Haussuchung, der Mißhandlung, des Gefängnisses, Konzentrationslagers und gewaltsamen Todes. Victor Klemperer (Tagebucheintrag vom 2. Juni 1942)
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Franz Suchomel, praktizierender Katholik und SS-Unterscharführer, treibt in Treblinka mit Weiberchen, schnell, schnell, das Wasser wird kalt! die nackten Opfer in die Gaskammern.

- nach 1945 singt er in einem kath. Kirchenchor; rund 40 Jahre später gelingt eine Aufnahme mit F. Suchomel beim Singen Treblinka-Liedes.

Franz Suchomel: Treblinka-Lied
F. Suchomel: Fest im Schritt und Tritt / Und den Blick gerade aus / Immer fest, mutig und treu in die Welt geschaut / Marschieren Kommandos zur Arbeit / Für uns gibt's heute nur Treblinka / Das unser Schicksal ist / Darum haben wir uns in Treblinka / Eingestellt in kurzer Frist / Wir kennen nur das Wort des Kommandanten / Und nur Gehorsamkeit und Pflicht / Wir wollen weiter, weiter leisten / Bis dass das kleine Glück uns einmal winkt - Hurra!
F. Suchomels Fazit: Das (Treblinka-Lied) kann kein Jude heute mehr.
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Tagebucheinträge von Johann Paul Kremer - KZ-Arzt und Selektierer an der Auschwitz-Rampe, um die deportierten Menschen in die "Dusch- und Desinfektionsräume" (Gaskammern) zu schicken oder für Menschenexperimente (bspw. zur "Hungerforschung") auszusuchen
20. Sept.: Heute Sonntagnachmittag von 3-6 Uhr Konzert der Häftlingskapelle in herrlichem Sonnenschein angehört: Kapellmeister Dirigent der Warschauer Staatsoper. 80 Musiker, Mittags gab's Schweinebraten, abends gebackene Schleie.
23. Sept.: Heute Nacht bei der 6. und 7. Sonderaktion. (...) Abends um 20 Uhr Abendessen mit Oberscharführer Pohl im Führerheim, ein wahres Festessen. Es gab gebackenen Hecht, soviel jeder wünschte, echten Bohnenkaffee, ausgezeichnetes Bier und belegte Brötchen.
27. Sept.: Heute Sonntagnachmittag, 16-20 Uhr, Kameradschaftsabend im Gemeinschaftshaus mit Abendessen, Freibier und Rauchwaren. Rede des Kommandanten Höss und musikalische sowie theatralische Darbietungen.
10. Okt.: Lebendfrisches Material von Leber, Milz und Pankreas entnommen und fixiert.
11. Okt.: Heute Sonntag gab's zu Mittag Hasenbraten - eine ganz dicke Keule - mit Mehlklösen und Rotkohl für 1.25 RM.
17. Okt.: Bei einem Strafvollzug und 11 Exekutionen zugegen. Lebendfrisches Material von Leber, Milz und Pankreas nach Pilocarpininjektion entnommen und fixiert ...
24. Okt.: 6 Frauen von der Budyer Revolte abgeimpft (Klehr).
25. Okt.: Heute, Sonntag, bei wunderschönem Herbstwetter Radtour über Roisko nach Budy. Wilhelmy von seiner Fahrt nach Kroatien wieder zurück (Zwetschenschnaps).
31. Okt.: Seit etwa 14 Tagen wunderschönes Herbstwetter, welches tagaus tagein im Garten des Hauses der Waffen-SS zu Sonnenbädern Veranlassung gibt ...
8. Nov.: Heute Nacht bei 2 Sonderaktionen teilgenommen (...) Nachmittags noch eine Sonderaktion, also die 14., die ich bisher mitgemacht habe. Abends gemütliches Zusammensein (...) Es gab bulgarischen Rotwein und kroatischen Zwetschenschnaps.
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Aus einem Interview mit dem Journalisten und Historiker Dr. Hansjakob Stehle zur Rolle der Katholischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus:
Herr Dr. Stehle, was wusste der Vatikan während des Krieges über den von Deutschen ausgeführten Massenmord an Juden?
Der Vatikan war relativ früh, schon 1942, als die Massenmorde begannen, informiert worden, vor allem durch zwei Berichte, die dort eingegangen waren. Das eine war der Bericht eines italienischen Grafen Malvezzi, der vom italienischen Staatskonzern IRI aus geschäftlichen Gründen in die besetzten Gebiete Polens und Russland geschickt worden und entsetzt zurückgekommen war. Am 18. September 1942 hat er dem Vatikan Bericht erstattet, sowohl mündlich als auch schriftlich. Das ist in der vatikanischen Aktenpublikation zum Zweiten Weltkrieg in Band 8 schon 1974 dokumentiert worden. Diesem Bericht des Grafen Malvezzi zufolge gab es dort schreckliche Massaker, die jeden Tag vor sich gingen, hätten, so sagte er, Formen angenommen, die schrecklich und unglaublich seien. Malvezzi hatte keine Orte genannt - das Wort Auschwitz zum Beispiel fällt hier nicht -, aber er hat diesen Bericht im Vatikan abgegeben, wo er zumindest auf dem Tisch des Kardinalssekretärs und wahrscheinlich auch auf dem von Papst VII. gelandet ist.
Bald darauf, im Oktober 1942, gab es dann einen weiteren Bericht. Der stammte ebenfalls von einem für den Vatikan doch ziemlich glaubwürdigen Mann, nämlich vom Feldgeistlichen jenes italienischen Armeekorpses, das mit der Hitlerarmee gemeinsam in Russland eingefallen war. Nachdem dieser Pierro Scavizzi mit einem Lazarettzug zurückgekommen war, hat er am 7. Oktober 1942 einen Bericht an den Vatikan geschrieben. Natürlich hat er ihn nicht mit der Post geschickt, sondern er wollte ihn persönlich abgeben. Er schrieb, die Massentötung von Juden sei geradezu total, man nehme nicht einmal Rücksicht auf Kinder, ja nicht einmal auf Säuglinge, und man sagt - Zitat -, "dass über 2 Millionen Juden schon getötet worden sind". Das war also am 7. Oktober 1942.
Dieser Bericht ist in der vatikanischen Aktenpublikation in einem Zusamenhang notiert, der insofern interessant ist, als damals gerade der amerikanische Vertreter im Vatikan, Myron Taylor, dem Vatikan einen Bericht der jüdischen Palästina-Agentur aus Genf überreicht hatte, in dem ebenfalls von solchen Massentötungen und Massenmorden an Juden die Rede war. Der Kardinalssekretär Maglione notierte dazu: "Haben wir eigentlich einen Bericht darüber?" Sein Sekretär Montini - übrigens der spätere Papst Paul VI: - sagte ihm: "Ja, wir haben diesen Bericht des Grafen Malvezzi." In dem Bericht, den Myron Taylor damals übergeben hatte, war schon sehr konkret die Rede von Liquidation des Warschauer Ghettos, von Massenexekutionen. Dort taucht der Name Bergen-Belsen auf, also der eines Lagers. Es wird gesagt, dass Juden aus Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich und der Slowakei abtransportiert würden. Auch Theresienstadt wird als einer der Zielorte genannt.
Wie hat die Ukrainische Kirche auf diese Massaker reagiert?
Es gibt auch da einen interessanten Bericht des damaligen unierten Metropoliten, also des griechisch-katholischen, ukrainisch-katholischen Metropoliten in Lemberg in der Ukraine, das war Andrej Septyckyj. Er war ein Mann, der sehr ukrainisch-national dachte. Er wird in Lemberg heute ja auch wieder sehr geehrt als einer der Großen dieser Kirche, obwohl er gewisse Sympathien für die Deutschen hatte, die damals die Westukraine besetzt hatten. Und manche, Patrioten und Nationalisten, dachten damals, Hitler würde ihnen vielleicht den Nationalstaat bescheren. Auch manche frommen Leute meinten das. Septyckyj war ein Mann, der in diesem Punkt etwas, sagen wir, schwankend war. Aber selbst er war entsetzt über das, was er hörte und erlebte, und er schrieb damals einen Brief an den Vatikan, in dem er von schrecklichen Massenmorden an Juden, an Ukrainern, an Polen berichtete. Darin sagte er auch - und das ist vielleicht das interessanteste -, es zeige sich, dass die deutsche Herrschaft noch schlimmer sei als die bolschewistische.
Wann hat Graf Andrej Septyckyj dieses Schreiben an den Papst verfasst?
Das war am 29. August 1942. Er schreibt, dass nach den ersten Monaten einer gewissen Erleichterung von den Deutschen ein "von Tag zu Tag unerträgliches Terror-Regime" eingerichtet worden sei. "Heute ist sich das ganze Land darüber einig, dass das deutsche Regime in einem vielleicht höheren Grade als das bolschewistische böse, ja fast teuflisch ist. Seit einem Jahr vergeht kein Tag, an dem nicht die abscheulichsten Verbrechen verübt werden...Die Zahl der getöteten Juden in unserem kleinen Land hat gewiss 200.000 überschritten...In Kiew wurden in wenigen Tagen 130.000 Männer, Frauen und Kinder exekutiert..."
Wie hat der Papst darauf reagiert?
Pius VII. hat auf diesen dramatischen Brief nicht geantwortet; vielleicht glaubte er die Antwort vorweggenommen zu haben durch ein kurzes, in eleganten Latein stilisiertes Schreiben vom 24. August 1942, in dem Septyckyj und sein Klerus ermahnt wurden, im Glauben nicht nachzulassen und "angesichts der zunehmenden Übel" niemals die Hoffnung zu verlieren, sondern alles mit "heiterer Geduld (serena patientia) zu ertragen".
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Es ist ein Abgehobensein von sich selbst und allem kleinlichen Interesse im Kreuze, in Christus. Durch dieses ständige, tägliche und stündliche Einmünden des eigenen Leidens in das Kreuz Christi wächst eine Bedingungslosigkeit des Einsatzes, eine heilige Bedenkenlosigkeit, froher Opfermut! Mit heroischem und doch erlöstem Lächeln kann ein solcher sich in die Bresche werfen durch die ständige Vereinigung mit Christus. Hans Eduard Hengstenberg - kath. Philosoph (in Die religiöse Situation des Soldaten im Kriege)
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Gibt es für uns Menschen von heute eine bessere Schule für den treuen Dienst Gott gegenüber als die gegenwärtige Kriegszeit? Und nirgendwo sind in dieser Kriegszeit die Tore der Schule Gottes weiter aufgetan als draußen an den Kampffronten dieses gigantischen Ringens, wo täglich der deutsche Soldat kämpft und streitet, blutet und stirbt sich das Ausmaß dieses schweren Opferganges seiner Söhne vorzustellen. Was in diesen Tagen im Osten des Reiches und an allen anderen Fronten, auf dem Meere und in der Luft von euch geleistet wird, lässt sich nicht mit Worten schildern. Aber wer von euch hätte es noch nicht gespürt, dass dort, wo die Feuerzone des Krieges sich ausbreitet, der ewige Gott lauter, deutlicher und eindringlicher redet und zur Treue in seinem Dienste auffordert als anderswo? Franz Justus Rarkowski - Feldbischof
30. Febr. 1983, Deutsche Bischofskonferenz (im Wort der deutschen Bischöfe): Wir dürfen aber auch erneut bezeugen, dass Kirche und Glaube eine der stärksten Kräfte im Widerspruch, ja Widerstand gegen den Nationalsozialismus waren, in mancher Hinsicht sogar die stärkste.
5. Aug. 1988, Barbara Sichtermann (in DIE ZEIT): [D]ie wahren Monster sahen gesund und nett aus, trugen Hauben und Soutanen und führten die Nächstenliebe im Munde, während sie "Abschiedsgottesdienste" für ihre Opfer hielten.
07.11
Aufstand der Frustrierten
Friedrich Nietzsche spöttelte über Christen, die, wiewohl Empfänger einer frohen und erlösenden Verheißung, oft so unerlöst und wenig fröhlich dreinschauten. Und wo er recht hat, hat er nun einmal recht. Ein Gastkommentar von Marcus Bauer
In der dialoggeschwängerten Atmosphäre der deutschen Kirche kursieren derzeit diverse Heilsverheißungen, die von Befreiung und Aufbruch aus "autoritären Strukturen" raunen, nach Jahrhunderten der Knechtung durch "die Institution" und ihre "Leibfeindlichkeit" quasi einen "Katholizismus mit menschlichem Antlitz" in Aussicht stellen und der wahren und befreienden, jedoch vom Repressionssystem Kirche seit Anbeginn unterdrückten Botschaft des Evangeliums zum erlösenden Durchbruch verhelfen sich anschicken.
Wir kennen sie ja, diese Schmankerl und "Highlights" linkskatholischer Betroffenheitsliteratur: "Freiheit der Kinder Gottes" des BDKJ, das berüchtigte "Memorandum" oder -- sehr lesenswert -- die "Leserinitiative Publik e.V.KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten" (sic!). Wenn eine freudige Botschaft, um glaubwürdig zu sein, auch in adäquater Form zum Ausdruck gebracht werden sollte, dann stimmt mit den in vorgenannten Dokumenten sich manifestierenden Initiativen irgendetwas nicht. Stellen wir uns nämlich nicht nur dem Inhalt, sondern auch der sprachlichen Physiognomie dieser Texte, kommt man um das Resümee nicht herum, dass es sich um einen Stapel regelrechter Frustpapiere handelt, die in ihrer bedrückenden Übellaunigkeit und Freudlosigkeit selbst den lebensfrohesten Leser noch mit "runterziehen" können.
["Wider einer 'Gutmenschen-Kirche', derer 'abgelutschten Themen' und 'Depro-Veranstaltungen'" weiterlesen »]
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Jesuitenpater kritisiert "großes Schweigen" in der Kirche
Der Jesuitenpater und langjährige Leiter des Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, übt in einem “Spiegel”-Gespräch scharfe Kritik am Umgang der katholischen Kirche mit der Missbrauchsdebatte und an der Angst der Kirchenhierarchie vor “pöbelnden Dunkelkatholiken”. Dabei handle es sich um eine laute, selbstgerechte Minderheit in der Kirche, die “jede Kritik als Illoyalität begreifen” und Kritiker “immer frecher überfallen”, insbesondere “wenn sie sich in Verbänden, Gremien oder gar im Zentralkomitee der deutschen Katholiken engagieren”. Mertes: “Bitter ist vor allem, dass Rom Denunziationen annimmt. Da sie meist anonym bleiben, könnten sie “im Dunkeln agieren.” Leider würden vor diesen Dunkelkatholiken “Teile der Hierarchie kuschen, aus Angst davor, selbst beschimpft zu werden”. Mertes erwarte deswegen vom Papst im September bei seinem Besuch in Deutschland ein klärendes Machtwort. Zur Missbrauchsdebatte meint der Jesuitenpater, der Anfang 2010 sexuelle Gewalt am Canisius-Kolleg öffentlich gemacht hatte, da “sind wir einige Schritte weiter, aber noch lange nicht am Ende”. Nach dem Beginn der Geldzahlungen an Missbrauchsopfer gebe es nun ein stärker werdendes Gejammer und Lamentieren in der Kirche, damit sei “nun alles gemacht”. Das, so Mertes, sei “unangemessen und gefährlich”, denn die Frage sei noch offen, “was wir bei uns ändern müssen, um besser hören zu können, wenn Missbrauchsopfer reden wollen”. Dazu müsse in der Kirche endlich offen über Sexualität geredet werden. Doch die Realität sehe leider immer noch so aus: “Wir stellen Fragen. Die Antwort ist das große Schweigen.” Mertes erlebe deswegen “bei vielen Katholiken eine große Müdigkeit, eine tiefe Resignation, weil sie an der Schweigemauer einer Parallelwelt abprallen, wenn sie versuchen zu sprechen.”
07.11
07.11
Der englische "Stromberg" ist Atheist
Ricky Gervais ist nicht nur einer der begnadetsten und erfolgreichsten Comedians unserer Zeit. Der Brite ist auch bekennender Atheist. Nach seinem religionskritischen Film "Lügen macht erfinderisch" vor zwei Jahren will er nun eine Serie starten, die von einem Atheisten handelt, der in den Himmel kommt.
Ricky Gervais hält nicht damit hinterm Berg, was er vom Glauben an einen Gott hält. In Interviews erklärt er die Vorzüge des Unglaubens, in einem langen Artikel im "Wall Street Journal" legte er im vergangenen Dezember dar, warum er nicht an Gott glaubt, und sein letzter Film war eine ätzende Satire gegen den Glauben.
07.11
Immer wieder Proteste gegen die Bundeswehr wie jetzt wieder beim öffentlichen Gelöbnis in Berlin. Schwindet die gesellschaftliche Akzeptanz für die Truppe?
Die Zustimmung für die Bundeswehr ist in der Bevölkerung nach wie vor sehr hoch. Natürlich gibt es in einer pluralen Gesellschaft immer Gruppen, die das nicht mittragen wollen. Die Bundeswehr kann sich aber nicht über mangelnden Rückhalt beklagen. Es ist mitten im Umstrukturierungsprozess ein gutes Zeichen, dass der Bundespräsident und Mitglieder der Bundesregierung an diesem Gelöbnis teilgenommen haben.
Zum ersten Mal waren freiwillig Wehrdienstleistende dabei. Ist das Ende der Wehrpflicht der richtige Schritt?
(...) Das mangelnde Interesse am Bundesfreiwilligendienst gibt Grund zur Sorge. Hier fehlt es an der notwendigen Werbung und an der notwendigen Akzeptanz für diesen Dienst. Hier müssen mehr Anreize geschaffen werden. Sonst gibt es bald schmerzliche Lücken im sozialen Bereich.
Der Ruf nach einem schnellen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan wird lauter, die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt den Einsatz ab. Stehen die Soldaten auf verlorenem Posten?
Es geht um die Bewahrung des Friedens. Es muss deutlicher werden, dass der Soldat einen Dienst für das Vaterland leistet, der aber vor allem dafür sorgt, dass Frieden und Freiheit nicht nur in Deutschland, sondern international gesichert werden. Es geht bei den Auslandseinsätzen nicht darum, einen gerechten Krieg zu erklären, sondern für einen gerechten Frieden zu kämpfen und dafür einzutreten. Das muss deutlicher werden.
Inzwischen spricht man auch in der Bundesregierung beim Afghanistan-Einsatz von einem Krieg. Hat die Truppe dafür den Segen der Kirche?
Natürlich erteilt die Kirche für solche Einsätze nicht den Segen. Das ist eine politische Frage. Wir stehen als Militärseelsorger den Soldaten in ihrem Glauben bei. Der Dienst der Truppe ist ein klarer Friedensdienst. In Afghanistan wird heute viel getan, um eine neue Zivilgesellschaft aufzubauen und den Frieden zu fördern. Die katholische Kirche wirkt an diesem Auftrag mit.
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07.11
07.11
Ein leitender US-Lutheraner bezeichnet das Evangelium bei den Katholiken als "deformiert"
"Das Papsttum beansprucht mit Autorität, sogar mit Unfehlbarkeit", dass es "höher steht als das Wort Gottes". So begründet der lutherische Geistliche Mark Schroeder die Kritik seiner kirchlichen Gemeinschaft am katholischen Papsttum. "Damit setzt es sich selbst in die Position ‚anti‘ Christus bzw. ‚anstelle von‘ Christus."
07.11
Umsatzsteigerung bei religiöser Verblödungs-Literatur
Im ersten Halbjahr 2011 sind die Umsätze in der Warengruppe „Religion und Philosophie“ um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, wie das «Börsenblatt für den deutschen Buchhandel» am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Fachzeitschrift stützt sich dabei auf neue Marktdaten, die media control GfK International im ermittelt hat. Für das Plus ist vor allem der Anstieg im Bereich «Christliche Religionen» in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um nahezu 50 Prozent verantwortlich, wie sich aus der Erhebung ergibt. Mit einem Anteil von 44,6 Prozent ist der Bereich «Christliche Religionen» mit Abstand größter Umsatzbringer in der Warengruppe Religion und Philosophie. Abgesehen von «Weiteren Weltreligionen» verzeichneten die übrigen Untergruppen Umsatzrückgänge. Besonders Biografien und Lexika verkauften sich den Angaben zufolge schlechter.
07.11
Aufregung um "bordellähnlichen Betrieb" in Schuchardstraße
Massagepraxis in Schuchardstraße soll "bordellähnlicher Betrieb" sein – Kirchlicher Fonds ist Hauseigentümer
In einem Haus in der Darmstädter Schuchardstraße bietet eine Praxis erotische Massagen an. Pikant: Der Gebäudekomplex wurde zum 1. Oktober 2008 von der Heag Holding AG an die Aachener Grundvermögen Kapitalanlagegesellschaft verkauft. Sie wurde laut Eigendarstellung 1973 unter Beteiligung kirchlicher Stellen gegründet und bietet Immobilien-Spezialfonds "auch außerhalb des Anlegerkreises der Katholischen Kirche" an.
"Es ist ein Brief von unserem Nachbarn, darin steht, wir müssen raus. Sie meinen du und ich, wir passen nicht in dieses ehrenwerte Haus." An diese Liedzeilen von Udo Jürgens erinnert ein Schreiben, in dem "Ein Mitmieter" andere Mieter in der Schuchardstraße 9 informiert, dass sich "ein bordellartiger Betrieb eingemietet" habe. Er habe deswegen eine Mietminderung von 30 Prozent geltend gemacht und empfehle dies auch anderen, damit das Haus wieder zu einer ehrenwerten Adresse werde.
Doch Sabine Heilmann vom Mieterverein dämpft Hoffnungen: Für eine Mietminderung reiche es nicht, sich subjektiv gestört zu fühlen. Es müsse um konkrete Belästigungen gehen, beispielsweise nächtliches Klingeln von Freiern.
Pikant: Der Komplex Schuchardstraße 5, 7 und 9 wurde zum 1. Oktober 2008 von der Heag Holding AG an die Aachener Grundvermögen Kapitalanlagegesellschaft verkauft. Sie wurde laut Eigendarstellung 1973 unter Beteiligung kirchlicher Stellen gegründet und bietet Immobilien-Spezialfonds "auch außerhalb des Anlegerkreises der Katholischen Kirche" an. Dem Vernehmen nach stehen dahinter die Diozösen Aachen und Köln, die mit der Kapitalgesellschaft die priesterliche Alterssicherung gewährleisten wollen....
Eine Unternehmenssprecherin verweigert eine Stellungnahme zur Darmstädter Massagepraxis und verweist darauf, dass die Sache dem Rechtsbüro übergeben worden sei (...) Im Internet bietet "Amor Massage"...
chinesische Wellness- und sinnlich-erotische Entspannungsmassagen an und wirbt: "Begeben Sie sich auf eine sinnliche Reise, lassen Sie sich treiben und durch zierliche Hände auf einer Woge von Glücksgefühlen den alltäglichen Ärger und Stress vergessen." Aufschlussreicher sind Erfahrungsberichte von Kunden in Internetforen. Danach würden als Zusatzleistung auch Massagen des Intimbereichs angeboten
07.11
Das Zölibat
Pfarrer-Kindesmissbrauch-katholische Kirche hängen dermaßen folgerichtig zusammen, dass ich keine Mühe darauf verwenden muss, sie irgendwie unter einen Hut zu bringen.
07.11
Irland: Politik attackiert Kirche - Wegen systematischer Vertuschung
Im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen ist in Irland ein Streit zwischen Regierung und Kirche ausgebrochen. Premier Enda Kenny hat bei einer Sondersitzung des Parlaments in Dublin den Vatikan für seinen Umgang mit Kindesmissbrauch heftig kritisiert. Ein neuer Bericht belege, dass der Vatikan versucht habe, die Ermittlungen zu behindern.
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07.11
In Kempten läuten die Kirchenglocken jetzt eine Stunde später
Nachdem sich ein Anwohner beschwert hat, läuten die Kirchenglocken in Kempten nun eine Stunde später
07.11
Zu Stuttgart 21: "Dr. Geißlers Hokuspokus oder so tun als ob"
Das ist der Titel einer Analyse der Vorgänge um den Stresstest und Dr. Geißlers Rolle von Christoph Strecker, Richter a.D. und Mitglied der "AnStifter". Lesenswert. Siehe unten. Manchem Leser gehen mit der Lektüre erst jetzt die Augen auf. NachDenkSeiten-Leser hatten schon im Oktober 2010 den besseren und damit schnelleren Durchblick zu Geißlers Rolle.
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Demokratie21
Was waren wir demokratisch! Eine öffentliche Debatte mit Unbefugten haben wir geführt, einen Stresstest angeordnet, der jeder abgesprochenen Mauschelei widerspricht. Wir haben völlig neue Mauschelregeln erfunden. Einen “Schlichter” gar hatten wir, der in Teilen der Schlichtung unparteiisch war. Was wollt ihr denn noch? Gerechtigkeit? Transparenz? Ehrlichkeit? Ihr glaubt wohl, Stuttgart sei jetzt ein politischer Ponyhof oder wie? Mitreden dürft ihr gern, das ist Demokratie. Von “Mitentscheiden” hat niemand gesprochen.
Natürlich hat Heiner Geißler recht, wenn er den Gegnern von Stuttgart-21 vorhält, sie seien völlig irrational. “Naiv” wäre zwar noch treffender gewesen, aber wer beim Milliarden-Kaschperletheater wirklich glaubt, das Krokodil kriegte auf die Mütze, wenn das Publikum nur laut genug schriee, dem ist doch nicht mehr zu helfen. Kollektives Verlassen des Zuschauerraums ändert dann auch nichts mehr am Verlauf der Geschichte. Ach, schon wieder geirrt: Ihr dachtet, ihr wäret mehr als Zuschauer? Schenkelklopfer!
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07.11
Weihbischof Heinz-Günter Bongartz räumt ein, dass für den Pfarrer ein Kontaktverbot galt
Drei Missbrauchsfälle hat der katholische Pfarrer in Salzgitter bereits gestanden. Es könnten noch mehr sein. Das kann die Polizei zumindest noch nicht ausschließen. Die Ermittlungen werden rund zwei Monate dauern, schätzt der Pressesprecher der Polizei.
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Blanker Hass auf Sex-Pfarrer Andreas L. (46): Der katholische Geistliche, der im Bistum Hildesheim über Jahre mindestens drei Jungen schwer missbraucht haben soll, wurde im Gefängnis zusammengeschlagen.
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Wie BILD erfuhr, alarmierte ein Häftling am Montag um 20.40 Uhr das Stationsbüro der JVA: „In einer Zelle wird jemand verprügelt!“

Justizbeamte fanden den Priester kurz darauf "verstört" in seinem offenen Haftraum. L. gab an, ein vermummter Mitgefangener hätte ihn mehrfach geschlagen und ihn als "Sittich" beschimpft (Knast-Deutsch für Kinderschänder).

Der Sex-Pfarrer wurde jetzt zu seinem Schutz in eine Zelle verlegt, die besser zu überwachen ist.
Das Bistum räumt inzwischen ein, dass es Ende Juni ein weiteres, ermahnendes Gespräch mit Andreas L. gegeben habe. Weil der Priester das Kontakt-Verbot zu einem Jugendlichen brach, zu dem er sich 2006 ins Bett gelegt hatte.
Bistums-Sprecher Dr. Michael Lukas: „Er hat im Juni versucht, einen Brief an den Jungen zu schicken. Wir haben ihm mit disziplinarischen Maßnahmen gedroht.“
Weihbischof Heinz-Günter Bongartz (56) sagte in diesem Zusammenhang, dass im Vorfeld vielleicht nicht genug gehandelt worden sei.
Sonntag um 10 Uhr wird er in St. Stephan, der Gemeinde des Sex-Pfarrers, die Messe halten. Danach stellt er sich den Fragen der schockierten Bürger von Salzgitter-Lebenstedt.
07.11
Katholiban: "Wo Kinder sind, wird es auch in Zukunft Missbrauch geben, nicht nur in der Kirche"
Obwohl die katholische Kirche nach dem Missbrauchsskandal im vergangenen Jahr einen Wandel (?) eingeleitet hat, steht sie erneut in der Kritik: In Salzgitter ist ein Priester nach jahrelangen Vergehen an drei Jungen verhaftet worden. Ein vor sieben Jahren erstmals von dem Geistlichen missbrauchter Jugendlicher brachte die Ermittlungen mit seiner Anzeige Ende Juni in Gang. Schon 2006 gab es Hinweise auf den Pfarrer, es folgte eine Ermahnung und 2010 eine Prüfung durch die Staatsanwaltschaft - ergebnislos. Eine schonungslose Aufklärung der Fälle allein reicht nicht, erklärt die kirchliche Basis. Die katholische Kirche müsse den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Sexualität zum Gegenstand ihrer Priesterausbildung machen, sagt Christian Weisner von der Bewegung "Wir sind Kirche". (..:) "Die ganze Kirche muss jetzt so etwas wie eine Psychoanalyse machen, das wird ein langer schmerzhafter Prozess." "Wo Kinder sind, wird es auch in Zukunft Missbrauch geben, nicht nur (sic!) in der Kirche, aber leider auch in der Kirche", erklärte der Hildesheimer Weihbischof Heinz-Günter Bongartz. Weisner reicht diese Feststellung nicht aus: "Das Bistum muss sich fragen lassen, ob die Kirche nach den Leitlinien von 2002 ausreichend gehandelt hat", sagt er.
"Es gibt Misstrauen, aber Seelsorge lebt auch von Nähe", hatte Bongartz gesagt. Da der Vorwurf des Missbrauchs nicht konkret im Raum gestanden habe, habe es keine Gründe gegeben, den nun verhafteten Priester in seiner Arbeit einzuschränken. Die Beamten nahmen ihn nun kurz vor dem Aufbruch zu einer Jugendfreizeit in Taizé (Frankreich) fest.
07.11
Sexueller Missbrauch: Kirche stellt Disziplinarverfahren gegen früheren Vilshofener Pfarrer ein
Ein Missbrauchsfall aus Niederbayern aus den 80er Jahren wird kein weiteres strafrechtliches Nachspiel haben.
Ein evangelischer Geistlicher hat in den 80er Jahren in Vilshofen ein damals minderjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Der inzwischen nicht mehr in Niederbayern tätige Pfarrer ist dafür bereits 2003 disziplinarisch belangt worden. Obwohl inzwischen neue und schlimmere Vorwürfe gegen den damaligen Vilshofener Pfarrer erhoben werden, wurde das neue Disziplinarverfahren gegen den Geistlichen jetzt eingestellt. Denn die frühere, vergleichsweise milde Strafe ist bereits rechtskräftig. Gemäß dem Rechtsgrundsatz, dass niemand zweimal für die gleiche Tat bestraft werden kann, droht dem Pfarrer damit keine neue Strafe. Auch die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Verjährung der Tat eingestellt. Als Konsequenz aus der damaligen mangelhaften Aufklärung des sexuellen Missbrauchs bittet die evangelische Landeskirche um Entschuldigung und hat eigenen Angaben nach ihre Verfahren überprüft. Rein rechtlich dürfte der Pfarrer jetzt wieder seinen Dienst aufnehmen. Eine Entscheidung darüber soll in den nächsten beiden Monaten fallen.
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Sexueller Missbrauch in der Kirche: Selig die, die vergeben (...denn es ist nicht die eigene Tochter, die missbraucht worden ist)
Ein Pfarrer missbrauchte eine 14-jährige Konfirmandin. Bestraft worden ist der evangelische Geistliche bis heute nicht. Er musste lediglich einen Entschuldigungsbrief an das Opfer schreiben, doch der kommt nie an. Nun ist rechtlich nichts mehr zu machen, der Pfarrer ist in seine Gemeinde zurückgekehrt...
07.11
Schulverweis oder Religionsunterricht
Eine Muslimin besucht eine (100% staatlich finanzierte) evangelische Grundschule, aber nicht den Religionsunterricht. Die Schulaufsicht spricht von "Täuschung", die Konsequenzen haben muss.
"Religion: nicht teilgenommen" - das war jahrelang ein neutraler Zeugnisvermerk für manche Schüler an einer Evangelischen Grundschule in Mönchengladbach. Jetzt soll das nicht mehr gelten, wie die Muslima Zeynep Öztürk erfuhr. Ihre Eltern hatten sie im vergangenen Herbst zum dritten Schuljahr auf die konfessionelle Ganztagsschule umgemeldet, damit sie näher an ihrem Zuhause unterrichtet werden kann. Weil Zeynep aber nicht am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen wollte, wurde sie schon bald einfach von der Schule verwiesen. "Dabei garantiert das Gesetz ausdrücklich die Befreiung vom Bekenntnisunterricht", sagt Zeyneps Vater.
07.11
07.11
141 Jahre ‚Pastor aeternus’
Das I. Vatikanische Konzil verkündet das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes zum Schutz der Kirche und zum Wohl der ganzen Christenheit. Eine Einladung, dem ‚Geist des Konzils’ zu folgen.
07.11
Protestant und Menschenfeind Steinmeier (Agenda 2010-Technokrat) spricht im Regensburger Dom
Als erster Protestant spricht der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, am Donnerstag im Regensburger Dom über Europa: Steinmeier sei der Einladung von Bischof Gerhard Ludwig Müller zum sogenannten Domforum gefolgt und werde unter dem Titel „An Europa Glauben“ seine Gedanken zu einem vereinten Kontinent vortragen, teilte die Diözese am Dienstag mit. Das Domforum will den Angaben zufolge die Prägung Europas durch den christlichen Glauben im Herzen und Denken der Menschen wach halten. Eingeladen werden dazu seit 2005 Persönlichkeiten, die sich um Europa und den Erhalt des christlichen Erbes verdient gemacht haben. Bislang sprachen nur Katholiken bei der Veranstaltung, zum Beispiel Ex-Bundesknazler Helmut Kohl (CDU), der Prager Kardinal Miloslav Vlk und Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU).
07.11
Wirtschaftsethik: Ohne Bindung an Gott wird Arbeit zum Fluch
Evangelisches Professorenforum fragt, warum das christliche Abendland wirtschaftlich erfolgreich war, weist aber auch auf die Schwachstellen der abendländischen Arbeitsethik hin.
Antike verachtete Arbeit mit Händen
Hahn lenkt den Blick auch auf die Arbeitsethik anderer Kulturen. Im Alten China und in Indien hätten höher gestellte Bürger auf niedrigere Schichten herabgesehen, die Handwerk und Landwirtschaft betrieben. Über viele Jahrhunderte habe man kaum technischen oder wirtschaftlichen Fortschritt gesehen. In arabischen Kulturen seien Gewinne weniger aus harter Arbeit als durch klugen und geschickten Handel erzielt worden. Die pointierteste Verachtung körperlicher Arbeit finde sich jedoch in der griechischen und römischen Antike. So seien im vorchristlichen Athen teilweise fünf Sklaven auf einen freien Bürger gekommen, der politisiert und philosophiert sowie die Arbeit mit den Händen verachtet habe.
Wer nicht arbeitet, soll nicht essen
Anders hätten sich die von der hebräischen Kultur inspirierten Christen verhalten: Handarbeit sei für sie im Unterschied zu ihrer Umwelt eine ehrenwerte Tätigkeit gewesen. So sei sich der zu Lehre und Predigt berufene „Völkerapostel“ Paulus nicht zu schade gewesen, auf seinen Missionsreisen vom erlernten Handwerk des Zeltmachers zu leben. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, sei sein Motto gewesen (2. Thessalonicher 3,10).
Auch Pflügen ist Gottesdienst
Mit der Wiederentdeckung der griechischen Philosophen und ihrer Lehren durch die Kirchenväter sei später jedoch die Arbeit wieder ins Hintertreffen geraten. Der „geistliche Stand“ habe sich über den „weltlichen Stand“ erhoben. Erst die Erneuerungsbewegung der Mönche habe den ursprünglichen christlichen Lehren und Werten (sic!) wieder zum Durchbruch verholfen. So habe Benedikt von Nursia im sechsten Jahrhundert die Arbeit mit seinem Motto „Ora et labora“ (Bete und arbeite) wieder rehabilitiert. Noch deutlicher habe es der Reformator Martin Luther (1483-1546) getan. Er habe Arbeit wie Ackerpflügen oder Windelwaschen ebenso als Gottesdienst bezeichnet wie Beten oder Predigen.
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Zu keiner Zeit wurde so viel gefeiert, war der Müßiggang so ausschweifend, wie um die Zeitenwende vor 2000 Jahren.
"In der Tat verfügte der Römer, gleichgültig welchen Standes, über sehr viel Freizeit, in der Regel nämlich 17 oder 18 Stunden pro Tag. Da es zusätzlich eine schier unglaubliche Anzahl Festtage in Rom gab, lag die durchschnittliche Arbeitszeit in der Woche deutlich unter 30 Stunden, also weit unter dem, was heute in den Industriestaaten gearbeitet und als nicht zu unterschreitendes Mindestmaß angenommen wird."
Fast 200 Tage pro Jahr waren auch für Sklaven arbeitsfrei und dienten dem Vergnügen.
"Trotz dieser 'Freizeitmöglichkeiten' gedieh die römische Wirtschaft gerade in dieser Epoche kurz vor und nach dem Jahre 0. Das 'Bruttosozialprodukt' lag respektabel hoch. Immer wieder überraschend und willkürlich wurden Feiertage eingeschoben, an denen man Volksbelustigungen veranstaltete."
In allen Zeiten gab es jedoch eine Minderheit, die ihr Einkommen dem dankte, was ohnehin mit Vergnügen erfüllte. Sie war "fast ausschließlich in den freien Berufen, bei Gelehrten oder in der Politik zu finden [...] So mochte sich Plinius der Ältere kaum in seiner Schreib- und Gedankenarbeit einschränken."
Arbeitsmoral – die Religion des Kapitalismus?
Erst in der Reformation wurde die Not der Arbeit allgemein zur Tugend gewendet, die Arbeit mit einer religiösen Gloriole umwölbt.
Kaum waren die Gläubigen dem katholischen Kontrollsystem der individuellen Gewissensbeichte entronnen, sollte die Arbeit den Kontrollverlust kompensieren.
07.11
Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich wünscht sich von der katholischen Kirche eine «kritisch-konstruktive Würdigung» des Reformators Martin Luther (1483-1546)
Katholische wie evangelische Christen litten darunter, dass die «Einheit der Kirche zerbrochen» sei, sagte Friedrich dem «Münchner Merkur» (Dienstagsausgabe). Er hoffe, das die Ökumene bis zum Lutherjubiläum 2017 einen «wesentlichen Schritt» vorankomme und sich der Papst bei seinem Deutschlandbesuch im September zur Reformation äußere. (...) Die evangelisch-lutherische Kirche sei nicht so Kirche, wie es sich die römisch-katholische Kirche vorstelle. Sie brauche die Anerkennung aus Rom nicht. «Mir reicht es, dass ich weiß, dass wir Kirche sind. Wenn es der Papst nicht weiß, ist mir das eigentlich egal», sagte Friedrich, der auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands ist.
07.11
Weises Verkaufen des fordernden Förderns fordernder Interessen
Wer schon immer wissen wollte, wie Public-Relation im Mittelmaß funktioniert, der braucht sich nur die Interviews des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit durchlesen. Die Kunst, - die Strecke zu markieren, zu planen, sie mit zu bauen, die Unfallopfer rhetorisch zu begraben, - und zum Schluss den Weiterbau noch mit den Worten zu verkaufen; "Niemand darf auf der Strecke bleiben". Das, - ist Public-Relation.
Als Mitglied des Kuratoriums von "Pro-Christ" geübt in Sachen Massenevangelisationen, zeigt uns Herr Weise, - weise wo der politisch korrekte Hammer in Sachen Diplomatie hängt. "Mission ist Mission", wird er dabei gedacht haben. Seine Aussagen, liest man lieber gar nicht. Denn eigentlich, entsprechen sie lediglich dem Grundsatz der Überschrift. Welchen der gute Verkäufer aus der Hüfte gebraucht, während den Käufer das Sonnenlicht blendet. Und wer es sich dann doch antun will, - dann grundsätzlich dreimal. Beim ersten schnellen Überfliegen, gewinnt man das gewollt vermittelte Gefühl problemorientierter Motivation. Beim zweiten, entdeckt man allerdings die üblichen Widersprüche. Die immer größer werden, je größer der Druck wird und je tiefer die Verkaufsgespräche bereits schon unter Wasser stattfinden. Beim dritten, hört man dann allerdings, - anhand realer Reflektionen im Vergleich mit dem gesichteten Willen die Dinge im eigenen Sinne darzustellen, - die Absichten heraus.
Der Aufschwung geht an den Langzeitarbeitslosen vorbei, warnt der Chef der BA Frank-Jürgen Weise im Interview. Deutschland aber sei nicht ungerechter geworden.
07.11
Der Bibel-Milliardär
Der Skandal um die abgehörten Telefone berühmter Personen durch das britische Boulevardblatt "News of the World" zieht nun auch Kreise in der christlichen Publizistik. Denn zum Unternehmen des erfolgreichsten Verlegers der Welt, Rupert Murdoch, gehört auch das internationale christliche Medienhaus "Zondervan". Am Dienstag entschuldigte sich der Medienmacher unterdessen vor dem britischen Parlament.
07.11
Pfarrer gesteht mehr Missbräuche von Jungen
Ein 46-jähriger Pfarrer aus Salzgitter hat sich jahrelang an drei Jungen vergangen. Er wurde am Samstag verhaftet, gestern gestand er drei Missbräuche.
Der neue Missbrauchsfall in der katholischen Kirche ist gravierender als anfangs angenommen. Ein am Samstag unter dem Vorwurf des Missbrauchs eines Jungen verhafteter Pfarrer (46) aus Salzgitter hat den Missbrauch zweier weiterer Jungen zugegeben.
Zunächst war das Geständnis des 46-Jährigen zu dem 2004 begonnenen Missbrauch an einem damals Zehnjährigen bekanntgeworden. Der Staatsanwaltschaft teilte er weitere Namen mit; zwei Jungen bestätigten daraufhin die Angaben des Priesters, wonach er sich an ihnen seit 2004 und 2007 jeweils etwa zwei Jahre lang vergangen hatte. An einem von ihnen zuletzt im Juni.
Die Polizei in Braunschweig sprach von einer "Vielzahl regelmäßiger Fälle". Das Bistum Hildesheim beurlaubte den Pfarrer vorläufig von seinen Ämtern.
Ob der 46-Jährige für immer aus dem Priesteramt entfernt wird, müssten kirchenrechtliche Ermittlungen ergeben, sagte Weihbischof Heinz-Günter Bongartz. "Ich möchte sehr deutlich sagen, dass meine Gedanken zuerst den Opfern gelten." Weil der Pfarrer eine zu große Nähe zu Kindern suche, hatte sich 2006 eine Familie beschwert. "Wir haben ihm damals in einem Gespräch signalisiert, wo die Grenzen sind, da hat es eine ganz klare Ansage gegeben." Angeblich sei der Pfarrer zu distanzlos gewesen, um Missbrauch sei es nicht gegangen...
07.11
Abtreibung ist "das größte Unrecht in unserem Land"
Mit einem "Fest für das Leben" haben Christen am 16. Juli in Nürnberg für das Lebensrecht ungeborener Kinder demonstriert.
Organisiert wurden der Schweigemarsch und eine Kundgebung vom Aktionskreis "Weißer Friede", dem neun evangelische und katholische Gruppen angehören. Für sie ist Abtreibung "das größte Unrecht in unserem Land".
07.11
Klage wegen Konkordat
Professorin sieht sich bei Lehrstuhlbesetzung benachteiligt
Darf ein Bischof mitreden, wenn eine Universität einen neuen Professor sucht? Nicht nur für Theologie, sondern beispielsweise für Philosophie? Er darf, in Bayern zumindest, wo das Konkordat, ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen Bayern und dem Heiligen Stuhl aus dem Jahr 1924, ein Mitspracherecht der katholischen Kirche bei der Besetzung von Lehrstühlen an staatlichen Universitäten vorsieht. Diese sogenannten Konkordatslehrstühle dürfen erst dann vergeben werden, wenn der Bischof 'gegen die in Aussicht genommenen Kandidaten ... hinsichtlich ihres katholisch-kirchlichen Standpunktes keine Erinnerung' erhebt.
07.11