"Wie geht's?" sagte ein Blinder zu einem Lahmen. "Wie Sie sehen", antwortete der Lahme.
Georg Christoph Lichtenberg
So selbstverständlich, wie wir den Kindern die Muttersprache mitgeben, müssen wir ihnen Religion mitgeben. Ursula von der Leyen
12.10
Die mediale Weihnachtsbo tschaft
Dieses Jahr aus dem Land der Häuslebauer und deren Haus und Hofjournallie. Gedenken wir der Opfer des letzten Jahres. Den Kämpfern. Den Unbeugsamen. Den Opferlämmern des medialen Heldentums.
12.10
Vom „katholischen Dschihad“
Der Theologe David Berger ist in höchste konservative Kirchenkreise aufgestiegen - Jetzt hat er sich als schwul geoutet und rechnet ab
Dieser David ist zum Großen in einem mächtigen Reich geworden, ist dem Riesen ganz nahe gekommen und hat sich unter seinen Fittichen sehr wohl gefühlt. Und nun nach langen Jahren des Aufstiegs wurde es doch ein Kampf des David gegen den Goliath. Die Rede ist von David Berger und der katholischen Kirche, dem promovierten Theologen und der traditionalistischen Seite der Kirche.
Unter dem Titel „Der heilige Schein. Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche“ klagt Berger die katholische Kirche an. So vehement er dort in der Hierarchie aufgestiegen ist, so konsequent er sich festgebissen in der jener Ecke, die unbeirrt alles Moderne, Progressive, Linke an den Pranger stellt und bekämpft, so vehement schüttet er jetzt ein Füllhorn an Vorwürfen über die Rechtskatholiken aus.

David Berger, Jahrgang 1968, war ihr Vorzeigewissenschaftler, der gegen den liberalen Karl Rahner schwere Geschütze aufgefahren hat (er nannte ihn und Kardinal Lehmann „Ketzer“), tief eingedrungen ist in die fundamentalistischen Zweige, der Opus-Dei-Leuten und Pius-Brüdern das Wort geredet hat. Berger schildert ausführlich, wie er hineinwuchs in das Netzwerk konservativer Katholiken. Er referierte bei der Vereinigung Pro Missa Tridentina (die der lateinischen Liturgie wieder zur alten Geltung verhelfen will), er wurde zum Lektor der Glaubenskongregation berufen und 2003 zum korrespondierenden Professor der Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin, dessen Vermächtnis er sich verschrieb. Und er wurde im selben Jahr Chefredakteur und Herausgeber des wichtigsten Forums konservativer Katholiken, der Zeitschrift „Theologisches“.
Das Buch liest sich stellenweise wie eine Anleitung zum fundamentalistischen Katholizismus. Berger lässt nichts aus, schildert, was er bei katholischen "Herrenabenden" erlebte, wo bekennende Rechtsradikale, Volksverhetzer und Antisemiten ein- und ausgingen. Wo im Hinblick auf die Homosexualität die menschenverachtende Meinung vorherrschte, im Dritten Reich habe es immerhin noch einen § 175 gegeben, der das Problem gelöst habe.

Als einige seiner langjährigen Gesinnungsgenossen Anstoß an kritischen Äußerungen dem Vatikan gegenüber nahmen und ihn zunehmend mit seiner Homosexualität erpressen wollten (mit der er bislang gut durchgekommen war, solange seine Thesen stimmten), brach Berger mit dem Traditionalismus. „Die heuchlerische, bigotte Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität brachte mich dazu, mich öffentlich zu outen ...“, schreibt Berger. Homosexualität werde als Druckmittel von Kirchenoberen eingesetzt, um mögliche Rebellen bei Bedarf auf Kurs zu halten, kritisiert er. Daran habe Papst Benedikt mit seinem vatikanischen Dokument von 2005 großen Anteil. Denn dieses schließe auch Menschen von einer Priesterweihe aus, die ihre Homosexualität nicht praktizierten, sondern lediglich „homosexuelle Tendenzen“ haben. „Das vatikanische Dokument ist wie kein zweites geeignet, unliebsame Personen wegzumobben.“
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12.10
Illegale Finanzgeschäfte im Vatikan: Die Geldwäscher des Herrn
Wie das "Institut für religiöse Werke" zu einem Zentrum illegaler Finanzgeschäfte wurde. Alles begann mit Casimir Paul Marcinkus – und Partnern mit Mafia-Kontakten.
12.10
12.10
Kinderheime: Misshandlungen
Prügel im Haus zum Guten Hirten
12.10
Gejodelte Gewalt
Musikwissenschaft: Geheime Rückwärtsbotschaften in der Volksmusik.
12.10
»Religion gehört nicht an die Schule«
Organisation Konfessionsloser und Atheisten wehrt sich gegen grundgesetzwidrigen Unterrichtszwang. Gespräch mit Rainer Ponitka, Sprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten Nordrhein-Westfalen
12.10
Gott hält vermehrt Einzug ins deutsche Arbeitsleben
Religion gewinnt an Einfluß im Büro: Christliche Führungskräfte etwa treffen sich bei Kongressen, in Gebetskreisen oder zum Bankergebet in der Kirche.
Im kommenden Februar ist es wieder so weit: Der Kongress christlicher Führungskräfte lädt ein – und aller Voraussicht nach wird er abermals einen Rekord brechen. 4000 Interessierte werden nach Nürnberg pilgern, so viele wie nie zuvor.
Dass die Themen „Gott“ und „Führung“ derzeit gut zusammen passen, zeigen auch anderen Indizien, etwa ein Blick in den Terminkalender von Anselm Grün. Der Mann ist nicht nur Benediktinermönch, er tourt mit seiner Botschaft durch das ganze Land. Seine Themen lauten „Menschen führen – Leben wecken“, „Führen mit Werten“ oder „Spirituell führen mit Benedikt und der Bibel“. Nach der Zahl seiner Auftritte ist der Mönch längst ein Popstar, 120-mal stand er allein in diesem Jahr auf der Bühne.
12.10
12.10
What I want for Christmas
Wenn ich die Macht hätte, genau das zu schaffen was ich mir zu Weihnachten wünschte, würde ich alle Könige und Kaiser abtreten lassen und dem Volk erlauben sich selbst zu regieren.
Ich würde alle Adeligen dazu veranlassen ihre Titel aufzugeben und ihren Landbesitz dem Volk zurückzugeben.
Ich würde den Papst veranlassen seine Tiara wegzuwerfen und seine heiligen Gewänder abzulegen und zuzugeben, daß er nicht der Vertreter Gottes und nicht unfehlbar, sondern nur ein gewöhnlicher Italiener(Anm.Deutscher) ist.
Ich würde alle Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester und Kleriker dazu bewegen zuzugeben, daß sie nichts von Theologie, nichts über Hölle oder Himmel, nichts vom Schicksal der Menschen, nichts über Teufel, Geister, Götter oder Engel wissen. Ich würde sie dazu bewegen ihrer Gemeinde zu sagen, daß alle für sich selbst denken sollten, Männer als Männer und Frauen als Frauen, und alles in Ihrer Kraft stehendes tun sollen um das Glück aller zu vergrößern.
Ich würde alle Universitätsprofessoren und alle Lehrer in Schulen jeder Art, einschließlich der Sonntags-Schulen, dazu bringen einzuwilligen, daß sie nur das lehren, was sie wissen, und nicht versuchen den Lernenden Vermutungen als bewiesene Wahrheiten anzudrehen.
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12.10
12.10
12.10
Interview mit Religionskritiker: "Ich habe nie versucht, Menschen ihren Glauben auszureden"
Die Kirche kritisieren viele. Uwe Lehnert reicht das längst nicht mehr. Nach seiner Emeritierung schrieb sich der Pädagoge eine Abrechnung von der Seele: "Warum ich kein Christ sein will".
12.10
Hessische CDU-Affäre: Klosterkrimi schlägt auf Politik durch
Dunkle Machenschaften im landeseigenen Kloster. Eine Landesregierung, die Teile des Skandals verdeckt abwickelt. Und eine Opposition, die Vertuschung wittert - das ist der neue hessische Politkrimi.
12.10
12.10
Die Caritas-Legende
Formal sieht es so aus, dass die Kirchen und ihre beiden Wohlfahrtsverbände die größten nichtstaatlichen Träger im Bereich des Gesundheits- und Sozialsystems in Deutschland sind. So wurden zum Beispiel im Jahr 2009 zwei Drittel der 50000 Kindertageseinrichtungen von freien Trägern betrieben. Mehr als die Hälfte dieser Kitas wiederum befinden sich in der Trägerschaft der Kirchen; aufs Gesamte gerechnet befinden sich also 36 Prozent der Kinder in konfessioneller Obhut. Dies aber ist nur ein Beispiel für eine Legende, die „Caritas-Legende“. Wenn an einem Kindergarten steht: „Kindertagesstätte der Kirchengemeinde St. Hedwig“, so heißt das eben nicht, dass die Kirchengemeinde diese Kita auch finanziert.
Für konfessionelle Kindertagesstätten gaben der Staat und damit alle Steuerzahler 2009 insgesamt 3,9 Milliarden Euro aus. Die Finanzierungsregeln sind Sache der Länder, die sie unterschiedlich handhaben. In Hamburg oder Bayern werden christliche Kitas ohne Geld der Kirchen betrieben, in Nordrhein-Westfalen steuern sie zwölf Prozent zu den Etats „ihrer“ Kitas bei. Mehr ist es nicht. Aber die Kirchen werden nicht müde zu beteuern, dass sie die Kirchensteuer für die kirchlichen Krankenhäuser, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen brauchen. Das glauben dann auch die wohlmeinenden Christen.
Alles in allem flossen im vergangenen Jahr 19,3 Milliarden Euro an die Kirchen. Davon sind 9,3 Milliarden Euro Kirchensteuern von Mitgliedern der evangelischen und katholischen Kirche. Die anderen zehn Milliarden verteilen sich auf Zuweisungen, Kostenübernahmen, Zuschüssen des Staates. Es gibt so gut wie keinen Gesellschaftsbereich, in dem kirchliche Einrichtungen beziehungsweise Leistungen, die ausschließlich für die Kirchen nützlich sind, nicht weitgehend, teilweise komplett aus Steuergeldern finanziert werden.
12.10
Nicht mehr länger 'katholisch'
Ein US-amerikanisches Krankenhaus hatte eine Abtreibung durchgeführt und darf sich nicht länger „katholisch“ nennen, falls es nicht zur Übereinstimmung mit der katholischen Lehre zurückkehrt.
12.10
12.10
Die Legende vom Retter der Juden
Papst Pius XII ., Retter der römischen Juden, der eine SS-Razzia abbrechen ließ? So stellte ein Fernsehfilm kürzlich den früheren Pontifex in Szene, der nun kurz vor der Seligsprechung steht. Dabei riskierte dieser in Wirklichkeit keinerlei Konflikt mit den Nazis.
12.10
Erzbistum Berlin befürchtet Flop beim Papstbesuch
In der katholischen Kirche mehren sich die Bedenken, der Papst könnte bei seinem Besuch in Berlin nicht genügend Zuschauer anlocken. Deswegen soll es lieber keine große öffentliche Messe geben.
Die Organisatoren befürchten auch, mit einer öffentlichen Messe Papstgegnern ein großes Forum zu geben und das Kirchenoberhaupt womöglich nicht vor unangenehmen Situationen schützen zu können. Kardinal Georg Sterzinsky bevorzuge einen Gottesdienst in der Gedenkkirche Regina Martyrum neben der Gedenkstätte Plötzensee, hieß es. Dort werden die Opfer des Nazi-Regimes geehrt, unter anderem die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. In der Kirche könnten nur ein paar hundert Gäste mitfeiern.
12.10
Die parfümierten Traditionalisten
Der deutsche Theologe David Berger beschreibt die lateinische Messe als homosexuelle Subkultur. Sein Buch, «Der heilige Schein», trifft den Nerv der Kleriker-Kirche und des Ratzinger-Pontifikats.
Das Versprechen im Klappentext des Buches, den Schlüssel zu den Skandalen der römischen Kirche zu liefern, ist fast schon ein Understatement. Es liefert den Schlüssel zum Ratzinger-Pontifikat insgesamt. Unter Benedikt, der die alte lateinische Messe wieder zugelassen hat, «weht ein neuer Haute-Couture-Wind». Mit der pontifikalen Freude an kostbaren Gewändern aus Moiréseide, Damast und Hermelin restauriert der Papst die von den Pius-Brüdern immer schon kultivierte Ästhetik. Und holt im Schlepptau des schönen Scheins deren rechtes Gedankengut in die Kirche zurück (...). Bezeichnend auch, dass Benedikt kurz nach Amtsantritt 2005 den Homosexuellen den Zugang zum Priestertum versperrte. Die Verschärfung der Homophobie ist für Berger Ausdruck subtiler Verdrängungs- und Projektionsstrategien: Die militantesten Schwulenfeinde sind oft selber homosexuell und bekämpfen den eigenen Schatten in den anderen.
12.10
Christliche Gewerkschaften Billig im Namen Jesu
Es klingt nach Ausbeutung: Wer einen Monat lang ganztags arbeitet, verdient nur 869 Euro brutto. Ausgerechnet christliche Gewerkschaften schließen Tarifverträge ab, die das ermöglichen.
12.10
Der Ärger und die Wut unter den rund 450.000 Beschäftigen bei Diakonischen Werken wachsen. Seit Jahren klagen Sie über systematisches Lohndumping durch die Auslagerung von Mitarbeitern in Leiharbeitsfirmen und die Absenkung von Löhnen, gerade in den unteren Lohngruppen.
Doch ein Streikrecht und herkömmliche Tarifverträge gibt es beim kirchlichen Arbeitgeber Diakonie nicht. Die Kirchen genießen als Religionsgemeinschaften Sonderrechte und können so eigene Regeln für das Arbeitsrecht aufstellen. Die Diakonischen Arbeitgeber bestehen darauf, Löhne nach dem "Dritten Weg" in so genannten Arbeitsrechtlichen Kommissionen festzulegen.
12.10
12.10
1600 Zeitarbeitsunternehmen drohen Nachforderungen
Bis zu 1600 Zeitarbeitsunternehmen müssen mit Milliarden-Nachforderungen der Sozialversicherungen rechnen, falls das Bundesarbeitsgericht (BAG) am kommenden Dienstag der Zeitarbeitstarifgemeinschaft CGZP die Tariffähigkeit entzieht. Bis zu zwei Milliarden Euro Renten- und Krankenkassenbeiträge müssten die Unternehmen nachzahlen, schätzt der Münsteraner Arbeitsrechtsprofessor Werner Schüren. Bei 1600 betroffenen Unternehmen wären das pro Zeitarbeitsfirma 1,25 Millionen Euro. Verjähren würden die Nachforderungen erst nach 30 Jahren – je nach Beginn der Verjährungsfrist frühestens 2037. Der Aderlass kann aber auch die Kunden der Zeitarbeitsunternehmen treffen. Denn manche Verleihbetriebe existieren nicht mehr, viele könnten die Nachforderungen in den Ruin treiben. Dann haftet der entleihende Betrieb für die Forderungen der Sozialkassen.
Die CGZP ist eine Tarifgemeinschaft der Christlichen Gewerkschaften, die 2002 gegründet wurde und mit Stundenlöhnen unter fünf Euro die großzügigeren Zeitarbeitstarifverträge der DGB-Gewerkschaften unterboten hat. Ihre Flächen- und Haustarifverträge wurden von den 1100 Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Mittelständischer Personaldienstleister und von hunderten weiterer Zeitarbeitsunternehmen genutzt. Angewandt haben die CGZP-Tarife auch umstrittene Zeitarbeitsunternehmen wie der Arbeitskräfteverleiher Meniar, der der Drogeriekette Schlecker nahestand.
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Christliche Gewerkschaften: Gericht verbietet Lohndumper
Die Tarifgemeinschaft Christliche Gewerkschaften ist nach einem Urteil in letzter Instanz nicht tariffähig. Andere Gewerkschaften und Politiker begrüßen das Urteil
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Hallelujah.
Oha, - da windet sich das gequälte christliche Unternehmerherz, und vergießt hühnereigroße Tränen der Nächstenliebe für ebenso christlich abendländische Ausbeuter und Lohndumper. Das Bundesarbeitsgericht befindet die tariflichen Anleihen christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und sonstiger Zuhälterei nicht tarifkonform mit aktuellen Maßstäben, erklärt sie für ungültig und fordert die Verleihbetriebe auf, die Differenz zwischen altem Lohn und dem Lohn der Stammbelegschaft nach zu bezahlen. Und schon rudert die christliche Händlerseele im Freßnapf der Arbeitgeberinteressen und lamentiert;
"Das ist kein guter Tag für die Zeitarbeit und die gesamte deutsche Wirtschaft", kommentierte Peter Mumme, Präsident des Arbeitgeberverbandes Mittelständische Personaldienstleister........ Tausende von Unternehmen seien unter Umständen in ihrem Bestand bedroht.
Weil .... wir müssen wissen, dass christlich abendländische Wirtschaft nur aus Arbeitgeberinteressen besteht, die jedes Recht dazu haben so billig wie möglich Sklaven einzukaufen. Und wenn darunter nun mal eine Scheingewerkschaft ist welche die Tarife vorgibt, dann ist das ja nicht die Schuld der Arbeitgeber wenn sie zugegriffen haben, - oder? Und das Schicksal durch solcherlei Interessen in Leiharbeit getriebener 200.000 Ungläubiger, sollte sich doch lieber am Glauben für neue Chancen auf Erwerbslosigkeit und stetig steigenden Lohnverminderungen orientieren, - statt christliche Nächstenliebe irgendwie in den Verdacht sozialer Gerechtigkeiten zu bringen.
So werden wir beim nächsten ökumenischen Gottesdienst der katholischen, evangelischen, und neoliberalen Kirche, - in tiefer Demut der mächtigsten davon gedenken. Und dementsprechend dem Arbeitgeberverband unser Vaterunser schenken. Lasset uns deshalb anstimmen;
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade für die Profiteure,
der Markt ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Karrierefrauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
(zumindest nach der frühkindlichen Erziehung), .... Jesus.
Heilige Maria, Mutter des Wirtschaftswachstums,
bitte für uns Sklaven
jetzt und in der Stunde unseres Leistungsversagens.
Amen.
Herr Kapellmeister, - bitte die Register vorsichtig behandeln und am Schluss einzeln zurückstellen, .... wegen der Gefahr des Abbrechens.
12.10
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat Bestrebungen zur Änderung des Verhältnisses von Staat und Kirche in Deutschland eine Absage erteilt. Die Bundesrepublik sei ein "religionsfreundlicher Staat", sagte er am Dienstag in Göttingen.
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12.10
Kirchensteuertipp: Konfessionslose zahlen aus Unwissenheit Kirchensteuer
Heidensteuer – besonderes Kirchgeld in sogenannten glaubensverschiedenen Ehen – Steuertipp
12.10
Mister "Faktor 36? zum Thema Missbrauch
Am Montag hielt der Berliner Professor für Forensische Psychiatrie, Dr. Hans-Ludwig Kröber einen Vortrag im Rahmen der "Montagsakademie" (vermutlich: Fortsetzung der Sonntagsschule) an der Theologischen Fakultät Paderborn. Kröber ist derjenige, der auf die Spiegel-Ausgabe 6/2010 "Die Scheinheiligen" mit der abstrusen These konterte, nichtzölibatär lebende Männer würden mit 36mal höherer Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als katholische Priester.
Wenige Tage, nachdem ein Gutachten zu dem Schluss kam, dass im Erzbistum München gezielt Unterlagen vernichtet wurden und das "homosexuelle" Erpressungspotential von Entscheidungsträgern zur Vertuschung von Missbrauchsfällen genutzt wurde, und nur wenige Monate, nachdem der Kirchenrechtsprofessor Georg Bier ein entlastendes Statement zugunsten des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, widerrief, das er offenbar aufgrund einer manipulativen Darstellung von Zollitschs Ordinariat abgegeben hatte,  fühlte sich Kröber offenbar gehalten, einmal mehr die bereits sattsam bekannten Punkte aufzulisten, die von kirchlicher Seite immer wieder ins Feld geführt werden. Unter anderem die Behauptung, dass "es bisher nur Altfälle und praktisch keine neuen Vorfälle" gebe.
12.10
Der Christ des Tages - Teil XXXV
David Berger, schwuler Theologe und ehemaliger Star der Tradi-Szene der Katholiken, sorgt in den letzten Wochen mit seinem Buch «Der heilige Schein» für reichlich Wirbel.
Die homophoben Hetzer von Kreuznet übertreffen sich selbst mit ihren Anti-Berger-Hasstiraden. Wurden Schwule zuvor immer als "Homoperverse" und SodomiSten" bezeichnet, hat man für Berger exklusiv die zusätzliche Kategorie des "Gomorrhisten" ersonnen.
12.10
Dem Bischof vors Schienbein treten
„Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris“. Knapp ein Jahr nach dem deutschen Kinostart dieses Dokumentarfilms über sexualisierte Gewalt in Familie und Kirche wird er nun endlich auch im Bistum Regensburg gezeigt. Am morgigen Donnerstag, 19 Uhr, läuft der aufwühlende Film des Fernsehjournalisten Jan Schmitt in der Filmgalerie Leerer Beutel. In seinem erschütternden Mahnmal gegen Kindsmissbrauch begibt sich Schmitt auf Spurensuche und versucht, den Selbstmord seiner Mutter zu ergründen. Es geht um ein Verbrechen, das in vielen Familien passiert, um Schuld, um kirchliche Macht und das Schweigen als höchstes Gebot.
12.10
Herr Matussek und der Glaube als Zweifrontenkrieg
(...) Auf der einen Seite dräut der Islam, dessen religiöser Intensität die Christen nichts mehr entgegenzusetzen hätten. Die andere Front ist für den "Spiegel"-Mann der wissenschaftliche Atheismus, der sich in der "Bestsellerei" eines Richard Dawkins oder Christopher Hitchens äußert und einen "Großangriff auf das religiöse Gefühl" gestartet hat.
12.10
Michael Bauer, Geschäftsführer des Humanistischen Verbandes in Nürnberg, hat in ungewohnt scharfen Worten Äußerungen des katholischen Bischofs Reinhard Marx in einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“ kritisiert.
Marx hatte sich dort bei der Frage nach persönlichen Glaubenskrisen auf die in den letzten Monaten enthüllten Missbrauchsskandale bezogen und die Frage formuliert: „Der entscheidende Punkt ist für mich: Was will Jesus uns damit sagen?“
12.10
Nicht die Religion, sondern die Freunde machen glücklich
Wenn religiöse Menschen von sich behaupten, glücklicher und zufriedener zu sein, dann liegt das nicht an ihrer Nähe zu irgend einem Gott oder einer spirituellen Erleuchtung, sondern erst mal daran, dass Religionsgemeinschaften vor allem letzteres sind - Gemeinschaften.
12.10
Französische Justiz verbietet Gemeinde das Aufstellen einer Krippe
In der nordfranzösischen Gemeinde Montiers ist der Kommune das Aufstellen einer Krippe von der Justiz verboten worden. Die Richter gaben einem Kläger Recht, der unter Berufung auf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat gegen die Aufstellung vorgegangen war
12.10
5,5 Millionen Euro für das Bischofshaus
Limburg. Nach jahrelanger Planung und Diskussion kann das Bistum Limburg mit den Bauarbeiten für den umstrittenen neuen Amtssitz des Bischofs beginnen. Das Bistum hat zudem heute zum ersten Mal konkrete Baukosten für das am Dom vorgesehene Bischofshaus vorgelegt. 5,5 Millionen Euro sollen investiert werden. Das Projekt trägt den offiziellen Namen «Haus der Bischöfe von Limburg».
Was neu für den Bischof, seine Verwaltung und seine Gäste gebaut wird, schlägt nach Angaben von Diözesanbaumeister Tilmann Staudt mit rund 700000 Euro zu Buche, hinzu kommen noch 300000 Euro für die Kapelle des Bischofs.
Die restlichen vier Millionen Euro entfallen auf die Sanierung von dort bereits stehenden Gebäuden und Mauern sowie auf die Sicherung und Sichtbarmachung von archäologischen Funden. 2,5 Millionen Euro stehen als Rücklage aus dem Bistumshaushalt für die Sanierung alter Gebäude zur Verfügung, drei Millionen Euro steuert der Bischöfliche Stuhl zu.
 
Zunächst sollen zwei denkmalgeschützte Gebäude sowie Teile der mittelalterlichen Stadtmauer gegenüber des Doms saniert werden, wie das Bistum am Mittwoch berichtete. Die Stadt Limburg habe eine entsprechende Erlaubnis erteilt. Die Baugenehmigung für die neue Kapelle und Wohnung des Bischofs werde in den kommenden 14 Tagen erwartet, sagte Diözesanbaumeister Tilmann Staudt.
12.10
Hannover (idea) - Gute Einschaltquoten hat die biblische Zeichentrickserie „Chi Rho – Das Geheimnis“ im Kinderkanal KI.KA von ARD und ZDF erzielt. Die 13 Episoden der ersten Staffel errangen in der Altersgruppe von 3 bis 13 Jahren einen durchschnittlichen Marktanteil von 21 Prozent, einzelne Folgen bis zu 26,3 Prozent.
12.10
Parkstein: Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer
Es ist ein Schock für die Pfarrgemeinde Parkstein im Landkreis Neustadt an der Waldnaab – der Pfarrer soll Minderjährige sexuell missbraucht haben.
12.10
Der Christ des Tages - Teil XXXV
David Berger, schwuler Theologe und ehemaliger Star der Tradi-Szene der Katholiken, sorgt in den letzten Wochen mit seinem Buch «Der heilige Schein» für reichlich Wirbel.
Die homophoben Hetzer von Kreuznet übertreffen sich selbst mit ihren Anti-Berger-Hasstiraden. Wurden Schwule zuvor immer als "Homoperverse" und SodomiSten" bezeichnet, hat man für Berger exklusiv die zusätzliche Kategorie des "Gomorrhisten" ersonnen.
12.10
12.10
"Putsch-Kardinal" wähnt überall Verfolgung
Honduranischer Kirchenfunktionär Rodríguez Maradiaga sagt Podium in Hamburg nach Protest ab. Verschwörungstheorien bei Springer
Hamburg. Menschenrechtsgruppen und entwicklungspolitische Organisationen haben in Hamburg gegen öffentliche Auftritte des honduranischen Kardinals Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga protestiert. Die Aktivisten werfen dem hochrangigen Kirchenfunktionär vor, den Putsch gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Manuel Zelaya Ende Juni 2009 unterstützt zu haben. Seit dem Staatsstreich sind nach Angaben honduranischer Menschenrechtsgruppen über 100 Mitglieder der Demokratiebewegung ermordet worden.
Rodríguez Maradiaga hatte sich nach dem blutigen Umsturz öffentlich auf die Seite der Putschisten gestellt. Bei einer TV-Ansprache drohte er Präsident Zelaya, es werde bei dessen möglicher Rückkehr ein "Blutbad" geben. Der Staatschef war von putschistischen Truppen in den frühen Morgenstunden des 28. Juni 2009 nach Costa Rica deportiert worden.
Während seines aktuellen Deutschland-Aufenthaltes sollte Rodríguez Maradiaga am Freitag in der Katholischen Akademie Hamburg an einer Diskussion zum Thema "Globalisierung der Solidarität" teilnehmen. Die Veranstaltung wurde nach Protesten jedoch abgesagt. Nach Auskunft der katholischen Bildungseinrichtung war der Grund dafür die Absage des Buchautors Rupert Neudeck. Im Gespräch mit amerika21 gab Neudeck Ende der Woche jedoch an, ebenfalls von der Katholischen Akademie über die Absage informiert worden zu sein.
12.10
Zollitsch: Bildung braucht notwendig religiöses Wissen
Über das Gewissen der Wissenschaftler und das ‚zarte Pflänzchen der Gegenwart Gottes im Dickicht unserer Terminkalender‘ sprach Erzbischof Robert Zollitsch am Albertus-Magnus-Fest
Freiburg (kath.net/pef) „Wir spüren, wie sehr wir in einer Zeit des Umbruchs leben – in Kirche und Gesellschaft, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Umso wichtiger ist es, dass wir Christen mitten in den Anforderungen des Alltags, im Dickicht unserer Terminkalender das oft zarte Pflänzchen der Gegenwart Gottes entdecken.“ Das sagte der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch.
12.10
Kirchen erhalten mehr Geld
Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland lässt die Kirchensteuern stärker sprudeln als erwartet. Vor allem evangelische Landeskirchen freuen sich über zusätzliche Mittel in größerem Umfang.
Einige wie die Hannoversche oder die Nordelbische Landeskirche verbuchen sogar höhere Steuereinnahmen als im Vorjahr, andere zumindest mehr Geld als ursprünglich veranschlagt. Verwendet wird es für Rücklagen oder um verschobene Bauprojekte doch in Angriff zu nehmen.
Auch etliche katholische Bistümer und Diözesen stehen im Vergleich zur früheren Prognosen finanziell etwas besser da. Die Entlastungen sind hier jedoch nicht ganz so groß - auch weil Katholiken ihrer Kirche als Reaktion auf die Missbrauchsskandale in diesem Jahr in stärkerem Maße den Rücken kehrten.
Insgesamt geht die Katholische Kirche von stabilen Einnahmen aus. "Wir rechnen zurzeit damit, dass die Kirchensteuereinnahmen 2010 knapp das Niveau 2009 erreichen werden, dieses lag bei 4,9 Milliarden Euro", sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp.
12.10
Missbrauch in der Kirche öffentlich gemacht
Nach der Leidensgeschichte: Sebastian Isert kämpft nicht gegen die Gemeinde, sondern gegen das Vergessen.
Sebastian Isert geht immer noch zur Kirche. "Hin und wieder, um Ruhe zu finden", sagt der 43-Jährige aus Ahrensburg in Schleswig-Holstein. Dabei war es ein evangelischer Pastor, der Sebastian Isert über Jahre sexuell missbraucht haben soll. Isert hat das - zusammen mit anderen Betroffenen - in diesem Jahr öffentlich gemacht. "Ich möchte der Kirche mit meinem Tun nicht schaden. Man sollte das einfach als Chance begreifen, das System zu verbessern", betont Isert.
Die Leidensgeschichte des Sebastian Isert beginnt Anfang der 80er Jahre. Der Pastor seiner Kirchengemeinde ist ein Kumpeltyp, sucht die Nähe zu Jugendlichen. Auch zu Sebastian Isert, der damals noch Kohn heißt. Aus Nähe wird bald Missbrauch, erinnert sich Isert heute. Doch der junge Mann schweigt, erzählt nichts von den sexuellen Übergriffen des Pastors. "Ich konnte nicht, ich war zu schamvoll." Dann der Schock: Seine Mutter stellt den Peiniger als seinen neuen Stiefvater vor. Isert sagt nichts, zieht irgendwann von zu Hause aus und stürzt ab: Abbruch des Studiums, Alkohol, Depressionen, sogar Selbstmordversuche.
12.10
Deutscher Zoll beschlagnahmt Einhorn-Fleisch!
Verschwörungstheoretiker, Gartenzwerg- und Jesusgläubige, Hobbits, Orks und Elfen haben es gewusst, deutsche Beamte bestätigen es nun.
Das Einhorn lebt.
Der deutsche Zoll hat eine Lieferung Canned Unicorn Meat bei der Einfuhr beschlagnahmt, weil es so nach bedrohter Tierart klingt.
12.10
Gutachten zum Sonntag
Das Erzbistum München-Freising vertuschte Kindsmissbrauch durch das "besondere Erpressungspotenzial" sexuell tabuisierter Themen, "umfangreiche Aktenvernichtungsaktionen" und eine "katastrophale Aktenpflege"
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Mit Verharmlosung und Vertuschung hat die Erzdiözese München von 1945 bis 2009 auf Missbrauchsfälle in ihren Reihen reagiert. Eine Anwaltskanzlei hat festgestellt, dass „in erheblichem Umfang“ Akten vernichtet worden seien.
12.10
12.10
Priester lädt Kinderpornos aus dem Netz
Das Bistum Osnabrück muss sich erneut mit sexuellen Verfehlungen eines Priesters auseinandersetzen: Ein junger Geistlicher im nördlichen Emsland soll dabei ertappt worden sein, wie er im Internet auf Seiten mit Kinderpornografie zugegriffen hat. Vor genau einer Woche hatte sich der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode in einem Bußgottesdienst zur Schuld der Kirche an den schweren Missbrauchsfällen bekannt.
12.10
12.10
Mappus will nicht an Zuschüssen für Kirchen rütteln
Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus will nicht an staatlichen Zuschüssen für die Kirchen rütteln lassen.
Das betonte der CDU-Politiker beim Jahresempfang der Landeskirchen von Baden und Württemberg am 30. November in Stuttgart. Der Staat habe sich zur Entschädigung für enteignetes Kircheneigentum verpflichtet. Außerdem kämen die Staatsleistungen der Allgemeinheit zugute, da die Kirchen sie auch für soziale Zwecke einsetzten. Sie erhalten in diesem Jahr von den Bundesländern etwa 460 Millionen Euro. Diese durch Staatskirchenverträge geregelten „Dotationen“ basieren auf Entschädigungen für Enteignungen Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor allem FDP-Politiker hatten in den letzten Monaten für eine Kürzung dieser Leistungen plädiert.
An die Kirchen appellierte der Ministerpräsident, gerade in Zeiten rascher Veränderungen den Menschen Halt und Orientierung zu geben. Landtagspräsident Peter Straub (CDU) wünschte den Kirchen, den Glauben „verständlich, lebensnah und einfühlsam“ zu vermitteln. Ihre Aufgabe sei es, „die seelischen und materiellen Nöte der Menschen aufzunehmen und trotz des drängenden Gewichts vieler wirtschaftlicher Probleme den optimistischen Geist der Frohen Botschaft nachhaltig rüberzubringen“.
Stuttgart:
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stuttgart21.blog und Politblogger mit "Frohen Botschaften" von Pfarrer Bräuchle
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12.10
»Innocence in Danger«: Dunkle Finanzen, dubiose Methoden
Eigentlich mag Freifrau Stephanie zu Guttenberg nicht in der Öffentlichkeit stehen. Behauptet sie. Sie wolle ihre Möglichkeiten für ein „echtes Anliegen“ nutzen: für den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch. Wer sollte dagegen etwas einwenden, nach all den schrecklichen Berichten aus Kirchengemeinden und Internaten?
Für Stephanie zu Guttenbergs Engagement gibt es oberflächlich betrachtet eine Menge Hinweise: Sie hat einen Ratgeber geschrieben für Eltern. "Schaut nicht weg", heißt das Buch. Seit es erschien, ist zumindest ein Übersehen der Freifrau kaum mehr möglich, weil sie allerorten ihr Anliegen vertritt.
Wohin fließt das viele Geld?
12.10
12.10
12.10
Kirche legt Platzordnung fest: Leinenzwang und Drogenverbot an der Martin-Luther
Gütersloh. Die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh wehrt sich gegen Unterstellungen, sie toleriere sämtliche Auswüchse rund um die Martin-Luther-Kirche. Für die Szene der rund 30 bis 40 drogen- oder alkoholabhängigen Personen, die sich dort täglich treffen, gilt daher in Kürze eine Platzordnung. Das Umfeld der Kirche dürfe sich nicht zu einem Ort der Gesetzlosigkeit entwickeln, heißt es in einem förmlichen Beschluss des Presbyteriums. Zugleich wird der Aufenthalt dieser Menschen „ausdrücklich akzeptiert“.
12.10
Fiesch betet für Ende der Gletscherschmelze - Zustimmung des Papstes
Seit 1678 beteten die Bewohner der Walliser Dörfer Fiesch und Fieschertal in einer jährlichen Prozession, die umliegenden Gletscher mögen nicht weiter wachsen. Diese überholte Bitte kann nun nach einem Bescheid aus Rom der Realität angepasst werden.
12.10
Missionierung
Kinderverblödung auf KI.KA
Seit Anfang November läuft auf KI.KA täglich zur besten Sendezeit die Sendung „Chi Rho – das Geheimnis“. Die Serie mit vorerst 13 Folgen entstand mit Unterstützung der Evangelischen und Katholischen Kirche, weitere 13 Folgen sind für das Frühjahr 2011 geplant. Kindern soll mit der Serie die Bibel schmackhaft gemacht werden. Die Bibel? Ja, die Bibel.
Vorgesehen sind bei Chi Rho zunächst 26 Folgen in zwei Staffeln, eine internationale Vermarktung ist angedacht. Die in fünfjähriger Arbeit vorbereitete Reihe, die seit dem 1. November täglich um 17:35 Uhr zu sehen ist, sei das "derzeit innovativste Vorhaben, Kinder mit der Bibel vertraut zu machen", meint Udo Hahn , Leiter des Medienreferats der Evangelischen Kirche in Deutschland. Vor dem Medium Zeichentrick hatten die Kirchen offenbar auch keine Scheu, denn das "Christentum war immer modern, wenn es darum ging, den Menschen die Botschaft der Bibel zu vermitteln", meint Hahn.
Vorgesehen sind bei Chi Rho zunächst 26 Folgen in zwei Staffeln, eine internationale Vermarktung ist angedacht. Die in fünfjähriger Arbeit vorbereitete Reihe, die seit dem 1. November täglich um 17:35 Uhr zu sehen ist, sei das "derzeit innovativste Vorhaben, Kinder mit der Bibel vertraut zu machen", meint Udo Hahn , Leiter des Medienreferats der Evangelischen Kirche in Deutschland. Vor dem Medium Zeichentrick hatten die Kirchen offenbar auch keine Scheu, denn das "Christentum war immer modern, wenn es darum ging, den Menschen die Botschaft der Bibel zu vermitteln", meint Hahn.
Da ist was dran. Früher war die Missionierung über Kreuzzüge und Folterinstrumente modern, heute erfolgt sie über Popmusik und Animationsfilme.
Erstmals sind die beiden großen Kirchen gemeinsam an einem solchen Projekt beteiligt. Sie tragen laut EKD ein Fünftel der Produktionskosten von rund 7,5 Millionen Euro, das heißt, die Kirchen haben für die Serie 1,5 Millionen Euro gezahlt, den Großteil der übrigen sechs Millionen übernahm offenbar die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM). Diese residiert in Leipzig. Die Gesellschafter der MDM sind der Freistaat Sachsen, das Land Sachsen-Anhalt, der Freistaat Thüringen sowie der Mitteldeutsche Rundfunk und das Zweite Deutsche Fernsehen. Entsprechend setzt sich der Aufsichtsrat der MDM zusammen aus Staatsekretären und Ministern verschiedener Ministerien der eben genannten Länder, ihre Vertreter entscheiden auch über die Vergabe der Fördergelder.
Andere MDM-Projekte erhielten zwischen 4.000 und 700.000 Euro und damit weitaus weniger. Allerdings: Wenn man sich die Förderentscheidungen der MDM anschaut, wurden im Jahre 2007 lediglich 700.000 Euro für das Projekt Chi Rho bewilligt und es bleibt unklar, woher die restlichen 5,3 Millionen Euro stammten.
Wer also finanziert das Projekt Chi Rho? Soweit offengelegt, offenbar die Kirchen mithilfe der politischen Vertreter überwiegend jener Bundesländer, in denen jeweils 65-75 % der Bevölkerung konfessionsfrei sind. Vermutlich der Kinderkanal bzw. die beteiligten Rundfunkanstalten selbst. Letztlich finanzieren jedenfalls GEZ- und Steuerzahler diese Serie.
Was bekommen wir eigentlich für das ganze Geld? Sehen wir uns zunächst die geplanten Einsatzorte der Bibelgeschichten an.
12.10
Strafanzeige gegen Bürgermeister vom Tisch
Die Strafanzeige gegen Bürgermeister Gerhard Weber hat sich erledigt. Wie die Staatsanwaltschaft Regensburg heute mitteilt, wurden die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der "Volksverhetzung" eingestellt. Fünf Regensburger hatten Weber vergangene Woche angezeigt , weil er im Zusammenhang mit dem "Regensburger Kruzifix-Streit" das "Gastrecht" für Ausländer als "überstrapaziert" in Frage gestellt hatte. Der Bürgermeister hatte dabei auf die vermeintlich ausländische Herkunft eines Vaters Bezug genommen, der das Kreuz im Klassenzimmer seines Sohnes hatte abhängen lassen. Damit lag Weber zwar falsch - der Mann ist Deutscher - Lob von rechtsradikaler Seite brachten ihm seine Aussagen aber dennoch ein.
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12.10
Ein Schritt vor, zwei zurück
Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) kritisiert das fortdauernde Kondomverbot durch die Katholische Kirche: „Man könnte darüber lachen, wenn es nicht für unzählige Menschen so fatale Folgen hätte: Der Papst ist bereit, im Falle von Prostituierten – seien diese nun männlich, weiblich oder transsexuell – eine Ausnahme vom Verbot der Kondombenutzung zuzulassen. Andere Gruppen bleiben außen vor: Die Frauen, die durch HIV-positive Männer infiziert werden; die Familien, die ein weiteres Kind nicht ernähren können, denen die für sie gerade noch bezahlbare Methode der Empfängnisverhütung durch Kondome aus religiösen Gründen aber verwehrt bleibt. Hier zeigt sich erneut die menschenverachtende Haltung der Katholischen Kirche, die das Leid Unzähliger in Kauf nimmt, nur um nicht an ihren Dogmen zu rütteln“, so Frieder Otto Wolf, amtierender Präsident des HVD.
12.10
12.10

Deutsche Evangelische Allianz (DEA): Was Evangelikale gegen Medienangriffe tun können
Evangelikale weltweit sehen sich vielfach irreführenden Darstellungen und Verunglimpfungen in den Medien ausgesetzt. In ihrer Reaktion darauf sollten sie nicht nur unberechtigte Angriffe zurückweisen, sondern auch selbst das Zerrbild der Evangelikalen korrigieren. Dafür hat sich der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Geoff Tunnicliffe (New York), ausgesprochen. Sie repräsentiert nach neuesten Ergebungen rund 600 Millionen Evangelikale in 128 Ländern. Wie Tunnicliffe Ende November bei einem Besuch in Singapur in einem Interview mit der Zeitung Christian Post sagte, sind Evangelikale in der Vergangenheit bisweilen zu sehr dadurch hervorgetreten, dass sie den erhobenen Zeigefinger gegen andere gerichtet und Fehlverhalten oder falsche Glaubenslehren verurteilt haben. Sie seien aber Überbringer der „guten Nachricht“ von Jesus Christus. Als solche sollten sie nicht auf das fixiert sein, was sie an anderen auszusetzen haben, sondern das stärken, was sie als gut empfänden. In diesem Sinne sollten sie mit ähnlich gesinnten Personen aus allen Religionen zum Nutzen der gesamten Gesellschaft zusammenarbeiten. Dann hätten die Medien auch mehr Grund, Evangelikalen eine gute Presse zu bescheren.

12.10
Töten für den Frieden? - Die Politik, die Kirche und der Krieg
Nun wird im Zusammenhang mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan offen von Krieg, der ebenso schmerzhaft wie gerecht sei, gesprochen. Auch Vertreter der Kirchen reihen sich ein in die Schar der Fürsprecher und preisen, wie der evangelische Militärseelsorger in Kunduz, die Soldaten als "Krieger des Lichts".
11.10
11.10
Ratzinger im Bundestag
Josef Ratzinger der seit seiner Wahl zum Papst unter dem Künstlernamen Benedikt XVI auftritt, plant für September 2011 einen Staatsbesuch in Deutschland. Dabei will er wie aus Vatikankreisen über den Focus verbreitet wurde im deutschen Bundestag eine politische Grundsatzrede halten.
Im Jahre 2006 konnte eine solche Rede trotz einer Einladung durch Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) noch dadurch verhindert werden, das der damalige parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, inhaltliche Bedingungen formulierte:
Der Papst dürfe lediglich als Staatsoberhaupt sprechen und sich weder in die deutsche Innenpolitik einmischen, noch Themen wie Aids-Prävention, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und Abtreibungsregelungen kommentieren.
Im Jahr 2011 gibt es gar keine Einschränkungen mehr. Ratzinger darf all seine mittelalterlichen Thesen ohne Grenzen des Anstands zu beachten verbreiten und bekommt damit eine Basis die ihm nicht zusteht. ["Ratzinger im Bundestag" weiterlesen»]
11.10
USA: „Wikileaks“ betrifft auch Vatikan
Die Veröffentlichung von US-Geheimdokumenten auf der Webseite „Wikileaks“ betrifft auch den Vatikan. Aus den Geheimpapieren des US-Außenministeriums, die an diesem Montag bekannt wurden, geht u.a. hervor, dass US-Diplomaten beim letzten Konklave 2005 am ehesten mit der Wahl eines lateinamerikanischen Papstes rechneten – „angesichts der hohen Zahl der Katholiken dort“. Als Favoriten galten der US-amerikanischen Botschaft, wie die Turiner Zeitung "La Stampa" unter Berufung auf die Dokumente berichtet, beispielsweise der kolumbianische Kurienkardinal Dario Castrillon Hoyos, der damals für den Dialog mit den Traditionalisten zuständig war, aber auch der Belgier Godfried Danneels und der Mailänder Kardinal Dionigi Tettamanzi.
Ein vertraulicher Bericht der US-Botschaft in Berlin, den „Wikileaks“ öffentlich macht, spricht von einer möglichen neuen „Achse Rom-Köln“; im deutschen Klerus herrsche „Skepsis, ob die Wahl Ratzingers der deutschen Kirche auf lange Sicht etwas bringt“. Ein „einflußreicher Jesuit“ habe den Diplomaten in einem Hintergrundgespräch gesagt, „Ratzingers konservative Züge müßten nicht unbedingt bestimmend für seine Amtsführung als Papst werden“; Benedikt XVI. könne durchaus „zu den reformerischen Positionen seiner Anfänge zurückkehren“.
„Wikileaks“ veröffentlicht außerdem eine siebenseitige Geheimanalyse der US-Regierung vom 12. Mai 2005. Darin heißt es: „In Zeiten der Krise flüchtet sich die Kirche in ihre europäische Identität“. Der neue Papst kenne die Probleme der Weltkirche sehr gut; er sei ein Gegner eines türkischen Beitritts zur EU und werde sich „kämpferisch gegen den Säkularismus in den USA und anderen Nationen des Westens engagieren“.
11.10
Ein Bistum in Aufruhr
Katholische Priester üben harsche Kritik am Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Vorwürfe wiegen schwer: Von klerikalem Dünkel ist die Rede und von selbstverliebten Ritualen. Auch an der Basis rumort es. Viele Gläubige warten auf eine Antwort des Bischofs - bisher vergebens.
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Bischof fühlt sich diffamiert
Lange haben die Katholiken auf ein Wort ihres Bischofs zur Kritik an seiner Amtsführung warten müssen, die zuletzt im Bistum für Unruhe sorgte. Jetzt hat Franz-Peter Tebartz-van Elst sein Schweigen gebrochen - in einem Zeitungsinterview.
11.10
Ab ins Paradies
Drei Jahre ohne Vorhölle - eine Bestandsaufnahme
Soeben hat der Papst das Wort "Kondom" in den Mund genommen - und die Welt stand still! Doch hat der Vatikan nicht in Sachen Sexus und Fortpflanzung manch anderes Problem als die gemeine Lümmeltüte? O ja! Wir erinnern uns. Vor drei Jahren hat der Vatikan offiziell die Vorhölle geschlossen.
Der Limbus, so die korrekte Postadresse, galt jahrhundertelang als ewig währendes jenseitiges Auffanglager für ungetauft gestorbene Kleinkinder, denen zwar durch den Makel der noch nicht erfolgten Taufe der direkte Weg ins Himmelreich verwehrt wurde, die aber auch durch ihren frühen Tod noch nicht den Gefahren und der Versuchung eines sündigen Lebens ausgesetzt waren.
Eine knifflige Situation, die allerdings im Jahr 2007 recht souverän gelöst wurde, in dem der Vatikan erklärte, seine klerikalen Zentraldenker seien nach zwei Jahren des Nachgrübelns zu der Auffassung gelangt, dass ungetaufte Kinder nun doch directement ins Paradies kämen.
Obwohl der traditionelle Glaube an den Limbus nie offiziell zur Kirchenlehre gehörte, befand seinerzeit der theologische Ausschuss, dass die Vorhölle "eine unzulässige Sicht der Erlösung" darstelle, da es "theologische Grundlagen und ernst zu nehmende Liturgien gibt, die hoffen lassen, dass ungetaufte Säuglinge erlöst werden, wenn sie sterben." Aha.
Eine Erkenntnis, die den kleinen Seelen doppelt entgegenkommen dürfte, denn in den mittelalterlichen Glaubenskonstrukten - also vor 2007 - tummeln sich im Limbus neben besagten ungetauften Kleinkindern vor allem gute Menschen, die vor Christi Geburt gestorben sind. Und ob nun ausgerechnet diese beiden Parteien sich viel zu sagen hätten, um die gemeinsame Ewigkeit möglichst unterhaltsam zu gestalten, darf zumindest angezweifelt werden.
11.10
WITTENBERG: Alles Luther!
Spaziergang durch das "Rom der Protestanten". Hier soll der Theologieprofessor seine Thesen ans Kirchenportal geschlagen haben. Heute beschert er der Stadt steigende Touristenzahlen.
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An unserer Pfarrkirche in Wittenberg ...
11.10
11.10
Leitkultur: CDU-Senioren gehen auf Distanz zu Wulff
Die CDU-Seniorenunion fordert anlässlich ihrer Bundesdelegiertenversammlung in Recklinghausen strengere Maßstäbe für die Integration von Migranten: „Wem es nicht gefällt, der kann wieder gehen“, erklärte stellvertretende Vorsitzende der Organisation, Leonhard Kuckart, bei der Präsentierung ihrer „Recklinghäuser Erklärung“. Die Union geht darin auf Distanz zu Bundespräsident Christian Wulff, der den Islam als zu Deutschland gehörend bezeichnet hatte. Sie warnen vor einer „Gleichheit“ von Christentum und Islam.
11.10
Theologe David Berger: "Großer Teil der katholischen Kleriker ist homosexuell"
Harte Worte vom Ex-Herausgeber eines konservativen katholischen Magazins: Der Theologe David Berger behauptet im Gespräch mit dem SPIEGEL, ein "großer Teil der katholischen Kleriker" sei homosexuell. Berger sieht eine Verbindung zwischen verdrängter Sexualität und Schwulenhass.
11.10
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"Der Papst ist auch nur ein Mann"
Die argentinische Sexarbeiterin Elena Reynaga ist auf den Papst nicht gut zu sprechen. Für sie ist der Umgang der Kirche mit HIV-Aufklärungsarbeit in Lateinamerika sehr widersprüchlich.
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Für den "intellektuellen Papst, der Kondome erst als schädlich und jetzt "in berechtigten Einzelfällen" (ob er mit seinem Beispiel eines männlichen Prostituierten auf praktizierende Katholiken abzielt, ist nicht ganz klar) die Verwendung von Kondomen als "ersten Schritt zu einer Moralisierung" usw. bezeichnete, steht natürlich das Wohlergehen der Menschen im Allgemeinen und der Katholiken im Speziellen an erster Stelle. Sollte man meinen. Szenen wie die folgende - an die erst erst kürzlich die ehemalige Kommilitonin Joseph Ratzingers, Uta Ranke-Heinemann erinnerte - will man schließlich lieber heute als morgen beenden, oder nicht?
[A]m 7. August 2004 sah ich im BBC-World-Fersehen eine junge Afrikanerin verzweifelt weinen. Sie hatte gerade erfahren, dass sie sich bei ihrem AIDS-kranken Mann infiziert hatte. Der Reporter fragt erschrocken, warum sie denn kein Kondom benutzt habe? "Ich habe solche Angst vor dem ewigen Höllenfeuer, vor dem unser Pfarrer uns gewarnt hat."
Der BBC-Reporter fragte daraufhin den afrikanischen Pfarrer, ob es stimme, dass er die Ehefrauen HIV-infizierter Männer vor der Hölle gewarnt habe, wenn sie ein Kondom benutzen. Der Pfarrer sagte: "Ja, auch bei Ansteckung und Todesgefahr sind Kondome nicht erlaubt. Ehefrauen, die sich bei ihrem AIDS-kranken Ehemann angesteckt haben, das sind die Märtyrerinnen für den Glauben unseres Jahrtausends."
Bei aller Banalität seiner Äußerung - sie scheint einem Zugeständnis zu ähneln, dass die Erde unter Umständen vielleicht doch nicht völlig flach sein könnte - konnte sich Benedikt denken, dass sie weltweit als "Überraschung", "kleine Revolution", "historische Wende" oder gar "Dammbruch" empfunden werden würde.
Was macht der Mann? Er wartet, bis ein Journalist daher kommt, um ihn in seiner Sommerresidenz zu interviewen. Während sich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation täglich 7.400 Menschen mit dem HIV infizieren, wartet der Papst in aller Seelenruhe (!) monatelang ab, damit diese Sensation pünktlich zum Erscheinen seines Buches an die Öffentlichkeit gelangt.
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'Der Teufel ist rechtgläubig...'
… Er kennt den Katechismus besser als sonst jemand in diesem Raum’ - Kardinal Francis George bei US-Bischofskonferenz: ‚Rechtgläubigkeit ist notwendig, aber nicht genug.’
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11.10
11.10
De Maizère lobt religiös geprägte Medien
Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die christliche Presse in Deutschland gewürdigt. In einem Interview mit der Zeitschrift "Print&more" sagte er, konfessionelle Medien trügen zu einem Dialog zwischen Anhängern unterschiedlicher Glaubensrichtungen bei.
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Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. August Heinrich Hoffmann
Brief eines Denunzianten
An den
Bundesinnenminister Thomas de Maziére,
Bundesministerium des Innern
Alt-Moabit 101D
10559 Berlin
Per e-mail: poststelle@bmi.bund.de
11.10
US-Priester gibt Mord in Auftrag
In Texas gibt ein suspendierter katholischer Priester den Mord an einem Jugendlichen in Auftrag. Allerdings ist der Auftragsmörder ein verdeckter Ermittler. Das potenzielle Mordopfer hatte dem Priester vorgeworfen, von ihm missbraucht worden zu sein.
11.10
Vergelt’s Gott: Kirchlicher „Stundenlohn“ von 2.750 Euro?
Die katholische Kirche macht mal wieder ihre Prioritäten deutlich: Vor zwei Wochen ist Carsten Frerks Violettbuch Kirchenfinanzen erschienen, und seitdem hat die Deutsche Bischofskonferenz nicht nur eine " Task Force " zu dem Thema gebildet, sondern sogar schon Ergebnisse online gestellt: eine Art Kirchenfinanzierungs-FAQ. Dort finden sich Aussagen wie diese
11.10
Verschwendung: Rentenversicherung verzichtet auf Beiträge in Milliarden-Höhe
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) verzichtet auf Pflichtbeiträge. Nach Expertenschätzungen handelt es sich um zwei bis drei Milliarden Euro. Diese Beiträge sind Nachzahlungen, auf die der Versicherungsträger nach Urteilen von Arbeitsgerichten Anspruch hat, in denen die Tarifunfähigkeit von Christlichen Gewerkschaften festgestellt wurde.
Während die Ansprüche aus den Jahren 2004 und 2005 in Höhe von ungefähr einer Milliarde Euro bereits wegen Verjährung verfallen sind, handelt weder die DRV, noch das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Wird der Versicherungsträger jetzt nicht aktiv, verfallen auch die Ansprüche für 2006. Bereits 2009 forderte die Berliner Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) das Bundesarbeitsministerium auf, die Rentenansprüche vor der Verjährung zu sichern. Dort hieß es nach Auskunft der Sozialsenatorin, man würde derzeit nichts tun, der Aufwand sei unverhältnismäßig hoch. Auf einer aktuellen Anfrage von Plusminus heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der DRV: „Da die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes noch aussteht, … sei (eine Unterbrechung) derzeit nicht möglich.“ Nach Meinung von Prof. Peter Schüren hat die DRV schon jetzt die Möglichkeit und die Pflicht, ihre Ansprüche zu sichern. Mit der Einleitung einer Betriebsprüfung sei die Verjährung gestoppt, so der Sozialrechtsexperte.
2009 hatte das Arbeitsgericht Berlin und das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) für tarifunfähig erklärt. Damit waren auch die von ihnen vereinbarten Dumpinglöhne nichtig und rund 200.000 Arbeitnehmer hatten rückwirkend zum Jahr 2004 Anspruch auf höhere Löhne. Nach dem Urteil müssen die Arbeitgeber nicht nur den zu wenig gezahlten Lohn nachzahlen, sondern auch die darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge. Nach Berechnungen des Sozialrechtlers Prof. Peter Schüren von der Universität Münster belaufen sich die Ansprüche allein für die Rentenkasse auf zwei bis drei Millionen Euro.
11.10
11.10
Lieber Markus Bräuer...
Ein offener Brief an den Medienbeauftragten der Evangelischen Kirche.
... machen wir uns nichts vor. Dass sich die Außendarstellung Ihrer evangelischen Kirche, in der Sie als Medienbeauftragter orientierungslos herumfuhrwerken, in letzter Zeit vergleichsweise harmlos ausnahm, lag hauptsächlich an den erbärmlichen Kapriolen und der unsäglich bornierten und über Jahrhunderte autistisch antrainierten Selbstgerechtigkeit Ihrer katholischen Mitbewerber. Umso schwerer wiegt da doch gleich der mediale Bock, den Sie dieser Tage geschossen haben.
Sich ernsthaft mit dem neuen RTL-Hokuspokus "Das Medium", in dessen groteskem Verlauf ein jämmerlich agierendes Witzfigurenduo mit der Tiefgründigkeit eines Suppentellers ungelenk Kontakt zu Toten vorschummelt, zu beschäftigen, ist mehr als müßig, da es sich dabei sogar für RTL-Verhältnisse um ein besonders verachtenswertes Schmierentheater handelt. Viel interessanter und um einiges bedenklicher ist hingegen Ihr Kommentar zum ausgerechnet auf den Reformationstag gepackten Sendetermin des "Mediums".
Besagter Feiertag stehe nämlich, wie Sie in der Leipziger Volkszeitung jammerten, für die "Verbindung von Glaube und Vernunft", und außerdem sei "eine Hellseherin, die behauptet, Kontakt zu Toten aufnehmen zu können, im 21. Jahrhundert überholt".
Und genau bei besagtem Reformationstagsmotto stellt sich doch jedem halbwegs vernünftig denkenden Menschen die nicht ganz unberechtigte Frage, was denn bitte schön Religion mit Vernunft zu tun haben soll? Und glauben die Ihren denn nicht auch an ein Leben nach dem Tod? Nur eben an eines, zu dem man keinen Kontakt über Laiendarsteller von RTL herstellen kann?
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10.10
Gelder verschwunden, Mitarbeiter weg: Vorwürfe gegen Kolping-Stiftung
Die Chefin der Kolping-Stiftung in Paraguay erhebt schwere Vorwürfe: Gelder verschwunden, Mitarbeiter getürmt, Aufklärung verschleppt. Die Kolping-Zentrale dementiert.
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Skandal um Entwicklungshilfe: Die Akte Kolping
In der Kolpingstiftung Paraguay sollen über Jahre deutsche und EU-Entwicklungshilfegelder veruntreut worden sein.
Einige Kilometer von Paraguays Hauptstadt Asunción entfernt steht ein Haus, in das viele junge Menschen eine Menge Hoffnung setzen. Es ist ein vierstöckiger Klinkerbau in der Vorstadt Fernando de la Mora, er ragt mächtig in den Himmel, hier unterhält die Kolping-Stiftung eines der größten Bildungsprojekte der deutschen Entwicklungshilfe in Südamerika.
Ob Mechaniker, Elektriker, Informatiker, Grafiker oder Marketing, die Plätze bei Kolping sind begehrt. "Wer bei uns lernt, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt", sagt Brigitte Fuzellier, die Geschäftsführerin von Kolping Paraguay, "die Firmen reißen sich um unsere Abgänger." Viertausend Berufsschüler zählt das Werk in Fernando de la Mora im mittlerweile fünften Jahr des Bestehens. Der "größte private Berufsausbilder im Land" sei Kolping Paraguay, sagt die 48-jährige Bayerin, "und wir werden immer besser."
Das ist die schöne Seite dieses Gebäudes.
Doch es gibt noch die andere Seite dieses Klinkerbaus, und diese Geschichte handelt nicht von erfolgreichen Projekten und ausgebildeten Schülern. Sie handelt von vermutlich fingierten Baurechnungen, Schecks und unterschlagenen Geldern, offenbar in Millionenhöhe. Sie handelt von Projektmitarbeitern, die sich aus dem Staub gemacht haben, und von Unregelmäßigkeiten innerhalb der katholischen Hilfsorganisation.
Sie handelt auch von einem Mitarbeiter der Zentrale des Kolpingwerks in Deutschland, der die Aufklärung der Fälle behindert haben soll. Und vom deutschen Entwicklungsministerium, das in die Kritik geraten ist. Doch die Akte Kolping bringt noch mehr zutage. Sie wirft Fragen auf nach der Transparenz der Entwicklungshilfe, und nach einer dringend benötigten unabhängigen Prüfung der Projekte.
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Angewandte Nächstenliebe
Seit Jahren unterstützt das Kolpingwerk Hilfsprojekte in Paraguay, auch dank Fördermitteln der Bundesregierung. Aber die Gelder scheinen nicht immer anzukommen.
Das Haus, das hier alle "Casa de Citas" nannten, liegt am Stadtrand von Coronel Oviedo, ein zweistöckiger Bau, ungefähr 300 Quadratmeter groß, die Fassade einst rosarot. Offiziell war es ein Berufsbildungszentrum der paraguayischen Kolping-Stiftung.
Inoffiziell wurden hier von 2005 bis Anfang 2008 mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wohl weniger Schulungen als speziell geschultes Personal gefördert: "Casa de Citas", ein "Haus der Verabredungen", so nennt man in Paraguay ein Bordell. Im Erdgeschoss sollen Bier und Schnaps ausgeschenkt worden sein, die Betten standen im ersten Stock. Eine ganze Fußballmannschaft soll sich hier unter anderem vergnügt haben, berichtet die heutige Geschäftsführerin der paraguayischen Kolping-Stiftung, "eine wahre Orgie" sei das gewesen.
"Gelegentlich kamen auch Pärchen in die Casa de Citas", erinnert sich Adelina Ayala, die Putzfrau, die morgens leere Flaschen entsorgte, das Haus saubermachte und Laken wusch.
Ayala, eine ältere Dame von 74 Jahren, die seit 20 Jahren bei der „Fundaciòn Kolping Paraguay“ angestellt ist, erhielt für die Reinigungsdienste im Haus der Liebe laut Abrechnungen der „Fundaciòn“, die dem SPIEGEL vorliegen, regelmäßig ihr Monatsgehalt aus deutschen Fördermitteln.
Auch eine der Prostituierten soll ein Kolping-Gehalt bezogen haben, eigentlich, um eine Optikerwerkstatt in dem Haus zu betreuen. Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Zentrale von Kolping International in Köln sagen, sie hätten von diesen Vorgängen nichts gewusst.
Als die neue Geschäftsführerin der Kolping-Stiftung in Paraguay, Brigitte Fuzellier, das Haus im März 2008 zum ersten Mal besuchte, habe sie dort nur eine einzige alte Nähmaschine vorgefunden. Geregelte Berufsbildungskurse, so Fuzellier, hätten hier nicht stattgefunden. Sie habe dann schon 2008 dem zuständigen Lateinamerika-Referenten in Köln, Peter Schwab, von den Zuständen berichtet. Der kann sich daran nicht mehr erinnern.
Fuzellier sagt heute: „Ich war in ein Schlangennest getreten und wusste nicht, was auf mich zukam, als ich die Geschäftsführung übernahm.“ Ihr Vorgänger, Máximo Samaniego, hatte die Stiftung im Dezember 2007 verlassen und war danach untergetaucht.
Der Geschäftsführer der Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes (SEK e.V.) in Köln, Hans Drolshagen, berichtet, es habe seit 2007 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben. „Frau Fuzellier“, so Drolshagen, „wurde deshalb von uns eingesetzt mit dem Auftrag, sich alles ganz genau anzuschauen.“
Vielleicht aber kam sie diesem Auftrag allzu gewissenhaft nach, der SEK e.V. hat inzwischen Strafanzeige gegen Fuzellier erstattet, wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung. Die Geschäftsführerin hatte der Zentrale in Köln vorgeworfen, die Aufklärung der Vorgänge zu behindern.
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Kolpingstiftung entlässt Geschäftsführerin: "Es riecht nach Sauerei"
Wenige Wochen nachdem Geschäftsführerin Brigitte Fuzellier mit Korruptionsvorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen ist, wird sie entlassen.
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Nach Korruptionsstreit im Kolpingwerk: Umstrittener neuer Chef
Wohin steuert das Kolpingwerk in Paraguay? Die Geschäftsführerin soll gehen, ihr Nachfolger gilt als Rechtsausleger mit zweifelhaftem Ruf. Minister Niebel will sich nicht dazu äußern.
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Die Politiker in Deutschland schauen nur zu: Gefährliche Teilnahmslosigkeit
(...) Wenn aber die Lehre, die aus dem Fall Kolpingwerk zu ziehen ist, lautet, dass Aufklärungsbemühungen die berufliche Existenz vernichten, dann werden weiter Gelder verschwendet und mutige Menschen mundtot gemacht. Ein trauriges Ergebnis. An dem die deutsche Politik Mitschuld hat.
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Einbruch im Kolpingwerk - und ein umstrittener Chef
Der Korruptionsfall in Paraguay eskaliert. Kein Kommentar von Minister Niebel
Im Korruptionsfall beim Kolpingwerk in Paraguay spitzt sich die Situation vor Ort weiter zu. Wie die taz erfuhr, wurde in das Büro der entlassenen Geschäftsführerin Brigitte Fuzellier eingebrochen, mehreren Mitarbeitern die Schlüssel weggenommen und Dokumente entwendet. Zudem eilt dem Nachfolger Fuzelliers bei Kolping in Paraguay, Olaf von Brandenstein, ein zweifelhafter Ruf voraus.
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Chaos bei Kolping in Paraguay: Korruptionsvorwürfe bestätigt
Das Entwicklungsministerium denkt über die Rückforderung der an die Kolping-Stiftung gezahlten Gelder nach. Der Stiftungsvorstand hüllt sich dazu in Schweigen.
10.10
10.10
Reformationstag: Wenn 156 Kirchen läuten
Eigentlich geht es nicht. Und genau deshalb soll es am Sonntag möglich sein, dass alle 156 Kirchen im Kirchenbezirk Leipziger Land gleichzeitig öffnen. Eine einmalige Aktion am Reformationstag, mit dem die evangelische Kirche zwischen Borna, Wurzen und Grimma zeigen will, wozu sie in der Lage ist.
Mit uns der Sieg, mit uns das Feldgeschrei:
Deutschland erwache! Deutschland du bist frei!
vor 78 Jahren: Landesbischof Friedrich Coch in Dresden
Reformationstag: 5. Kirchweihfest in der Dresdner Frauenkirche
Die Dresdner Frauenkirche - geweiht am 30. Oktober 2005 - feiert am kommenden Reformationswochenende ihr fünftes Kirchweihfest. Mit einem Festgottesdienst, einer Geburtstagsfeier auf dem Neumarkt und einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst möchte die Stiftung Frauenkirche den Dresdnern und Gästen Danke sagen.
Am Reformationstag, am 31. Oktober, sind ab 10 Uhr Kinder auf den Neumarkt eingeladen, um auf spielerische Art dem Kirchenreformator Martin Luther zu gedenken. (...)
Im Vorfeld des Kirchweihfestes veranstaltete die Frauenkirche einen Malwettbewerb für Kinder; die Frauenkirche sollte gemalt werden. (...)
Die Dresdner Frauenkirche (ursprünglich: Kirche Unserer Lieben Frau), Aufnahme um 1965
Denkmal des "großen Reformators" M. Luthers vor der Ruine der Frauenkirche, aufgenommen 1958
10.10
Schwestern von gestern
Schmierentheater. Ein christliches Rührstück über Margot Luther Käßmann in der Diaspora lässt die Scheinheilige auferstehen.
Statt froh zu sein, dass die Labertasche Gottes nach Amerika ausgewandert ist, weint man der Ampelüberfahrerin Margot Käßmann in Hannover bittere Tränen nach - zumindest bei der christlichen Nachrichtenagentur epd. Deshalb hat sich die Chefredakteurin des Landesdienstes Niedersachsen, Ulrike Millhahn, kurzerhand eine Reise nach Atlanta gegönnt, wo die angebetete Exbischöfin bei einer Universität Unterschlupf gefunden hat.
"Ehemalige EKD-Ratsvorsitzende lebt vier Monate in den USA", lautete der Titel der anlasslosen epd-Reportage am vergangenen Mittwoch. Vier Monate hat man es ohne Schwester Käßmann ausgehalten, nun wanzt man sich wieder an die gefallene Landestochter heran.
Herausgekommen ist ein mit feuchten Fingern verfasstes Rührstück über eine Deutsche, die von den Amerikanern selbstverständlich sofort ins Herz geschlossen wurde. " ,In Deutschland ist sie sehr beliebt', sagt eine ältere Dame zu ihrer Sitznachbarin, bevor die Feier in der Universitätskirche beginnt", schleimt es aus dem Bericht über einen Margottesdienst, den Käßmann zelebriert. "Ziemlich schnell hat sie die Lacher auf ihrer Seite, als sie über den Turmbau zu Babel spricht und zugibt, dass sie die Aussprache von ,Megalomania', auf Deutsch ,Größenwahn', erst einmal üben musste.
Auch die beiden Damen nicken sich lächelnd zu." Offenbar wissen die so einverstanden lächelnden Damen nicht, dass Käßmann von Größenwahn jede Menge versteht. "Sie sind sichtlich gerührt, als Käßmann die Einsetzungsworte für das Abendmahl auf Deutsch spricht und auch den Segen in der Sprache Luthers erteilt." Wo so viel Rührung vorherrscht, da darf der Nationalstolz nicht fehlen bei der weitgereisten Reporterin, die allen Ernstes dichtet: "Deutschland steht hier hoch im Kurs, und das einstige Oberhaupt der evangelischen Kirche ist sehr gefragt." Fast kommen einem die Tränen, dass die Angehimmelte in der Diaspora versauern muss. "Es war eine schwierige Zeit, und natürlich spüre ich auch Wehmut und Traurigkeit", sagt die öffentlichkeitsgeile Käßmann über ihre "Autofahrt unter Alkoholeinfluss", wie die Hofberichterstatterin die Sufffahrt ihrer Königin der Herzen sanft umschreibt.
Unter Schwestern von gestern wird die Rückkehr der Geläuterten medial vorbereitet: " ,Da schließt sich ja fast ein Kreis', sagt sie nachdenklich." Und der angeekelte Leser ahnt bereits, was nun kommt: Käßmann wird auf eine Stufe gestellt mit einem bekannten Gottesmann, dessen Licht auch sie beleuchten soll. "In Atlanta wurde der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) geboren und begraben. Sein Einsatz für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit für alle Menschen hatte die 16-jährige Margot als Austauschschülerin in den USA einst zum Theologiestudium inspiriert."
Margot Luther Käßmann heißt die Heldin dieser Herrschaftsprosa, mit der die Auferstehung einer Scheinheiligen sich ankündigt. Ein journalistisches Schmierentheater, bei dem einen das Grauen überkommt.
10.10
Janosch: Die Taufe ist für die Eltern ein Zwang unter Androhung der ewigen Hölle, denn hier wird das Kind in die Kirche eingeschrieben. Geboren zu werden ist bereits die erste (Erb)Sünde ...
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Enttaufung:
10.10
Eine neue Artikelserie: Die Kirche und der Mammon (Startkapitel)
Nachdem endlich durch Medien, Gesellschaft und Zeugenaussagen ans Tageslicht befördert wird, was jahrzehntelang hinter den heiligen Mauern der Kirche geschah und sich der heutige Papst noch nicht mal dafür entschuldigen kann, wird es auch mal Zeit nachzufragen, wie dieser klerikale Verein seit tausenden von Jahren zum Thema Geld steht.
Schon der Philosoph Friedrich Nietzsche sagte: „Die Kirche ist die höchste aller denkbaren Korruptionen“. Bischof Hieronimus bekannte im 12. Jahrhundert öffentlich: „Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier, und indem wir gegen das Geld wettern, füllen wir unsere Krüge mit Gold, und nichts ist uns genug.“
Die Frage ist also: Wie kam die Kirche zu so immensen Reichtum, wo sie doch eigentlich immer sagt, dass den Armen das Reich Gottes ist. Wie konnte sie im Laufe der Zeit zu solcher Machtfülle gelangen, wie wir das heute jeden Tag erleben.
["Die Kirche und der Mammon" weiterlesen »]
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Die Kirche und der Mammon, Teil 1
Woher kommt der Reichtum der Kirche?
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Die Kirche und der Mammon, Teil 2
Wie die Klöster reich wurden
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Die Kirche und der Mammon, Teil 3
Mönche als Fälschungsexperten
10.10
Richard Dawkins: "Die Schöpfungslüge"
Seit knapp zwei Wochen ist Richard Dawkins neuestes Buch, "The Greatest Show on Earth: The Evidence for Evolution" auch auf Deutsch erhältlich: "Die Schöpfungslüge: Warum Darwin recht hat". Aus diesem Anlass stellte der britische Evolutionsbiologe am vergangenen Donnerstagabend in Mühlheim an der Ruhr persönlich sein Buch vor – sein einziger Auftritt in Deutschland in diesem Jahr.
10.10
Gottes Bankster
Hintergrund. Gegen die Vatikanbank wird wegen Geldwäsche ermittelt. Das im persönlichen Eigentum des Papstes befindliche Geldinstitut IOR wird seit Jahrzehnten zahlreicher schwerer Delikte beschuldigt
Am 20. September teilte die römische Staatsanwaltschaft offiziell mit, daß sie gegen die Bank des Vatikans, die sich sinnigerweise Istituto per l’Opere religiose (IOR, Institut für religiöse Werke) nennt, wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt. In die Untersuchung sind der Präsident des IOR, Ettore Gotti Tedeschi, und sein Generaldirektor, Paolo Cipriani, persönlich einbezogen. Die beiden Bankoberen werden beschuldigt, gegen das 2007 verabschiedete Geldwäschegesetz verstoßen zu haben, indem sie die italienische Zentralbank nicht wie vorgeschrieben über Absender und Empfänger von Transfers über 5000 Euro informierten. In welcher Höhe das Limit überschritten wurde, ist bisher nur aus zwei Kontobewegungen über 23 und drei Millionen Euro bekannt, die das IOR von einem offenbar anonymen Konto angeschoben haben soll. Die Beträge, die an die Frankfurter Niederlassung von J. P. Morgan und die römische Banca del Fucino gingen, wurden beschlagnahmt.
Die neuen Anschuldigungen treffen den Vatikan besonders schwer. Gotti, der vorher Berater bei McKinsey und danach in der großen europäischen Privatbank Santander war, wurde erst 2009 vom Papst als neuer IOR-Chef eingesetzt und sollte vor allem den schlechten Ruf der Vatikanbank (von dem gleich die Rede sein wird) beheben. Im Vatikan beließ man es deshalb nicht bei Unschuldsbeteuerungen, sondern forderte umgehend die konfiszierten Beträge zurück. Daß dabei auch noch die guten Beziehungen und die persönliche Freundschaft Tedeschis zu Giulio Tremonti, dem Finanzminister Silvio Berlusconis, ins Spiel gebracht werden, dürfte allerdings wenig hilfreich sein, laufen doch gegen den Regierungschef selbst gerade wieder zwei Ermittlungen wegen Korruptionsaffären.
Bischöfe und Putschisten
Wirft man einen Blick zurück auf die letzten Jahrzehnte, dann sind die Bekundungen des Heiligen Stuhles, man sei über die Vorgänge bestürzt und erstaunt, keinen Pfifferling wert und können, auf Benedikt XVI. bezogen, wieder einmal nur als pure Heuchelei verstanden werden. Auch kann angenommen werden, daß es sich bei den bekanntgewordenen Fakten nur um die sprichwörtliche Spitze des Eisberges handeln dürfte.
Das IOR ist, obwohl meist als Vatikanbank bezeichnet, durch Erlaß Pius XII. (Papst 1939–1958) vom 24. Januar 1942 Privatbesitz des Papstes, der auch ihre Gewinne einnimmt. Damals wurden die Milliardenbeträge, die der italienische Staat dem Heiligen Vater im Rahmen der 1929 geschlossenen Lateranverträge zahlte und die sich seitdem beträchtlich vermehrt hatten, aus der Finanzverwaltung des Kirchenstaates herausgelöst und in das IOR überführt. Die Bank legt weder Bilanzen noch Geschäftsberichte vor. Sein Budget bestreitet der Vatikan nach internen Angaben aus Spenden und Zuschüssen, Mieteinnahmen, Verpachtungen, dem Verkauf der weltweit begehrten Briefmarken und Münzen. Paul VI. (Papst 1963–1978) übertrug die Leitung des IOR 1970 dem Erzbischof Casimir Marcinkus. Von dessen krimineller Rolle wird noch die Rede sein.
Als der heutige deutsche Papst im November 1981 als Kardinal Joseph Ratzinger in Rom das Amt des Präfekten der Glaubenskonkregation antrat, steckte der Vatikan tief im schmutzigsten Skandal der Nachkriegsgeschichte. Im März des Jahres war die mit Geheimdienstkreisen, Regierungsmitgliedern, der Finanzwelt, der Mafia und höchsten kirchlichen Würdenträgern verquickte faschistische Putschloge Propaganda Due (P2) aufgedeckt worden. Der Altfaschist aus Mussolinis Zeiten Licio Gelli hatte die Loge Anfang der 70er Jahre im direkten Auftrag der CIA gegründet. Er bildete ein Dreierdirektorium, in das er den Sozialistenchef Bettino Craxi und den späteren Medientycoon und heute reichsten Kapitalisten des Landes, Silvio Berlusconi, derzeit noch Regierungschef, aufnahm. Anfang der 90er Jahre kam durch Prozesse gegen Wirtschaftskriminelle ans Licht, daß die P2 Korruption und Bestechung im Ausmaß von Milliarden Dollar betrieb. Die Publizisten Giovanni Ruggeri und Mario Guarino enthüllten, daß die Loge das Mediumimperium Berlusconis aufbaute, dessen Forza-Partei initiierte und ebenso den Sozialistenchef Bettino Craxi an die Spitze der Italienischen Sozialistischen Partei (PSI) hievte und sogar als einen neuen »Duce« in Reserve hielt.1 Berlusconi kam in über einem Dutzend Prozessen in letzter Instanz dank ihm höriger Juristen bisher ungeschoren oder mit einem blauen Auge davon. Seine Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage (Leugnung seiner Mitgliedschaft in der P2) konnte er jedoch nicht niederschlagen. Sein Einspruch wurde in allen drei Instanzen zurückgewiesen. Craxi dagegen wurde rechtskräftig zu insgesamt 26 Jahren Gefängnis verurteilt. Vor der Vollstreckung floh er nach Tunis, wo er im ­Januar 2000 verstarb.
Komplott mit der Mafia
Der Loge gehörten nach unvollständigen Angaben weit über 2500 Spitzenleute aus allen Bereichen der Gesellschaft – von Militärs, der Wirtschaft und Hochfinanz über die Legislative und Exekutive bis zu Juristen, Wissenschaftlern und Journalisten – an. Als Führungszentrale der von der CIA mit Hilfe der Faschisten des Movimento Sociale Italiano (MSI) und der geheimen NATO-Truppe Gladio betriebenen terroristischen Spannungsstrategie wollte die Putschloge die verfassungsmäßige Ordnung stürzen und ein Regime faschistischen Typs an die Macht bringen. Nachdem 1964, 1970 und 1973/74 offene Putschversuche gescheitert waren, plante die P2 mittels eines »Cólpo bianco«, eines kalten Staatsstreiches, einen als »demokratische Umgestaltung« getarnten Umsturz herbeizuführen. In diesem Sumpf der Verbrechen steckte der Vatikan, wie im weiteren belegt wird, bis zum Hals mit drin. Denn die P2 war gleichzeitig ein Verbindungszentrum zwischen der Vatikanfinanz und den verschiedenen Gruppierungen der sizilianisch-US-amerikanischen Mafia. Die Kurie störte es nicht im geringsten, daß sie sich mit einer ihren klerikalen Lehren zuwiderlaufenden Freimaurerloge zusammentat.
119 Mitglieder aus der Welt der Banken und Hochfinanz verdeutlichen den hohen Stellenwert dieses Sektors in den Plänen der P2. Sie beherrschte zwei der sowohl national wie international einflußreichsten Institute: den Banco Ambrosiano (BA) und den Banco Nazionale del Lavoro. Der führende Politologe Italiens, Giorgio Galli, hat in seinem Buch »Staatsgeschäfte, Affären, Skandale, Verschwörungen« ausführlich dargelegt, wie der von der P2 beherrschte BA zum »Begegnungszentrum zwischen Vatikanfinanz und den innersten Gruppierungen der sizilianisch-amerikanischen Mafia« wurde. An Hand zweier Finanzhaie, Roberto Calvi und Michele Sindona, beide Vertrauensleute der Vatikanbank IOR, belegte Galli die Komplizenschaft der Kurie mit dem organisierten Verbrechertum, insbesondere der Mafia, und ihre Beteiligung an Korruptionsaffären der übelsten Art. Später stieß IOR-Chef Marcinkus zu ihnen.
Sindona begann sein Geschäftsleben während der Besatzungszeit der USA 1943 auf Sizilien, wo er Zigaretten und andere Waren aus Beständen der US-Army auf dem Schwarzen Markt verhökerte. Dann stieg er in Grundstücksspekulationen ein. 1950 war der damals 33jährige bereits Millionär und einer der großen internationalen Finanzhaie. Er gründete ein Mafiakreisen, der P2 und dem IOR dienendes Riesenunternehmen. Es entstand, schrieben die Publizisten Paolo Panerai und Maurizio De Luca, in »Europa und den USA ein Imperium ohnegleichen, mit Tausenden Verzweigungen in allen Wirtschaftsbereichen, von Banken über Finanzgesellschaften, Immobilienunternehmen und Elektronikkonzernen bis zu Textilbetrieben und großen Hotels, darunter das berüchtigte Watergate in Washington. Sindona wurde Vertrauensmann des Vatikans und Teilhaber großer englischer und amerikanischer Banken, so den Hambro von London und der Continental Illinois Bank von Chicago, und »Beherrscher der italienischen Börse«.2 Er beriet Richard Nixon in Geschäftsangelegenheiten und unterhielt beste Kontakte zum Weißen Haus, pflegte gute Beziehungen zur CIA und ins Pentagon.
Die Sucht nach immer größeren Profiten und neuen Unternehmungen und Spekulationen mit schwindelerregenden Summen brachten dem Finanzmagnaten 1974 den Zusammenbruch. Sein Sturz wurde mit dem Bankrott von vier Großbanken, die ihm gehörten oder an denen er die Mehrheitsanteile hielt, darunter die Franklin National Bank von New York, besiegelt. Sindona floh in die USA, wo er im Juni 1980 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und anschließend nach Italien ausgeliefert wurde. Hier wurde er u.a. wegen diverser Bilanzfälschungen, des Heroinhandels zwischen Italien und den USA in Höhe von jährlich 600 Millionen Dollar und der Anstiftung zum Mord angeklagt. Hohe Vertreter der Politik (Ministerpräsident Andreotti), der Wirtschaft (Staatsbankpräsident Carli) und des Vatikans (die Kardinäle Caprio und Guerri sowie Ezbischof Marcinkus) versuchten vergebens, ihn zu retten. Als Sindona drohte, »klingende Namen« zu nennen, wenn der Prozeß gegen ihn nicht eingestellt werde, schlug die Omertà (Schweigeprinzip der Mafia – d. Red.) zu. Vier Tage nach der Verkündung der lebenslangen Haftstrafe starb er am 22. März 1986 in seiner Zelle an einer Überdosis Zyankali. »Mi hanno avvelenato« (»sie haben mich vergiftet«) waren seine letzten überlieferten Worte.
Am Beispiel des erwähnten Katholiken Giulio Andreotti wird deutlich, wie maßgebliche Vertreter der Democrazia Cristiana (DC) und Regierungskreise in das Geflecht von Mafia, Vatikan und P2 eingebunden waren. Der siebenmalige Ministerpräsident Andreotti wurde immer wieder verdächtigt, der P2 anzugehören, ja sogar ihr eigentlicher Chef gewesen zu sein. In den 90er Jahren wurde er der Komplizenschaft mit der Mafia und im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Aldo Moro der Anstiftung zum Mord angeklagt und verurteilt. In der Revision konnten seine Anwälte einen Freispruch nur wegen Mangels an Beweisen durchsetzen.
»Bankier Gottes«
Der P2-Finanzier Robert Calvi stand dem BA, welcher der Loge als Zentrale der Schmiergelder, der Geldwäsche und des Absahnens diente, als Präsident vor. Als Finanzmanager des Vatikans nannte man ihn »Bankier Gottes«. Obendrein war er Verbindungsmann zur sizilianisch-amerikanischen Mafia. Der Abgeordnete und Herausgeber der römischen Repùbblica, Eugenio Scalfari, veröffentliche am 26. Juni 1982 in seiner Zeitung einen Bericht über das Beziehungsgeflecht um die P2. Er schilderte, wie Erzbischof Marcinkus 1971 beauftragt wurde, die Immobilien des Vatikans in Italien zu veräußern und den Erlös ins Ausland zu schaffen. Den Verkauf schob er mit Hilfe Sindonas und Calvis an und kam so mit der Mafia ins Geschäft. Über Calvi und Marcinkus wurde die P2 Partner einer im Herzen Roms existierenden, aber von den italienischen Gesetzen unabhängigen staatlichen Macht mit dem Papst als Oberhaupt. Vor allem aber war sie mit einer Finanzmacht (allein ein Aktienbesitz von fünf Milliarden Dollar) liiert, deren Instrumentarium von Börsenspekulationen über Kapitaltransfers bis zur Geldwäsche von außen nur schwer durchschaubare Möglichkeiten bot. Unter die schmutzigen Geschäfte der Kurie fiel der Versuch, den italienischen Staat um 2,2 Milliarden. Dollar Mineralölsteuer zu betrügen. Als der BA mit einem Verlust von über drei Milliarden Dollar 1982 Bankrott machte, erhoben 120 Gläubigerbanken Forderungen gegen ihn. Unter anderem waren 700 Millionen Dollar spurlos verschwunden, die Calvi mittels »Patronage«-Briefen (Bürgschaften der Vatikanbank) von ausländischen Banken als Kredite erhalten hatte. Sie lagerten, wie vermutet wurde, auf Nummernkonten der P2 in der Schweiz. Licio Gelli wurde später in der Eidgenossenschaft verhaftet, als er von einem solchen Konto abheben wollte. Während der Ermittlungen kamen die Verwicklungen des Vatikans in die Betrugsaffären ans Licht, so die dubiosen Geschäfte, welche IOR-Chef Marcinkus mit Sindona und Calvi getätigt hatte. In einem Fall hatte das IOR vom Ferruzzi-Konzern 75 Millionen DM Schmiergelder entgegengenommen und auf Konten in Luxemburg transferiert, wo sie italienischen Politikern zur Verfügung standen. Die Summe war als Staatsanleihe deklariert worden. Der Kirchenstaat war über das IOR als Mehrheitsaktionär am BA beteiligt und mußte offiziell Verluste von 160 Millionen Dollar hinnehmen (die tatsächliche Summe wurde bedeutend höher veranschlagt) und darüber hinaus für seine Beteiligung an Briefkastenfirmen Calvis 250 Millionen Dollar Entschädigungen zahlen. An der Zahlung der Summe soll sich das Opus Dei (Werk Gottes) beteiligt haben. Analytiker vermuten vielseitige, auch personelle Verflechtungen, aus denen durchaus eine doppelte Zugehörigkeit zur P2 wie auch zu dem Machtzentrum im Vatikan geschlußfolgert werden könnte.
Geheimgeld im Papstgepäck
Als die P2 aufgedeckt wurde, floh Gelli nach Südamerika, Calvi setzte sich nach London ab. Als er dort drohte, die Hintermänner zu nennen und selbst den Papst bloßstellen wollte, ereilte ihn bereits vier Jahre vor Sindona dasselbe Schicksal wie jenen. Am 18. Juni 1982 wurde er unter der Black-Friars-Bridge erhängt aufgefunden. Kaum ein Insider in Rom hat je ernsthaft daran gezweifelt, daß mit Calvi einer der gefährlichsten Mitwisser mit Hilfe der Mafia ausgeschaltet wurde. Denn der Bankier Gottes erledigte für den Vatikan und Papst Wojtyla persönlich auch noch besonders brisante geheimdienstliche Aufträge. Er war an der Bereitstellung von Geldern für die Untergrundarbeit der polnischen Solidarnosc, deren Unterstützung Wojtyla und USA-Präsident Ronald Reagan im Juni 1982 vereinbart hatten, beteiligt. Die Summen, welche die USA beisteuerten, gingen an IOR-Chef Marcinkus. Wojtyla habe seinen Status als Staatsoberhaupt bei Reisen in sein Heimatland Polen dazu genutzt, solche Gelder in seinem Diplomatengepäck zu befördern. Calvi bezifferte laut einem Bericht des Tagesspiegel vom 16.März 2009 die Finanzhilfe des Vatikans auf mehr als eine Milliarde US-Dollar.
Wie Carl Bernstein und Marco Politi in ihrem Buch »Seine Heiligkeit Johannes Paul II. und die Geheimdiplomatie des Vatikans« berichteten, pflegte Wojtyla eine enge konspirative Zusammenarbeit vor allem mit dem Malteserritter General Vernon Walters, einem der ranghöchsten US-amerikanischen Agentenführer und später stellvertretender CIA-Direktor. Bei der Solidarnosc setzten die CIA und der vatikanische Geheimdienst Pro Deo einen ihrer erfahrensten Agenten, einen gewissen Corrado Simioni, ein. Er hatte im Mordkomplott gegen den DC-Führer Aldo Moro, wie bei den Untersuchungen der italienischen Parlamentskommission ans Licht kam, als Anstifter (Einflußagent) in den Roten Brigaden eine entscheidende Rolle gespielt. Vor allem dieses Wissen dürfte wohl Calvis Tod bewirkt haben. Wie Berichten des Mailänder Corriere della Sera als auch des Espresso vom 14. bzw. 28. März 1993 zu entnehmen war, wurde der Agent Simioni übrigens nach erfolgreichem Einsatz im Oktober 1992, begleitet von dem führenden Pro-Deo-Mann Abeé Pierre, von Johannes Paul II. (Papst 1978–2005) in Privataudienz empfangen.
Da das IOR am BA beteiligt war, ermittelte die römische Staatsanwaltschaft wegen betrügerischen Bankrotts und weiterer diverser Delikte auch gegen Erzbischof Marcinkus. Er hatte u.a. versucht, gefälschte Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar zu verkaufen. Der IOR-Chef wurde auch noch der Verwicklung in die Entführung und Ermordung des DC-Führers Aldo Moro (März/Mai 1978) verdächtigt. Sergio Flamigni, Mitglied der Parlamentskommission zur Untersuchung des Mordes, führt in seinem Buch »Das Spinnennetz« an, daß in der an der Fluchtroute liegenden Residenz des Erzbischofs der entführte Moro versteckt worden sein könnte. Nach Zeugenaussagen wurde Moro danach im Fluchtfahrzeug jedenfalls nicht mehr gesehen.
Der Mittäterschaft an der Ermordung Moros wurden auch Mitglieder des mit dem Vatikan eng verbundenen Malteser-Ordens, von dem 27 Ordensleute der P2 angehörten, verdächtigt. Die Vermutung erhärtete sich, als der Botschafter des Ordens, Prinz Johannes Schwarzenberg, der Angaben zu den Vorkommnissen machen wollte, mit seiner Frau bei einem Autounfall ums Leben kam. Wegen der Verwicklung Marcinkus’ in den Mordfall Moro wurde jedoch keine Untersuchung eingeleitet.
Benedikt, der Reinwascher
Nach dem Bankrott des BA begannen gegen 33 Geschäftemacher, Finanziers, Unternehmer und Manager Ermittlungen. Um die Untersuchungen, die sich auch gegen weitere hochrangige Würdenträger der Kurie richteten, abzuwenden, bildete Kardinal Ratzinger eine eigene Kommission zur Aufklärung der Vorkommnisse. Um deren Ansehen in der internationalen Finanzwelt zu erhöhen, gewann er den Chef der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs, zur Mitarbeit. Mit ihm wirkte nicht nur ein Finanzgewaltiger mit, sondern auch ein Mitglied des exklusiven päpstlichen »Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem«. Die Bildung der Ratzinger-Kommission wurden zum Anlaß genommen, der italienischen Justiz eine Auslieferung von Marcinkus und anderen Amtsinhabern der Kirche zu verweigern. Ratzingers »Untersuchungen« zogen sich über Jahre hin. Im Gegensatz zu Calvi und Sindona bewahrte Marcinkus eisernes Schweigen, was ihn wahrscheinlich vor deren Schicksal bewahrte. 1990 wurde er von der Ratzinger-Kommission freigesprochen. Selten hat Ratzinger die von ihm so gern zur Schau gestellte Redlichkeit derart ad absurdum geführt wie im Fall der vertuschten Verstrickung der Kurie in schwerste kriminelle Vergehen. Marcinkus war allerdings zu sehr kompromittiert, um das IOR weiter zu leiten. Er wurde in USA zurückgeschickt, wo er im März 2006 starb.
Ähnlich wie im Fall Marcinkus »bewältigte« Ratzinger 1996 einen neuen Skandal, in dem nach einem Bericht des Spiegel (Nr. 24/1996) das IOR und der Opus-Dei-Kardinal Ricard María Carles aktiv waren. Es handelte sich um einen internationalen Ring, der Geldwäsche und Schmuggel von Waffen, Nuklearmaterialien und Diamanten betrieb. Obwohl die Staatsanwaltschaft mit einer »ganzen Serie von sich ergänzenden Zeugenaussagen« aufwartete, gelang es Ratzinger mit seinen bewährten »internen Untersuchungen« auch hier, die Beschuldigten vor Strafe zu bewahren.
1997 konnte die Kurie den der Korruption und Erpressung beschuldigten Erzbischof von Monreale bei Palermo, Salvatore Cassisa, nur durch sein Ausscheiden aus dem Amt und seine Rückberufung in den Vatikanstaat vor einer Anklage durch die italienische Justiz bewahren. Der Prälat wurde beschuldigt, einen Bauauftrag zur Restaurierung des Doms von Monreale gegen Zahlung eines »Obolus« von 50000 DM einer bestimmten Baufirma übertragen zu haben. In einem anderen Fall soll er mit Hilfe zweier Landwirtschaftsexperten rund 750000 DM von der EG ergaunert haben. Die Inspektoren hatten falsche Angaben über den Wert eines der Kurie von Monreale gehörenden Weinberges gemacht, für dessen Stillegung Brüssel Zuschüsse zahlte. Es war, wie die Ermittlungen erbrachten, nicht das erste Mal, daß der Erzbischof sich mit der Mafia eingelassen hatte.
10.10
Fellatio auf offenem Podium: Kirchentreffen im WDR
Beim „1. Evangelischen Medienkongress“ bringt die Kirche ihre Katastrophenkompetenz ins Spiel. Im Westdeutschen Rundfunk in Köln trifft sich der kirchlich-mediale Komplex unter dem Veranstaltungstitel „Bad News are Good News?“ Für die Kirchen ist jede Katastrophe eine gute Nachricht, denn: Wenn dem Mensch der Arsch auf Grundeis geht, die Kirche neue Wärme spendet.
10.10
Neuevangelisierung
Erzbischof Schick von Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz dankt dem Papst für diese Initiative
Benedikt XVI. hat am letzten Sonntag beim Abschlussgottesdienst der Synode über die Lage der Kirchen im Nahen Osten die nächste Bischofssynode für 2012 angekündigt. Sie soll sich mit der Neuevangelisierung befassen. „Das Thema ist außerordentlich wichtig“, so der Erzbischof. „Wir erleben in Europa derzeit einen aggressiven Atheismus und zugleich eine schleichende Säkularisation mit vielen negativen Folgen für die einzelnen Menschen und die Gesellschaften.“ Das Evangelium garantiere die Menschenwürde, erhalte die notwendigen Werte und erziehe zu den unabdingbaren Tugenden. „Wer glaubt ist nie allein, hat Hoffnung und Zuversicht und setzt sich in Liebe für die Mitmenschen ein.“
10.10
10.10
Petersberger Luther-Disput: Reformation am Hindukusch
Zur Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum im Jahre 2017 startete unsere Zeitung gestern ein neues Forum, bei dem Thesen von Reformator Martin Luther an Fragen der Gegenwart gemessen werden. Gestern stand Luthers Haltung zum Krieg im Vordergrund, die höchst aktuell am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gespiegelt wurde.
Erfurt. In der angestrahlten Klosterkirche St. Peter & Paul wurde am gestrigen Abend der Startschuss für eine neue Veranstaltungsreihe der "Thüringer Allgemeinen" gegeben. Wie zu Zeiten Luthers, der mit großer Wahrscheinlichkeit als Mönch diese Kirche besucht hatte, startete dort eine Diskussionsrunde, bei der sich die Gesprächspartner wie zu Luthers Zeiten als Disputanten gegenüberstanden.
Eingeladen waren der Historiker Michael Wolffsohn von der Universität der Bundeswehr in München sowie der Theologe Edelbert Richter aus Weimar.
(...)
Im Mittelpunkt stand dabei die zugespitzte Frage: Luther und Afghanistan - "Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können?"
"Luther hat Expansionsgelüste immer abgelehnt, erst recht das Streben nach Weltherrschaft", erklärte Edelbert Richter und verwies auf die feste Verankerung in der Gegenwart: "Denn auch die UNO- Charta verbietet die Androhung oder Anwendung von Gewalt zwischen Staaten und erlaubt nur einen begrenzten Krieg zur Selbstverteidigung."
10.10
Schwanitz: "Staat ist zur religiösen Neutralität verpflichtet"
Pläne für SPD-Arbeitskreis der Laizisten
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz hat die Pläne zur Gründung eines Arbeitskreises der Laizisten in seiner Partei verteidigt. "Angesichts von 23 Millionen Menschen, die in Deutschland ohne Konfession sind, ist der Staat zur Neutralität verpflichtet", sagte Schwanitz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. Die Initiatoren der Gruppe, die sich für eine strikte Trennung von Staat und Kirche einsetzen, waren zuletzt auch parteiintern kritisiert worden.
Schwanitz forderte, Kreuze aus den Klassenzimmern zu entfernen. Auch Behörden sollten nach seiner Ansicht frei von religiösen Symbolen sein. Zudem müsse an jeder Schulen neben dem Religions- auch ein Ethikunterricht angeboten werden. Ebenso forderte er die Abschaffung der Steuerprivilegien für die Kirchen und ein Ende der Ausbildung von Priestern auf Staatskosten. "Wir müssen ganz grundsätzlich davon wegkommen, dass die Kleriker vom Staat finanziert werden", sagte Schwanitz. Daher gehe aus seiner Sicht auch die jüngste Entwicklung, Imame an deutschen Hochschulen auszubilden, in die falsche Richtung. "Die Situation wird nicht dadurch besser, dass solche Privilegien auf andere Glaubensrichtungen ausgedehnt werden", sagte der Plauener Bundestagsabgeordnete.
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10.10
Die Partei der Gottesknechte
Wegen ihrer Forderung nach Gleichbehandlung aller Religionen wirft Niederbayerns CSU Chef Manfred Weber den Grünen einen versteckten Kulturkampf gegen Bayerns christliche Tradition vor.
10.10
Hartmut Steeb: Christen müssen sich Atheismus stellen
Christen müssen sich nach Ansicht des Generalsekretärs der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, gemeinsam dem zum Teil aggressiven neuen Atheismus stellen.
Als Antwort auch auf die Säkularisierung müsse in Deutschland die christliche Botschaft mit neuer Leidenschaft verkündigt werden, sagte Steeb am Freitag dem epd auf dem «Dritten Internationalen Lausanner Kongress für Weltevangelisation» in Kapstadt.
Deutschland sei zwar ein Land mit einer reichen christlichen Tradition, aber die Zahl der Christen in den Kirchen schrumpfe immer mehr, fügte Steeb hinzu. Auf der Konferenz für Weltevangelisation erlebe man den lebendigen Glauben der wachsenden Kirchen aus Afrika und Asien. (...)
Bisher kümmerten sich beispielsweise kaum evangelikale Christen um die Fragen der Prostitution und des Menschenhandels, fügte Steeb hinzu. Auch Hunger und Armut dürfe keinen Christen gleichgültig lassen. Steeb forderte in diesem Zusammengang mehr Engagement in der Armutsbekämpfung. Die 1886 gegründete Deutsche Evangelische Allianz ist ein Dachverband für theologisch konservative Protestanten.
Mehr als 4.000 evangelikale Führungskräfte und Missionsexperten aus 190 Nationen treffen sich bis zum 24. Oktober beim Internationalen Lausanner Kongress für Weltevangelisation in Kapstadt. Christen aus aller Welt diskutieren dort über die Zukunft der Kirchen und Möglichkeiten der Mission. Veranstalter sind die Lausanner Bewegung und die weltweite Evangelische Allianz (World Evangelical Alliance).
10.10
Theologie und Gottvergessenheit
Der Verlust des aufrechten Ganges, devotes, rektorales Schleimen.
10.10
Holocaust-Leugnen nicht verbieten
In Deutschland macht man sich strafbar, wenn man den Holocaust leugnet. Jetzt will der Präsident der Jüdischen Gemeinde Rom, Riccardo Pacifici, dasselbe Gesetz auch für Italien – und stößt damit auf Widerspruch im Vatikan. Das wäre wohl „nicht der korrekte Weg“, heißt es in der Vatikanzeitung „L`Osservatore Romano“ mit Datum von diesem Dienstag.
10.10
BERLIN. (spd-laizisten/hpd) Die SPD soll sich stärker für die Trennung von Staat und Kirche einsetzen - das forderte am vergangenen Wochenende die Versammlung der SPD-Mitglieder, die einen solchen Arbeitskreis einrichten lassen wollen. Die Gründung wurde seit über zwei Jahren über verschiedene Internetforen vorbereitet. Insgesamt gehören der Gruppe bereits mehr als 400 SPD-Mitglieder an.
Über 50 Genossinnen und Genossen waren aus ganz Deutschland zusammengekommen, um Ziele und Selbstverständnis der neuen Gruppierung in der SPD zu erarbeiten. In Berlin wurde ein Antrag an den SPD-Bundesvorstand vorbereitet.
Angesichts einer immer vielfältigeren Gesellschaft mit mehr Religionsgemeinschaften und zugleich immer weniger religiösen und konfessionell gebundenen Menschen ist ein in Glaubensfragen neutraler Staat das Gebot der heutigen Zeit, war man sich einig.
Die Gruppe versteht sich auch, analog zu den Arbeitskreisen der Christinnen und Christen und der jüdischen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, als eine Vertretung der Konfessionsfreien in der SPD. Bereits etwa 28 Millionen Menschen in Deutschland haben keine religiösen Bindungen mehr. Angesichts der großen Tradition von Humanismus und Aufklärung in der SPD muss gerade die Sozialdemokratie für diese Menschen offen und attraktiv sein, meinten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Versammlung.
Zwar sollen sich auch die konfessionsfreien, humanistischen, atheistischen und agnostischen SPD-Mitglieder in der Gruppierung inhaltlich wiederfinden, gleichzeitig aber sind alle religiösen Genossinnen und Genossen, die sich einen weltanschaulich neutralen Staat wünschen, ebenso willkommen. Dementsprechend finden sich auch schon eine ganze Reihe Christen, Juden, Moslems und auch Buddhisten unter den bisherigen Unterstützerinnen und Unterstützern.
Die im Grundgesetz vorgesehene religiöse Neutralität wird im Alltag der Bundesrepublik allzu oft verletzt. Die Artikel 4 (Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses) und 140 (Gleichbehandlung der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften) werden in vielen Bereichen nicht beachtet. Deshalb reichen die Fragen, die thematisiert werden, vom Kreuz in Schule und Gerichtssaal bis zum Ethikunterricht. Zu letzterem forderte die Versammlung die bundesweite Einführung eines Modells wie in Berlin und Brandenburg, wo es einen für alle verpflichtenden gemeinsamen Ethikunterricht gibt. Ergänzend dazu wird dort ein Religionsunterricht auf freiwilliger Basis angeboten.
Die immer umstritteneren Staatsleistungen an die Kirchen sollen, wie im Grundgesetz gefordert und in den Niederlanden bereits geschehen, abgelöst werden. Eine Bezahlung von Klerikergehältern durch alle Steuerzahler gleich welcher Konfession, wie es derzeit bei vielen Bischofssalären der Fall ist, soll beendet werden.
Weiterhin fordern die "Laizistinnen und Laizisten" volle Arbeitnehmerrechte für die Beschäftigten der Kirchen wie in jedem anderen Tendenzbetrieb. Die entsprechende Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte muss endlich auch in Deutschland umgesetzt werden.
Keineswegs streben die Genossinnen und Genossen ein Ende der Zusammenarbeit der SPD mit den Kirchen an. Da die Kirchen zu den wichtigen gesellschaftlichen Institutionen gehören, wird auch eine Kooperation in übereinstimmenden Positionen als wichtig und sinnvoll angesehen. Auch die Förderung gemeinnütziger Tätigkeiten und Einrichtungen wie bei anderen Trägern der Wohlfahrtspflege stehe selbstverständlich nicht zur Diskussion.
Zur Vertretung der Interessen des "Arbeitskreises in Gründung" wurden sieben Sprecher und Sprecherinnen gewählt, die aus verschiedenen Regionen Deutschlands stammen:
Doris Barnett, MdB, Rheinland-Pfalz . Michael Bauer, Geschäftsführer, Bayern . Ulrike Breth, Dipl. Finanzwirtin, Rheinland-Pfalz . Horst Isola, ehem. SPD-Landesvorsitzender, Bremen . Oliver Lösch, Physiker, Stv. Vorsitzender der Jusos Pfalz . Nils Opitz-Leifheit, Biologe, Baden-Württemberg . Rolf Schwanitz, MdB, Sachsen
Der Sprecherkreis wird in Kürze die Einrichtung eines solchen Arbeitskreises beim SPD Bundesvorstand offiziell beantragen.
Unter den bisherigen über 400 Unterstützern sind bereits eine Reihe von aktiven und ehemaligen Landtags- und Bundestagsabgeordneten, darunter auch Carsten Schneider, MdB, (Thüringen) und Gerd Andres, Bundesstaatssekretär a.D. sowie Ingrid Matthäus-Maier, langjährige Finanzexpertin der SPD sowie ehem. KfW-Chefin.
Der Sprecher- und Sprecherinnenkreis
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Staatliche Neutralität
SPD-Politiker gegen Gottesbezug im Grundgesetz
Kirchenkritiker in der SPD wollen einen laizistischen Arbeitskreis gründen. Das finden weder Parteichef Gabriel noch die Kirche gut.
Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, kritisierte die Sozialdemokraten daraufhin scharf. Mit der geplanten Gründung eines laizistischen Arbeitskreises in der SPD falle die Partei hinter ihr Godesberger Grundsatzprogramm von 1959 zurück, sagte Zollitsch WELT ONLINE. Damals hätten die Sozialdemokraten sich den Kirchen angenähert und ihren öffentlich-rechtlichen Schutz ausdrücklich anerkannt.
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Das wurde ja langsam mal Zeit. Auch wenn Christian Wulff mit seinen ersten beiden Reden als Bundespräsident zweifellos einen großen Beitrag zur Integration in Deutschland geleistet hat - irgendetwas fehlte ja bei seiner Aufzählung der christlich-jüdischen und islamischen Bestandteile der Bundesrepublik. Ach ja, das waren unter anderem die Konfessionslosen und Atheisten. Und das, obwohl sie längst ein geschätztes Drittel der Bevölkerung stellen.
Gut, dass sich in der SPD nun ein Arbeitskreis bilden soll, der deren Stimme mehr Gehör verschaffen und auf eine stärkere Trennung von Staat und Religion dringen will. Seinen Initiatoren schwebt nicht nur vor, religiöse Symbole wie das Kruzifix künftig aus Schulen, Gerichten und Krankenhäusern zu verbannen und den Gottesbezug aus der Verfassung zu streichen. Sondern auch, die Privilegien und die massive staatliche Subventionierung der Kirchen anzutasten. Diese Forderungen kommen zweifellos einer kleinen Kulturrevolution gleich.
Für viele in der SPD sind sie ein Sakrileg. Seit dem Godesberger Programm von 1959 hat sie sich den Kirchen angenähert, Protestanten wie Johannes Rau und Erhard Eppler haben ihr Profil maßgeblich geprägt. Die Ost-SPD wurde 1989 sogar in einem evangelischen Pfarrhaus gegründet, weshalb sich in ihren Reihen auffällig viele Theologen finden.
Die Laizisten in der SPD haben deshalb den Zorn der Christen-Lobby auf sich gezogen, noch bevor sie sich überhaupt zum Arbeitskreis formieren konnten.
Dabei stoßen sie eine überfällige Debatte an: Wie viel Religion verträgt Deutschland? Angesichts eines zunehmend stärker sichtbar werdenden Islam und christlicher Kirchen, die sich dadurch in ihrem Sendungsbewusstsein noch gestärkt sehen, treibt diese Frage derzeit viele Menschen um.
Doch bislang gibt es keine Partei, die darauf ernsthaft eine Antwort weiß. Höchste Zeit also, dass sich jemand mal auf die Fahnen schreibt, die unvollendete Säkularisierung der Bundesrepublik zu vollenden.
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Laizisten-Gruppe in der SPD: Genossen ohne Gott
Innerhalb der SPD will sich ein Arbeitskreis der Laizisten gründen. Obwohl der Gegenwind der Christen stark ist, gibt es schon jetzt mehr als 400 Unterstützer.
Bislang war Nils Opitz-Leifheit vielen in der SPD kein Begriff. Im baden-württembergischen Landtag dient der 45-jährige Diplom-Biologe aus Waiblingen der Partei als Berater für Agrar-, Umwelt- und Energiefragen. Doch mit seinem neuen Amt begibt er sich in ein Minenfeld.
Nils Opitz-Leifheit ist einer der sieben Sprecher einer Gruppe innerhalb der SPD, die sich für eine stärkere Trennung von Staat und Religion stark machen will. "Laizisten" nennen sie sich, nach dem französischen Vorbild. Wie heikel diese neue Gruppierung in ihrer Partei schon gesehen wird, erkennt man daran, dass es ihre ursprüngliche Web-Adresse "SPD-Laizisten" nicht mehr gibt. Wer ihr politisches Programm sucht, wird jetzt unter www.laizistische-sozis.de fündig. Der Bezug zur SPD darf vorläufig nicht allzu deutlich werden.
Der Gegenwind ist auch stark. Der Thüringer SPD-Landesvorsitzende Christoph Matschie nannte einen solchen Arbeitskreis "überflüssig", Wolfgang Thierse warnte davor, aus der SPD eine "atheistische, antikirchliche Partei" zu machen. Auch aus den Kirchen kam Kritik. Robert Zollitsch, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, kann dem geplanten Arbeitskreis nichts abgewinnen. Er sieht darin einen Schritt zurück hinter das Godesberger Parteiprogramm von 1959, mit welchem sich die Sozialdemokratie auf die Kirchen zubewegt hatte.
Trotzdem kann sich Opitz-Leifheit nicht über mangelnden Zulauf beklagen. Mehr als 400 Unterstützer sind es schon, darunter Bundestagsabgeordnete und prominente SPD-Mitglieder wie Ingrid Matthäus-Maier oder Horst Isola, ein SPD-Urgestein aus Bremen - "und stündlich werden es mehr", freut sich Opitz-Leifheit. Der Arbeitskreis in spe steht Mitgliedern aller Konfessionen offen.
Voraussetzung ist, dass sie ihre Religion vor allem als Privatsache betrachten, weshalb Konfessionslose, Agnostiker und Atheisten wohl in der Mehrheit sind. Ob die "Laizisten" als eigener Arbeitskreis in der SPD anerkannt werden, darüber muss der Parteivorstand befinden. Andrea Nahles hat deren Sprecher schon zu einem Gespräch geladen. Zumindest sie kennt den Namen Nils Opitz-Leifheit jetzt schon.
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Laizisten nicht willkommen in der SPD
(...) Sigmar Gabriel hatte die Gruppe zuvor zu einem rein privaten Zusammenschluss erklärt.
"Die Gruppe dürfe das SPD-Logo nicht verwenden, erklärte eine Parteisprecherin dieser Zeitung: „Die Parteispitze macht sich die Ziele einer Gruppe, die ausschließlich auf eine grundsätzliche Veränderung des Verhältnisses zwischen Staat und Religionsgemeinschaften hin zu einer strikten Trennung gerichtet sind, ausdrücklich nicht zu eigen“, sagte sie. Die SPD stehe schließlich zum kooperativen Verhältnis zwischen Kirchen und Religionsgemeinschaften.Dies sehe das Grundgesetz so vor, dies bejahe die SPD in
ihren Grundsatzprogrammen, dies habe sich obendrein in der Praxis „im vertrauensvollen Miteinander zwischen SPD und Kirchen bewährt“.
10.10
Rom eröffnet erstes katholisches Pub ‚Giovanni Paolo II’
Alternative für junge Katholiken – neben Spaß und Geselligkeit auch Platz für Spiritualität ‚für alle Jugendlichen, die der leeren Nächte müde sind’
(Giovanni Paolo II)
10.10
Rezension
Die Tatsache der Evolution
(hpd) Richard Dawkins legt mit seinem Buch eine persönliche Zusammenfassung aller Belege dafür vor, „dass es sich bei der ‚Theorie’ der Evolution in Wirklichkeit um eine Tatsache handelt, die so unbestreitbar ist, wie es eine wissenschaftliche Tatsache überhaupt sein kann“. Die von ihm referierten einzelnen Belege aus den unterschiedlichsten Forschungs- und Wissenschaftsbereichen veranschaulichen diese Grundposition in eindrucksvoller Weise.
10.10
Keine »faulen« Kompromisse
„C-Politiker müssen Flagge zeigen!“
Der katholische Taliban von Köln, Joachim Meisner, im Interview mit der Neuen Passauer Presse.
Meisner warnt christliche Politiker vor „faulen Kompromissen“. Außerdem fordert er eine „freimütige Debatte“ darüber, „welche Elemente fremder Kulturen nicht mit unserer Kultur vereinbar sind“.
10.10
10.10
Zweifel an Gott im Vatikan
Enoch zu Guttenberg zelebriert das Requiem des 'Kirchengegners' Verdi
10.10
Schläge im Namen des Herrn
Je gläubiger Christen sind, desto eher schlagen sie ihre Kinder. Diesen Befund hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) unter Leitung von Christian Pfeiffer veröffentlicht und sorgt damit für Gesprächsstoff. Freikirchliche Christen tendierten noch eher zu Gewalt in der Erziehung als etwa Muslime, sagt die Studie, aus der das KFN vorab einige Ergebnisse bekannt gab.
10.10
Einzige Chance für Frieden in Nahost: Jesus
Nur das Evangelium kann Israelis und Palästinenser versöhnen
Kapstadt (idea) – Jesus Christus ist die einzige Chance für Frieden im Nahen Osten. Diese Ansicht vertrat der Direktor der Organisation „Jews for Jesus“ (Juden für Jesus) für Israel, Dan Sered (Tel Aviv), beim 3. Lausanner Kongress für Weltevangelisation am 19. Oktober in Kapstadt (Südafrika). Wie er sagte, könne nur die versöhnende Botschaft des Evangeliums jüdische Israelis und arabische Palästinenser zusammenbringen. Die christliche Palästinenserin Shadia Qubti (Nazareth), erklärte, es sei für sie nicht immer leicht, einzusehen, dass Jesu Gebot der Feindesliebe auch für ihr Verhältnis zu Israelis gelte. „Aber als Christin gelingt es mir.“ Christliche Palästinenser hätten es im Alltag besonders schwer, da sie „eine Minderheit innerhalb einer Minderheit“ seien. Schätzungen zufolge sind zehn Prozent der Palästinenser Christen. Qubti engagiert sich im christlichen Verein „Musalaha“ (arab. „Versöhnung“), der sich für ein friedliches Miteinander von Arabern und Juden einsetzt. Der 3. Lausanner Kongress für Weltevangelisation dauert bis zum 24. Oktober. An dem Treffen nehmen mehr als 4.000 evangelikale Führungskräfte und Missionsexperten aus 197 Ländern teil.
10.10
10.10
Wo ich nicht hingehör!
Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin
„Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht.“ Wer das nicht akzeptiere, „der ist bei uns fehl am Platz“.
Pluralismus, Toleranz, ja das ganze Grundgesetz sind mit dieser Aussage tot. Millionen Menschen, und nicht nur Atheisten, sind in Deutschland fehl am Platze. War ja zu befürchten.
Ich persönlich fühle mich nicht dem christlichen Menschenbild verbunden, in keiner Weise. Also habe ich kein Platz mehr in Deutschland, nicht integrierbar, mit einem Bekenntnis zum Grundgesetz könnten wir alle leben, mit einem christlichen Menschenbild nicht.
Diese Äußerung Ihrerseits Frau Merkel ist völlig verblödet, destruktiv, reaktionär und menschenverachtend. Den Juden und Muslimen kann ich nur empfehlen Deutschland zu verlassen, ein christliches Bekenntnis ist ihnen eh nicht möglich.
Die Frage, die sich für mich ergibt, wann gibt es die Kennzeichnungspflicht für Nicht-Bekennende. Einen aufgestickten
 
Scheiterhaufen für die Atheisten und Ungläubigen, Muslime bekommen den Halbmond als Sticker, Juden hatten wir ja schon, da bedarf es keines neuen Designs. ["Wo ich nicht hingehör! weiterlesen »]
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Verpflichtung auf christliches Menschenbild nicht akzeptabel
Konfessionslosenverband protestiert gegen Merkels Äußerungen zur Säkularisierung
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10.10
EKD-Kulturbeauftragte:: Kirchen und Musikschulen sollten kooperieren
Musik sei ein Ausdruck des Glaubensleben, daher hätten Kirchen auch eine musikpädagogische Aufgabe.
10.10
Das für die Heiligsprechnung nötige Wunder ereignete sich laut Kirche lange nach ihrem Tod: Sie soll im Jahr 1961 eine Frau von Leukämie geheilt haben.
10.10
Marienerscheinung in Malta warnt vor Ehescheidung
In Malta steht die Einführung der Scheidung zur Debatte; ein Malteser verbreitet Botschaften der Gottesmutter, in denen sie davor warne und zu Gebet und Umkehr zu Jesus aufrufe
10.10
10.10
10.10
10.10
Frei von Religion
Wir leben nicht in einem christlichen Staat. Also: keine Kreuze in Schulen, keine speziellen Theologien an den Unis.
Nach vielen Jahren der Vorbereitung wurde die Universität Frankfurt am Main im Oktober 1914 eröffnet. Gestiftet hatten sie wohlhabende, überwiegend jüdische Mäzene, denen viel an unabhängiger Forschung und Lehre lag. Eben deshalb mischten sie sich in eine Frage ein: Eine theologische Fakultät durfte es nach ihrem Willen nicht geben. Unter (rechts-)geschichtlichen und philosophischen Gesichtspunkten sollten Wissenschaftler auch Religionen erforschen, aber Glaubensbekenntnisse und Theologenausbildung sollten von einer neuzeitlichen, im besten Sinn des Wortes bürgerlichen Universität ferngehalten werden.
Von diesem liberalen Prinzip hat sich die Bundesrepublik weit entfernt. Politiker und Kommentatoren feierten es als Großtat, dass neben katholischen und protestantischen Geistlichen nun auch Imame an Universitäten ausgebildet werden. Das dokumentiert, wie verklebt und unklar in Deutschland gedacht wird.
10.10
Ubicumque et semper: Neues Bullshit-Ministerium
B16 will ungläubiges Europa christianisieren
10.10
BELGIEN. (hpd) Die Träger der belgisch-flämischen Website "erisgeengod" (es gibt keinen Gott), versuchen über die Aktion "Atheismus Kampagne" in Belgien via Twitter und Facebook ein Netzwerk von erklärten Atheisten aufzubauen. Sie verstehen sich nicht als eine klassische atheistische Organisation, sondern mehr als unabhängige Bewegung von Menschen, die "auf freundliche Weise" den Atheismus promoten will.
10.10
Interview: Keinen „Kniefall vor dem Glauben“
(hpd) Vor wenigen Tagen erschien im Alibri Verlag eine Arbeit, die sich mit den biologischen und kulturellen Grundlagen von Religionen auseinandersetzt. Ziel dieses Buches ist eine naturwissenschaftlich-biologische Definition des Begriffes Religion. hpd sprach mit dem Autor, Andreas Kilian, über seine „Logik der Nicht-Logik“, in der er das Phänomen Religion konsequent den Naturwissenschaften unterordnet.
10.10
Die Creative Kirche macht damit ihrem Namen mal wieder alle Ehre. Die Aktion startet zum Auftakt der Himmelwärts-Saison – den Gottesdiensten im Saalbau. Der nächste findet am Sonntag, 3. Oktober, um 18 Uhr statt. Dort, so dachte sich Dettmann, sollen eigentlich viel mehr Menschen zu Wort kommen, die nicht Theologie studiert haben. Denn oft habe er in Gesprächen die Erfahrung gemacht, dass auch jene im Alltag die gleichen Dinge bewegen: Hoffnung, Enttäuschung und die Frage „Was gibt mir Halt?“.
Das im Fahrzeug von Ingrid Köhler gedrehte Video soll deshalb bei Himmelwärts gezeigt werden. „Wir haben an kurze Sequenzen gedacht. Ein bis drei Personen werden ein paar Minuten sprechen“, so Köhler. Wen es trifft, wird der Zufall zeigen. „Wir fahren einfach los Richtung Busbahnhof, weil da viele warten“, sagt Dettmann. „Die Leute da abzuholen, wo sie sind, das wollen wir wörtlich nehmen.“
10.10
EU kritisiert Steuerprivilegien des Vatikans
Der Vatikan muss für einige seiner Immobilien keine Steuer zahlen. Italien entgehen dadurch rund zwei Milliarden Euro. Das diskriminiert andere Immobilienbesitzer, kritisiert die EU-Kommission.
10.10
Selbstbestimmung
Protest: CDU-Promis unterstützen Fundamentalisten
(hpd) In einem Offenen Brief an den Deutschen Bundestag und die Bundesgeschäftsstelle der CDU wenden sich 30 Organisationen und 60 Privatpersonen gegen die Unterstützung des "Bundesverband Lebensrecht" durch prominente Mitglieder der CDU und CSU. Annette Schavan und und Karl-Theodor zu Guttenberg sind nur zwei der Politiker, deren Grußworte beim "Marsch für das Leben" verlesen wurden.
Es handelt sich bei "Marsch für das Leben" um eine religiöse Organisation, die sich aus Katholiken und Protestanten speist und die für ein Europa "ohne Abtreibung und Euthanasie" eintritt. Der Marsch fand am 18. September in Berlin statt, etwa 1.800 Demonstranten sollen sich "für das Leben" zusammengefunden haben, meldet die "Bild-Zeitung ".
Der Offene Brief rief in der fundamentalistischen Szene bereits Reaktionen hervor. So lautet der Tenor eines Artikels in der katholischen " Tagespost ", die Abtreibungsbefürworter riefen zur "Missachtung der Menschenwürde" auf. Der offene Brief wird als "Coming Out der Selbstgerechten" bezeichnet und die "mit öffentlichen Geldern unterstützten" Unterzeichner - wie etwa Pro Familia - arbeiten laut Tagespost "gegen ein klares Fundament unserer Demokratie".
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, mag dies nun tun
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Abtreibung Sterilisation (Bspl.)
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Euthanasie (Bspl.)

Maximilian Lindner - Aktenverwalter der Anstalt Hadamar (zu Protokoll im Jahre 1946):
Ein (Euthanasie-)Fest in Hadamar:
(Aug. 1941:) Dr. (Friedrich) Berner* [erklärte] bei dem gemeinschaftlichen Mittagstisch, es würde heute der 10000ste Tote verbrannt werden, hierzu habe sich das gesamte Personal einzufinden. Wir versammelten uns (...) gegen Abend auf dem Flur im rechten Flügel, wo jeder eine Flasche Bier empfing und von wo aus es dann in den Keller ging. Dort war auf einer Bahre ein nackter männlicher Toter mit einem großen Wasserkopf aufgebahrt. Auf Vorhalt erkläre ich mit Bestimmtheit, daß es ein wirklich Toter und keine Papierleiche war. Der Tote wurde von den Brennern auf eine Art Trog gelegt und in den Verbrennungsofen geschoben; hierzu hielt [Anstaltsbeamter] Märkle, der sich nach Art eines Geistlichen zurechtgemacht hatte, eine Leichenpredigt. (...) Es wurde auch Musik gemacht (...) es war eine Mordssauferei (...) diese Trinkerei artete dahin aus, daß ein Umzug durch das ganze Gebäude gemacht wurde.
* Euthanasie/T4-Arzt
- der im Keller eingebaute Vergasungsraum umfasste 28 Kubikmeter, die Wände wurden bis zur halben Höhe gekachelt, der Fußboden mit Fliesen ausgelegt und mit gebrauchsüblicher Brause ausgestattet, die außerhalb des Raumes von einem Euthanasie-Arzt betätigt wurde, wobei die Vergasungsabläufe "recht monoton" bzw. "ohne besondere Vorkommnisse" verliefen; und schließlich war auch die "Entsorgung der Desinfizierten" gewährleistet...
Adolf Wahlmann - bekennender Christ und (ab Aug. 1942) Chefarzt und Leiter der Hadamarer Anstalt: Ich kann es (...) mit meiner nationalsozialistischen Einstellung nicht vereinbaren, irgendwelche medizinische Maßnahmen anzuwenden, seien sie medikamentöser oder sonstiger Art, damit das Leben dieser für die menschliche Gesellschaft vollkommen ausfallenden Individuen verlängert wird, ganz besonders in der jetzigen Zeit unseres Existenzkampfes, bei dem jedes Bett für die Wertvollsten unseres Volkes benötigt wird.
Friedrich Happich - Pfarrer und Leiter der Anstalten Hephata (in Treysa) im Juni 1933: Da kam (...) die Berufung Hitlers in das Amt des Reichskanzlers, die Bildung der nationalen Front und der Sieg der nationalen Revolution. Großes haben wir seit dem 30. Januar erlebt und wir danken Gott aus tiefster Seele. Mit ganzer Kraft stellen wir uns hinter die neue Regierung, nicht aus irgendwelchen taktischen Erwägungen, nicht als Konjunkturpolitiker, sonder aus innerster Überzeugung.
Rudolph Boeckh - Pfarrersohn und Leiter der Neuendettelsauer Anstalten (Bayerns größter Diakonie-Einrichtung) im April 1937: Alles Kranke, das nicht wieder der Gesundung zugeführt werden kann, ist Last. (...) Die Entscheidung über die Frage, ob ein Mensch vernichtet werden darf, steht allein dem Mann zu, der unter Berufung auf den Schöpfer die Gewalt in seiner Hand hat, über Leben und Tod zu entscheiden. (...) Das kann und darf allein der Führer.
Ewald Meltzer - Leiter der Anstalt in Großhennersdorf (auf der Tagung des evangelischen "Ausschuß für Rassenhygiene und Rassenpflege") im April 1937: [I]ch sage, wenn 1916 angeordnet worden wäre, daß die Idioten auf sanften Wege aus dem Leben kommen müßten, so würde man schon damals den Notstandsparagraphen haben anwenden können. (...) Da würde ich in schweren Fällen von Lebensmittelknappheit oder, wo dringend Räume gebraucht werden für Verwundete, solchen Schritt begreifen. Der Gesunde und Kräftigste muß hinaus, da soll auch der Kranke seinen Zoll dem Vaterland zahlen. In einem solchen Fall würde ich es für erlaubt [halten].
Heinrich Wienken - Weihbischof und Leiter des Commissariats der Fuldaer Bischofskonferenz verhandelt im Okt. 1940 mit den Euthanasie-Verantwortlichen Herbert Linden, Viktor Hermann Brack und Hans Hefelmann über eine begrenzte Euthanasie. So solle es Euthanasie-Ausnahmen für kranke Pfarrer und Sterbesakramente für die Todgeweihten geben.
10.10
Eine unselige Verbindung
Eigentlich sollte Johannes Paul II. bald seliggesprochen werden. Aber das Verfahren stockt. Auch weil der verstorbene Papst den Gründer der Legionäre Christi, Marcial Maciel Degollado, schätzte. Ihm wird Missbrauch von Kindern vorgeworfen.
10.10
Kirchenoberhaupt: Fasten hilft gegen Armut und Hunger
Fasten kann helfen, soziale Probleme wie Armut und Hunger zu lösen. Diese Ansicht vertrat das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Rowan Williams (London), zum Auftakt einer Gebets- und Aktionswoche der internationalen evangelikalen Micha-Initiative.
10.10
Tafeln und Sozialkaufhäuser: Top oder Flop?
Die negative Seite dieser Institutionen, am Beispiel der Kleinstadt Waldbröl und ihrer Umgebung, dem Oberbergischen Kreis in NRW. Dort schießen allerorten sogenannte “Tafeln” und “Sozialkaufhäuser”, für die Ärmsten der Armen, wie Pilze aus dem Boden, meist in kirchlicher Trägerschaft, unter dem Deckmäntelchen der “Nächstenliebe.” Die nicht geschönte Arbeitslosenzahl im Kreis liegt bei ca. 13 %, entsprechend ist die soziale Situation in diesem ländlichen Kreis.
Meine Grundsatzposition, welche ich mit den meisten kritischen Sozialwissenschaftlern, Politologen, Soziologen und Sozialarbeitern teile, ist prinzipiell ablehnend gegen derartige Einrichtungen.
Zum Einen lösen sie das Problem der Massenverarmung nicht, sondern sie helfen es zu verschleiern, da sie nicht an die Ursachen des Übels, sondern nur an dessen Auswirkungen herangehen, indem sie eigentlich staatliche Aufgaben, gemäß des Sozialstaatsgebots unseres Grundgesetzes, ohne Not übernehmen und es somit dem Staat sogar noch ermöglichen, sich immer weiter aus seiner grundrechtlichen Verantwortung herauszuziehen.
Ich zitiere dazu aus einem Bericht der “Telepolis” Onlinezeitung vom 23.6.09, Autor Stefan Seilke mit dem Titel “Es ist angerichtet: Tafeln in Deutschland”:
"Verstetigung statt Bekämpfung der Armut: Es gibt keinen positiven Zusammenhang zwischen der Existenz von Tafeln und Armut in diesem Land. Armut entsteht vor und neben allen Tafeln, egal nach welchem Prinzip diese arbeiten. Tafeln verhindern keine Armut. Tafeln werden aber zunehmend Teil der Hilfsindustrie und beschäftigen sich zunehmend mit sich selbst. Und damit verstetigen sie den status quo der Armut. Tafeln dürfen aber nicht nur zur "Heimat der Helfer" und zum "Umschlagplatz für Hoffnungen" der Kunden werden. Helfen darf nicht zum Selbstzweck verkommen. Es geht um Wachsamkeit für das eigentlich Problem: Armut als Skandal in einem der reichsten Länder der Welt."
Zum Anderen handeln die meisten “Tafeln” und “Sozialkaufhäuser”, gerade wenn sie von Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden betrieben werden, alles andere als selbstlos, da es den Betreibenden vor allem darum geht, auch dieses “Marktsegment” des Sozialmarktes, in welchem Milliardenumsätze mit den verschiedensten Angeboten, von der Suchtberatung über Altenhilfe bis eben hin zu den “Tafeln”, durch die Verbände und Kirchen mit Hilfe staatlicher Zuschüsse erzielt werden und es vornehmlich um die positive öffentliche Darstellung der eigenen Verbände geht.
Die Tafeln verhindern alleine schon durch ihre Existenz eine grundsätzliche gesellschaftliche Diskussion über die Menschenwürde auch der Ärmsten, sie sind kontraproduktiv. Nicht scheinbare “Nächstenliebe” oder “Almosen” sind gefragt, sondern gleichberechtigte Teilhabe. ["Tafeln und Sozialkaufhäuser" weiterlesen »]
10.10
Rezension: Die Kehrseite der Medaille
Es musste kommen: Die skandalösen Missbrauchsfälle in der Catholica, die manche schon wieder als erledigt ansehen und unter den Teppich kehren wollen, verlangen eine Darstellung und Kritik von berufener Seite.
10.10
10.10
10.10
Opus Angelorum: Hebammen und Katzen sind besessen
Schwarze Katzen, Dämonen und Weiherituale: Das "Opus Angelorum" bietet Stoff für einen Kirchen-Krimi. Den Papst stört das offenbar nicht.
Aus diesem Stoff lässt sich bequem das Drehbuch für einen Kirchen-Krimi schreiben: eine düstere Burg in Tirol als Zentrum eines religiösen Geheimbundes, bizarre Riten und Schriften, ein apokalyptischer Kampf zwischen Engel und Dämonen, unbedingter Gehorsam und über allem die schützende Hand des Papstes. Das „Opus Angelorum“ (OA) oder „Engelwerk“ ist nach zwei Jahrzehnten, die es weitgehend im kirchlichen Untergrund verbracht hat, triumphierend ans Tageslicht zurückgekehrt. Der Vatikan habe „überraschend“ das Statut und die bislang verbotene Schutzengelweihe des „Geheimbunds“ zugelassen, meldet der „Spiegel“.
   
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Engelwerk: Zurück im Schoß der Kirche
Wenn einer glaubt, dass glatthaarige Hunde, Bauersfrauen, Zigeuner und Hebammen besonders empfänglich für satanische Anwandlungen sind, dass Dämonen gerne mal in jüdischen Händlervierteln herrschen und dass der apokalyptische Kampf zwischen Engeln und dem Bösen längst begonnen hat - was ist er dann? Neuerdings offenbar wieder akzeptiertes Mitglied im Schoß der Heiligen Katholischen Kirche.
Bereits im November 2008 soll der Vatikan die kruden Lehren des "Engelwerks" per Dekret wieder anerkannt haben. Auch die so genannte Engelweihe ist demnach wieder zulässig. So schreibt es jedenfalls der Spiegel.
Jedem sein persönlicher Engel
Sicher ist, dass das Werk seine Entstehung der Tirolerin Gabriele Bitterlich zu verdanken hat, die bereits als Vierjährige einen intensiven Dialog mit ihrem Schutzengel gepflegt haben will. 80.000 Manuskriptseiten soll Bitterlich bis zu ihrem Tod anno 1978 über Engel und Dämonen verfasst haben. Der Mensch, schrieb die bis heute als „Mutter“ verehrte Dame, finde sein Seelenheil nur, wenn er sich mit seinem persönlichen Engel mittels einer Weihe verbindet und an dessen Seite in eine Art Endkampf gegen das Böse ziehe.
Hauptstützpunkte des „Engelwerks“ sind die mittelalterliche Burg St. Petersberg in Tirol und das brasilianische Anapolis. Dort wird die Arbeit einer Vielzahl von Unterorganisationen koordiniert, dazu gehören dem Vernehmen nach die Aktion brüderliche Hilfe, der Verein der Brüder von Bélem und die Katholische Pfadfinderschaft Europas. Nach außen dringt wenig, unter Mitgliedern herrscht laut Experten Geheimhaltungszwang, massiver Druck und Psychoterror.
10.10
Religion: Flüssiger als Wasser - überflüssig!
Wie sieht die religiöse Zukunft in Deutschland aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt das Mülheimer Projekt „Jugenddialog 2020“. Dabei wurde deutlich: Für manche ist sie nur eines, nämlich längst schon „überflüssig“.
10.10
Michael Tfirst - Ein Sexualopfer: "Meine Tränen reichen nicht mehr aus..."
"Wenn Tränen nicht mehr ausreichen, um mein Leid und das Leid von Kindern und Jugendlichen zu ertragen, die von katholischen Priestern und katholischen Laien in Österreich, Deutschland und anderswo missbraucht wurden und noch werden".
10.10
Religiöse Gehirne: Neurotheologie und die neurowissenschaftliche Erforschung religiöser Erfahrungen
Als Neurotheologie wird irreführender Weise keine Nerven-Gotteslehre bezeichnet, auch keine neurowissenschaftlich gestützte Theologie, sondern neurowissenschaftliche Forschung zu Religiosität und Spiritualität. Im Gegensatz zu den diversen Theologien macht die Neurotheologie keine Aussagen über Existenz, Charakter, Biografien, Ver- und Gebote von Göttern. In Bezug auf Götter ist sie agnostisch. Persinger und Healey betonen, dass Postulate der absoluten Existenz von Göttern, also außerhalb von Gehirnprozessen, leere Hypothesen seien, die weder bewiesen noch widerlegt werden könnten. Statt an Göttern ist die neurowissenschaftliche Forschung zur Religiosität daran interessiert, was in den Gehirnen von Menschen passiert, die Botschaften von einem Gott hören, denen Engel erscheinen, die in Gebet, Meditation oder Trance mit dem Kosmos eins werden oder deren Seele den Körper verlässt. Treffender wäre diese Forschung also als Religiositätsneurobiologie zu bezeichnen.
10.10
Festtagsrede 20. Jahrestag der deutschen Einheit
Der Bürgerrechtler Joachim Gauck (Pfaffe und Ex-Kandidat für das Bundespräsidentenamt) fordert mehr Eigenverantwortung von Einwanderern und Hartz-IV-Empfängern. "Ohnmacht kommt auch von innen", sagte Gauck in einer Rede zum 20. Jahrestag der Einheit - und verglich die heutigen Probleme mit denen in der DDR.
“Bei der Versorgung wollen selbst diejenigen integriert sein, die unsere Kultur ablehnen, sie sogar bekämpfen und denunzieren”, sagte Gauck. Dies sei “ein merkwürdiger Zustand und der kann nicht unbesprochen bleiben”, fügte er hinzu. “Wenn eingewanderte Familien sich noch jahrelang der Landessprache verweigern, dann werden alle Integrationsbemühungen scheitern”, sagte Gauck.
Gauck forderte, Kinder aus Familien, in denen nicht deutsch gesprochen werde, müssten früh in Kindergärten geschickt werden. “Das sind einfache Maßnahmen, sie kosten etwas Geld”, sagte der ehemalige Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde. “Aber das Geld, das man ausgibt für die Integration, spart man später bei der Versorgung von Langzeitarbeitslosen und schwer integrierbaren Erwachsenen.”
Zugleich schaltete sich Gauck mit deutlichen Worten in die Hartz-IV-Debatte ein. “Wir müssen uns nicht fürchten, auch in den Problemzonen der Abgehängten Forderungen zu stellen”, sagte Gauck, der als Kandidat von SPD und Grünen bei der Bundespräsidentenwahl angetreten war. “Es schwächt die Schwachen, wenn wir nichts mehr von ihnen erwarten.” Zwar sei es “unmenschlich, Schwachen etwas abzuverlangen, was sie total überfordert und es ist unbarmherzig, ihnen die erforderlichen Hilfen zu verweigern”, sagte Gauck. “Aber es ist auch gedankenlos und zynisch, so zu tun, als könnten alle die Menschen nichts tun, die im Moment nichts haben.”
10.10
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"Dissidentenpfarrer" Johannes Bräuchle
09.10
Der Bericht der Bundesregierung zur Erhebung der Kirchensteuer auf die Kapitalertragssteuer verdeutlicht, dass die Kirchen dabei Profiteure eines unsozialen und datenschutzverletzenden Steuersystems sind.
Anfang September wurde der Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des vorläufigen Verfahrens der Erhebung der Kirchensteuer auf die Kapitalertragsteuer publiziert (Drucksache 17/2865 des Deutschen Bundestages). Die im Bericht evaluierte Kirchensteuer auf die Kapitalerstragsteuer ist Bestandteil des im Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 der damaligen rot-grünen Bundesregierung enthaltenen Einführung einer Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge.
09.10
Innenansichten eines präsidalen Katholiken
Ehrlich, wir werden von Idioten regiert. Der Bundestagspräsident wirft 20 Blicke auf Deutschland und was kommt dabei heraus, religiöser Obskurantismus. Man müsste prüfen, inwieweit hier Amtsmissbrauch vorliegt. Der luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker stellt den Schinken auch noch vor.
Und Lammert schwadroniert sein katholisches Credo gleich ans Volk. Der Glauben und das Wirken der Kirchen sind für die Gesellschaft unverzichtbar, sie seien praktisch der Leim, der die ganze Sache zusammenhält. Armer Kerl, da fehlt wohl etwas Klebe im Oberstübchen.
Das Spannungsverhältnis von Religion und Politik sei nicht aufzulösen, meint er. Klar, solange Politiker nichts besseres zu tun haben als ihren religiösen Blödsinn zu propagieren bleibt dieses Spannungsverhältnis bestehen. Politik handele von Interessen, Religion von Wahrheiten. Bundespräsidenten die Wahrheiten im Himmel suchen und vermeintlich zu finden glauben machen mir Angst.
Bücher die die Welt nicht braucht!
09.10
Parallelgesellschaft einhegen
09.10
Die Schöpfungslüge
In seiner „Schöpfungslüge“ kehrt Richard Dawkins zu seinem Fach zurück. Ein Biologe über das Brutale in der Evolution – und warum dahinter kein Gott stehen könne.
09.10
Richard Dawkin: Ratzinger is an enemy of humanity (Ratzinger ist ein Feind der Humanität)
 
09.10
Die Allianz der Geistesgestörten
Gläubige sollen gegen „aggressiven Säkularismus“ streiten, fordern Erzbischof Williams und Papst Benedikt in London. Überschattet wird der Besuch von der Verhaftung sechs Terrorverdächtiger.
09.10
Berlin (1000 Kreuze)
Begleitet von massiven Gegenprotesten haben am 18.09.2010 in Berlin Abtreibungsgegner aus ganz Deutschland gegen die Abtreibungspraxis der Bundesregierung protestiert.
09.10
KI.KA: Kindersender zeigt biblische Abenteuerserie
Erstmals sind die beiden großen Kirchen gemeinsam an einer biblischen TV-Serie für Kinder beteiligt. Start für «Chi-Rho - Das Geheimnis» sei am 1. November im Kinderkanal KI.KA, wie die Initiatoren am Montag vor Journalisten in Berlin erläuterten.
Die Zeichentricksendung sei das «derzeit innovativste Vorhaben, Kinder mit der Bibel vertraut zu machen», sagte der Leiter des Medienreferats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Oberkirchenrat Udo Hahn.
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Öffentlich geförderte Verführung Minderjähriger
09.10
Ab in die Sinndimension!
Unternehmensberatung heute - Wenn die Kirche zum Consultant wird.
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09.10
Chef der Vatikanbank unter Geldwäsche-Verdacht
Sie heißt offiziell "Institut für die religiösen Werke" - doch jetzt gerät die Vatikanbank in den Fokus der Justiz. Laut Agenturberichten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Chef der päpstlichen Hausbank. Der Verdacht: Geldwäsche.
09.10
„Der öffentliche Druck steigt“
Bischof Overbeck hält das Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft für moralisch nicht vertretbar. Das sagte der katholische Geistliche im FR-Interview. Ein Gespräch über die Westerwelle-Heirat und über die Entschädigungen für Missbrauchsopfer.
09.10
Eine Einstweilige vom Bischof
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller möchte nicht mehr von Duckhome kritisiert werden und hat deshalb eine einstweilige Verfügung gegen Duckhome erwirkt. Im Moment bezieht sich seine Zensur nur auf einen Artikel in dem die angesprochenen Stellen nunmehr durch xxx ersetzt wurden.
Die Begründung für die einstweilige Verfügung ist simpel wie immer. Alles was gesagt wurde ist Schmähkritik die nicht der Sache sondern der Herabsetzung der Person dient. Also eigentlich nichts neues und es liegt jetzt an Duckhome den entsprechenden Tatsachenbeweis beizubringen und damit die Zensur wieder aufzuheben. Im Grunde genommen kaum erwähnenswert.
Aber es gibt ein paar Besonderheiten an diesem Fall, die zumindest eine Erwähnung verdienen. Zum einen der Gerichtsstand. Die Anwälte von Bischof Müller wählen den Gerichtsstand München, obwohl es in Regensburg auch ein Landgericht gibt.
Das könnte lediglich der Bequemlichkeit der Anwälte dienen, die ja auch in München sitzen. Aber es ist schon erstaunlich, dass der Regensburger Bischof, weder den Regensburger Anwälten noch dem Regensburger Landgericht zu vertrauen scheint.
Vielleicht gibt es ja auch eine besondere Nähe zwischen dem Landgericht München und den Anwälten, da sie im Antrag zur einstweiligen Verfügung das Landgericht ausdrücklich auffordern im Fall von Unklarheiten oder wenn das Gericht gar der einstweiligen Verfügung nicht stattgeben will, gemäß §139 ZPO einen richterlichen Hinweis - gerne auch telefonisch- zu geben, damit sie um so sicherer siegen. Nun gut. Es ist erlaubt, aber in diesem frühen Stadium des Verfahrens doch seltsam.
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Bischöfliche Unwahrheiten und das kleine Ferkel
(Juli 2008)
09.10
Der nette Junge von nebenan
Diakon und Erzieher Dominik S. (27) soll in der Vergangenheit zwei kleine Mädchen missbraucht haben
Bad Oeynhausen-Werste. Das Haus - unscheinbar. Der junge Mann - unauffällig. Die Tat dafür umso ekelhafter. Ein 27-jähriger Werster soll in der Vergangenheit mehrfach zwei kleine Mädchen sexuell missbraucht haben (die NW berichtete). Seine Taten dokumentierte er mit 47 Videos im Internet. Erst im Frühjahr wurde Dominik S. als Diakon (mit der Fachqualifizierung Erzieher) auf dem Wittekindshof eingesegnet.
09.10
Die deutschen Bischöfe, der Kindesmissbrauch und die Schwulen
09.10
09.10
Bischöfe wollen "Rheinischen Merkur" entsorgen
Sterbehilfe durch Geldentzug? Die katholische Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" soll an die "Zeit" verkauft werden und künftig nur noch als Beilage erscheinen. Die Pläne werden wirtschaftlich begründet - doch konservativen Kirchenmännern war das Blatt schon länger ein Dorn im Auge.
Die einst als Kampfblatt der Kirche gegründete katholische Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" wird wegen mangelnder Linientreue und hohen Defiziten von den deutschen Bischöfen fallengelassen. Auf der am Montag beginnenden Bischofskonferenz in Fulda soll ein Beschluss über das Ende der kirchlichen Subventionierung und den Verkauf des publizistischen Flaggschiffs der katholischen Kirche an die Hamburger "Zeit" gefällt werden.
An die rund 12.900 verbliebenen Abonnenten soll dann von der "Zeit" künftig nur noch eine Art Beilage mit religiösen Themen angeboten werden - mehr bleibt am Ende von der 1946 in Koblenz entstandenen Wochenzeitung (Erstauflage: 220.000) nicht übrig; wahrscheinlich bedeutet es über kurz oder lang den Tod des Blatts. Damit ist der schwarze Block in der Bischofskonferenz an sein Ziel gelangt: Die Zeitung erschien einigen Bischöfen schon seit Jahren als zu liberal und eigenständig.
["Bischöfe wollen "Rheinischen Merkur" entsorgene" weiterlesen »]
09.10
Ex-Messdiener gesteht sexuellen Missbrauch
Ein Spiel nach immer gleichen Regeln soll es gewesen sein. Ein Spiel, bei dem die ihm anvertrauten Messdiener exzessiv Alkohol trinken, Strip-Poker spielen, nackt um den Tisch rennen, Hampelmänner machen oder sexuelle Handlungen vornehmen mussten. Seit gestern muss sich ein 31-Jähriger aus Mörfelden-Walldorf vor dem Landgericht Darmstadt dafür verantworten, dass er sechs Jungen zwischen 11 und 13 Jahren an seiner Kirchengemeinde in mindestens acht Fällen sexuell missbraucht hat.
Der Angeklagte, im Tatzeitraum von Herbst 2001 bis Frühjahr 2004 selbst Messdiener, betreute im Auftrag einer katholischen, einer evangelischen Kirchengemeinde und der Kommune diverse Film- und Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen. Unter anderem drehten sie zusammen einen „Harry-Potter“-Film. Nach den Proben sei es im Gemeindehaus und auch in seiner Wohnung teilweise zu Oral- und Analsex gekommen, wie der Angeklagte am ersten Prozesstag gestand. In einem Fall habe er seinen Schutzbefohlenen, bevor es zu sexuellen Handlungen kam, Haschischplätzchen gebacken, in zwei Fällen vorher mit ihnen gemeinsam pornografische Filme angeschaut. Bei einer Freizeitfahrt hätten er und die Jugendlichen sich beim Geschlechtsakt mit einer Webcam filmen wollen – das sei jedoch an der Technik gescheitert.
09.10
Ständiger Kindesmissbrauch und die Folgen für die katholische Kirche
09.10
Finanzielle Entschädigung: Bischöfe lassen Missbrauchsopfer warten
Streitpunkt zwischen Einrichtungen und Opfern: Die deutschen katholischen Bischöfe wollen sich auch nach einem entsprechenden Vorstoß des Jesuitenordens noch nicht auf eine finanzielle Entschädigung von Missbrauchsopfern festlegen.
Die Bischofskonferenz wollte das Angebot nicht kommentieren. Ihr Sprecher Matthias Kopp sagte aber der FR, die Bischöfe würden am Runden Tisch der Bundesregierung "an einer tragfähigen Lösung mitarbeiten". Er fügte hinzu: "Zeitvorgaben und Inhalte gibt es gegenwärtig noch nicht."
09.10
"Jesus hat auch eine Kasse gehabt"
München - Auf den ersten Blick haben Puma-Chef Jochen Zeitz und Benediktinermönch Anselm Grün nicht viel gemeinsam. In ihrem neuen Buch "Gott, Geld und Gewissen" wollen sie aber zeigen, dass Gott und Geld, Kirche und Kommerz sich nicht ausschließen müssen.
Selbst der Sohn Gottes hat aufs Geld geschaut. Das sagt zumindest Benediktinermönch und Bestseller-Autor Anselm Grün. "Jesus hat auch eine Kasse gehabt", sagte er am Mittwoch bei der Vorstellung des Buches "Gott, Geld und Gewissen - Mönch und Manager im Gespräch" in München.
09.10
Benedikt XIV. besucht Großbritannien: Kein Interesse am Papst
Am Donnerstag reist Benedikt XVI. nach Großbritannien. Ein Großteil der Bevölkerung hat daran nur wenig Interesse, ärgert sich aber über die Kosten des Besuches.
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"Papst festnehmen"
Doch ihr Unmut ist nichts im Vergleich zu dem, was der Londoner Philosoph Anthony Grayling vorhat. Er will Benedikt festnehmen. Weil der Vatikan den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche vertuscht habe, begründete Grayling seinen Plan. Das britische Recht sehe diese Möglichkeit für Bürger vor.
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dpa. Papst nennt Missbrauch Perversion
London. Klare Worte von Papst Benedikt XVI.: Zum Auftakt seiner Reise durch Großbritannien hat er den Kindesmissbrauch in der Kirche eine Perversion genannt. Noch auf dem Flug von Rom nach Edinburgh räumte Benedikt Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch ein. Die Kirche habe nicht schnell und entschieden genug gehandelt, als der Skandal offenkundig geworden sei, sagte er. Das hatten Papst- Gegner im Vorfeld seines Großbritannien-Besuches kritisiert. Der Papst wurde nach seiner Ankunft von Queen Elizabeth II. empfangen.
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09.10
Zum endgültigen Finale rufen die Initiatoren des Kunstpreises Blasphemie "Der freche Mario 2010". Nachdem vor 2 Monaten der ursprünglich vorgesehene Einsendeschluss 15.8.2010 um einen Monat auf den 15. September verlegt worden war, ist nun morgen wirklich der letzte Tag für Einsendungen.
Die Einsendungen können bis morgen, Mittwoch, 24h formlos in digitaler Form, also als Datei (Foto, Text, Video, MP3 usw.) an blasphemie@frechermario.org geschickt werden.
Wichtig ist, dass die Beiträge der Aufgabenstellung gerecht werden und humorvoll übernatürliche Ideologien und selbsternannte Heiligkeiten auf die Schippe nehmen. Außerdem müssen alle Beiträge innerhalb vom maimal 5 Minuten erfassbar sein. Lange Texte, komplette Bücher oder Theaterstücke sind deswegen leider ausgeschlossen. Da auch in diesem Jahr wieder hunderte von Beiträgen zu verzeichnen sind (2008 waren es mehr als 600!), ist diese Einschränkung notwendig, um die ehrenamtlich arbeitenden Initiatoren und die Jury nicht zu überfordern.
Wer also selbst noch einen Beitrag schicken möchte oder Künstler kennt, die interessiert sein könnten, jetzt ist Eile angesagt. Weitere Informationen zur Ausschreibung, über das Preisgeld usw. sind unter www.frechermario.org einzusehen.
09.10
Rentenversicherung verzichtet auf Milliardenforderung
Während die Bundesregierung mit Sparhaushalten arbeitet und die Bürger sich auf steigende Abgaben einstellen müssen, verzichtet die Deutsche Rentenversicherung auf mögliche Einnahmen in Höhe von etwa 1,8 Milliarden Euro. Auf diese Summe belaufen sich nach Berechnungen des Münsteraner Arbeitsrechtsexperten Professor Peter Schüren mögliche Nachforderungen der Rentenkasse an Leiharbeitsfirmen, die ihre Angestellten jahrelang mit unrechtmäßigen Niedrigtarifen bezahlt haben.
200.000 betroffene Leiharbeitnehmer
Angesichts von jährlich etwa 200.000 betroffenen Leiharbeitnehmern handele es sich um eine vorsichtige Schätzung, so Schüren, denn "es könnten auch zwei oder drei Milliarden Euro sein". Möglich werden die Rückforderungen der Rentenkasse nach Ansicht Schürens, weil die Tarifverträge, nach denen die Leiharbeitnehmer bezahlt wurden, nichtig seien. Leiharbeitsfirmen und auch der Zeitarbeitsverband AMP hatten seit 2004 sowohl Flächentarife als auch Haustarifverträge mit der "Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen", kurz CGZP, abgeschlossen. Die Verträge dieser Gewerkschaft wurden allerdings nach einer Klage der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in zwei Gerichtsinstanzen für ungültig, die Gewerkschaft CGZP selbst für tarifunfähig erklärt.
Gefälligkeitstarifverträge mit Arbeitgebern
Zuletzt hatte 2009 das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg einen entsprechenden Beschluss des Arbeitsgerichts Berlin bestätigt. Im Zentrum des ersten Beschlusses stand die sogenannte "Sozialmächtigkeit" der Gewerkschaft. Übersetzt heißt das: eine Gewerkschaft muss auch über ausreichend Mitglieder verfügen. Die CGZP behauptet zwar, 280.000 Mitglieder zu haben, den Nachweis blieb sie aber stets schuldig. Verfahrensbeteiligte gehen davon aus, dass sie kaum Mitglieder hat. Überdies steht sie seit Jahren in dem Verdacht, Gefälligkeitstarifverträge mit Arbeitgebern abzuschließen. "Die CGZP hat mit einer Gewerkschaft überhaupt nichts zu tun", sagt Professor Schüren, "sie hat in der Vergangenheit besonders mit ihren Haustarifverträgen nichts anderes getan, als ausschließlich Arbeitgeberwünsche zu erfüllen."
Verzicht auf größte Beitragsnachforderung aller Zeiten
Wird ein Tarifvertrag für ungültig erklärt, steht den Leiharbeitern nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz der gleiche Lohn zu wie den fest angestellten, besser bezahlten Kollegen. Für die Differenz zwischen den zu niedrigen Löhnen und den Regellöhnen kann die Rentenkasse auch nachträglich Beiträge einziehen. Denn die fallen nach dem sogenannten "Entstehungsprinzip" an, wenn entsprechend höhere Löhne hätten gezahlt werden müssen. Ähnlich verfuhr die Rentenversicherung häufig in Fällen von Schwarzarbeit. Der Arbeitsrechtsexperte Schüren beriet in der Vergangenheit selbst Arbeitgeber bei Auseinandersetzungen mit der Rentenkasse und wundert sich über deren aktuelle Zurückhaltung: "In anderen Fällen, in denen Arbeitgeber Beitragsrückstände hatten, hat die Rentenversicherung normalerweise sehr ruppig zugegriffen." Zwar handele es sich in diesem Fall um die größte Beitragsnachforderung aller Zeiten, doch der Aufwand wäre vergleichsweise übersichtlich. Und die Zeit drängt: denn die Nachforderungsmöglichkeit verjährt gesetzlich nach vier Jahren. Bereits für die Jahre 2004 und 2005 hat die Rentenkasse nach Schürens Schätzung auf bis zu 1,2 Milliarden Euro verzichtet. Sie hätten spätestens nach dem ersten Berliner Beschluss vom April 2009 handeln müssen, da genügend Anhaltspunkte für die Tarifunfähigkeit der CGZP zusammengetragen worden seien, so Schüren.
Liste mit 122 Firmen und Verbänden
Denn seit 2009 liegt der Bundesregierung und den Rentenkassen sogar eine Liste mit immerhin 122 Firmen und Verbänden vor, die Tarifverträge mit der umstrittenen CGZP abgeschlossen haben. Die könnten sich die Prüfer ganz unkompliziert zuerst vornehmen, sagt Schüren. Gegen Änderungsbescheide der Rentenkasse mit möglichen Nachzahlungsforderungen könnten dann ja die Unternehmen klagen, wenn sie wollten. In jedem Fall sichere sich die Rentenkasse durch dieses Verfahren ab, da die drohende Verjährung auch der Jahre 2006 und 2007 abgewendet werde. Damit würden gut 1,2 Milliarden Euro möglicher Nachzahlungen gesichert.
Dieser Vorschlag stößt bei der Deutschen Rentenversicherung auf wenig Gegenliebe. Sie teilt mit: "Außerturnusmäßige flächendeckende Prüfungen von Arbeitgebern, bei denen Tarifverträge mit der CGZP eine Rolle spielen, kommen derzeit nicht in Betracht." Die Rentenversicherung argumentiert mit der geforderten Neutralität der Behörde bei Tarifauseinandersetzungen. Die wird seit nun fast einem Jahr intern diskutiert. In einem internen Protokoll einer Sitzung der Sozialversicherungsträger vom Oktober 2009 heißt es: "Die Sozialversicherungsträger haben sich bei Zweifeln an der Tariffähigkeit von Vereinigungen neutral zu verhalten." Die Deutsche Rentenversicherung teilt mit, es gäbe keine Rechtsgrundlage, um schon jetzt einzugreifen, da im Dezember das Bundesarbeitsgericht über die Beschwerde der CGZP gegen die Berliner Beschlüsse entscheide und noch kein rechtskräftiger Beschluss vorliege. So lange dürften die Prüfdienste keine "Beitragsbescheide erlassen". Und eine reine Prüfung allein reiche nicht aus, da sie auch zum Abschluss gebracht werden müsse.
Schüren: Haltung der Behörde "eine faule Ausrede"
Das Bundesarbeitsministerium schließt sich dieser Haltung schriftlich an: "Anlass zu einem dem gerichtlichen Verfahren vorgreifenden Handeln besteht nicht." Professor Schüren hält diese Haltung für "eine faule Ausrede". Das Abwarten der Rentenkasse sei vielleicht bequem, habe aber "nichts mit einer ernsthaften Interessenvertretung der Beitragszahler zu tun." Die Rentenversicherung verhalte sich erst dann wirklich neutral, wenn sie vorsorglich handele - auch im Interesse der betroffenen Arbeitnehmer. Dieser These schließt sich auch ein Verfahrensbeteiligter an. Das Land Berlin hatte sich der Klage der Gewerkschaft ver.di gegen die CGZP auch mit der politischen Begründung angeschlossen, aus dem Hartz-IV-Etat zu viele Mittel für die Aufstockung von Niedriglöhnen zahlen zu müssen - auch verursacht durch die CGZP-Tarife. Der Referatsleiter Arbeitsrecht in der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Wolfgang Möller weist überdies darauf hin, dass der zu erwartende Beschluss des Bundesarbeitsgerichts im Dezember möglicherweise gar keine Aussage über die Tariffähigkeit der CGZP in der Vergangenheit trifft. "Das Gericht urteilt über die Sach- und Rechtslage im Dezember 2010. Insoweit ist es gut vorstellbar, dass das Abwarten der Versicherungsträger ins Leere geht", so Möller.
CGZP kritisiert Die Linke
Nicht ausgeschlossen werden könne auch, dass das Bundesarbeitsgericht die Angelegenheit noch nicht abschließend beurteilen und an das Landesarbeitsgericht zurückverweisen werde. "Dann können leicht noch einmal zwei Jahre ins Land gehen", sagt Möller. Damit könnten durch weitere Verjährungen zusätzliche Milliardensummen verlorengehen. Die CGZP zeigt sich angesichts der Haltung der Rentenversicherung erfreut. Unter Bezug auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion "Die Linke" teilt sie auf ihrer Homepage mit: "Die CGZP ist der Bundesregierung außerordentlich dankbar dafür, dass sie sich nicht der Polemik der Linken angeschlossen hat." Und: "Die Neutralität, die die Bundesregierung in dem Rechtsstreit einnimmt, hält die CGZP für richtig."
09.10
Missionierung und Machtanspruch, egal wie...
Um ihren Einfluß auf die Politik und auf die Menschen nicht nur zu verlieren, sondern um diesen sogar noch zu erhöhen, ist der katholischen Kirche jedes Mittel recht. Das zeigte sich dieser Tage im Thüringischen wieder einmal besonders deutlich.
09.10
Rezension
Warum ich kein Christ sein will
09.10
Die Schavan hat zuviel Geld
Es ist ja hinreichend bekannt, dass sich Frau Schavan in ihrem Leben nie in die Realität hinaustrauen musste, sondern ständig nur im Lügengespinst der katholischen Kirche versorgt wurde. Jener Kirche, die sich heute im wesentlichen als eine Organisation zur Förderung des Kindesmissbrauchs und der Lüge geoutet hat.
Nach dem Abitur 1974 am Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss absolvierte Annette Schavan ein Studium der Erziehungswissenschaft, der Philosophie und der Katholischen Theologie an den Universitäten Bonn und Düsseldorf, das sie 1980 mit der Promotion in Philosophie an der Universität Düsseldorf über Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung abschloss. Danach war sie als Referentin bei der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk tätig und wechselte 1984 als Abteilungsleiterin für außerschulische Bildung zum Generalvikariat in Aachen. Nachdem Annette Schavan von 1987 bis 1988 Bundesgeschäftsführerin der Frauen-Union war, kehrte sie als Geschäftsführerin zum Cusanuswerk zurück und war von 1991 bis 1995 auch dessen Leiterin.
Seit dem Wintersemester 2009/2010 lehrt sie als Honorarprofessorin für Katholische Theologie an der Freien Universität Berlin.
Solch ein Leben, bei dem eine sichere Versorgung, ohne jede persönliche Leistung, auch immer dann gewährleistet wird, wenn man den offiziellen Lügen der Kirche nicht widerspricht und jede, auch die dümmste Regel akzeptiert, hilft natürlich nicht dabei ein selbstständig denkender Mensch zu werden, oder gar Verantwortung zu übernehmen. ["Die Schavan hat zuviel Geld" weiterlesen »]
09.10
Der Pfarrer und die FDP
Pascal Kober ist Pfarrer, Sozialexperte- und FDP-Abgeordneter. Für den Mann aus Reutlingen ist das ganz normal. Die einst kirchenkritischen Liberalen geben sich heute christlich.
Ganz überraschend ist die Karriere des unverheirateten Pfarrers, der in seiner Fraktion unter anderem für Hartz IV, Menschenrechte und die Rechte von Homosexuellen zuständig ist, nicht. 42 der 93 FDP-Abgeordneten sind Mitglied im Verbund der "Christen in der FDP-Bundestagsfraktion". Einmal im Monat laden die Christen zur Andacht und einer Gesprächsrunde. "Gott ist gelb", titelte der Spiegel.
Warum hat die Gruppe so regen Zulauf? "Das protestantische Arbeitsethos - Pflichtbewusstsein, Fleiß, Sparsamkeit - passt gut zur FDP", sagt der Lutheraner Kober. Das ist die eine, theoretische Erklärung. Die andere lautet, dass seit dem Schwenk der FDP zur Union 1982 wirtschaftsliberale Kräfte in der Partei stärker geworden sind: "Für die ist es selbstverständlich, Mitglied der Kirche zu sein", urteilt Kober. Prominentestes Beispiel ist Philipp Rösler. Der Gesundheitsminister ist Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken.
Kober ist seit zwölf Jahren in der FDP. Er weiß, was er fordern kann, ohne die Linie seiner Partei zu verlassen. Auch er verteidigt die Streichung des Elterngelds für Hartz-IV-Empfänger und plädiert dafür, grundsätzlich weniger Erwartungen an den Staat zu richten.
09.10
Wat is denn nu eigentlich ein Weihbischof
09.10
Pflegebranche: Helfer zweiter Klasse
Statt neue Mitarbeiter fest anzustellen, setzen Firmen der Gesundheitsbranche auf Leiharbeiter – und drücken so die Löhne.
09.10
Veranstaltungsbericht
"Machet sie euch untertan und herrschet..."
Eine bunte Schar Christenmenschen traf sich am zurückliegenden Wochenende in Dortmund, um den "1. Kirchentag Mensch und Tier“ zu begehen. Wie bitte? Ausgerechnet die Kirchen machen sich stark für ein neues Verhältnis "Mensch-Tier"?
08.10
Träumereien eines Großinquisitors
Alexander Kisslers Auseinandersetzung mit Richard Dawkins. Seit Joseph Ratzinger den Stuhl Petri bestiegen hat, scheint sich Alexander Kissler bemüßigt zu fühlen, dessen Sprachrohr in Deutschland zu werden. Wie der frühere Präfekt der Glaubenskongegration wettert er gegen alles, was der reinen Lehre der römisch-katholischen Kirche widerspricht.
So beklagt Kissler beispielsweise gerne den Verfall der Sitten, beschwört die in Bedrängnis geratene Würde des Menschen und gemahnt uns an die Gefahren einer Schönen neuen Welt.
Eine weitere Zielscheibe seiner Kritik sind die so genannten „Neuen Atheisten“. Hierzu zählen in erster Linie Richard Dawkins, Sam Harris, Christopher Hitchens und Daniel Dennett. Insbesondere Dawkins ist ihm ein Dorn im Auge. So berichtet er unter dem Titel „Richard Dawkins und ich: 26 Minuten auf dem blauen Sofa“ etwa von seiner kurzen Begegnung mit dem Evolutionsbiologen, der sich seiner Ansicht nach vor allem durch „Arroganz und Ignoranz“ auszeichne. Wie die folgenden Ausführungen zeigen werden, hätte Dawkins jedes Recht, dieses Kompliment zurück zu geben.
08.10
Neue Leitlinien und alte Fragen
Gestern präsentierte der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche, Bischof Stephan Ackermann, die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch. Auf den ersten Blick seriös und überzeugend, erscheinen bei näherem Hinschauen doch einige Punkte problematisch.
08.10
Mit einem feierlichen Empfang und militärischem Zeremoniell ist der CDU-Spitzenpolitiker Roland Koch am Montagabend nach elf Jahren an der hessischen Regierungsspitze verabschiedet worden
Zu dem Empfang waren rund 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Gesellschaft geladen - unter anderen kamen der frühere bayerische Regierungschef Edmund Stoiber (CSU), Commerzbank-Chef Martin Blessing und der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann. An diesem Dienstag scheidet Koch aus dem Amt. Die Bundeswehr ehrte ihn mit einer Serenade mit Fackelträgern.

Aufgrund der aktuellen Hetze gegen Minderheiten (nur) ein Bsp.: Hessens scheidender Ministerpräsident stellt sich hinter Thilo Sarrazin. Seine umstrittenen Äußerungen über Migranten in Deutschland müssten erlaubt sein. Einen Tag später erfolgte Lehmanns inniger Händedruck (beim pompösen Defilee auf Schloss Biebrich). - Dazu ein Bsp. aus unserem Nachbarland Frankreich: Priester betet für Sarkozys Tod
Paris (dpa). Aus Empörung über die umstrittene Roma-Ausweisung hat ein Priester aus Lille Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy den Tod gewünscht. "Ich bitte um Vergebung, doch ich bete dafür, dass Sarkozy einen Herzinfarkt bekommt. Ich weiß nicht mehr weiter - mir ist klar, dass das nicht okay ist", sagte Bruder Arthur. Der 71-jährige Priester hatte sich der Hilfe für die Roma gewidmet und sprach von einem regelrechten Feldzug, der seit drei Monaten gegen sie geführt werde. Aus Protest habe er daher den nationalen Verdienstorden, der ihm vor vier Jahren verliehen worden sei, an Innenminister Brice Hortefeux zurückgeschickt.
Frankreich hatte vergangene Woche die ersten größeren Abschiebungen seit dem Aufruf von Präsident Sarkozy zu einem härteren Vorgehen gegen illegal in Frankreich lebende Roma aufgenommen.

08.10
Militär-Generalvikar zu den Bundeswehrreformplänen: „Es gilt, sich immer der Wirklichkeit zu stellen“
Die Bundeswehr marschiert in Richtung Freiwilligenarmee. Verteidigungsminister zu Guttenberg will die Wehrpflicht mit dem kommenden Jahr aussetzen. Militär-Generalvikar Walter Wakenhut im domradio.de-Interview zu den Folgen für die Militärseelsorge.
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DIHK-Präsident Bundeswehr soll Handelswege freihalten
Bundespräsident Horst Köhler trat zurück nach missverständlichen Äußerungen über die wirtschaftliche Bedeutung von Auslandseinsätzen. Jetzt wird das Thema an prominenter Stelle wieder aufgebracht.
"Die Armee muss sich dringend den neuen Anforderungen stellen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, der auch Mitglied der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr (II) ist. „Dabei geht es um unsere ureigenen legitimen Interessen – auch die der Wirtschaft“, sagte Dittmann in einem FOCUS-Interview.
Große Armee, wenig einsatzfähig
Die USA habe seit der Finanzkrise als Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft an Bedeutung verloren. „Stattdessen engagieren wir uns jetzt stärker in Südostasien und Teilen Südamerikas. Wenn also die Schifffahrts- und Handelswege dorthin nicht mehr sicher sind, was glauben Sie, was wir hierzulande für Probleme bekommen“, sagte der DIHK-Präsident. „Nicht nur wirtschaftliche, sondern auch haushalts­politische, arbeitmarktpolitische und gesamtgesellschaftliche. Auch für diese Aufgabe brauchen wir die Bundeswehr.“
Schwerfälliger Tanker
„Der Tanker Bundeswehr ist zu schwerfällig. Er muss schlanker und effizienter werden“, sagte Driftmann. „Das gilt auch für das Ministerium: Wir haben in der Kommission konkrete Vorstellungen davon, wie man das Verteidigungsministerium verschlanken muss. Das ist ja sehr, sehr groß. Das kann man leicht halbieren.“ Die Führungsstäbe der Teilstreitkräfte gehörten nicht ins Ministerium
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Guttenberg sieht US-Operationen im pakistanischen Grenzgebiet als Vorbilder
Gezielte Tötungen
08.10
Pfarrer im Einsatz - ein ungewöhnliches Tagebuch
Gottesdienst auf der Gottesburg in Kunduz
In der heutigen Ausgabe seines Einsatztagebuchs beschreibt Militärpfarrer Bernd Göde, der sich als Evangelischer Seelsorger im Auslandseinsatz in Kunduz befindet, die gottesdienstliche Situation vor Ort.
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Bundeswehr stellt Verfahren gegen Oberst Klein ein
Für das größte Massaker, das deutsche Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg zu verantworten haben, wird niemand zur Rechenschaft gezogen.
Nach der Bundesanwaltschaft hat nun auch die Bundeswehr die Ermittlungen gegen Oberst Klein eingestellt, der vor knapp einem Jahr im nordafghanischen Kundus einen Luftangriff angeordnet hatte, dem bis zu 142 mehrheitlich zivile Personen zum Opfer fielen. Vorermittlungen hätten keine Anhaltspunkte für ein Dienstvergehen ergeben, erklärte letzte Woche das Verteidigungsministerium in Berlin. Es werde daher kein Disziplinarverfahren gegen Klein geben.
08.10
Kirchensteuer – Staatliche Einziehung?
08.10
"Inbegriff der Nächstenliebe"?
"Inbegriff der Nächstenliebe" oder "Todesengel von Kalkutta"? Zur Legendenbildung um Mutter Teresa im Spannungsfeld zwischen Wunschdenken, nützlicher Instrumentalisierung und Wahrheit anlässlich ihres hundertsten Geburtstags.
08.10
Ein Kaffeekränzchen bei der Diakonie
Von den Verbrechen an behinderten Kindern will die Evangelische Kirche nichts hören.
Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) und die Lippische Landeskirche haben gemeinsam mit ihrer Diakonie ehemalige Heimkinder zu einer Begegnung eingeladen", so steht es in einer Pressemitteilung, und weiter: "Damit sollen alle Betroffenen in der Region ein Forum erhalten, in dem sie zu Wort kommen und sich austauschen können....
"Er hätte ihnen am 25. August in Bielefeld Grausamkeiten erzählt, wenn man ihn als Vertreter der behinderten Heimopfer von Volmarstein zum Gespräch eingeladen hätte. Auch, wie er als Schulkind schlimmste Isolationsfolter erlebte: ["Ein Kaffeekränzchen bei der Diakonie" weiterlesen »]
08.10
Leserbrief in der Leipziger Volkszeitung vom 28. Juli 2010:
Enttäuschung kommt deutlich zum Ausdruck
Zur Seite "Leipzig spezial" anlässlich des 80. Geburtstags von Friedrich Magirius:
Im Sommer 1989, einige Wochen vor Beginn der Demos, hatte ich Gelegenheit, mit Friedrich Magirius und Christian Führer getrennt ein Gespräch über DDR-Probleme und die Zielstellung ihrer aktuellen politischen Engagements zu führen. Beide betonten ihre Vorstellung, auf Reformen zur Verbesserung und Stabilisierung der DDR hinzuwirken. Das heißt - von Revolution und Liquidierung war keine Rede. Ich wurde sogar gebeten, dafür bei der SED zu werben. Dieser Vorgang befand sich somit noch auf der Linie der bekannten Erklärung über das Verhältnis Kirche-Staat.
Friedrich Magirius, ein meiner persönlichen Meinung nach eher auf positive, nachhaltige Kooperation orientierter Mensch, wird also seine Gründe gehabt haben, Herrn Wonneberger* vom "Spielfeld" zu stellen. Es irritiert etwas, dass sich Christian Führer nachträglich als Revolutionär feiern lässt, der er noch wenige Wochen vorher nicht sein wollte... Fraglos entdeckten einige clevere DDR-Gegner die Möglichkeit, aus der Nikolaikirche und den Friedensgebeten die Geburtsklinik eines "Trojanischen Pferdes" zu machen. Leider wurde die Chance gerade liegengelassen, von Friedrich Magirius eine Bewertung des hiesigen Realkapitalismus zu erbitten.
Von Führer** ist jedoch bekannt, dass er und seine ehemaligen Mitarbeiter im Rahmen der kirchlichen Erwerbsloseninitiative vielen Betroffenen der neuen Wirtschaftsprobleme geholfen haben und sie außerdem 1998 die Demonstrationen gegen die Kohl-Regierung mitgestalteten. Auf die Defizite dieses Systems ist er überhaupt nicht gut zu sprechen - so man ihn denn konkret dazu befragt. Die Enttäuschung kommt deutlich zum Ausdruck!
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2010:
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9. Oktober 1989
Der 9. Oktober - Rückblick von Bürgerrechtler Christoph Wonneberger: Irgendwann im Morgengrauen des 9. Oktober ging ich endlich schlafen. Die ganze Nacht hatten drei, vier Weggefährten aus der "Arbeitsgruppe Menschenrechte" und dem "Arbeitskreis Gerechtigkeit" bei uns im Pfarrhaus auf Schreibmaschinen den Appell der Gewaltlosigkeit getippt, auf Matrizendruckern Abzüge gemacht. Nun stapelten sich 25.000 Flugblätter im Flur in der Juliusstraße! Ununterbrochen klingelte das Telefon, vor allem West-Journalisten riefen an. Es war uns allen klar, dass dieser Montag die Entscheidung bringen würde: Bürgerkrieg oder nicht.
Doch ich hatte keine Angst, unter dauernder Spannung standen wir seit Monaten. Am Morgen habe ich erstmal das Telefon nach unten in den Gruppenraum verlegt - damit meine Tochter Marie vom vielen Zigarettenqualm ferngehalten wird - sie war ja erst drei Monate alt und schlief im Nebenzimmer.
Schon Vormittag sah ich von meinem Fenster aus gepanzerte Fahrzeuge Richtung Zentrum rollen. Ich setzte mich aufs Rad und fuhr los. Ich wollte sehen, wie die Stimmung ist - ein paar Flugblätter habe ich auch verteilt. Gegen 18 Uhr hörte ich dann Kurt Masur den Aufruf verlesen, doch ich hielt mich abseits. Als die überwältigende Menschenmenge über den Ring rollte, dachte ich: "Endlich nehmen die Menschen ihre Geschicke in die eigenen Hände."
Ich fuhr nach Hause, wieder klingelte das Telefon. Die von uns eingefädelte Live-Schaltung zu den ARD-"Tagesthemen" konnte ich selber natürlich nicht mehr sehen. Bis weit nach Mitternacht gab ich Telefon-Interviews. Nachts um zwei haben wir dann den Whisky aufgemacht, den ich mal im Intershop gekauft hatte. Wir haben angestoßen, endlich.
Christoph Wonneberger war Pfarrer der Lukaskirche in Volkmarsdorf, koordinierte seit 1986 die Montagsgebete und war der Kopf der 89er Revolution. Nach einem Schlaganfall am 30. Okt. 1989 musste er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen, worauf Pfarrer Christian Führer und Superintendent Friedrich Magirius zu "Revolutionshelden" mutierten.
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Einen nicht unwesentlichen Anteil an der Geschichtsschreibung trägt der Schriftsteller Erich Loest. Auf die Frage Von all Ihren Büchern - welches ist Ihnen das Liebste? räumte er im Febr. 2009 immerhin ein: Nikolaikirche gehört sicher wegen des großen Erfolges dazu, obwohl ich es inzwischen zu pfarrerlastig finde.
Der Vergessene
Der Pfarrer Christoph Wonneberger machte die Leipziger Montagsdemos erst möglich. Den Ruhm jedoch ernteten Nebenfiguren.
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März 2002: Christian Führer (Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche) meldet zusammen mit Wolfgang Tiefensee (Katholik, Leipziger OBM und Hartz-Kommissionsmitglied) den Ausspruch "Wir sind das Volk" als Marke (Klasse 35: Werbung) an.
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Aug. 2004: Sehen Sie, Hartz IV ist ja nicht der Abgrund, vor dem vor allem der Osten steht. Hartz IV ist vielmehr der endlich eingeleitete Beginn notwendiger Reformen unseres Sozialstaates. Pfarrer Christian Führer
Juni 2005: VerFührer
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Sept. 2007: Zur Geschichte um das Friedensgebet in der Nikolaikirche zu Leipzig
NEUES FORUM Leipzig zu 25 Jahren Friedensgebete in St. Nikolai
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Juni 2009: Kontroverse in St. Nikolai
Diskussion zu den Friedensgebeten mit den Beteiligten von vor 20 Jahren
Eigentlich steht nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche nur eine weitere Gesprächsrunde im Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution auf dem Programm. Und doch ist dieser Talk ein besonderer.
Von Thomas Mayer
Zum ersten Mal nach 20 Jahren sitzen die Pfarrer Friedrich Magirius und Christian Führer mit ihrem einstigen Kollegen Christoph Wonneberger auf dem Podium. Mit dabei auch die ehemaligen Bürgerrechtler Ute Leukert, Brigitte Moritz und Uwe Schwabe. Man will zum Thema "20 Jahre Friedliche Revolution - Basisgruppen unterm Dach der Nikolaikirche" diskutieren.
Das Ereignis, um das es geht, geschah im August 1988. Bis dahin war St. Nikolai ein wichtiger Schutzraum für die Bürgerrechtsgruppen, die sich unter dem Dach der Kirche gebildet hatten. Hier konnten sie sich jeden Montag zum Friedensgebet treffen und es inhaltlich selbst gestalten; die Koordination lag in den Händen von Pfarrer Wonneberger. Weil der Kirchenleitung die Einflussnahme auf die Gestaltung der Friedensgebete mehr und mehr entglitt und die Veranstaltungen selbst immer politischer wurden, was die Stasi aufmerksam registrierte, wurden Leipzigs Superintendenten Friedrich Magirius und Johannes Richter unter Druck gesetzt, derartiges Treiben zu unterbinden. Magirius teilte Wonneberger schriftlich mit, dass er nicht mehr zuständig sei für die Gestaltung der Friedensgebete. "Wir haben eine neue Gestaltung der Friedensgebete für die nächsten Wochen vorbereitet. Meinerseits stelle ich noch einmal fest, dass Sie damit von Ihrer bisherigen Aufgabe entbunden sind", hieß es.
Bei der jetzigen Debatte zwar nicht erwähnt, aber sehr wohl in den Kontext passen folgende Dokumente. Am 5. September 1988 verlas Jochen Läßig nach dem Friedensgebet eine Erklärung der Basisgruppen vor der Nikolaikirche: "Uns wurde die Sprecherlaubnis durch die Verantwortlichen entzogen. Entgegen der öffentlichen Beteuerung des Superintendenten und des Pfarrers dieser Kirche, dass ihre Entscheidung allein von ihrem Gewissen und vor Gott getroffen ist, wissen wir, dass massiver äußerer Druck zur Absetzung des Friedensgebetes der Gruppen geführt hat." In einer Notiz von einem Gespräch von Magirius im Oktober 1988 beim Rat des Bezirkes, Bereich Kirchenfragen, ist zu lesen: "Er (Magirius; Anm. d. A.) habe in letzter Zeit immer mehr die Erfahrung machen müssen, dass mit den Initiatoren solcher Aktionen nicht mehr zu reden ist … Dabei werde für ihn auch die ausschließlich politisch negative Profilierung einiger Gruppen immer deutlicher." Auch im Fall von Pfarrer Wonneberger helfe nichts Anderes mehr, als dass man diese Leute staatlich zur Verantwortung ziehe. Läßigs Erklärung wie die Wiedergabe des Gesprächs sind seit 1994 publik, als in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig das Buch "Freunde und Feinde" erschien.
Magirius fühlt sich nicht angeklagt: "Als Superintendent hatte ich das einzige Stück Freiraum, das es in der DDR gab, unsere Kirche, zu sichern." In diesem Kontext hätten er und Richter sich mit der Staatsmacht einlassen müssen. Beiden zur Seite stand Pfarrer Führer. Er führte die Friedensgebete fortan so durch, dass der Staat keine Handhabe zum Eingreifen hatte. Jesus als Etikettenschwindel sollte mit ihm nicht sein, die Entchristlichung der Friedensgebete wollte er nicht tolerieren.
Die Bürgerrechtler reden über diesen Konflikt noch immer mit Betroffenheit. Moritz: "Uns wurde von der Kirchenleitung mitgeteilt: 'Demonstration ist keine Form' des kirchlichen Zeugnisses und 'Geht doch mit euren Anliegen in die Jugendklubs'." Schwabe: "Wir fühlten uns von der Kirche im Stich gelassen, ja verraten." Schwabe saß im Januar 1989 zehn Tage in Haft und kam nur deswegen frei, weil die Basisgruppen in den Kirchen mobil machten und in vielen Städten der DDR Protestveranstaltungen zur Freilassung der Inhaftierten stattfanden. Das führte dazu, das Honecker selbst die Freilassung der insgesamt zehn inhaftierten Bürgerrechtler verfügte, um beim in Wien stattfindenden KSZE-Treffen nicht mit unliebsamen Fragen konfrontiert zu werden.
Zwar durften Basisgruppen 1989 doch wieder die mittlerweile Montagsgebete heißende Veranstaltung mitgestalten, doch unterstanden die jetzt der kirchlichen Kontrolle. Wonneberger fällt dazu nur das Wort "Zensur" ein. Er ist genervt von der Debatte und sagt: "Nicht noch einmal." Schwabe beklagt den zu späten Zeitpunkt, der jetzt stattgefundenen öffentlichen Debatte. Für ihn steht fest: "Die Konflikte um die Friedensgebete rücken die fast immer nur heroisch dargestellten Taten der Kirche für die Friedliche Revolution in ein anderes Licht."
Quelle: Leipziger Volkszeitung
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Sept. 2009: "Gott hat Großes an mir getan"
Die Leipziger Nikolaikirche und ihr Pfarrer Christian Führer sind zum Symbol der friedlichen Revolution von 1989 geworden. Warum eigentlich?
Zwanzig Jahre danach sitzt die friedliche Revolution im Kaffeehaus Riquet und spricht von einem "Wunder biblischen Ausmaßes". Die Revolution trägt T-Shirt und Jeansweste. Eine ausgewaschene, unförmige Weste, die so tut, als hätte die Zeit vor zwei Jahrzehnten beschlossen, nicht mehr weiterzugehen. "Es war unglaublich, was damals geschah." Es ist unglaublich geblieben. Wunder vergehen nicht, Wunder fallen aus der Zeit.
Jede Revolution hat ihre Helden. Die Nachwelt braucht sie, um sich erinnern zu können. Für Christian Führer hat die friedliche Revolution in der DDR von 1989 nur einen Helden: Jesus. Jesus hat bis dato zu '89 zwar geschwiegen, dafür aber spricht Christian Führer. In dem Kaffeehaus im Leipziger Schuhmachergässchen fragt er: "Wann war uns je eine Revolution gelungen?" Er wartet die Antwort nicht ab, er will sie selbst geben: "Noch nie zuvor." Christian Führer zupft an seiner Weste und schiebt die Augenbrauen in die Stirn. "Wann hat es je eine Revolution gegeben, die in den Kirchen heranwächst, die aus der Kirche kommt und gewaltfrei ist?" Eben. Ein Wunder.
Christian Führer war der 122. Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche seit der Reformation. Am 13. Oktober 1980 wurde er in sein Amt eingeführt, am 30. März 2008 in den Ruhestand verabschiedet. "Es war ein wunderbarer Gottesdienst", erinnert sich Führer. Mit den Pfarrern der benachbarten Gemeinden zog er "in einer schönen Schar" über den Kirchplatz, "um uns herum standen und liefen Journalisten, Fotografen und Kameraleute". Als er die Kirche betritt, ist Führer "wie benommen". Die Reihen sind voll besetzt, sofort kommt ihm die Erinnerung an jenen Tag als die Kirche "überfüllt" war, den 9. Oktober 1989. In seiner Abschiedspredigt spricht er davon, dass Anfangen und Aufhören immer zusammenfallen. Als Pfarrer hat Führer aufgehört, aber die Nikolaikirche ist sein Haus geblieben, das Zentrum seiner wahren Berufung: dem Dienst am Wunderverkündertum. Seine Lieblingsworte sind Jesus und ich. Selbst wenn er "Wir" sagt, meint er "Ich und die anderen". Ich war dabei damals, ich kann das Wunder bezeugen, und ich habe die Friedensgebete an der Nikolaikirche begründet. Am 9. Oktober 1989, nach dem Friedensgebet mit 2 000 Menschen in der übervollen Kirche, zog ein Demonstrationszug durch Leipzig. 70 000 nahmen teil, es kam zu keiner Gewalt. "Ich hatte es immer wieder in den Friedensgebeten gesagt, nehmt die Gewaltlosigkeit mit auf die Straßen und Plätze." Die Menschen hörten auf ihn, und wenn er zurückdenkt, fällt ihm ein Vers aus dem Lukasevangelium ein: "Er hat Großes an mir getan."
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Okt. 2009: Handeln statt beten
Schon wieder er. Der Bundespräsident braucht in seiner Leipziger Festrede zum 20. Jahrestag der DDR-Revolution keine zwei Worte, um ihn zu erwähnen. So geht es seit Jahren schon. 1991 war es die Theodor-Heuss-Medaille, die er bekam, 1995 folgte das Bundesverdienstkreuz, 2005 der Augsburger Friedenspreis (zusammen mit Michail Gorbatschow) und 2008 schließlich noch die Hans-Böckler-Medaille. Er ist immer der Held. Aber warum? Warum ausgerechnet Christian Führer, der langjährige Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche mit dem markanten Bürstenhaarschnitt und der ewigen Jeansweste? (...)
20 Jahre nach dem Fall der Mauer werden noch einmal die alten Schlachten geschlagen. Und beide Seiten stehen sich so unversöhnlich gegenüber wie einst. Viele der späteren Initiatoren der Leipziger Demonstrationen werfen den Kirchenleuten vor, damals zu sehr gebremst zu haben. Für sie ist ein Montagnachmittag im August 1988 in der Leipziger Nikolaikirche ein Schlüsselereignis. An jenem Tag hatte Superintendent Friedrich Magirius am Ende der Andacht erklärt, dass die Basisgruppen, die seit Jahren montags für volle Kirchenbänke gesorgt hatten, nicht mehr an der Gestaltung des Friedensgebets mitwirken dürften.
Empört stürmten die jungen Männer und Frauen zum Altar, um eine Protesterklärung gegen die Zensur der Kirche zu verlesen, doch ihnen wurde das Mikrofon abgestellt. Jochen Läßig vom "Arbeitskreis Gerechtigkeit" versuchte dennoch, vom Altar aus weiterzusprechen.
Superintendent Magirius gab daraufhin dem Organisten auf der Empore ein Zeichen, und schon erstickte Orgelmusik den Protest gegen die Kirche. Ein junger Mann hechtete über die Kirchenbänke, kletterte die Balustrade hoch und zog den Stromstecker der Orgel. Pfarrer Führer sprang auf einen Stuhl, um die Leipziger Basisgruppen, darunter viele Theologiestudenten, kurzerhand aus seiner Kirche zu werfen. Die antworteten mit Pfiffen und Protestrufen. "Das sind keine Leute von uns", rief Führer in den Kirchenraum.
Die Stasi-IM vor Ort notierten: "Durch Pfarrer Führer wurden die Anwesenden mehrfach zum Verlassen der Kirche aufgefordert", was sie dann auch "mit Unmut und undiszipliniert" taten. Nach ihrem Rauswurf nutzten die Bürgerrechtler den Platz vor der Kirche, Passanten über Verhaftungen, Pressezensur und Aktionen in der ganzen DDR zu informieren. (...)
Wonneberger und nicht Führer war der wichtigste Mann hinter den Friedensgebeten. Bis in den Sommer 1988 war er derjenige, der sie koordinierte. Dann bekam er einen Brief seiner Kirchenleitung. "Lieber Bruder Wonneberger ... Wir haben eine neue Gestaltung der Friedensgebete für die nächsten Wochen vorbereitet. Meinerseits stelle ich fest, dass Sie von Ihrer bisherigen Aufgabe entbunden sind."
Für Schwabe war das der Moment, "in dem die evangelische Kirche sich zum Handlanger der SED degradierte". Umso mehr ärgert es ihn, dass nicht Bürgerrechtler wie Wonneberger bei Erinnerungsfeiern im Rampenlicht stehen. Stattdessen würden Männer wie Führer geehrt oder der frühere Superintendent Magirius, der bereits 1990 die "Goldene Kamera" erhalten hatte, später Ehrenbürger von Krakau wurde und den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis bekam, bei dessen Verleihung in der Frankfurter Paulskirche mehrere DDR-Bürgerrechtler ein Transparent hochhielten ("Revolutionsheld nach Sendeschluss").
Die Aktivisten von einst reagierten empört, als sie hörten, dass ausgerechnet Christoph Kähler, der frühere Rektor des Theologischen Seminars Leipzig, bei den Gedenkfeiern zum 9. Oktober in Anwesenheit des Bundespräsidenten ein Friedensgebet in der Nikolaikirche halten sollte. Dabei war er es, der nach jenem Tumult 1988 die Disziplinierung von beteiligten Theologiestudenten einleitete. Drei Sprecher der Gruppe "Gerechtigkeit" wurden zwei Monate später, nach einem Rektoratswechsel, vom kirchlichen Studium exmatrikuliert, weil sie angeblich kaum noch daran teilgenommen hätten.
In der Nikolaikirche ging es nach dem Montagstumult Ende August 1988 mit den Friedensgebeten zwar weiter, doch für die Gruppen war der Platz vor der Nikolaikirche fortan der wichtigere Treffpunkt. "Nach dem Vorbild der Danziger Brigittenkirche nahe der Werft und dem Prager Wenzelsplatz", sagt der damalige Aktivist Rainer Müller.
Allerdings wollten die Gruppen ihren Rauswurf aus der Nikolaikirche nicht widerstandslos hinnehmen.
Zwei Monate später, am 24. Oktober 1988, trugen die Basisgruppen ihren Protest noch einmal in die Kirche. Mit Kerzen und Transparenten zogen Aktivisten vor den Altar. Doch anders als seine evangelischen Kollegen zeigte sich der katholische Kaplan Hans-Friedel Fischer solidarisch und begrüßte jeden mit Handschlag.
Am Ende des Friedensgebets versuchte die junge Gesine Oltmanns, eine Erklärung vorzulesen. Doch wieder schaltete Superintendent Magirius das Mikrofon ab. Erneut kam es zu tumultartigen Szenen in der Nikolaikirche. Die Gruppen zogen nach draußen, verteilten Kerzen an die Passanten und nutzten die Betonplatten vor der Kirche als Rednertribüne.
Zwei Wochen später, am 9. November, ging vom Vorhof der Nikolaikirche ein nicht genehmigter Schweigemarsch mit Kerzen aus, an dem über 200 Leipziger zum Gedenken an die Pogromnacht 1938 zum ehemaligen Standort der größten Leipziger Synagoge zogen.
Doch Nikolaikirchen-Pfarrer Führer war mit den Flugblättern nicht einverstanden: "Wir können uns nur davon distanzieren." Und über die in seiner Kirche protestierenden Basisgruppen meinte er: "Was wir hier erlebten, lässt auch bei weitherzigster Auslegung den Begriff 'Friedensgebet' nicht mehr zu." Das sogenannte Fürbittengebet trage "zur Propagierung des Unglaubens, zu Tipps für das Verhalten bei der nächsten Wahl" bei und sei "zu provokativ-politischen Appellen entartet". Die Kirche werde so "zum Plenarsaal herabgewürdigt".
Führer tat alles, um Film- und Tonaufnahmen oder das Fotografieren durch westliche Journalisten in der Nikolaikirche zu verhindern. Ganz anders als Pfarrer Wonneberger und die Basisgruppen. "Unser Ding war es, immer alles öffentlich zu machen", sagt Wonneberger, in dessen Haus ein Kontakttelefon für die Aktivisten stand. So wie auch bei seinem Verbündeten, Pfarrer Rolf-Michael Turek.
Die beiden Seelsorger erlaubten von ihren Anschlüssen Gespräche mit Westmedien und Oppositionsgruppen in der DDR und ließen zu, dass in ihren Pfarrhäusern Flugblätter gedruckt werden konnten. Turek musste sich deshalb im Sommer 1989 zur "Klärung eines Sachverhalts" von der Stasi vorhalten lassen: "Seien Sie doch vernünftig, Herr Turek, und nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihren Kollegen." Doch Turek wollte nicht.
Magirius sagt, er habe eine Entchristlichung der Friedensgebete damals nicht tolerieren wollen. Führer bestreitet heute nicht, was vorgefallen ist. Doch nicht er habe sich nach der Wende in den Vordergrund gespielt, es seien die Medien gewesen, die ihn als "den Geistlichen" bezeichnet hätten, der der "SED-Macht die Stirn bot". Das habe er zwar auf seine Art auch getan, selbst wenn er damals "Tag und Nacht Angst" gehabt habe. Doch für ihn habe Jesus im Mittelpunkt gestanden und nicht der Umsturz.
Und er habe sich auch nicht als "Initiator der Friedensgebete" dargestellt, sondern nenne sich allenfalls ein "ständiger Begleiter und Betreuer". Die Basisgruppen seien damals zwar verärgert gewesen, doch es habe Friedensgebete gegeben, "die nur scharfe politische Veranstaltungen waren und dem Staat die erwünschte Steilvorlage" für die Behauptung lieferten, "die Gebete hätten nichts mit der Kirche zu tun, sondern seien blanke staatsfeindliche Hetze". Als die Situation Ende August 1988 eskalierte, habe die Gefahr bestanden, dass der Staat einen Vorwand zum Eingreifen bekommen hätte. Deshalb habe er die Gruppen gebeten, die Kirche zu verlassen, sie aber nicht hinausgeworfen. Im Frühjahr 1989 habe er sie wieder hineingeholt.
Tatsächlich spielte der Kirchhof mit den Aktivisten draußen vor der Nikolaikirche in den Monaten bis zum Herbst 1989 aber die entscheidende Rolle, "nachdem wir uns aus der Bevormundung der Kirchenleitung gelöst hatten", sagt der Ex-Theologiestudent und heutige Historiker Müller. Von hier aus zogen schon am 1. Mai des Revolutionsjahrs 200 Leipziger quer durch die Innenstadt. Ohne dass die Volkspolizei eingeschritten wäre. Von da an fand jeden Montagabend eine Demonstration statt oder der Versuch dazu. (...)
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Nov. 2009: Ein Aufruf, der Geschichte machte
Vergessene Gesichter: Pfarrer Christoph Wonneberger aus Leipzig
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Nov. 2009: Vater der Montagsdemo
Ehrung: Christoph Wonneberger ist einer von drei Ostdeutschen, die jetzt für ihre Leistung im Herbst 1989 mit dem Bambi ausgezeichnet werden
Die Neujahrskarte, die Christoph Wonneberger (65) und seine Frau Ute für 1989 gestalten, klingt heute wie eine Prophezeiung. "Auch 1989 neue Hoffnung schöpfen", schickt der Pfarrer als Botschaft an seine Schäflein von der evangelischen Kirchgemeinde St. Lukas im damals düsteren Leipziger Osten.
Der mutige Pfarrer. Wonnebergers Gemeindehaus ist da längst eine Schaltzentrale der DDR-Opposition. Es fängt damit an, dass Wonneberger 1986 die Koordination der "Friedensgebete" übernimmt, die jeden Montag um 17 Uhr in der Leipziger Nikolaikirche stattfinden. Das Besondere: Auch junge Oppositionelle dürfen dort reden, nutzen die Chance, um ihren Protest gegen die katastrophale SED-Politik, Umweltzerstörung und Bespitzelung auszudrücken, die immer mehr Ostdeutsche dazu treiben, ihr Land zu verlassen. Wonneberger stellt ihnen in seinem Pfarrhaus Matrizen-Drucker und Telefon zur Verfügung und gibt ihnen Rückendeckung. Auch gegen die Kirchenoberen. Die meisten Leipziger Pfarrer sind nämlich eher reserviert gegenüber regimekritischen Äußerungen in der Kirche. Oft gibt es Streit. Der im Spätsommer 1988 darin gipfelt, dass die Kirchenleitung Wonneberger und den jungen Oppositionellen unter seinen Fittichen verbietet, die "Friedensgebete" weiter zu gestalten. Sie dürfen zwar noch als Besucher rein, aber nicht mehr ans Mikro.
Der Weg auf die Straße. Was als Maulkorb gedacht ist, wird zum Auslöser der Montagsdemos. Weil ihnen nun sogar in der Kirche der Mund verboten wird, tragen Wonneberger und seine jungen Oppositionellen den Protest im Anschluss an die »Friedensgebete« nach draußen. Im Januar und März 1989 wagen sie sich zum ersten Mal auf die Straße. Mit dabei sind auch immer mehr "Antragsteller", die mit ihrem offenen Protest ihre Ausreise erzwingen wollen. Ab Anfang September 1989 findet dann jede Woche so eine "Montagsdemo" im Anschluss an die Friedensgebete statt. Die Montagsdemo am 9. Oktober 1989 wird dann zum Tag der Entscheidung für die ganze DDR. Für seinen Mut wird Christoph Wonneberger am 26. November 2009 mit dem Medienpreis Bambi ausgezeichnet.
Mit ihm werden die einstigen Oppositionellen Siegbert Schefke (50) und Aram Radomski (50) geehrt, die damals unter großer Gefahr bei der Montagsdemo filmten. Die Bilder, nach "drüben" geschmuggelt und via West-Fernsehen verbreitet, zeigen allen, dass friedlicher Massenprotest möglich ist. Überall gehen nun Menschen auf die Straße. Und machen der SED-Diktatur binnen weniger Wochen ein Ende.
Quelle: SUPERillu
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Bambi für Wonni
Revolutionspfarrer Christoph Wonneberger erhält heute den renommierten TV-Preis / Weggefährten freuen sich für ihn
Wenn heute in Potsdam der Fernsehpreis Bambi verliehen wird (20.15 Uhr, ARD), dann bekommt ihn mit Pfarrer Christoph Wonneberger einer der wichtigsten Bürgerrechtler der ehemaligen DDR. Was sagen dazu seine einstigen Weggefährten?
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Stiller Held der Wende: Ein BAMBI für den Vater der Montagsdemo
Ehre, wem Ehre gebührt: Der Leipziger Pfarrer Christoph Wonneberger ist einer von drei Ostdeutschen, die jetzt für ihre Leistung im Herbst 1989 mit dem Medienpreis BAMBI ausgezeichnet worden.
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Das Grauen im Zeichen des goldenen Rehs: Die Bambi-Verleihung 2009
Christoph Wonneberger, der Pfarrer, der in der Leipziger Nikolaikirche die Friedensgebete koordiniert hatte, aus denen sich die die Montagsdemonstrationen entwickelten, wurde dafür mit einem "Stille Helden"-Bambi belohnt. Er nutzte die Bühne für einen holprigen, aber von Herzen kommenden Appell zur radikalen Abrüstung und zog aus seinem Anzug eine Fahne "Schwerter zu Pflugscharen". Er bekam dafür zu Recht deutlich mehr Applaus als Moderator Tom Bartels, der unmittelbar danach gönnerhaft herablassend hinzufügte: "Meine Damen und Herren, wir können heute abend alle frei unsere Meinung äußern, und darauf können wir sehr stolz sein." Zu diesem Zeitpunkt hatte er aber das Publikum ohnehin längst gegen sich.
08.10
Wolfgang Lindenmaier - Mitarbeitervertreter der Diakonie: Die Kirchen haben Unmengen von prekären Arbeitsverhältnissen in ihren eigenen Reihen. Reguläre Jobs werden zunehmend in Billigjobs umgewandelt. Daher sind immer mehr Mitarbeiter gezwungen,
nebenher beispielsweise Putzen zu gehen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Gleichzeitig haben vor allem die kirchlichen Wohlfahrtsverbände* die Methode entdeckt, Mitarbeiter anderen Unternehmen zu überlassen und sie dann zu niedrigeren Löhnen wieder auszuleihen. Wenn die Kirchen jetzt also höhere Löhne und mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger fordern, haben sie damit zwar absolut Recht - ihre Forderung ist allerdings geradezu schizophren.
Quelle: "Anne Will - Aufschwung für alle - Höhere Löhne, mehr Hartz IV?
TV-Kritik "Anne Will"
[O]bgleich Will in ihrer Sendung die Frage stellte, ob der jüngste Aufschwung auf Kosten der Niedrigverdiener und Hartz-IV-Empfänger gehe, wurde in der Diskussion etwas ganz anderes sichtbar: Erstens, wie weit die soziale Schere in unsere Gesellschaft schon aufgegangen sein muss, wenn eine TV-Journalistin, in diesem Falle Rita Knobel-Ulrich**, sich herausnimmt, in ihren Beiträgen über die neue Unterschicht im „die-da“-Tonfall zu schwadronieren, sprich Pauschalurteile zu fällen so wie andere sich den Käse über die Nudeln reiben. Zweitens, dass es unmöglich ist, über Hartz-IV-Sätze zu debattieren, wenn man nicht die Niedriglohnpolitik ins Auge fasst. (...)
[D]eutsche Hartz-IV-Empfänger können sich nicht für Fairtrade-Produkte entscheiden, das gibt ihr Budget dann doch nicht her. Sie finanzieren das Vermögen des Kik-Mogulen Stefan Heinig und sind gezwungen die Niedriglohnpolitik mitzutragen.
Nennt man das Teilhabe? Und wird ein Bildungsgutschein das ändern können? Macht es da überhaupt noch einen Unterschied, ob mein Kind im Vorschulalter mit einem Computer oder Naturholzfiguren spielt? Das Gängeln von Menschen, die sich sowieso kaum noch was aussuchen können, daran haben wir uns schon so gewöhnt, dass uns die Widersprüchlichkeit von Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, kaum auffällt. Wie er zuerst darauf beharrt, es gehe bei der Höhe der Hartz-IV-Sätze um die Frage der Menschenwürde, sich danach aber für den Bildungsgutschein ausspricht, damit das Geld auch wirklich an den abgerutschten Hartz-IV-Eltern vorbei bei ihren Kindern ankommt.
* Okt. 2009: Wohlfahrtsverbände am Hartz IV-Tropf
Im Vorfeld der Verhandlung gegen den Hartz IV-Regelsatz beim Bundesverfassungsgericht werden immer mehr regierungskonforme Positionen deutlich. So äußern sich jetzt auch Caritas und Diakonie im Sinne des Regierungsziels, das lediglich ein paar Stellschräubchen am Kinderregelsatz drehen möchte - ohne den gesamten Regelsatz in Frage zu stellen. Nur so erklärt sich nach Auffassung der Hartz4-Plattform, dass ihre Stellungnahmen gegenüber dem Bundesverfassungsgericht eine einseitige Abhängigkeit spiegeln.
"Ich empfinde es Besorgnis erregend, wie einseitig und regierungskonform sich Sozial- und Wohlfahrtsverbände in Stellungnahmen gegenüber dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zur Hartz IV-Verhandlung geäußert haben," stellt Brigitte Vallenthin, Hartz4-Plattform Sprecherin wenige Tage vor dem Termin am 20. Oktober in Karlsruhe fest. Der Hartz4-Plattform liegen Stellungnahmen von Caritas und Diakonie vor, die vom Bundesverfassungsgericht nach § 27 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes (BVerfGG) "als sachverständige Dritte" angefragt wurden. "Wir sehen in den Antworten - die so tun, als ginge es alleine um die Kinderregelsätze und nicht auch grundsätzlich um den Eckregelsatz - eine Verletzung der gebotenen Neutralität. Da wird weniger der Sachaufklärung und Wahrheitsfindung gedient als vielmehr regierungsabhängiger eigener Interessenlage."
Ähnlich äußert sich auch der erste Vorsitzende von "Sozialverein und Erwerbslosen-Initiative ARCA Soziales Netzwerk e.V.", Thomas Kallay. in Bezug auf den zusätzlichen Aspekt des Profitierens der kirchlichen Verbände durch 1€-Jobber aus Hartz IV, in einem Gespräch mit der Hartz4-Plattform, das im Wortlaut auf www.hartz4-plattform.de nachzulesen ist.
Caritas und Diakonie beziehen Mittel aus Hartz IV-Töpfen, mit denen sie im Auftrage der Behörden unterschiedliche Maßnahmen durchführen und in deren Namen sogar Sanktionen ankündigen. Der Hartz4-Plattform liegt dazu ein Schreiben der Diakonie in Hessen-Nassau vor, das bereits vom 19. September 2006 datiert. Darin heißt es unter anderem: "Sie haben Ihren Unmut darüber geäußert, dass sich das Diakonische Werk indirekt an Sanktionsmaßnahmen im Rahmen des SGB II beteiligt. (...) Es ist jedoch sehr wohl möglich, dass künftig ein Grossteil der Sozialleistungen aus diesem Topf finanziert wird. (...) Wie Sie sicher wissen, gehen parallel zur oben beschriebenen Entwicklung die Kirchensteuereinnahmen zurück ... (...) Fakt ist aber, dass eine Verweigerung der großen Träger gegenüber SGB II ein dramatisches Ausdünnen der Hilfsangebote zur Folge hätte, das sicher nicht zu begrüßen wäre ..."
** Rita Knobel-Ulrich
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Offener Brief an die ARD
ARD 24.08.05, 22.00 Uhr
"Arbeit, nein danke!"
Bericht von Rita Knobel-Ulrich
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Knobel-Ulrich
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Evangelischer Pressedienst [epd], Sept. 05: Wenn der Staat füttert - "Arbeit -- nein danke! Scheitern mit Hartz IV"
Expeditionen ins Unterholz des Sozialstaats sind selten im Programm (...).
Doch zuweilen gibt es auch überraschende perspektivische Verschiebungen, und für so etwas ist Rita Knobel-Ulrich immer gut. (...)
Ein Familienvater lebt gemütlich im eigenen Klinkerhäuschen, eine zweifache Mutter und ihr Lebensgefährte bewohnen ein abgeschiedenes Häuschen im Grünen. Sie gibt zu, dass sie "so'n bisschen vom Kindergeld leben". Arbeiten möchte die arbeitslose Putzfrau nur mit Anreisen von einer Viertelstunde und auch eher nicht vier Stunden lang.
Da hält es Knobel-Ulrich nicht in ihrer Beobachterrolle. "Das kann nicht sein, dass die Allgemeinheit dafür aufkommt -- Sie sind jung und kräftig!" Doch die junge Frau ist auch noch clever. Als die Fallmanagerin ihr wieder einmal Jobangebote unterbreitet, erklärt sie, dass sie gerade ihr drittes Kind erwarte. Egoistischer geht es kaum noch, schließlich wird dort mutwillig eine neue Sozialhilfekarriere gestartet. Ob diese Konstellationen mitbedacht werden, wenn wieder einmal der Familienbericht der Bundesregierung die wachsende Kinderarmut beklagt?
Rita Knobel-Ulrich wagt mal wieder den unbefangenen Blick auf den Alltag in der Versorgungsgesellschaft. Ohne die Befangenheit einer political correctness, die sich als Anwalt und Betreuer der Befragten fühlt, stellt sie die Frage, ob eine dreiköpfige Familie mit 1400 Euro plus Miete nicht auch ohne Arbeit auskommt. Sie nähert sich den Hilfeempfängern dabei sehr resolut und teilt die Skepsis der Arbeitsvermittlerin. Einseitig aber ist das dennoch nicht, weil dadurch strukturelle Probleme sichtbar werden. Wenn ein Arbeitsloser seit vier Jahren keine Bewerbung mehr schreibt, schreiben muss, dann stimmt da etwas nicht. Und wenn sich ein anderer weigert, den erlernten Beruf wieder aufzugreifen, weil er dazu keine Lust habe, dann spricht dies nicht gerade für die Lesart, dass Hartz IV soziale Kälte oder Elend generiere. Vielmehr bringt die Reform durch den beginnenden Vermittlungsdruck auch die Unbeweglichkeit vieler Betroffener zu Tage, die lieber einen niedrigen Lebensstandard, dafür aber auch ihre Ruhe haben wollen und die sich komfortabel in der Transfergesellschaft eingerichtet haben.
Das geht bis hin zum offenen Sozialbetrug. Die Putzfrau, die sich nicht vermitteln lassen will, weil sie für ihre Kinder sorgen müsse, was ihr gleichfalls arbeitsloser Freund nicht könne, gibt vor der Kamera keck zu, sie habe schon früher ihr Arbeitslosengeld mit ganztägiger Schwarzarbeit aufgebessert -- und eine Tagesmutter beschäftigt. Nun wird es ernst im Jobcenter, das fürsorglich mit einem Bewerbungstraining droht und neuen Arbeitsangeboten. Da fühlt sich die Frau regelrecht bedroht und zückt ein Attest, sie habe schon seit längerem Epilepsie. Und nach Hamburg könne sie gar nicht fahren mit dem Bus. Spricht's -- und dampft wütend mit dem Roller ab.
Ob sie nicht doch mobiler sei, als sie vorgibt zu sein, fragt sich die Autorin. Ihre Fallstudien zeigen eine heile Welt, in der die Betroffenen jede Veränderung und Forderung als Bedrohung und Handlungsbedarf erst dann sehen, wenn "der Staat nicht mehr füttert", wie ein Mann offen zugab. Damit gelang Knobel-Ulrich in gewohnt souveräner Manier eine unkonventionelle Dokumentation, die dennoch nie respektlos erschien, weil die Hartz-IV-Empfänger selbst sich ziemlich selbstbewusst darstellen.
Was den Film so brisant erscheinen lässt, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: nämlich der nicht sympathisierende, sondern sondierende Blick auf die Normalität der Missstände. Die im übrigen nicht bloß eine anonyme Allgemeinheit schädigen, sondern auch jene, die die Arbeit mitmachen müssen, wenn eine arbeitsunlustige Putzfrau schon am dritten Tag zu Hause bleibt, ohne sich wenigstens krank zu melden.
Es wird kälter in Hartz-Deutschland, und das führt paradoxerweise dazu, dass sich viele noch mehr zurückziehen in die durchaus gut gewärmten Nischen des Sozialstaats. Ein Film wie dieser wird hierzulande gern als "rechte Propaganda" denunziert, ist aber der notwendige nüchterne Blick auf eine unbequeme Wahrheit.
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Okt. 2005: Knobel-Ulrich verarbeitlosen
Erst darf die Filme-Macherin und Autorin Frau Rita Knobel-Ulrich in der Sendung "Wahlcheck05" auftreten, nun darf sie auch als "Publikumsexpertin" bei Christiansen, Volkes Durchschnittdenkerin mimen.

Was ist passiert:
Für den NDR hat sie eine Sendung über Hartz 4 gedreht (ARD-Exklusiv "Arbeit - Nein Danke") und ist dabei auf Menschen gestoßen, die nicht bereit waren, jeden Job anzunehmen.
Verwunderlich?
Natürlich nicht, jede/r versucht den für sich besten Job zu bekommen.
Diese Menschen sind für Frau Knoblich-Ulrich nun Menschen, die auf Kosten des Sozialstaats leben (Clement spricht von "Sozialparasiten"). Diese leben von "unserem" Geld - und das wäre verwerflich.
In beiden Sendungen regt sie sich darüber auf, dass polnische Menschen in Deutschland die Gurken ernten müssen, weil sich keine deutschen Arbeitnehmer dafür finden.
Dazu - Frau Knoblich-Ulrich - ein paar persönliche Gedanken:
* Sie leben davon, Filme zu produzieren.
Ein ausgesprochener "Lust-Job", in dem sie sich selbst verwirklichen können, viel rumkommen, sozial angesehen sind (zumindest bis zu Ihren Hartz-Auftitten).
Bezahlt werden Sie von "unserem Geld" - den Zwangs-GEZ-Gebühren.
Wenn Sie ihre Dienstleistung auf dem "freien Markt unter globalisierten Bedingungen" feilbieten müssten: Würde jemand freiwillig nur 1 Euro bezahlen, um ihre Filme zu sehen?
Beweisen Sie es uns, bringen Sie einen Film in die Kinos und stellen Sie sich dem Markt an der Kinokasse, statt GEZ-Zwangsgebühren zu "schmarotzen".
* Wenn es für die Gurkenernte (oder Putzjobs) das gleiche Geld geben würde, wie Sie für Ihre Filme bekommen, dann würden sich auch deutsche Arbeitslose dafür finden.
Bedeutet denn Arbeitslos zu sein, jeden Drecks-Job für eine Aufwandsentschädigung oder ein Taschengeld machen zu müssen?
Müsste es nicht eigentlich so sein, dass Drecks-Jobs besser entlohnt werden, als Lust-Jobs, wie z.B. Reportagen drehen?
Die "Ware" Film-Journalisten ist doch nicht knapp, warum also nicht runter mit Ihrem Honorar?
Oder können Sie Ihre Reportagen nur noch verkaufen, wenn diese möglichst kontrovers den Zeitgeist aufgreifen? Versuchen Sie eventuell nur, persönlichen Profit aus der Lage anderer Menschen zu ziehen?
* Zu den Gurken: Ist es eigentlich wirklich nötig, dass gewisse Manager ihre abendliche Unterhaltung aus Brasilien einfliegen müssen? Gibt es nicht genügend deutsche Frauen, die diese Tätigkeit ausüben könnten, um zumindest von der "4? in Hartz4 unabhängig zu sein?
* Es gibt sicher viele Arbeitslose, die auch Filme herstellen können und wollen. Wie wäre es, wenn Sie den Job teilen? 50% der Zeit Lustjob, 50% Gurkenernte?
Wie sieht es aus, treffen wir uns auf dem Feld?
Ach - sie haben ja einen Job, sind hochqualifiziert, sogar mit Doktor - darum ist Gurkenernte für Sie nicht zumutbar? Hab ich mir gedacht.
Liebe Frau Knoblich-Ulrich, denken Sie bitte mal über das Wort Demut nach.
Unterlassen Sie ihre unsägliche Hetze gegen Arbeitslose.
Sie sind mit dem gleichen blanken Hintern geboren, wie die Arbeitslosen, über die Sie multimedial richten.
Ich wünschen Ihnen, dass Sie in Ihrem nächsten Leben nicht in einem brasilianischen Slum geboren werden um als Sexsklavin gewisser Manager zu enden.
Liebe MedienmacherInnen, liebe Reportage-Mitwirkende:
Ich schlafe vor, keine Zusammenarbeit mehr mit dieser Journalistin.
Lieber NDR - bitte kein Geld mehr für Frau Knoblich-Ulrich.
Ich möchte nächstes Jahr zusammen mit Ihr Gurken ernten.
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Nominierung für den goldenen Prometheus - Fernsehjournalist des Jahres, denn
Ein halbes Jahr lang beobachtete die NDR-Autorin Knobel-Ulrich und ihr Team die Motivierungsversuche von Fallmanagern der Bundesagentur für Arbeit. Das Ergebnis ihrer Beobachtungen: Viele Langzeitarbeitslose wollen auch nicht arbeiten. Ein provokanter Beitrag zum Thema, der in diesem Jahr für erhitzte Debatten sorgte. Doch genau das sollte ein Dokumentarfilm auch.
Fazit: Nochmehr (auch christlich gesegneten) Stürmer wagen!
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Nov. 2006: Schattenwirtschaft
ARD -21:50: Gespannte Erwartung vor dem Fernseher - schließlich steht uns eine von der TVSpielfilm als TIPP ausgewiesene Sendung der Reihe "ARD Exklusiv" ins Haus. Unter dem Titel "Arbeit ja bitte - aber schwarz!" wird die Reportage in der TV-Spielfilm beworben mit den Worten: "Schwarzarbeit nimmt in vielen Branchen zu. (...)
Zur Reportage selbst ist nicht viel zu sagen (...) Was die Sendung jedoch über eine nüchterne Zustandsbeschreibung weit hinaushebt, ist indes der Kommentar-Text von Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich. Geradezu ein Feuerwerk neoliberaler Propaganda - Arbeit sei zu teuer in Deutschland - die Löhne zu hoch - Deutsche Arbeitslose nicht arbeitswillig genug usw. usw. Maschinengewehrartig hämmert diese Propaganda 50 min nahezu pausenlos auf den Zuseher ein ohne dass auch nur der Hauch eines Bemühens um Objektivität ruchbar wird. Für uns Grund genug uns mal ein wenig nach der Dr. Rita Knobel-Ulrich umzusehen.
Dr. Rita Knobel-Ulrich indes ist so unbekannt nicht - einerseits ist sie enorm fleißig und andererseits wird sie - wie in diesen Kreisen üblich - durch alle möglichen Talk-Shows gereicht: Hart aber fair (WDR) am 24.05.2006, Sabine Christiansen (ARD) am 30.10.2005, und natürlich eine Sendung zur Wahl 05. Dort wie in ihren Werken lässt Sie ihrer Botschaft freien Lauf. War nicht eigentlich Skepsis und Kritik Aufgabe des Journalisten? Kann eine 120%-Propaganda für die verzerrte Realitätsdarstellung nach dem Strickmuster der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft guter Journalismus sein? Die "Macher" der Auszeichnung "Fernsehjournalist des Jahres" sehen das wohl so. Begründung für die Nominierung: " Rita Knobel-Ulrich für die Reportage "ARD-Exklusiv: Arbeit, nein danke! Scheitern mit Hartz IV" - Ein halbes Jahr lang beobachtete die NDR-Autorin Knobel-Ulrich und ihr Team die Motivierungsversuche von Fallmanagern der Bundesagentur für Arbeit. Das Ergebnis ihrer Beobachtungen: Viele Langzeitarbeitslose wollen auch nicht arbeiten. Ein provokanter Beitrag zum Thema, der in diesem Jahr für erhitzte Debatten sorgte. Doch genau das sollte ein Dokumentarfilm auch. "
Vor ihrer "politischen Karriere" hat Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich sich mit einem breiten Spektrum an Dokumentationen und Reportagen befasst. Sie scheint "Fachfrau" für das Gastronomiewesen zu sein (was auch bei Hart aber Fair deutlich wurde, wo sie 3,50€ /Std für Wäschereiarbeit doch ganz in Ordnung fand) - ihre Arbeit machte sie in diesem Bereich immerhin so gut, dass Sie den Preis "Goldener Kompass PRIX ITB 2004" für ihre Sendung "PLAZA , New York" aus der Reihe "Menschen & Hotels" entgegennehmen konnte. Wer kann schon wissen, was sie dort noch alles entgegen nahm.
Die ARD - Frau Dr. Knobel-Ulrich ist besonders aktiv für NDR und HR - indes räumt der eifrigen Propagandistin großzügig Raum ein - ihr Machwerk "ARD-Exklusiv: Arbeit, nein danke! Scheitern mit Hartz IV" vor etwa einem Jahr einige Male über verschiedene ARD-Sender gesendet. Der Tenor dieser Sendung kann nicht viel anders gewesen sein, als der in der aktuellen Schwarzarbeiter-Sendung - denn sogar die trägen Deutschen gerieten in Fahrt darüber. Hier einige Kommentare von der durchaus lesenswerten Website Programmbeschwerde über diese Sendung:
...Sehr geehrte Frau Knobel-Ulrich, Sie haben gut Reden, einen tollen Job und sicherlich gut bezahlt. Ich bin Dipl.-Ing. und mit der Wende arbeitslos geworden. Habe mich dann noch einmal zum Steuerfachangestellten umschulen lassen und 7 Jahre als Buchhalter / Büroleiterin gearbeitet. Leider habe ich diesen Job nach sieben Jahren durch die Konjunktur wieder verloren. Seit April 2000 bin ich nun auf Arbeitssuche, ohne Erfolg. Von der Agentur habe ich während dieser Zeit nicht ein einziges Angebot erhalten und mich bisher nur selbst gekümmert, aber leider ist man ab 45 zu alt für den Arbeitsmarkt...
...ARD-exklusiv 24.08.2005 21.45 Die Sendung von Rita Knobel-Ulrich "Arbeit, nein danke! Scheitern mit Hartz IV" ist äußerst tendenziös. An wenigen Beispielen von Hartz IV Betroffenen wird eine schon im Untertitel Arbeit, nein danke!- Logik als allgemein gültig postuliert. Das langt der Autorin allerdings nicht: Bei der Befragung einer Betroffenen, ereifert sich die Autorin in Feststellungen "schließlich erhalten sie Steuergelder" und in vielen unangebrachten Vorwürfen...
...Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich betreibt eine Hetzkampangne gegen Arbeitslose und verdient sich dabei noch gutes Geld auf sehr angenehme Art und Weise. Bei Ihr hat sich Bildung gelohnt, aber wie viele Akademiker müssten nach ihrer Ansicht Bäume putzen gehen, weil sie arbeitslos sind und nicht einmal mehr Taxi fahren, damit sie ein Recht auf ein ihrer Bildung bezahlter Stelle und entsprechendes Leben haben. Soll sie doch mal jene aufsuchen, doch da muss auch sie früh aufstehen und mal ernsthaft recherchieren, doch mit Oberflächlichkeit verdient es sich ja inzwischen auch im Journalismus schneller Geld...
...Knobel-Ulrich's Hetze gegen Arbeitslose liegt hat ein persönliches Motiv zugrunde. Ihr Lebensgefährte hat sich vor einigen Monaten von ihr getrennt und ist nun mit einer attraktiven 23jährigen AlgII-Empfängerin zusammen. Jetzt kompensiert sie ihren Frust mit Hetzreportagen gegen Arbeitslose...
...In der Sendung Wahl05 hat Frau Dr. Knobel-Ulrich über ihre "Erfahrungen mit Arbeitslosen" berichtet. Die Darstellung erfolgte so, dass zwar nicht alle, aber eben doch der größte Teil der Arbeitslosen nicht arbeiten will. Frau Dr. Knobel-Ulrich ist nicht objektiv. Da der Fernsehauftritt der Sachbearbeiterin bekannt war, waren vermutlich die Arbeitslosen ausgesucht...
...Auftritt bei Sabine Christiansen 30.10.05 Es ist unglaublich, mit welchem Rassismus diese gut gebildete Frau, gegen Arbeitslose vorgeht. Es kann nicht sein, dass "Intellektuelle", die selbst auch den Anspruch haben, in einem Beruf zu arbeiten, der Ihnen Spaß macht, von anderen erwarten, dass sie alles machen, was eben so anfällt. Sie selbst werden nicht putzen gehen! Die Lösung der politischen Probleme kann nicht darin bestehen, dass man die arbeitende gegen die nichtarbeitende Bevölkerung aufhetzt...
...Guten Tag! Gestern habe ich wieder einmal die Sendung von Sabine Christiansen gesehen. Es ging um Hartz IV - Empfänger - Missbrauch - Parasiten. Mit dabei Frau Rita Knobel - Ulrich (Arbeit nein danke) der eigentlich nur eines wichtig war, darzustellen wie faul usw. die Hartz IV - Empfänger sind.. Welche Realität dahinter ist wurde hier schon genug beschrieben. Es erschreckt mich allerdings zutiefst wenn schon wieder so gesprochen wird, wie vor ca. 70 Jahren im dritten Reich! Haben wir absolut nichts gelernt?...
...Ich habe soeben bei SW den Beitrag gesehen und war erschüttert, zueinem, dass sich jemand ins Fernsehen setzt und sagt ich arbeite schwarz und zum anderen wie Hartz4 empfänger alle eingeordnet werden. Mein Mann ist 55 und Maurer, ein Auto haben wir seid Hartz4 nicht mehr(können es nicht reparieren) und niemand antwortet auf Bewerbungen, außer Vermittlungsfirmen, welche dann auch noch Geld haben wollen, wenn sie in EU Staaten vermitteln, auch das hätten wir bezahlt, nur um menschenwürdig zu leben...
...Zu der Reportage (Arbeit nein danke) ist nichts weiter hinzuzufügen. Das war allerunterste Schublade. Schlimm ist aber das Frau Knobel-Ulrich sich mit ihrem Gedankengut in mehreren Sendungen präsentieren konnte. Das dieser Frau auch noch ein Forum gegeben wird, stimmt sehr nachdenklich. Jedem in unserem Staate müßste es doch langsam dämmern,dass die wahren Sozialschmarotzer in Chefetagen und Unternehmensberatungen sitzen...
Eigentlich wäre es spätestens nach dieser " Arbeit, nein danke! Scheitern mit Hartz IV" für die ARD höchste Zeit gewesen, den Einsatz von Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich zu überprüfen. Diese Art politischer Agitation KANN nicht wirklich im Sinne öffentlich-rechtlicher Sender sein, die dafür den Bürgern auch noch zwangsweise und auf gesetzlicher Basis immerhin 18 € Monat aus der Tasche ziehen. Aber wir sehen hier mal wieder - deutlich wie sonst selten - Leistung lohnt sich. Die Nominierung für den Fernsehjournalisten des Jahres ist ein da nur noch die offene Ohrfeige ins Gesicht jedes Journalisten, der sich um die ernsthafte Wahrnehmung seiner Berichts- und Kontrollpflichten in der Gesellschaft bemüht.
Doch die ARD scheint dies anders zu sehen. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass 2005/06 der Bayerische Rundfunk die geschäftsführende Anstalt der ARD ist. Dessen Intendant, Prof. Dr. Thomas Gruber, ist in dieser Zeit somit Vorsitzender der ARD. Dies wäre natürlich auch eine Erklärung für die eine oder andere neoliberale Entgleisung, die selbst das sonst vom ZDF Gewohnte noch um einiges überflügelt. Unsere Frau Dr. Rita Ulrich-Knobel jedenfalls durfte diese Sendung von heute machen - offenbar war ihr Angebot billiger als andere Anbieter (was sich mit einem verdeckten Zubrot für Auftragspropaganda auch locker darstellen lässt....) und so bietet es sich doch gradezu an, aus der verzerrenden Weltsicht von Frau Dr. gleich eine ganze Sendereihe zu machen. Auf ihrer billig wirkenden Website jedenfalls wirbt sie um Auftragsarbeit u.a. mit den viel sagenden Worten "...Dokumentation eines Projektes von der Entwicklung bis zur Fertigstellung ..." und so ganz nebenbei stoßen wir auf eine offensichtliche Connection zu den ganz Superarmen in Deutschland - Die Familie Otto belegt derzeit Platz 5 unter den 300 reichsten Deutschen - womit sich vermutlich auch der Stein im Brett vor dem Kopf des einen oder anderen NDR-Managers erklären dürfte, auf den unsere Autorin anscheinend so fest bauen kann.
Das aktuelle Machwerk von Frau Dr. Rita Ulrich-Knobel dürfen wir - wie üblich - vermutlich noch einige Male im Fernsehen bewundern - das nächste mal am 6.11.2006 bei 3Sat. Wer immer schon wissen wollte, wie neoliberale Propaganda funktioniert, sollte sich diese Sendung keinesfalls entgehen lassen - gespannt sein dürfen wir allein auf noch auf die Ankündigung in den Programmzeitschriften - denn auch hier soll schon die eine oder andere Anzeige wahre Wunder bewirkt haben.
Mai 2008: Rita Knobel-Ulrich bei Anne Will
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Anne Will und die Armut: Mehr Stammtisch geht nicht. - Ein Kommentar
Armut ist relativ, noch ein Beispiel.
Richtig angeheizt wurde dann die Debatte durch die teilweise hochpolemischen und emotionalisierten Beiträge der Journalistin und Doktorin der Politikwissenschaften
Rita Knobel-Ulrich , die kürzlich eine Filmreportage über arbeitslose Hartz IV Empfänger gemacht hat und so offenbar ebenfalls eine ins Konzept passende eigene Vorstellung von Armut entwickelt hat. In Rußland gebe es Kinder, die in Kellerlöchern säßen und nichts zu essen und zu trinken hätten. Angesichts solcher Verhältnisse, sei unser Begriff von Kinderarmut "zynisch". Was die deutschen Arbeitslosen und Hartz IV Empfänger ursächlich mit den hungernden, durstigen und frierenden Kindern in Rußland oder anderswo in der Welt zutun haben, musste mangels Nachfrage offen bleiben.
Heiner Geissler brachte die Absurdität dieser Argumentation allerdings auf den Punkt: "Ja und, was soll das heißen?" Es gäbe bei uns niemanden der Hungern, oder Frieren müsse und jeder habe ein Dach über dem Kopf, die Grundbedürfnisse seien damit "im Prinzip schonmal abgedeckt", selbst Ungelernte könnten in einer Putzkolonne oder auf dem Acker, "was weiss ich, was er machen könnte", sagte Knobel-Ulrich.
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Zitat des Tages — Unappetitliches zu Anne Will
Ich überlege nun seit Sonntag, ob ich etwas zur Sendung von Anne Will schreiben soll. Doch habe ich es mir verkniffen, etwas zu diesem von Anne Will geförderten, nicht geforderten elitär-faschistischem Hetztiraden zu schreiben, die dort meiner Meinung nach verbreitet wurden.
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Anne will endlich Quote machen. Aber was rege ich mich eigentlich auf.
In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden. Wer sind denn die, welche diese Ordnung gemacht haben, und die wachen, diese Ordnung zu erhalten? - Georg Büchner, Der Hessische Landbote. Erste Botschaft. Darmstadt, Juli 1834.
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Anne Will
Nun endlich kommt Knobel-Ulrich zu Wort. Nicht, ohne das Anne Will ihr die Steigbügel gehalten hätte, damit sie auf das Pferd auch richtig aufsteigen kann. Die Knobel-Ulrich legt dann auch los.
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ein Augenzeuge der Sendung
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Offener Brief an Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich
Aufgabe und Verantwortung von Journalistinnen und Journalisten ist es insbesondere, die Rechte einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers auf Achtung und Schutz der Menschenwürde, auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und auf freie Unterrichtung aus allgemein zugänglichen Quellen zu wahren.
Ethische Grundprinzipien für die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten sind die Absage an Intoleranz, Rassismus, Totalitarismus und Fremdenfeindlichkeit."
Wann wollen Sie, was die Erwerbslosen betrifft, damit anfangen, Frau Knobel-Ulrich?
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Juni 2008: Anne Will hat sich noch immer nicht entschuldigt!
Auftritt Rita Knobel-Ulrich: "Hartz IV alimentiert die Menschen ganz gut. Vater, Mutter und zwei Kinder bekommen 345 Euro pro Erwachsenen, 247 Euro pro Kind, plus Wohngeld, plus Heizung, plus Strom, plus Krankenversicherung. Das sind circa 2000 Euro im Monat. Das muss man erst mal verdienen! Ein Mann, der vielleicht der einzige Verdiener ist, der im Kindergarten den höchsten Satz zahlt, weil man sagt 'Du hast ja Arbeit', der jeden Tag sieht, dass seine Tankfüllung teurer wird, dem nicht angeboten wird, dass er ein Sozialticket für die U-Bahn bekommt, der muss mit diesen 2000 Euro ganz schön haushalten." - Man kann kaum in einem Satz abhandeln, was an diesen wenigen Zeilen gelogen, verdreht und manipuliert wurde. Wir versuchen es, ohne Anspruch auf Vollständigkeit
FDP-Mitglied
Rita Knobel-Ulrich im Aug. 2001 auf der FDP-Liste für den Wahlbereich 01 der Stadt Winsen-Nord, Samtgemeinde Elbmarsch
FDP Harburg Land: Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich willkommen auf der Internetseite der FDP im Landkreis Harburg. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen Informationen über Ihre liberalen Ansprechpartner vor Ort geben. (...) Wir möchten jedoch auch Ihre Meinungen und Ideen erfahren (...) über Kontakt Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Wolfgang Knobel

Kreisvorsitzender
Sollten Hartz-IV-Sätze steigen? So wie der Ex-Grüne Oswald Metzger bei Will argumentierte, könnte man meinen, Geringverdiener merken nicht, dass sie ausgebeutet werden.
- Oswald Metzger: CDU, Bertelsmann, INSM, Konvent für Deutschland und Frankfurter Zukunftsrat
08.10
Gläubige müssen bei Papst-Messen Eintritt zahlen
Zwischen zwölf und 30 Euro kostet die Teilnahme an einer Messe während des Papstbesuches in Großbritannien. Der Vatikan sieht darin eine Beteiligung an den Kosten. Bedürftige kommen dennoch gratis rein.
Anmerkung NachDenkSeiten: Jesus ging in den Tempel und fing an, die Händler und jene, die bei ihnen kauften, hinauszutreiben. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um. Dabei sagte er: “In der Schrift steht: ‘Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein’, aber ihr habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!” (Matthäus 21:12-13)
07.10
Vorwurf in Missbrauchsskandal: Hamburger Bischöfin Jepsen tritt zurück
Tagelang wehrte sich Maria Jepsen gegen Vorwürfe, einen Missbrauchsfall in der evangelischen Kirche heruntergespielt zu haben - jetzt ist die Hamburger Bischöfin von ihrem Amt zurückgetreten. Sie sieht ihre Glaubwürdigkeit beschädigt.
Hamburg - Eilig hatte die Nordelbische Kirche für diesen Freitagnachmittag um 17 Uhr eine Pressekonferenz einberufen - was Bischöfin Maria Jepsen, 65, dort zu sagen hat, sickerte schon vorher durch.
Und so erklärte die Geistliche - wie erwartet - ihren Rücktritt als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck. "Meine Glaubwürdigkeit wird angezweifelt. Von daher sehe ich mich nicht in der Lage, die frohe Botschaft so weiterzusagen, wie ich es bei meiner Ordination und bei meiner Bischofseinführung vor Gott und der Gemeinde versprochen habe".
"Ich habe mein Bischofsamt angetreten mit dem mir aus Kindertagen vertrauten Psalmwort 'Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Geschwister einträchtig beieinander wohnen!' Vertrauensvolle Zusammenarbeit ist mir immer von großer Bedeutung gewesen. Ohne Ehrlichkeit und Offenheit hätte ich meinen Dienst nicht tun können und wollen", erklärte Jepsen. Sie habe sich "als eine leitende Geistliche" verstanden, der für die eigene Nordelbische Kirche und für die Ökumene Verantwortung übertragen worden seien.
"Als Geistliche meiner Kirche habe ich mich immer darum bemüht, eine gute Dienerin in Wort und Tat zu sein, in der Nachfolge Jesu Christi für Gott und die Menschen da zu sein", so Jepsen. Daran werde sich nichts ändern. Man habe ihr "Schlimmes" unterstellt. "Ich erwarte, dass die Missbrauchsfälle in Ahrensburg und anderswo zügig aufgeklärt werden und die Wahrheit ans Licht kommt."
Hintergrund sind anhaltende Vorwürfe, Jepsen sei Missbrauchsvorwürfen gegen den Pastor Dieter K. im Jahr 1999 nicht energisch genug nachgegangen.
07.10
Neue Vertuschungsvorwürfe gegen Zollitsch
Nach Recherchen des ARD-Magazins "Report Mainz" gibt es neue Vertuschungsvorwürfe gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, im Missbrauchsfall von Oberharmersbach. Das Bistum wies die Vorwürfe am Sonntag zurück.
"Report Mainz" liegen zwei von Zollitsch unterschriebene Briefe aus dem Jahr 1995 vor, in denen er sich zum Missbrauchsfall in Oberharmersbach äußert. Darin schildert er die Vorgehensweise der Erzdiözese bei der Aufklärung der Vorwürfe. So sollte zum Beispiel die Gemeinde Oberharmersbach nicht über wesentliche Details des Skandals informiert werden: "Eine solche Aufklärung hätte zudem … nur noch den Sinn eines Racheaktes gegenüber einem alten und kranken Mann … Eine solche nachträgliche Rache nützte niemandem und würde einen Menschen ohne Not in den Ruin oder gar Tod treiben", schreibt Zollitsch.
07.10
Glauben ist eine fröhliche Sache
Von Afghanistan bis zur Euro-Schwäche erleben wir derzeit eine Vielzahl von Krisen. Werden dies auch die Schwerpunkte in Dresden sein?
Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt: Ja, natürlich wird es um Afghanistan, Wirtschafts- und Sozialkrise und  Klimawandel gehen. Aber mir ist darüber hinaus noch etwas anderes wichtig: Wir wollen zeigen, dass Frömmigkeit und Glaubensgemeinschaft eine fröhliche Sache ist. Unser Angebot als Kirche ist  vielfältig, viele Menschen können hier Heimat finden und sich zu Hause fühlen  und wollen hoffentlich einfach gerne dabei sein. Kirchentage machen dies besonders erlebbar.
06.10
Die Angst des Kardinals vor den Opfern seiner Kirche
Immer, wenn der Dachstuhl der deutschen katholischen Kirche brennt, wird Karl Lehmann um Rat gefragt. Karl Lehmann hat immer eine flotte Antwort auf der Zunge. Der Dachstuhl brennt inzwischen lichterloh. Zuvor waren es kleine Flächenbrände, die immer wieder im Zaum gehalten werden konnten.
Nun, mit den Schweinereien katholischer Priester an Eliteschülern, lodern auch die anderen Brandstellen wieder auf. Da ist beispielsweise das schwarze Kapitel der Heimopfer unter katholischen Dächern in den drei Nachkriegsjahrzehnten. Will man der Statistik glauben, wurde in der Mehrzahl in katholischen Einrichtungen geprügelt, vergewaltigt, zwangsisoliert, gefoltert. Alle Facetten der Verbrechen, die man einem anderen Menschen zufügen kann, sind in den Leidensgeschichten zu finden. Schlimmste Menschenrechtsverletzungen, Zwangsarbeit und Folter, psychische Zerstörungen von Kinderseelen, hat katholisches Bodenpersonal des himmlischen Chefs auf dem Kerbholz.
Vier Jahre haben die Opfer auf Entschuldigungen seitens der obersten katholischen Kirchenleitung gehofft, sie in unzähligen Internetbeiträgen dazu aufgefordert. Entweder kam nichts, oder dummes Geschwätz oder windelweiches Geschwafel, das die Heimopfer noch mehr verärgert hat.
Jetzt haben sie die Faxen satt. Nun wollen sie Bares sehen, und das ist auch aus anderen Gründen nachvollziehbar.
Sie wollen das Geld, das man ihnen während der Heimzeit geklaut hat, endlich zurück. Schließlich bekamen sie billigsten Fraß vorgesetzt und schon dadurch wurde Geld gespart. Als Zwangsarbeiter wurden sie in die Felder und Fabriken getrieben und haben dafür keinen Lohn erhalten; in etlichen Fällen geringe Tabakrationen, um selbst ihre Sucht zur Gewinnmaximierung beispielsweise im Torfabbau auszunutzen. Sie waren in Lumpen gekleidet und auch damit billiger als andere Arbeiter. Zusätzlich beanspruchen sie ein Schmerzensgeld für die zerstörten Biographien, dafür, dass die Kirche sie zu Wracks gemacht hat und sie darum keinen Fuß in der Gesellschaft fassen konnten und auch, weil sie aufgrund ihrer vergewaltigten Jugend und Kindheit heute, im Alter, teils bitterarm sind.
Nicht mit Karl Lehmann. Eine generelle Entschädigung der Gequälten und Geschundenen lehnt er ab."
"Es kann keine pauschale Abfindung geben, die die Vergehen wie auf einer Preisliste aufzählt", posaunt er lauter, als die Trompeten von Jericho, in die Presselandschaft hinein. Der Ruf nach einer beinahe ausschließlichen finanziellen Entschädigung jedoch sei "verräterisch", sattelt er drauf und legt noch einige Zündschnüre bei: "Hier ist auch die Begehrlichkeit nach Geld nicht zu übersehen, wie übrigens der Runde Tisch um die Heimkinder, aber auch ein Blick in die Situation der USA und Irlands zeigt."
Wer sich diese Äußerung auf der Zunge zergehen lässt, weiß sofort, warum Karl Lehmann den Opfern den Dreck unter den Nägeln nicht gönnt. Ihn treibt die pure Angst um. Angst davor, dass es seinem Verein, der vor dreißig bis sechzig Jahren eine Spur der Verwüstung durch katholische Heime gezogen hat, an die Geldbörse geht.
(...)
Wenn auch die Ökumene immer wieder über die Knüppel der katholischen Kirche stolpert, in einem Bereich funktioniert sie wunderbar: Die evangelische Kirche, Schneider, Kottnik und andere, sie denken und sprechen kaum anders, als ihr Kollege Kardinal Lehmann.
06.10
Der Zuckerwatte-Präsident
Geht Ihnen das auch auf den Geist? Dieses zuckersüße Lächeln? Dieses unendlich Sanftmütige? Dieser unschuldige Blick? Diese leise, wahnsinnig freundliche Stimme? Dieses Pastorale? So kann man alten Damen Kapitallebensversicherungen oder Lehman-Zertifikate verkaufen, aber wollen wir so einen Bundespräsidenten? Genau das ist aber sein Auftrag: er soll den Wählern etwas verkaufen, was nichts mehr oder nicht mehr viel wert ist - die schwarz-gelbe K.o.alition. Christian Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten soll sie stabilisieren, Angela Merkel fürs erste den Kopf retten.
Christian Wulffs Wahlkampf ist eine Beleidigung für den Geist. Einschmeicheln statt mit klaren Positionen zu werben, einlullen statt aufklären, schönreden statt kritischer Haltung, Anpassung statt Widerspruch. So anspruchslos können die Bürger nicht sein. Wenn Wulff wirklich so ist wie sein Wahlkampf, dann darf er nicht Bundespräsident werden, unabhängig davon, dass sein Gegenkandidat Joachim Gauck heißt. Nein, dreimal nein. Ein Bundespräsident soll kein parteiischer Präsident sein, aber er darf eine klare, nicht verschwiemelte Meinung haben. Bundespräsident Wulff – das wäre “Bruder Johannes” als Karikatur, Rau in schwer erträglicher Potenz.
Allein schon sein Satz: “Die Zukunft gehört den Sanftmütigen”. Das ist nicht nur falsch, sondern auch süßlich-ekelhaft in einer Zeit, in der sich die Schere zwischen arm und reich immer weiter öffnet, in der die internationale Finanzwirtschaft, die die Welt an den Abgrund geführt hat, ungeschoren davonkommt.
06.10
Erst zog Bischof Walter Mixa aus, dann wieder ein, jetzt wieder aus -mit einer Entschuldigung an die Gemeinde. Wie sehr hat die Kirche sich da blamiert?
Er barmt mich, und das empfinde ich dann doch schon als Zumutung. Mixa ist das armselige Häuflein Mensch, das übrig bleibt, wenn alle Ämter und Machtbefugnisse implodiert sind. Der Vorgang zeigt: 1. Die katholische Kirche lebt aus Anmaßung; ihre wichtigsten Insassen wie eben Bischöfe regieren per Missbrauch der Gottesfurcht ihrer Schäfchen. 2. Die Brüder haben die Medienmeute auf Mixa gehetzt, (...) und 3. Aller Amtsgewalt entkleidet hämen die Brüder über Mixa als Psycho und leiten schnell ein paar Strafverfahren ein. Eben war er noch ihr lieber Militärgeistlicher. Das ist frei von Nächstenliebe. Befreiendes Fazit: JedeR LaiIn sieht, wenn man an die Autorität dieser Leute nicht mehr glaubt, ist da auch keine. Mixa hats an sich selbst ausprobiert.
06.10
Besuch vom Inquisitor
Überraschende Wendung im Fall des Altbischofs Mixa. Windelweich war die Erklärung, die der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa am Mittwoch abgab.
Hatte er zuvor kämpferisch seinen Rücktritt vom Rücktritt angekündigt, nahm er plötzlich alles zurück. Was war geschehen? Die Wahrheit weiß, was sich an jenem düsteren Morgen im katholischen Augsburg zutrug.
06.10
06.10
Ein Job in Rom?
Rom. Dass der Papst den Rücktritt Walter Mixas vom Bischofsamt rückgängig machen könnte, hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi schon vergangene Woche ausgeschlossen. Aber wohin dann mit dem Augsburger Ex-Bischof?
Mixa selbst hat erklärt, dass er gern wieder als Seelsorger arbeiten möchte. In sein Amt zurückklagen kann er sich nach Einschätzung von Kirchenrechtlern jedoch nicht, denn dann müsste er gegen den Papst vorgehen, was gemäß kanonischem Recht unmöglich ist.
Eher, so wurde bereits spekuliert, könnte der Papst Mixa nach Rom holen und ihm dort ein hohes Amt geben. So geschehen im Fall des früheren Erzbischofs von Boston. Nachdem Bernard Francis Law wegen der Vertuschung von Missbrauchsfällen unhaltbar geworden war, machte ihn der damalige Papst Johannes Paul II. im Jahr 2004 zum Erzpriester der Kirche Santa Maria Maggiore, einer der wichtigsten Basiliken von Rom.
06.10
"Akte Mixa": Alkohol und sexuelle Übergriffe?
Immer neue Details drohen aus dem Rücktritt des Augsburger Bischofs Walter Mixa einen handfesten Kirchenskandal zu machen. In einer "Akte Mixa" soll von Alkoholismus und von sexuellen Übergriffen die Rede sein.
(...) Zeugen aus dem engsten persönlichen Umfeld Mixas hätten Aussagen über seinen Lebenswandel gemacht, die dieser Akte beilägen. So gebe es Mitarbeiter, die Mixa "als schwer alkoholkranken Mann" beschrieben, als "Spiegeltrinker", der seinen Alkoholpegel über den Tag hinweg halten müsse. Andere Zeugen schilderten homosexuelle Übergriffe des Bischofs in seiner Zeit als Stadtpfarrer, der "am Morgen danach erst zur Beichte ging, ehe er wieder die Messe zelebrierte" (...) Trotz des Konflikts mit Mixa, der nach einer "Auszeit" wieder die Rückkehr in sein Amt fordert, will sich der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, mit ihm aussöhnen. Er bedauere zwar, dass Mixa in seiner Kritik sehr persönlich geworden sei, sagte Zollitsch am Sonntag im oberbayerischen Andechs. Aber er werde ihm auch die Hand reichen.
Schließlich seien Versöhnung und Aussöhnung ureigenste Aufgaben eines Seelsorgers.
06.10
Christian Wulff und die Evangelikalen
Christian Wulff sitzt im Kuratorium der evangelikalen Missionsbewegung Prochrist, berichtete neulich das Blog Esowatch. Presse und Fernsehen haben das Thema kaum aufgegriffen. Ist es wirklich so nebensächlich? Das auf der Website von Prochrist formulierte “Leitbild” der Organisation klingt zunächst recht unverbindlich. Woran genau “Prochrist” sonst noch glaubt, ist auf der Website nicht festzustellen, aber durch einige Recherchen, auch in den bekannten Medien der evangelikalen Bewegung in Deutschland leicht herauszufinden. Leiter und charismatische Figur von Prochrist ist der Fernsehprediger und evangelische Pfarrer Ulrich Parzany. Was er in der Nummer 7/2008 von ideaSpektrum schreibt, klingt wie ein Bekenntnis zum Kreationismus. Parzany wendet sich auch gegen “praktizierte Homosexualität” und vertritt, wie viele evangelikale Christen die Theorie, dass Homosexualität gewissermaßen heilbar sei. Wulff ist hier keineswegs allein. Der EKD Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber zeigte sich gegen Ende seiner Amtszeit immer begeisterter von den Evangelikalen, die so virtuos zu mobilisieren zu verstehen und möglicherweise auch der Amtskirche Auftrieb geben – gerade darin scheint ja eines der Angebote von Prochrist zu bestehen. Im Kuratorium sitzen laut Selbstauskunft von Prochrist außerdem noch: der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, der Kaufmann Alexander Graf zu Castell-Castell, der ZDF-Moderator Peter Hahne, der Schuhfabrikant Heinz-Horst Deichmann, der Golfspieler Bernhard Langer, der ehemalige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Erwin Teufel, der SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel und einige Kirchenobere. Um es klar zu sagen: Evangelikale Christen dürfen glauben, was sie glauben. Aber brauchen wir einen Bundespräsidenten, der im Kuratorium eines solchen Vereins sitzt? Ist die Missionierung junger Leute im Sinne Parzanys der Unterstützung eines Bundespräsidenten würdig? Haben wir mit Weihnachtsansprachen zu rechnen, die das segensreiche Wirken der Missionare preisen?
06.10
Katholische Kirche: Geheime Parallelwelt
Gleich mehrere Finanzaffären erschüttern zurzeit die katholische Kirche, nicht nur im Fränkischen oder in Augsburg, wo der Griff von Bischof Walter Mixa in die Kasse einer Kinderheimstiftung kürzlich Wirbel machte.
Allein im Bistum Magdeburg sollen über 40 Millionen Euro verlorengegangen sein, in Limburg verschwanden 5 Millionen, in der Diözese Münster flogen 30 Schwarzkonten eines leitenden Geistlichen auf. Und während Pfarreien in ganz Deutschland Stellen und Mittel für die Gemeindearbeit gestrichen werden, bleibt vielen Bischöfen kaum ein Wunsch unerfüllt.
Dabei sind Deutschlands Bistümer finanziell bestens ausgestattet. “Die katholische Kirche sagt, sie sei arm, tatsächlich aber versteckt sie ihren Reichtum”, sagt der Berliner Politikwissenschaftler Carsten Frerk, der nach jahrelangen Recherchen im Herbst ein “Violettbuch Kirchenfinanzen” herausbringt. Auf rund 50 Milliarden Euro veranschlagt Frerk das Barvermögen der kirchlichen Rechtsträger.
06.10
Mixas Comeback
Nach seiner Rückkehr aus der Psychiatrie will Bischof Walter Mixa die Vorgänge um seinen Rücktritt nun vom päpstlichen Gerichtshof in Rom untersuchen lassen. Mixa behauptet, die Aufgabe seines Bischofsamts sei unter äußerem Zwang entstanden. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch räumte inzwischen ein, er könne bei seinem Überzeugungs-Gespräch mit Mixa Ende April "die ein oder andere Watschen heute nicht mehr ausschließen". Dies aber sei damals völlig normal und sogar eigentlich ganz lustig gewesen.
06.10
Ja, Kruzifix! Kennen Sie das? Sie merken, dass Ihre christlichen Werte (Waisen kloppen, Homos hassen, Egoismus) schon auf Reserve laufen, aber weit und breit ist nirgends ein Kruzifix zum Auftanken oder wenigstens eine niedersächsische öffentliche Schule. Oder noch schlimmer: Plötzlich steht eine Muslima vor Ihnen, die Sie auffordert, sich an das Grundgesetz zu halten und religiöse Symbole aus dem Unterricht zu verbannen und Sie haben weder Kruzifix noch Holzpflock bei sich, um sie zu vertreiben.
Dagegen verschafft der Postillon, der letzte Verteidiger des christlichen Morgen-, Mittag- und Abendlandes, jetzt endlich Abhilfe mit dem original Postillon -Leserkruzifix (Postifix)!
Und so einfach geht's: Gimmick: Das Postillon-Leserkruzifix
06.10
Weil gerade Sonntag ist
05.10
Klostervorsteher verteidigt Zollitsch
Es gibt Unterstützung für Robert Zollitsch, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Der Abt der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau, Anselm van der Linde, nahm den Freiburger Erzbischof gegen den Vorwurf der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern in Schutz. Zollitsch werde grundlos mit Vorgängen im Priorat Birnau in Verbindung gebracht, wo ein Zisterzienserpater Kinder zumindest in den 60er-Jahren sexuell missbraucht haben soll. Zollitschs Diözese sei nicht für die Belange des Ordens zuständig, urteilte der Abt.
(...)
Der Pressesprecher der Abtei, Harald Schiffl, verwies darauf, dass der beschuldigte Pater schon vor etwa drei Monaten in Österreich eine Selbstanzeige gestellt habe. Neben der Staatsanwaltschaft Konstanz ermittle derzeit auch die von Bregenz in dieser Sache. Die Konstanzer Ermittler bearbeiten derzeit auch eine zweite Strafanzeige gegen den Zisterzienserpater. Dabei wird untersucht, ob er nicht nur in den 60er-Jahren, sondern auch zwischen 1987 und 1992 Kinder misshandelt haben könnte. In dieser Zeit war der Pater in Überlingen am Bodensee tätig.
05.10
Ermittlungsverfahren gegen Zollitsch
Gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wird wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern ermittelt.
Der Erzdiözese Freiburg sollen sexuelle Übergriffe eines Priesters bekanntgewesen sein. Zollitsch soll als damals zuständiger Personalreferent im Jahr 1987 veranlasst haben, dass der katholische Pater in Birnau am Bodensee erneut angestellt wird.
Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat die Ermittlungen übernommen, da die Haupttaten des Paters im dortigen Zuständigkeitsbereich begangen worden sein sollen. Die Anzeige gegen Zollitsch wurde laut Staatsanwaltschaft im Mai erstattet. Die Erzdiözese wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück.
zur "Erinnerung", Febr. 2010:
und
Angriff ist die beste Verteidigung und/oder Bodenlose Frechheit siegt, wird sich Robert Zollitsch gedacht haben, als er im Rahmen der Missbrauchsfälle zum Gegenschlag ausholte - und der Bundesjustizministerin (tatsächlich) ein Ultimatum stellte.
05.10
Titel des Stellenangebots
Minijob (Geschäftsführer/in)
Stellenangebotsart
Geringfügige Beschäftigung/ Mini-Job als Fachkraft (nicht sozialversicherungspflichtig)
Arbeitgeber
Branche: Ambulante soziale Dienste, Betriebsgröße: zwischen 6 und 50
Stellenbeschreibung
Bei der gGmbH der Diakonie-Sozialstationen für die Region Heilbronn ist für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) die neu geschaffene Stelle einer/eines
Geschäftsführerin / Geschäftsführers
zum nächst möglichen Zeitpunkt zu besetzen.
Die dienstliche Inanspruchnahme beträgt ca. 15% (400-Euro-Kraft).
-
weitere Informationen (wie Aufgaben und Verantwortung) unter Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit - Deutschlands größtes Jobportal
Zu Informationen und Rückfragen setzen Sie sich bitte mit Herrn Reichert (Tel. 07135/9861-20) in Verbindung.
Bewerbungen richten Sie bitte schriftlich bis spätestens 07. Juni 2010 an die Dienststelle der Diakonie-Sozialstation Brackenheim-Güglingen, Hausener Straße 2/1 in 74336 Brackenheim, z.Hd. Herrn Reichert.
(- aus Wir über uns / Wir helfen ...: Wir helfen (...) aus christlicher Überzeugung. Für Glaubensfragen sind wir offen. Wir arbeiten kostenbewusst - aber nicht gewinn-orientiert.)
05.10

Missbrauch an Jesuitenschulen: Entschuldigung auf 13 Zeilen
Sonderermittlerin Ursula Raue legt ihren Abschlussbericht vor: Zwölf Jesuiten-Pater und zwei Laien sollen 205 Opfer missbraucht haben. Raue empfiehlt finanzielle Entschädigungen.
Das Wort "Opfer" steht in Anführungsstrichen, das Wort "Betroffene" auch. Provinzial Stefan Dartmann, der Chef der deutschen Jesuiten, sitzt vor den Journalisten im Münchner Presseclub und liest eine vierseitige Erklärung vor. In ganzen 13 Zeilen geht es um die Entschuldigung an die Opfer.

05.10
Katholische Kirche rehabilitiert Kopernikus
Fast ein halbes Jahrtausend nach seinem Tod hat die katholische Kirche ihren Frieden mit dem revolutionären Atsronom Nikolaus Koppernikus gemacht. Dessen Lehre wurde jahrhundertelang als ketzerisch verdammt.
Am Pfingstwochenende wurden Kopernikus’ sterbliche Überreste im Dom von Frombork (Frauenburg in Ostpreußen) in ein geweihtes Grab gebettet. Die Beisetzung am Samstag sei “eine Geste der Versöhnung zwischen Wissenschaft und Glauben”, sagte der Fromborker Bischof Jacek Jezierski.
05.10
Kirchen würdigen Koch:"Verlässlicher Partner"
Die Kirchen in Hessen haben den Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) als verlässlichen Gesprächspartner gewürdigt. Der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst erklärte, er habe Koch als kompetenten Ministerpräsidenten und verbindlichen Partner im Staat-Kirche-Verhältnis erlebt. Koch habe immer wieder die Bedeutung der Kirche für die Wertevermittlung in Politik und Gesellschaft herausgestellt. Für diese Verlässlichkeit gebühre Koch "großer Dank", so der Bischof. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sagte Koch habe die hessische Landespolitik mit viel Energie und "Mut zu unpopulären und umstrittenen Entscheidungen" geleitet.
GlaubeAktuell: Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Volker Jung hat auf den angekündigten Rücktritt von Ministerpräsident Roland Koch reagiert:
"Der Rücktritt von Ministerpräsident Roland Koch kommt für uns wie für wohl die meisten Menschen in Hessen überraschend. Koch hat für das Land und seine Menschen viele Jahre seines Lebens eingesetzt und die Landespolitik mit viel Energie, auch mit dem Mut zu unpopulären und umstrittenen Entscheidungen geleitet.
Aus evangelischer Sicht war Roland Koch immer ein verlässlicher Gesprächspartner, mit dem wir gute, offene, auch kontroverse Gespräche geführt haben. Er stand persönlich für ein geordnetes Kirche-Staat-Verhältnis ein. Dankbar sind wir insbesondere für sein Engagement bei der Sicherung der evangelischen Fakultäten an den hessischen Universitäten und sein Verständnis für die evangelischen Argumente beim Schutz der Sonn- und Feiertage. Mit den Argumenten der evangelischen Kirche in der Debatte um den Ausbau des Frankfurter Flughafens hat er sich intensiv auseinandergesetzt. Aufmerksam hat er die Beiträge der evangelischen Kirchen auf Hessentagen und Landesgartenschauen wahr genommen und vor Ort besucht.
In der Öffentlichkeit wirkte Roland Koch oft hart und polarisierend. Persönlich haben wir ihn aber auch als zugänglichen und zugewandten Mensch mit einer überragenden Auffassungsgabe erlebt. Ich wünsche ihm, dass er für seine Gaben ein neues lohnendes Betätigungsfeld findet."
Radio Vatikan: Der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, bedauert den Rücktritt von Ministerpräsident Dr. Roland Koch: "Ich habe ihn in der Zeit, in der ich Bischof von Limburg bin, als einen kompetenten Ministerpräsidenten und verbindlichen Partner im Staat-Kirche-Verhältnis erlebt", so der Bischof in einer Presseerklärung an diesem Dienstag. Ministerpräsident Koch habe immer wieder die Bedeutung der Kirche für die Wertevermittlung in Politik und Gesellschaft herausgestellt. Er habe keinen Zweifel daran gelassen, dass gelingendes Miteinander und Füreinander in der Gesellschaft nur Bestand hat, wo es aus der Quelle des Glaubens schöpfen kann. "Für dieses Verlässlichkeit gebührt Ministerpräsident Koch großer Dank", sagte der Bischof von Limburg.
Kochs Erntezeit
Er geht also in “die Wirtschaft”? Vielleicht zur Deutschen Bank oder zur Commerzbank, der er mit seinen Getreuen so heldenhaft die Steuerfahndung vom Hals gehalten hat? Wenn Koch meint, Hessen sei “stabil”, dann erwartet er wohl, daß jetzt auch andere das Geschäft in der deutschen Oase soweit beherrschen, daß niemand nichts merkt?
Der Hessen-Hitler räumt seinen Bonker
Koch geht - das System Koch bleibt
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat gestern seinen Rücktritt erklärt. Bevor man über diese Ankündigung jubelt, sollte man sich die Worte seiner Rücktrittsrede auf der Zunge zergehen lassen: Süffisant zitiert er eingangs aus seiner Geburtstagrede aus dem Jahr 2008, in der er im Gangsterjargon hat verlautbaren lassen, dass er in seiner Arbeit »noch etwas zu erledigen« hätte.. Dann schaut er auf seine »Arbeit« zurück und lässt uns wissen, dass alles »zu meiner vollsten Zufriedenheit geschehen« sei. »Mehr als zwölf Jahre .(und) eine wirklich tolle hessische CDU« liegen bald zurück und ein Wechsel in die Wirtschaft als Belohnung warten auf ihn. Was und wen hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch »erledigt«?
System Koch - Bsp. zw. Febr. 2009 und Jan. 2010: Hessen streicht "sozial" aus dem Sozialministerium / ZDF sucht Chefredakteur: Mit dem Zweiten schwarz sehen / Koch macht Druck auf ZDF-Chefredakteur: Da bläst er wieder / Deutscher Kulturrat: "Roland Kochs ZDF-Attacke schadet der Kultur" / Streit um ZDF-Chefredakteur: ''Wir brauchen keinen Silvio Koch'' / Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis: ZDF-Chefredakteur Brender ausgezeichnet / Korruption: Paranoide Querulanten / Steuerfahnder-Affäre Kontrolle unerwünscht / Steuerfahnder in Hessen kaltgestellt: Mobbing nach System / Hessen: Keine zusätzlichen Fahnder / Steuerfahnder-Fall: Der Nervenarzt und die Justiz / Finanzielle Gründe: Kein Obst für Schüler / Steuerfahnder-Prozess: Wer aufmuckt, ist ein Psycho-Fall / Absage an EU-Programm: Kein Schulobst für Hessens Schüler / Steuerfahnder-Affäre: Was wussten Koch und Hahn? / Steuerfahnderaffäre: Die geplante Zerstörung des Marco Wehner / Hessisches Kultusministerium: Schwarze Listen für Lehrer / Offener Brief zur Brender-Debatte: Staatsrechtler: „Prüfstein für die Rundfunkfreiheit“ / Steuerfahnder-Fall: "Rückendeckung von höchster Stelle" / Verwaltungsrat: ZDF-Chefredakteur Brender muss gehen / Kommentar: "Demokratischer Absolutismus" / Vermummen und Verdummen / Hessens Finanzminister: Das Mobbing-System / Steuerhinterziehung: Weimar ließ Liechtenstein-Fälle liegen / Psychiater Thomas H.: Landgericht stoppt Ermittler / Hessische Steuerfahnder: Weimars lange Psycho-Liste / Steuerfahndung Frankfurt: Eiskalt abserviert / Landtagsopposition klagt HR als "Schwarzfunk" / Steuerfahnder-Skandal: Von den Pflichten eines Herrn / Koch stellt Forderung: Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger / Koch und die Steuer-Affäre: Brutalstmögliches Schweigen / Ermittlungen gegen Polizei-Ärzte: Noch mehr falsche Gutachten? / Steuerfahnder-Affäre: Koch sieht keinen Skandal
Nach dem Rücktritt: Was wird aus Roland Koch?
Gestern schlug die Nachricht ein wie eine Bombe: "Koch wechselt in die Wirtschaft." Nein, der hessische Ministerpräsident will keine Äppelwoi-Stube eröffnen, vielmehr sucht er nach einer neuen Position, für die er nach eigener Aussage "noch keine konkrete Zusage" hat. Dabei wäre der eine oder andere Posten ideal für ihn.
Denn wie eine Geisterbahn einen Erschrecker, so braucht manches Unternehmen einen, der redet, handelt und aussieht wie Roland Koch. So könnte er dem gerade in einem Meeres- und Meinungstief feststeckenden Energiemulti BP gut als öliger Pressesprecher dienen oder gleich als Abdeckung des beschädigten Bohrlochs im Golf von Mexiko.
Oder er könnte im Maggi-Kochstudio die nationaldeutsche Küche wiederbeleben. Oder er könnte zum neuen Gesicht der Clearasil-Kampagne werden. Um den Aussteiger Koch muss man sich wahrlich keine Sorgen machen. Schließlich ist der hessische Krautkopf auch noch ein guter Freund des tibetischen Wirrkopfs Dalai Lama.
Wenn er also keinen Job in der Wirtschaft finden sollte, kann er immer noch als Roland Lama durch den Himalaja ziehen.
05.10
Die Bibelschule Brake macht weiter wie gehabt
05.10
Gute Arbeit für wenig Geld: Wie Beschäftigungsmaßnahmen reguläre Jobs verdrängen
"Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger - das findet eine große Mehrheit der Deutschen gut. Und ist ja auch plausibel: Wer etwas vom Staat kriegt, soll auch etwas tun und der Gesellschaft nützen. Fegen im Park - ja bitte. Aber auch, wenn ein Gärtner dadurch seinen Job verliert? Schule streichen, prima Idee. Aber was ist mit dem Malerbetrieb, der nicht gemeinnützig, sondern marktwirtschaftlich rechnen muss? Arbeitslose rein in den ersten Arbeitsmarkt - aber bitte nicht meinen Job verdrängen.
Der Plan für eine Dachaufstockung in Berlin. Er hat ihn entworfen, Architekt Markus Schell. Für die aufwändige Holzkonstruktion brauchte er richtig gute Zimmerleute. Ein lukrativer Auftrag. Andreas Schell suchte für einen Bauherren lange nach einer passenden Firma. Sie sollte 1A-Qualität bringen und preiswert sein. Auf einer Messe stieß er auf die Neue Arbeit* - eine Beschäftigungsgesellschaft für Langzeitarbeitslose. Er hielt sie für eine ganz normale Firma.
Markus Schell, Architekt: "Ich war ein bisschen verwundert, warum sie sich nicht Zimmerei Soundso nennt. Sie stellte sich nicht als Zimmerei vor, ja Neue Arbeit heißt sie. Hab aber auch nicht weiter drüber nachgedacht, sondern erst, als ich den Geschäftsführer kennen gelernt hab, hab ich wirklich den ganzen Hintergrund erfahren. Aber in erster Linie bin ich auf die zugestoßen, weil ich ne Zimmerei gesucht ... also nach neuen Zimmerprodukten bzw. nach neuen Firmen gesucht habe."
Um diese Häuser ging es: Luxuslofts. Kein gemeinnütziges Projekt. Ein interessanter Auftrag für viele Unternehmen am Markt. Eigentlich. Denn den Zuschlag bekam die Neue Arbeit. Die beschäftigt über 1.000 Arbeitslose und soll sie im Auftrag des Staates fit machen für den ersten Arbeitsmarkt. Sie ist gemeinnützig und lebt von den Subventionen. Aber eben auch immer mehr davon, was vom ersten Arbeitsmarkt an Aufträgen kommt. Hier in der Holzverarbeitung wird etwa das Programm "Jobperspektive" zu 75 Prozent vom Staat bezahlt. Den Rest muss die Neue Arbeit am Markt reinholen. Das Gute: Die Arbeitslosen, zum Teil gut qualifizierte Handwerker mit Handicap haben eine sinnvolle Beschäftigung. Das Problem: Alles, was hier produziert wird, fehlt in den Auftragsbüchern von Betrieben, die ihre Löhne selber zahlen.
Professor Stefan Sell, Arbeitsmarktexperte: "Wir stehen ja vor einem Riesendilemma. Wenn man gemeinnützige Arbeit macht, die nicht den Markt schädigt, dann sind das häufig Tätigkeiten, die so weit weg sind, dass wir sagen, na ja, damit kriegt man nun kein Bein in den Arbeitsmarkt. Wenn man dann aber sagt, okay, wir wollen diese Arbeit so marktnah wie möglich machen, dann erhöhen sie natürlich immer stärker die Problematik, dass sie damit normale Arbeit verdrängen, die ein normales Unternehmen anbietet."
Wie in diesem Fall - ganz konkret - bei den Dachdeckern der Firma Pause. Die Firma Pause ist ein Berliner Familienbetrieb mit 100 fest angestellten Mitarbeitern. Auch sie hatten ein Angebot für die Dachaufstockung abgegeben. Doch die Chefs kamen mit dem, das die Neue Arbeit abgab, nicht mit.
Torsten Rotheudt, Mitinhaber Firma Pause: "Wenn solche Wettbewerbssituationen vermehrt anhalten, dann ist das für uns existenzgefährdend. Muss man fairerweise sagen, und letztendlich gefährdet es auch Arbeitsplätze. Und Arbeitsplätze, die seit Jahrzehnten Bestand haben und wenn man sich dann fragt, nur durch Arbeitsmarkt-Förderungsmaßahmen ... Ja, also dann. Mehr kann man dazu eigentlich gar nicht sagen. Also das ist schon abstrus."
Statt regulärer Zimmerleute - subventionierte Arbeitslose. Eine Branchenzeitschrift feiert das Modell sogar, beschreibt wie die schicke Holzkonstruktion von Langzeitarbeitslosen hergestellt wurde. Wie bewertet der Architekt das?
Markus Schell, Architekt: "Wie das jetzt finanziert wird oder nicht und ob ich da jetzt ein schlechtes Gewissen haben muss ... ich hab keins. Weil es ist mir zu weitgehend, im Feld dann noch darüber noch Gedanken zu machen, auseinander zu setzen."
Beispiel zwei: Architekt Markus Schell hat auch Möbel entworfen. Die ersten stehen in einem Berliner Szenerestaurant und wurden noch von einem normalen Handwerksbetrieb gefertigt. Nur ein paar Straßen weiter steht der nächste Satz Schell-Möbel in einem anderen Restaurant. Längst stellt die nicht mehr die normale Schreinerei her, sondern die gemeinnützige Neue Arbeit. Die alte Firma hat den Auftrag verloren. Der Geschäftsführer der gemeinnützigen Neuen Arbeit ist Marc Hentschke. Sein "Sozialunternehmen" wächst. Er sagt: Jede normale Firma könne ja auch Fördermittel bei der Arbeitsagentur beantragen. Also kein Wettbewerbsproblem?
Marc Hentschke, Geschäftsführer Neue Arbeit Stuttgart gGmbH: "Klar ist, Sie werden ohne Flurschäden nicht auskommen. Also zu behaupten, dass es gar keine Konkurrenz gibt, ist einfach nicht so, das ist banal, das ist ... Das glaubt keiner. Ist auch nicht so. Nur sie müssen natürlich zulassen, dass die Menschen dann auch sinnvoll arbeiten. In Behinderten-Werkstätten lassen Sie es ja auch zu."
Sinnvolle Arbeit. Die Neue Arbeit betreibt dafür auch diesen Supermarkt mit Namen CAP. Renate Fehres macht heute die Inventur. Sie hat Hauswirtschafterin gelernt. Einen Euro plus Hartz IV Geld bekommt sie für Ihre Arbeit. Mit den Ein-Euro-Jobbern arbeiten noch die Chefs und behinderte Mitarbeiter im Laden. Früher war dies ein ganz normaler Supermarkt mit voll bezahlten Angestellten. Als der zumachte, übernahm die Neue Arbeit.
Renate Fehres: "Es ist schon ärgerlich. Weil ich denke auch, dass man das hätte anders lösen können als mit Hartz IV."
Die Versorgung mit Lebensmitteln, subventioniert vom Staat. Ist das im Sinne des zuständigen Jobcenters?
Randolph Bassompierre, Stv. Geschäftsführer Arge Stuttgart: "Man muss natürlich davon ausgehen, dass wir als Grundsicherungsträger auch etwas davon haben, dass diese Unternehmung zum Beispiel so einen CAP-Markt betreibt, weil ... Ich möchte so mal sagen, weil wir damit die Chance haben, Leute ... in eine Situation zu bringen, dass sie wieder besser am Arbeitsmarkt erscheinen."
Klingt zunächst logisch: Qualifikation durch echte Arbeit. Dass das nicht klappt, hat die Bundesagentur für Arbeit in einer Studie selbst herausgefunden. Nur jeder Hundertste Ein-Euro-Jobber schafft den Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Eine Quote von einem Prozent. Und dafür ein Supermarkt mit Ein-Euro-Jobbern, wo sonst vielleicht gar kein Supermarkt mehr wäre? Was bedeutet das für die Konkurrenz vor Ort?
Professor Stefan Sell, Arbeitsmarktexperte: "Wenn man jetzt einen Supermarkt mit Ein-Euro-Jobbern subventioniert, die ja nicht nur voll bezahlt werden über Steuermittel, sondern wo die Träger, die so einen Supermarkt betreiben, auch noch eine Pauschale bekommen dafür, dass sie Ein-Euro-Jobber beschäftigen. Ja, das müsste dann ja auch gleiches Recht für andere gelten. Das heißt, wenn daneben ein türkischer Gemüsehändler aufmacht, der also wirklich von morgens bis in den Abend spät auf hat, mit seiner Familie dort arbeitet, dann müsste man dem eigentlich auch einen Ein-Euro-Jobber geben, weil ansonsten haben wir es hier mit einer krassen Wettbewerbsverzerrung zu tun."
Was könnte eine Lösung sein? Was tun mit Menschen, die keine Chance mehr haben auf eine echte Stelle? Warum nicht 100 Prozent öffentlich geförderte Jobs zu Tariflöhnen? Ein ehrlicher öffentlicher Beschäftigungssektor. Statt Ein-Euro-Jobs und andere Maßnahmen in Sozialfirmen, die den Markt schädigen. Das fordern Experten. In der politischen Diskussion jedoch, kommt das bislang nicht an.
* Die Neue Arbeit ist ein diakonisches Sozialunternehmen und Tochter der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V., die neben der Ambulanten Hilfe e.V. Gesellschafterin der Neuen Arbeit ist.
Das Sozialunternehmen bietet in der Region Stuttgart Arbeitsperspektiven durch Beschäftigung, Integration, Qualifizierung und Vermittlung. Mit rund 1400 Beschäftigten ist die Neue Arbeit bundesweit eines der größten Beschäftigungsunternehmen in freier Trägerschaft.
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05.10
Eine Million Euro veruntreut - Katholischer Priester in Untersuchungshaft
05.10
Bibelarbeit mit Putschisten
Kirchentag in München bietet honduranischem Kardinal und Putschisten Rodríguez Maradiaga ein Podium. Veranstalter schweigen zu Kritik
München. Während die EU nach internationalen Protesten eine Einladung an den De-facto-Präsident von Honduras, Porfirio Lobo, zurückgenommen hat, wird einem prominenten Fürsprecher des Staatsstreiches in dem mittelamerikanischen Land in Deutschland ein Forum geboten: Der honduranische Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga nimmt an dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München teil.
Rodríguez hatte den Militärputsch gegen den letzten demokratisch gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, mehrfach verteidigt und die tödliche Gewalt gegen Aktivisten der Demokratiebewegung verharmlost. Laut Programm des Kirchentags wird der Kirchenfunktionär am Freitag und Samstag an vier Veranstaltungen auf dem Messegelände in München teilnehmen.
So will der Putschist Rodríguez mit den deutschen Gästen unter anderem "Bibelarbeit" leisten. Menschenrechtsorganisationen haben dagegen Proteste angekündigt.
Nach dem Putsch am 28. Juni vergangenen Jahres in Honduras habe der Kardinal den Staatsstreich als "verfassungsmäßige Nachfolge" verteidigt, heißt es in einem offenen Brief der Menschenrechtsorganisation FIAN International an das Präsidium des Ökumenischen Kirchentages. Rodríguez sei damit der Sprachregelung der Putschisten gefolgt. "Die internationale Gemeinschaft hat den Staatsstreich dagegen einhellig als solchen verurteilt und die Rückkehr zu Demokratie und verfassungsmäßiger Ordnung gefordert", erinnert der Zentralamerika-Referent von FIAN International, Martin Wolpold-Bosien.
"Erhebliche Irritationen" habe das Schweigen des Kardinals zu den Menschenrechtsverletzungen nach dem Putsch ausgelöst. "Die alarmierenden Berichte der nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen, der Interamerikanischen Menschenrechtskommission und der UNO wurden von ihm ignoriert", so Wolpold-Bosien. Selbst als Mitglieder der Kirche wegen ihres Engagements in der Demokratiebewegung Opfer von Gewalt und Unterdrückung wurden, habe der Erzbischof geschwiegen. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die kirchlichen Partner in Deutschland Kardinal Rodríguez kein Forum zur Selbstdarstellung bieten. Stattdessen sollten sie ihn zu einem offenen Dialog auffordern und Rechenschaft verlangen für sein Reden und Schweigen der vergangenen Monate". Die Einladung "ist aus unserer Sicht unglücklich und befremdlich", meint FIAN International.
Amerika21.de fragte am Donnerstagvormittag bei der Geschäftsstelle des Vereins 2. Ökumenischer Kirchentag München 2010 nach, ob die Rolle des honduranischen Bischofs tatsächlich nicht bekannt war. Bis zum Freitagabend reagierte der verantwortliche Pressesprecher Dr. Martin Stauch trotz mehrmaliger Nachfrage nicht. An Überforderung kann es nicht gelegen haben: Die Geschäftsstelle des Vereins beschäftigt nach eigenen Angaben 80 hauptamtliche Mitarbeiter.
Ellen Ueberschär - Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT)
Stefan Vesper - Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
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„Wenn Christen über das Herzstück ihres Glaubens reden, werden sie immer anecken. Wer über Werte redet, dem schuldet man Toleranz. Wer über die Auferstehung und die Geheimnisse des Glaubens spricht, erntet schnell Unverständnis", erklärte heute morgen Kardianl Oscar Rodriguez Maradiaga, Erzbischof in Honduras in der überfüllten Messehalle C1 des 2. Ökumenischen Kirchentages in München.
„Wir müssen dann nicht Herr über alles sein und alles kontrollieren", so Maradiaga, der auf die zweite Enzyklika Papst Benedikt XVI. „Spes salvi" verwies. „Christen glauben an die Hoffnung als Kontrast zum Sichtbaren. Christliche Hoffnung ist eschatologisch und weist auf die schon erfüllte Hoffnung hin: Die Schöpfung seufzt in Wehen bis heute", so der Kirchenführer. „Unsere Rolle ist der Dienst an der Schöpfung".
Der Schirmherr der Entschuldungskampagne 2001 rief die die Teilnehmer dazu auf, ihre Hoffnung aus der christlichen Verheißung zu speisen. Das Christentum verbinde die Erfahrung der genuinen Identität durch den gemeinsamen Geist der Sohnschaft mit der Hoffnung auf eine konkrete Zukunft in Gott. Der charismatische Salesianer und Präsident von Caritas International schlug den über 6.000 Menschen, die zur Bibelarbeit gekommen waren, vor: „Wir werden nicht eine Vorlesung hören, sondern wir werden beten", und führte sie durch die Bibelarbeit zur Erkenntnis, dass für „Christen eine neue Identität auch zu einer neuen Bestimmung führt".
„Wir sind Geschwister, wir sind Kinder Gottes und deshalb in der Lage, Gott Vater zu nennen, seine Verheißung zu empfangen als Brüder und Schwestern: eine Vater und eine Bestimmung". „Leiden habe nur die Funktion, den großen Moment der Erlösung anzuzeigen. Wir dürfen nicht daran zweifeln, dass Hoffnung und Erwartung Teil sind des Heils. Paulus ermutigt uns, Hoffnung als Tugend zu leben".
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Abschlussgottesdienst des Kirchentags: Segen im Regen
Beim Abschlussgottesdienst loben sich alle gegenseitig. Ein bisschen wird auch über Abendmahl und Missbrauch gesprochen. Dann gibt es Sacro-Pop und Alpenhörner.
05.10
BILD-Gast Kommentar "I have a dream"
von Bundesinnenminister THOMAS DE MAIZIÈRE (CDU)
Der Ökumenische Kirchentag in München hat ein wunderbar buntes Bild gezeichnet. Wieder einmal ist deutlich geworden, dass trotz allem Trennenden zwischen den christlichen Konfessionen mehr Miteinander, ein besserer Dialog und vor allem gemeinsames und konstruktives Streiten möglich ist.
Thomas de Maizière
- im Febr. 2010 zum Hartz IV-Urteil des BVerfG: Bildung ist der Schlüssel, ja. Bildung ist aber auch eine Holschuld der Familien. Ohne Eigenanstrengung keine Bildung. Wer in der Jugend mit seiner eigenen Bildung fahrlässig umgeht, hat später ein viel größeres Risiko arbeitslos zu sein. / Es gibt mancherorts eine wachsende Neigung, sich abzufinden mit der eigenen Lage. Da fehlt oft der Wille, der Drang, rauszukommen aus Hartz IV.
Bildung ist auch eine Holschuld der Familien. Ohne Eigenanstrengung keine Bildung. Wer in der Jugend mit seiner eigenen Bildung fahrlässig umgeht, hat später ein viel größeres Risiko arbeitslos zu sein. Er muss sich auch fragen lassen, was er versäumt hat und warum die Solidargemeinschaft dafür dann aufkommen soll.
- im März 2010 zum Vorratsdatenspeicherungs-Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Jetzt ist es an der Zeit, kluge Gesetzgebungsarbeit zu leisten.
Berliner Zeitung im, Mai 2010: Ermittlung nach Wunsch - In Dresden stehen zwei Journalisten in der Affäre um den "Sachsen-Sumpf" vor Gericht
In Dresden stehen zwei Journalisten in der Affäre um den "Sachsen-Sumpf" vor Gericht
Um viel oder sogar übertriebenen Eifer geht es in einem derzeit vor dem Dresdner Amtsgericht laufenden Medienprozess. Der Richter muss klären, ob zwei Leipziger Journalisten bei ihren Recherchen über das Ziel hinausgeschossen sind und ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben. Es steht aber auch die Frage im Raum, ob nicht die Staatsanwaltschaft selbst ein wenig zu eifrig war bei der Verfolgung der Angeklagten.
In dem Verfahren in Dresden wird den freien Journalisten Arndt Ginzel und Thomas Datt üble Nachrede und Verleumdung zur Last gelegt. Zwei Ex-Richter und der Leipziger Polizeipräsident fühlen sich von ihnen ins falsche Licht gerückt. Es geht in dem Fall um Artikel über jene kriminellen Netzwerke im Freistaat, über die der sächsische Verfassungsschutz Tausende von Seiten starke Dossiers angelegt hatte. Als die Existenz dieser Dossiers vor drei Jahren bekannt wurde, beherrschte der "Sachsen-Sumpf" über Monate hinweg bundesweit die Schlagzeilen.
Die sächsische Justiz ging seitdem ungewöhnlich rigide gegen Journalisten vor, die im "Sachsen-Sumpf" recherchiert hatten. Insgesamt leitete sie gegen mindestens 17 Redakteure Verfahren ein, es ging um Beleidigung, üble Nachrede und Anstiftung zur Verletzung von Dienstgeheimnissen. Journalistenvertreter sprachen von dem Versuch der Einschüchterung, zumal die meisten Verfahren nach einer gewissen Zeit eingestellt wurden.
Das Verfahren gegen Ginzel und Datt gehört jedoch nicht dazu. Sie hatten 2008 als Mitautoren in einem Artikel im Spiegel über das Leipziger Bordell "Jasmin" berichtet, in dem Anfang der Neunzigerjahre minderjährige Zwangsprostituierte einer honorigen Kundschaft - darunter Juristen und städtische Beamte - zugeführt worden sein sollen. Die Journalisten hatten mit zweien der Opfer gesprochen, die anhand von Fotos einige ihrer damaligen Freier identifiziert haben sollen. In einem weiteren, von Zeit online publizierten Artikel berichteten Datt und Ginzel unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Polizeibeamten davon, dass die Ermittlungen gegen einen Richter, der Kunde des Kinderbordells gewesen sein soll, manipuliert worden sein könnten.
Die beiden Artikel von Datt und Ginzel nahm die Dresdner Staatsanwaltschaft 2008 jedoch nicht zum Anlass, um die früheren "Jasmin"-Ermittlungen noch einmal aufzurollen. Im Gegenteil: Die Behörde forderte vielmehr Polizeibeamte reichlich unverhohlen dazu auf, Anzeige zu erstatten, damit die Staatsanwaltschaft gegen die Journalisten strafrechtlich vorgehen kann.
Der Berliner Zeitung liegen mehrere Schreiben vor, in denen sich der ermittelnde Staatsanwalt schon zwei Tage nach der Veröffentlichung des Zeit-online-Artikels im Juni 2008 an Beamte der Polizeidirektion Leipzig wandte. Darin heißt es, dass eine wie in dem Artikel beschriebene Vorgehensweise der Beamten "den Tatbestand der Strafvereitelung im Amt erfüllen" könnte. Vor diesem Hintergrund bittet der Staatsanwalt "um Prüfung, ob Sie wegen der Berichterstattung Strafantrag . wegen des Verdachts der üblen Nachrede stellen".
Die angeschriebenen Beamten wiesen damals den Vorschlag zurück. "Ich werde, gegen wen auch immer, keinen Strafantrag stellen", teilte einer von ihnen recht rüde in einer E-Mail dem Dresdner Staatsanwalt mit. Auch Leipzigs Polizeipräsident zögerte zunächst. Nach einem Telefonat mit dem Innenministerium in Dresden aber stellte er schließlich im September 2008 Strafantrag gegen die beiden Journalisten.
Ähnliche Briefe wie die Polizeibeamten sollen auch zwei Ex-Richter, die in den Artikeln auftauchen, sowie ein Leipziger Unternehmer erhalten haben. Über den Unternehmer war zwar nicht berichtet worden; eine der früheren Zwangsprostituierten hatte jedoch in einer Zeugenvernehmung vor der Staatsanwaltschaft ausgesagt, dass dessen Foto ihr von Datt und Ginzel vorgelegt worden sei, als diese sie nach "möglichen Freiern" befragt hatten. Dank der Anzeigen konnte die Dresdner Staatsanwaltschaft noch im Jahr 2008 ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Journalisten einleiten. Es mündete in einen Strafbefehl gegen Datt und Ginzel über jeweils 4 800 Euro wegen übler Nachrede und Verleumdung. Als Straftaten wurden darin nicht nur die in den Artikeln aufgestellten Behauptungen gegen die Richter und die Polizei gewertet; auch die Recherchefrage der Journalisten nach dem Unternehmer als einem "möglichen Freier" der Zwangsprostituierten war demnach bereits eine strafbare Handlung.
Datt und Ginzel haben den Strafbefehl nicht akzeptiert, weshalb sie jetzt vor dem Dresdner Amtsgericht stehen. Die beiden Richter, über die sie geschrieben haben, sitzen als Nebenkläger im Gerichtssaal. Vor der Verhandlung in der vergangenen Woche sah man sie beim Plaudern mit dem Präsidenten des Amtsgerichts, Richter R., in der Kantine. Man kennt sich schließlich aus gemeinsamen Zeiten in Leipzig.
Auch Gerichtspräsident R. hat übrigens Anzeige erstattet - gegen die beiden früheren Zwangsprostituierten, die auch ihn als Freier wiedererkannt haben wollen. Die Verhandlung gegen die beiden Frauen soll demnächst stattfinden - in Dresden, am Amtsgericht von Richter R.
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Verfassungsschutz löste Affäre aus
2007 wurden Akten des sächsischen Verfassungsschutzes öffentlich, in denen ein Netzwerk aus organisierter Kriminalität und Justizapparat beschrieben wurde. Es ging um Korruption, dunkle Immobiliengeschäfte und Prostitution.
Die Medien berichteten unter dem Schlagwort "Sachsen-Sumpf" darüber. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Behördenmitarbeiter wurden allerdings bereits im April 2008 eingestellt, weil es keine Hinweise auf Straftaten gebe.
Nun gerieten Verfassungsschützer in Verdacht, zu eifrig und zu einseitig geforscht zu haben. Ein Ausschuss, der etwaiges Fehlverhalten untersuchte, konnte die Vorwürfe nicht erhärten. Ein neuer Ausschuss soll die Untersuchung fortsetzen.
Junge Welt, Mai 2010: Bundesinnenminister stellt aktuelle Kriminalstatistik vor und suggeriert »Gefahr von links«
Die wirkliche Sorge der Herrschenden hat der Innenminister schon bei der Erstvorstellung des Zahlenwerks formuliert: Dass »die gewaltbereite linke Szene ihre Aktionen mit Themen in einen Zusammenhang stellt, die auch Teile der friedliebenden Bevölkerung bewegen«. Der Spiegel zitiert einen Hamburger Verfassungsschützer mit den Worten, man hätte »angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Probleme« schon vor fünf Jahren »mit mehr extremistischer Gewalt rechnen müssen.« Dahinter steht die Angst, die friedliche Bevölkerung könnte sich in Zukunft mit mehr Nachdruck als bisher dagegen wehren, dass sie für die Kosten der neoliberalen Politik aufkommen soll. Deswegen wird alles, was auch nur ansatzweise nach sozialen Unruhen aussieht, als »extremistisch« diffamiert. Protest gegen Mieterhöhungen, Kriegseinsätze und Verarmung wird mit Neonazi-Verbrechen in einen Topf geworfen. De Maizières Kriminalstatistik ist ein Baustein in diesem Diffamierungskonzept.
05.10
Flauschig falsch
Das offizielle Kirchentagslied der Wise Guys verkörpert alle negativen Klischees des 2. Ökumenischen Kirchentages: kitschig, gruselig, inhaltsleer. Ein Abgesang.
05.10
Anrüchiges Accessoire
Der orange Schal, meistbegehrtes Kaufobjekt auf dem Ökumenischen Kirchentag, entstammt nicht fair gehandelter Produktion – eine Kirchentagsresolution rügt dies scharf.
Die Kirchentagsleitung war für eine Stellungnahme zu diesem Fall nicht zu erreichen. Die Resolution erreichte eine solche Zustimmung, dass das Kirchentagspräsidium sie auf seiner nächsten Sitzung reagierend erörtern muss.
05.10
"Nicht Sie haben den Missbrauch aufgedeckt, sondern die Opfer! Solange die Betroffenen schweigen, werden sie nicht unangenehm. Die unbequemen Opfer, die sich vielleicht zudem nicht besonders gut ausdrücken können, will man nicht dabei haben. Wir wollen endlich gehört werden!"
Missbrauchsopfer stürmt Podium
Der Mann schreit, er ist außer sich. "Lügentheater!", brüllt er. "Wir werden zum Schweigen gebracht!" Und: "Wir wollen uns selbst vertreten!" Norbert Denef steht vor der Bühne, auf der eine Diskussion stattfinden soll. Der Titel: "Nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt - Missbrauch in der katholischen Kirche".
Es ist klar, dass Bischof Ackermann es schwer hat. Er ist ein Amtsträger, er muss seine Kirche verteidigen. "Ich bin erschrocken über den Verlauf der Veranstaltung, weniger über die Störung als über die Statements zum Thema", empört er sich. "Laufen wir bitte nicht Gefahr, dass die Opfer aus dem Blick geraten über andere politische Themen." Das Publikum reagiert wütend, es wittert einen Ablenkungsversuch. "Buh!", "Pfui!" schallt es Ackermann entgegen, Pfiffe gellen durch die Halle.
Erst in den 90er-Jahren offenbarte sich Norbert Denef seiner Familie, zeigte seine Peiniger an. "Wir Opfer wollen auf Augenhöhe verhandeln", sagt er dem Abendblatt. Das habe er mit seiner lauten Protestaktion bezwecken wollen. Bischof Ackermann habe er kurz nach der Diskussion abgepasst und ihn an ein Versprechen erinnert: "Er hat mir versprochen, dass die Opfer einen Platz am runden Tisch zum Missbrauch bekommen", sagt Denef. An dem Tisch saßen Regierungsvertreter, Kirchenleute und Verbandsvertreter - aber keine Opfer.
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05.10
Aufklärung auf dem Kirchentag: "Das ist doch nicht igittigitt"
Wie erklärt man Kindern zeitgemäß, woher die kleinen Christen kommen? Fromme Menschen haben sich da etwas Hübsches überlegt und führen es auch gleich mal vor.
05.10
Missbrauch in der Kirche: Versetzen und Schweigen
Immer mehr Missbrauchsfälle werden bekannt und die Opfer fühlen sich alleine gelassen. Die Kirche trägt wenig zur Aufklärung und dem Eingeständnis von Schuld bei. Alexander Polaschek zeigt auf, wie das Bistum Fulda pädophile Täter schützt.
05.10
Schluss! Aus! Sense!
Als es schließlich so weit ist, kommt es dann doch ein klein wenig überraschend: Die katholische Kirche löst sich auf.
05.10
Kultur-Protestantismus: Bei Luthers unterm Sofa
20 Millionen Menschen starben, damit Luther seine Haushälterin heiraten konnte. Wie der Erfinder des schlechten Gewissens noch heute selbst den Alltag von Ungläubigen beeinflusst.
05.10
Merkel besucht Kirchentag: Spart die Hoffnung
Vor tausenden Christen kündigt Angela Merkel rigide Sparmaßnahmen der Regierung an und singt ein Loblied auf das Christentum. Die Mischung stimmt, die Menschen jubeln.
05.10
"Warte nur, bis Mixa kommt"
Als Stadtpfarrer von Schrobenhausen soll der zurückgetretene Bischof Mixa Kinder eines katholischen Waisenhauses gezielt gedemütigt haben. Das ist das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung. Der Vorwurf eines möglichen sexuellen Missbrauchs erhärtete sich.
Die Aussagen der ehemaligen Heimkinder aus dem Kinderheim St. Josef seien glaubwürdig, erläuterte Knott. Einige seien während der Gespräche in Tränen ausgebrochen. Ein Mädchen sei unter den Schlägen zusammengebrochen. "Er sagte oft Sätze wie: "In Dir ist der Satan, den werde ich Dir schon austreiben"", zitierte Knott einen ehemaligen Heimjungen. Die dort beschäftigten Nonnen hätten Mixa oft mit den Worten "Hau nei ... hau nei ... " angestachelt.
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Sadist in Soutane
Regelmäßige Prügelorgien mit Fäusten, Stöcken und Gürteln - der zurückgetretene Bischof Mixa entpuppt sich als Sadist. Was sagt seine Karriere über den Zustand der Kirche aus?
05.10
Wahre Momente der Geschichte: Mordsvergnügen Folter
In unserer schnelllebigen Zeit gehen viele historische Momente im Strudel der Ereignisse unter. Deshalb erinnert die Wahrheit in loser Folge an die "wahren Momente der Geschichte"...
... und greift Geschehnisse auf, die sonst nirgendwo gewürdigt werden – wie beispielsweise die Zulassung der Folter als Instrument zur Wahrheitsfindung, heute vor genau 758 Jahren am 15. Mai 1252.
Herrlich schmerzliche Zeiten brachen damals an, als Papst Innozenz IV. die Dekretale "Ad extirpanda" erließ. Endlich durfte gefoltert werden, wie man lustig war, und die Inquisition wurde ein Heidenspaß für die ganze Familie. Jeder, der nicht bei drei auf den Weihnachtsbäumen war, wurde als Ketzer genüsslich gestreckt und gevierteilt.
Ein Bärenvergnügen waren besonders das Fingernägelausreißen und das Daumenabzwacken, und jedes Mal war es eine Mordsfreude, wenn die Gemarteten in den Folterkellern einen Höllenlärm veranstalteten. Auch heute noch ist die Folter nicht ganz ausgestorben, da auf Kirchentagen Christen lauthals ihr Liedgut anstimmen, also die Ohrenfolter einsetzen. Wenns der Wahrheitsfindung dient.
05.10
Eröffnung des Kirchentags
Kirchentag ist stets ein Ereignis für Menschen im Ruhestand – aber doch in erster Linie ein Treffpunkt sehr junger Menschen. Beispielsweise Robin. Er ist 15, "fast 16". Und "dieses Wochenende ist cool". Er sitzt auf der opulenten Vortreppe der Bayerischen Staatsoper am Max-Joseph-Platz. Da drüben verkauft die Caritas laffe Speckknödelsuppe plus Blasmusik. Hier sitzt Robin sonnenbrillig und mischt Getränke. Mit ihm sind seine "Konfi-Kollegen" aus Darmstadt da. Sie sind mit dem Sonderzug gekommen, "mit viel Verlust an Bier". "Die andern sind erst 14", sagt Robin. "Aber ich chille auch mit Kindern".
Es ist das Alter, in dem man extra etwas lauter spricht. "Der Riesengottesdienst war richtig nice." In seinem Rucksack klimpert es nach vollen Flaschen. Robin und seine Konfi-Kollegen ziehen lässig eine nach der anderen hinaus und füllen sie dann um. Sie haben christliche Aluflaschen geschenkt bekommen. "Missio. Glauben. Leben. Geben." steht darauf. Robin füllt die Mixgetränke um, sagt er und beteuert: "Jetzt wird gesoffen."
Kirchentag ist ja auch immer ein Aufprall der Kulturen. Auf dem Max-Joseph-Platz soll nicht flaniert werden, sondern getanzt werden. So mit Ansage. „Ausanand’ und wieder zsam im Wechselschritt“, ruft’s der Klarinettist ins Publikum. Die ersten wiegen sich im Takt, manch einer greift beherzt zur Nachbarin oder zum Nachbarn, und schon geht’s ab auf dem Vorplatz der Bühne, immer schön im zünftigen Schunkel-Beat. Begegnung mal körperlich, sozusagen.
Wer sich noch nicht recht regen mag, wird vom Hans angeschmachtet. Er setzt seine Trompete ab, seine Lippen sind ganz rot vom Blasen, er singt: „I will dir ’n Busserl geben, i hab di gern!“ Jo mei. Da tanzt dann auch die gut betuchte Perlenketten-Münchnerin, ihre Longchamp-Tasche unter den Arm geklemmt.
Der „Niederbayerische Musikantenstammtisch“, der heute zum Tanz aufspielt, hat sich übrigens aus einem ganz profanen Grund heraus gegründet: In den Augustiner Bräustuben haben sie angefangen zu spielen, da gab’s dann Bier und Essen umsonst. „Wir sind alle katholisch“, sagt Hans. „Aber ich bete nur, wenn es nötig ist.“
Es ist 22.29 Uhr, als hunderttausende von Menschen in Münchens Zentrum gemeinsam das "Vater unser" beten. Sie halten lange, schlanke Kerzen in der Hand. Danach kehrt Stille ein, die Stimmung ein bisschen gespenstisch, für manche rührend. Auf der Bühne am Marienplatz steht zu dieser Zeit Münchens Katholikenbischof Reinhold Marx und spricht eine ausgesprochen unantörnende Ansprache. Neben ihm steht ein Bläserensemble. Sie alle weitgehend dunkel gekleidet. Hätten sie Kapuzen noch auf, spitz nach oben zulaufende, erinnerten sie vermutlich an eine Delegation des Ku-Klux-Clans.
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Bettler über Nächstenliebe - "Ich glaube nur, was ich sehe"
Walter Reinhardt ist Bettler in München. Obwohl soviel los ist, dass er seine Beine kaum ausstrecken kann, gibt`s nicht mehr in die Kasse. Christen seien halt wie Fußballfans.
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Demo der Religionskritiker: Der gekreuzte Penis
Es sollte ein „Heidenspaß“ werden, ein Beweis, dass ein „fröhliches Leben“ unabhängig von Religion und Kirche möglich ist. Doch die „Frohe Prozession“, zu der Atheisten, Konfessionslose und Kirchenkritiker anlässlich des Kirchentags aufgerufen haben, ist vom Thema Missbrauch dominiert.
Viele der Demonstranten, die auf dem Geschwister-Scholl-Platz auf den Beginn der Demo warten, tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Ehemalige Heimkinder“. „Fast alle von uns wurden als Kinder missbraucht“, sagt Peter Dinkel, der sich dem Verein Ehemaliger Heimkinder angeschlossen hat. Er selbst mehr als zehn Jahre.
„Da war alles dabei“, sagt er: „Kinderzwangsarbeit, Prügelstrafe, als Bettnässer wurde ich bestraft, indem ich mitten in der Nacht kopfüber in eine Kloschüssel gesteckt wurde.“ War das in einer katholischen Einrichtung? „Ja.“ Doch schon ruft ein anderer Betroffener: „Bei mir war es eine evangelische. Sexueller Missbrauch. Das gab es auch dort.“ Dinkel fühlt sich wohl bei den Kirchenkritikern, obwohl er sich immer noch als religiös bezeichnen würde. „Dieser aufmüpfige Widerstand gefällt mir“, sagt er. Und er habe immernoch den Eindruck, dass kirchliche Vertreter die Missbrauchsfälle als Einzelfälle abtun wolle.
Mit dem Start des Demo-Zuges, in dem rund 200 Menschen mitlaufen, setzt sich auch die „Prügelnonne“ in Bewegung. Die drei Meter hohe Figur aus Pappmasché hält in der einen Hand ein Kruzifix, in der anderen einen Rohrstock. Während die gigantische Nonne vom bekannten Künstler Jacques Tilly stammt, wurde ein anderes Kunstwerk, das über den Köpfen der Demonstranten zu sehen ist, von einem bayrischen Künstler erstellt, der anonym bleiben möchte: ein überdimensionaler Penis in Form eines Kreuzes.
Plakate fordern: „Nie wieder Missbrauch“, „Weg mit dem Moralmonopol“ und „Nie wieder schwarze Pädagogik“. Manche demonstrieren auch einfach gegen Krieg oder Nazis. Andere wiederum greifen Gläubige direkt an, etwa mit Sprüchen wie „Glaube ist heilbar“.
Die Veranstalter vom Bund für Geistesfreiheit (BfG) haben nichts dagegen, dass der Demo-Zug vom Thema Missbrauch bestimmt wird. „Aber unser Hauptanliegen ist die Trennung von Staat und Kirche“, sagt die Vorsitzende, Assunta Tammelleo. Glaube solle Privatsache sein.
Wie weitreichend der BfG diese Regel aber gerne umgesetzt hätte, wird auch an einem Manifest zum Kirchentag deutlich, das während der Demo verteilt wird. Darin wird gefordert, dass sowohl der Religionsunterricht als auch kirchliche Feiertage vollständig abgeschafft werden. Die „Zwangstaufe“ solle als „Form der spirituellen Vergewaltigung“ unter Strafe gestellt werden. Religiöse Betätigung soll nach dem Willen der Verfasser nur noch in Vereinen stattfinden, die allerdings „zum Schutz der Jugend vor Verführung“ nur Volljährigen offen stehen sollen.
In der Demo-Ankündigung hieß es im Hinblick auf das Christentum: „2000 Jahre Verdummung und Bevormundung sind genug“. Die Rede ist von „klerikalem Muff“ und „weihrauchvernebelter Doppelmoral“. Tammelleo betont, man wolle niemanden missionieren und auch niemanden in seinem Glauben angreifen. Dass manche aus dem Spektrum das doch täten, stimme natürlich. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass viele Menschen unter einem „Glaubenszwang“ gelitten hätten.
05.10
Bekifft am Kreuz
Glaube und Wahn: Wie Jesus in die Welt und ihr wieder abhanden kam.
05.10
Ökumenischer Kirchentag: Thema Missbrauch doch im Programm
Zuerst sollte das Thema Missbrauch beim Ökumenischen Kirchentag totgeschwiegen werden, jetzt stehen gerade einmal zwei Foren dazu auf dem Programm. Manchen ist sogar das schon zuviel.
05.10
Karl Kraus: Kriege und Geschäftsbücher werden mit Gott geführt.
Geistliche in "Schutzkleidung"
Gut 100 evangelische Pastorinnen und Pastoren sind als Seelsorger bei der Bundeswehr, sechs von ihnen im Ausland. Diesen Dienst bietet die Kirche seit 1957 den Soldaten an.
Klerus und Krieg: Man kann auch den Mantel der Nächstenliebe nach dem Wind hängen. Karl Kraus
05.10
Topmodel der Kirche
Vor dem Kirchentag: Schwester Käßmann ist wieder da. Ein scheuer Besuch im Innern eines äußeren Wohnzimmers.
05.10
Wahl-Debakel! Rüttgers Absturz schockt die CDU
Beim Kirchgang gestern Morgen in Pulheim bei Köln wusste es Jürgen Rüttgers (58) bereits: Jetzt hilft nur noch Beten!
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
wir in Nordrhein-Westfalen haben die Wahl gewonnen. Die CDU ist für weitere fünf Jahre die stärkste Partei im Land. Mit dem Wahlergebnis von 34,6 Prozent habe ich mein persönliches Ziel erreicht: Die Bürgerinnen und Bürger betrachten uns im Stammland der Sozialdemokratie als gleichwertige Alternative zur SPD.
Wir sind auf Augenhöhe und stehen doch etwas höher. Wir sind die bessere SPD! Angela Merkel müsste neidisch sein auf das, was wir erreicht haben.
Unter dem Eindruck von zehn Prozentpunkten minus im Vergleich zur Wahl 2005 wird es jedoch einige Zeit brauchen, bis sich diese Sichtweise durchgesetzt hat. Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern diese Zeit geben. Dafür übernehme ich die politische Verantwortung. Deshalb suche ich eine neue Herausforderung - in Berlin, in Deutschland, in Europa, in der Welt. In Politik, Wirtschaft und Kirche.
Viele von Ihnen werden in den vergangenen Wochen und Monaten anderes zu tun gehabt haben, als die Politik im schönen Nordrhein-Westfalen zu verfolgen. Die drohende Veröffentlichung der Steuersünder-CD, die Geschäfte in Griechenland, die Rettung des Euro, das alles band die Aufmerksamkeit. Dafür habe ich vollstes Verständnis. Deshalb möchte mich kurz vorstellen und aufzeigen, warum ich eine Bereicherung für Ihre Firma/Partei/Kirche bin.
Als gelernter Jurist und Spitzenpolitiker im besten Alter (58 Jahre) bringe ich die nötigen Voraussetzungen mit, um auch in schwierigen Zeiten ein Unternehmen/Ministerium/eine Partei/eine Kirchengemeinde zu führen. Ich beherrsche die wichtigen Verhandlungs- und Kampagnentechniken und passe mich problemlos an das Umfeld an.
In Nordrhein-Westfalen haben viele meine landesväterliche Güte gelobt. Wie Johannes Rau halte ich viel davon zu versöhnen statt zu spalten. Das ist eine wichtige Voraussetzung für Koalitionen aller Art. Unter meiner Führung war die CDU ein wirtschaftlich intaktes Unternehmen, das moderne Formen der Geldbeschaffung nutzt und Sponsoren nicht ausspart.
Wenn es einmal hart auf hart kommt, bin ich jederzeit bereit und willens, harte Bandagen anzulegen. Dabei vertraue ich einem eingespielten Team von Mitarbeitern. Eintracht macht stark, das ist ein Grundgesetz meines politischen Handelns, das die konsequente Bekämpfung des Gegners erst wirksam macht. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, opfere ich einen Mitarbeiter, um ihn Jahre später woanders wieder auftauchen zu lassen.
In der Diskussion um die Bildungspolitik habe ich bewiesen, dass ich reformorientierte Vorschläge der Gegenseite problemlos als wahre Schreckgespenster enttarnen kann. Wenn internationale Experten solche Reformvorschläge womöglich sogar gutheißen, hilft der Verweis auf andere Bundesländer. Sollte die Gegenseite darauf beharren, dass dieser Vergleich hinkt, werfe ich ihr vor, mit falschen Zahlen zu arbeiten.
Droht Ärger von einer nominell übergeordneten Stelle, etwa aus Berlin, arbeite ich mit einer patentierten Doppelstrategie: Ich gebe mich als Einzelkämpfer und stelle mich in der Öffentlichkeit mutig allen Maßnahmen in den Weg, die in meiner Wählerschaft als neoliberale Politik verstanden werden könnten. Ich beharre auf meiner ablehnenden Haltung, selbst wenn ich die Maßnahme im Bundesrat oder im Koalitionsvertrag persönlich abgesegnet habe, und schiebe die Schuld der übergeordneten Stelle zu. Nie würde ich den Fehler machen, so wie ein Parteifreund aus Bayern, offensichtlich meine Meinung immer wieder zu ändern.
Ich bin sicher, dass ich mit diesen Fähigkeiten jede Spitzenposition bekleiden kann. Als langjähriges Mitglied der Pfadfinderschaft St. Georg fand ich immer einen Ausweg, als Mitglied im Rat der Stadt Pulheim kenne ich die Probleme ganz unten, und als Volljurist fällt es mir leicht, mich in unterschiedliche Fachgebiete einzuarbeiten. Denken Sie daran, dass ich mit 43 Jahren schon Minister für Zukunft war, als Helmut Kohls Mann für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Ich kann zum Beispiel auch Innenminister werden.
Viele meiner Zitate belegen, wie sehr ich die deutsche Debatte mitgestalten konnte. Meine private Situation - seit 1982 verheiratet, drei Kinder - ist anders als bei manch anderen Politikern stabil. Nicht umsonst wurde ich als Kommandeur der Ehrenlegion gerühmt.
Wenn Sie also einen tüchtigen Ministerpräsidenten/Vorstandsvorsitzenden/Gemeindepfarrer brauchen, der zupackt und seine reichhaltige Erfahrung einbringt, dann kontaktieren Sie mich in den nächsten Tagen. Geben Sie mir eine Chance. Es könnte meine letzte sein.
Hochachtungsvoll,
Jürgen Rüttgers
PS: Von Angeboten aus der Zeit- und Leiharbeitsbranche bitte ich abzusehen.
05.10
Kirchenaustritt: Gebühren und Schikanen
Die Zahl der Kirchenaustritte ist auf Rekordniveau. Immer mehr Menschen kehren der Kirche den Rücken. Und jeder abtrünnige Gläubige bedeutet für die Kirche auch weniger Geld. Aber die Kirche schaut nicht tatenlos zu: Die beiden großen Kirchen in Deutschland und auch einige Gemeindeverwaltungen legen Austrittswilligen zum Teil unerwartete Hürden in den Weg.
So kostet ein Austritt oft Gebühren, einige Kommunen kassieren sogar bis zu 60 Euro. Der hohe Preis – das geben selbst Gemeindevertreter offen zu – soll die Kirche vor Austritten und damit verbundenen Geldeinbußen schützen. Nicht der einzige Versuch, Kirchenmitglieder und Einnahmen zu halten. Wer etwa denkt, er sei erfolgreich ausgetreten, kann bald eines Besseren belehrt werden.
Denn so mancher, der sich längst als konfessionslos wähnt, wird nach einem Umzug plötzlich von der neuen Kirchensteuerstelle angeschrieben. Kann er seine Austrittsurkunde dann nicht mehr vorweisen, fordert die Kirche zum Teil die Kirchensteuer nach – in Einzelfällen bis zu sechs Jahre rückwirkend. Das ist durchaus rechtens – die Beweislast liegt beim Ausgetretenen. Panorama über die Kirche und das liebe Geld.
05.10
Besucher zur Zeitarbeitsmesse 2010 in der Kölner ARGE genötigt
Proteste gegen "Sklavenarbeit"
05.10
"Bild" kennt seinen Papst nicht
05.10
Regiert Gott in Deutschland mit?
Der Staat treibt die Kirchensteuer ein. Und wenn eine CDU-Ministerin Kreuze in Klassenzimmern verbieten will, löst das einen Glaubenskrieg aus. Leben wir in einer Bundeskirchenrepublik?
05.10
Im Höllenfeuer
Alle reden von der katholischen Kirche, aber die hat doch auch schon mal Gutes getan, das Zweite Lateranische Konzil zum Beispiel, im Jahre 1139.
Das Zweite Lateranische Konzil verbot die Armbrust. Wegen ihrer Reichweite und Durchschlagskraft gegen Ritterrüstungen sei diese Waffe moralwidrig, eben: unritterlich. Nun wären die Konzilsherren, da im Besitz auch weltlicher Besitztümer, allerdings naiv gegenüber den eigenen Interessen gewesen, hätten sie nicht gleich eine Ausnahmeregelung mitgeliefert. Heiden, zumal arabische oder sonstwie islamische, durften Christen auch weiterhin mittels der Armbrust aus der Ferne töten.
Drohnen, wie sie die USA in Afghanistan einsetzen, sind nicht geächtet. Im übrigen ist es eine sehr einfache Übung, die Benutzung fernwirkenden Tötungsgeräts als moralisch zu tarnen. Es genügt, dem Opfer (auch nachträglich) ein Etikett anzukleben wie Taliban, El-Kaida, Terrorist; die eigenen Terroristen aber sind immer Freiheitskämpfer, die die gerechte Sache beispielsweise der CIA vertreten. Er erledigt seine Aufträge aus größerem Abstand, sagen wir: gut 15000 Kilometer. So weit ist die Drohne entfernt, von der aus "Höllenfeuer" (ja, so heißt der Raketentyp Hellfire auf deutsch) auf vermeintliche Träger solcher Etikette hinabregnet. Wenn das Etikett ums Verrecken nicht passt, so nennt man dies Kollateralschaden. Egal, ob der Kollateralschaden zu Lebzeiten fünf oder 85 Jahre alt, männlich oder weiblich, in Stammestracht uniformiert oder zivil gekleidet war. Das ist nicht geächtet - Kirchen aller Richtung neigen ja auch längst dazu, Waffen zu segnen -, aber es ist im Konzilssinne unritterlich. Es ist Kriegsverbrechen. Einige US-Völkerrechtler haben das jetzt vor dem Kongress ausgesagt.
04.10
Kritik am Amtseid: Verfassungsgott
Moses schwieg, als Gott ihm sein „Ich bin’s“ zurief. Das war angemessen. Die deutschen Kirchen haben leider nicht soviel Selbstbeherrschung. Sie kritisieren, dass sich Aygül Özkan beim Amtseid auf Gott berufen hat.
Ein Sprecher der Hannoverschen Landeskirche bemängelte das „sehr unspezifische Gottesbild“ der Ministerin und ein Sprecher des Bistums Essen erklärte, theologisch seien der Gott der Christen und der Gott des Islam „nicht gleichzusetzen“.
Es hat etwas zutiefst Unangemessenes, vulgo: Prolliges, wenn ein Gottesbekenntnis, das jemand aus freien Stücken zur Amtsvereidigung ablegt, zensiert wird. (...) Die Kirchen kämpfen um die Ausweitung ihrer politisch privilegierten Stellung auf die Religion der Muslime, um das klapprig gewordene Gerüst des alten Staatskirchenrechts vor dem Einsturz zu retten. Vor Gerüstkletterern, die meinen, einer muslimischen Politikerin in die Parade fahren zu müssen, weil sie den Gott der Verfassung nicht für den Christengott reserviert, zieht es einem die Schuhe aus.
04.10
Unchristliches Abendland
Die europäischen Werte gründen in der griechisch-römischen Antike und der modernen Aufklärung. Der Beitrag der Kirchen war, höflich gesprochen, ambivalent.
04.10
Keine Einschlafhilfe
04.10
Alice Miller: Anwältin der Opfer
Die Schweizer Psychoanalytikerin und Erziehungswissenschaftlerin Alice Miller starb am 14. April im Alter von 87 Jahren, wie der Suhrkamp Verlag am Freitag mitteilte. In ihren Werken forderte sie immer wieder den Schutz vor Kindesmisshandlung und plädierte für eine liebevolle und gewaltfreie Erziehung.
Neben ihren 13 Büchern, die in hohen Auflagen und in 30 Sprachen erschienen wurde Alice Miller nicht müde, zum Schutz der Kinder vor Misshandlung aufzurufen: in Flugblättern, Artikeln, offenen Briefen. Selbst an Papst Johannes Paul II und Kardinäle schrieb sie mit der Bitte, die Eltern über die Folgen von körperlicher Gewalt gegen Kinder aufzuklären. Der Vatikan antwortete nicht.
04.10
04.10
Homosexualität in der Kirche: "Ich darf nicht länger schweigen"
Er hat in der katholischen Kirche Karriere gemacht – obwohl er schwul ist. Jetzt outet er sich - und legt ein perfides Unterdrückungssystem offen. Ein Bekenntnis von David Berger, habilitierter Theologe und soeben als Herausgeber der Zeitschrift "Theologisches" zurückgetreten.
04.10
Armutsindustrie boomt
Mit »Tafel-Thesen« macht sich Diakonie Argumente ihrer Kritiker zu eigen. Sammler von Lebensmittelspenden wollen »Produktpalette« erweitern
04.10
Bischof Walter Mixa bittet Papst Benedikt XVI. um Entpflichtung
Bischof Dr . Walter Mixa hat gestern in einem Brief an den Heiligen Vater seinen Rücktritt als Bischof von Augsburg und als Militärbischof angeboten. Die Gründe für dieses Entpflichtungsangebot liegen ausschließlich im Bistum Augsburg.
Wir bedauern sehr, dass die Soldatinnen und Soldaten in dieser schwierigen Zeit keinen Militärbischof haben. Bischof Mixa hatte in seiner annähernd zehnjährigen Amtszeit als Katholischer Militärbischof für die Sorgen und Nöte der Angehörigen der Bundeswehr immer ein offenes Ohr.
Die Leitung der Katholischen Militärseelsorge wird nach den kirchenrechtlichen Vorgaben der Generalvikar des Katholischen Militärbischofs, Apostolischer Protonotar Walter Wakenhut, wahrnehmen. Im Falle der Annahme des Rücktrittsgesuches wird der neue Katholische Militärbischof vom Heiligen Stuhl nach den Vorgaben des Reichskonkordates von 1933 ernannt (Artikel 2 der Päpstlichen Statuten).
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Walter Mixa, bis vor kurzem einer der höchsten Würdenträger der Katholischen Kirche, ebenso Bundeswehr-Militärbischof, und auch Mitglied im rechtsklerikalen "Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem", ist von seinen Ämtern entbunden worden. Mixa fiel in der Öffentlichkeit durch eine Vielzahl polarisierender Äußerungen auf. Dazu einige geistige Kostproben: Zu Frauen und Beruf äußerte er: "Wer mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleitet, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiert die Frau zur Gebärmaschine." Im Zusammenhang der Züchtigung Schutzbefohlener verlautbarte der Bischof: "Das war damals vollkommen normal, und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch." [Zum Holocaust: "Es hat diesen Holocaust sicher in diesem Umfang von sechs Millionen Getöteten gegeben. Wir haben diese Zahl durch Abtreibungen aber bereits pberschritten.") Nachdem Walter Mixa nun durch den Papst von seinem Bischofsamt enthoben wurde, hat er sich in ein Schweizer Privatsanatorium zurückgezogen und darf sich über eine üppige Alterspension von 5600 Euro freuen.
04.10
Mißbrauchsopfer aufgepaßt!
04.10
Heillose Verstrickung
Nicht nur rutschte Walter Mixa immer wieder die Hand gegenüber den Kindlein aus. Er kaufte auch vom Geld der katholischen Waisenhausstiftung einen Stich von Piranesi. Das gibt dem Ganzen eine ästhetische Dimension.
04.10
Bischof Mixa im Rückwärtsgang: "Es tut mir im Herzen weh und leid.."
Als die ersten Anschuldigungen gegenüber Bischof Mixa Ende März bekannt wurden, bezeichnete sie das Bistum Augsburg in einer schriftlichen Stellungnahme als "absurd, unwahr und offenbar in der Absicht erfunden, den Bischof persönlich zu diffamieren". Angedrohten juristischen Schritten folgten standfeste Beteuerungen des Bischofs: "Ich habe ein reines Herz."
Die Anschuldigen gingen weiter, vergangene Woche legte Mixa den Rückwärtsgang ein: "(...) will ich ganz ehrlich sagen, dass ich (...) die eine oder andere Watschn von vor 20 oder 30 Jahren natürlich nicht ausschließen kann". Dem hat Mixa gestern abend laut Bistum eine Bitte um Verzeihung hinzugefügt:
"Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe."
Der unspezifizierte Adressat dieser Dreiviertelentschuldigung kommt nicht von ungefähr. Mixa reagiert weniger auf die Anschuldigungen einzelner als auf den Druck der vielen, den er - und mit ihm das Bistum - zu spüren bekommt.
04.10
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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg spricht vor den Särgen. Er spricht als oberster Dienstherr und als Vater. „Eine meiner Töchter fragte mich, ob die drei jungen Männer tapfere Helden unseres Landes sind“, sagt er. „Ob sie stolz auf sie sein dürfe. Beide Fragen habe ich mit Ja beantwortet.“
Angela Merkel: Sie haben den höchsten Preis gezahlt, den ein Soldat zahlen kann. Ich verneige mich vor ihnen. Deutschland verneigt sich vor ihnen.
Armin Wenzel - ev. Militärdekan: Es gibt nur eine Antwort, die Karfreitag gegeben wird. Gott beseitigt den Tod und das Leid nicht, aber er begibt sich mitten hinein. Gott sagt: Ich lasse Euch nicht fallen. Ich höre Eure Gebete, ich schweige nicht zu Euren Tränen! Und dafür hat es Gott Ostern werden lassen: Der Tod hat nicht das letzte Wort im Leben, das Leben bleibt der Sieger!
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Die Gelbe Schleife ist gefragt wie nie: Über 50 000 Menschen haben schon das Abzeichen der Solidarität für deutsche Soldaten im Kriseneinsatz gekauft. Erfunden hat es Monica Melloh (57) vom Nato-Shop-Nord, um den Soldaten zu zeigen, dass Deutschland ihrer gedenkt.
BILD meint:
Diese Schleife verbindet.
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Trauer um unsere Soldaten - Diese 4 Männer fielen für Deutschland: Sonnenstrahlen fallen auf die Holzsärge, die eingehüllt sind in deutsche Fahnen. Das Rot leuchtet, das Gold leuchtet. Nur das Schwarz der Fahne leuchtet nicht. Trauerfeier für die vier deutschen Gefallenen vom 15. April im Feldlager Mazar-e-Sharif, Afghanistan.
Ev. Pastor Weeker: Unsere Gedanken gehen zu den Familien, die ihre Männer nie wieder von Angesicht zu Angesicht sehen werden, der
katholische Geistliche Wakenhut: Wir sind gekommen, um unserer Kameraden an ihren Särgen zu gedenken.
(Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Kriegsminister
Als am Karfreitag deutsche Soldaten in Afghanistan sterben, bedarf es vieler Anrufe, um Karl-Theodor zu Guttenberg zum Abbruch seines Urlaubs zu bewegen.)
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Es geht nicht um Schmerz
Das militärische Begräbnisritual hat eine strikt legitimatorische Funktion. Denn keineswegs steht im Vordergrund, den Schmerz der Angehörigen zu lindern, den zu frühen Tod junger Leute zu beklagen. Diese Trauer wird politisch instrumentalisiert, sie wird missbraucht, um dem Tod auf dem Schlachtfeld einen höheren Sinn zu geben. Sowenig es sich beim Soldatengelöbnis um ein hilfreiches, dabei harmloses Initiationsritual handelt, so wenig ist auch das feierliche Soldatenbegräbnis nur ein tröstendes Ritual des Übergangs. Beide sind militaristische Exerzitien. Und mit der rituellen Sinngebung wird die Frage weggedrängt, welchen politischen Sinn eigentlich die Präsenz deutscher Truppen in Afghanistan hat. Schon mischen sich in die Einübung militaristischer Begräbnisrituale Drohungen an die Adresse der Kriegsgegner. Der Bundeswehr-Professor Wolffsohn unterstellt, sie würden “unfreiwillig” die Taliban unterstützen, wenn sie in der deutschen Öffentlichkeit die Zunahme von Soldaten-Opfern in Afghanistan thematisierten. Denn die Taliban betrachteten den Widerstand gegen den Krieg in den Krieg führenden Ländern als wichtiges Element ihrer eigenen Kriegführung. Von dieser Behauptung bis zur Rede vom Dolchstoß der intellektuellen Landesverräter in der Heimat gegen die kämpfende Truppe ist es nur ein Schritt.
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Nebenkriegsschauplätze
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24. April 2010: Tod und Verwundung sind Begleiter unserer Einsätze geworden, und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein, nicht nur in Afghanistan. Karl-Theodor zu Guttenberg
Klaus Stuttmann im März 2008:
(Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit wurde am 13. August 2008 durch den Bundesminister der Verteidigung Franz Josef Jung gestiftet und wird als höchste Stufe des Ehrenkreuzes der Bundeswehr ausschließlich für "außergewöhnliche Tapferkeit" verliehen.)
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Ehrenmal der Bundeswehr eingeweiht
Berlin, 08.09.2009.
In einer feierlichen Zeremonie und im Beisein des Bundespräsidenten, Prof. Dr. Horst Köhler, hat Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung das Ehrenmal der Bundeswehr am Bendlerblock in Berlin eingeweiht. Gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, enthüllten Köhler und Jung die Inschrift des Ehrenmals.
„Den Toten unserer Bundeswehr. Für Frieden, Recht und Freiheit“, lautet die Inschrift des Monuments am Berliner Dienstsitz des Verteidigungsministeriums. Nach der Enthüllung legten Vertreter der Verfassungsorgane und Minister Jung Kränze in der Cella, dem Raum der Stille, des Ehrenmals nieder.
Beleg für gesellschaftlichen Rückhalt:
Jung dankte dem Bundespräsidenten für seine Anwesenheit sowie den Militärbischöfen der katholischen und evangelischen Militärseelsorge, Dr. Walter Mixa und Dr. Martin Dutzmann, und allen anderen Gästen aus Politik und gesellschaftlichem Leben.
Die Vielzahl der Gäste unterstreiche den nationalen Rang des Ehrenmals und belege den starken „"gesellschaftlichem Rückhalt"“ für die Bundeswehr. Im Besonderen begrüßte Minister Jung die Angehörigen derjenigen, die ihr Leben in treuer Pflichterfüllung für unser Land gelassen haben.
(Ehrenmal für getötete Bundeswehr-Soldaten: Zentraler Ort der Trauer)
04.10
(Norbert Walter im DLF-Interview [Länge 08:15 Minuten]: Ich liebe meine Mutter. Sie hat mich verprügelt - es hat mir nicht geschadet. Ich war ein unmöglicher Junge und es war nötig, dass die Grenzen, die sie mir damit aufzeigte, dass ich sie respektierte und das ging dadurch. [...] Die Debatte, die wir derzeit führen, ist nach meiner Einschätzung, tja, sie ist ahistorisch und sie ist in einer Reihe von Fällen, das sage ich sehr schmerzhaft, von fundamentalistischen Aufklärern geführt und von Medien die das multiplizieren vermehrt. Das hilft weder den Kindern, noch der Wahrheit und schon gar nicht unserem Gottesbezug. [...] Für Walter Mixa war vermutlich, das, was er gesagt hat, glaubwürdig, weil er dies, was er tat, nicht als Gewalt gegen Kinder interpretierte sondern als eine Maßnahme die hilft auf kurzem Wege zu den wichtigeren Themen in der Kindererziehung zu kommen. - Noch einmal: Meine Mutter hat mich geschlagen, nicht deshalb, weil sie mich vernachlässigt hat sondern weil sie mich liebte [...] noch einmal: [...] in diesem Sinne ist Bischof Mixa glaubwürdig.)
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Norbert Walter haben Prügel nicht geschadet
Der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Norbert Walter, hat heute im Deutschlandfunk erklärt, dass ihm die Prügel seiner Mutter nicht geschadet hätten, sie hätten ihm im Gegenteil Grenzen aufgezeigt. Damit versucht er den Bischof Mixa zu retten, der regelmäßig Heimkinder verprügelt hat. Mal abgesehen davon, das Mixa nicht zu retten ist, erklärt diese Aussage einiges über Norbert Walter.
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Mein Gott Walter, Herr Mixa
(Norbert Walter: ein Katholik, der den westdeutschen Sozialismus überwinden möchte - gern auch radikal & brutal)
04.10
Kardinalsbelobigung für Vergewaltigungs-Vertuschung
Einem Bischof, der einen pädophilen Priester trotz Wissens über mehrere Missbrauchsfälle nicht anzeigte, wurde dafür von einem hohen vatikanischen Würdenträger brieflich gratuliert
04.10
04.10
Bischof Mixa gesteht Schläge ein: "...die eine oder andere Watsch´n"
Bischof Walter Mixa hat zugegeben, dass er Jugendliche geschlagen hat. Der Verdacht, dass er Gelder zweckentfremdete, hat sich erhärtet. SPD und Grüne fordern Mixas Rücktritt.
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04.10
Williamson-Prozess: Ein Holocaust-Leugner kommt selten allein
(Jan.: 2009: Katholische Kirche: Rechtsextremisten feiern Holocaust-Leugner Williamson)
04.10
Privat-Audienz in der Sommer- Residenz von Benedikt XVI. Ein BILD-Kunstwerk für unseren deutschen Papst
Seit fünf Jahren sind wir jetzt Papst. BILD erinnert in einer großen Serie an die schönen und schwierigen Momente im Pontifikat von Benedikt XVI. Heute Teil 4: Privataudienz in der Sommerresidenz des Heiligen Vaters in Castel Gandolfo. (...) In seiner weißen Soutane und den berühmten roten Schuhen betritt Benedikt XVI. den Saal. Er geht langsam, aber beschwingt. Er wirkt zart, fast zerbrechlich, trotzdem füllt seine Präsenz den riesigen Raum. Der Heilige Vater nickt jedem zu, an dem er vorbeigeht. Schüchtern, fast scheu, aber nah, herzlich und verbindlich.
10.09.44 - München, Joseph Ratzinger's Dienstzeit als Hitler-Jugend-Flakhelfer bei den BMW-Flugmotoren- und Dornier-Werken endet mit seiner Wehrpflicht (beim Reichsarbeitsdienst in der Ostmark bewacht er am "Südostwall" Panzersperren bauende Zwangsarbeiter ehe die soldatische Grundausbildung in 11.1944 beginnt, nach Hitlers Selbstmord im Mai '45 desertiert er und ist bis 19.6.1945 Kriegsgefangener, legt ohne vatikanische Dekrete die in Bildungsdiskriminierung und verfolgte Schüler resultieren 1946
das Abitur ab, erfüllt die finanziellen Kriterien
Unser deutscher Papst
demokratischer Begabtenförderung im deutschen Rechtsstaat u. studiert bis 1951 Theologie u. Philosophie, wird am 29.6.51 von Kardinal v. Faulhaber zum Priester geweiht, 1953 Promotion, 1957 Habilitation, 1957-62 lehrt Prof. Dr. Ratzinger in Freising u. Bonn, 1963-77 in Münster, Tübingen u. Regensburg, am 28.3.77 wird er als Erzbischof Münchens geweiht, am 27.6.77 zum Kardinal erhoben, wird 1981 Präfekt der Glaubenskongregation und 1989 Karl-Valentin-Ordensträger) (>15.10.1944/ 12.1945/ 28.7.1950/ 29.6.1951/ 3.9.1984/ 8.10.1988)
Textquelle Verfolgte Schüler
04.10
Missbrauchsskandal: Papst ruft zu Buße auf
04.10

Gewalt vom Diener Gottes: Bischof Mixa drückt sich vor Klärung
Walter Mixa. Bischof von Augsburg. Der gute Hirte. Er soll Kinder geschlagen, Ohrfeigen
verteilt, mit einem Stock verprügelt haben. Acht Menschen versichern das an Eides statt
und der Bischof dementiert.
O-Ton Opfer 1: „Er hat wirklich mich an den Haaren gepackt und mich hochgezogen in den dritten Stock.“
O-Ton Mixa: „Ich versichere nochmals, dass ich niemals...“
O-Ton Opfer 1: „Da habe ich dann auch Schläge bekommen.“
O-Ton Mixa: „...gewaltsam gegen Kinder und Jugendliche..“
O-Ton Opfer 2: „Dann hat er mir eine geschmiert..“
O-Ton Mixa: „..in einer körperlichen Weise vorgegangen bin.“
O-Ton Opfer 2: „Ich habe auch Angst gehabt. Sobald ich den Namen gehört habe, habe ich Angst gehabt.“
Opfer3: „Hinterher musste ich mich entschuldigen und ihm die Hand küssen.“...

04.10
Vatikan: Pädophilie hat mit Homosexualität zu tun
04.10
Sexueller Missbrauch und die Geheimschreiben des Vatikan
Papst Benedikt oder Die große Täuschung
“Papst Benedikt selbst trägt an dieser augenblicklichen Schwemme an Pädophiliefällen, verjährten und noch nicht verjährten, in besonderem Maße die Schuld und Verantwortung – und zwar nicht erst, seit er vor fünf Jahren, am 19. April 2005, in das Amt des Papstes erhoben wurde.
Die Rede ist von den zwei lateinischen Geheimschreiben, die heute noch verschlossen im Tresor jedes Bischofs liegen. Das erste, aus dem Jahr 1962, stammt von Kardinal Ottaviani und trägt den Titel „Crimen sollicitationis“ (Verführung zu sexuellen Handlungen). Das zweite ist aus dem Jahr 2001; es stammt von Kardinal Ratzinger, dem damaligen Chef der Glaubenskongregation (früher die „heilige Inquisition“ genannt), persönlich und heißt „De delictis gravioribus“ (Von den schwersten Verbrechen). In diesen beiden Geheimschreiben wird die „ausschließliche Kompetenz des Vatikans“ betont, was die Ahndung von Pädophiliefällen anbelangt; gleichzeitig werden sämtliche Bischöfe unter Strafe der Exkommunikation aufgefordert, alle Pädophiliefälle ausschließlich und nur an den Vatikan zu melden. Nachdem also Kardinal Ratzinger seit 1981 allen Bischöfen das Geheimschreiben Kardinal Ottavianis von 1962 eingeschärft hatte, verpflichtete er sie 20 Jahre später auf sein eigenes Geheimschreiben. Beides mit demselben Ziel: nichts aus den Gemäuern der katholischen Kirche nach außen dringen zu lassen.
Das führte zu einer totalen Justizbehinderung gegenüber den staatlichen Gerichten, zu einer ständigen Versetzung der pädophilen Priester, die über Jahrzehnte hinweg an jedem Ort, an den sie von ihrem Bischof – nach einer so genannten Therapie – versetzt wurden, ihr Unwesen weitertreiben konnten und immer weitertreiben werden.”
04.10
Atheisten wollen Papst verhaften: Der Staat, das ist er
Atheisten wollen den Papst wegen der Missbrauchsfälle bei seinem Besuch in England im September verhaften lassen. Die Chancen dafür stehen aber schlecht.
Wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" lassen der Oxford-Biologe und der Publizist, beide bekennende Atheisten und Kirchenfeinde, nun eine Klage gegen Benedikt XVI. vorbereiten. Hintergrund ist die angebliche Rolle des Papstes bei der Vertuschung sexueller Misshandlungen in der katholischen Kirche.
Ziel von Dawkins und Hitchens juristischem Feldzug ist es, den Kirchenführer bei seiner Großbritannien-Visite im September festnehmen zu lassen - genauso wie den chilenischen Diktator Augusto Pinochet. Der war 1998 für eine Operation nach London gereist, wo er überraschend wegen Mord- und Foltervorwürfen festgenommen wurde und zwei Jahre in Haft verbrachte, bevor man ihn zurück nach Chile überstellte.
"Wenn seine Priester mit heruntergelassener Hose entdeckt werden, macht der Papst sich als Erstes daran, den Skandal zu vertuschen und die jungen Opfer zum Schweigen zu verdonnern", begründet Dawkins sein Vorhaben. Die Verheimlichung von Kindesmisshandlung sei eine Straftat, die geahndet werden müsse.
04.10
Der Stellvertreter lässt sich vertreten
Der Papst, so erklärte im fernen Chile vor ein paar Tagen der Kardinalsstaatssekretär Tarcisio Bertone, habe “wegen dieser Priester, die ihrer Berufung und Mission untreu geworden sind, sehr gelitten”. Man kann sich nicht aussuchen, woran man leidet. Man kann es als aufrichtig bewundern, dass einer der engsten Mitarbeiter des Papstes nicht etwa sagt, der Papst leide mit den Opfern, er überlege, was die Kirche tun könnte, um denen zu helfen, und was vor allem sie tun könnte, um Kindesmissbrauch in kirchlichen Einrichtungen schwieriger zu machen.
Der Papst, hätte Kardinalsstaatssekretär Bertone ja auch sagen können, fürchte, es handele sich bei dem bisher bekannt Gewordenen nur um die Spitze eines Eisberges. Er könne sich – er sei schließlich ein vernünftiger, welterfahrener Mann – nicht vorstellen, dass es dergleichen nicht geben soll in den Tausenden katholischen Kinderheimen zum Beispiel in Afrika und Asien.
Nein, das alles hat der Kardinalsstaatssekretär nicht gesagt. Er hat versucht, unser Mitleid für den Papst zu wecken, für den armen Hirten, der sich nicht um die Opfer der Schandtaten seiner Schäfchen sorgt, sondern exquisit um diese.
04.10
Die zwangssterilisierte Braut Christi
04.10
Malta: Skulpturenstreit vor Papst-Besuch
Säule des Anstoßes
Um dem Papst bei seinem Malta-Besuch diesen Anblick nicht zuzumuten, wollen Lokalpolitiker eine Skulptur in Flughafennähe verschwinden lassen - wegen ihrer heiklen Form.
04.10
Satanisten klagen über Mitgliederschwund
Immer weniger Teilnehmer an schwarzen Messen! Hohe Vertreter der satanischen Kirchen beklagen sich über einen dramatischen Mitgliederschwund. Die Hauptschuld an den jüngsten Austrittswellen sehen sie bei der katholischen Kirche.
"Schon seit Jahrhunderten wildern Christen in unserem Revier", beschwert sich Alistair Valter, Hohepriester der 'Church of Satan'. "Doch seit dem Amtsantritt von Benedikt XVI. ist es unerträglich geworden.
04.10
COLONIA CORRUPTA
Erzbistum Köln: Kirchensteuerrückzahlung für den Multimillionär Hans Esser
04.10
Mixa will seine Opfer nun endgültig erledigen
04.10
Sensation!
Papst reagiert auf Missbrauchsvorwürfe und lockert die kirchliche Sexualmoral!
04.10
Katholischer Bischof Mixa: Neue Prügel-Anschuldigungen
Ein weiteres ehemaliges Heimkind erklärt, vom Bischof mit dem Stock geschlagen worden zu sein. Die nun sieben mutmaßlich Betroffenen fordern ein unabhängiges Gerichtsverfahren gegen Mixa.
04.10
Kosten für Therapie nach Missbrauch: Katholische Kirche zahlt nicht
Die katholische Kirche will Missbrauchsopfer unterstützen. Doch wenn es darum geht, einem Betroffenen eine erfolgte Therapie zu bezahlen, wird sie kaltschnäuzig.
04.10
04.10
Die protestantische Ethik im Geist des Kapitalismus
04.10
Katholischer Bischof: Mixa zum Rücktritt aufgefordert
Der Augsburger Bischof Mixa bestreitet die Vorwürfe, Kinder geschlagen zu haben. "Ich habe ein reines Herz", erklärte er. Politiker legen ihm inzwischen nahe, zurückzutreten.
04.10
''Unbedeutendes Geschwätz dieser Tage''
Der Vatikan ist überraschend vom üblichen Ablauf der Ostermesse abgewichen, um sich mit dem Missbrauchsskandal auseinanderzusetzen. Allerdings war die Botschaft eine andere als von den Opfern erwartet.
04.10
Wenn die Nonnen beten in den Klostern, dann ist Ostern
03.10
Katholen machen hinten dicht
Dass in einer Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "der After" als "ein Sexualorgan" bezeichnet wird, ...
03.10
Prügel-Vorwürfe gegen Mixa - ”Warte nur, bis der Stadtpfarrer kommt”
Ehemalige Heimkinder erheben schwere Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa. Das Bistum spricht von Diffamierung.
In eidesstattlichen Erklärungen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, berichten die ehemaligen Heimkinder von Ohrfeigen, von Fausthieben auf den Oberarm und von Schlägen auf das Gesäß mit Teppichklopfer oder Stock.
Die Vorwürfe, Mixa habe in Schrobenhausen Kinder geschlagen, bezeichnet das Bistum Augsburg in einer schriftlichen Stellungnahme als “absurd, unwahr und offenbar in der Absicht erfunden, den Bischof persönlich zu diffamieren”.
03.10
Prügel-Vorwürfe gegen Mixa: "Kind Gottes, nimm diese Strafe"
03.10
Freunde der katholischen Kirche fordern: Schwamm drüber!
03.10
Und dann war da noch der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx
03.10
Vatikan mauschelt Priester frei
Die Rolle des Vatikan beim Vertuschen von Missbrauchsfällen wird gerade heftig debattiert – nun führt der Fall eines österreichischen Priesters, der zahlreiche Jungen missbraucht haben soll, direkt nach Rom: Obwohl ein Kirchengericht den Pfarrer aus der Steiermark für schuldig befand, würgte der Vatikan den Prozess einfach ab.
03.10
03.10
Die Rolle Ratzingers: Große katholische Vertuschung
03.10
Zölibat ade?
Forderungen nach einem Ende des Zölibats, um die Misere der Katholiken zu beenden, hat Papst Benedikt am Dienstagabend zurückgewiesen. "Ehelicher Verkehr" sei "keine Lösung für die derzeitige Kirchenkrise", so der alternde Kirchenfürst; zudem hätten gerade die letzten Wochen gezeigt: "Wer als katholischer Priester beim Sex zu kurz kommt, der ist wirklich selber schuld, meine Herren!"
03.10
Nein, der Ratzinger Papst hat die Missbrauchsopfer nicht festgehalten
03.10
Der unheilige Zölibat
03.10
Die Bekloppten Gottes - Pater Gabriele Amorth
03.10
München: Missbrauch in Ratzingers Bischofszeit
München. Als der heutige Papst Benedikt XVI. noch Erzbischof von München und Freising war, hat es einen gravierenden Fall sexuellen Missbrauchs in dem Bistum gegeben. Ein wegen Kindesmissbrauchs vorbelasteter Priester wurde damals in der Gemeindearbeit in Oberbayern eingesetzt. Dort verging er sich erneut an Jugendlichen und wurde dafür gerichtlich verurteilt. Einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung bestätigte das Ordinariat in München.
03.10
Kirche gegen ver.di: Klage geht in die höhere Instanz
Für eine Lohnerhöhung analog zum öffentlichen Dienst hatten im vergangenen Jahr Beschäftigte aus diakonischen Einrichtungen - wie dem Birkenhof in Hannover oder dem Verein für Innere Mission in Bremen - gestreikt. Daraufhin wurde ver.di auf Streikunterlassung verklagt. Dieser Klage haben sich auch das Diakonische Werk der Landeskirche Hannover angeschlossen und auch nicht bestreikte Einrichtungen wie das Christopherushaus in Göttingen. Und sie haben vorerst Recht bekommen.
Bei den 30000 Beschäftigten in den diakonischen Einrichtungen in Niedersachsen und Bremen rumort es dennoch weiter. Sie wollen Tarifverträge auf dem üblichen Branchenniveau. Solche Verträge verweigern die Arbeitgeber. Es gibt keine "normalen" Tarifverträge, sondern einen kirchlichen Sonderweg der Lohngestaltung in eigenen Kommissionen.
03.10
Sexueller Missbrauch: Evangelischer Pfarrer gesteht
Auch in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wurde am Freitag ein Fall von sexuellem Missbrauch bekannt. Ein jetzt pensionierter Pfarrer habe eingeräumt, Anfang der 80er Jahre in Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis) mit einem Jungen seiner Gemeinde Kontakte gehabt zu haben, "die sexuell übergriffig und mit dem Dienst eines Pfarrers nicht vereinbar waren". Der 1993 nach Idstein gewechselte Pfarrer habe den Vorfall eingeräumt, so Kirchensprecher Stephan Krebs. Die Kirchenverwaltung werde vorschlagen, staatsanwaltliche Ermittlungen und ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Außerdem seien gegen zwei weitere Kirchen-Mitarbeiter Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben worden. Betroffen seien ein Ehrenamtlicher und ein Kirchenmusiker.
03.10
Sexuelle Übergriffe verjährt: Verfahren gegen Pfarrer eingestellt
Ein Pfarrer aus dem Taunus gibt Sexualkontakte mit Jugendlichen zu, doch die Taten sind verjährt. Für die Justiz ist der Fall erledigt, nicht aber für besorgte Eltern und Pädagogen. Denn der Priester war Schulseelsorger.
03.10
Der Zölibat hilft, Priester zu überhöhen und sie unter Kontrolle zu halten.
Die Macht des Zölibats
Sie entschuldigt sich bei den Opfern, beteuert ihren Willen zu "lückenloser Aufklärung", setzt Missbrauch-Beauftragte ein. Seit die vielen Fälle von Kindesmissbrauch in Jesuitenkollegs, im bayrischen Kloster Ettal, bei den Regensburger Domspatzen und zahlreichen weiteren katholischen Einrichtungen ans Licht kamen, gelobt die Kirche unablässig Besserung und Offenheit. Nur ein Thema wollen die kirchlichen Amtsträger partout nicht diskutieren: den Zölibat. Dabei sehen 73,3 Prozent von 1.000 befragten Deutschen einer aktuellen Umfrage zufolge einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch.
Die Kirche vermeidet die Diskussion allerdings nicht aus Angst, der Zölibat könne als Ursache für den Missbrauch haftbar gemacht werden. Denn das ist tatsächlich Unsinn: Wer auf das Ausleben seiner Sexualität verzichtet, macht sich nicht plötzlich, weil er die Enthaltsamkeit nicht mehr aushält, über Kinder her. Das Thema bleibt vielmehr unterbelichtet, weil zum Vorschein kommen könnte, worum es eigentlich geht: um Macht. Der Zölibat hilft gleichermaßen, Priester gegenüber Laien zu überhöhen und sie unter Kontrolle zu halten. Und darüber möchte die Kirche unter keinen Umständen diskutieren.
03.10
BILD: Im Vatikan: Exorzist spricht von Teufels-Angriff auf den Papst
Pater Gabriel Amorth (85) ist der Chefexorzist im Vatikan. Mehr als 70 000 Mal befreite er Besessene vom Teufel und von Dämonen. Jetzt warnt der Pater in der italienischen Zeitung "La Repubblica": "Der Teufel wohnt im Vatikan!"
Amorth weiter: "Es gibt Kardinäle, die nicht an Gott glauben, Bischöfe, die mit dem Teufel im Bund sind. Die Kinderschändungen durch Geistliche sind ebenfalls Werke des Teufels."
Der Chef-Exorzist spricht auch über einen Angriff des Bösen auf Papst Benedikt XVI. (82) : "Am Weihnachtsabend kämpfte der Papst mit dem Teufel. Satan warf ihn zu Boden."
Der Pontifex war damals von einer geistig verwirrten Frau zu Boden gerissen worden. Nach der Attacke hatte der Heilige Vater die Christmette fortgesetzt.
Das Gute triumphiert...
03.10
Ehemaliges Heimkind berichtet: Missbrauch im Vincenzhaus
Lange hat es gedauert, bis Ralf H. über seine Zeit als Heimkind im Vincenzhaus in Hofheim sprechen konnte. Über Gewalt, sexuellen Missbrauch und bizarre religiöse Rituale in den Jahren 1960 bis 1964. Heute ist Ralf H. ein erfolgreicher Unternehmer. Er hat es geschafft, mit Disziplin, harter Arbeit - und dem Verdrängen des Erlittenen über Jahrzehnte, wie er sagt.
Doch als Ralf H. die 50-Jahres-Festschrift des Vincenzhauses sieht, als er von Achtung, Respekt und sozialer Anerkennung der Kinder liest, vom Selbstwert, und von der Stärkung der Handlungsfähigkeit der Kinder - da packt Ralf H. die Wut und er schreibt an die Leitung des Vincenzhauses.
"Ihr ´heilpädagogisches´ Institut Vincenzhaus hatte mir meine Identität geraubt und mein Fundament entrissen", schreibt Ralf H. Viel Zeit, viel Energie und psychologische Hilfe habe es ihn gekostet, trotzdem zu überleben.
Ein Erzieher habe ihn als 10-jähriges Kind abends im Schlafanzug auf sein Zimmer bestellt, erzählt H.. Dort sollte sich Ralf H. auf das Bett des Erwachsenen legen und warten. "Ich bekam Angst, sagte, ich müsse aufs Klo und bin weggelaufen", erinnert sich H. Nachts wurde der Junge im eigenen Bett geweckt. "Der Erzieher stand da mit Taschenlampe und hat an meinem Pimmel herumgespielt", sagt H. "Ich hatte Todesangst, dachte, der will mich umbringen und habe ganz leise geatmet." Dann habe sich der Erzieher neben ihn auf den Boden gelegt "und hat sich einen runtergeholt".
Dieser sexuelle Übergriff sei damals im Vincenzhaus kein Einzelfall gewesen, sagt H. Auch Erzieherinnen hätten sich an Jungen vergriffen - die Opfer seien danach zum Beten geschickt worden. "Die mussten den ganzen Tag in der Kapelle knien und Abbitte leisten", sagt H., der im katholischen Heimgefüge zum Ministranten ausgebildet wurde. Zudem kann sich H. an "drakonische Strafen" im Heimalltag erinnern: Heftige Ohrfeigen, nach denen der Kopf des Bestraften mit Wucht an die Tafel krachte. Manchmal seien die Jungen gruppenweise zum Heimarzt S. geführt worden, "der jedem in die Hose geschaut hat", erzählt H. Mehr sei dabei nicht ´untersucht´ worden.
03.10
Misshandlungsfälle bei Diakonie ''Extrem erschreckende Bilder''
Nach der Aufdeckung von Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen kommen jetzt auch Vorkommnisse in einer Schule der evangelischen Kirche ans Licht.
03.10
Verbieten, auflösen, Vermögenswerte einziehen
03.10
Der kirchliche Makel
Ein Missbrauchsfall nach dem anderen kommt ans Licht. Es zeigt sich: Für die Kirche zählt der schöne Schein noch immer mehr als das Wohl der Kinder.
Wer durch deutsche Landschaften geht, erfährt an jeder Ecke, wie sehr das Christentum dieses Land geprägt hat: An den Autobahnen laden Kapellen zur Rast. An Wegen wachen Marienstatuen über die Wanderer. Auf den Bergen ragen Gipfelkreuze in die Höhe, und zumindest im Süden der Republik hängen Kruzifixe in Klassenzimmern und Gerichtssälen.
Wenn Politiker das christliche Abendland preisen, dann klingt das zwar aufgesetzt, aber falsch ist es nicht: Deutschland ist tief geprägt von seiner christlichen Geschichte. Staat und Kirche sind in einem Maße miteinander verwoben, wie es in vielen anderen europäischen Ländern unvorstellbar ist. Der Staat zieht die Kirchensteuer ein, er zahlt aus Steuermitteln das Gehalt der Bischöfe, er gibt Geld für jeden kirchlichen Kindergartenplatz.
03.10
Schwere Vorwürfe gegen Nonnen: Opfer sexueller Gewalt fordern Aufklärung
Kloster Ettal, Regensburger Domspatzen: Jeden Tag werden neue Missbrauchsfälle publik. Den sexuellen Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen begehen, so scheint es, nur Männer. Doch auch Ordensfrauen sollen misshandelt haben. Margarete Böttcher war 16 Jahre lang im Heim der Hedwigschwestern, einem Nonnenorden in Berlin. Erst jetzt, im Zuge der aktuellen Erkenntnisse, wagt sie es, ihre Geschichte zu erzählen.
03.10
Jahre des Horrors
Monika Tschapek-Güntner vom Verein ehemaliger Heimkinder im FR-Interview über sexuellen Missbrauch, Prügel-Orgien und die Angst.
03.10
1000 Kreuze gegen Selbstbestimmung
03.10
Noch viel mehr Missbrauchsopfer
Der Verein ehemaliger Heimkinder geht davon aus, dass viel mehr Kinder und Jugendliche in katholischen Einrichtungen sexuell missbraucht worden sind als bislang angenommen. Rund 70 Prozent der 450 Mitglieder wurden nach Einschätzung der Vereinsvorsitzenden Monika Tschapek-Güntner in der Kindheit und Jugend in Heimen missbraucht.
02.10
Mixa zeigt wie die Kirche wirklich ist
Wie wir allmählich die Fürsten gezwungen haben, den Despotismus aufzugeben, oder wenigstens seine Unberechtigung dadurch anzuerkennen, daß sie ihn unter konstitutionellen und anderen Masken verstecken, so werden sie auch durch die Macht der öffentlichen Meinung gezwungen werden, ihre schützende Hand von dem Aberglauben abzuziehen und seine Ausrottung der Wissenschaft zu überlassen. Otto von Corvin
02.10
TV-Kritik "Hart aber fair"
Hier endet der demokratische Sektor
Der Weihbischof erklärte lächelnd die Darstellung des Opfers Norbert Denef sei falsch. Das Bistum Magdeburg habe ihm nicht 25.000 Euro Schweigegeld geboten. Als Plasberg dem Bischof eine Mail vorlas, in der das Bistum Magdeburg zugab, Norbert Denef 25.000 Euro angeboten zu haben, da lächelte der Bischof wieder. Ich wüsste gerne, ob der Bischof seinen Verstoß gegen das nach katholischer und lutherischer Zählung achte Gebot in seiner nächsten Beichte nennen wird. Wieviel Ave Marias wird er dafür beten müssen?
Da redet nicht einer, dem weh tut, was er gerade gehört hat, keiner der Mitgefühl hat. Da redet einer, der sich für seinen Auftritt hat munitionieren lassen und jetzt zeigen möchte, dass er zu schießen versteht. Der Bischof geht nicht auf das Opfer zu, stellt sich auf seine Seite sondern er schlägt noch einmal auf den Mann ein. Schlimmer als Jaschke hätte kein Gegner die katholische Kirche darstellen können.
Aber es gab noch etwas. Als Bischof Jaschke darauf angesprochen wurde, dass die katholische Kirche sich weigere, die Staatsanwaltschaft zu informieren, leugnete er das heftigst, nur um zwei Sätze später zu sagen, dass es "keinen Automatismus" gebe, der von einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch zu einer Meldung bei der Staatsanwaltschaft führe. Die Kirche behält sich das Recht vor, selbst zu entscheiden, ob ein Verdacht bestätigt oder widerlegt wird. Erst wenn er von den entsprechenden Gremien als bestätigt betrachtet wird, wird die Staatsanwaltschaft informiert.
Jaschke sagte das im Brustton der Überzeugung. Er verstand noch nicht einmal, was für ein Affront in diesen Sätzen steckt. Die Kirche hält es für selbstverständlich, dass sie über einen eigenen Rechtsraum verfügt. Herr Jaschke sah darin kein Problem, sondern hielt die Vorstellung - die doch Gesetz der Bundesrepublik ist -, dass Kindesmissbrauch immer der Staatsanwaltschaft gemedelt werden muss, für lächerlich.
Wie gerne reden wir doch bei völlig machtlosen Kopftücher tragenden Frauen von einer Parallelgesellschaft! Gestern abend, wo es einmal angebracht gewesen wäre, fiel das Wort nicht. Angesprochen auf das Gesetz, wedelte der Bischof - wieder lächelnd - mit einem Memorandum der Bischöfe aus dem Jahr 2002. Eine Demonstration der Arroganz der Macht war das.
02.10
02.10
"Gipfel der Scheinheiligkeit"
Mit deutlichen Worten hat der Vorstand der Giordano-Bruno-Stiftung die jüngsten Aussagen der Deutschen Bischofskonferenz zu den bekannt gewordenen Fällen von sexuellem Missbrauch in katholischen Institutionen kritisiert.
02.10
Unbewegliche Bischöfe
Staatsanwälte müssen weiter warten: Die deutschen Bischöfe diskutieren stundenlang über neue Regeln im Umgang mit sexuellen Übergriffen - heraus kam eine Vertagung des Problems.
02.10
Bischofskonferenz: Blanke Nerven der Oberhirten
In Freiburg tagt die Bischofskonferenz. Wie diskutieren die Bischöfe die Missbrauchsfälle, was werden sie entscheiden? Die Situation ist sichtlich angespannt.
02.10
02.10
Missbrauch am Jesuiten-Kolleg: "Angst, Hilflosigkeit und Ekel"
An deutschen Jesuiten-Kollegs haben nach Opferangaben bis zu zwölf Lehrer ihre Schüler missbraucht. Dies geht aus dem Bericht hervor, den der Orden vorlegte
02.10
Müßiggang muss sein
Unsere Politiker verkaufen ihr unsoziales System mit markigen Sprüchen aus dem Schatz der Zitate, die in der Allgemeinheit kaum hinterfragt werden. Was soll denn daran falsch sein, Arbeit und Fleiß hoch zu loben und Faulheit und Müßiggang zu verdammen? "Müßiggang ist aller Laster Anfang." "Erst die Arbeit, dann kommt das Vergnügen!" "Leistung muss sich wieder lohnen."
Wegbereiter der den meisten Bürgern als ganz selbstverständlich richtig erscheinenden Arbeitsethik ist der große Reformator Martin Luther. Für ihn ist Arbeit funktional ein Zweck in sich selbst, dann aber auch ein Dienst für den Allmächtigen. Die Bremer "Initiative zur Rehabilitierung von Muße und Müßiggang" hat einige seiner immer wiederholten Aussagen zu diesem Thema einmal zusammengestellt:
"Denn Gott will keine faulen Müßiggänger haben, sondern man soll treulich und fleißig arbeiten, ein jeglicher nach seinem Beruf und Amt, so will er den Segen und das Gedeihen dazu geben. Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen.
Gott sorgt, wir aber sollen arbeiten.
Es ist die größte Versuchung, dass niemand seinen Beruf treulich erfüllt, sondern alle sich der Muße ergeben wollen.
Voll sein und müßiggehen ist die größte Plage auf Erden.
Müßiggang ist Sünde wider Gottes Gebot, der hier Arbeit befohlen hat.
Wenn du eine geringe Hausmagd fragst, warum sie das Haus kehre, die Schüsseln wasche, die Kühe melke, so kann sie sagen: Ich weiß, dass meine Arbeit Gott gefällt.
Es ist ein Elend in diesem Leben! Die in Muße und Wohlstand leben, wollen nichts schaffen; und die anderen werden daran verhindert durch ihre Armut und durch ihre Belastung mit einem vielerlei von Geschäften.
Von Arbeit stirbet kein Mensch; aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben.
Wer treulich arbeitet, der betet zwiefältig. Aus dem Grunde, dass ein gläubiger Mensch in seiner Arbeit Gott fürchtet und ehret und an seine Gebote denkt."
02.10
Der Papst und der Zwielichtige
Es begab sich eines schönen Tages, dass der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., persönlich nach Regensburg kam. Und er "schüttelte immer wieder Hände und segnete Kleinkinder", berichtet die Chronik.
An diesem 13. September 2006 wollte der Papst eigentlich nur seinen Bruder treffen - doch es gab noch etwas Wichtiges: Man hatte in der Alten Kapelle eine prächtige neue Orgel erbaut und sie nach ihm "Papst-Benedikt-Orgel" genannt. Der Papst ließ es sich nicht nehmen, die "Königin der Instrumente" zu segnen, sie "ihrem Zweck, der Verherrlichung Gottes", zu übergeben - und jenem Mann persönlich zu danken, der die Orgel mit 730.000 Euro fast komplett finanziert hatte:
Herbert Batliner, die Schlüsselfigur der großen deutschen Parteispendenskandale, der Treuhänder illegaler CDU-Parteistiftungen und Schwarzgeldverstecke. Unter seiner Obhut entstanden Stiftungen mit Namen wie "Norfolk", "Staatsbürgerliche Vereinigung" und "Alma Mater", in denen Hunderte Millionen Euro Schwarzgeld vor der Steuer versteckt und gewaschen wurden.
Während Batliner an diesem Septembertag im Jahr 2006 in der Nähe des Heiligen Vaters sitzen durfte, ermittelte die Staatsanwaltschaft Bochum gegen ihn wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in großem Stil.
02.10
02.10

Headline bei evangelisch.de: Pinkwart will arbeitsscheue Hartz-IV-Empfänger bestrafen

02.10
die sexuelle Revolution ist schuld
02.10
Gequält, missbraucht - und vertuscht
Ende des Jahres 1975 handelt die Mutter von Thomas Henkel. Sie hat sich einen Termin beim damaligen Direktor des katholischen Canisius-Kollegs, Johannes Zawacki, geben lassen. Sie ist zornig. "Meine Mutter stellte Pater Zawacki zur Rede. Sie sagte zu ihm, er solle der Sache nachgehen. Er solle etwas unternehmen", berichtet Thomas Henkel, ein 47-jähriger Mann, der heute als Lehrer in Norddeutschland arbeitet. Und wie hat der Leiter des katholischen Elitegymnasiums reagiert? "Er sagte zu meiner Mutter, das seien alles Lügen, wie sie Schüler immer wieder erfinden. Er höre sie nicht zum ersten Mal, aber da sei nichts dran."
Die angeblichen Lügen hat der Arztsohn seiner Mutter schamvoll wenige Tage zuvor erzählt. "Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter, wir konnten über alles reden", sagt Henkel, der darum gebeten hat, seinen echten Namen nicht zu nennen. "Ich habe ihr davon erzählt, dass Pater Peter R. an den Freizeitnachmittagen in der sogenannten MC-Burg zudringlich wurde und jeden zum Einzelgespräch bat. Dass einige dort vor ihm masturbieren sollten. Man hätte ihn damals stoppen können."
02.10
02.10
Zum ersten Mal in der Geschichte der Kirchentage wird es einen bundesweiten ökumenischen Kirchentag "Mensch und Tier" geben.
Nach dem Vorbild der großen Kirchentage wird er zentrale und dezentrale Veranstaltungen über mehrere Tage enthalten:
Ein Markt der Möglichkeiten, Diskussionsforen u.a. mit prominenten Theologen, Tierschützern und Politikern, Andachten zur Beziehung von Mensch und Tier, Musikveranstaltungen, Kinderangebote und ein großer Open air- Abschlussgottesdienst im Fredenbaumpark sollen den Kirchentag prägen, der sich strukturell ein Vorbild an den großen evangelischen und katholischen Kirchentagen in Deutschland nimmt.
Das Konzept steht Ihnen hier als Download zur Verfügung (PDF Datei 581 KB)
Wir brauchen Ihre Unterstützung, damit dieser neue Kirchentag ein Erfolg wird!
Machen Sie mit als Einzelperson, Gruppe oder Initiative!
Wir bitten um Spenden auf unser Konto:
AKUT e. V., Postbank Frankfurt, BLZ 500 100, Kto 459 197 606
Aus dem Ausland: IBAN: DE05 5001 0060 0459 1976 06  BIC: PBNKDEFF
Ganz wichtig! Stichwort: Spende Kirchentag Mensch und Tier.
Die erste Werbekarte - Siehe PDF Datei (159 KB) - ist leider schon vergriffen.
Der zweite - umfangreichere - Flyer ist in Arbeit und kann ca. Anfang bis Mitte März in der Geschäftsstelle angefordert werden.
27. - 29. August - 2010 in Dortmund:
02.10
02.10
Canisius-Kolleg: Kadavergehorsam als oberste Tugend
In den 60er-Jahren herrschten am Jesuitengymnasium Autoritätsfixierung, Prügelstrafe und Sexualfeindlichkeit, erinnert sich ein Zögling von damals.
02.10
02.10
02.10
Joseph Ratzin